Dienstag, 5. Juli 2022

Hot Printing, Druckfestival Offenbach

Zum Festival habe ich ein Exlibris / Holzschnitt für das Klingspor Museum geschnitten. Der Druckstock wird in der Druckwerkstatt schwarz/weiss abgedruckt, um den Besuchern ein Erinnerungsstück mitgeben zu können. Wer das Exlibris clever schneidet und seinen Namen hineinschreibt, hat drei Exlibris für seine Lieblingsbücher.
Für die eingetragenen Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft habe ich separat ein rotes Exlibris gedruckt, welches am Stand bei mir abgegeben wird.
Ich freue mich auf einen regen Austausch und inspirative Begegnungen. Eine kleine Auswahl an Holzschnitten und Künstlerbüchern bringe ich mit.

(Brigitte Iseli-Neustäbler)

9. und 10. Juli 2022

èKlingspor Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Sieben Wochen meines Lebens war ich reich

Noch bis zum Wochenende ist in Utting eine Ausstellung zur Geschichte von Brechts Landhaus am Ammersee zu sehen.

Grundlage ist eine am 16. Juli 2016 von Dr. Werner Hecht eröffnete Ausstellung im Brecht-Weigel-Haus mit dem sogenannten „Utting-Konvolut“, welches der Literaturwissenschaftler entdeckt und diesem Museum in Buckow übergeben hatte. Diese Sammlung dokumentiert in einer fast vollständigen Korrespondenz,  wie das erste Landhaus Bertolt Brechts, welches er 1932 kaufte und mit seiner Mitarbeiterin und Geliebten Margarete Steffin für kurze Zeit bewohnte, nach seiner Flucht aus Deutschland im Februar 1933 durch die Brecht-Familie der Nazijustiz trickreich abgerungen wurde.

In der Ausstellung werden Kopien der Briefe aus dem „Utting-Konvolut“ über dieses Schelmenstück und Fotografien der Protagonisten aus dem Bert-Brecht-Archiv der Akademie der Künste in Berlin gezeigt.

Ausstellung: 16. Juni bis 10. Juli 2022

Raum B1
Bahnhofplatz 1, Utting

TANTRA IN BADEN-BADEN

Vom Pirckheimer Hartmut Andryczuk (Hybriden-Verlag) gibt es eine Neuerscheinung zu vermelden, das gerade erschienene Unikatbuch 

TANTRA IN BADEN-BADEN 

Eine Hommage an Hartmut Geerken. Sechzehn handschriftliche Texte und Zeichnungen nach Hartmut Geerkens autobiographischem Buch „leicht bei einander – found footage memorabilia spule zwei“.

Preis 700 €

Aus dem Antiquariat

Das Heft 2 2022 "Aus dem Antiquariat" ist erschienen.

Mit einem umfangreichen historischen Abriss feiert Barbara Krauss und Steffen Schickling das 150jährige Bestehen des Harrassowitz Verlags, in welchem bis 2016 auch die Marginalien, Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie erschienen.
In der Rubrik Bibliophilie wird von Peter Widlok die Sammlung Erik-Ernst Schwabach und von Carsten Scholz die "Sermonis[et] varij Tractat[us]" vorgestellt.

In einem Nachruf wird durch Carsten Wurm auch der am 27. März verstorbene Pirckheimer Hansjörg Viesel, vielen bekannt unter dem Namen seines Antiquariats "Magister Tinius", gewürdigt.

Jahresversammlung der Maximilian-Gesellschaft

Der Termin für die Jahresversammlung der Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst steht, sie findet Ende September in Ottobeuren statt. Der erste Tag ist neben einer Mitgliederversammlung dem Kloster Ottobeuren vorbehalten, neben einem Besuch der Klosterbibliothek und Gang durch das Museum und Klostergebäude wird den Teilnehmern Orgelmusik in der Klosterkirche geboten.

Der zweite Tag beginnt mit einem Festvortrag von Prof. Dr. Wolfgang Schmitz, danach ist eine Fahrt zum Kloster Buxheim und zum Kloster Rot an der Rot.

