Samstag, 28. Februar 2026

Grafikmappe zum 111. Todewstag von Christian Morgenstern



Für die Grafiken des Morgensternbuches fertigte Theresa Wedemeyer, Mitglied MDE, die nebenstehend abgebildete Mappe, die am 1. März bei der Eröffnung der SonderausstellungMein Morgenstern“ in Mainburg des Vereins für die Schwarze Kunst erstmals präsentiert wird.

Der Messekatalog 2026 ist online

Die Leipziger Buchmesse 2026 steht vor der Tür und damit eine weitere Leipziger Antiquariatsmesse. Die Zukunft der Branche fest im Blick sind Antiquare mit angetreten, um das schöne alte Buch zu bewahren und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Jedes Antiquariat ist mit seinen besonderem, vielseitigem und einzigartigen Angebot Teil dieser Gemeinschaft.
Mit dabei in diesem Jahr sind z,B. wieder die Pirckheimer Riewert Q. Tode, Christian Bartsch mit dem Roten Antiquariat und Galerie Meridian, sowie die GIAQ.
Web-Katalog 2026

Projekt zum Schutz von Heinrich Manns wertvollem Buchbestand

Ein Band mit Heinrich Manns Exlibris, Signatur: NB hm K 67
Mehr als 3.550 Bände aus Heinrich Manns privater Bibliothek wurden zu Jahresbeginn in der Akademie der Künste sorgfältig trockengereinigt, konservatorisch gesichert und teilweise neu verpackt. Die Aktion fand in Zusammenarbeit der Abteilung Bestandserhaltung, der Bibliothek und der Benutzung der AdK statt. Mit großem Einsatz unterstützte die Internationale Jugendbauhütte Berlin das Vorhaben.
In nur fünf Tagen bearbeiteten 19 Beteiligte rund 75 Prozent des Gesamtbestandes. Für Sommer 2026 ist eine zweite gemeinsame Aktion geplant, die das Projekt abschließen wird.
Blick in die Restaurierungswerkstatt – sorgfältige Sicherung des Bestands, Fotos © Katja Strauß
Die Arbeiten schaffen die Grundlage für die Digitalisierung ausgewählter Bände aus Heinrich Manns Bibliothek. Mit mehr als 4.700 Exemplaren zählt sie zu den Gründungsbeständen der heutigen Akademiebibliothek – und steht im Lesesaal kostenfrei zur Verfügung.

Nürnberg, China und gemalte Musik

Ex-Libris-Kabinett Schloss Burgk Eugen F. Strobel-Matza Gedenkausstellung

Freitag, 27. Februar 2026

Inventing E.T.A. Hoffmann

v.l.n.r.: Steffen Faust, Jörg Petzel, Dr. Dr. Bernd Hesse, Prof. Dr. Bettina Wagner
Freunde und Mitglieder des Berliner Bibliophilen Abend und der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft wohnten Gestern der Vernissage im Stabi KulturwerkInventing E.T.A. Hoffmann (1776–2026)“ bei und konnten einen ersten Blick in die Ausstellung zu werfen.
Dr. Christina Schmitz, Prof. Dr. Bettina Wagner, Anna Rozenfeld, Jörg Holzmann, Dennis Schäfer
Unter den gezeigten Exponaten findet sich übrigens auch eine Widmungspublikation des Berliner Bibliophilen Abend.
Bernd Hesse und Jörg Petzel vor einer Abb. von Stephan Klenner-Otto (Foto bearb.)
Nach Begrüßung durch Dr. Christina Schmitz, Staatsbibliothek zu Berlin und einer Einführung durch die Vorsitzende der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, Prof. Dr. Bettina Wagner von der Staatsbibliothek Bamberg rezitierte Anna RozenfeldKnacknisl un moyznkayser E.T.A. Hoffmann auf jiddisch“ (Nussknacker und Mäusekönig), musikalisch umrahmt von Jörg Holzmann auf einer 1823 gebauten Gitarre. Der Kurator der Ausstellung Dennis Schäfer, selbst ein ausgewiesener Bibliophile, sprach anschließen zu „Curating E.T.A. Hoffmann: Grillen eines Bibliophilen“.
Michael Bensman, Ralf Parkner, Fotos © ad

