Donnerstag, 4. Juni 2026

Buchmesse in Hamburg für 2027 geplant

Für 2027 ist auch in Hamburg eine Buchmesse geplant.

Ein erster Hinweis darauf auf Instagram wurde zwar inzwischen wieder gelöscht, die Vorbereitung läuft jedoch weiterhin auf vollen Touren. Die „HamBuch“ genannte Messe wird voraussichtlich am 12. und 13. Juni 2027 in den Messehallen Schnelsen stattfinden.

illegal in die Ukraine gebrachte Bücher

Ende April fällte das Halytskyi-Bezirksgericht in Lwiw ein Urteil gegen einen Einwohner von Poltawa, der im März mit einer Lieferung russischer und belarussischer Bücher an der Grenze festgenommen worden war.
Der Fahrer wurde mit einer Geldstrafe belegt. Die 63 Bücher russischer und belarussischer Verlage, deren Einfuhr in die Ukraine gesetzlich verboten ist, hatten einen Wert von 140.000 Hrywnja (ca. 2.800 €) und wurden für staatliche Zwecke beschlagnahmt.
Unter den beschlagnahmten Büchern befanden sich Welt- und russische Klassiker, darunter Dostojewskis „Schuld und Sühne“ und „Die Brüder Karamasow“ und Tschechows „Erzählungen“, Machiavellis „Der Fürst“, Goethes „Faust“, Science-Fiction- und Horrorliteratur (darunter H. P. Lovecrafts „Der Ruf des Cthulhu“), Werke von Stephen King und Wadim Panow, sowie Fachliteratur wie die Memoiren des deutschen Generalfeldmarschalls Erich von Manstein, „Verlorene Siege“.
Alle Russen sind Feinde! ... Und ihre Literatur kann das Gehirn eines Ukrainers zerstören! kommentierte Oleh Pustovgar, ein Vertreter des Ukrainischen Instituts für Nationales Gedenken in der Oblast Poltawa.

(Michail Onufriyenko, Правда, 4. April 2026)

1 Kommentar(e):
04. Juni 2026: Abel Doering hat gesagt
Auch wenn es sich bei der Meldung aus der Правда offensichtlich um ein propagandistisch ausgeschlachtetes Zollvergehen bei der Einfuhr von Büchern russischer und belorussischer Verlage handelt, sollte die Aussage des Vertreters des „Instituts für Nationales Gedenken“, die sicher Einfluss auf die Strafzumessung hatte, zu denken geben.
Es erinnert mich an Zeiten, wo mir bundesdeutsche Freunde und Verwandte Titel von Ernst Fischer, Freud, Sartre, Horkheimer oder Adorno durch den „Schutzwall“ schmuggelten. Inwieweit das mein Gehirn zerstörte oder aber beflügelte, mag zukünftiges Geschehen beurteilen.

Mittwoch, 3. Juni 2026

Peter Hoffmann (1924 - 2026)

Dr. Peter Hoffmann, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, ist am 16. Mai im Alter von 101 Jahren gestorben.
Peter Hoffmann, 2016
Foto © Prof. Dr. Ingrid Kästne

Der Historiker studierte er Geschichte und Slawistik an der Humboldt-Universität zu Berlin, war Assistent und Aspirant am Institut für Geschichte der Völker der UdSSR und ab 1958 wissenschaftlicher Mitarbeiter am historischen Institut der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. In dieser Zeit erforschte er vorwiegend die russische Geschichte und die deutsch-russischen Beziehungen des 18. Jahrhunderts sowie Fragen der Aufklärung und des Absolutismus. Später leitete Peter Hoffmann die „Arbeitsgruppe Geschichte der slawischen Völker“ am Institut für Geschichte der Deutschen Akademie der Wissenschaften, Berlin.

Neben weiteren Publikationen wurde seine Dissertation B an der Akademie der Wissenschaften der DDR mir dem Titel „Russland im Zeitalter des Absolutismus“ 1988 veröffentlicht.

