Sonntag, 31. Juli 2022

Freundeskreis Angeli & Engel

Der Verlag Angeli & Engel gibt bibliophil Interessierten die Möglichkeit, einem „Freundeskreis“ beizutreten, was insbesondere für die Liebhaber der Vorzugsausgaben von Vorteil sein kann.
Es zeigte sich nämlich, dass sich bei der Veröffentlichung der Bücher „Klaus Waschk – Vor&NachBilder. Zeichnungen zur Literatur 1971-2021“ und „Rainer Ehrt – Figur&Kontext. Zeichnungen, Druckgrafik, Künstlerbücher“ herausstellte, dass einige Wünsche nach den Vorzugsausgaben dieser Bände nicht erfüllt werden konnten.

Die „Freunde“ können sich nunmehr mit einem Abonnement die Vorzugsausgaben künftiger Bücher dieses Verlags sichern. Dafür gewährt der Verlag spezielle Konditionen. Man erhält die Bände nicht nur zu einen Subskriptionspreis, sondern auf Wunsch auch mit einer persönliche Widmung des jeweiligen Autors. Außerdem werden Mitglieder des Freundeskreises mit speziellen „Nachrichten für die Freunde des Verlags“ vorab über weitere Verlags-Projekte informiert und man erhält die Möglichkeit, selbst Vorschläge zu Künstler zu machen, die publiziert werden sollen.

Das erleichtert dem Verlag seine weitere Arbeit und beschert seinen engagierten Unterstützern sorgfältig lektorierte und hochwertig ausgestattete Bücher, die dem bibliophilen Anspruch von Angeli & Engel auch künftig gerecht werden können.

Näheres hier

Buch des Monats

Mit dem Vortrag "Zwischen Hollywood und Beverly Hills. Ed Ruscha’s Bucharbeit der 1960er" von Sören Gohle widmet sich im Klingspor-Museum dem Buch des Monats.
© Ed Ruscha, Foto: Klingspor-Museum Offenbach
Ed Ruscha ist ein US-amerikanischer Künstler, dessen Werk spielerisch zwischen Konzeptkunst und Pop Art pendelt. Gebrauchsgrafik ist ihm genauso vertraut wie die Malerei. 1937 geboren, in Oklahoma City aufgewachsen, zog Ruscha für das Studium nach Los Angeles. Eine neue Schaffensphase begann. Das Resultat waren ikonische Bucharbeiten wie „Twentysix Gasoline Stations“ (1963) oder „Every Building on the Sunset Strip“ (1966) in den wilden 60er Jahren. 

Der Vortrag beleuchtet die Zeit von Beat und Highway 1 und erläutert, warum Ruschas Bücher die Kunstwelt revolutionierten.

5. August 2022, 16 Uhr

Klingspor-Museum
Herrnstraße 80, 63065 Offenbach

Samstag, 30. Juli 2022

20. Gastkünstler im Alten Schlachthof

Als 20. Gastkünstler im Druckatelier des Alten Schlachthofs wird Matthias Plenkmann eingeladen.
Matthias Plenkmann, Dampfförmige
Geister, einer Palme entlockt, Radierung 2022
Der 33-jährige Zeichner, Radierer und Bildhauer lebt in Dortmund und leitet die Druckgraphischen Werkstätten an der Universität Duisburg-Essen. Er wird ab 1. August den gesamten Monat in Sigmaringen arbeiten und dabei auch die Möglichkeiten der Fotoradierung erkunden. Er wird also die Radierwerkstatt, den Siebdruckraum und das Atelier I im Hof nutzen. Gut 20 Zinkplatten sind für ihn vorbereitet, so dass man auf eine fruchtbare Produktion gespannt sein kann.

Was in dieser Zeit entstehen wird, ist am letzten Wochenende im August zu sehen, und im Werkstattgespräch mit ihm zu befragen.

(Eckard Froeschlin)

Werkstattgespräch: 26. August 2022, 19 Uhr
Ausstellung: 26. - 28. August 2022

Ateliers im Alten Schlachthof
Sigmaringen, Georg-Zimmerer-Str. 7

BSB erweiterte ihre Pocciana-Sammlung

Die Bayerische Staatsbibliothek konnte ihre beträchtliche Pocciana-Sammlung um 360 Zeichnungen, Aquarelle und Karikaturen der Anglia-Alben erweitern.

Franz Graf von Pocci (1807 – 1876), Mitglied der Herrengesellschaft „Altengland” und Hausdichter, wurde gern als der spöttische Graf bezeichnet. Er fertigte als unermüdlicher Zeichner und Aquarellist zahlreiche Karikaturen zu hochrangige Persönlichkeiten aus Adel und Bürgertum an, etwa Herzog Max in Bayern, sein Sohn Herzog Carl Theodor (der berühmte Augenarzt), die Grafen von Spreti und Maximilian Graf von Arco-Zinneberg.
Viele Anglia-Mitglieder hatten einflussreiche Positionen am Hof, in der Regierung, in der Staatsverwaltung oder beim Militär. Auch viele Gelehrte und Universitätsprofessoren waren Mitglied der Herrengesellschaft, so der Mineraloge und Dichter des Brandner Kaspar Franz von Kobell, der Physiker und Optiker August von Steinheil und der Physiker und Geologe Karl Emil von Schafhäutl.

Franz Xaver von Gietl, ebenfalls Anglia-Mitglied, war Professor an der Münchner Universitätsklinik und Leibarzt von Max II, den er hier bei einem Treffen mit Napoleon III. in Paris begleitete. © BSB/Pocciana

Freitag, 29. Juli 2022

Lucca Biennale Cartasia 2022

Bei der Lucca Biennale Cartasia 2022 (XI. Edition) ist in diesem Jahr Deutschland Gastland. Die Biennale widmet sich der Papierkunst.

Zur Biennale wird Walden Kunstausstellungen aus Berlin Arbeiten der Pirckheimerin Anett Lau, deren Atelier ich vor 2 Monaten besuchen konnte, ich berichtete hier*, von Joanna Buchowska, Peter Großhauser und Maike Sander in der Villa Bottini präsentieren.
Anett Lau, Foto © Abel Doering
Am Vortag findet der Network Day statt. Walden Kunstausstellungen aus dem Gastland beteiligt sich dabei mit einen Vortrag über "Papierkunst in Deutschland".