Jahresversammlung: 23./24. September 2022

Kloster Ottobeuren
Sebastian-Kneipp-Str. 1, 87724 Ottobeuren

Montag, 4. Juli 2022

Verlage kämpfen mit Papierknappheit

Die Preise für Altpapier, Hauptbestandteil der Papierproduktion, sind stark gestiegen, sie betrugen am Beginn der Coronapandemie 6% des heutigen Preises. Faserstoffe hingegen, die nur rund ein Viertel des Rohstoffanteils an der Papierproduktion ausmachen, kommen hierzulande zur Hälfte aus Deutschland und sind nur unwesentlich teurer geworden. Können also Lieferengpässe bei Holz-Importen, die hauptsächlich aus Finnland kommen, infolge des Streiks der Mitarbeiter in der dortigen Holzindustrie der Grund für die Verknappung sein? Sicher zu vernachlässigen und auch kriegsbedingt ausbleibenden Holzimporte fallen praktisch nicht ins Gewicht, sie machten nur rund 2 % der benötigten Rohstoffe aus.
Die Papierproduktion in Deutschland ist jedenfalls trotz dieser Schwierigkeiten von 2011 bis 2021 kontinuierlich um nunmehr 20 % gestiegen und steigt weiterhin.
Man fragt sich also, warum seit Ende 2021 immer mehr Verlage über Papierknappheit klagen, waren es Anfang 2021 noch 5,4 %, sind es Anfang 2022 bereits 92,4 % aller Betriebe der Buchproduktion.

Der Grund für die Papierknappheit in der Druckindustrie kann offensichtlich nicht an einer heruntergefahrenen Papierproduktion liegen, den das Gegenteil ist ja der Fall. Er ist damit also auch nicht dem stark gestiegenen Preis für Altpapier geschuldet oder bei Stockungen bei Holzimporten zu suchen, auch Corona ist unschuldig, was man gegenteilig aufgrund des Zeitpunkts ansteigender Probleme der Verlage durchaus vermuten könnte und ganz zu ignorieren ist aufgrund des zeitlichen Zusammenhangs der Krieg in der Ukraine, was mitunter fälschlich in oberflächlich recherchierten oder ideologisch verzerrten Darstellungen zu lesen ist.

Hauptgrund der Papierknappheit bei Verlagen und in der Buchproduktion ist tatsächlich die geänderte Verwendung (sollte besser heißen: Verschwendung) des produzierten Papiers, die Verschiebung des Anteils des Papiers zugunsten der Nutzung als Verpackungsmaterial.
Während für Verpackung 2011 noch genauso viel verwendet wurde wie für graphische Papiere, wurde hierfür 2021 bereits doppelt soviel Papier wie für die Druckerzeugnisse benötigt. Dazu kommt, dass bei letzteren auch der Anteil der zu Werbezwecken eingesetzte Papiermenge stark gestiegen ist und diese Faktoren die Menge des recycelbaren Papiers reduzierten.

Papierherstellung ist als eine der ältesten Technologien der Menschheit naturgegeben nicht nachhaltig, damals spielte dieser Gedanke noch keine Rolle, durch den verstärkten Einsatz für Konsum statt für Kultur, wofür Papier ursprünglich erschaffen wurde, wird das verstärkt.

(Quelle der statistischen Angaben: Ifo, StBA, VDP)

Blöd, blöd, blöd ...

E-Mails an mich wurde durch den Vorstand der Pirckheimer-Gesellschaft abgefangen, so auch der Vorschlag zu "Bibliophiles des Monats", weshalb es "Bibliophiles" im Juli zweimal gibt, einmal von mir hier in diesem Blog und zwei Tage später auf der ehemals von mir eingerichteten und betreuten Homepage der Pirckheimer-Gesellschaft mit einem Vorschlag, der an mich gesendet wurde, mich aber nicht erreichte.

Konkurrenzkampf unter Gleichgesinnten ist blöd, blöd, blöd und die Adaption meiner Ideen ändert nichts daran, dass es meine Initiative war.

Es tut mir leid für Heike Haedicke und das bemerkenswerte Minibuch.

Sonntag, 3. Juli 2022

Bleisatz. Ein Werkstattbuch

Das war längst schon überfällig: Im Land Johannes Gutenbergs gibt es endlich wieder ein Buch, das mit Anleitungen, Anekdoten und liebevollen Details die »schwarze Kunst« nahebringt. Im November kommt das gemeinsame Buch von Heike Schnotale, Schriftführerin des Vereins für die Schwarze Kunst, und Michael Wörgötter in den Handel.

Nach einem abgeschlossenen Studium in Grafikdesign und Fotografie und der Konzentration auf analoge Fotografie wechselte Heike Schnotale zur analogen Typografie und wurde zwei Jahre lang zur traditionellen Schriftsetzerin in der Offizin Haag-Drugulin ausgebildet.
Michael Wörgötter studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaften. Nach diversen Stationen bei verschiedenen Verlagen wechselte er in die Lehre, nach Lehraufträgen in Buchwissenschaften (Uni München) und acht Jahren Festanstellung als Lehrer für Schrift, Typografie und Visuelle Kommunikation an der Designschule München wurde er 2010 zum Professor für Typografie an der Hochschule Augsburg berufen.

