Montag, 24. August 2026

Restaurierung einer Erasmus-Postille von 1552

Das obere Kapitalband und eine Schließe sowie die gesamte Ecke unten rechts am vorderen Buchenholzdeckel fehlten. Außerdem waren beide Deckel der Länge nach komplett durchgebrochen.
Nach dem sorgfältigen Waschen aller Seiten mussten anschließend noch zahlreiche Papierreparaturen durchgeführt werden.
Glücklicherweise ließen sich die zerbrochenen Buchenholzdeckel mit Tischlerleim fest zusammenkleben. Um die fehlende Ecke zu rekonstruieren, nagelte ich ein gleich dickes Buchenholzbrett an die Unterseite der beschädigten Ecke. Anschließend konnte ich die beschädigte Ecke mit einer Laubsäge in einem Arbeitsgang sauber absägen und gleichzeitig die fehlende Ecke herstellen, die dann an den Deckel geklebt werden konnte. Der geschwungene Verlauf der Verbindung sorgt für eine hohe Verdrehsicherheit der Ecke, obwohl die beiden Holzstücke nicht überall lückenlos aneinanderliegen.
Das fehlende Kapitalband wurde durch ein neues ersetzt, das mit hellbraunem und grünem Garn genäht wurde, um dem Original so ähnlich wie möglich zu sehen.
Da ich keinerlei Erfahrung mit Metallbearbeitung habe, bestand meine größte Herausforderung darin, eine Replik der Schließe anzufertigen. Ich konnte eine Kopie aus einer 1 mm dicken Messingplatte sägen lassen, deren Kanten glatt gefeilt wurden. Mit einem Metallstichel versuchte ich, das Ziermuster so gut wie möglich nachzubilden. Die Ringe um die Nietlöcher wurden durch leichtes Klopfen mit einem Hammer auf eine um das Loch gelegte Mutter geprägt. Nach dem Bräunen mit gekaufter Bräunungsflüssigkeit war das Ergebnis zufriedenstellend.
(Erik Bjerregaard Pedersen)

die Wiederauferstehung des Sherlock Holmes

Thomas Franke, seines Zeichens Pirckheimer, zelebriert wieder einmal mit einem szenischen überkandidelten Vortrag in der Zone Bluesbar Bonn als Fortsetzung des im Mai dortselbst vorgetragenen Berichtes von Dr. Watson über den Tod des Sherlock Holmes stimmspielend die überaus spannende, von Arthur Conan Doyle über die ‚Wiederauferstehung‘ des Sherlock Homes genial geschriebene Kriminalerzählung „Im leeren Haus“.
die legendäre Wiederauferstehung des überaus
berühmten Meisterdetektivs Sherlock Holmes
Um sich selbst und seine schriftstellerischen Intentionen zu retten, hatte Conan Doyle mit dem in der Erzählung „Das letzte Problem“ erzählten Tod des Sherlock Holmes diesen Zyklus 1893 an ein Ende bringen wollen, was ihm jedoch aufgrund der Proteste und Anfeindungen seiner Leserschaft mißlang. Im Jahr 1901 erregte ein Freund (nicht Dr. Watson!) sein Interesse an einer Legende, nach der eine Familie im Dartmoor von einem geheimnisvollen Geisterhund verfolgt wurde. Diese Sage entflammte Doyle, so daß er sich entschloß, daraus einen neuen Roman mit Sherlock Holmes als Protagonisten zu schreiben, der vor Holmes‘ Tod spielen sollte. Der unglaubliche Erfolg des „Der Hund von Baskerville“ und die zu dieser Zeit enorme Summe Geldes, die Doyle von seinem Verleger in Aussicht gestellt bekam, veranlaßte ihn schließlich, Sherlock Holmes‘ Tod literarisch zu revidieren.

6. September 2026, 19 Uhr
Zone Bluesbar Bonn
Maxstraße 2a, 53111 Bonn

Sonntag, 23. August 2026

Rare Books Berlin in „Weltkunst“

Weltkunst # 259, S. 90f, bitte anklicken

DEG-Jahrestreffen 2027

Die Jahrestreffen der Deutschen Exlibris-Gesellschaft wird nach 2017 und 2023 2027 ein drittes Mal in Paderborn stattfinden.
Das Stadtbild der kleine Bischofsstadt mit dem mehr als 1200-jährigen Dom und der übersichtlichen Altstadt mit den zahlreichen Quellen der Pader wird geprägt durch zahlreiche Kirchen, der Kaiserpfalz und vielen alten Stadthäuser.
Den Namen hat die Stadt vom kürzesten Fluss Deutschlands, der Pader, die im Stadtzentrum an Hunderten Stellen aus dem Boden quillt. 
Die Europäische Kommission hat im Februar 2026 die urbane Flusslandschaft Pader in Paderborn mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. Und die Stadt begeht im Jahr 2027 ihr 1250. Jubiläum mit vielen Veranstaltungen auch während der DEG-Tagung.

