Montag, 25. Mai 2026

„Schlaf der Vernunft“

Die Ausstellung „Schlaf der Vernunft“ lädt zu einer verrückten Auseinandersetzung mit einem der ältesten und vielfältigsten Themen der Menschheitsgeschichte ein. „El sueño de la razon produce monstruos“, heißt es bei Goya: „Der Schlaf der Vernunft bringt Ungeheuer hervor.
Ungeheuer – also schreckliche, spukhafte, gespenstische, grausige Geschöpfe – begleiten die künstlerische Reise durch die Innen- und Außenwelten von acht Künstlern, die dieses gruselige Phänomen aus subjektiven Perspektiven erkunden:
Claudia Arndt | Martin Bartels | Julienne Jattiot | Susann Pönisch | Nadine Respondek | Thomas Siemon | Steve Viezens | Magda Voerster,
Der Begriff „Monstrum“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ursprünglich „Wunder“ oder „Missbildung“. Historisch wurde das Ungeheuer als Anomalie betrachtet, die das Bekannte sprengt und zugleich fasziniert. In der Kulturgeschichte sind Monstren Symbole für das Unbekannte, das Unerklärliche und das Angst-Einflößende, aber auch für das Staunen über die Vielfalt des Lebens.

Die teilnehmenden Künstler nähern sich dem Thema auf äußerst unterschiedliche Weise – von figurativen Darstellungen bis hin zu abstrakten Installationen. Dabei reflektieren sie nicht nur die historischen Bedeutungen, sondern auch aktuelle gesellschaftliche Fragen rund um Identität, Andersartigkeit und Angst. Die Ausstellung lädt dazu ein, in eine Welt voller Wunder und Kuriositäten einzutauchen und die vielschichtige Faszination schräger Gestalten und wilder Welten zu entdecken sowie den Tönen aus fernen Galaxien zu lauschen.
Zur Ausstellung ist eine wunderbare Publikation erschienen: Liminal – das ektoplasmische Magazin. 12 Seiten im Bleisatz und Buchdruck mit originalgrafischen Illustrationen im herrlich unpraktischen Großformat!
Eröffnung: 30 Mai 2026, 18 Uhr
Ausstellung: 30. Mai - 20. Juni 2026

neurotitan
Rosenthaler Str, 39, 10178 Berlin

Bibliomania – Sachsen-Anhalts Künstlerbücher

Hochhackige Leselust-Objekte und Pop-Up-Cartoons, filigrane Miniaturen und robuste Riesen: Die Landessammlung Künstlerbücher Sachsen-Anhalt, die 1992 in Dessau angelegt wurde und seit 1997 durch Ankäufe durch das Kultusministerium gefördert wird, bietet einen einzigartigen Überblick zur Vielfalt dieses künstlerischen Genres. Die neue Ausstellung „Bibliomania – Sachsen-Anhalts Künstlerbücher“ stellt die formale und thematische Bandbreite des Bestands nun erstmals vor.
Waren die Erwerbungen der ersten Jahre noch stark von der DDR und der Wendezeit geprägt, steht inzwischen der Bezug zur Geschichte und Kultur des Landes und die Arbeit von Künstlerinnen und Künstlern aus Sachsen-Anhalt im Fokus.
In Buchform umgesetzte Kunstwerke haben seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts Konjunktur. Oft nur bedingt zum Lesen geeignet, stellen Buchobjekte aus Glas, Holz und Eisen unsere eingeübte Vorstellung vom Buch in Frage. In einer faszinierenden Material- und Formenvielfalt laden sie zum Betrachten und Blättern ein. Dabei stellen sie nicht nur den Bibliophilen und Bibliomanen die Frage nach dem Wesen des Buches zwischen Objekt und Text.
Mal als Einzelstück, mal als größere Edition aufgelegt, führen die ausgestellten Künstlerbücher zum Beispiel durch Sachsen-Anhalt oder laden zu einer Winterreise mit Wilhelm Müller ein. Der Bestand an Anthologien, wie dem Magazin für visuelle und experimentelle PoesieUNI/vers(;) oder dem Künstlerbuch-Almanach common sense, wird auszugsweise aufgeblättert. Arbeiten von Lehrenden und Absolventen der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, die Buchkunst als eigenständigen Studiengang anbietet und die gestalterischen Potentiale des Mediums auslotet, geben Einblicke in die aktuelle Produktion.