Exkursion der Wiener Bibliophilen ins Stift Melk

Im Stift Melk wird den Wiener Bibliophilen das überaus engagierte Bibliotheksteam ausgewählte Schätze der barocken Stiftsbibliothek vorstellen und eingehend erläutern; außerdem erhalten wir exklusiven Zugang zu der „Oberen Bibliothek“, den „Bergl-Zimmern“, die normal Sterbliche sonst nicht betreten dürfen.
Anschließend sind im Stiftsrestaurant Tische reserviert; bei Lust und Laune kann sich auch noch – gemeinsam oder individuell – der Besuch einer Ausstellung in Krems* ergeben oder eine Jause bei einem Wachauer Heurigen.
Für diese Exkursion wird unbedingt um Anmeldung unter: info@bibliophile.wien gebeten!

(Ernst und Cornelia Fischer)

Exkursion: 6. Juni 2026, 11 Uhr, Treffpunkt 10.45 Uhr vor dem Eingang
Stift Melk

* z. B. in der Landesgalerie Niederösterreich die Ausstellung „Wiener Moderne. Weiblich. Widerständig. Fanny Harlfinger-Zakucka und die Wiener Frauenkunst“. Gezeigt werden auch Arbeiten anderer weiblicher Künstlerinnen u. a. aus dem Umkreis der Wiener Kunstgewerbeschule bzw. der Wiener Werkstätte wie Bettina Bauer-Ehrlich oder Margarete Hamerschlag. In der Kunsthalle Krems gibt es „Robert Rauschenberg. Image and Gesture“ zu sehen, im Karikaturmuseum Krems werden gleich mehrere Ausstellungen, u. a. zu Manfred Deix oder zur Kinderbuch-Figur „Grüffelo“ geboten

Dienstag, 2. Juni 2026

Hamburger Bothe # 34

In der 34. Ausgabe des „Hamburger Bothen“ gibt es einen sehr substantiellen und mit etlichen Fotos ausgestatteten Beitrag über die aus Hamburg stammende Verlegerin Katharina Kippenberg, die das Gesicht des für seine schönen Bücher gerühmten Insel Verlags nicht weniger stark geprägt hat als ihr Mann, aber bisher bedauerlicherweise viel weniger wahrgenommen worden ist.
Außer durch einen kleinen Kreis von Spezialisten wird auch der Vortragskünstler Ludwig Hardt kaum wahrgenommen, dabei war er in der Zeit der Weimarer Republik ein sehr erfolgreicher Rezitator bedeutender literarischer Texte und hat dieses Genre auf neue Höhen gehoben. Auf sein antiquarisch selten angebotenes „Vortragsbuch“ weisen wir in diesem „Bothen“ neu hin und betonen dabei insbesondere, wie sehr sich der Rezitator bei seinen öffentlichen Auftritten gerade für die Erzählungen Franz Kafkas eingesetzt hat. Und das gerade auch in Hamburg, das mit seinem Tierpark Hagenbeck in Kafkas berühmten „Bericht für eine Akademie“ eingegangen ist, gehalten von dem Affen Rotpeter, der sich zu einem Menschen entwickelt hat.
Ein Ort früher Druckkunst war die Hansestadt Rostock, wo man sich kürzlich anlässlich eines Jubiläums des bedeutenden Erbes in einer Tagung vergewissert hat – auch darüber informiert die neue Ausgabe unseres „Hamburger Bothen“. Und last but not least können wir wieder mit Gedichten nebst Einführungstext und Fotos von Urs Heftrich aufwarten, dessen Lyrik wir wiederholt vorgestellt haben.

(Peter Engel)

Grafik des Monats Juni 2026 – „dispair“

Der Künstler dieser Grafik des Monats, Horst Brandenburg, ist in der DEG gut bekannt, sein P.F. zum Jahreswechsel hat jedes Mitglied erhalten. Nun wurde Horst Brandenburg aus Mecklenburg-Vorpommern mit dem Jury-Preis des DEG-Wettbewerbs ausgezeichnet. Stellvertretend für seine eingereichten Holzstiche stellen wir diese bewegende Grafik vor.

