Sprachmodelle maschinellen Lernens können Bilder analysieren, eine Mythologie aufgrund ihrer Analyse generieren, Kurzgeschichten und Poeme erfinden und knappe psychiatrische Aussagen formulieren. Die haben sich im Laufe dieser Projektionen als indifferent erwiesen. Ich möchte für diese Phänomene den Begriff NKI benutzen. NKIs sind „Nicht-kreative Informationssysteme“. Stellvertretend für NKIs sind psychologische oder psychiatrische Aussagen, die auf Wertesysteme und eindeutige Aussagen verzichten, um neurodiverse Eigenschaften nicht zu diskreditieren. Sie erinnern mich an die Aussagen des ehemaligen Bremer Postboten Gerd Postel, der mithilfe von Fake-Identitäten eine psychiatrische Klinik leitete und zu einem geachteten psychiatrischen Gutachter wurde. Astrologische und psychiatrische Aussagen waren für Postel gleichwertig. Psychologie würde ohne Empathie überhaupt nicht funktionieren – und wäre daher streng genommen auch keine Wissenschaft.
Natürlich können Psychiater Aussagen machen, für die sie nicht autorisiert sind: „Das Bild wirkt kreativ, eigenständig und erzählerisch. Es lädt zum Gespräch ein.“ Kann ein Psychiater als Nicht-Künstler oder Nicht-Kunstrezensent überhaupt die Grenzlinie zwischen kreativen/eigenständigen und nicht-kreativen/fremdbestimmten Werken unterscheiden ohne subjektiv mit dem Werk zu interagieren?
Zeiteinheiten (Millisekunden), Marktkapitalisierungen für das Produkt und Produktentwickler*innen sind fiktiv.
Leporello, 8 Seiten.
Beiheft mit 6 Originalzeichnungen
Text: 22 Seiten
30 Exemplare, signiert und nummeriert
800 €