Powerful Textures. Sprache in Textil

In der Textilgeschichte spielen Wandteppiche und textile Arbeiten im Raum häufig eine Rolle in der Vergewisserung von Werten und Identität. Textile Schrift kann unterschiedliche Funktionen haben: Umgeben zu sein von Worten, sich körperlich darin einzuhüllen, kann trösten, anleiten oder vergewissern.
Cruelty Has a Human Heart, Foto Lise Linnert
Die Sammlung des Klingspor Museums enthält einen einzigartigen Bestand an modernen Schriftteppichen, in dessen Zentrum wandfüllende Arbeiten Rudolf Kochs und seiner Studierenden stehen, die um 1925 in der Offenbacher Werkstatt entstanden. Der tiefreligiöse Künstler, der zu den wichtigsten Schriftgestaltern seiner Zeit zählte, suchte nachflächendeckenden Ausdrucksmöglichkeiten für das Wort Gottes und schuf so ein neues Genre der Schriftkunst. Ab den 1950er Jahren kamen weitere Schriftteppiche ins Museum, von denen ein großer Teil in der Gobelin-Werkstatt von Inge Richter und Gret Mohrhardt gewebt wurden, die über Jahrzehnte in Offenbach bestand und heute fast vergessen ist. Weil sich textile Arbeit häufig mit Weiblichkeit assoziiert, wird textile Schrift in der zeitgenössischen Kunst daneben zunehmend stark in aktivistischen und feministischen Kontexten genutzt. Persönliche Geschichten verweben sich mit Politik und Gesellschaftskritik. Zahlreiche Leihgaben internationaler Künstlerinnen und Künstler zeigen die Bandbreite dieser kraftvollen Ausdrucksmöglichkeiten: die New Yorker Künstlerin Erin M. Riley, Lise Linnert zum Attentat von Utøya, die Schweizer Künstlerin Vreni Spieser und die aus dem Iran stammende Künstlerin Kani Kamil.
Erin M. Riley First Light 2023 Wool, cotton 209 x 254 cm
Einen ganz anderen Aspekt zeigen Leihgaben aus der Sammlung Prinzhorn in Heidelberg, die von Patientinnen der Psychiatrie in den frühen 1920er Jahren als Ausdrucksformgewählt wurden. Komplexe Stickereien bezeugen die intensive, manchmal zwanghafte Auseinandersetzung mit der eigenen Gedankenwelt.
Zu der Ausstellung wird ein Bestandskatalog der Wandteppiche des Museums erscheinen. Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm wird die Ausstellung begleiten.

Eröffnung: 8. Mai 2026, 19 Uhr
Ausstellung: 9. Mai bis 16. August 2026

Klingspor Museum
Herrnstr. 80 | 63065 Offenbach

Donnerstag, 26. Februar 2026

Papier ist für die Ewigkeit

Die Internationale Gutenberg-Gesellschaft Mainz lädt ein zu einem Werkstattgespräch „Papier ist für die Ewigkeit“.

Rund um den Globus schweben die Skulpturen aus Papier, Licht und Luft von Angela Glajcar in Museen, Sammlungen und privaten Häusern. Wo kommen diese Flugobjekte her und wie kommen sie dorthin? Was hat ihr Werkverzeichnis damit zu tun? Genauso facettenreich wie ihre Arbeiten selbst ist ihre Entstehung.
Die Papierbildhauerin Angela Glajcar wird zusammen mit ihrer Atelierleiterin Sasa Hanten Einblicke in ihr Papieruniversum geben.
Terforation Kunstraum Dornbirn © Günter Richard Wett, Innsbruck
Der Titel der Veranstaltung ist jener Installation entlehnt, die Angela Glajcar 2015 für das Gutenberg-Museum schuf. Aktuell stellt sie u.a. in der Albertina Wien aus. Das Werkverzeichnis kann vor Ort erworben werden.

5. März 2026, 18 Uhr, um Anmeldung wird gebeten
 
Gutenberg-Museum MOVED
Aula
Reichklarastraße 1, Mainz

Gott grüß die Kunst!