Die Idee zu dem Blatt kam Horst Brandenburg, als er in einer Zeitschrift das Foto des Jungen aus dem Gaza-Streifen sah, das ihn so sehr berührte, dass er mit den Eindrücken die Grafik mit dem Titel „Dispair“ (Verzweiflung) entwarf.
Man blickt zunächst auf den Jungen, auf seine verzweifelte Haltung, auf seine nackten Füße in einfachen Schlappen. Sein Gesicht ist verdeckt, er blickt auf den Boden.
Hinter dem Quader auf dem er sitzt, wird mit Wellenformen das Meer angedeutet und im Vordergrund ist in hellen Tönen ein abstürzender Vogel abgebildet, der sich beim näheren Hinsehen als eine Taube entpuppt. Eine Friedenstaube, die abstürzt und den friedensstiftenden Palmenzweig verliert. Sie stürzt ins Meer und bringt keinen Frieden nach Gaza. Der Name des Ortes liest man rechts neben der Taube.
Wenn der Blick sich dann auf den Hintergrund konzentriert, sieht man zerstörte Häuser, Ruinen und Schuttberge mit verzierten Möbelstücken. Zwischen zwei Häuserruinen öffnet sich die Szene. Ein dunkler Hintergrund mit zwei hellen Flecken, die wie Augen auf alles blicken, erhöht die Spannung im Bild. Ist dies der Weg in die Hölle? Oder ist die Hölle schon in Gaza angekommen? Hoffnung gibt es nicht, nur Verzweiflung.

(Siegfried Bresler)

Montag, 1. Juni 2026

Deutschland, Deutschland über alles

Das Bibliophile des Monats Juni, „Deutschland, Deutschland über alles: ein Bilderbuch. Von Kurt Tucholsky und vielen Fotografen. Montiert von John Heartfield.“, erschien 1929 im Neuen Deutschen Verlag in Berlin. Es zählt, als gesellschaftskritisches Werk mit rund hundert Foto-Text-Montagen, zu den bekannteren Werken Kurt Tucholskys. Im Buch werden dessen Texte u.a. mit Fotomontagen von John Heartfield, der am 19. Juni vor 135 Jahren geboren wurde, kombiniert, wobei die Texte die Abbildungen nicht einfach erläutern, sondern die Fotografien umdeuten oder kritisch kommentieren.
Neuer Deutscher Verlag, Berlin 1929 (1. - 20. Tausend, 1. Aufl.), Gr.8°, 231 S., zahlreiche Abb., OLwd. mit montierten farbigen Deckelbildern, gelber Kopfschnitt
Als Präambel ist dem Buch Zitat von Friedrich Hölderlin vorangestellt: „So kam ich unter die Deutschen. Ich forderte nicht viel und war gefasst, noch weniger zu finden. Demütig kam ich, wie der heimatlose blinde Oedipus zum Tore von Athen, wo ihn der Götterhain empfing; und schöne Seelen ihm begegneten – Wie anders ging es mir!
(Friedrich Hölderlin: Hyperion, Kapitel 67: Hyperion an Bellarmin)

Die Themen, die Tucholsky in seinem Buch anspricht, beziehen sich vor allem auf die damalige politische und gesellschaftliche Situation Deutschlands. Der Weltkrieg war 1918 zu Ende gegangen, die Revolution von 1918/19 war gescheitert, die Inflation war erst gerade abgeflaut. Die finanziellen und psychologischen Auswirkungen dieser Ereignisse prägten die deutsche Gesellschaft, die Demokratie steckte noch in den Kinderschuhen. Die Gesellschaft war geteilt durch starke soziale Gegensätze und Militarismus, wie auch ein überbordender Nationalismus waren immer noch an der Tagesordnung.
Obwohl sogar der Börsenverein der Deutschen Buchhändler versuchte, ein Boykott des Buches durchzusetzen und Anzeigenwerbung für den Titel ablehnte, worauf er sicher nicht stolz sein kann, und das Buch in der Weimarer Republik zu den umstrittensten Publikationen zählte, wurde es in den ersten zehn Tagen über 12.000-mal verkauft - bis heute wurde das inzwischen weltweit in vielen Sprachen erschienene Buch allein in Deutschland in mehr als 100.000 Exemplare gedruckt, so bereits 1929 als Lizenzausgabe parallel als Universum-Bücherei, bei Rowohlt ab 1964 und später als Taschenbuch, sowie in großen Auflagen in Verlag Volk und Welt in der DDR.

