Samstag, 13. Juni 2026

„Druck. Macht. Wissen“

14 Tage ist die Ausstellung „Druck. Macht. Wissen - 550 Jahre Buchdruck in Rostock“ noch in der alten Hansestadt an der Ostsee zu sehen sein. Denn Rostock ist ein uraltes Zentrum des Druckens.
Unter der Zwischenüberschrift Von den Michaelisbrüdern bis zum Internet auf der Webseite des Museums etwa heißt es: „Die Ausstellung erinnert an den Druck des ersten Buches mit beweglichen Lettern in Rostock vor 550 Jahren und zeigt die Entwicklung der Stadt zum bedeutenden Medienstandort Norddeutschlands. Seit der Gründung der Druckerei der Michaelisbrüder 1476 entstand eine reiche Buchdrucktradition. Trotz der Schließung durch den Einfluss Martin Luthers blieb Rostock ein Zentrum für Drucker und Verlage, die ihre Werke in den gesamten Ostseeraum exportierten.“ 
„Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt zudem zum Ursprung der ersten Zeitungen Mecklenburgs – ein Erbe, das bis heute nachwirkt.“ 

28. März 2026 - 28. Juni 2026

Kulturhistorisches Museum Rostock
im Kloster zum Heiligen Kreuz
Klosterhof 07, 18055 Rostock 

Kunst für die SLB Potsdam

Der Ketziner Künstler Tobias Kielinger hat der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam mehrere besondere Drucke geschenkt.
In dieser Werkserie werden fundamentale Sätze der Philosophiegeschichte – von Descartes’ „Cogito ergo sum“ über Hegels „Das Wahre ist das Ganze“ bis hin zu Nietzsches „Gott ist tot“ und Wittgensteins Reflexion über die Grenzen der Sprache – einer radikalen Transformation unterzogen. Durch die physische Übereinanderschichtung der Buchstaben entstehen Schriftbilder, die den Text hinter sich lassen und zur eigenständigen Ikone werden.

Dieser Prozess vollzieht sich im Sinne der hegelschen Trias der Aufhebung:
1. Auflösung: Die lineare Lesbarkeit des Satzes wird zerstört. Die Information zerfällt in ihre graphischen Bestandteile und entzieht sich der rein rationalen Logik.
2. Bewahrung: Der philosophische Gehalt bleibt im Fundament des Werkes präsent. Der Satz verschwindet nicht, er bildet den unsichtbaren Kern der Form.
3. Transformation: Das Werk wird auf eine neue Ebene gehoben. Das ehemals sprachliche Konzept wird in den Raum der Kunst überführt und manifestiert sich als visuelle Wahrheit, die über das bloße Wort hinausweist.

Freitag, 12. Juni 2026

Lettland erLesen

In der Reihe „Im Fokus: Auf Entdeckungsreise durch unsere Sammlungen“ werden monatlich besondere Objekte aus den Beständen der Staatsbibliothek zu Berlin vorgestellt. Im Juli kann man
einen Blick in die lettische Buchgeschichte werfen.
Merkel, Garlieb Helwig: Latweeschi, sewischķi widsemneeki, filosofiskà gadu simteņa beigâs : No G. Tulkojis Aleksandrs Buhmanis - Sw. Peterburgâ : Gulbis, 1905
1525 beginnt die Geschichte des Buchdrucks in lettischer Sprache mit einem Krimi. Die ersten lettischen Bücher wurden auf dem Weg nach Riga im damals katholischen Lübeck beschlagnahmt und verbrannt, da es sich um „lutherische Texte“ handelte.
500 Jahre alte Drucke in Lettisch besitzt die Staatsbibliothek leider nicht, vorgestellt werden Drucke aus und über Lettland in deutscher und lettischer Sprache aus den letzten 200 Jahren: Einblicke in die deutschbaltische Geschichte, Werke zur lettischen Sprache, Klassiker auch in Übersetzung sowie einige moderne Drucke.