(Christoph Erdmann)

Eröffnung: 12. Juni 2026, 18 Uhr
Ausstellung: 12. Juni - 9. August 2026

Schloss Köthen
Schlossplatz 5, 06366 Köthen (Anhalt)

Sonntag, 24. Mai 2026

Frohe Pfingsten ...

... wünsche ich allen Lesern dieses Blogs mit diesem Gruß unseres Mitglieds Bernd Friedrich, gedruckt mit historische Bleilettern sowie Klischees im experimentellen Handdruck.

Samstag, 23. Mai 2026

Arno Mohr zum 25. Todestag

Arno Mohr: "Die Treppe", 1995, Kaltnadel, 18,3 x 13,4 cm
Die Berliner Galerie Gesellschaft erinnert an den heutigen 25. Todestag des Berliner Zeichners, Grafikers und Malers Prof. Arno Mohr (29. Juli 1910 - 23. Mai 2001).

Arno Mohr war nicht nur selbst ein begnadeter Bildschöpfer, sondern auch ein Hochschullehrer, der Generationen ostdeutscher Künstler geprägt hat.

Der Deutschlandfunk widmete ihm ein "Kalenderblatt".

(Heike Saborowski & Andreas Wessel)

„Collection of British and American Authors“

Der britische Sammler Alastair Jollans wird seine umfangreiche Tauchnitz-Sammlung mit rund 5.000 Bänden an die Universitätsbibliothek Leipzig (UBL) übergebem  – einmal von Leipzig in die Welt und zurück.
Im Mittelpunkt steht die legendäre „Collection of British and American Authors“, mit der der Leipziger Verleger Christian Bernhard von Tauchnitz seit 1841 englischsprachige Literatur für das kontinentale Europa zugänglich machte. Tauchnitz gilt damit als Wegbereiter des modernen Taschenbuchs. Mit der Schenkung kehrt ein bedeutender Teil dieses Leipziger Buchstadt-Erbes an seinen Ausgangspunkt zurück.

Bei der Veranstaltung sind erstmals ausgewählte Bände der Sammlung zu besichtigen. Die Direktorin der UBL, Dr. Anne Lipp wird in den Abend einführen und der Tauchnitz-Forscher Charles Johanningsmeier (Nebraska, USA) in einem Vortrag auf die Bedeutung der Sammlung eingehen. Die Leipziger Tauchnitz-Forschergruppe – Dietmar Böhnke, Thomas Keiderling, Melanie Mienert und Stefan Welz –, die die Schenkung vermittelte, meldet sich auch zu Wort. Höhepunkt wird die symbolische Übergabe der Sammlung in Anwesenheit von Alastair Jollans (Großbritannien) an die UBL sein.

10. Juni 2026, 18 Uhr

Universitätsbibliothek Leipzig
Beethovenstrasse 6, 04107 Leipzig

Freitag, 22. Mai 2026

versteckte Luther-Schrift entdeckt

Anfang des 16. Jahrhunderts war zwischen Erasmus von Rotterdam und Martin Luther ein fundamentaler, theologischer Streit entbrannt. Beide haben eine Reformation der Kirche vor Augen, dabei jedoch grundlegend verschiedene Ansätze. 1524 verfasst der Humanist Erasmus die Schrift "De libero arbitrio", (Über den freien Willen).
Das Schriftstück ist seit 1927 beim Bistumsarchiv Trier registriert und bekannt. Bei einer Revision entdeckte der Archivar Manfred Diehl hinter dem Erasmus-Werk noch eine zweite Schrift: Martin Luthers "De servo arbitrio" (Über den geknechteten Willen), die der Reformator 1525 in Wittenberg als direkte Reaktion auf das Werk des Erasmus von Rotterdam verfasst hatte