Künstlergespräch mit Siân BOWEN

Siân Bowen, eine bildende Künstlerin und Papierspezialistin, untersucht in ihrer zeichnungsbasierte Praxis Materialität, Zeit und Ort. Nach ihrem Kunststudium in Großbritannien lebte sie vier Jahre in Japan. Ihre Arbeiten entstehen häufig aus Recherchen in Archiven, Museen und archäologischen Stätten und beschäftigen sich mit fragilen Materialien und Transformation. Sie forscht derzeit als Honorary Research Associate in Kew Gardens und verbrachte jüngst einige Monate in Japan um traditionelle Pflanzenfärbungen und das seltene Schneebleichen von Washi-Papier zu erlernen. Ihre Arbeiten - komplexe Künstlerbücher zu Nova Zembla und zum Hortus Malabaricus - befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Victoria and Albert Museum, der New York Public Library, der Stanford University, des Boston Athenaeums und der Königlichen Bibliothek in Den Haag.
Die Arbeiten sind Teil eines fortlaufenden Projekts über Räume, die gefaltet, erweitert, neu konstruiert und transportiert werden können. Die Werke aus der Serie „Collapsible Spaces: urushi“ bewegen sich zwischen Falten und Entfalten sowie zwischen Zwei- und Dreidimensionalität. Im kleinen Maßstab entstanden, schaffen sie eine intime Verbindung zum Raum und verweisen zugleich auf größere architektonische Zusammenhänge.

(Susanne Padberg)

Künstlergespräch: 2. Juni 2026, 19 Uhr, eine Online-Version folgt in Kürze
GALERIE DRUCK & BUCH
Berggasse 21, 1090 Wien

Sonntag, 31. Mai 2026

Frühjahrskatalog des Roten Antiquariats

hinten.: Fritz Kahn, Der Mensch als Industriepalast, Farb-Litho.,
vorn: Acht Stunden, hrsg. Zentralstelle für Künstlerhilfe 1924
Die Liste Frühjahr 2026 des Roten Antiquariats und der Galerie Meridian ist erschienen.

Sie enthält 228 Positionen aus den Gebieten Architektur/Design, Kunst, Literatur und Exil-Literatur, wie gewohnt ausführlich beschrieben und größtenteils mit farbigen Abbildungen.

Zu beziehen ist der Katalog über Rotes Antiquariat und Galerie Meridian , Knesebeckstr. 13/14, 10623 Berlin.

Mittleilungen der Österreichischen Exlibris-Gesellschaft

Nach Vorstellung des neuen Vorstands (Michael G. Schimek, Wolfgang Rudolf Kainrath, Alexandra S. Vogler, Michael Gryksa, Dorothea Stepan) werden im Heft Ausstellungen beschrieben: China und gemalte Musik, Ex Libris der Sammlung Haffld, Exlibris als Auftrag und die Sonderausstellung der Franz Traunfellner Dokumentation 2026, ergänzt durch Kurzrezensionen von Neuerscheinungen. Weiterhin findet man deb FISAE Newsletter und u.a. Termine 2026. Als Beilage Programmfolder der ÖEG Jahrestagung 2026 in Seitenstetten.
Das Exlibris auf der Titelseite  Exlibris stammt vom deutsch-österreichischen Heraldiker und Wappenmaler Ernst August Krahl (1858-1926): Geistliches Exlibris des Hugo Springer (1873-1920), 58. Abt (1908-1920) des Benediktinerstiftes Seitenstetten. In hochformat-rechteckigem Rahmen gebildet aus Arkanthusornament das Wappen: gespalten, vorne in Rot auf einem grünen Dreiberg ein silbernes Astkreuz, das Querholz und Vertikalholz mit je vier Astansätzen schrägrechtsgestellt [ähnlich dem Motiv des Wappens der Marktgemeinden Seitenstetten und Ybbsitz].

Gernot Blum (1939 - 2026)

Am 27. Mai starb einer der längstfungierenden Präsidenten der DEG, Dr. Gernot Blum im Alter von 86 Jahren. Nach längerer Krankheit mit fast unzähligen Krankenhausaufenthalten in einem Seniorenheim. Seine fast 200.000 Exlibris und Gelegenheitsgrafik umfassende Sammlung bildet heute den Grundstamm des Internationalen Exlibris Zentrum Mönchengladbach (IEZ).

