Donnerstag, 7. Mai 2026

MAIN ART 2026

Mit ihrer 7. Ausgabe lädt die MAIN ART 2026 erneut in die Grünewaldhalle Aschaffenburg unter dem Motto „Kunst hat in bewegten Zeiten eine besondere Kraft“ ein und setzt ein damit ein klares Zeichen.

53 Kunstschaffende aus elf Nationen – darunter drei Galerien, zwei Künstlervereinigungen sowie sechs Nachwuchskünstler – präsentieren aktuelle Positionen aus Malerei, Zeichnung, Grafik, Linol- und Holzschnitt, Skulptur, Fotografie, Collage, Cut-Out, Papierkunst, Mixed Media und Computergrafik.
Brigitte Iseli-Neustäbler auf der artbook.berlin 2025
lks.:Künstlerbuch„Ein goldener Schatz“ mit Haikus von Ingo Cesaro
rechts: Blatt zu 120 Jahren Berliner Bibliophilen Abend
Auch die in der Schweiz lebende Pirckheimerin Brigitte Neustäbler ist 2026 dabei.

Opening: 8. Mai 2026, 18 Uhr
9. und 10. Mai 2026

GRÜNEWALDHALLE
Grünewaldstraße 12, 63739 Aschaffenburg

Rainer Ehrt - Preußens Luise

Eine Ausstellung in Potsdam zeigt Rainer Ehrts Zeichnungen, Illustrationen, Druckgraphik und ein Geschichts-Bilderbuch zum 250. Geburtstag der Königin Luise von Preußen.
Schwer zu sagen, ob Karl Popper mit seiner Feststellung »Die Weltgeschichte hat keinen Sinn« recht hat. Aber dass die Beschäftigung mit Geschichte Sinn ergibt, das zeigt Rainer Ehrt mit seiner Graphic Novel Preußens Luise, die er pünktlich zum 250. Geburtstag der preußischen Königin am 10. März 2026 vorlegt, auf ebenso aufschlussreiche wie vergnügliche Weise.
Ehrt ist Künstler, Autor und vielfach preisgekrönter Karikaturist, den seit Jahrzehnten die Auseinandersetzung mit Preußen nicht loslässt. 1960 in Elbingerode im Harz geboren, zog ihn preußische Geschichte und Kultur schon als Kind in ihren Bann. Sein umfangreiches Werk zu Preußen, an dem er rastlos weiterarbeitet, umfasst zahlreiche Bücher, großformatige Bilder, Zeichnungen und Plastiken. So hat sich Ehrt über die Jahre zu einem Chronisten Preußens entwickelt. In der Ausstellung sind Ehrt’s Illustrationen zu sehen.

Vernissage: 9. Mai 2026, 14 Uhr
Aussrellung: 9. Mai - 21. Juni 2026, Sa/So 14-17 Uhr

Belvedere auf dem Pfingstberg
Pomonatempel
Potsdam
48 Seiten, 21,5 x 30,2 cm, Hardcover
Euro 19.80
ISBN 978-3-910447-57-8

Mittwoch, 6. Mai 2026

Es geht um das Buch!

Seit 2008 besteht die Kooperation zwischen dem Mediacampus Frankfurt und der Kurt Wolff Stiftung: Alle 9 Wochen stellt der Stiftungsvorstand sowie ein weiterer Verleger die KWS mit einem Verlag vor, diesmal als Online-Veranstaltung des Mediacampus «Buch, Handel und Demokratie» am 27. Mai 2026 von 19:00 bis 20:30 Uhr.
Nicht zuletzt die Ereignisse rund um die Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises 2025 haben deutlich gemacht, wie wichtig Bibliodiversität ist und wie sehr sie bedroht ist.
Diese bezeichnet die kulturelle Vielfalt innerhalb des Verlags- und Buchhandelswesens und begründet, warum es unabhängig denkende und unabhängig handelnde Menschen in Buchhandlungen und Verlagen geben muss.
An diesem Abend stellen Sarah Käsmayr, Vorstandsmitglied der Kurt Wolff Stiftung, Mitglied des Berliner Bibliophilen Abend und Verlegerin des MaroVerlags, sowie Dietrich zu Klampen, Verleger des zu Klampen! Verlags, die notwendige Arbeit der Stiftung vor und berichten von der Freude und den Herausforderungen unabhängigen Publizierens, von ihrem Engagement für die Bibliodiversität.
Dietrich zu Klampen | Sarah Käsmayr