6. - 8. Mai 2027
WELCOME Hotel Paderborn
Fürstenweg 13, 33102 Paderborn

Samstag, 22. August 2026

DEFA–Filmplakate von 1946 bis 1990

Anlässlich des 80. Gründungsjubiläums der DEFA findet eine besonderen Plakat-Ausstellung mit ausgewählten Schätzen der DDR-Filmgrafik statt.
Die Schau zeigt Plakaten, die zwischen 1945 und 1990 von mehr als 400 Grafikerinnen und Grafikern geschaffen wurden. Das Filmplakatschaffen in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und in der DDR ist klar: Es gibt das erste Plakat (aus dem Jahr 1945) und das letzte (es entstand 1990). In diesem Zeitraum schufen über 400 nur teilweise bekannte Grafiker rund 6.400 Plakate. Alle Plakate finden sich in dem Buch: Mehr Kunst als Werbung: Das DDR-Filmplakat 1945–1990 von Detlef Helmbold, herausgegeben von der DEFA-Stiftung.
Die feierliche Vernissage findet am 31. August 2026 um 17:00 Uhr statt. Zur Begrüßung sprechen Michaela Klingberg (Kulturforum der Rosa-Luxemburg-Stiftung), Stefanie Eckert (Vorstand der DEFA-Stiftung) sowie der Kurator Paul Werner Wagner. Im Anschluss folgt um 18:00 Uhr ein besonderes Programm-Highlight: Gezeigt wird Egon Günthers DEFA-Klassiker DIE SCHLÜSSEL (1973) mit anschließendem Gespräch zwischen Paul Werner Wagner, der Autorin Helga Schütz und den Hauptdarstellern Jutta Hoffmann und Jaecki Schwarz.

Ausstellungseröffnung & Film: 31. Aug 2026, 17 Uhr, DIE SCHLÜSSEL (Egon Günther, 1973) mit anschließendem Gespräch: Paul Werner Wagner, Helga Schütz, Jutta Hoffmann und Jaecki Schwarz.
Rosa-Luxemburg-Stiftung
Straße der Pariser Kommune 8A

Ausstellung: 1. September - 3. Dezember 2026
Eva-Mamlok-Bibliothek

Miniaturbuchmesse in Berlin

Freitag, 21. August 2026

wie man ein Buch aus dem Regal nimmt

Ein Buch zieht man nicht am Buchrücken aus dem Regal, man schiebt die Bücher daneben nach hinten und das gewünschte Buch wird keinen Schaden nehmen.
Video © Archbishop Marsh's Library

Buch- und Druckkunst-Messe Frauenfeld

Die Schweizerische Bibliophilen-Gesellschaft lädt ein zur Handpresse-Messe HPM im Kulturzentrum Eisenwerk Frauenfeld.
Über 60 Aussteller zeigen Handwerkskunst wie Bleisatz, Handpressendruck, Linolschnitt und Buchbindekunst und Papierdruck, sowie Live-Druckvorführungen an historischen Maschinen. Für Besucher gibt es kostenlose Mitmachaktionen (Setzen, Drucken, Prägen und Falzen), sowie für Familien Letternschatzsuche.
Der Ehrengast 2026 ist die Papier- und Buch-Künstlerin Nadine Werner.

Weitere Informationen unter https://www.buch-und-druckkunst-messe.ch/

6. bis 8. November 2026
Eisenwerk Frauenfeld
Industriestrasse 23, 8500 Frauenfeld

Donnerstag, 20. August 2026

Jahresprogramm 2026/27 der Gesellschaft der Freunde der SUB Hamburg

Das kommende Programm der Gesellschaft der Freunde der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg wird wieder spannend, informativ und abwechslungsreich.
Das Programm kann hier oder durch Klick auf die Titel-Abbildung heruntergeladen werden.

Einblicke in die Schätze der Musiksammlung der Stabi und Ausblicke auf die Akademie der Wissenschaften durch ihren Präsidenten Prof. Dr. Mojib Latif. Ein Besuch in den neuen Räumen der Bibliothek im MIN-Forum und eine Führung über den Jüdischen Friedhof Königstraße in Altona.