Thomas Martin Schneider, Professor für Kirchengeschichte am Institut für Evangelische Theologie der Universität Koblenz. vermutet, es handelt es sich bei dem Luther-Text aus Ehrenbreitstein um einen frühen Nachdruck, angefertigt nur wenige Monate nach der Erstausgabe 1525: "Das zeigt, dass Lutherschriften damals Bestseller waren. Man schätzt, dass etwa 1.000 bis 1.500 Bücher pro Ausgabe aufgelegt wurden."
Die Tatsache jedoch, dass die Werke zusammen gebunden wurden, fasziniert den Religionswissenschaftler. Denn eigentlich hätte das Ehrenbreitsteiner Kapuzinerkloster Luthers Schrift gar nicht besitzen dürfen. Hier vermutet Schneider den Ursprung des Buches. "Die Bücher Luthers sind 1521 im Zuge der Exkommunikation und der Verhängung der Reichsacht über ihn verboten worden". Die Entscheidung habe das Tridentinische Konzil von 1549 nochmals bestätigt: "Man würde heute sagen: Martin Luther war einer der ersten, der auf dem Index stand."
Schneider geht deshalb davon aus, dass die Ehrenbreitsteiner die Luther-Schrift gezielt hinter der Erasmus-Schrift verstecken wollten, um beide trotz des Verbots studieren und miteinander vergleichen zu können. Erasmus habe sich an der Seite des Papstes positioniert, während Luther kein Stück von seiner Rechtfertigungslehre abgekehrt sei: "Es war nicht irgendeine Debatte, sondern die zentrale geisteswissenschaftliche Debatte der Zeit."
Vielleicht lässt sich gerade wegen des Luther-Verbots heute nicht mehr nachvollziehen, wer das bedeutende Buch zusammengebunden hat. "Wir waren das Pfarrarchiv von acht Kurfürsten, die hier ihre Residenz hatten. Jemand muss diese Schriften zusammengefasst haben. Und in den Napoleonischen Wirren ist das Schriftstück ins Pfarrarchiv gekommen", vermutet Archivar Manfred Diehl, der in mehr als 40 Jahren Archivarbeit nichts Vergleichbares erlebt habe.

(Tim Saynisch, vollst. Art. beim SWR lesen)

Donnerstag, 21. Mai 2026

Atelierbesuch bei corn.elius

Platzbedingt konnte corn.elius nur 12 Berliner Bibliophile in seinem Atelier empfangen, um über die Geschichte seiner Werkstatt und seines Verlags, sowie seines Werdegangs als Künstler und die Technik des Siebdrucks zu berichten.
Den Siebdrucks perfektionierte corn.elius, ursprünglich Plakatmaler in Pforzheim, in seiner dortigen Werkstatt in einem Wasserturm, wo nach zwei Wasserschäden auch der einprägsame Name „wasser im turm“ entstand, später war sein Atelier im Berliner Bethanien, dem Ort der von ihm gemeinsam mit Hanneke van der Hoeven veranstalteten artbook.berlin beheimatet und hat nun wieder in einem ein Wasserturm in Kreuzberg seinen Sitz, zugleich ein Verlag, in dem er eigene und Künstlerbücher mit Anderen verlegt. einer Werkstatt mit Kindern und einer „Galerie“, genauer einem Schaukasten mit einer wöchentlich wechselnden Grafik.
Und corn.elius präsentierte den Teilnehmern seine Arbeit als Künstler und Drucker und, obwohl einigen diese Technik keineswegs fremd war, lernten die Teilnehmer des Abend doch Neues zur Entwicklung vor Allem hinsichtlich der Farben, die heutzutage zur Verfügung stehen, aber auch zur experimentellen Umsetzung dieser Drucktechnik.
corn.elios, Fotos © ad
Als besonderes Erinnerungsstück nahmen die Anwesenden einen Probedruck aus einem im Entstehen begriffenen Buch zu Berliner Sehenswürdigkeiten mit, eine in einer 12er Auflage andersfarbig als in der entgölzigen Variante gedruckte Silhouette des Pergamon-Museums, noch ohne geplante Einfärbung von Wasser und Himmel und natürlich signiert.
(weitere Fotos auf der Veranstaltungsseite des Berliner Bibliophilen Abend).

555. Geburtstag von Albrecht Dürer

Heute, am 21. Mai 2026, ist der 555. Geburtstag von Albrecht Dürer, dem deutscher Maler und Grafiker, dessen Kupferstiche und Holzschnitte maßgeblich auch für die Buchillustration waren.