Exkursion durch den Münchener Waldfriedhof

Die Pirckheimer der Regionalgruppe Bayern werden mit Dr. phil. Gerd Holzheimer, dem Verfasser von über dreißig Büchern, künstlerischen Leiter der Veranstaltungsreihe Literarischer Herbst im Fünfseenland und Herausgeber der Zeitschrift Literatur in Bayern, eine gut zweistündigen Exkursion in die literarische Vergangenheit im Waldfriedhof in München unternehmen.
Ein Besuch auf einem Friedhof ist immer auch ein Stück Erinnerungskultur. In ganz besonderem Maße trifft das auf den Waldfriedhof in München zu. Ein Gang durch seine weitverzweigten Wege kommt einem Gang durch Literatur- wie Kulturgeschichte und auch durch die politische Geschichte gleich. Der Waldfriedhof, von 1905 bis 1907 angelegt ist der größte in München.

Weitere Informationen hier. Anmeldung erbeten bei: rabenbauer8at)pirckheimer-gesellschaft.org.

(Hans Rabenbauer)

21. Mai 2026 - 11:00
Waldfriedhof in München

Dienstag, 5. Mai 2026

„Mein Morgenstern“ und MDE-Tagung in München

Mein Morgenstern – Von Hand geschöpft, gesetzt, gedruckt, gebunden. Die Wanderausstellung des Verein für die Schwarze Kunst präsentiert die über 20 Varianten der Einbandkunst in München.

Initiert und kuratiert wird sie von Ulrich Widmann (Meister der Einbandkunst – Internationale Vereinigung e.V. (MDE)) und Willi Beck (Verein für die Schwarze Kunst e.V.) speziell für den Nachwuchs der Meisterschule in München und für die interessierte Öffentlichkeit.
Ausstellungs- und Tagungsort BSZ Alois Senefelder
Zusammen mit dem Bund Deutscher Buchbinder findet einleitend unter dem Motto „INNOVATION – MOTIVATION – TRADITION – TRANSFORMATION“ die MDE-Tagung 2026 in München statt.
Die Einbandkunst ist vielseitig, steht immer im Spannungsfeld zwischen Idee, Technik, Material und den eigenen Fähigkeiten.

MDE/BDB-Tagung: 15./16. Mai 2026 
Ausstellung: 15. Mai - 19. Juni 2026

Meisterschule Buchbindehandwerk Alois Senefelder
München

Montag, 4. Mai 2026

Frühlingslieder. Herstellungsanleitung samt Vaterschaftsnachweis

Im Kladderadatsch von 1885 findet sich auf S. 87 eine Anleitung zur Herstellung von Frühlingsliedern, die, nach dem üblichen Verfahren der Zeitschrift, ohne Verfasserangabe erschienen ist.
Nach Faktur, Inhalt und Stil muss der Text dem Autor Julius Stinde (1841-1905) zugeschrieben werden. Dieser hat in den „Äolsharfen“-Publikationen des Allgemeinen Deutschen Reimvereins unter dem Pseudonym Theophil Ballheim und unter der Maske des Inhabers einer Dicht-Lehr-Anstalt für Erwachsene zwischen 1886 und 1898 sechs Lehrbriefe veröffentlicht, in denen die Themen „Das Abendlied“, „Weihnachten“, „Realistische Sonette“, „Die Kunst des Schüttelreimens“ und „Der Sensationsroman“ behandelt werden.
Text lesen durch Klick auf die Abb.
Das Frühlingslied darf nun als Frühwerk und Vorläufer dieser Reihe von Veröffentlichungen angesehen werden und dem Text-Corpus zugefügt werden.
Der Stinde-Forscher Ulrich Goerdten hat zu Stindes 150 Geburtstag im Jahre 1991 eine Sammlung dieser Texte in 50 Exemplaren herausgebracht, die in einer zweiten, durchgesehenen Auflage 1992 in 200 Exemplaren erschienen sind (Luttertaler Händedruck, Bargfeld, ISBN 3-928779-04-4). Eine dritte Auflage müsste den Text über die Frühlingsliederenthalten. Es wird sie aber nicht geben, da der Verlag seit 2017 nicht mehr existiert.
Der Originaltext der Herstellungsanleitung für Frühlingslieder ist im digitalisierten Kladderadatsch bei der Universität Heidelberg zu finden. „Die Kunst des Schüttelreimens“ gibt es als Kindle-Ausgabe kostenfrei.