15. Juli 2026, 16 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin, Haus 2
Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin

Donnerstag, 11. Juni 2026

Herzlichen Glückwunsch

Heute gehen Geburtstagsgrüße gleich an drei Mitglieder bibliophiler Gesellschaften. Jutta Osterhof feiert ihren 85. Geburtstag, Ninon Suckow ihren 78. und Constanze Kreiser ihren 65.
Jutta Osterhof bei einem Vortrag über Eberhard Schlotter vor dem BBA 2012
Constanze Kreiser auf der 4. BuchKunstPotsdam 2026
Jutta Osterhof und Ninon Suckow sind langjährige Mitglieder des Berliner Bibliophilen Abend, der Pirckheimer-Gesellschaft, sowie in weiteren Gesellschaften aktiv und beide sind oder waren Mitglieder der Revisionskommission in diesen Verbänden.
Constanze Kreiser wurde 2017 auf der artbook.berlin auf die Pirckheimer-Gesellschaft aufmerksam und ist seitdem Mitglied dieser Gesellschaft.
Ninon Suckow, Adventabend der Pirckheimer-Gesellschaft 2025, Fotos © ad

Mittwoch, 10. Juni 2026

Marginalien #261

Marginalien # 261 mit Thomas Henker: Lafotische Inseln V, Algrafie, Aufl. 143 Expl.
Ein wieder einmal gelungenes und informatives Heft für Freunde der Buchkunst und Bibliophilie hat die Pirckheimer-Gesellschaft mit den soeben ausgelieferten Marginalien Nummer 261 vorgelegt.

Unter anderem berichtet Sabine KnopfÜber das Sammeln von Goethe-Autografen in Leipzig“, Till Schröder führte ein Interview mit dem Vorsitzenden des Verbandes Deutscher Antiquare, Markus Brandis, über Sinn und Bedeutung des Sammelns, Peter Engel äußert sich zu Lesezeichen und Agnes Kunze stellt „Wilhelm Höpfners unveröffentlichte Bilderbücher“ vor.
Als typografische Beilage findet sich im Heft der von Thomas Glöß gestaltete Bericht von Michael FaberAls Kind im Verlagsarchiv“ und für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft liegt dem Heft eine von vier Algrafien von Konrad Henker, gedruckt und geprägt von Torsten Leupold in der Grafikwerkstadt Dresden bei.

Schwarmwissen gefragt

Wer kann zu dem abgebildeten Flohmarktfund oder weiteren Publikationen der Reihe „★ Kinderbuch #“ Angaben machen?
„★ Kinderbuch 2, Bertolt Brecht, Die Drei Soldaten“, mit Zeichnungen von Georg Grosz, ein offensichtlicher Raubdruck, vermutlich um 1968, im Format A5, klammergeheftet, Abdruck aus „Versuche 14" (1932), S. 462-519.

Dienstag, 9. Juni 2026

Klaus Raasch (1960 - 2026)

Klaus Raasch ist in der Nacht von Sonntag zu Montag nach langer schwerer Krankheit eingeschlafen.
Klaus Raasch, ein letztes Mal in der Öffentlichkeit auf der BuchDruckKunst April 2026
Klaus Raasch, geboren 1960 in Wanne-Eickel, studierte von 1981–1986 an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg Visuelle Kommunikation. Mit Artur Dieckhoff gründete er 1984 die Buchdruckwerkstatt Schwarze Kunst. Seit 1986 ist er als freier Künstler in Hamburg tätig und 

Neben seinem Schaffen als Grafiker, Drucker und Verleger der Edition Klaus Raasch, in der er mit zahlreichen Künstlern zusammenarbeitete, wird er allen Freunden des bibliophilen Buches und der Druckgraphik als langjähriger Ausrichter der BuchDruckKunst im Museum der Arbeit in Hamburg unvergessen in Erinnerung bleiben.