Network Day: 30. Juli 2022
Biennale: 31. Juli - 25 September 2022

Villa Bottini
Via Elisa, 9, 55100 Lucca LU, Italien

* leider wurde die Hinweise auf meine Urheberschaft der Posts und Fotos im Blog der Pirckheimer-Gesellschaft, den ich begründete und bis vor kurzem betreute, gelöscht

neue Kataloge von Christian Bartsch

Das Rote Antiquariat hat einen bemerkenswerten Katalog der Sammlung Michael Diers zu Aby Moritz Warburg herausgegeben.
Bearbeitet wurde diese Katalog mit Ausgaben und Autografen, mit Kontext zu Warburg, sowie zum Warburg-Kreis und -Rezeption nach dessen Tode von Friedrich Haufe und Noah Rosa Mayr, unterstützt von Michael Diers.

Aby Moritz Warburg (1866 - 1929) war deutscher Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler und der Begründer der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg. Gegenstand seiner Forschung war das Nachleben der Antike in den unterschiedlichsten Bereichen der abendländischen Kultur bis in die Renaissance.

Der Katalog des Pirckheimers Christian Bartsch enthält 373 ausführlich beschriebene Positionen mit rund 150 farbigen Abbildungen.
Er wurde gemeinsam mit der Liste Sommer 2022 des Roten Antiquariats versandt, welche auf 51 Seiten 165, ebenfalls kommentiert und bebilderte Angebote aus den Bereichen Architektur, Bauhaus, John Heartfield, Mittel- und Osteuropäische Avantgarde und Exilliteratur enthält.

Donnerstag, 28. Juli 2022

abooks.de ist erloschen

Dreizehn Monate nach dem Tod von Detlef Thursch wurde sein bei Büchersammlern und Bibliophilen aus dem deutschsprachigen Raum beliebtes Antiquariatsportal abooks.de von seinen Söhnen aufgegeben.
Pirckheimer und BBA auf dem von Detlef Thursch organisierten 4. Berliner Antiquariatstag 2016, Foto © Ursula Saile-Haedicke
Detlef Thursch, ein äußerst rühriges Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, war auch Veranstalter der Antiquariatsmessen von Düsseldorf, Frankfurt, Leipzig und vieler weiteren großer und kleiner Veranstaltungen. Zur Weiterführung haben sich die Söhne Jan Thursch und Paul Kaspar dahingehend geäußert, dass sie "[...] zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage darüber geben [können], wie eine Zukunft der Leipziger Antiquariatsmesse aussehen wird."

Mittwoch, 27. Juli 2022

Hanif Lehmann stellt aus

Die Ausrichtung von Ausstellungen bleiben nicht nur Galerien und Museen vorbehalten, auch Krankenhäuser und Arztpraxen richten sie in letzter Zeit gern aus. 
Der Pirckheimer Hanif Lehmann, welcher jetzt 50 seiner Gemälde und einige Radierungen in der Dresdener Praxisklinik Herz und Gefäße zeigt, sagt: "Ein eigenartiger Ort für Kunst, aber ohne Kunst wäre es noch befremdlicher".
© Hanif Lehmann
Hanif Lehmann und dessen widukind presse dresden, ist in mehreren Vogtländischen Kunstkalendern vertreten, Freunde des bibliophilen Buches kennen ihn aber auch durch seine Beteiligung an zahlreichen Künstlerbuch- und Graphikmessen, wie die artbook.berlin, der BuchDruckKunst Hamburg oder die Leipziger Buchmesse, sowie durch seine Beilage in den Marginalien "Entwässerungsgraben" und durch die Gestaltung der originalgraphischen Speisekarte zum Jahrestreffen 2018, siehe hier*.

Eine Midissage findet im September statt.

Praxisklinik Herz und Gefäße
Forststraße 3, 01099 Dresden

* leider wurde die Hinweise auf meine Urheberschaft der Posts und Fotos im Blog der Pirckheimer-Gesellschaft, den ich bis vor einem Monat betreute, gelöscht

Dienstag, 26. Juli 2022

5. Internationale Miniprint Biennale

In der Argentinischen Stadt Laguna Paiva findet die 5. Internationale Miniprint Biennale 2022 statt.

Auf der Biennale werden zeitgenössische druckgraphische Kunstwerke aus der ganzen Welt im Kleinformat gesammelt, in einer Wanderausstellung ausgestellt und die Drucke weltweit publiziert. Damit schafft sie internationale kulturelle Verbindungen zwischen Künstlern, Sammlern und Kunstgalerien.

Die Druckgraphiken können in jeder der bekannten Techniken gestaltet werden: Holzschnitt, Radierung, Lithographie, Siebdruck u.s.w., die Bildgröße ist auf 10x10 cm (bei einer Blattgröße von 18x18 cm) nicht überschreiten.
Über die Annahme entscheidet eine Jury und die Beteiligten werden auf der Project-Art-Website veröffentlicht.

Zu den Teilnehmern der 5. Biennale gehört auch der Pirckheimer Steffen Büchner, der mit den hier abgebildeten Blätter vertreten ist.

Montag, 25. Juli 2022

Erotisch-literarischer Lampion-Spaziergang

Am gestrigen Sonntag gab es in Augsburg ein echtes Highlight durch das Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft Kurt Idrizovic.
Ein erotisch-literarischer Lampion-Spaziergang für Erwachsene zu ausgewählten "brechtigen" Orten der Liebe, der Leidenschaft, der Eifersucht und der Erotik. Großes Kino!!!

Hier findet man einige Fotos von Florian Pittroff und Gudrun Glock von diesem Ereignis.

Schöne Büchern aus Brandenburg

Die 4. Messe „Schöne Büchern aus Brandenburg“ seit 2018 wird eine besondere sein. Nicht nur, weil sie sich nach hoffentlich endlich überwundener Pandemie des Schweigens mit einem Rekord-Teilnehmerfeld zurückmeldet, sie stellt auch einen Höhepunkt im Veranstaltungskalender zum Doppeljubiläum „100 Jahre Landesbibliothek“ und „30 Jahre Stadt- und Landesbibliothek Potsdam“ dar.