Van Gogh verlässt die Gorch Fock

Im Hybriden Verlag erschien das MMM-Diarium 4/2025 von Hartmut Robert Andryczuk.
Das Diarium vom 1. November 2025 – 31. Januar 2026 enthält künstlerische Arbeiten von
Matthias Lyssy
Egon Günther
Hartmut Robert Andryczuk
Matilde Diaz Lozcano
Freddy Flores Knistoff
Stationen: Kranke Ärztinnen und Ärzte – Heilemann-Schokolade nahe der Zentralbibliothek – Norman Ohler und Nazi-Polytoxikomanie – Oxxxymiron mit Bose QuietComfort Ultra Headphones – Roxi, sandschwarz – Oskar Schindler in Hildesheim – LEDER PETER in Trier – Die vergebliche Suche nach einer UV-Schutzbrille – "ARCTIC" mit Mads Mikkelsen und Maria Thelma Smaradottir – DAS PENISZEBRA – AVK, Gratzer Damm, ca. 8 Stunden Wartezeit – Auf dem Heimtrainer mit Shi Heng Li – Weiße Senioren mit dicken Leibern und asymmetrischen Tätowierungen – Vertrauenslehrer Höcke – RIEFENSTAHL – Davos: kein Krieg mit Grönland – Glatteis und mehr Knochenbrüche in Berlin

Edition: 30 Kopien
300 €

Sonntag, 3. Mai 2026

Jahresgabe der Maximilian-Gesellschaft 2026

Vor kurzem erst erhielten die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft die Jahresgabe 2024/2025, Ernst Fischers großes Werk über die Bibliophilie. Das hat inzwischen bei Expertinnen und Experten sowie bei Leserinnen und Lesern große Anerkennung gewonnen.
Nun folgt sozusagen auf dem Fuße die Jahresgabe für 2026: eine Sonderausgabe des Ausstellungskatalogs der Universitätsbibliothek Leipzig.

Weil die UB Leipzig bis 2022 meine eigene Wirkungsstätte war, erlauben Sie mir wenige Bemerkungen. Die UB Leipzig war deutschlandweit diejenige Altbestandsbibliothek mit den meisten Buchausstellungen, wenigstens seit Eröffnung des neuen Ausstellungsraums im Erdgeschoss gleich im Eingangsbereich der Bibliotheca Albertina. Allein 37 Ausstellungskataloge, kleine wie große, sind in meiner Amtszeit erschienen.

Es freut mich sehr, dass unter der neuen Direktorin Dr. Anne Lipp die Ausstellungstätigkeit fortgeführt wird und dass Frau Dr. Sandra Kriebel sich hauptamtlich darum kümmert. So kam auch die Zusammenarbeit zustande; die Jahresgabe 2026 unterscheidet sich durch einen festen Einband und abweichende Gestaltung der ersten Seiten von der Broschur des im Handel verkauften Katalogs.

Bücher sind Träger des naturkundlichen Wissens, gerade auch durch ihr Bildmaterial: Das hat die UB Leipzig in der Vergangenheit mit Ausstellungen etwa zu Affen, Pferden, Mikroben, Pflanzen und Steinen vermitteln können. Als eine der ältesten Bibliotheken des deutschen Sprachraums, gegründet 1543, und in Verbindung mit anderen Sammlungen der Universität Leipzig, wird so der reiche historische Bestand den interessierten Zeitgenossen immer wieder neu präsentiert.