Das Werkstattbuch beginnt mit einem Rundgang durch die Druckwerkstatt: Werkzeuge, Arbeitsmethoden und der Workflow des Bleisetzens werden anhand von aktuellem Fotomaterial gezeigt. Danach bietet es einen Überblick über klassische Druckschriften, Papier, Farbe, Weiterverarbeitung und Veredelungen und natürlich, nicht zu vergessen, das Drucken in all seinen Details. Mit Glossar, Bezugsquellen, Hinweisen zu Foren, Museen und Netzwerken.

Heike Schnotale, Michael Wörgötter, Bleisatz Ein Werkstattbuch
Rheinwerk Verlag GmbH, Bonn 2022
320 Seiten, gebunden, zahlreichen Illustrationen, Fotos und technischen Zeichnungen,
Fadenheftung, 16 x 24 cm, gedruckt auf Offsetpapier (90 g), digitalisierte Bleisatzschrift (Genzsch Antiqua),
Auslieferung: ab 10. November 2022, ca. € 39,90
ISBN 978-3-8362-8770-8

Linolschnitt heute XII

Philipp Mager, Vollmond 1, 2021 (Ausschnitt)
Die Stadt Bietigheim-Bissingen lobte 2022 den 1989 gestifteten Grafikpreis »Linolschnitt heute« zum zwölften Mal aus. Es gingen dieses Jahr wieder rund 500 Bewerbungen aus 31 Ländern aller Kontinente ein – von kleinformatigen Künstlerbüchern bis hin zu 10 qm großen bearbeiteten Linoleumplatten. In dreijährigem Turnus mit Preisgeldern von insgesamt 10.000 € und Ankäufen für die Sammlung der Städtischen Galerie fördert die Stadt zeitgenössische Künstlerinnen, die sich mit der traditionsreichen Technik des Linolschnitts auseinandersetzen.

Drei Preisträger sowie drei Künstler wurde ausgewählt, die mit 38 weiteren Künstlern in der Ausstellung präsentiert werden. Diese bietet nun einen höchst abwechslungsreichen Einblick in die Vielfalt zeitgenössischen Kunstschaffens im Bereich des Linolschnitts: Schwarz- und Weißlinienschnitte ebenso wie mehrfarbige Linolschnitte, Drucke auf Papier, aber auch auf ungewöhnlichen Untergründen, Linoleumplatten, die reliefartig oder skulptural bearbeitet wurden, bis hin zu einem Trickfilm, für welchen Linolschnitte animiert wurden.

Florian Haas, Coronapark, 2021
(Ausschnitt aus einem 10-teiligen Linolschnitt von über 14 m Länge)
In den Entstehungszeitraum der Werke – seit dem letzten Wettbewerb vor drei Jahren – fällt die Corona-Pandemie. Welch umfassende Auswirkungen auf die Gesellschaft und auf jeden Einzelnen diese hat, zeigt sich auch in einem Teil der eingereichten Linolschnitte. So deutlich wie noch nie in der Geschichte des Wettbewerbs scheinen aktuelle Bezüge in den Werken auf, welche die Ausnahmesituation in vielfältiger Weise widerspiegeln.

Ausstellung: 9. Juli - 9. Oktober 2022

Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen
Hauptstraße 60 – 64, 74321 Bietigheim-Bissingen

Samstag, 2. Juli 2022

Faszination Holzletter

Holzlettern hatten immer einen eigenen Reiz in der wunderbaren Welt des Buchdrucks. Nicht nur die Größe der damit druckbaren Schrift, sondern auch viele andere Merkmale unterscheiden sich sehr von der Ästhetik und Technologie des klassischen „Bleisatzes“. Es gibt leider kaum Veröffentlichungen zum Thema Holzlettern aus und in Deutschland. Und schon gar kein wirkliches „Standardwerk“ zum Thema, wie es in anderen Ländern zumindest versucht wurde.

