Montag, 3. August 2026

Empfang anlässlich des Geburtstages von Herbert Kästner

Der Leipziger Bibliophilen Abend veranstaltet in Kooperation mit der Familie Kästner einen Empfang zur Feier des 90. Geburtstages seines Ehrenmitglieds Herbert Kästner am Samstag, dem 5. September 2026 um 11 Uhr im Foyer des Deutschen Buch- und Schriftmuseums am Deutschen Platz 1 in Leipzig. Wer dem profunden Bibliophilen, Sammler, Herausgeber, Autor und verdienstvollen Bibliographen persönlich gratulieren oder ihn beschenken möchte, ist hiermit herzlich eingeladen. Aus zwingendem Grund der Planungssicherheit bitten wir um Anmeldung (unter eberhard.patzig@gmail.com) bis zum 3. August 2026.

(Der Vorstand des LBA)

Regionaltreffen der Maximilianer im Rhein-Main-Gebiet

Ende September kommt die Maximilian-Gesellschaft der Region Rhein-Main in der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg zusammen.
Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Christos Vittoratos, CC BY-SA 3.0
Die Teilnehmer bekommen dort einen aktuellen Einblick in die Provenienzforschung bei Büchern. Der zuständige Kurator Daniel Dudde berichtet über neue Entwicklungen, stellt einige besonders interessante Stücke vor und beantwortet unsere Fragen.
Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Provenienzermittlung von möglichem NS-Raubgut, daneben geht es aber auch um Provenienzforschung weiter zurückliegender Zeiten im Rahmen der Sammlungen der UB. Im Anschluss an den Bibliotheksbesuch besteht die Möglichkeit, den Abend in der Nähe bei einem gemeinsamen Restaurantbesuch zu beschließen.

30. September 2026, 18:15 Uhr, Anmeldung erforderlich
Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg
Freimannplatz 1, 60325 Frankfurt am Main

Vierstimmig – Meisterschüler von Karl-Georg Hirsch

Bettina Haller und Gabriele Sperlich, Harald Alff und Stefan Knechtel – ihr Bemühen um den Hochdruck eint sie und ihren Lehrer: Alle vier waren Meisterschüler bei Karl-Georg Hirsch an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Die 2026er Ausstellung des Leipziger Bibliophilen-Abends stellt sie nicht einander gegenüber. Sie führt zusammen, führt weit hinaus ins Eigene. Zeigt Prägungen, die über Jahrzehnte wirken, die sich ausformten in eigener Hand-Schrift. Buch-Kunst in bestem Sinn.
Bettina Haller: "Zu Pablo Neruda: 'Ode an die Dinge'", Acrylstich, Farblinolschnitt, 2020, 11 x 16 cm.
Zu sehen ist diese Schau, die von Karl-Georg Hirsch gestaltete Blätter und Bücher einschließt, von Anfang September bis Ende Oktober im Literaturhaus Leipzig, dem Haus des Buches, einem durch Preisgabe gefährdeten Ort. – Für Bettina Haller offeriert diese Ausstellung mehr als nur Arbeiten zweier Generationen. „Sie zeigt auch die nach vielen Jahren des Studienabschlusses bestehende Verbundenheit und das Interesse an der Arbeit der jeweils anderen.“ Die freiberufliche Grafikerin (Jahrgang 1971) betreibt in Chemnitz (sowie in Kemberg und Lichtenau) die Sonnenberg-Presse.
Albert Vigoleis Thelen: "Im Lande des Don Quijote", mit Farbholzschnitten von Stefan Knechtel. Witzwort: Quetsche 2014.
Karl-Georg Hirsch begegnete ich in der Hochdruckwerkstatt unter dem Dach der HGB. Konzentriert bearbeitete er mit seinen Werkzeugen die edlen Hölzer. Dieser Anblick hat sich bei mir eingeprägt“, sagt Stefan Knechtel (Jahrgang 1964). Heute lebt er freischaffend in Altenburg.