Gestaltung war und ist zentral für diese Vermittlung von Bücherwissen über Kataloge. Ich bin froh, dass Stefan Gunnesch das Design übernahm. Sie kennen seine vornehme Zurückhaltung und Eleganz aus der Jahresgabe 2021.

(Ulrich Schneider)

BUCHSALON #9: Bernhard Garbert

Bernhard Garbert, Filmstill „Schmuddelbuch“, 2026 © Jane Garbert
In der Veranstaltungsreihe „Buchsalon | Bühne frei für das Buch“ der Kunstbibliothek dreht sich alles um das Buch. Maren Wienigk, Kuratorin der Sammlung Architektur und Ornament, und Michael Lailach, Kurator der Sammlung Buchkunst, sprechen mit ihren Gästen über neue und alte Bücher.

Das Medium Buch zieht sich mit Skizzenbüchern, Kladden und Künstlerbüchern durch das Œuvre des Künstlers Bernhard Garbert. Von besonderem Interesse ist für ihn nicht nur die visuelle Präsenz des Wortes und seiner Zeichnung, sondern auch die Beweglichkeit und Durchlässigkeit des Mediums Buch: das Vor- und Zurückblättern, das Durchscheinen und Durchdringen zwischen den Seiten und den Buchdeckeln. Wir sprechen mit Bernhard Garbert über die Bedeutung und Möglichkeiten des Mediums Buch in seiner Kunst.

19. Mai 2026, 20 Uhr
Kulturforum
Matthäikirchplatz 6, 10785 Berlin

Samstag, 2. Mai 2026

Offene Ateliers Brandenburg 2026

Heute und morgen öffnen im Land Brandenburg über 1000 Künstlerinnen und Künstler an über 730 Orten im Land Brandenburg ihre Türen.
Darunter z.B. Manfred Neumann, dessen Atelier in Frankfurt (Oder) 2024 Ziel eines Ausflugs des Berliner Bibliophilen Abend war
Atelier von Manfred Neumann, Frankfurt (O)
oder Julia und Rainer Ehrt in Kleinmachnow, im Jahr 2021 Ziel der Berlin/Brandenburger Pirckheimer nach kontaktlosen und vor allem kulturarmen Zeiten.
Rainer Ehrt /Julia Ehrt in ihren Ateliers in Kleinmachnow
2,/3. Mai 2026
Land Brandenburg

Ex Libris der Sammlung Haffki - Rund um den Weiher

Heinz Haffki aus Nürnberg ist in den letzten drei Jahren nach einer „Ruhepause“ im Exlibris wieder sehr aktiv geworden und plant nun diese Ausstellung in seiner Vaterstadt Neustadt an der Aisch.
Heinz Haffki, Ex Neustädter, gelernter Drucker und Druckgrafikfan, hat in vielen Jahren eine große Sammlung zusammen getragen. Gegliedert in die Bereiche „Fastnacht und die Narren“ - „Die Drucker und Setzer“ - „Fränkische Künstler“.
Er zeigt aus seiner Sammlung Blätter "Rund um den Weiher", Fische, Angler, Boote, Pflanzen und Tiere. Im kleinen Gewölbe sind außerdem Arbeiten von drei Franken zu sehen: Rudolf Schiestl (Nürnberg), Rudolf Rieß (Nürnberg) und Georg Bauernfeind (Neustadt an der Aisch).