Wie gewohnt wird sie eine der wenigen kleinen Messen sein, die Verlage, Verlegende sowie Buchkünstler zusammenbringt. Ein großer Teil der namhaften Büchermacher des Landes Brandenburg hat seine Teilnahme zugesagt, darunter auch erstmals drei Kinderbuchverlage. So werden Marc Berger mit der Edition Schwarzdruck, Tina Flau, die Pirckheimer Rainer Ehrt und Constanze Kreiser, Christiane Wartenberg mit dem Loose Art Verlag und Hendrik Liersch mit der Corvinus-Presse dabei sein.
Als neues Feature der Messe wird es ein Saalprogramm mit Lesungen, Buchvorstellungen und Projektpräsentationen der Künstlerinnen und Künstler geben.  Die Brandenburger Verlags- und Buchkunstszene wird die Messe nutzen, um zu zeigen, dass ihr kreatives Potenzial und ihr Drang sich mitzuteilen ungebrochen sind.

Der Veranstalter Hans Jörg Rafalski sagt im Namen der Teilnehmer: "Wir empfinden ein großes Glück darin zu spüren, dass die Kommunikationsbedürfnisse der Zeit längst nicht auf digitale Ebenen beschränkt bleiben, sondern auch wieder das gute alte Papier betreffen."

Buchmesse: 3. September 2022

Stadt- und Landesbibliothek im Bildungsforum Potsdam
Am Kanal 47, 14467 Potsdam

Sonntag, 24. Juli 2022

Finissage der "Kommentare zu Verrat und Gewalt"

v.l.n.r. oben: Igor Zaidel, LoveDove / Cristina Artola, AK 47
unten: Ed Dickman, o.T. / Gagik Kurginian, Das Mädchen
mit dem Perlenohrring als Bürgerin
/ Rolf Münzner, Folter
Die Ausstellung in der Galerie des Pirckheimers Archi Galentz und Andreas Wolf "Kommentare zu Verrat und Gewalt", ich berichtete unter anderem hier*, ist zu Ende gegangen. Sie hinterließ bleibende Eindrücke! Näheres in Kürze hier.

Rolf Winkler, Drei Grazien, 1983
Bleibendes unter anderem nicht zuletzt durch Gespräche mit einigen anwesenden Künstlern auf dem Rasen im angrenzenden Hof, in welchem ich eine Plastik des Bildhauers Rolf Winkler (1930-2001) fand, ein Schüler von Waldemar Grzimek und Heinrich Drake. Ich lernte Rolf Winkler in den späten Siebzigern kenne. In den Achtzigern entdeckte der Bildhauer auch die Druckgraphik für sich.
Der Auftrag für eine Skulptur für den Bürgerpark Marzahn "Denkmal für die Sowjetsoldaten", an welchem er seit 1986 arbeitete, wurde 1990 infolge der geänderten politischen Situation von der Berliner Stadtverwaltungen gecancelt - auch ein Kommentar zu Verrat und Gewalt.

Die nächste Vernissage bei Wolf und Galentz wird übrigens am 24. August zu einer Gemeinschaftsausstellung mit Werken von deutschen und finnischen Künstlern stattfinden, näheres dann dazu hier im Blog.

Wolf & Galentz Kunstgalerie
Wollankstraße 112a, 13187 Berlin

* leider wurde die Hinweise auf meine Urheberschaft der Posts und Fotos im Blog der Pirckheimer-Gesellschaft, den ich bis vor einem Monat betreute, gelöscht

Samstag, 23. Juli 2022

Ausstellung zum 100. Geburtstag von Franz Fühmann

Buchprojekt der Bücherkinder Brandenburg zu Franz Fühmann,
kolorierte Radierung: Helene, 9 Jahre
Bei LesArt, dem Berliner Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur wird noch bis zum 31. Juli aus Anlass des 100. Geburtstages von Franz Fühmann die Ausstellung "Von Anna Humpelhexe bis Zacharias Zappelbein. Wagemut und Wandel in Originalillustrationen zu Texten von Franz Fühmann" gezeigt, ich berichtete hier* darüber.
Ill. von Werner Klemke zu Fühmanns Reinecke Fuchs
Auf vier Etagen werden ca. 100 Originalillustrationen von 17 Illustratoren zu Kinder- und Jugendbüchern des Literaten gezeigt, sowie die Radierungen von den Bücherkindern Brandenburg unter Betreuung ihres "Büchervaters" Armin Schubert zum Buch "Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel".
Blick in das Buch der Bücherkinder Brandenburg, alle Fotos © ad *
Zur Ausstellung erschien ein hervorragend gestalteter Katalog mit einer umfassenden Einführung von Carola Pohlmann zu den illustrierten Ausgaben der Kinder- und Jugendbücher von Franz Fühmann.

Ausstellung: 30. April - 31. Juli 2022

LesArt - Berliner Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur
Weinmeisterstraße 5, 10178 Berlin

* leider wurde die Hinweise auf meine Urheberschaft der Posts und Fotos im Blog der Pirckheimer-Gesellschaft, den ich bis vor einem Monat betreute, gelöscht

Freitag, 22. Juli 2022

Edition Pirckheimer. Zweite Grafikmappe

Die erste Grafikmappe der Edition Pirckheimer erschien 2019/20. Sie enthielt Blätter von Moritz Götze (Siebdruck), Klaus Süß (Vier-Farb-Holzschnitt), Susanne Theumer (Kaltnadelradierung), Strawalde (Handzeichnung), Hans Ticha (Holzschnitt), Kay Voigtmann (Handzeichnung) und Baldwin Zettl (Kupferstich), die Auflage betrug 35 arabisch nummerierte und 15 römisch nummerierte Exemplare.

Die zweiten Mappe, wieder herausgegeben von Jens-Fietje Dwars, erscheint in 50 arabisch nummerierten Exemplaren, zehn Belegexemplare für die beteiligten Künstler, den Herausgeber und das Archiv der Pirckheimer sind römisch nummeriert.
Die Größe der Blätter ist unverändert A3, sie sind wieder sämtlich mit einem Prägestempel der Pirckheimer-Gesellschaft versehen. Die Mappe wird von Silke Steinhagen (Weimar) gebunden, das Beiblatt von der Pavillon-Presse gedruckt.