Der Vater der Hamburgerin Gundula Niegot hat als Schriftsetzer in den 1960er Jahren eine Druckerei eingerichtet - mit Leidenschaft, Herzblut und einem historischen, klingelnden Drucktiegel, Setzschränken & Schriften, Druckfarben und Fachbüchern. Gundula Niegot betreibt die Familiendruckerei als Mitglied im Verein für die Schwarze Kunst nach seinem Tod weiter, um das schöne Handwerk zu bewahren.
Um die Druckerei jedoch am aktuellen Standort erhalten zu können, ist eine Sanierung und Renovierung des Hauses notwendig, bzw. falls das Haus verkauft werden muss, bedarf es einer finanziellen Unterstützungen für den Umzug und die Einrichtung in neue Räume. Dafür hat die "Druckertochter" ein Crowdfunding-Projekt gestartet. Freunde der Schwarzen Kunst können das Projekt hier unterstützen, abonnieren und teilen, jeder Beitrag zählt!

Unterstützen

Mittwoch, 25. Februar 2026

Regionaltreffen im Rhein-Main-Gebiet

Bereits zum 5. Mal seit dem Auftakt im letzten Jahr fand gestern wieder ein Regionaltreffen der Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst im Rhein-Main-Gebiet statt. Sibylle Wieduwilt lud in ihr Antiquariat „Tresor am Römer“ wieder zu einem gemütlichen Austausch über das Sammeln von Büchern, Grafiken, Arbeiten auf Papier, Handschriften usw. ein.
Es ist doch immer wieder schön Sammler und buchaffine Menschen zusammenzubringen. Eindrücke des gestrigen Treffens der Maximilian-Gesellschaft im Rhein-Main-Gebiet und weiterer Sammler und Freunde der Buchkultur im "Tresor". Ein langer Abend mit vielen neuen Anregungen, spannenden Erwerbungsgeschichten und viel Leidenschaft rund ums Sammeln.
(Sibylle Wieduwilt)

John Gerard im 261. Frankfurter Grafikbrief

John Gerard ist einer der renommiertesten Papierkünstler weltweit - und lebt und arbeitet in einem deutschen Dorf in der Vordereifel! Im 261. Frankfurter Grafikbrief stellt Wolfgang Grätz exemplarisch 4 Bücher vor, die John Gerard verlegt hat:
Goethes Zauberlehrling entstand nach der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021, die knapp an Gerards Wohnsitz vorbeiging. Es lebt von intelligenten Faltungen, durch die der Zauberbesen sichtbar wird, die Bütte, die Wellen des Wassers. Und absolut einzigartig: eine Bindung völlig ohne Leim, nur durch Faltung.
Fritz Best, englischer Künstler und Nachfolger von Karl-Georg Hirsch als Professor an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, hat ein Buch über die magische 7 - Todsünden, Tugenden, Wochentage usw. - mit dem Titel Last Judgements geschrieben und es mit 28 in Flachsbütten eingeschöpfte Wasserzeichen illustriert; meines Wissens das erste Buch weltweit, das mit Wasserzeichen illustriert wurde.
Schließlich 2 Bücher, deren orig.-grafische Illustration Prof. Thomas Rug aus Halle oblag: Edgar Allan Poes Kurzgeschichte The Pit and the Pendulum ist mit 12 Orig.-Radierungen veredelt, 5 sizilianischen Stanzen von Wilhelm Bartsch über Erlebtes an den Rändern Europas mit 6 Orig.-Schablithografien, einer pikanten Technik, interpretiert.

Jahresempfang der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin

Am 24. Februar 2026 beim Jahresempfang der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin bei einem erhellenden Vortrag von Ronen Steinke (Süddeutsche) über „Jüdisches in der deutschen Sprache“, ein Vortrag, den man übrigens gern veröffentlicht sehen würde, danach bei Gesprächen über DAS BUCH bei Häppchen und einem und einem zweiten und vielleicht dritten Glas Wein oder Orangensaft oder Bier ...
Ein schöner Abend!
oben: Klaus Bartel, Abel Doering, Detlef und Marina Fritsche, Ninon Suckow
Klaus Bartel und Wolfgang Kaiser | Bernd Illigner (Bildmitte)