Aus Anlass der 400. Wiederkehr seins Todestages erschien 1928 im Verlag Hendel Leipzig eine Jubiläumsausgabe, gedruckt für die Freunde des Verlages „Albrecht Dürers sämtliche Kupferstiche in Größe der Originale Gebundene Ausgabe“, herausgegeben von Hildegard mit einem Text von Heyne.
Anlässlich seines 555sten soll hier jedoch auf den Titel „Dürer-Spielbuch“, 1971 herausgegeben von Fridhelm Klein und Wolfgang Zacharias im Münchener Parabel-Verlag, verwiesen werden, der Albrecht Dürers Werke aus den Museen in die Kinderzimmer bringt. Durch die intensive und spielerisch vielseitige Beschäftigung mit Dürer wird den Kindern überlieferter Kunst auf eine Weise näher gebracht, die über passives Aufnehmen hinausgeht.
Auch der Pirckheimer Bernd Friedrich hat diese Idee aufgegriffen und in der BFS EDITION eine Variante des Dürer-Spielbuchs 2002 herausgegeben.

Mittwoch, 20. Mai 2026

Buch des Monats: Ballspenden

Buch des Monats Mai 2026 der AG Sammlung Deutscher Drucke ist eine „Ballspende“, ein im Rahmen der Sammlung Deutscher Drucke hat die Staatsbibliothek zu Berlin jüngst erworbenes handliches kleines Heft, das in jede Jackentasche passt: die Secessionistische Zeitung vom 17. April 1899, erschienen in Wien im Verlag des Wiener Journalisten- und Schriftsteller-Vereines „Concordia“.
„Ballspenden“ haben nichts mit Sport zu tun, sondern mit Festen und Tänzen! Bei einem Tanzball wurde die sogenannte Ballspende vom Veranstalter an die anwesenden Damen überreicht, eine Vorform des Werbegeschenks, allerdings in einer höchst kultivierten Form. Die Blütezeit der Ballspenden war in Wien – wo auch sonst?! – um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.
Der Inhalt besteht aus satirischen Prosatexten und Gedichten, die auf aktuelle, vor allem literarische Ereignisse Bezug nehmen. Schließlich wurde dieser Ball vom Journalisten- und Schriftsteller-Verein veranstaltet. Der Verein wurde 1859 gegründet und veranstaltet seit 1863 und bis heute regelmäßig seinen Concordia-Ball.
Worauf es aber eigentlich bei einer Ballspende ankommt, das findet sich hier ganz hinten auf dem letzten Blatt: Die Tanzkarte.
Diese Tanzkarte ist Ursprung und Hauptsache der Ballspende: Es handelt sich um eine Liste der Tänze, die bei dem Ball gespielt werden. Daneben ist Platz gelassen zum Eintragen der Herren, die den jeweiligen Tanz gewährt bekommen haben.
Diese Tanzkarte schafft der Dame nun ein ganz praktisches Problem: Wohin mit der Karte, woher einen Stift nehmen?
Deshalb haben sehr viele Ballspenden gleich alles dabei: Neben der Karte noch einen kleinen Bleistift und einen Haken zum Anhängen am Kleid.

Im Kulturwerk der Staatsbibliothek zu Berlin kann man derzeit Ballspenden im Original bestaunen oder virtuell hier.

(Silke Trojahn)

Staatsbibliothek zu Berlin / Stabi Kulturwerk
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Dienstag, 19. Mai 2026

Ergebnisse des DEG-Wettbewerbs 2026

Auf der vor einer Woche zu Ende gegangenen Jahrestagung der Deutschen Exlibris-Gesellschaft wurden die Ergebnisse des hauseigenen Wettbewerbs 2026 bekannt gegeben.

Der Preis der Jury (Wolfgang Fiedler, Lydia Willemsen und Gert Groeneveld) für den „Besten Künstler“ bzw. die „Beste Künstlerin“ ging an Horst Brandenburg aus Mecklenburg-Vorpommen, dem von der „Society of Wood Engravers“ der „First-Time Exhibitor Price“ für das Exlibris „Despair“, mit einem palästinensischen Jungen auf Trümmern hockend im Gazastreifen verliehen wurde und dessen Exlibris „Der König der Lüftehier als Exlibris des Monats April der DEG vorgestellt wurde.
Den Publikumspreis erhielten die Ukrainer Marina Kupkina und Sergey Kirnitskiy, sowie Jochen Kublik aus Deutschland, die Abbn. der von den Künstlern geschaffenen Exlibris werden hiermit nachgereicht,

Montag, 18. Mai 2026

Harald Metzkes (1929 - 2026)

