Mittwoch, 1. Juli 2026

Bertolt Brecht, Tagebuch No. 10

Bibliophiles des Monats ist das Faksimile des Tagebuchs No. 10 von Bertolt Brecht, welches der damals 15jährige Schüler 1913 führte. 
Siegfried Unseld (1924 - 2002) gab dieses im Oktober 1989 in Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main, jetzt mit Sitz in Berlin, heraus, brachte diese Handschrift mit einer Transkription und Anmerkungen von Günter Berg und Wolfgang Jeske (1951 - 2012) heraus, 2 Bd. im Schuber, Fester Einband, 116 Seiten, Auflage 1200 Expl., Einband von G. Lachmaier, Reutlingen.
»Ein Tagebuch des Fünfzehnjährigen, das minutiös Aufschluss gibt über mehr als ein halbes Jahr seines Lebens, vom 15. Mai bis zum 25. Dezember 1913, Aufschluss über Schreiben, Tun, Denken, und das gleichzeitig ein faszinierendes Dokument des Fünfzehnjährigen ist, Schriftsteller, Dichter werden zu wollen, werden zu müssen: »Ich muss immer dichten«
(Siegfried Unseld, Einführung)

Klaus Märtens (1937 - 2026)

Die Galeristen-Legende Klaus Märtens ist am 28. Juni, 89-jährig, im Seniorenhaus Johannes Rau in Moers gestorben.
Klaus Märtens (1937–2026) vor seinem unergründlichen Grafikschrank in seiner Wilmersdorfer Galerie Taube, © Archi Galentz
Klaus Märtens, der Kunst-Enthusiast mit seiner Galerie Taube und dem alljährlichen Dezembersalon, ist eine Legende. 1973 gründete der 1937 in Pommern geborene, nach der Flucht 1945 im niederrheinischen Viersen aufgewachsene Kunstpädagoge die Galerie Taube in der Pariser Straße, Wilmersdorf.

Märtens bekannte bei vielen Gelegenheiten, nach dem Mauerfall auch als aktives Mitglied in der nunmehr auch im Westen wirkenden Pirckheimer-Gesellschaft, wer sein Vorbild in Sachen Haltung zu Figur und Gegenständlichkeit war: „Karl Hofer ist mein Prophet!“
Bis zum 30-jährigen Galerie-Jubiläum hatte Märtens 189 durchnummerierte Ausstellungen auf die Beine gestellt und dabei darauf geachtet, dass er Bilder zeigte, die er „selber gerne gemalt hätte“. Da waren Namen wie die des jüdischen Stillleben-Malers Pavel Feinstein, des kauzigen Schweizers Rudolf Stüssi, des Bildhauers Robert Metzkes aus dem Berliner Osten und des Landschaftsradierers Walter Herzog aus Dresden dabei. Und selbstredend Urgesteine der Galerie wie der Stadtmaler Klaus Jurgeit, dessen Motive Lokalkolorit versprühen. Oder Edwin Dickmann, dessen 1960 entstandenes, dunkles Ölbild „Die Hinrichtung“ heute, in Zeiten von neuen Machtkämpfen und Kriegen wieder erschreckend aktuell wirkt.

Corona-Pandemie und Krankheit zwangen den Galeristen 2022, sein Lebens- und Herzensprojekt aufzugeben.

(Ingeborg Ruthe, Berliner Zeitung)