8 Kommentar(e):
09. Juni 2026: Abel Doering hat gesagt
Ich bin dankbar, Klaus Raasch kennengelernt zu haben. Wir begegneten uns das erste Mal 2013 auf der artbook.berlin und ich lernte seine entgegenkommende Art zu schätzen. Seitdem bereicherten seiner Drucke und Bücher meine Sammlung, viele davon geschenkt. Das Internet war ihm ein notwendiges Übel, er liebte auf Papier fixiertes. Ich werde unsere Korrespondenz vermissen.
Die Trauerfeier zum Gedenken an Klaus Raasch wird am 25. Juni 2026, 13.30 Uhr in Hamburg stattfinden.
09. Juni 2026: Silke Konschak hat gesagt
Ich lernte Klaus Raasch in Hamburg kennen, als ich Ausstellende war. Und es tut mir so unendlich leid, dass er nicht mehr hier auf der Erde weilt. Danke! Schade, dass ich ihn nicht selbst verabschieden kann, da ich zu diesem Zeitpunkt in China bin. Wir, die wissen, was Du für Druck/ Buch und alle getan hast, werden Dich nicht vergessen.
09. Juni 2026: Brigitte Iseli-Neustäbler hat gesagt
Mein Beileid
10. Juni 2026: Astrid Foese hat gesagt
Es gibt Menschen, ohne die die Welt einfach ärmer ist und Klaus ist (ich weigere mich noch „war“ zu schreiben) so ein Mensch. Nun möchte ich mir vorstellen, dass Artur irgendwo schon eine neue kleine alte Scheune gefunden hat, in der die beiden vergnügt ihrem Handwerk nachgehen werden, in einem anderen Aller-Leine-Tal.
11. Juni 2026: Kerstin Schlömer hat gesagt
Ein in jeder Hinsicht wunderbarer und besonderer Mensch, welcher viel zu früh gehen musste. RIP 🖤 Er hat wunderbare Werke geschaffen und wird immer in Erinnerung bleiben. 😢.
11. Juni 2026: Ralf Plenz hat gesagt
R.I.P.
11. Juni 2026: Jürgen Kipp hat gesagt
Ich blickte immer bewundernd nach oben, wie schön Du das alles hinbekommen hast. Ruhe in Frieden, lieber Klaus.
11. Juni 2026: Ralf Plenz hat gesagt
Nicht zu vergessen Artur Dieckhof, der bereits am 21.11.2020 verstarb. R.I.P. – wunderbar das Buch von Klaus Raasch über dessen Leben. Mit ihm hat er sehr lange den Verlag „Schwarze Kunst“ geleitet. *Ralf

Heutzutage gehört ein Sarg zur Grundausstattung jedes Hauses

Im Hybriden-Verlag bei Hartmut Andryczuk erschien „Heutzutage gehört ein Sarg zur Grundausstattung jedes Hauses“ von Saber Sadipour, herausgegeben von Anna Hoffmann.

Mai 2023, Babylon, Irak

In Sichtweite des gestürmten Palastes Saddam Husseins, nah am wieder auf-gemauerten Teil des antiken Babylons sitzen Dichterinnen und Dichter um eine provisorisch aufgebaute Tafel. Das Licht des Nachmittags taumelt mit den Schatten, die die Palmen werfen, über Menschen und Fliegen. Alle essen. Wer eine gemeinsame Sprache gefunden hat, unterhält sich. Der Mann zu meiner rechten im Anzug schweigt und lächelt, schweigt und beobachtet, schweigt und reicht mir das Wasser.
Sein Haar ist grau, aber alt ist er nicht, 40 plus vielleicht. Über seinem geblümten Hemd leuchtet ein blauer Anzug. Er reicht mir sein Handy, automatisch tippe ich Telefonnummer und meinen Namen ein, wie so oft in diesen Tagen. „We are all Babylonians“ – das 10. Babylon-Festival für Internationale Kulturen und Kunst hat mich an diesen Ort gebracht zu diesen Menschen, die genau wie ich, Gedichte lieben und schreiben. (...)
Im Oktober 2025, er hatte gerade den iranischen Poetry of the Year gewonnen und wollte das gewonnene Renommee nutzen, um eine internationale Anthologie zu publizieren, was im Iran ein Wahnsinnsunterfangen darstellt. Aber er dürstete nach Austausch mit der Welt und fragte mich nach Empfehlungen. Dieser Durst erinnerte mich daran, wie schwierig es zu DDR-Zeiten war, an zeitgenössische internationale Gedichte zu kommen, die sich nicht zu Propagandazwecken missbrauchen ließen. Ich empfahl ihm DichterInnen und ihn bei bekannten Herausgeberinnen von Literaturzeitschriften und Festival-OrganisatorInnen in Europa.
Am 7. Februar schickte er mir Gedichte über das, was um ihn herum passierte, mit ihm, mit seinen FreundInnen und Bekannten, im ganzen Land, Gedichte über die Massaker. (...)
Am 11. Februar kam seine letzte Nachricht. Dann hörte ich wochenlang nichts, scrollte nachts durch die Berichte, schrieb ihm, aber es kam keine Antwort durch.
Ich übersetzte die folgenden Gedichte.


(Anna Hoffmann)

Edition mit einem Vorwort von Anna Hoffmann
und acht Originalzeichnungen von Hartmut Andryczuk
Gedichte in Deutsch und Persisch
MMM-Extraausgabe Nr. 44
Auflage: 30 Exemplare
450 €

Montag, 8. Juni 2026

Buchpatenschaft der SBB, Juni 2026

Polgar, Alfred - Geschichten ohne Moral,
Zürich, Oprecht Verlag, 1943
Alfred Polgar (1873 – 1955) war ein österreichischer Schriftsteller, Aphoristiker, Kritiker und Übersetzer und ist einer der bekanntesten Autoren der Wiener Moderne.