Gabriele Sperlich (Jahrgang 1961) zählt wie Alff zu den Mitbegründern von hochdruckpartner Galerie + Werkstatt GbR in Leipzig. Nach ihrem Studium habe sie gemerkt, Malerei sei nicht alles, blickt sie zurück: „Ich brauchte Freiheit, mich auszuprobieren. Das Meisterstudium bei Karl-Georg Hirsch hat mir das wunderbar ermöglicht.“ 
Bettina Haller: "Unter den Gipfeln ist Ruh' II", Farblinolschnitt, 2023, 42 x 60 cm.
Karl-Georg Hirsch hat sich in großem Maß für die Buchkunst in Deutschland verdient gemacht. Wir möchten zeigen, dass seine Intentionen weitergetragen werden“, sagt LBA-Vorstand Ulrich Heublein, der die Ausstellung kuratiert. Hirschs Lebensleistung spiegele sich nicht zuletzt darin, dass seine Schüler „keine Epigonen wurden, sondern Eigenes entwickelten – auf einem sehr hohen künstlerischen Niveau.

(nach einer Information von Ekkehard Schulreich)

(Achtung: geänderter Termin!)
Ausstellung: 7. September - 30. Oktober 2026
Künstlergespräch: 24. September 2026, 19 Uhr

Haus des Buches | Literaturhaus Leipzig
Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig

Sonntag, 2. August 2026

Konklave der Miniature Book Society in Berlin

Die Miniature Book Society (MBS) führt ihr jährliches internationales Treffen als „Konklave“ durch. Dieses finden jedes Jahr an einem anderen Ort statt, hauptsächlich in den USA, aber auch in anderen Ländern, so in Princeton (NJ), San Diego (CA), Seattle (WA), New Orleans (LA), Dublin, Irland und Amsterdam, Niederlande, zuletzt auch mit allem Veranstaltungen und Präsentationen virtuell. Das erste Konklave in Deutschland fand 1999 in Koblenz statt, in diesem Jahr erstmalig in Berlin.
Auf einer Buchmesse im Rahmen des Jahrestreffens werden Aussteller aus den USA, England, Schottland, Schweiz, Lettland und Australien anwesend sein, sowie auch der Freundeskreis Miniaturbuch Berlin.

Anmeldung (verlängert bis 26. August 2026), weitere Informationen per email: angelika(at)minioffice-aj.de

(Angelika Jäck, Organisatorin)

MBS Conclave XLII: 27. – 31. August 2026
Buchmesse: 30. August 2026, 10 – 16 Uhr

Maritim proArte Hotel
Berlin, Friedrichstr. 151 / Dorotheenstraße 65

Exlibris des Monats: zum Gedenken an den 6. August

Das Exlibris des Monats August 2026 wurde anlässlich des Hiroshima-Gedenktages ausgewählt.
Carla Fusis feine Radiertechnik ist in Exlibriskreisen zu Recht sehr geschätzt. Sie gehört zu den Künstlern, die mit ihrer Kunst nicht nur erfreuen, sondern auch etwas mitteilen möchten. So auch auf ihrem Exlibris aus dem Jahr 2016 für Lydia Willemsen. Im Mittelpunkt steht, obwohl genaugenommen eigentlich nur in der rechten Hälfte im Vordergrund der horizontalen Radierung ein extrem großes und bewundernswert fein radiertes Ginkgoblatt, das mit seiner originellen Fächerform auf die kreative und perfekte Schönheit der Natur verweist und einen somit erfreut, das einen aber auch aufgrund des beträchtlichen Anteils, den das Blatt auf der Exlibris Radierung einnimmt, sogleich zum Nachdenken darüber motiviert, wofür ein Ginkgo Blatt in der Kunst- und Kulturgeschichte eigentlich steht. Das Ginkgoblatt ist nämlich ein tiefgründiges Symbol, das in verschiedenen Kulturen und Zusammenhängen unterschiedliche Bedeutungen hat, allerdings immer positive. Als Germanistin fällt mir da zunächst die von Goethe lyrisch herausgearbeitete symbolische Bedeutung des Ginkgoblattes ein, das wegen seiner Form – zwei Blätter, die sich zu einem einzigen Ganzen vereinigen („sich erlesen“) – zum Symbol („geheimer Sinn“) für menschliche Beziehungen, also für Freundschaft und – vor allem – für Liebe steht. ,,,

(Ulrike Ladnar, gesamter Beitrag hier)

Samstag, 1. August 2026

Das illustrierte Wörterbuch des Buches

Bibliophiles des Monats ist diesmal ein Buch, welches Bibliophilie selbst zum Thema hat: das „Wörterbuch des Buches“ in einer illustrierten Neuausgabe der Favoritenpresse.