Vernissage: 19. Mai 2026, 19 Uhr
Ausstellung: 20. Mai - 30. August 2026

Karpfenmuseum Neustadt Aisch
Gewölbe des Alten Schlosses

Freitag, 1. Mai 2026

Berliner Schriftsteller erzählen

Bibliophiles des Monats ist im Mai ein Zeitdokument - die von vielen Autoren der DDR signierte Anthologie „Berliner Schriftsteller erzählen“.
Er erschien 1976 im Aufbau-Verlag, herausgegeben im Auftrag des Vorstandes des Bezirksverbandes Berlin des Schriftstellerverbandes der DDR und wurde den Delegierten der XI. Bezirksdelegiertenkonferenz Berlin der SED von Günter Görlich, Vors. des Bezirksverbandes, „mit einem herzlichen Dank für gute Leistungen bei der Verwirklichung der Beschlüsse des VIII. Parteitages der SED und bei der Entwicklung neuer Initiativen  zu Ehren des IX. Parteitages der SED“ übergeben.
Das Vorwort von Werner Neubert ist datiert „Berlin, 3, Januar 1976, am Tag des 100. Geburtstages von Wilhelm Pieck“.
Arno Mohr, Junges Paar im Treptower Park, Lithografie
Der Band enthält Texte von Autoren der Hautstadt der DDR, wie Ludwig RennAnna SeghersErwin StrittmatterStephan HermlinKarl-Heinz Jakobs und Volker Braun, von Erwin Strittmatter, Jo Schulz und Dieter Noll als Vorabveröffentlichung aus unvollendeten Romanen.
Anlässlich eines Leseabends im gerade eingeweihten Palst der Republik versahen zahlreiche Schriftsteller, darunter Uwe BergerWieland HerzfeldeJan KoplowitzHarald HauserRuth KraftHelmut BaierlHeinz KnoblochHermann KantEberhard PanitzFritz Rudolf FriesSarah KirschUwe KantWalter KaufmannGünter GörlichGerhard Holtz-BaumertHorst BastianWolfgang KohlhaaseBenito WogatzkiAlexander AbuschHelmut HauptmannHeinz Kahlau und Gabriele Eckart ihre Beiträge mit einer Signatur.
Illustriert wurde der Band von den Berliner Künstlern Kurt Zimmermann, Herbert Sandberg, Fritz Duda, Ronald Paris (farbig), Peter Edel, Theo Balden, Peter Hoppe, Heinrich Teßmer, Arno Mohr und Helmut Diehl.
Ronald Paris, Spanien 75, Aquarellzeichnung
Der Band mit 278 Seiten im Format 8° (20,5 x 14,5 cm), der auch im Buchhandel zum Preis von 6 Mark verkauft wurde, ist mit Farbkopfschnitt in rotes Kunstleder eingebunden, die Einbandgestaltung übernahm Heinz Helmis.
Herbert Sandberg, Aus dem Kommunistischen Manifest, Linolschnitt

Normand Laheld für Svanhild Paust, ein sprechendes Exlibris aus Norwegen

Normand Laheld für Svanhild Paust (Entwurfzeichnung 1945)
Das Exlibris entstand 1945, als die Eignerin 28 Jahre alt war. Ein Blick auf die Entwurfszeichnung zeigt die präzise Arbeit von Normand Laheld: Mit Bleistift sowie rotem und blauem Buntstift zeichnet er das Motiv: eine wörtliche Lesung des Namens Svanhild übersetzt in das Monogramm „SP“. Er hielt die Platzierung des Schriftzugs Exlibris und des Namens fest, ließ sich aber die Option offen, das Exlibris auch unter das Motiv zu setzen. Er notierte auch die Maße (5 x 5,5 cm) für den fertigen Druck. Im Zentrum des Motivs stehen die Initialen „S P“, die durch das „sprechende Bild“ zweier Schwäne auf bewegter See gebildet werden. Während das „S“ den Schwanenkörper direkt formt, erinnert das „P“ mit seinen schwunghaften Serifen ebenfalls an die elegante Form des Vogels. Hier vereinen sich Vor- und Nachname der Eignerin: Der Schwan als Namensgeber und das Meer als Referenz an die maritime Tradition der Familie Paust. Interessanterweise tritt die kämpferische Dimension des Namens („Schwanenkämpferin“) im Entwurf völlig zurück. Im endgültigen, schlichten Klischeedruck dominiert ein tiefes Blau, aus dem die weißen Schwäne der Initialen deutlich hervortreten. Die endgültige Platzierung des Schriftzugs Exlibris ist oberhalb des Motivs.