Im Verlauf weniger Jahre gelang es Gernot durch groβzügige Erteilung von Aufträgen an bekannte, aber auch weniger bekannte, Künstler, seine umfangreiche Sammlung aufzubauen und er wurde der Präsident der DEG über eine Spanne von 20 Jahren!

Er war aber nicht nur Sammler, Präsident und damit federführend für die DEG, er war auch Verfasser wichtiger Publikationen und nicht zuletzt vieler relevanter Artikel.

Für diesen langjährigen Einsatz, nicht immer ohne Schwertschläge um Konsensus zu erreichen, wurden ihm zwei der bedeutenden Auszeichnungen der DEG zuteil: die Verleihung der Walter-von-Zur-Westen-Medaille und die Ernennung zum Ehrenmitglied der DEG.

Der DEG und ihren Mitgliedern wird er in Erinnerung bleiben und durch das IEZ-Mönchengladbach auch einer ergiebigen Umwelt.

(Klaus Rödel, Nachruf)

Samstag, 30. Mai 2026

Von Tieren und anderen seltsamen Wesen

24. Juni 2026, 20 Uhr
Reha-Zentrum Seehof
Lichterfelder Allee 55, 14513 Teltow

Walzpostkarte Nr. 15

Marie-Luise Charlotte Weier
Stipendiatin des Vereins für die Schwarze Kunst
Schriften: Aurora 24 p, Futura 192 p, Helvetia 12 p
Gedruckt auf der FAG Swiss Proof 40 bei slowtype.
Ludwigshafen, 2026

Freitag, 29. Mai 2026

Jahrestreffen der Maximilian-Gesellschaft

Die 1911 in Berlin entstandene und 1946, also vor 80 Jahren in Hamburg neu gegründete Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst, hielt heute in der Hansestadt ihr Jahrestreffen ab.

Im Museum für Kunst & Gewerbe präsentierte Kurator Dr. Thomas Gilbhard im Spiegelsaal ausgewählte Werke aus der Sammlung, dazu gab es weitere Beiträge zu einzelnen Themen (humanistische Frühdrucke, Bucheinbände von Carl Otto Czeschka und Kurt Londenberg, zeitgenössische Buchkunst). Es folgten Einblicke in weitere Sammlungen und Abteilungen des Museums mit dem Kurator Olaf Kirsch in die Sammlung Musikinstrumente, mit Dr. Joanna Klysz-Hackbarth in die Grafische Sammlung und mit dem Restaurator Maximilian Muncke in die Werkstatt der Papierrestaurierung.
Nach der Jahresversammlung im Spiegelsaal des MK&G stand noch eine Führung durch die Sondersammlungen der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg durch Dr. Anne Liewert) auf dem Programm, das eintägige Jahrestreffen wurde mit einem geselliges Beisammensein im Café David beendet.

Keller 111, Altenbourg 99, Grass 99

In der Jahresreihe des Museums für Steindruck Keller 111, Altenbourg 99, Grass 99 ehren Künstler in der derzeitigen Ausstellung Gerhard Altenbourg mit ihren Arbeiten der Mappe „wie Gras im Wind" von 1990. 
Von Altenbourg selbst zeigen wir eine Reihe von graphischen Blättern in der Technik der Kaltnadelradierung. 
In einem Museumsgespräch wird der Leipziger Galerist Volker Zschäckel aus aus dem Leben und Schaffen Gerhard Altenbourgs berichten. 
Der jüngste Künstler eines Steindruckes aus der Mappe „wie Gras im Wind", Jens Pfuhler, wird ebenfalls anwesend sein. Er schuf für diese Ausstellung im Steindruck jeweils das Plakatmotiv, ein Einlageblatt der Einladungskarte und eine Vorzugsgraphik, die er vor Ort signieren wird, gedruckt von Christian Müller, ohne Titel, Auflage 30 Exemplare, signiert, nummeriert, Büttenpapier Hahnemühle 300g/qrn, Motivformat 38 x 28 cm, Blattformat 45 x 35 cm, Vorzugspreis 60 €, nach der Ausstellung 120 €. 

