Im Literaturhaus Leipzig sind die Druckgrafiken der Altenburger Künstlerin
Sabine Müller zu sehen, deren Ausstellungstitel "
WH: M." eine Verneigung vor dem Dichter
Wolfgang Hilbig ist, der sein Lebensthema in immer neue literarisch anspruchsvolle Symbole verwandelte. Eine wesentliche Dimension dessen speist sich aus "M.", der "heimatstraße" und der jahrhundertelang von der Braunkohle geprägten Landschaft mit ihren Menschen, die auch Ausgangspunkt von Sabine Müllers Schaffen ist.
Die Künstlerin begleitet den Transformationsprozess, den das Ende der Braunkohleindustrie hervorruft, im intensiven Austausch mit Wolfgang Hilbigs Dichtung, begab sich sowohl in und um Meuselwitz als auch in Hilbigs poetischem Werk auf eine produktive Reise und schuf zunächst 14 grafische Blätter, die 2025 bei einer Pop-up-Ausstellung in Altenburg gezeigt wurden. Im Literaturhaus präsentiert sie jetzt, anlässlich von Wolfgang Hilbigs 85. Geburtstag 2026, einen größeren Werkausschnitt.
Die
Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft macht auf etablierte, aber auch weniger bekannte Künstler und Künstlerinnen aufmerksam, die sich mit Hilbigs Werk beschäftigen, beispielsweise
Johannes Heisig 2021 und
Strawalde 2023 oder
Katja Enders-Plate 2022. Die Offenheit seines Werkes für die künstlerische Adaption ist ein Aspekt, der mit Sabine Müllers Grafikausstellung eine weitere interessante Form gefunden hat.
Vernissage: 21. Juli 2026, 18 Uhr, Gespräch zwischen der Künstlerin und Katrin Hanisch (Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft e.V.). Die den Grafiken zugrunde liegenden Gedichte und Texte werden zu hören sein.
Ausstellung: 8. Juli - 2. September 2026
Literaturhaus Leipzig