An der Mappe sind beteiligt: Max Uhlig: Frauenkopf (Radierung), Dieter Goltzsche: Das Schaukelpferd (Radierung), Claudia Berg: Haus bei Burano (Kaltnadel-Radierung), Karl Georg Hirsch: Letzter Tanz. Für Gottfried B. (Holzschnitt mit Tonplatte in Irisdruck), Gerd Mackensen: Nur Narr, nur Dichter … (Radierung, aquarelliert), Gerda Lepke: Begegnung (Siebdruck in Schwarz, Grau und Olivgrün auf gelbem Papier) und Sven Großkreutz: Phönix aus Aschersleben. Markt (Ätzradierung Aquatinta, Kaltnadel und Aussprengtechnik).
Flyer anzeigen durch Klick auf das Bild

Donnerstag, 21. Juli 2022

Zum 129. Geburtstag von Hans Fallada (1893-1947)

Die Romane des Schriftstellers Hans Fallada sind moderne Klassiker. Doch was kaum jemand weiß: Die ersten Schritte auf dem Weg zum großen Autor legte Fallada auf dem Feld der Lyrik zurück. Der Verein „Poesie schmeckt gut“ widmete im Juni 2018 die 32. Ausgabe der Edition „VERSENSPORN – Heft für lyrische Reize“ diesen frühen und noch unveröffentlichten Gedichten.
.
Titelabb.: Otto Dix, Aquarell
Der am 21. Juli 1893 geborene Rudolf Ditzen schuf die Verse zwischen 1912 und 1917. Seine Jugendzeit war geprägt von Krankheit, Sucht, Zwangs- und Suizidgedanken – Themen, die oftmals in die frühen Gedichte explizit einflossen. Titel wie „Mordzimmer“, „Dirne“, „Körperlicher Ekel“ oder „Taumel im Bordell“ vermitteln einen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt des jungen Mannes. Als 18-jähriger Abiturient erschoss er in einem als Duell inszenierten Doppelselbstmord nahe Rudolstadt einen Freund. Auch dieses Ereignis verarbeitet Ditzen in einem Gedicht: „Pulverdampf über dem Erschossenen“.

Doch dem lyrischen Werk bleibt der Erfolg versagt. Versuche zur Veröffentlichung scheitern, weil Verlage wie Paul Cassirer, Georg Müller und Kurt Wolff dankend ablehnen. Das mag am Ersten Weltkrieg und den knappen Papierkontingenten gelegen haben, doch sicher auch an den Sujets der expressionistisch anmutenden Verse: Es geht um Drogen, Prostitution, Qualen, Dämonen … und immer wieder um Mord. 

Im Jahr 1919 nimmt Ditzen nach Fertigstellung seines ersten Romans das Pseudonym „Hans Fallada“ an und konzentriert sich fortan auf Prosatexte. Er wird keine Lyrik mehr schreiben. Später machen ihn seine gesellschaftskritischen Romane international berühmt. Ditzen stirbt am 7. Februar 1947 in Berlin. Die frühen Verse geraten in Vergessenheit …

(Daniel Börner / Sebastian Hollstein)

kunst querbeet auf der Landesgartenschau

Seit dem 14. April und noch bis 31. Oktober 2022 wird in Beelitz die Landesgartenschau gezeigt.

Zu den Höhepunkten dieser Landesgartenschau zählt das wechselnde Sommeratelier Brandenburger Kunstschaffenden in der Remise beim Mühlenmuseum.
Die nächsten 14 Tage gehören der Ausstellung „kunst querbeet“ von Rainer Ehrt und Marcus Golter.

Vernissage: 23. Juli 2022, 11 Uhr, die Künstler sind anwesend
Ausstellung: 22. Juli - 4. August 2022

Landesgartenschau Beelitz 2022
Berliner Str. 202, 14547 Beelitz
Rainer Ehrt, „Hommage Lagerfeld / Coco Chanel“
2 Siebdrucke 2019/2021 (gedruckt von corn.elius)

Edition Hibana

Wir konstatieren trotz gestiegenem Umsatz ein Sinken der Verkaufszahlen bei Büchern, erleben, dass Buchhandlungen schließen und Druckereien Insolvenz anmelden.
Warum ruft man in diesen Zeiten einen neuen Verlag ins Leben, einer Zeit, in der es auch immer weniger Buchhandlungen mit dem Blick für das Besondere gibt, in der Papiermangel herrscht und Sichtbarkeit für die Literatur aus unabhängigen Verlagen mehr und mehr abnimmt?
Florian L. Arnold sagt: "Weil es sein muss. Weil es so viele schöne, zu wenig beachtete Texte gibt, die auf eine Bekanntschaft mit guten, zeitgenössischen Illustratoren warten. Und weil es, noch immer, gute Druckereien gibt, die das alles angemessen zu produzieren wissen."
  
Die Edition Hibana verschreibt sich seit 2021 dem schön gestalteten und intensiv mit Illustrationen und buchgrafischen Finessen gestalteten Buch.
Ein junger Verlag, 2021 in der Nachfolge des im gleichen Jahr eingestellten Verlages "Topalian & Milani" aus der Taufe gehoben, dessen Bücher vom Verlagsleiter Arnold gestaltet wurden, was dieser nun weiterhin aufwändig unternimmt. Mit Fadenheftung, durchgängig farbigen Illustrationen, die von Handzeichnung über Radierung bis hin zu Linolschnitt und Monotypie einen breiten Rahmen an künstlerischen Techniken ausloten. Eine große Leidenschaft des Verlegers: Bücher bzw. Texte der Jahre zwischen 1850 und 1930.