(Annika Rockenberger, gesamten Artikel hier lesen)

Donnerstag, 30. April 2026

(Fast) frisch aus der Druckerpresse – Neuerscheinungen 1926

Die Veranstaltungsreihe „(Fast) frisch aus der Druckerpresse“ der der Staatsbibliothek zu Berlin widmet sich, bereits zum dritten Mal, Romanveröffentlichungen, deren Lektüre auch hundert Jahre nach ihrem ersten Erscheinen noch lohnt. Wie jedes Mal liest die Schauspielerin Maria Hartmann zum Vortrag Passagen aus dem Jubiläumswerk.
A modern printing press is demonstrated at the London School of Printing and Kindred Trades. Circa 1950 | Britannica ImageQuest. Mirrorpix \ Universal Images Group
30. April 2026, 19 Uhr
Monika Raič: Bücher stehlen, Literatur neu erfinden: Roberto Arlt - „El juguete rabioso
Der jugendliche Held Silvio Astier, Sohn mittelloser Einwanderer, Schulabbrecher und Bücherdieb, träumt davon, ein neuer Edison, Napoleon, Baudelaire oder Rocambole zu werden. Doch seine Erfolgsfantasien scheitern an den widersprüchlichen gesellschaftlichen Strukturen im Buenos Aires des frühen 20. Jahrhunderts.
Roberto Arlt erzählt diesen Entwicklungsroman in einer Sprache, deren Wirkung er selbst als „Kinnhaken“ beschrieb. Sein Text begegnet dem literarischen Kanon nicht ehrfürchtig, sondern greift diebisch nach ihm und verschiebt Literatur in gesellschaftliche Räume jenseits der Bürgerlichkeit. Um den Gang der Literaturgeschichte zu verändern, betritt Arlt die literarische Bühne Argentiniens und setzt eine Umverteilung des gesellschaftlichen Werts der Literatur in Bewegung.


28. Mai 2026, 19 Uhr
Bettina Kaibach: Die Ukraine in Flammen: Isaak Babel „Die Reiterarmee
Die Skizzen aus dem polnisch-sowjetischen Krieg, den Babel als Kriegsberichterstatter miterlebte, machten den jüdischen, im ukrainischen Odessa geborenen und auf Russisch schreibenden Autor auch außerhalb der Sowjetunion schlagartig berühmt. Wie kein anderer vermochte Babel die Widersprüche der Revolution, in deren Namen er mit der Roten Kavallerie in den Krieg zog, ins Bild zu fassen: hier die utopische Verheißung einer besseren Welt, dort das ungeheure Leiden, mit dem die Zivilbevölkerung für das vermeintliche Glück bezahlte.
Für die hereinbrechende neue Welt eine neue Sprache zu finden, sah Babel als seine schriftstellerische Aufgabe an, eine Sprache, die geprägt ist durch Intensität des Erlebnisses, poetische Dichte und bedrängende Bildkraft.


25. Juni 2026, 19 Uhr
Michael Scheffel: „Einander Traumlos nah“: Arthur Schnitzler „Traumnovelle

7. Juli 2026, 19 Uhr
Amy MohrWilla Cather „My Mortal Enemy“ – eine Novelle des amerikanischen Modernismus

Buch. Raum. Haus. Bewegungsraum

Das Künstlerbuch als dreidimensionaler Raum: ein Haus bildend, umreißend, erinnernd, mimikrierend – den Menschen im Raum denkend; zwischen Objekt und Erzählung entfalten sich Bücher als architektonische Gebilde, als begehbare Gedankenräume, als Spiegel individueller und kollektiver Erfahrung.
Die Ausstellung versammelt künstlerische Positionen, die das Buch als Raumkörper begreifen, reflektieren oder thematisieren
Laure Catugier entwickelt architekturbasierte konzeptionelle Bücher und Objekte
Sian Bowen schafft mit japanischen Lackpapierarbeiten und Faltbüchern fragile Raum- und Umraumstrukturen
Alle ausgestellten Bücher finden sich auch gefilmt auf der website www.druckundbuch.com