Sicher hat fast Jeder, der in irgendeiner Weise mit dem Buch zu tun hat, diesen Titel, entweder in der 1. Auflage von Helmut Hiller, die bei dem inzwischen erloschenen Verlag Vitttorio Klostermann 1954 erschien, oder in einer späteren, mit Stefan Füssel (der seit 2024 alleiniger Rechteinhaber ist) überarbeiteten Auflage in seiner Bibliothek.
Die im August zum Bibliophilen des Monats gekürte Ausgabe wird jedoch nicht nur als Standardwerk oder wegen der erneuten Überarbeitung und Ergänzung mit Begriffen computergestützter Herstellung und Vertrieb von Büchern interessant, sondern vor allem durch die Gestaltung, die dem Buchinhalt nun auch eine adäquate Form gibt.
Das mag vermutlich auch der Grund sein, dass dieses Wörterbuch mehr ist als ein bloßes Nachschlagewerk. Man möchte die genaue Bedeutung eines Begriff nachlesen oder einfach nur schauen, ob ein selten gebrauchtes Wort aufgeführt ist, bleibt an den Illustrationen hängen, blättert in diesem Fachbuch herum und merkt erst nach einiger Zeit, dass man dabei ist, ein Lexikon wie einen Roman von vorn bis hinten zu lesen. Was gibt es für ein größeres Lob für diese Ausgabe eines Wörterbuches!
Abb.: Line Moerath, Taschenbuch
Bodo von Hodenberg, selbst Mitglied bibliophiler Gesellschaften wie dem Berliner Bibliophilen Abend, betont, dass für ihn und seine Favoritenpresse das „schöne Buch … aus Text und Illustration“ besteht, „in dieser Kombination erst vermittelt sich … die Leichtigkeit und die ‚Wirkung auf die Sinne‘“. Diese Aufwertung ist in hohem Masse gelungen und wurden von 24 Graphikern, darunter Cäcilie Hoff, die die Gestaltung übernahm, illustrativ beigesteuert, unter künstlerischer Leitung und konzipiert von Jakob Hinrichs und mit Pantone-Farbe auf 115gsm Munken white gedruckt.

Stefan Füssel, Das illustrierte Wörterbuch des Buches
8. erneut überarbeitete und neugestaltete Ausgabe 2026
auf der Grundlage des „Wörterbuch des Buches“ von Helmut Hiller

Hamburger Bothe # 35

Hamburger Bothen lesen durch Klick auf die Abb.
Der »Hamburger Bothe«, dessen 35. Ausgabe hier vorliegt, war ja in einer Notsituation ge gründet worden, als die Corona-Krise eine Zusammenkunft von Hamburger Mitgliedern der Pirckheimer-Gesellschaft verhinderte und ein digitales Mitteilungsorgan an die Stelle der unmittelbaren Kommunikation treten musste. Aus diesen bescheidenen Anfängen heraus hat sich der »Bothe« inzwischen zu einem beachteten Organ entwickelt, in dem bibliophile Interessen auf vielfältige Weise bedient werden und die Buchkunst einen engagierten Fürsprecher gefunden hat.