Der Rowohlt-Verlag präsentiert uns aktuelle Highlights und historische Schätze aus seinem Programm und gemeinsam wollen wir Immanuel Kant verstehen bei einer Führung durch die Ausstellung im Ostpreußischen Landesmuseum.

(Markus Trapp)

Mittwoch, 19. August 2026

VÖGEL * FISCH * TÄUME * FARBEN

... lautet der Titeö einer Ausstellung von  Hanneke van der Hoeven und Corn.elius in Gmünd.

Hanneke van der Hoeven (1955) ist Zeichnerin und Schriftstellerin. Ihre Zeichnungen sind von gegensätzlichen und widersprüchlichen Polen geprägt. Abbilden und doch gleichzeitig abstrahieren, anziehen und abweisen. Nicht die reale Darstellung dessen was sie zeichnet steht im Vordergrund, sondern die Befindlichkeit ist das Wesentliche ihres Stils. Nicht das Abbild des Waldes, oder der Vögel sind der Inhalt ihrer Zeichnungen, sondern was fühlt der Wald, was empfindet der Vogel. Die Zeichnungen sind reale aber fiktionale Erzählungen ihrer Motive. Durch ihren rauen, expressionistischen Strich, der zwischen erschaffen und zerstören und wieder erschaffen pendelt, bildet nicht das Sichtbare sondern das Gefühlte ab.
Hanneke van der Hoeven | corn.elius
Corn.elius Brändle, 1956 geboren; 1984 - 1988 Studium Grafik Design FHG Pforzheim; ist Buchkünstler, Drucker und Verleger der »edition wasser im turm.berlin« Er liebt Experimente. Seine Bilder zeichnet er mit dem Sieb, und die Künstlerbücher in kleinen Auflagen im Siebdruck oft in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern, Illustratoren und Schrifttellern. „Ich denke meine Bilder immer in Büchern" - mit diesem Bekenntnis bringt com.elius seine Leidenschaft als Künstler auf den Punkt.

Corn.elius Brändle und Hanneke van der Hoeven arbeiten im Bereich des Künstlerbuches schon längere Zeit intensive zusammen und entwickeln viele gemeinsame Projekte. Gegensätze befeuern eine Zusammenarbeit auf hohem künstlerischen und handwerklichem Niveau.

Vernissage: 29. August 2026, 15 Uhr, Laudatio: Richard Pils
Ausstellung: 29. August - 11. Oktober 2026

Eisenberger Fabrik
Litschauerstr. 23, 3950 Gmünd

EinBlick #10: Schön, kostbar, gigantisch

Die Universitätsbibliothek Leipzig präsentiert im EinBlick #10 im Rahmen des Jüdischen Kulturjahres Tacheles, kuratiert von Dr. Christoph Mackert den Leipziger Machsor, eine der berühmtesten hebräischen Handschriften, die sich aus dem Mittelalter erhalten haben. Er enthält die Gebete und Gesänge für die jüdischen Festtage und ist reich mit kostbarer Buchmalerei geschmückt. Aus konservatorischen Gründen ist das gewaltige Manuskript aus dem frühen 14. Jahrhundert üblicherweise im Tresor der Universitätsbibliothek Leipzig unter Verschluss. 
Nun gibt es zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren wieder die Gelegenheit, den Leipziger Machsor zu sehen. Ein besonderes Highlight: Während der Ausstellungszeit wird der Band wöchentlich einmal geblättert!

Vernissage: 10. September 2026, 19 Uhr, es sprechen Dr. Christoph Mackert, Leiter des Handschriftenzentrums der UB Leipzig, und Dr. Jörg Deventer vom Leibnitz Institut für jüdische Geschichte und Kultur Simon Dubnow über jüdisches Kulturerbe der Superlative. Im Fokus stehen unter anderem Fragen von Besitzgeschichte und der für uns bestehenden Verantwortung für jüdisches Kulturgut.
Ausstellung: 11 September –25. Oktober 2026
    
Bibliotheca Albertina
Beethovenstr 6 · 04107 Leipzig

Dienstag, 18. August 2026

Illuminier Buoch, wie man allerley farben bereitten, mischen, schattieren unnd ufftragen soll

Das Buch des Monats August der AG Sammlung Deutscher Drucke der Herzog August Bibliothek ist Boltz, Valentin: Neu herfür gesuchtes Illuminir-Buch/ Künstlich alle Farben zu machen und bereiten/ allen Schreibern/ Mahlern/ Brieffmahlern … dienlich zu wissen/ sampt etlichen neuen zugefügten Kunststücklein/ vormahls im Druck nie außgangen. St. Annaberg. Gedruckt und zu finden bey David Nicolai. 1690.