Dienstag, 24. Februar 2026

Das Einhorn auf der Leipziger Buchmesse

Die Pirckheimer-Gesellschaft stellt auf der Leipziger Buchmesse den Bücherkindern Brandenburg mit Armin Schubert ein Podium zur Vorstellung ihres Buchprojekts des letzten Jahres „Vom Mehrwert des Einhorns. Das mythische Wesen in der Kunst“ zur Verfügung.
In Kooperation mit dem Museum Barberini und dem Museé de Cluny in Paris haben die Bücherkinder Brandenburg ein Jahr lang zu Kunstwerken über das Einhorn aus verschiedenen Jahrhunderten Erzählungen und Gedichte geschrieben und sind dabei zu phantastischen, utopischen, sozialen, umweltschützenden und kreativen Texten und Bildlösungen gekommen.
Zum Buch schufen die Malerin und Grafikerin Angela Hampel aus Dresden und der Berliner Künstler Petrus Akkordeon Illustrationen, ein Filmteam von ARTE / ZDF hat die Arbeit an diesem Buchprojekt begleitet.

21. März 2026,15 Uhr

Leipziger Buchmesse
Messegelände
Forum Sachbuch: Kontexte (Halle 5, E604)

Glanzlichter der Universitätsbibliothek Basel

Glanzlichter der Universitätsbibliothek Basel – Wissen zugänglich machen: Vom Bücherschrank zum digitalen Repositorium
Wie wird Wissen zugänglich gemacht ‒ damals und heute? Die Geschichte der Universitätsbibliothek Basel ist eng mit ihren Standorten verbunden: das Haus zur Mücke, das Augustinermuseum und die ersten Lesesäle der Universitätsbibliothek spiegeln nicht nur die Entwicklung der Wissensvermittlung, sondern auch architektonische und gesellschaftliche Umbrüche.
Die Veranstaltung bietet Einblicke in die räumliche Geschichte der Bibliothek und zeigt, wie sich das Bereitstellen von Wissen im Laufe der Zeit verändert hat und wie die Digitalisierung neue Raumfragen aufwirft.

19. März 2026, 18.15 Uhr, kostenpflichtig, Anmeldung erforderlich

UB Basel Hauptbibliothek
Vortragssaal (1. Stock)
Schönbeinstr. 18–20, 4056 Basel

Montag, 23. Februar 2026

Ein Fundstück mit Tücken

Welche Altlasten unsere modernen elektronischen Bibliothekskataloge noch mit sich herumschleppen, das erfährt man nur selten, punktuell und meist nur per Zufall. Auf der Suche nach Druckwerken, welche die der Vergessenheit anheimgefallene Autorin Conradine Stinde der Nachwelt hinterlassen hat, fiel dem Forschenden einst ein Büchlein mit dem Titel „Das Geld“ ins Auge. Bei einem zweiten Versuch, die Katalogangaben des Buches anzeigen zu lassen, ging die Suche aber ins Leere. Erst mehrere Anläufe mit veränderten Eingaben führten zum Erfolg, bei dem sich zeigte, dass die Autorin und ihr Buch unter dem Namen Konradine Stinde (Vorname mit „K“) im Katalog der Staatsbibliothek zu Berlin verzeichnet war.
Flugs kamen auch Erinnerungen an die bibliothekarische Ausbildungszeit hinzu, in der die „Preußischen Instruktionen“ (Auch PI genannt, im vollen Titel „Instruktionen für die alphabetischen Kataloge der preussischen Bibliotheken und für den preussischen Gesamtkatalog, vom 10. Mai 1899“) ein bedeutender Teil des Lernstoffes waren. In diesem Regelwerk wird in § 101 und 102 vorgeschrieben, dass abweichende Vornamensformen auf dem Titelblatt wie Adolph, Curth und Hellmuth in die gebräuchlichen Formen Adolf, Kurt und Helmut umzuwandeln seien. So wurde aus Conradine Konradine und ihr rätselhaftes Verschwinden klärt sich auf: Das Büchlein stammt aus dem Jahre 1905 und wurde seinerzeit nach PI mit umgewandelter Vornamensform katalogisiert. Übrigens scheint es ein Unikat zu sein. Es ist aber auch ein Unicum, denn es handelt sich um eine Ausgabe in der Kurzschrift vom Typ Stolze-Schrey, deren Entzifferung nur noch Spezialisten gelingt. Ein elektronisches Programm zur Lesbarmachung der alten Schrift gibt es derzeit noch nicht.