Eröffnung der Ausstellung: 7. Mai 2026, 19 Uhr
Ausstellung: 7. Mai - 26. Juni 2026

Susanne Padberg
Galerie DRUCK & BUCH, Wien

Mittwoch, 29. April 2026

Dem Stumpfsinn die Geisteskappe aufsetzen

Thomas Bernhard heute“ rückt ein Werk von weltliterarischer Geltung in den Mittelpunkt.
Manuskripte von Thomas Bernhard aus der Sammlung
© Österreichische Nationalbibliothek
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Echo Thomas Bernhards (1931–1989) in der internationalen Gegenwartsliteratur.
Längst hat seine Literatur die Grenzen des unerbittlich attackierten Staates Österreich überwunden. Seit 2023 befindet sich Bernhards Nachlass an der Österreichischen Nationalbibliothek. Die Schau präsentiert Manuskripte, Briefe und Fotografien aus allen Lebensphasen sowie nie zuvor gezeigte Fundstücke. Thomas Bernhard befreite sich aus schwierigen familiären Konstellationen und überlebte in jungen Jahren eine Lungenkrankheit nur knapp. In den ausgestellten Objekten werden die Verletzungen und euphorischen Momente eines Schriftstellers deutlich, der nicht aufhörte, sich im Schreiben immer wieder neu zu erfinden.

Ausstellungseröffnung: 30. April 2026




Literaturmuseum
Johannesgasse 6, 1010 Wien

Der Mensch auf Sinnbilder-Art vorgestellt

Das Buch des Monats Mai der Schweizerische Bibliophilen-Gesellschaft ist Laurens van Haecht / Gerard de Jode, Mikrokosmos. Parvus Mundus, 1579.

Die lateinische Erstausgabe des vorgestellten Buchs mit dem Titel «Mikrokosmos. Parvus Mundus» ist mit Laurentius Haechtanus (Laurens van Haecht Goidtsenhoven, 1527–1603) signiert, dem Verfasser der Texte, und mit Kupferstichen von Gerard de Jode († 1591) versehen; es erschien 1579 in dessen Verlag in Antwerpen.

Das Buch nutzt die Struktur des (seit 1531 gebräuchlichen) Emblems: Lemma – Bild – Epigramm (hier Bibelzitate) – zusätzlich sind jeweils auf der rechten Buchseite Erläuterungen in Versform (elegisches Distichon) beigefügt. Wie in der Emblematik üblich, werden anhand von exemplarischen Geschichten, mythologischen Darstellungen, Fabeln, u.a.m. gutes und übles menschliches Handeln veranschaulicht.

Das Buch enthält 74 solche Text-Bild-Kombinationen. Wie bei diesen Werken üblich, sind die Embleme keine Neuerfindungen, sondern beruhen meistens auf antiken Texten. Erstaunlich ist, welche Kenntnisse der Tradition diese Verfasser hatten.

Das Buch wurde mehrmals neu aufgelegt. Für die folgenden Ausgaben (1618, 1644, 1670) wurden neue Bilder (Kopien der Radierungen von Gerard de Jode) von Jacob de Zetter (Wirkungsdaten 1609–1636) verwendet. Dann wurde das Buch auch ins Deutsche übersetzt.
Das Titelbild zeigt den Menschen als Mikrokosmos mit dem Haupt in einem Kugelkreuz, der als ganzer in einem Kugelkreuz steht, das für die große Welt steht, inmitten der vier durch Tiere repräsentierten Elemente des Makrokosmos, die den vier Temperamenten zugeordnet werden: der Feuersalamander (die sanguinische Natur), der Maulwurf (die melancholische Natur), der Stör (die phlegmatische Complexion), das Chamäleon (das gemäß Plinius von Luft lebt, die cholerische Complexion). Winde aus den vier Himmelsrichtungen blasen ihn an, sie bedeuten die vier Haupt-Lebensalter.