Im September startet mit "70 seltsame Typen" die Reihe Hibana-Skizzenbücher, durchgängig farbig gedruckte Klappenbroschuren, auf 120g-Papier gedruckt, für Liebhaber origineller Grafik und Illustration.
In der Nr. 1 der Edition Hilbana versammelt Florian L. Arnold, der immer schon besondere Freude an den „Typen“, den Underdogs, den Unangepassten hatte, eine Auswahl dieser zwischen 2010 und 2020 für verschiedene Buchprojekte entstandenen Typen. Und vieles bekommt man zum ersten Mal zu sehen: bisher war es versteckt in Skizzenbüchern, Schubläden oder Pappschachteln. Kleine Texte, lyrische Kugelblitze, poetische Fußnoten ergänzen das Bildmaterial. Das durchgehend farbige Bändchen mit 58 Seiten in Klappenbroschur ist limitiert auf 100 Exemplare, signiert, nummeriert und kostet 20 €. (ISBN 978-3-946423-21-8

Mittwoch, 20. Juli 2022

Sommerblätter der Neuhauser Kunstmühle

Aus den 422 grafischen Blättern, Glasskulpturen und Originalen, die die Neuhauser Kunstmühle im Internet zeigt, haben Elisabeth und Nikolaus Topic–Matutin eine kleine sommerliche Auswahl von 16 Arbeiten zusammengestellt, die sie in der nächsten Zeit zu einem besonders günstigen Preis anbieten. Hier kommt man zu den Sommerblättern.
Günther Nussbaumer: ABC, Lithografie 2003, 2 Farbvarianten, Auflage 30, 340 € 280 €
Das Mostviertel und das Traisental sind gerade im heißen Sommer ein belebendes Ziel. Wen der Weg in diese Gegend führt, ruft gern an (+43 664 3361320) und vereinbart eine Führung durch die Werkstatt!

Elisabeth und Nikolaus Topic–Matutin
Neuhauser Kunstmühle
Obere Hauptstr. 1, 3192 Hohenberg

Artist in Residence

Marina Božić, Artist in Residence 2021
Bereits zum dritten Mal haben das Museum für Druckkunst Leipzig und die Giesecke+Devrient Stiftung das Artist in Residence Programm ausgelobt. Jetzt wurden die vier Artists in Residence 2022/23 bekanntgegeben: 

Sebastian Harvard,
Stefanie Hofer
Nana Seeber und 
Ramona Taterra 

Diese Künstler werden von Oktober 2022 bis Januar 2023 für jeweils vier Wochen in den Werkstätten des Museums tätig sein.
Sie arbeiten öffentlich an den historischen Druckpressen und -maschinen mit Unterstützung der künstlerisch-technischen Mitarbeitenden vor Ort und stehen für einen Austausch zur Verfügung.

Eine Ausstellung der im Museum geschaffenen Werke der vier Teilnehmer werden im Frühjahr 2023 in der Ausstellung „Zeit zu drucken 3“ gezeigt.

Dienstag, 19. Juli 2022

Das Spiel ist aus – Puppenspuren

Herzstillstand
In der Pankower Galerie Amalienpark wird ab Ende Juli die Ausstellung »Das Spiel ist aus – Puppenspuren« mit Malerei, Grafik und Plastik zu sehen sein.
Im Kabinett: »Herzstillstand - Begegnungen im Mauerpark«, Fotografie: Simone Tippach-Schneider

Puppen sind mehrdeutige Seelenverwandte des Menschen. Sie sind Angebot und Übergangsobjekt und fordern dazu auf, sich auf sich selbst und auf die Welt einzulassen. Puppen sind mit Kindheitserfahrungen symbolisch aufgeladen, reichen aber weit darüber hinaus. Sie sind Erscheinungsformen in unterschiedlichster Materialität, sind literarische und mediale Erzeugnisse, Figuren mit Menschenantlitz, Spielsache, Marionetten, Kunstfiguren, Roboter – gefertigt aus Holz, Plüsch, Plastik, Metall, Papier und vor allem: kreiert aus Vorstellungskraft und Fantasie. Sie liefern der Kunst die Formen und Inhalte und sind dabei eine immer wiederkehrende Projektionsfläche.

Claudia Rößger, »Puppenspielerin«,
2014, Öl auf Lw, 120 x 80 cm
(Ausschnitt)
Thomas Bartel
, Klaus Böttger, Carola Czempik, Martin EnderleinHubertus Giebe, Viktoria Graf, Matthias Heidenreich, Walter Libuda, Thomas K. Müller, NÄNZIChristine Perthen, Annette Peukert-Krisper, Susanne Ring, Claudia Rößger, Hans Scheib, Reiner Schwarz, Peter Sorge, Christian Ulrich, Klaus WeidensdorferBaldwin Zettl.
 
Eröffnung: 29. Juli 2022, 19.30 Uhr, Einführung: Kuratorin Dr. Simone Tippach-Schneider
Lesung: 9. August 2022, 19 Uhr, die Schauspielerin Ute Lubosch liest aus "Das Alphabet der Puppen" der kanadischen Autorin Camilla Grudova
Führung durch die Kuratorin: 20. August 2022, 14 Uhr
Finissage: 2. September 2022, 19 Uhr, einige Künstlerinnen und Künstler werden anwesend sein

Verein Kunst und Literatur Forum Amalienpark e.V.
Breite Str. 23, 13187 Berlin

Wenzel & Band bei Bodoni

In schwierigen Zeiten wird Kultur zum LebensMittel!

Der Pirckheimer Marc Johne informiert: Wenzel & Band, ein Höhepunkt des Pirckheimer-Jahrestreffens im ersten Corona-Jahr, treten bei Bodoni auf.
Quelle: Wenzel & Band
Bei Wenzel die feinsinnige Zunge mit temperamentvoller Musik, bei Bodoni ist es die wohlgeformte Type als Medium der Verständigung, Die beiden vereint eine ästhetische Haltung, mit Achtung und Liebe an die Dinge zu gehen. Eine Begegnung zweier Wegbereiter – International und weltoffen!
27. August2022, 19 Uhr

Buchwerk Bodoni e.V.
Buskower Dorfstraße 22, 16816 Buskow bei Neuruppin

Die Wirklichkeit endet an der nächsten Ecke

Florian Arnold, freier Zeichner, Sprecher und Autor, beweist sich mit seinem neuen Buch „Die Wirklichkeit endet an der nächsten Ecke“ wieder einmal sowohl als Meister der Sprache, als auch der bis ins Detail gehenden Gestaltung in der Kombination von Typographie und Illustration. Nicht zu Unrecht als »außergewöhnlich schönes« Buch bezeichnet und damit interessant für jeden Kenner des gut gestalteten Buches, welches für den Bibliophilen auch in zwei Vorzugsausgaben erscheint.