(Peter Engel)

Freitag, 31. Juli 2026

Berliner Bibliophilen Abend auf der Rare Books Berlin

Im Rahmen des 2026 in Berlin abgehaltenen ILAB-Kongresses wird die Antiquariatsmesse Rare Books Berlin stattfinden, ein außergewöhnliches Erlebnis für Sammlerinnen und Sammler, Antiquariatsbuchhändler, Galerien und Bibliophile aus aller Welt.
Der Berliner Bibliophilen Abend wird bei dieser, durchaus als spektakulär zu bezeichnenden, Messe mit über 100 Teilnehmern aus aller Welt auf 3 Etagen im Kronprinzenpalais Unter den Linden dabei sein und und sich mit Jahresgaben, Widmungsexemplaren und weiteren Publikationen aus den letzten 120 Jahren vorstellen.
Der BBA, 1905 gegründet, 1933 als jüdisch denunziert, verfolgt und aufgelöst, 1954 wiedergegründet, stand vor wenigen Jahren vor der Selbstauflösung, ein Schicksal, welches mit Ausnahme des Leipziger-Bibliophilen Abend und der Fränkische Bibliophilengesellschaft alle regionalen Bibliophilen-Organisationen in Deutschland ereilte.
Es ist ein Zeichen seines Wiedererstarkens und damit umso mehr erfreulich, auch die Berliner Bibliophilen auf dieser international bedeutenden Messe des bibliophilen Buches zu finden.

Rare Books Berlin
Kronprinzenpalais, Unter den Linden 3, 10717 Berlin
Berliner Bibliophilen Abend, 1. Etage, Stand 60

1 Kommentar(e):
31. Juli 2026: Abel Doering hat gesagt ...
Für die Möglichkeit einer Teilnahme des BBA an der Rare Books Berlin möchte ich der ILAB, den Veranstaltern und vor allem natürlich Julian Brandis und Elvira Tasbach herzlich danken.

Interview zur Pirckheimer-Gesellschaft

Interview hören oder herunterladen durch Klick auf die Abb.
Carsten Hueck vom Deutschlandfunk sprach mit Till Schröder in einem knapp 10minütigem Interview über die Pirckheimer-Gesellschaft und den von ihr herausgegebenen Marginalien.

Donnerstag, 30. Juli 2026

die Mumiendrucke des Carl Maria Seyppel

Seyppel, Karl Maria: Schlau, schläuer, am schläusten : aegyptische Humoreske / niedergeschrieben und abgemalt 1315 Jahre vor Christi Geburt von C. M. Seyppel, Hofmaler und Poe͏̈t Seiner Majestät des Königs Rhampsinit III., Memphis,
Innerhalb der Veranstaltungsreihe „Im Fokus: Auf Entdeckungsreise durch unsere Sammlungen“ der Staatsbibliothek zu Berlin „Druckfrische antike Bücher“.
Druckfrisch und antik? Was soll das sein? Ein bibliophiler Scherz! Und eine originelle Geschäftsidee.
Carl Maria Seyppel, ein Zeichner und Autor von Bildgeschichten, wie wir sie von seinem Zeitgenossen Wilhelm Busch kennen, wählte ein antikes Thema als Vorlage.
Damit nicht genug, sollte das Buch aber auch aussehen, als sei es tatsächlich ein echtes Fundobjekt aus der Antike. Also wurde dickes Papier gewählt, dieses gefärbt und angekokelt. Diese echten Fälschungen werden präsentiert.

19. August 2026, 16 Uhr, Anmeldung erforderlich

Staatsbibliothek zu Berlin
Raum Oxford
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Illuminierte Fragmente aus mittelalterlichen Handschriften

Eine Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg zeigt derzeit illuminierte Fragmente aus mittelalterlichen Handschriften.
Das Museum zählt mit rund 400 Fragmenten mittelalterlicher Handschriften zu den bedeutendsten Sammlungen im deutschen Sprachraum. Es sind teilweise ganze Seiten oder ausgeschnittene, kunstvolle und farbenfrohe Initialen. Sie entstanden zwischen dem 9. und 15. Jahrhundert und stammen aus Gradualen, Antiphonarien, Missalien, Bibeln, religiösen Texten und Heiligenlegenden. Damit eröffnen sie einen faszinierenden Einblick in die Vielfalt und Schönheit der mittelalterlichen Buchkunst.

Nach der Revolution von 1789 in Frankreich wurde es zunehmend üblich, alte Kodizes zu zerlegen – eine Art kultureller „Vandalismus“. Zwar wurden die einzelnen Blätter aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gerissen. Trotzdem zeigen sie weiterhin ihre chronologische, regionale und thematische Vielfalt. Durch umfangreiche Forschungsarbeiten in den letzten Jahren konnte eine Rekonstruktion ursprünglicher Zusammenhänge erreicht und somit bislang Aspekte aufgedeckt werden.