Die im zu restaurierenden Band „Geschichten ohne Moral“ versammelten kurzen Erzählungen erschienen in dem Oprecht Verlag, in dem viele Exilautoren eine Möglichkeit für Veröffentlichungen fanden, mit dem Hinweis: Dieses Buch wurde in einer ersten Auflage von 800 nummerierten Expl. hergestellt. Dieses Exemplar trägt die Nummer 39.
Der Band stellt eine Auswahl aus acht früheren Büchern des Autors dar, die vergriffen und teilweise verbrannt sind. Viele Stücke erscheinen hier teilweise in geänderter Form. Einige bisher nicht veröffentlichte sind hinzugekommen.

Nötige Reparaturen: Einbandrestaurierung
Kalkulierte Kosten: 125 €

Digitalisat der ZLB

Das Digitalisat des Monats Juni 2026 der Zentral- und Landesbibliothek Berlin ist „Die Entdeckung Berlins“ von Henry F. Urban.
Digitalisat aufrufen durch Klick auf die Abb.
Henry F. Urban schildert in seinem 1911 erschienenen Buch das Berlin der Kaiserzeit – mit Humor, scharfem Blick und Zeichnungen von Paul Haase. Straßen, Cafés und Amtsstuben werden so zu einem lebendigen Porträt der Metropole um 1910.
Das Exemplar aus dem Bestand der ZLB hat jedoch eine belastete Geschichte: Die Zugangsnummer „J 446“ weist darauf hin, dass der Band 1943 aus einem Ankauf der Berliner Stadtbibliothek stammt – mit Büchern aus den Wohnungen deportierter Berliner Jüdinnen und Juden. Damit ist er ein Beispiel für NS-Raubgut.

1 Kommentar(e):
09. Juni 2026: Bernd Friedrich Schulz hat gesagt…
Interessanter Aspekt. Wer das Buch jedoch in die Hand nehmen möchte: etliche antiquarische Angebote lassen sich finden

Sonntag, 7. Juni 2026

262. Frankfurter Grafikbrief

Dem aktuellen Grafikbrief ist u.a. ein Nachruf von Wolfgang Grätz auf Hermann Naumann zu entnehmen, einen Künstler, den die Berlin-Brandenburger Pirckheimer im Juni 2012 im Rahmen ihrer Jahresexkursion in seinem Dresdener Atelier besuchten.
Hermann Naumann wurde in Kötzschenbroda geboren, lebte aber ab 1947 in Dresden, wo er eine Bildhauerlehre absolvierte und ab 1950 als freischaffender Künstler arbeitete. Aus einem Granatsplitter des 2. Weltkriegs schliff er sich einen Stichel, mit dem er die alte grafische Tiefdrucktechnik des Punzenstichs wiederbelebte: Aus vielen Tausenden in die Kupferplatte gehämmerten Punkten entsteht das Bild. In dieser Technik schuf er eindrucksvolle orig.-grafische Buchillustrationen, u.a. zu Texten von Arthur Rimbaud und Knut Hamsun. Sein malerisches und das umfangreiche grafische Werk umfassen abstrakte wie gegenständliche Arbeiten. Naumann, der seit 1994 etwas abseits des Kunstbetriebs auf einem Gutshof in Dittersbach lebte, gehörte zu den bedeutendsten Künstlern der DDR. Er starb im Alter von 95 Jahren.

„Hauptmann ist schuld!“

Die Pirckheimer-Gesellschaft und der Berliner Bibliophilen Abend luden gestern zu einer Veranstaltung des Kulturhistorischen Vereins Friedrichshagen zum Gerhart Hauptmann-Tag aus Anlass seines 80. Todestages ein.

Hauptmann ist schuld!“ – so heißt die Ausstellung, die im Antiquariat Brandel eröffnet wird. Im Zentrum der Veranstaltung standen die gegenseitigen Beziehungen zwischen Gerhart Hauptmann und dem Friedrichshagener Dichterkreis. Programmpunkte waren eine Lesung mit Gabriele Streichhahn sowie ein Vortrag von Lars-Broder zu Wilhelm Spohrs Versuch, ab 1946 ein Dichterkreis-Museum zu initiieren. Dabei ist auch Stefan Rohlfs, Museumsdirektor des des Hauptmann-Museums in Erkner.