Das Werk erschien erstmals 1549 in Basel unter dem Titel Illuminier Buoch, wie man allerley farben bereitten, mischen, schattieren unnd ufftragen soll, bevor es schon 1550 in Frankfurt am Main unter einem abweichenden Titel neu aufgelegt wurde.
Titelblatt zu Valentin Boltz: Neu herfür gesuchtes Illuminir-Buch. Annaberg 1690. Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Xb 11450.
In den folgenden Jahrhunderten wurde das Werk vielfach neu aufgelegt. Die Herzog August Bibliothek hat eine bislang unbekannte Ausgabe, erschienen 1690 in St. Annaberg (Oberschlesien), erwerben können, die die späteste Ausgabe im Handpressendruck vor einer Neuausgabe München 1913 darstellt. Das Exemplar ist ohne feste Deckel in Buntpapier mit Steinmarmor-Muster eingebunden, Gebrauchsspuren sind nicht erkennbar. Das zweifarbig gedruckte Titelblatt ziert eine Abbildung, die eine Sammlung verschiedener Werkzeuge zeigt und damit bereits den Zweck des Buches unterstreicht: Eine Anleitung zur Herstellung von Farben.

Als eine Besonderheit des Druckes gilt, dass der Autor Valentin Boltz im Grunde kein Fachmann auf dem Gebiet der Farbherstellung, sondern ein Geistlicher war. Nachdem Boltz 1534 im Dienst des Herzogs Ulrich von Württemberg stand, wurde er 1539 Diakon in Tübingen. Nach mehreren Stationen als Pfarrer in der Schweiz, wurde er ab 1547 Spitalpfarrer in Basel. Neben seiner eigentlichen Tätigkeit wirkte er als Übersetzer und als Autor verschiedener dramatischer Werke, bevor er 1549 sein „Illuminierbuch“ verfasste.

Dabei galt es wohl jedoch als nicht unproblematisch, wenn ausgerechnet jemand Fachfremdes die handwerklichen Methoden der Farbherstellung und die dafür benötigten Zutaten so offen preisgab. So zumindest vermutet dies auch Valentin Boltz im Vorwort seines Buches: „Ich habe kein Zweiffel / es werden etliche mißgünstige Künstler / diß mein einfältige Anleitung in die Illuminirung / sehr bekümmern / als ob ihnen etwas Abbruchs ihrer Nahrung drauß folgen würde“. In seinen Augen würde die Veröffentlichung dieses Wissens dem Handwerk jedoch keinen zu großen Schaden zufügen. In dem Wunsch, die Spezialisten auf dem Gebiet der Farbherstellung mögen es ihm daher nicht zu sehr verübeln, begründet er seine Entscheidung mit dem Verweis auf mögliche Ergänzungen: „Denen und andern geb ich zur Antwort / daß diß nicht angefangen / iemands dadurch zu verderben oder zu verkleinern / sondern erstlich dadurch andere baß erfahren dieser Kunst Illuministen zu reitzen / diß Werck mit ihrem Zusatz täglich zu bessern.

Dieser Wunsch von Valentin Boltz, mit diesem Buch das Wissen über die Farbherstellung weitergeben zu können, scheint sich im Nachhinein durchaus erfüllt zu haben. In den folgenden Jahrhunderten wurde es immer wieder nachgedruckt. In diesem Aspekt stellt das Buch sicherlich eine weitere Besonderheit da: Ausgerechnet das Werk eines fachfremden Autors avancierte anscheinend zu einer grundlegenden Anleitung für die Farbherstellung, die über eine lange Zeit nachgenutzt wurde.

(Jonas Theye, HAB)

Buchmachermarkt in Mosbach

Die Stadt Mosbach wird beim traditionellen Buchmachermarkt zum Schauplatz für Buchbinder, Drucker, Restauratoren und Papierkünstler. Die Aussteller zeigen, was sich alles aus und mit Papier machen lässt.
In Zusammenarbeit mit der Druckwerkstatt Mosbach ist auch der Verein für die Schwarze Kunst wieder dabei.

