Werner Klemke gehörte zu den Künstlern, die das Erscheinungsbild von Büchern und Zeitschriften in der DDR über Jahrzehnte mitprägten. Er war Grafiker, Buchillustrator und Professor an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Von 1954 bis 1989 gestaltete er die Titelseiten der Zeitschrift „Das Magazin“ und war auch der Schöpfer des berühmten kleinen Magazin-Katers. Für seine Arbeiten erhielt er unter anderem dreimal den Nationalpreis der DDR.
Klemke illustrierte Bücher für Kinder ebenso wie große Werke der Weltliteratur. Boccaccio, Cervantes, Brecht und viele andere bekamen durch seine Feder eine ganz eigene Handschrift. Seine Zeichnungen waren oft leicht, lebendig, manchmal verschmitzt und trotzdem mit erstaunlich wenigen Strichen auf den Punkt gebracht. Man musste nicht erst auf den Namen des Illustrators schauen. Bei vielen seiner Arbeiten wusste man einfach: Das könnte ein Klemke sein.
Und genau an dieser Stelle schließt sich für mich ein ganz persönlicher Kreis.
Wer mein Buch DDR 2.0 - Was wäre, wenn wir geblieben wären? irgendwann zum ersten Mal in der Hand hält, soll nämlich nicht nur eine Geschichte über eine DDR lesen, die niemals verschwunden ist. Ich wollte, dass sich bereits das Buch selbst ein wenig so anfühlt, als wäre es irgendwann um 1970 herum entstanden.
Deshalb habe ich mich bei der gesamten Gestaltung bewusst an dieser Zeit orientiert. Das Papier, die Schrift, die Initialen am Anfang der Kapitel, die kleinen Vignetten und schließlich die insgesamt 40 Zeichnungen im Buch. Diese Illustrationen wurden im Grundstil jener klassischen DDR-Buchgrafik entwickelt, für die Künstler wie Werner Klemke stehen.
Die Bilder, von denen ihr hier einige Beispiele seht, sollen eben nicht aussehen wie moderne Hochglanzillustrationen aus dem Computer. Sie sollen wirken, als hätte ein Zeichner mit Feder und Tusche am Tisch gesessen und anschließend wären sie auf leicht vergilbtem Papier in einem DDR-Verlag gedruckt worden.
Das war für mich von Anfang an wichtig. Ich wollte kein modernes Buch, auf dessen Umschlag zufällig „DDR“ steht. Ich wollte versuchen, ein Buch zu schaffen, bei dem man beim Aufschlagen für einen kurzen Moment denkt: Das könnte seit 50 Jahren in meinem Bücherschrank stehen.
Und vielleicht ist genau das auch eine schöne Form der Erinnerung an Menschen wie Werner Klemke. Nicht indem man ihre Arbeiten einfach kopiert, sondern indem man sich daran erinnert, welche Wärme, welchen Humor und welche unverwechselbare Handschrift solche Zeichnungen einem Buch geben konnten.
Wenn ihr also irgendwann im Dezember mein Buch aufschlagt und euch eine dieser Zeichnungen irgendwie bekannt vorkommt, obwohl ihr sie garantiert noch nie gesehen habt, dann ist genau das beabsichtigt.
Werner Klemke starb heute vor 32 Jahren. Seine Bilder aber stehen noch immer in unzähligen Bücherregalen. Manchmal ziemlich gut versteckt zwischen zwei Buchdeckeln. Und vielleicht ist das für einen Buchillustrator ohnehin die schönste Form von Unsterblichkeit.
Klemke illustrierte Bücher für Kinder ebenso wie große Werke der Weltliteratur. Boccaccio, Cervantes, Brecht und viele andere bekamen durch seine Feder eine ganz eigene Handschrift. Seine Zeichnungen waren oft leicht, lebendig, manchmal verschmitzt und trotzdem mit erstaunlich wenigen Strichen auf den Punkt gebracht. Man musste nicht erst auf den Namen des Illustrators schauen. Bei vielen seiner Arbeiten wusste man einfach: Das könnte ein Klemke sein.
Und genau an dieser Stelle schließt sich für mich ein ganz persönlicher Kreis.
Wer mein Buch DDR 2.0 - Was wäre, wenn wir geblieben wären? irgendwann zum ersten Mal in der Hand hält, soll nämlich nicht nur eine Geschichte über eine DDR lesen, die niemals verschwunden ist. Ich wollte, dass sich bereits das Buch selbst ein wenig so anfühlt, als wäre es irgendwann um 1970 herum entstanden.
Deshalb habe ich mich bei der gesamten Gestaltung bewusst an dieser Zeit orientiert. Das Papier, die Schrift, die Initialen am Anfang der Kapitel, die kleinen Vignetten und schließlich die insgesamt 40 Zeichnungen im Buch. Diese Illustrationen wurden im Grundstil jener klassischen DDR-Buchgrafik entwickelt, für die Künstler wie Werner Klemke stehen.
Die Bilder, von denen ihr hier einige Beispiele seht, sollen eben nicht aussehen wie moderne Hochglanzillustrationen aus dem Computer. Sie sollen wirken, als hätte ein Zeichner mit Feder und Tusche am Tisch gesessen und anschließend wären sie auf leicht vergilbtem Papier in einem DDR-Verlag gedruckt worden.
Das war für mich von Anfang an wichtig. Ich wollte kein modernes Buch, auf dessen Umschlag zufällig „DDR“ steht. Ich wollte versuchen, ein Buch zu schaffen, bei dem man beim Aufschlagen für einen kurzen Moment denkt: Das könnte seit 50 Jahren in meinem Bücherschrank stehen.
Und vielleicht ist genau das auch eine schöne Form der Erinnerung an Menschen wie Werner Klemke. Nicht indem man ihre Arbeiten einfach kopiert, sondern indem man sich daran erinnert, welche Wärme, welchen Humor und welche unverwechselbare Handschrift solche Zeichnungen einem Buch geben konnten.
Wenn ihr also irgendwann im Dezember mein Buch aufschlagt und euch eine dieser Zeichnungen irgendwie bekannt vorkommt, obwohl ihr sie garantiert noch nie gesehen habt, dann ist genau das beabsichtigt.
Werner Klemke starb heute vor 32 Jahren. Seine Bilder aber stehen noch immer in unzähligen Bücherregalen. Manchmal ziemlich gut versteckt zwischen zwei Buchdeckeln. Und vielleicht ist das für einen Buchillustrator ohnehin die schönste Form von Unsterblichkeit.
Das „DDR 2.0 - Was wäre, wenn wir geblieben wären“ erscheint in der ersten Dezemberwoche 2026 und kann bereits jetzt vorbestellt werden.
(Holger Jacob)
(Holger Jacob)