(Ulrich Goerdten)

Bibliophile Gesellschaften auf Instagram

Vor einem viertel Jahr startete der Berliner Bibliophilen Abend einen Instagram-Account, dem Beispiel der Gesellschaft der Bibliophilen folgend, welche seitdem an allen 365 Tagen des Jahres nach dem Muster eines Abreißkalenders einen Beitrag rund um das Thema Buch veröffentlichen wollte. Die Gesellschaft der Bibliophilen beendete dieses durchaus löbliche Vorhaben leider vor einem Monat und hat inzwischen alle Einträge (auch auf Facebook) gelöscht.
Auch der Leipziger Bibliophilen-Abend hat bislang nach dem Neustart seines Kontos vor einem Jahr noch keine Beiträge auf Instagram geteilt, die Pirckheimer-Gesellschaft veröffentlichte seit September 2025 immerhin sechs Beiträge, die im Schnitt sogar 50 "Likes" bekamen.
Die Bilanz des Berliner Bibliophilen Abend sieht folgendermaßen aus: es findet sich hier eine bunte Mischung aus 31 Beiträgen seit dem Start auf Instagram, die jeweils von durchschnittlich 25 Personen "geliked" wurden. Dieses Ergebnis bestärkt den BBA darin, nach einem Testzeitraum von einem viertel Jahr weiterhin auf Instagram präsent zu bleiben.
der BBA auf Instagram - aufzurufen durch Klick auf die Abb.

Sonntag, 22. Februar 2026

Abschied von Freunden

Gedenkausstellung für den Berliner Künstler miley (Michael Ley)
Werke von Michael Ley, Achim Borsdorf, Udo Würtenberger und Giuliana Del Zanna

Am 6. Januar verstarb Michael Ley im Berliner Franziskus-Krankenhaus. Noch bis Anfang Januar hatte der Künstler zusammen mit Archi Galentz eine Ausstellung in der Galerie Wolf & Galentz geplant. Diese Ausstellung wird nun als Gedächtnisausstellung einen Einblick in das vielfältige künstlerische Schaffen mileys eröffnen: Aus seinem umfangreichen und vielseitigen Werk werden Malerei, farbintensive Drucke, Objekte, Künstlerbücher, Schriften und Projektdokumentationen gezeigt.
Die Idee, sein Werk zusammen mit diesen Künstlern auszustellen, stammt von miley selbst.
miley, Künstlerbuch „Bäume“, A6, teilw. mehrfarbigen Holzschnitte, Expl. 7/10
Michel Ley, 1953 in West-Berlin geboren, wurde im turbulenten und freien Berlin sozialisiert. Er studierte zuerst an der TU Chemie und fühlte sich zunehmend zur bildenden Kunst hingezogen. Er begann, sich mit Fotografie zu beschäftigen, fing an zu malen, erlernte ab 1983 die Radiertechnik und arbeitete mit Holz- und Linolschnitt. Seit den 1990er-Jahre arbeitete der Künstler auch mit digitalen Techniken und kombinierte unterschiedliche Drucktechniken. Er beschäftigte sich mit Mail Art und stellte viele Mappen und Künstlerbücher aus, war seit 1984 Teilnehmer der Freien Berliner Kunstausstellung und war bei zahlreichen Festivals und Ausstellungsprojekten vertreten. Auch bei Wolf & Galentz wurden in der Vergangenheit dreimal Werke von ihm ausgestellt.
Chimäre, gemeinsam mit Werner Noske und Udo Würtenberger geschaffene für Drittbrett
Michael Ley war anfangs Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft und später des Berliner Bibliophilen Abend und mileys rege Ausstellungstätigkeit wurde hier dokumentiert, drei seiner Arbeiten wurden darüber hinaus zum „Bibliophilen des Monats“ gekürt.