5. - 6. September 2026

Buchmachermarkt 
Hospitalhof, 74821 Mosbach

Montag, 17. August 2026

ein großes Fest der Bücher

Unsere Berliner Kollegin Elvira Tasbach ist in diesem Jahr nicht nur selbst Ausstellerin – gemeinsam mit Julian Brandis vom Antiquariat Düwal organisiert sie die RARE BOOKS BERLIN im Kronprinzenpalais.
Über 100 Antiquariate und Galerien aus 15 Ländern bringen Highlights aus 500 Jahren Kultur- und Geistesgeschichte nach Berlin: seltene Bücher, wunderschöne Drucke und außergewöhnliche Objekte.
Wir sind begeistert von der Resonanz, die uns schon jetzt erreicht und freuen uns auf eine ganz besondere Messe – und vor allem auf viele spannende Begegnungen mit unseren Besucherinnen und Besuchern!

(Verband Deutscher Antiquare)


RARE BOOKS BERLIN: 18. - 20. September 2026

Kronprinzenpalais
Unter den Linden 3

1 Kommentar(e):
17. August 2026: Abel Doering hat gesagt ...
Der Berliner Bibliophilen Abend wird als Aussteller dabei sein und ist auf der Rare Books Berlin an allen drei Tagen am Stand 60 in der ersten Etage zu finden.

Buch des Monats August

Das Buch des Monats August der Schweizerischen Bibliophilen-Gesellschaft ist der 2024 erschienene Roman "El año en que hablamos con el mar" des 1990 in Santiago de Chile geborenen Schriftstellers Andrés Montero.
"Das Jahr, in dem wir mit dem Meer sprachen“ ist ein Roman über die Wege, die wir wählen, und jene, die wir hinter uns lassen, darüber, was es bedeutet, zu einem Ort zu gehören, und über all das, was die Sprache dem Meer zu sagen versucht.

(Albert von Brunn, Zürich)

Sonntag, 16. August 2026

Giacomo Casanova in Leipzig - 15. Sept

In der Reihe BUCHSTADT LEIPZIG des Leipziger Bibliophilen-Abend sprechen Dr. Ansgar Bach und  Alexandra Bonin über Giacomo Casanova in Leipzig.

Casanova und Leipzig – die Beziehung ist vielfältig: Der alte  war so schlau und erwarb 1821 von Carlo Angiolini, Neffe des großen Lebenskünstlers, das Manuskript der Memoiren Giacomo Casanovas, und es folgten sehr erfolgreiche, zunächst noch zensierte, Übersetzungen. 2010, nach dem Untergang des Verlagshauses F.A. Brockhaus in Leipzig (2008) verkaufte dieses Manuskript an Frankreich.
Ansgar Bach, Herausgeber des von Alexandra Bonin illustrierten Titels „Casanova in Leipzig“ (2015) ist Verleger und Gründer des Verlags kopfundwelt, einem Verlag mit Schwerpunkt Casanova. Bislang sind neben "Casanova und Leipzig", "Giacomo Casanova in Dresden" und "Casanova in Berlin und Potsdam" bei kopfundwelt erschienen.

15. September, 19.30 Uhr

Haus des Buches Leipzig
Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig

Samstag, 15. August 2026

Oh, du Grimmische Welt ...

