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Neben den Werken Kretzschmars hängen satirische Zeichnungen von Manfred Sondermann (1938–2025). Der Künstler, der bis zu seinem Tod in der Nähe des Satiricums lebte, wird mit einer umfassenden Retrospektive geehrt. Immer wieder griff Sondermann die Berufswelt auf, zeichnete den Spaß in die Technik- und Arbeitswelt. Später reifte er zum politischen Zeichner, karikierte Themen wie Umweltzerstörung, den Verfall der Infrastruktur oder die Falschheit des Systems. Nach 1990 entwickelte der Ingenieur und Karikaturist die Figur Ossikar und begleitete mit ihr über 15 Jahre lang den »Vereinigungsprozess« aus Sicht eines neuen Bundesbürgers, der freilich immer noch ein Ossi ist.
In einem weiteren Raum finden sich 130 Karikaturen von Heinz Jankofsky. Da fällt einem prompt die Zeichnung ein, in der es um die halbvergessene Sendung »Glücksrad« geht: Gesucht wird eine Redewendung. »Doof bl…ibt doof« ist bereits aufgedeckt, der Kandidat sagt: »Ich kaufe ein A.« Oder die Zeichnung eines prähistorischen Paares, das bei starkem Regen verzweifelt Schutz in einem Zelt sucht. Von der anderen Seite lächelt ein Mammut aus einer trockenen Höhle rüber. Die Frau sagt: »Wie wir hausen, ist dir egal. Hauptsache dein geliebtes Mammut steht trocken.« Der gelernte Lokschlosser Jankofsky wurde 1935 in Berlin geboren und verstarb 2002 am Bebersee in der Uckermark. Gern zeichnete er den Alltag mit Standesamt, Kneipe und Haustieren, aber auch absurde Ideen oder blödsinnige Wendungen. Typisch für ihn sind die Figuren – mit Gurken- oder dicken Stupsnasen, Augenringen. Charakteristische Typen, die seit den 70ern die Neue Berliner Illustrierte, den Eulenspiegel oder Die Trommel bevölkerten.
(Thomas Behlert, » junge Welt« vom 19.06.2026)
Manfred Sondermann & Harald Kretzschmar: bis 28. Juni 2026
Heinz Jankofsky: bis 1. November 2026
Fürstlich Greizer Park, 07973 Greiz


