Vernissage: 6. März 2026, 19 Uhr
Ausstellung: 8. März - 19. April 2026

Wolf & Galentz Kunstgalerie
Wollankstraße 112a, 13187 Berlin

Der Riesencodex der Hildegard von Bingen

In der St. Hildegard-Akademie, Zentrum für Wissenschaft, Forschung und europäische Spiritualität, hält
Dr. Christiane Heinemann einen Vortrag mit Bildpräsentation zum Thema „Der Riesencodex der Hildegard von Bingen. Drama? Komödie? Wunder? Schicksalswege zwischen Ost und West 1942 bis 1948“.
Historische Kommission für Nassau, 2021
Der Riesencodex der Hildegard von Bingen (1098–1179), entstanden noch zu ihren Lebzeiten und ihr „geistiges Testament“, steht weltweit im Fokus der Hildegard-Forschung. Die Handschrift ist der wertvollste Schatz der Wiesbadener Hochschul- und Landesbibliothek. Doch um ein Haar wäre der Codex nach seiner Auslagerung im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen. Auf abenteuerlichen Wegen gelangte die unersetzliche Handschrift aus dem Osten Deutschlands zurück in die Abtei St. Hildegard – es war eine lupenreine Entführung, mitten im Kalten Krieg bewerkstelligt durch die Initiative und die Leidenschaft einer mutigen Frau. Die dramatische Geschichte war bis vor kurzem völlig unbekannt und konnte erst jetzt mit Hilfe neu aufgefundener Originalquellen aus dem Abteiarchiv St. Hildegard enthüllt und als Buch veröffentlicht werden. Die Rettung des Riesencodex ist für die Hildegard-Forschung ein Glücksfall von historischer Dimension.

4. März 2026, 18.30 Uhr
Abtei St. Hildegard 1
Kunstraum
65385 Rüdesheim

Samstag, 21. Februar 2026

Mein Morgenstern in Mainburg

Ab März wird die Wanderausstellung des Vereins für die Schwarze KunstMein Morgenstern“ in Mainburg zu sehen sein. Mit dabei auch ein Faksimile der "B42" Gutenbergbibel und ein Schwarzes Gebetbuch aus der Lichtdruckwerkstatt des Museums für Druckkunst in Leipzig.
Bleisätze im Schließrahmen, Satzschiff,
Typometer und Winkelhaken
Foto: Willi Bexk
Möglich gemacht hat die Ausstellung vor Ort Horst Pinsker, Drucktechniker und leidenschaftlicher Typograph aus Mainburg. Als Mitglied des Vereins für die Schwarze Kunst bereichert er „Mein Morgenstern“ auch noch mit etwas ganz Persönlichem, womit keiner der anderen deutschen Ausstellungs-Standorte aufwarten kann: Pinsker bringt aus seiner persönlichen Werkstatt für die Schwarze Kunst eine Mini-Druckmaschine, einen kleinen „Boston-Tiegel“, mit und besondere Schmankerl traditioneller Druckkunst. Auf einer sogenannten „Nudel“ dürfen die Besucher Bleisatz und Buchdruck selbst ausprobieren und das Ergebnis – natürlich ein Morgenstern-Zitat – mit nach Hause nehmen.

1. März - 3. Mai 2026
Stadtmuseum
Abensberger Str. 15, 84048 Mainburg

Blick auf die Bleisätze im Schließrahmen, Satzschiff, Typometer und Winkelhaken.

Wie die Truckerey erfunden ist worden.