Die intensive Farbigkeit, die präzise Naturbeobachtung sowie die fantasievollen Randverzierungen und Initialen verleihen den Blättern eine außergewöhnliche erzählerische Lebendigkeit. Obwohl die meisten dieser Blätter bereits 1903 veröffentlicht wurden, gab es bislang keine umfassende Präsentation, die einen vollständigen Überblick bot.

1. Juli 2026 – 31. Januar 2027, um die empfindlichen Originale zu schützen, werden sie Anfang Nov. durch andere Exemplare ersetzt

Germanisches Nationalmuseum
Kartäusergasse 1, 90402 Nürnberg

Mittwoch, 29. Juli 2026

Heinz Knobloch - Mit Feuilletons gegen Geschichtsvergessenheit

Bei endlich sommerlichen Temperaturen von annähernd 30° zog es Mitglieder des Berliner Bibliophilen Abend und Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin in die zwar dunklen, aber kühlen Räume des Stabi-Kulturwerks zu einem inhaltsschweren Vortrag von Helmut Mehnert vom Freundeskreis Heinz Knobloch zu einer kleinen Ausstellung aus Anlass seines 100. Geburtstages in drei Vitrinen über diesen Schriftsteller und Journalisten. 
Fotod © ad, lks, rechts im Bild: Helmut Mehnert, Freundeskreis Heinz Knobloch
Bildmitte Gwendolyn Mertz-Jork, Geschäftsführerin der Freunde der Staatsbibliothek
Heinz Knobloch (3.3.1926 – 24.7.2003), geboren in Dresden, fand als Journalist und Schriftsteller in Berlin den Mittelpunkt seines Schaffens und Wirkens.
Im Mitgliederverzeichnis von 1981 der Pirckheimer-Gesellschaft, in der er bis 1985 Mitglied war, wird er als Sammler von Feuilleton, Berlin, Zeitungen, Judaica und (sic!) Friedhöfe ausgewiesen.
Übrigens, wer Zugriff auf die Zeitschrift „Marginalien“, 65. Heft (1977) hat, dem sei die „Perleberger Würfel-Rede“ von Heinz Knobloch ans Herz gelegt, die dieser anlässlich eines Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft hielt.

Ausstellung: 13. Mai - 27. September 2026
Stabi-Kulturwerk
Unter den Linden 8, 10117 Berlin
Führungen möglich unter knobloch100@web.de

Der Friedhof der vergessenen Bücher

Laut Schätzungen wurden nach 1989 mehr als 80.000.000 Bücher aus der DDR-Zeit unwiederbringlich vernichtet. Ganze Deponien stapelten Bücher, die kurz zuvor noch oft, gern und liebevoll von Menschen der DDR gelesen wurden, meterhoch.
Ich selbst habe diese Deponien noch in den 1990ern gesehen.
Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt nur einmal Vergleichbares gesehen: Auf Fotos aus dem Jahr 1933...
Nach 1990 verschwanden nicht nur Betriebe, Biografien und Lebensleistungen. Es verschwanden Bücher. Millionen. Ganze Bibliotheksbestände aus der DDR wurden entsorgt, verramscht, verbrannt oder schlicht ignoriert.

Was blieb, war eine kulturelle Leerstelle. Und genau hier beginnt die Geschichte der Peter-Sodann-Bibliothek.
Peter Sodann (1936 . 2024) beim Pirckheimer-Jahrestreffen 2015, Foto: Ralf Wege
In Staucha bei Meißen entstand ein Ort, den es so kein zweites Mal gibt: eine Bibliothek, die sich ausschließlich Büchern widmet, die zwischen 1945 und 1990 in DDR-Verlagen erschienen sind. Keine Auswahl nach politischer Opportunität, keine westliche Nachsortierung, kein "das kann weg": Alles bleibt.
Heute umfasst der Bestand mehrere hunderttausend Bücher. Rund 210.000 Titel sind bereits katalogisiert, viele weitere warten noch auf Sichtung und Erfassung. Darunter Belletristik, Kinder- und Jugendbücher, Sachliteratur, Lyrik, Theatertexte – und sogenannte graue Literatur: Betriebsdrucksachen, Gewerkschaftsmaterial, Broschüren, Publikationen, die sonst nirgends überliefert wurden.