(Paul Michel, Zürich, kompletter Artikel hier)

Dienstag, 28. April 2026

Bibliophilentage 2026

Programm aufrufen durch Klick auf die Abb.
Die 125. Jahresversammlung der Gesellschaft der Bibliophilen findet in Kassel statt.
Am Freitag steht das Museum Grimmwelt und eine Führung durch das Schloss und ehemalige Benediktinerkloster mit Besichtigung der Fürstlichen Bibliothek zu Corvey auf dem Programm.
Samstags folgt eine Führung durch das documenta archiv. Danach geht´s zum Residenzschloss Arolsen mit einem Besuch der Fürstlich Waldeckschen Hofbibliothek und der Stiftung Bibliothek Brehm.
Und am Sonntag folgt ein Festvortrag von Friedrich ForssmanBuch und Schönheit“ im Antiquariat Jenior und danach eine Führung und Ausstellungsbesuch der Brüder-Grimm-Gesellschaft.

Bibliophilentage: 7. bis 10. Mai 2026
Kassel

Edgar Allan Poe - eine Suchanfrage

Hiermit wendet sich ein Leser dieses Blogs an alle Edgar Allan Poe-Sammler:

Edgar Allan Poe-circa1849
Für eine Bildbibliografie der im DACH-Raum erschienenen deutschsprachigen Werke des Autors wird alles gesucht, was zu dieser seit 2 Jahren im Entstehen begriffenen Bibliografie beitragen könnte – sei es in Form von Fotos von Büchern, die sich nicht im Besitz des Bibliografen befinden, oder evtl. auch durch Textbeiträge zu spezifischem Aspekten, Texte, wie ihn z.B. bereits der Poe-Biograf Frank T. Zumbach zur Verfügung stellte.

Wer entsprechendes Material beisteuern möchte, wendet sich bitte mit seinem eventuellen Angebot und Kontaktdaten an edgar-allan-poe@pirckheimer.org - diese Mail wird dann zuständigkeitshalber weitergeleitet.

Montag, 27. April 2026

XVII. BuchKunstBiennale Horn 2026

25 Buchkünstler aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Tschechien und Österreich geben Einblick in ihre Arbeit und zeigen, auf welch unterschiedliche Weise das Buch als Kunstobjekt gedacht und gestaltet werden kann.
Auch die Pirckheimer der Neuhauser Kunstmühle werden auf der KunstBiennale Horn mit ihren Künstlerbuch- Editionen dabei sein.
Büchermarkt: Cornlius BRÄNDLE, Berlin - Wolfgang u Anita BUCHTA, Wien - Annegret FRAUENLOB, Halle - Woldemar FUHRMANN, Hersbruck - Karl Friedrich GROSS, Freiburg/Br. - Regina HADRABA, Pfaffstetten - Christine HEPPERLE, Bubikon, CH - Axel HERTENSTEIN, Pforzheim - Ruud HUYSMANS, Heerle, NL - Elfriede M. KLEPOCH, Dürnstein - Fred LAUTSCH, Stralsund - Ruth LINHARD & Hans HAUER, Wien - Tita do REGO SILVA, Hamburg - Wilhelm SCHRAMM, Bludenz - Christa SCHWARZTRAUBER, München - Hanneke VAN DER HOEVEN, NL - Svato ZAPLETAL, Hamburg.
Neben der großen Ausstellung in den Sälen des Kunstvereins, die bis 12. Juli zu sehen ist, präsentieren die eingeladenen Künstler ihre Werke während der Eröffnungstage von 14. bis 17. Mai auch im Rahmen einer kleinen Messe.

In offenen Werkstätten sind Besucher eingeladen, den Buchkünstlern beim Arbeiten über die Schulter zu schauen und selbst aktiv zu werden. Ob Drucken mit der Handpresse, Setzen von Texten mit Lettern, Linolschnitt oder Tetrapackdruck – die Biennale bietet zahlreiche Möglichkeiten, die Kunst des Buchmachens unmittelbar zu erleben. Auch für Kinder gibt es eigene Angebote.

14. bis 17. Mai 2026
Horn, Niederösterreich