Samstag, 6. Juni 2026

Tag der russischen Sprache

Heute ist der Internationale Tag der russischen Sprache, der 2010 zu Ehren als eine der sechs Amtssprachen der UN von den Vereinten Nationen eingeführt wurde, um die russische Sprache zu würdigen und ihre kulturelle Bedeutung hervorzuheben.
Der 6. Juni ist der Geburtstag von Alexander Sergejewitsch Puschkin (1799–1837), der als Begründer der modernen russischen Literatur gilt und entscheidend dazu beitrug, die russische Sprache in der Literatur zu etablieren und sie für die breite Bevölkerung zugänglich zu machen.

DEG Jahrbuch 2026

Im neuen Jahrbuch der DEG sind 11 Artikel rund ums Exlibris vereint. Dem Buch sind drei Originalgrafiken beigelegt. Einen Einblick gibt dieser Beitrag von Dr. Jan Boetius über Anni Pescatore – Kunsthistorikerin, Exlibris- Sammlerin und Künstlerin.

Bei Interesse an dem Jahrbuch, wenden Sie sich an die DEG. Das bibliophil gestaltete Werk kann auch von Nicht Mitgliedern erworben werden

Freitag, 5. Juni 2026

Klaus Witte († 7.4.2026)

Am 7. April diesen Jahres starb Klaus Witte, seit 1980 Mitglied der Deutschen Exlibris-Gesellschaft und ab 1992 einige Jahre Vorstandsmitglied als Archivar.
Utz Benkel, 1991, Op. 153, C3,
"Unser tägliches Brot...", Aufl. 50
1971 - 1980 Studium von Politologie, Soziologie, Pädagogik und Ur- und Frühgeschichte in Münster. Danach war er als Kodikologe und Padäograph am Institut für Neutestamentliche Textforschung in Münster tätig. Er verfasste eine Reihe von Exlibrisbüchern, darunter „Monogramm-Lexikon europäischer Exlibriskünstler“, "Exlibris-Bibliographie europäischer Künstler" sowie Werkverzeichnisse und Monographien von bzw. über Martin E. Philipp, Ottohans Beier und Georg Broel (alle 1984), Fidus (1990, 1995) und Adolf Kunst (1996).
Auf der DEG-Jahrestagung letztes Jahr in Memmingen nahm er in Begleitung seiner Tochter nach längerer Abwesenheit wieder einmal teil.

(Utz Benkel)

„Er wollte einmal Maler werden“

Wolfgang Borchert ist als Schriftsteller unvergessen – doch wer kennt ihn als Maler und Zeichner? Das im Verlag Angeli & Engel im Juni erscheinende Buch „,Er wollte einmal Maler werden‘. Farbige Zeichnungen und Bilder von Wolfgang Borchert“ präsentiert erstmals einen umfassenden Überblick über seine bildkünstlerischen Versuche, die im Nachlass des Autors in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg bewahrt werden. Der Band ist ein außergewöhnliches Porträt: Es zeigt den Schriftsteller als Doppelbegabten, der in Wort und Bild existenzielle Erfahrungen festhielt – und dessen Werk bis heute nichts von seiner Dringlichkeit verloren hat.
Die Herausgeber Peter Engel und Konstantin Ulmer stellen das Buch gemeinsam mit dem mitwirkenden Borchert-Forscher Hans-Gerd Winter vor. Gezeigt werden auch einige Originalbilder des zeichnenden Autors.

16. Juni 2026, 18 Uhr, Anmeldung erforderlich

Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky
Von-Melle-Park 3, 20146 Hamburg

Donnerstag, 4. Juni 2026

Glückwunsch zum 85sten

Heute gehen Glückwünsche an den Pirckheimer Klaus Waschk, der „sich trotz seines jahrelangen Engagements als Lehrer und Professor immer wieder Zeit für freischaffende Arbeiten in Kunst und Illustration nahm“ (wikipedia).

1991 wurde das von ihm illustrierte Buch Litauischen Claviere von Johannes Bobrowski und 1997 Peter Rühmkorf Irdisches Vergnügen in gSchönstes Buch des Jahres“ der Stiftung Buchkunst, 1994 wurde er mit dem Hans-Meid-Preis für Buchillustration geehrt.
Buchfreunde kennen natürlich auch seine Illustrationen für die, ebenfalls bei Faber und Faber erschienenen Titel Sämtliche Werke des Wandsbecker Boten (2005) von Matthias Claudius und Das Kapital (2007) von Karl Marx und Joseph RothBeichte eines Mörders (2019), 2024 folgte bei Angeli und Engel Vor&NachBilder (Zeichnungen zur Literatur 1971 - 2021), 2024 Liebe, Leid & Untergang (Balladen / Bilderbogen) und 2025 sein Titel Övelgönne.