Die Stadt Altlandsberg trauert um ihren Ehrenbürger Harald Metzkes. Der Maler und Grafiker ist am 14. Mai im Alter von 97 Jahren verstorben.
Harald Metzkes Sept. 2021 in seinem Atelier in Wegendorf, Foto: Armin Schubert
Harald Metzkes gehörte zu den bedeutenden deutschen Künstlern seiner Generation. Sein Werk war eigenständig, vielschichtig und von einem wachen Blick auf den Menschen geprägt. Er suchte nicht das Vordergründige, sondern das Dahinterliegende: die Brüche, die Würde, die Verletzlichkeit und die leisen Wahrheiten des Lebens.
Geboren 1929 in Bautzen, führte ihn sein Weg über das Handwerk des Steinmetzen und das Studium der Malerei in Dresden nach Berlin. Als Vertreter der Berliner Malschule blieb er künstlerisch unabhängig und entwickelte eine Bildsprache, die sich einfachen Deutungen entzog. Seine Figuren, Harlekine, Gaukler und Bühnenbilder sind nicht bloß Motive, sondern Gleichnisse des Menschseins. Neben seinen Gemälden im Konferenzraum im inzwischen abgerissenen Palast der Republik war er Bücherfreunden vor allem als Illustrator zahlreicher Bücher aus DDR-Verlagen bekannt. Die Bücherkinder Brandenburg schufen 2020 für den Maler Harald Metzkes und seinen Sohn, den Bildhauer Robert Metzkes, das Hommage-Buch „Metzkes & Metzkes // Ein Pferd für den König und den Prinzen“. 

Es bleibt ein Werk, das weiter spricht und die Erinnerung an einen Menschen, dessen Haltung, Freundlichkeit und stille Würde über den Augenblick hinaus nachwirkt.

1 Kommentar(e)
19. Mai 2026: Armin Schubert hat gesagt
Ohe je, ich habe gerade all die Stimmen von mir wichtigen Menschen, vom AB/Telefon gespeichert, vorgespielt; dabei auch die von Harald Metzkes, der sich im Januar 2026 für meine Gratulation zum Geburtstag bedankt hatte. Seine Stimme war sehr gebrochen und er beklagte sein Alter . . .
Die Stimmen von guten Freunden und nahen Menschen, die verstorben sind, nehmen weiter zu. Das ist wohl das Schwererträglich-Normale. Bin sehr traurig.

artGrafik Ahrenshoop 2026

Die artGrafik 2026 ist Geschichte - hier noch einmal ein Rückblick auf ihre Eröffnung durch Henry Günther.

Sonntag, 17. Mai 2026

Marie Luise Charlotte Weier hält ein altes Handwerk am Leben

Die Rheinpfalz“ berichtet über die Walzstipendiatin Marie Luise Charlotte Weier des Vereins für die Schwarze Kunst bei Wolfgang Vogel.
Marie Luise Charlotte Weier ist Mediengestalterin und „auf der Walz“. Kürzlich machte sie Station in der Druckwerkstatt Slow Type in Ludwigshafen.

Die Tradition der Walz, auf die vor allem Handwerker aus dem Baugewerbe gehen, um unterschiedliche Betriebe und Arbeitstechniken kennenzulernen, ist an strenge Regeln geknüpft: Die Wandergesellen müssen ledig sein, kinderlos, schuldenfrei und jünger als 30 Jahre. Es gibt viele Traditionen zu beachten, zu der auch das Tragen der Zunftkleidung gehört. Am bekanntesten ist die der Zimmerleute: schwarze Cord-Schlaghose, Weste, ...

„Ich habe mir das Paradies immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.“