(Christian und Bärbel Müller)

30. Mai - 25. Juli 2026 
Museumsgespräch: 6. Juni 2026, 14 Uhr, mit Volker Zschäckel

Kunsthaus Müller
è Kunsthaus Müller & Galerie für zeitgenössische Kunst
Markt 6, 07343 Wurzbach/Thüringen

Donnerstag, 28. Mai 2026

Ausflugstipp des BBA

© Annette Hauschild, Agentur OSTKREUZ
Mit einem Konzert des BuWa Orchesters unter der Leitung von Sebastian Bade wird in Waldsieversdorf, östlich von Berlin in der Märkischen Schweiz gelegen, mit Blasmusik und Big Band Swing aus Anlass von Wieland Herzfeldes 130. Geburtstags eine neue Ausstellung mit John Heartfields Fotomontagen und Herzfeldes Kommentaren eröffnet.
Manfred Dietrich (Autor und Regisseur) wird im Gespräch mit Ronald Weber (Autor und Literaturwissenschaftler) über das Duo Heartfield und Herzfelde sprechen und die Ausstellung, die von erstaunlicher Aktualität ist, eröffnen. Die Ausstellungstafeln gestalteten Astrid Landsmann und Sabine Frost.
Berliner Bibliophile besuchten das Heartfield-Haus zur Jahresexkursion vor 7 Jahren
31. Mai 2026, 15 Uhr

Freundeskreis John Heartfield Waldsieversdorf e.V.
Heartfield Haus, 15377 Waldsieversdorf

Don Quijote – Kunst und Kuriosa

Der Roman des spanischen Schriftstellers Miguel de Cervantes (1547-1616) um die Abenteuer von Don Quijote und seinem weltklugen Knappen, Sancho Panza, gehört zu den Klassikern der Weltliteratur. Von der Symbolfigur des an der Realität scheiternden Idealisten ließen sich zahlreiche Künstler inspirieren.

Auch unter Exlibris-Künstlern und Künstlerinnen sind die Abenteuer des tragikomischen Ritters ein verbreitetes Thema, das von den Sammlern gerne aufgenommen wird. Eine einzigartige Sammlung von Papierarbeiten und Skulpturen europäischer Künstler aus verschiedenen Jahrhunderten mit Darstellungen des Don Quijote beherbergt das Mönchehaus Museum in Goslar.
Darunter auch die Don Quijote Exlibris-Sammlung des ehemaligen DEG-Ehrenpräsidenten Paul G. Becker, die er vor einigen Jahren dem Museum gestiftet hatte. Ein Buch zu der Sammlung Paul G. Beckers mit einem ausführlichen Text von ihm ist im Museumsshop erhältlich. Auf Nachfrage ist ein Einblick in die einmalige Sammlung möglich.

Mönchehaus Museum Goslar
Verein zur Förderung moderner Kunst e.V.
Mönchestraße 1, 38640 Goslar

Mittwoch, 27. Mai 2026

Börsenblatt: „Bibliophile trafen sich in Kassel“

Prof. Jürgen Wolf erklärt Klebebücher in der Fürstlich Waldeckschen Hofbibliothek, lks.: Ninon Suckow© Silvia Werfel
Die Gesellschaft der Bibliophilen hat vom 7. bis 10. Mai ihre 125. Jahresversammlung in Kassel abgehalten. Rund 25 Teilnehmende kamen in der documenta-Stadt sowie bei Ausflügen nach Höxter und Bad Arolsen zusammen.

Der Freitag begann mit einer Führung durch die GRIMMWELT Kassel. Dort erhielten die Teilnehmenden Einblick in das sprach- und kulturwissenschaftliche Erbe der Brüder Grimm, unter anderem Grimms Handexemplare der Volksmärchen, die zum Weltdokumentenerbe der UNESCO gehören, sowie die Präsentation der "Zettelwirtschaft" der Brüder.