(Markus Gelau, gesamter Artikel hier)

Dienstag, 28. Juli 2026

Wasserkunst, Malerei und Grafik

In Wurzbach ist aktuell die Ausstellung Wasserkunst, Malerei und Grafik, u,a, mit computerbasierter Grafik von Sieglinde Kunath, zu sehen.
Druck nach einer Zeichnung von Sieglinde Kunath
Auch das Sommerfest für die Kunst des Kunsthauses Müller steht in diesem Jahr unter dem Thema Wasser. Traditionell hängt Grafik auf der Wäscheleine. Die Musiker des Hot Club d´ Allemagne erfreuen mit Swing und Jazz und man kann bei hausgebackenen Kuchen und Kaffee inmitten von Kunst beisammen sein.
Zur Ausstellung erscheint eine Vorzugsgrafik „Landung eines U-Bootes“ von Michael Fischer-Art

Ausstellung: 29. Juli - 2. Oktober 2026
Lesung: 1. August 2026, 14 Uhr „Zwei Wassertropfen auf Reisen“. Mit der Autorin Irene Zoch und der Illustratorin Sieglinde Kunath
Sommerfest: 22. August 2026 um 14.00 Uhr
Tag des offenen Denkmals: 13. September 2026, 10 - 18 Uhr
Kunsthaus Müller
è Kunsthaus Müller & Galerie für zeitgenössische Kunst
Markt 6, 07343 Wurzbach/Thüringen

Ikfiiqaromiko. Wie bitte!

Unter dem Titel „Ikfiiqaromiko. Wie bitte!“ erschien im Hybriden-Verlag eine Mappe mit achtzehn Originalzeichnungen von Ulrich Tarlatt & Hartmut Robert Andryczuk.
© Ulrich Tarlatt
© Hartmut Robert Andryczuk
Achtzehn Originalzeichnungen
Ohne Text & Interpretationen
Arbeiten in einer Mappe
Signiert & Nummeriert
Format der Arbeiten: A5
Auflage: 8 Exemplare
450 €

Montag, 27. Juli 2026

Steidl-Verlag weiterhin optimistisch

Vor einigen Tagen machten in einigen Medien Gerüchte zum Steidl-Verlag die Runde: der Verlag, Rechtehalter u.a. für Günter Grass (1927–2015), sei in finanzielle Schieflage geraten, es wurde sogar spekuliert, der Verlag befände sich in Insolvenz und die Rechte am Werk von Günter Grass seien vakant. Als Grund für diese Gerüchte wurde angeführt, dass mehrere Klagen bezüglich nicht oder verzögert bezahlter Gehälter sowie offener Sozialabgaben anhängig seien. Auch die Günter und Ute Grass-Stiftung hatte angestrengt, wegen wiederholter Zahlungsausfälle die Verwertungsrechte an Grass-Werken wieder zurückzuholen. Der Verleger Gerhard Steidl selbst hatte eine wirtschaftliche Schieflage eingeräumt, da das Auslandsgeschäft durch amerikanische Zölle und chinesische Zensur um die Hälfte eingebrochen ist.
Eine drohende Insolvenz ist jedoch vom Tisch und die finanzielle Situation bessert sich. Gerhard Steidl wörtlich: „Wir sind mittlerweile über den Berg und kommen auch über die Runden. Inzwischen haben sich zwölf Investoren gemeldet: vier aus der Schweiz, drei aus den USA, zwei aus Singapur, einer aus Korea“.

Herzliche Glückwünsche zum 55sten

Hanif Lehmann auf der BuchDruckKunst
Hamburg 2026
Die herzlichsten Glückwünsche gehen heute an Hanif Lehmann!