Wer käme schon auf die Idee, das Paradies in einem Atemzug mit einer Bibliothek zu nennen? Jorge Luis Borges schon.
Allein der Vorstellungsversuch lässt vermuten, dass er damit den Anspruch erhebt, der Beziehung des Menschen zum Paradies eine neue Dimension abzugewinnen. Mit diesem ebenso abenteuerlich wie eindeutig formulierten Ansinnen wird auch der Gedanke verständlich, der Borges bewegte, eine Idee zu thematisieren, die manche Menschen mit einem Wunsch verbinden. Aber dann setzt man das Paradies mit einer Bibliothek gleich und hat im besten Fall eine Paradies-Bibliothek!? Naja, klingt zugegeben befremdlich… Vermutlich würde kein Mensch wissen, was gemeint ist und beides voneinander trennen. Immerhin funktioniert das Paradies nicht ohne den Sündenfall und jeder, der schon einmal in einer Bibliothek war, ist vielleicht unangenehm berührt, wenn menschliche Schwäche teuflischen Verlockungen erliegt. Damit wird nur aufgezeigt, dass Bibliotheken ein Vorbild für das Paradies sein können und in ihrer Machart ganz besonders sind. Doch paradiesische Zustände werden dadurch nicht generiert. Wenn schon paradiesisch, dann müssen die Engel warten, bis der Himmel ein Einsehen hat. Vielleicht baut Gott auch eine Bibliothek zwischen den Wolken und bestimmt die Literatur zum achten Sakrament? Dann wissen wir wieder, dass wir nichts wissen, aber das ist reine Spekulation. Dafür ist Borges mit seiner Vorstellung nicht mehr allein und so gedeiht die Hoffnung, dass sich das Paradies in eine Bibliothek verwandelt.

(Jan Schäfer, weiterlesen auf Blog der DNB)

Samstag, 16. Mai 2026

Berlin Book Studies Network

Berlin weist eine große Vielfalt von Projekten rund ums Buch auf, die bisher aber zumeist isoliert voneinander bleiben. Das Netzwerk „Berlin Book Studies Network“ wird den Mitgliedern eine regelmäßige Gelegenheit zum lebendigen Austausch über institutionelle Grenzen hinweg bieten. Eingeladen sind alle, die mit Büchern zu tun haben und sich für deren Materialität interessieren, sei es in Universität oder Bibliothek, Druckerei oder Buchhandel, Restaurierungswerkstatt oder Verlag.

Die geplanten monatlichen Treffen im Stabi Lab (Haus Unter den Linden) werden von den Mitgliedern gestaltet und können je nach Bedarf verschiedene Formen annehmen. Wir freuen uns besonders über Vorschläge, die Interaktion, Diskussion und gemeinsames Lernen und Entdecken in den Vordergrund stellen. Möglich sind zum Beispiel Diskussionsrunden über die didaktische Vermittlung von Buchgeschichte, Impulsvorträge über aktuelle Forschungsprojekte, Einblicke in Sammlungen, praktische Workshops oder auch Einführungen in digitale Arbeitsinstrumente.

Wir verstehen „Book Studies“ als breites Dach, unter dem sich verschiedene Auseinandersetzungen mit der Materialität von Texten versammeln können – seien es Manuskripte, Drucke oder Digitales, seien es gedruckte oder online veröffentlichte Zeitungen und Zeitschriften, Broschüren, Flugblätter oder Zines. Geschichte und Zukunft von Verlagen und Bibliotheken können ebenso Thema werden wie Vertriebswege, Veröffentlichungsformate, Typographie, Illustration und Buchgestaltung allgemein.

Um sowohl unserer Situierung in Berlin als auch der globalen Vernetzung der Book Studies Rechnung zu tragen, verwenden wir Deutsch und Englisch als Arbeitssprachen.

Die nächten Termine:

18. Mai 2026, 16 Uhr: Bibliografie der Fischer Bücherei, Katharina Knorr und Dilek Arslanlar (Universität Siegen)

29. Juni 2026, 16 Uhr: Provenienzdaten an der Stabi, Roman Kuhn und Michaela Scheibe (Staatsbibliothek zu Berlin)

20. Juli 2026, 16 Uhr: Art, Bibliophagy and the Question of the Book’s Remains, Gill Partington (University of London)

Staatsbibliothek zu Berlin
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

16. Gemeinschaftskatalog der Antiquare

Der Gemeinschaftskatalog der Antiquare 2026, herausgegeben von der Genossenschaft der Internetantiquare, ist erschienen und kann durch Klick auf die Abbildung ausgerufen werden.
Er enthält auf 128 Seiten Angebote von 35, der GIAQ angeschlossenen, Antiquariaten und ein siebenseitiges Personenregister.
Der Gemeinschaftskatalog kann in Kürze hier eingesehen und heruntergeladen werden und ist in allen teilnehmenden Antiquariaten erhältlich.