Der in der Nähe von Ulm lebende Nachtarbeiter mit österreichischen Wurzeln ist auch Buchgestalter und Literaturveranstalter, sowie Mitherausgeber des Verlags »Topalian & Milani«

In dem „Roman“ wird die sagenumwobene Entstehung des Lexikons „Über das gesammelte Nichtwissen der Welt in Wort und Bild“ beschrieben. Eine Herkulesaufgabe, die der Protagonist nicht zu Ende bringen wird. Doch immer wieder finden sich in Raum und Zeit Menschen, die dem Nichtwissen auf den Grund gehen wollen und das Lexikon fortsetzen. Was auch sonst könnte dazu führen, eines der fantastischsten Projekte der Neu- und Altzeit, der Gegenwart und des Futur II zu bewältigen. Um nicht weniger geht es hier.
Dies ist kein Buch für irgendwelche Leser. Hier muss man harte Krimi-Liebhaberin sein, zugleich den Historischen Roman als Leibspeise vergöttern, den Gesellschaftsroman des Jahrhunderts suchen, der intensivsten Liebesgeschichte als Lebensform so dringend bedürftig sein wie eines ordentlich gebundenen Groß- und Universal-Lexikons und vor allem der Reise-Literatur jederzeit den Vorzug vor jeglichem Fernsehgericht geben. Wer dann noch die geistigen Segnungen des zeitgenössischen Märchens schätzt und es als Vorzug von Literatur ansieht, dass sie zugleich unterhalten und bilden kann, indem sie allzeit eine weitere in Bann schlagende Figur um die Ecke der Buchseitenkante springen lässt, du liebe Zeit: der und die ist auf diesen schillernden Seiten bestens aufgehoben.“ (Verlagsanzeige)

Florian Arnold, Die Wirklichkeit endet an der nächsten Ecke. Der wahre Bericht über die Entstehung und Vernichtung des einzigen Lexikons zur Beseitigung der modernen Ratlosigkeit, ungeschönt in Worte gesetzt
axel dielmann-verlag, Frankfurt a.M. 2022
Hardcover mit Lesebändchen, ill., 232 S.
978-3-86638-330-2
24 €
num. und sign. Vorzugsausgaben:
handkoloriert, 180 €
mit Original-Zeichnung, 380 €

Montag, 18. Juli 2022

save the date

Im März 2022 fand, bedingt durch die Ausfälle in den letzten beiden Jahren eine kleinere Berliner Künstlerbuchmesse, die artbook.berlin nord statt. Die Pirckheimer-Gesellschaft wurde damals wie seit Beginn durch Abel Doering mit einem Stand vertreten.
Nun ist es amtlich: 
In diesem Jahr findet die artbook.berlin zwei mal statt, auch, um die Ausfälle der letzten beiden Corona-Jahre zu kompensieren, nicht nur im Frühjahr, sondern auch im Herbst im gewohnten Umfang und wie bisher am 3. November-Wochenende. Sie wird wie immer veranstaltet von corn.elius Brändle und Hanneke van der Hoeven.

18. - 20. November 2022

Kunstquartier Bethanien
Mariannenplatz, Berlin Kreuzberg

Sonntag, 17. Juli 2022

Klaus Wagenbach

Acht Jahre ist es jetzt her, dass hier über eine Veranstaltung zum 50jährigen Bestehen des Wagenbach Verlags berichtet wurde, von dem sogar die Verlagskataloge "Zwiebel" zum Sammelobjekt wurden.

Vor einem Monat kamen bei einer Matinée Freunde und Weggefährten im Berliner Ensemble zu Wort, um  Klaus Wagenbach, den herausragenden politischen Verleger, der in der Tradition der 68ger stand und der Ende letzten Jahres mit 91 Jahren verstarb, zu ehren.
Dank einer Dokumentation ist diese Veranstaltung jetzt auf youtube nachzuerleben, zu sehen sind neben Aufnahmen mit Klaus Wagenbach Lesungen der Schauspieler Hanns Zischler, Sophie Rois und Meret Becker. Die unterschiedlichen Erinnerungen u.a. von Franziska Augstein, Horst Bredekamp, Carlo Feltrinelli, dem Berliner Kultursenator Klaus Lederer, Susanne Schüssler ergaben gemeinsam mit den Texten und filmischen Einblicken ein facettenreiches Bild von Klaus Wagenbach.

Samstag, 16. Juli 2022

Marginalien 245

Ein Artikel von Jens-Fietje Dwars würdigt den 85. Geburtstag von Max Uhlig und für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft liegt den Marginalien 245 eine vom Künstler signierten Algrafie bei, in 650 Exemplaren gedruckt von Torsten Leupold, Dresden.
Auch die typographische Beilage, wie gewohnt gestaltet von Prof. Matthias Gubig, ist einem Jubilar gewidmet: Novalis, wir begehen in diesem Jahr den 250. Geburtstag dieses bedeutenden Schriftstellers und Philosophen der Frühromantik.

"[...] Die Linie eint diesmal viele Beiträge unserer Ausgabe. Es beginnt bei der lithografischen Meisterschaft der Abbildungen in der Kunstzeitschrift Verve, die unsere kleine Reihe über den Kunstverleger Tériade abschließt. Dominik Lottes stellt sie vor, verweist nicht nur auf die Künstlergiganten des 20. Jahrhunderts, die in den Ausgaben 23 Jahre lang publizierten – von Braque über Klee und Matisse bis Picasso – sondern erinnert an ein gern übersehenes Detail: Tériades Liebe für mittelalterliche Buchkunst und die vielen Faksimiles, die er in Verve in die breitere Öffentlichkeit holte. Unsere Erkundung fährt fort mit der naiv-spröden Lineatur des Zeichners Kurt Moldovan, ein stilistischer Solitär aber im Kunstbetrieb der österreichischen Nachkriegszeit geselliger Netzwerker, von dem uns Ernst Falk erzählt. Die Linie steckt auch im Gründungsantrieb der Radiervereine des 19. Jahrhunderts. Christoph Hessel erzählt vom letzten noch übrig gebliebenen seiner Art in Deutschland, dem Verein für Original-Radierung München – und warum seine Mischung aus Sammlern und Künstler ihn bis heute so lebendig erhält. [...] Und selbst im fernen Bahrain folgen wir der Spur. [...]"