Im Verlauf der 20. Lesereise durch die Bonner Altstadt trägt Thomas Franke, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, in einem szenischen Vortrag unter dem Thema "Oh, du Grimmische Welt - Hans Dumm, Bruder Lustig und Fundevogel" einige Märchen der Brüder Grimm vor.
Oft wird von den Leuten die Behauptung weitererzählt, viele Märchen hätten die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm gesammelt, indem sie den Erzählungen alter Bäuerinnen sowie einsiedlerischen Köhlern und Hirten in düsteren Katen und auf stürmischen Bergwiesen lauschten, jedoch stellten sich solche Berichte als dahinphantasierte heraus. Mittlerweile wissen wir, daß die Grimms nicht im Volk kursierende Märchen zusammentrugen, sondern daß die Märchen vor allem von jungen, gebildeten Frauen erzählt wurden und oftmals aus französischen Quellen resultierten. So findet man zum Beispiel einige dieser Märchen wie „Der Blaubart“ ein wenig anders erzählt um 1697 im Märchenbuch des Charles Perrault. Durch die mündliche Weitergabe der Familie Hassenpflug kam es als „Blaubart“ in die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm.
In ihren ursprünglichen Versionen, die – oft düster und verstörend – Themen wie Konkurrenz um Schönheit, der nagende Hunger, der unerfüllte Kinderwunsch, untergeschobene oder sich gegenseitig abschlachtende Kinder ausbreitend, sind sie eher Geschichten für Erwachsene denn für Kinder. Allerdings gibt es auch Geschichten über Kindheit, Jugend oder das Heiraten in oft lustigen Formen, bis zu einer Reihe von Zaubermärchen, in denen die Erzählungen zum glücklichen Ende kommen. Bekannte Märchen sind „Rotkäppchen“, „Brüderchen und Schwesterchen“, „Rapunzel“, „Rumpelstilzchen“, „Schneewittchen“, „Hänsel und Gretel“ und viele andere, die sich immer wieder als zeitlose, also auch heute noch aktuelle Parabeln erweisen, weil jede »ächte Poesie niemals ohne Beziehung auf das Leben seyn kann« (Wilhelm und Jacob Grimm in ihrer Vorrede).
Aber spannender werden die unbekannten Texte sein, von denen der Schauspieler Thomas Franke – selbstverständlich neben einigen bekannten Märchen – am heutigen Abend eine Auswahl vortragen wird, wie sie in der Ausgabe letzter Hand von 1857 zu finden sind und nur minimal sprachlich angepaßt wurden. Es wird also gereist, es werden Abenteuer bestanden, man schlägt sich mit Riesen, es wird meisterhaft gestohlen und selbst der eine und der andere Spuk geistert vorbei.

(Thomas Franke)

27. August 2026, 19.30 Uhr
Altstadtbuchhandlung Büchergilde
Breite Straße 47, 53111 Bonn

Freitag, 14. August 2026

Graphik-Kalender zu Bertolt Brecht

Ich benötige keinen Grabstein,
aber
Wenn ihr einen für mich benötigt
Wünschte ich, es stünde darauf:
Er hat Vorschläge gemacht. Wir
Haben sie angenommen. ...

Anlässlich des heutigen 70. Todestages von Bertolt Brecht werden hier Künstler-Kalender mit Originalgraphik, die in den ersten Jahrgängen zu diesem bedeutenden Dramatiker und Schriftsteller als „Brecht-Graphikkalender“ erschienen, vorgestellt und die zwischen 1965 und 2006 in Karlsruhe im Selbstverlag herausgegeben wurden.
1969 vier Blätter, je 1 Blatt 1970 und 1974
Der in einer nummerierten Auflage von 150 Exemplaren mit häufig signierten, teils mehrfarbigen Holzschnitten und -stichen, sowie Linolschnitten (u.a. K. G. Hirsch, Benno Huth, Guido Zingerl, Volker Stelzmann, Annette Ziegler und Eberhard Dänzer) herausgegebene Kalender für Graphikfreunde enthielt jeweils zwischen 12 und 16 Graphiken.

Ich, Sisyphus - Intrigen, Lust und Leid

Das Winkelmann-Museum, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, veranstaltet am Sonnabend ihr Sommerfest 2026. Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht.

Auf dem Programm stehen für Mitglieder eine Versteigerung von Kunst- und anderen Objekten aus der Sammlung Werner Daum mit der Kunsthistorikerin Anka Zinserling und dem Schatzmeister der Winckelmann-Gesellschaft Jens Krumsieg sowie ein Sommertheater am Trojanischem Pferd „Ich, Sisyphus - Intrigen, Lust und Leid“ (Buch und Regie: Ioan C. Toma, Ausstattung: Bonnie Tillemann)

15. August 2026
Winckelmann-Museum
Winckelmannstraße 36, 39576 Stendal

Save the Date: 30. November

v.l.n.r.: Steffen Faust, Stephan Klenner-Otto, Jörg Petzel
Aus Anlass des 250. Geburtstag E.T.A. Hoffmanns wird es in der Staatsbibliothek zu Berlin in Kooperation mit dem Berliner Bibliophilen Abend eine besondere Begegnung mit dem berühmten Roman Lebens-Ansichten des Katers Murr nebst fragmentarischer Biographie des Kapellmeisters Johannes Kreisler in zufälligen Makulaturblättern geben, gestaltet von Steffen Faust, Stephan Klenner-Otto und Jörg Petzel, wozu gestern in der Staatsbibliothek letzte Absprachen erfolgten.

Die Veranstaltung wird am 30. November stattfinden, 1821 der Sterbetag des Katers, zu dem E.T.A. Hoffmann eine private Traueranzeige verfasste.

Näheres zu gegebener Zeit hier.