Der Künstler und Betreiber der Widukind-Presse, seit 9 Jahren Pirckheimer, ist Bücherfreunden kein Unbekannter: für die Marginalien № 203 schuf er das Blatt „Entwässerungsgraben“, für das Pirckheimer-Jahrestreffen 2018 die traditionelle Speisekarte und die Aquatintaradierung „Bücherfenster“, der Berliner Bibliophilen Abend verdankt ihm die Graphik „Walter Benjamin“ als Bestandteil der Jahresgabe 2024.
Vor 5 Jahren stellte ich im damals von mir betriebenen Pirckheimer-Blog seinen Katalog „Radierungen aus fünfzehn Jahren. Verzeichnis der Tiefdrucke 2005 bis 2020“ vor.

Sonntag, 26. Juli 2026

Kornfeld-Auktionen

Die Schweizerische Bibliophilen kommen zu ihrem nächsten Büchertreff zu einer Führung durch die Vorbesichtigung der Highlights aus der September-Auktion mit Fokus auf die illustrierten Bücher und Portfolios aus der Privatsammlung von Eberhard W. Kornfeld zusammen.
Käthe Kollwitz, Die Freiwilligen
In der Ausstellung sind nebst Kunstwerken auch seltene Kunstbücher aus der Sammlung von Eberhard W. Kornfeld zusehen. Das Auktionshaus Kornfeld in Bern zählt zu den renommiertesten Adressen für Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts, für Druckgrafik und illustrierte Bücher, und unterhält neu eine Repräsentanz in Zürich.
Die Führung dauert ungefähr eine Stunde. Im Anschluss an die Führung bleibt noch Zeit für ein gemütliches Apéro und Austausch mit den Experten des Hauses Kornfeld. Anders als bei den Treffen der Schweizerischen Bibliophilen üblich findet dieser Anlass ohne anschließendes Nachtessen statt.

27. August 2026, um 18.30, Anmeldung erbeten

Kornfeld Zürich
Kirchgasse 50, 8001 Zürich

Samstag, 25. Juli 2026

Bram Stokers Dracula in Miniatur

Der Schweizer Buchbinder Roland Meuter, von dem hier bereits eine Liebhaberbindung für den Band „Bibliophilie“ von Ernst Fischer, die als Jahresgabe an alle Maximilianer ging, vorgestellt wurde, nahm sich einer dreibändigen Minibuch-Ausgabe von Bram Stokers „Dracula“ aus dem Miniaturbuchverlag Leipzig an.
Es entstanden wunderschöne Ganzlederbände in Kalb- und Oasenziegenleder in verschiedenen Farben mit dreiseitigem Goldschnitt, dessen vordere Untermalung jeweils von Susanne Smaijc gestaltet wurde. Der Rückentitel sind in Gold und die Deckelbemalungen stammen ebenfalls von Susanne Smaijc.
Die drei Bände erhielten eine Ganzlederkassette.

Bram Stoker, Dracula
Bd. 1 - 3, Miniaturbuchverlag Leipzig
Englisch, 4 x 5,5, cm
CHF 2600

Katalog „Graue Literatur“

Inspiriert von der sog. Wiener "Broschürenflut", als deren Auslöser Friedrich Schillings 1781 anonym erschienene Schrift "Über die Begräbnisse in Wien" gilt, haben wir einen Katalog mit mehr als 100 Publikationen des 17. bis 19. Jahrhunderts aus dem Bereich "Graue Literatur" zusammengestellt.
Streitschriften – Aufklärung – [Friedrich Schilling], 1781, Broschur der Zeit mit zweifarbigen Kattunpapier, Antiquariatskatalog durch Klick auf die Abb.)
Enthalten sind neben Schillings Schrift (und einer Publikation in Re-Reaktion darauf) eine große Vielfalt an Gelegenheitsdrucken, Kleinschriften, Privatdrucken, Hochschulschriften, Kalendern, Almanachen, Erbauungsbüchern und ähnlichem - die meisten davon in zeitgenössischen Buntpapier-Einbänden, und viele entweder nicht oder nur selten in Bibliotheken nachgewiesen.

Frohes planschen in der farbenfrohen Broschüren-Flut wünscht:

(Daniela Kromp)