(Till Schröder, Editorial)

Freitag, 15. Juli 2022

Typografiken der Edition Einstein

Die neuesten Arbeiten, die auf den Handpressen der Edition Einstein – Galerie für Buchdruckkunst entstanden sind, umfassen über 300 Blätter/Karten mit farbigen typografischen Gestaltungen.

Der Buchkünstler Hans Witte hat aus alten Holzschriften Buchstaben-, Zahlen- und Farbspiele gedruckt, die auf einem 19x12cm großen leichten Karton stehen. Viele der Blätter sind aufgrund des mehrfach veränderten Layouts und der variierenden Farbgebung unikate Drucke.

Die Typografiken – zusammengestellt in Päckchen zu je zehn Exemplaren, die auch als Post- oder Briefkarten verwendbar sind – können nur direkt bei der Edition Einstein bestellt werden.
EDITION EINSTEIN
Galerie für Buchdruckkunst

keine Pause im Klingspor-Museum

Offenbach ist ein maßgeblicher Ort der Druckgeschichte, er gilt als Wiege der Lithografie und die Schriftgießerei der Gebrüder Klingspor zeichnet für gewaltige Innovationen im Bereich der Schriftgestaltung verantwortlich. Die Stadt ist allerdings auch heute noch ein lebendiger Ort des Druckens. Nicht nur als Sitz eines der weltführenden Unternehmen für Druckmaschinen, sondern auch als Ort innovativer Druckkunst, die in kleinen Werkstätten entsteht.

© Simone Malz
Nach dem erfolgreichen Beendigung des 1. Druckfestivals in Offenbach, siehe hier, geht es im Klingspor-Museum mit dem gewohnten Elan weiter. 

Am Sonntag mit einer Führung durch die Ausstellung vor Monatsfrist eröffneten Ausstellung „Experiment Druck“ mit Annina Schubert.
Die Ausstellung versammelt junge und experimentelle Drucker sowie „Altmeister“ und zeigt die Vielfalt einer agilen Szene. Experimentelle Drucke von Picasso, H.N. Werkman oder Antoni Tàpies aus der Museumssammlung komplettieren die Schau.

Am Donnerstag findet dann dann Experimentelles Drucken auf dem Museumsvorplatz statt. Dabei werden verschiedene Papiere mit Materialien aus dem Alltag bedruckt. Es entstehen Karten oder kleine Heftchen mit spannenden Formen, Mustern und Oberflächenstrukturen.

Und eine Woche danach dann gibt es bereits eine weitere Kuratorinnenführung durch die Ausstellung „Experiment Druck“.

Hier finden sich weitere Veranstaltungen des Klingspor-Museums im Juli.

Ausstellung „Experiment Druck“: noch bis 4. September 2022
Führung durch die Ausstellung: 17. Juli 2022, 15 Uhr
Experimentelles Drucken: 21. Juli 2022, 17 Uhr
Kuratorinnenführung durch die Ausstellung: 27. Juli 2022, 17 Uhr

èKlingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Donnerstag, 14. Juli 2022

Stabi Kulturwerk wurde eröffnet

Mit der Eröffnung des Stabi Kulturwerks fand gestern eine der größten Kulturbaumaßnahmen des Bundes der letzten Jahrzehnte ihren formalen Abschluss, ein würdiger Abschluss der Sanierung des Hauses und eine wunderbare Möglichkeit für die Staatsbibliothek, ihre kulturellen Schätze der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Das Stabi Kulturwerk für Ausstellungen und Workshops zeigt auf 1.000 qm rund 300 Exponate aus den Beständen der Staatsbibliothek, darunter Kostbarkeiten wie die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach oder die Gutenberg-Bibel. In einem digitalen Guide findet sich eine Auswahl an Themen und Exponaten mit vertiefenden Informationen. Damit kann man sich virtuell durch die Ausstellung begleiten lassen, den Rundgang aber auch bequem zu Hause abrufen. Der Bereich ist auch am Wochenende kostenfrei zugänglich.
Foto © Staatsbibliothek zu Berlin
Der circa 1.000 Quadratmeter große Kulturort besteht aus verschiedenen Abteilungen.
  • In der Schatzkammer werden jeweils für wenige Wochen berühmte Highlights aus den Beständen der Staatsbibliothek zu sehen sein, zur Eröffnung unter anderem die einzige bebilderte und circa 1440 entstandene Handschrift des Nibelungenliedes sowie einer der fünf weltweit erhaltenen Pergamentdrucke der Gutenberg-Bibel.
  • Die Eröffnungsausstellung stellt Zeitgeschichte ab dem 17. Jahrhundert in Bezug auf die Entwicklung der Bibliothek und ihrer Sammlungen dar.
  • Eine flexibel nutzbare Fläche ist für tagesaktuelle kulturelle und wissenschaftliche Aktivitäten bestimmt. Den Anfang macht ab Mitte August die Ausstellung "Unheimlich fantastisch – E.T.A. Hoffmann 2022".
  • Die Vitrinenpräsentationen werden durch digitale und interaktive Elemente ergänzt.
  • In den ersten Monaten wird im Foyer eine temporäre Installation des Buchstabenmuseums Berlin gezeigt.
Stabi Kulturwerk
Staatsbibliothek zu Berlin, Haus 1
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Mittwoch, 13. Juli 2022