Aus dem Bestand der Bibliothek „Altes Buch, ins Leben gerufen von Tassilo Schweiger im April 2019, werden auf Instagram im Konto der Gesellschaft der Bibliophilen zwei interessante Artikel von Johannes Aventinus (i.e. Turmair, Johann Georg) vorgestellt, zwischen 1506 und 1517 geschrieben, posthum 1554 auf Latein und 1566 auf Deutsch erschienen.
Wie die Truckerey erfunden ist worden.
Im oben erwähnten Jahr [1450] wurde auch die Druckerei in Mainz erfunden, von einem gewissen Hans Faust. Er hat zwei Jahre damit verbracht, mithilfe seines Gefährten Peter Schäfer aus Gärenßheim, dem er seine eigene Tochter Christina zur Ehe gab. Die zwei haben diese Kunst lange geheim gehalten, niemand durfte zusehen, und haben allen Gesellen und Knechten zu solcher Arbeit und Kunst einen Eid schwören lassen, dass sie es niemanden verraten oder lehren durften. Doch nach zehn Jahren hat der Diener des oben erwähnten Schäfer diese Kunst offenbart und öffentlich ans Licht gebracht, Hans Gutenberg aus Straßburg in Deutschland. Seine Landsleute Ulrich Han und Sixt Reiß brachten sie als erstes ins Welschland und nach Rom, so wurde sie zu unseren Zeiten so bekannt, dass nirgendwo ein Ort ist, in dem man sie nicht kennt. Man druckt Lateinisch, Griechisch und Hebräisch. Dadurch wurden die Bücher erschwinglich. Während einer ein Buch an einem Tag druckt, brächte ein anderer ein ganzes Jahr, um sie zu schreiben. Peter Schäfer, der Enkel des oben genannten Faust, dem Erfinder dieser Kunst, druckt jetzt in Mainz und Straßburg. Diese Kunst wäre nicht erfunden worden, wenn die alten Bücher nicht verloren gegangen worden wären. Man will in den Stiften und Klöstern nicht mehr schreiben. Dort wurden zuvor die Bücher geschrieben, die die Schule aufhielten.
Wie das Pergamen erfunden / und die Lateinisch und Römisch Sprach in eine rechte maß gebracht sey worden.
Oben habe ich erwähnt, wie das Papyrus, das damals verwendet wurde, insgesamt aus Ägypten importiert wurde. Man habe sonst keines gefunden. So hatten auch die Ägyptischen Kaiser eine große, mächtige Bibliothek in ihrer Hauptstadt Alexandria täglich verbessert und vergrößert, und einen Gelehrten einbestellt, der sie stets pflegte. Zu dieser Zeit pflegte die Bücher Aristarchus. Und die oben erwähnten Attalus, sein Sohn Emenes, und Attalus, der König in Asien, das bei den Alten das "Trojanische Königreich" genannt wurde, bei uns jetzt "Groß-Türkei" heißt, wollten dem Kaiser von Ägypten in nichts nachstehen, und wollten der Welt auch einen großen Nutzen bringen, und auch einen ewigen Ruhm und Lob empfangen. Sie richteten die vorzüglichsten Buchkammern der Welt in ihrer Hauptstadt Pergamon ein, und bestellten auch einen Gelehrten namens Crates Malates ein. So hatten die Könige einen Streit, bei dem einer den anderen mit der Menge und dem Wert der Bücher übertreffen wollte. Die ägyptischen Kaiser wollten nicht nachgeben, wollten auch die größte Bibliothek der ganzen Welt haben. Deshalb liesen sie kein Papyrus mehr aus Ägypten den oben erwähnten Königen zukommen. Diese aber fanden einen anderen Weg, indem sie Kälberhaut zurichteten, und beizten nur den Ausschuss, auf dem man auch schreiben konnte, und forderten garkein Papyrus mehr an. Das nennt man heute noch Pergament, nach der Hauptstadt, wo es oben genannte Könige erfunden haben. Und bevor Crates von seinen Königen zum Römischen Rat nach Rom geschickt worden ist, war er es, der der Lateinischen Sprache und Römischen Dialekten Art und Weise gegeben hat, wie die Wörter enden und wie man sie schreiben und aussprechen muss.

Freitag, 20. Februar 2026

Fälschungen des „ND“ in der DDR

In der Reihe „Im Fokus: Auf Entdeckungsreise durch unsere Sammlungen“ wird jeden Monat in der Staatsbibliothek zu Berlin ein ausgewähltes besonderes Objekt vorgestellt.
Neues Deutschland 1988-03-19 (Sonnabend) Nr-39. Fälschung
Die Tageszeitung „Neues Deutschland“ war von 1946 bis 1990 nicht nur die Parteizeitung der SED, sondern als Organ ihres Zentralkomitees auch offizielle Regierungszeitung der DDR. Weil es keine echte „Oppositionszeitung“ zum ND gab, wurden zu Propaganda- und Agitationszwecken Fälschungen dieser Zeitung in der DDR in Umlauf gebracht. Im Fokus stellt Christoph Albers diese Fälschungen vor und erläutert deren Hintergründe und politische Auswirkungen.

25. März 2026, 16 Uhr, Anmeldung erforderlich

Staatsbibliothek zu Berlin
Raum Oxford
Unter den Linden 8
10117 Berlin