Am Nachmittag führte das Programm nach Höxter zum UNESCO-Weltkulturerbe Schloss Corvey. Besichtigt wurde die Fürstliche Bibliothek, eine Privatbibliothek des 19. Jahrhunderts mit rund 74.000 Bänden. Als Bibliothekar wirkte dort Heinrich Hoffmann von Fallersleben.
In der Fürstlich Waldeckschen Hofbibliothek, © Kai Weber
Am Samstag öffnete das documenta-Archiv seine Türen. Martin Groh (Archiv) und Marlene Theinhardt (Bibliothek) führten durch Lesesaal und Aktenarchiv und präsentierten Rara zu Buchkunst und Künstlerbüchern.
Anschließend reiste die Gruppe nach Bad Arolsen. Dort führten Sina Degenhardt und Prof. Dr. Jürgen Wolf durch die Fürstlich Waldecksche Hofbibliothek. Kerstin Braun und Philipp Wecker stellten die Stiftung Bibliothek Brehm vor.

Höhepunkt des Sonntags war der Festvortrag des Buchgestalters Friedrich Forssman im Hof vor dem Antiquariat Jenior. Unter dem Titel "Buch und Schönheit. Ein Dialog mit dem Publikum" unterschied Forssman zwischen dem funktionalen Gebrauchsgegenstand Buch und besonders aufwendig gestalteten Büchern.
Den Abschluss bildete eine Führung von Dr. Bernhard Lauer durch Räume und Garten der Brüder-Grimm-Gesellschaft. Die Organisation des Programms lag bei Sebastian Eichenberg, Antiquar und zweiter Vorsitzender der Gesellschaft der Bibliophilen.

Die nächste Jahresversammlung soll voraussichtlich im Frühjahr 2027 in Potsdam stattfinden.

Aus der eigenen Sammlung

Dr. Jens Katzek wird dem Leipziger Bibliophilen Abend in der Reihe „Aus der eigenen Sammlung“ zum Thema „Von der Weimarer Republik zum Nationalsozialismus und zur Exil-Literatur“ mit Originalausgaben vorstellen.
Die Literatur über die Entstehung des Nationalsozialismus füllt ganze Bibliotheken. Dennoch hat Götz Aly mit seinem jüngst erscheinen Buch „Wie konnte das geschehen?« eine Lücke geschlossen, wenn es darum geht, für die Menschen von heute emotional nachvollziehbarer zu machen, wie aus der Revolution 1918 im Laufe der Weimar Republik der Nationalsozialismus erstarkte; wie alle Anstrengungen von Widerstand am Ende brutal niedergeschlagen wurden und sich viele ins Exil begaben, um von dort aus ihren Kampf fortzusetzen. Diesen Weg nicht nur formal zu kennen, sondern auch emotional besser nachvollziehen zu können - dabei hilft das Blättern und Lesen in den Quellen der Zeit. Die Schlagzeilen der LVZ aus dem Jahr 1918 oder des Vorwärts der SPD aus dem Prager und später dann dem Pariser Exil von 1933-1940 lassen uns heute in einer Intensität in die Geschehnisse der damaligen Zeit eintauchen, wie dies trockene Wahlstatistiken und politische Analysen kaum vermögen. Wenn man sich heute die satirischen Wochenzeitschriften aus den 1920er Jahren betrachtet, in denen der Nationalsozialismus mit Hohn bedacht, und damit wohl auch unterschätzt wurde; wenn man die Analysen über die Zeit in Exilpublikationen wie der zweiwöchentlich erscheinen Zeitschrift „Das neue Tage-Buch“ liest, die von 1933-1939 in den Niederlanden herausgegeben wurde; wenn man die raffinierte Technik des „zwischen den Zeilen schreibens“ im von der SPD in Berlin herausgegebenen „Blick in die Zeit“ aus den Jahren 1934/1935 betrachtet, dann bekommt man ein eindringlicheres Bild und damit ein besseres Verständnis für die damaligen Entwicklungen.
Jens Katzek wird dabei Ausschnitte aus Originalpublikationen zeigen, die z.T. auch vor Ort zu besichtigen sind.

9. Juni 2026, 19.30 Uhr

Haus des Buches Leipzig
Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig

Dienstag, 26. Mai 2026

Exkursion Ukrainischer Bibliophiler

Am 26. Mai unternahm Bücherfreunde des Odessa-Hauses der Wissenschaften einen Ausflug ins Konstantin Georgijewitsch Paustowski-Museum.
In Vorträgen wurden den Teilnehmern der Exkursion Bücher mit literarischen Skizzen von der Krim, Gurzuf und Odessa, präsentiert.