Altenbourgs Atelier und Garten

Zwei Buchpremieren zur Tagung der Gerhard Altenbourg Gesellschaft
Dieter Blume während der Buchpremiere am 9. Juli bei der Gerhard Altenburg Gesellschaft, Foto © Elke Lang
Schon 2021 ist von Dieter Blume das Buch „Ein Engel im Atelier. Zu Gast bei Gerhard Altenbourg“ erschienen, mit einem Nachwort herausgegeben von Roland Krischke, Direktor des Lindenau-Museums Altenburg, für die 2002 durch die Schwester des Künstlers, Anneliese Ströch, gegründete Stiftung Gerhard Altenbourg. Die Premiere konnte nach coronabedingten Verschiebungen nun am 9. Juli 2022 zur Mitgliederversammlung der Gerhard Altenbourg Gesellschaft stattfinden. Blumes Vortrag bezog sich vor allem auf die Kapitel „Engel und Phallus – Licht und Schatten“ sowie „Das Triptychon – Sündenfall, Nächstenliebe und antiker Mythos“. Der Engel, eine Ausmalung an der Fensterwand, und das gerahmte Triptychon von 1957 befinden sich im sogenannten Atelier, einem sorgsam ausgestalteten und ausgestatteten Empfangsraum des Künstlers. Beide Werke werden von Dieter Blume tiefgreifend interpretiert und in Beziehung zum Raum gebracht. Fotografien des Ateliers von 1958 und von heute bieten einen anschaulichen Eindruck. Das mit zahlreichen Abbildungen versehene wissenschaftliche Werk erfuhr durch den Wallstein Verlag eine solide Buchgestaltung.
In Christa Grimms (r.) Garten. Jutta Penndorf links neben ihr, Foto © Elke Lang
Das zweite Buch, „Altenbourgs Garten. Schattengewächse und Mittagshelligkeiten“, wurde 2022 durch die Vorsitzende der Gerhard Altenbourg Gesellschaft, Jutta Penndorf, mit vielen Abbildungen herausgegeben, darunter einige bisher noch nicht publiziert gewesene. 18 Autoren haben daran mitgewirkt. Unter ihnen ist Christa Grimm, die Nachbarin von Gerhard Altenbourg. Beider Häuser und Gärten sind zur gleichen Zeit gebaut beziehungsweise angelegt worden, und Christa Grimm konnte vor einer Führung durch des Künstlers Garten Interessantes aus deren Entstehungsgeschichte erzählen.
Jutta Penndorf mit dem Buch „Altenbourgs Garten“ zum Vergleich
mit der heutigen Ansicht, 
Foto © Elke Lang
Beide Bücher können bezogen werden über: post@gerhard-altenbourg-gesellschaft.de

(Elke Lang, Mitglied der Gerhard Altenbourg Gesellschaft)

Vernissage und Lesungen bei PalmArtPress

Am Samstag wird es bei Catharine Nicely (PalmArtPress) eine Vernissage mit zwei Lesungen geben.
Lennings Reise führt den Leser von Berlin über Paris, Madrid und Lissabon auf die Azoren – und von dort aus weiter nach Grönland und Island. Die Geschichte aus dem Jahre 1981 ist eine breit angelegte Reiseerzählung mit opulenten Landschaftsbildern; sie ist gleichzeitig ein Entwicklungsroman, die Erzählung von einer großen Liebe, die scheitert, und ein Beitrag zur Zeitgeschichte der 1980er Jahre, also ein durchaus hybrides Werk, in dem die Textsorten zwischen Erzählung und Tagebuch, Essay und Anekdote, Fabel und Legende changieren.
Eröffnet wird die Ausstellung mit Linolschnitten von Jutta Habedanck mit der Lesung von Axel Barner aus "Lennings Reise", anschließend liest Jutta Habedanck aus "Die Hirnbüchse der Pandora und köstliche Langeweile".

Die Schönheit der Natur wird in Gedichten und Linolschnitten gefeiert. Es folgen Überlegungen zur Wirkmacht von Sprache und zur Kunstbetrachtung. Dann springen Gedanken von aktuellen Themen wie Männerwelt, Körpernutzung, Standpunkten zu ganz persönlichen Erfahrungen, Beobachtungen, Illusionen und Glauben und drücken sich in klarer Sprache und Bildern aus. Es sind die Früchte einer köstlichen langen Weile.

Eintritt 10 EUR (inkl. leichter Imbiss)

16. Juli 2022 um 19 Uhr 

PalmArtPress
Pfalzburger Str. 69, 10719 Berlin

Dienstag, 12. Juli 2022

Der Sammler auf Reisen: Erkner II

Vor fast genau 6 Jahren berichtete ich hier darüber, dass man als Sammler auf Reisen sehen kann, wie die Liebe am Buch den Leser und Bücherfreund zunehmend Wege finden lässt, am Monetären vorbei das Kulturgut Buch weiterleben zu lassen: Bücher werden ohne irgendeinen kommerziellen Nutzen an neue Leser weitergegeben.
Damals gab es übrigens etwa 1.500 öffentliche Bücherschränke in Deutschland, seitdem hat sich die Zahl fast verdoppelt: 2.909 Bücherboxen, Bücherzellen und Bücherschränke zum Austausch von gebrauchten Büchern listet Wikipedia mittlerweile auf.
Erkner 2015
Nun wieder einmal zum Urlaub in der Nähe von Erkner, fielen auf dem Weg zum Gerhart-Hauptmann-Museum, welches die Berlin-Brandenburger Regionalgruppe der Pirckheimer-Gesellschaft vor Kurzem besuchte, einige neue Hinweise auf Wirkungsstätten dieses Autors auf.
Und auch wenn die traditionelle, gut sortierte Buchhandlung "Zum Bahnwärter Thiel" inzwischen nicht mehr existiert und die nunmehr dort ansässige Buchhandlung mit Non-Book, Spielzeug und literarisch Wertlosem der Bezeichnung Buchhandlung nur noch bedingt gerecht wird (eine erfreuliche Ausnahme bildet das Kinderbuchregal!), eine Kleinigkeit hat sich verbessert.
Erkner 2022
Die Gerhart-Hauptmann-Stadt hat jetzt eine vergrößerte und regenwassergeschützte Bücher-Tauschkabine. Neben vielem trivialen Lesefutter fand man dort z.B. die Ausgewählten Werke in 14 Bänden von B. Traven aus dem Verlag Volk und Welt mit den Schutzumschlägen von Werner Klemke, etliche in den letzten 50 Jahren erschienene Lyrikbände und viel erhaltenswertes aus der DDR-Buchproduktion, sowie von Suhrkamp, Rowohlt, Wagenbach und anderen guten Verlagen.
Am erfreulichsten war es jedoch zu sehen, dass die Bücher-Tauschkabine, an der ich lediglich 10 Minuten verbrachte, in dieser Zeit von sieben Personen betreten wurde und auf der daneben stehenden Bank während der gesamten Zeit drei Jugendliche in den gefundenen Büchern lasen.