Buchmesse in Hamburg für 2027 geplant

Für 2027 ist auch in Hamburg eine Buchmesse geplant.

Ein erster Hinweis darauf auf Instagram wurde zwar inzwischen wieder gelöscht, die Vorbereitung läuft jedoch weiterhin auf vollen Touren. Die „HamBuch“ genannte Messe wird voraussichtlich am 12. und 13. Juni 2027 in den Messehallen Schnelsen stattfinden.

illegal in die Ukraine gebrachte Bücher

Ende April fällte das Halytskyi-Bezirksgericht in Lwiw ein Urteil gegen einen Einwohner von Poltawa, der im März mit einer Lieferung russischer und belarussischer Bücher an der Grenze festgenommen worden war.
Der Fahrer wurde mit einer Geldstrafe belegt. Die 63 Bücher russischer und belarussischer Verlage, deren Einfuhr in die Ukraine gesetzlich verboten ist, hatten einen Wert von 140.000 Hrywnja (ca. 2.800 €) und wurden für staatliche Zwecke beschlagnahmt.
Unter den beschlagnahmten Büchern befanden sich Welt- und russische Klassiker, darunter Dostojewskis „Schuld und Sühne“ und „Die Brüder Karamasow“ und Tschechows „Erzählungen“, Machiavellis „Der Fürst“, Goethes „Faust“, Science-Fiction- und Horrorliteratur (darunter H. P. Lovecrafts „Der Ruf des Cthulhu“), Werke von Stephen King und Wadim Panow, sowie Fachliteratur wie die Memoiren des deutschen Generalfeldmarschalls Erich von Manstein, „Verlorene Siege“.
Alle Russen sind Feinde! ... Und ihre Literatur kann das Gehirn eines Ukrainers zerstören! kommentierte Oleh Pustovgar, ein Vertreter des Ukrainischen Instituts für Nationales Gedenken in der Oblast Poltawa.

(Michail Onufriyenko, Правда, 4. April 2026)

1 Kommentar(e):
04. Juni 2026: Abel Doering hat gesagt
Auch wenn es sich bei der Meldung aus der Правда offensichtlich um ein propagandistisch ausgeschlachtetes Zollvergehen bei der Einfuhr von Büchern russischer und belorussischer Verlage handelt, sollte die Aussage des Vertreters des „Instituts für Nationales Gedenken“, die sicher Einfluss auf die Strafzumessung hatte, zu denken geben.
Es erinnert mich an Zeiten, wo mir bundesdeutsche Freunde und Verwandte Titel von Ernst Fischer, Freud, Sartre, Horkheimer oder Adorno durch den „Schutzwall“ schmuggelten. Inwieweit das mein Gehirn zerstörte oder aber beflügelte, mag zukünftiges Geschehen beurteilen.

Mittwoch, 3. Juni 2026

Towel Day in Leipzig

Es ist der Deutschen Nationalbibliothek gelungen, den „Towel Day“ zu sich an den Deutschen Platz zu locken. Der Anlass: der 25. Todestag von Douglas Adams, Autor der Popkultur-Ikone „Per Anhalter durch die Galaxis“, die Generationen von Lesern prägte – und im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek mit über 100 Einträgen vertreten ist.
Grafik: Leipziger WissensSpuren
Douglas Adams war weit mehr als ein Science-Fiction-Autor; er war ein Meister des absurden Humors und ein scharfsinniger Beobachter des modernen Wahnsinns und ein Verehrer des Handtuchs… Zu Ehren des Mannes, der uns lehrte, dass die Antwort auf alles 42 lautet, haben wir gemeinsam mit den WissensSpuren der Universität Leipzig und der Inspirata unter dem Titel „Don’t Panic!“ ein „kosmisches Spektakel“ auf die Beine gestellt, das eine ungewöhnlich Neuentdeckung von Adams Werk ermöglichte: u.a. mit kniffligen Quizrunden, Improtheater, Lesungen, einem Raumschiffbauwettbewerb und einem vogonischen Prosaworkshop (Vorsicht: Lyrik auf eigene Gefahr!) – dazu sphärische Klänge, die das Publikum direkt in andere Galaxien entführten.

(Stephanie Jacobs)