Freitag, 15. Mai 2026

Erinnerung an Werner Klemke

Werner Klemke (1917-1994), Gründungsmitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, Kunstprofessor und ein toller Vater mit 5 Kindern.
Allein seine Buchgestaltung umfasst weit über 800 Titel. Dazu gehören Klassiker der Weltliteratur wie das »Decamerone«, die »Canterbury Tales«, »Fredmanns Episteln« oder die »Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull«, aber auch viele zeitgenössische Autoren, über 400 Titelbilder für das Magazin, Briefmarken, Theaterplakate, Prospekte, Bühnenbilder, Figurinen, Filmplakate, Abziehbilder, Entwürfe für Bleiverglasungen ...
Besonders bekannt sind seine Illustrationen von Kinderbüchern und -zeitungen: »Die Hausmärchen der Brüder Grimm«, »Hirsch Heinrich«, »Das Wolkenschaf«, die »Trommel«, »ABC-Zeitung«, sowie von Schulbüchern und der Fibel.
Ausstellungseröffnung: 6. Juni 2026, 14 Uhr, in Anwesenheit seiner Tochter Christine Klemke

Bürgerbüro BSW Landesverband Berlin Pankow
Bizetstr. 124, 13088 Berlin

Donnerstag, 14. Mai 2026

Skadi Engeln in Ahrenshoop

Heute begann die ARTGRAFIK 2026 Ahrenshoop.

Skadi Engeln schickte uns Bilder vom Aufbau ihres Standes.
Sie zeigt dort ihre aktuellen Druckgrafiken. Im Mittelpunkt stehen zwei neue Serien: „Strandspaziergänge“ (Holzschnitt), „Frauen und das Meer“ (Siebdruck, 2026). Dazu kommen die Serie „bunte Kühe“ sowie eine Auswahl älterer Arbeiten, die einen Einblick in ihre künstlerische Entwicklung geben. Alle Werke sind originale Druckgrafiken – in kleinen Auflagen oder mit Unikatcharakter.
Der Berliner Bibliophilen Abend wird die Künstlerin 18. Juni 2026 in ihrem Weißenseer Atelier besuchen.

14. - 17. Mai 2026
Strandhalle Ahrenshoop
Dorfstraße 16 b, 18347 Ahrenshoop

Mittwoch, 13. Mai 2026

Türkisch-deutscher Druckabend

Buchdruck verbindet – über Grenzen und Sprachen hinweg. Zum UNESCO-Welttag der kulturellen Vielfalt lassen wir die Lettern sprechen: Wir laden euch ein, gemeinsam auf Deutsch und Türkisch zu drucken. Dabei nutzen wir historische Setzkästen aus den 50er Jahren, die ihre eigene Geschichte erzählen. Warum fehlen eigentlich in der ehemaligen Kreuzberger Druckerei, die heute im Museum steht, bestimmte türkische Schriftzeichen? Gemeinsam füllen wir diese Lücken kreativ und gestalten unsere Botschaften für ein kulturell vielfältiges Miteinander in unserer Gesellschaft. Kommt vorbei, setzt ein Zeichen und druckt mit!

Der Abend wird vom Verein für die Schwarze Kunst veranstaltet und richtet sich an alle, die Lust haben, den Handsatz und den Buchdruck und damit die Vielfalt der Schrift und ihre Geschichte ganz praktisch zu erleben. Das Ergebnis kann als Erinnerung mit nach Hause genommen werden.

21. Mai 2026, 18 Uhr
FHXB-Museum
Adalbertstr. 98A, Berlin-Kreuzberg

PAPIER! Handgeschöpftes von John Gerard

In der Papiermühle Alte Dombach in Bergisch Gladbach ist die Ausstellung: „PAPIER! Handgeschöpftes von John Gerard“ zu sehen.
LVR-Industriemuseum, Fotos: Jürgen Hoffmann
Vorgestellt wird das Werk des Papierkünstlers, der seit über 40 Jahren mit handgeschöpftem Papier arbeitet. Die Ausstellung zeigt seine großformatigen Collagen, farbenfrohen „Pulp Paintings“ sowie poesievolle Künstlerbücher.
In der eigens für die Ausstellung eingerichteten Papierwerkstatt sind die Besucher eingeladen, selbst kreativ zu werden und können jederzeit während der Öffnungszeiten an den Werktischen verschiedene Collagen und Falttechniken ganz individuell ausprobieren.
Weitere Infos zur Ausstellung sowie Führungen gibt es hier.

19. April - 8. November 2026

LVR-Industriemuseum
Papiermühle Alte Dombach, 51465 Bergisch Gladbach