In der Edition Schwarzdruck von Marc Berger ist jetzt ein kleines, außerordentlich reich bebildertes Buch „Faszination Holzletter“ von Peter Vöge erschienen. Kein rein technisches Sachbuch über Fräsen und Schriftmuster, aber ein gelungener Versuch, zumindest einiges Wissenswertes für die „Nachwelt“ festzuhalten, eine ganz persönliche Bilanz von Peter Vöge: Berichte über seine Arbeit mit faszinierenden Menschen und faszinierenden Lettern.
Peter Vöge hat sich fast sein gesamtes Berufsleben ausgiebig mit Holzlettern beschäftigt. Dabei hat er auch die letzte Generation derer, die diese hierzulande professionell herstellten, persönlich kennengelernt, mit ihnen gearbeitet und geredet, von ihnen gelernt und vieles dokumentiert. Diese einmalige Kenntnis einer nun fast ausgestorbenen Szene gibt er seit Jahren gerne an Interessierte weiter – in Vorträgen, Workshops, Erzählungen.
Neben einem kurzen Überblick über die Geschichte der Holzlettern und einem Einblick in die Technologie ihrer Herstellung werden die Holzschriftenhersteller Wilfried Diller, Alfons Zwosta, Ewald Drescher, Jim DeLittle und Michael Linke ausführlich vorgestellt. Angereichert werden diese teils sehr persönlichen Erinnerungen durch zahlreiche Abbildungen ihrer Schriftmuster.
Auf dem „Druckfestival Hot Printing“ im Offenbacher Klingspor-Museum am Wochenende 9./10. Juli wird Marc Berger das Buch näher vorstellen und anbieten.
Schon jetzt kann es im Webshop von Schwarzdruck bestellt werden, es kann aber bis zum 13. Juli zu Verzögerungen bei der Auslieferung kommen.

Peter Vöge, Faszination Holzletter. Zur Geschichte, Herstellung und Anwendung von Plakatbuchstaben in Deutschland
Gransee 2022
156 Seiten, 21 x 21 cm, Pb., 250 durchgehend farbigen Abbildungen
ISBN-Nummer 978-3-96611-007-5, 30 €

Ausstellung und Gespräch mit Sammlern

»UNBEKANNT – Farbholzschnitte vom Anfang des 20. Jahrhunderts«

Der Farbholzschnitt ist im heutigen Verständnis fest mit der Kunstrichtung des Expressionismus verknüpft. Die Pioniere der Jugendstilgeneration hingegen, die das Medium um die Jahrhundertwende aus der japanischen Kunst übernahmen und für sich neu entdeckten, finden kaum Beachtung. 
Im Frühjahr 2021 fand im Kunstverein Rüsselsheim diese Ausstellung statt, die sich »dem Unbekannten« verschrieben hat.
Drei private Sammler, Martin Ruppert, Wolfgang Barina, Dr. Bernd Schäfer, öffneten im Rahmen dieser Ausstellung großzügig ihre Sammlungen. Gezeigt wurden weitgehend vergessene Kunstschaffende, die der Öffentlichkeit kaum mehr bekannt sind. Der elegante und schlichte Naturalismus der Epoche erhält eine neue Bühne.
In Offenbach wird diese Ausstellung in Wiederauflage gezeigt, ergänzt durch Werke aus der Sammlung des Museums und mit einem Sonderausstellungsteil, der der Offenbacherin Caroline Krafft-Schramm (1885–1922) gewidmet ist, die unter dem Pseudonym Ralph Sanin ihre Kunst veröffentlichte.

© Hans Frank, Drei Pfaus, 1904, Bildrechte bei W. Barina 
Zur Ausstellung findet eine Podiumsdiskussion »WAS BEDEUTET EIGENTLICH SAMMELN?« mit den drei Leihgebern der Ausstellung und dem Museumsleiter Dr. Jürgen Eichenauer statt, moderiert von der Kuratorin der Ausstellung Katja M. Schneider.

Ausstellung: 10. Juli - 4. September 2022
Podiumsdiskussion: 20. Juli 2022, 19 Uhr

Haus der Stadtgeschichte
Herrnstraße 61, 63065 Offenbach

Freitag, 1. Juli 2022

Bibliophiles des Monats: Katzen haben Personal

Vor Kurzem las ich auf Facebook sinngemäß "Wir sollten uns wieder auf das konzentrieren, wofür Facebook eigentlich entwickelt wurde: niedliche Katzenbildchen."
In diesem Sinne soll in diesen schwierigen Zeiten als "Bibliophiles des Monats" Juli das Miniaturbuch „Katzen haben Personal“ vorgestellt werden, eine Hommage an des Menschen liebstes Haustier.
Dieses Büchlein, hergestellt von Heike Haedicke vom Freundeskreis Miniaturbuch Berlin erschien 2019 in einer 2. Auflage von erneut 10 Exemplaren.
Das Büchlein wurde im Leineneinband mit einer Hinterglasmalerei im Frontdeckel gebunden, diese und die Zeichnungen im Buch stammen vom Berliner Künstler Martin Claus, es enthält darüber hinaus ein Foto aus den Gärten der Welt in Berlin Marzahn. Der Schöpfer des Vorsatzpapiers konnte bislang nicht ermittelt werden. Dieses Miniaturbuch im Format 87 x 85 mm enthält 38 unpaginierte Seiten.

Georg Christoph Lichtenberg zum 240. Geburtstag

Rainer Ehrt, Sudelbuch Nr. 2
Der Pirckheimer Rainer Ehrt erinnert mit einem Zitat des Geehrten an den 240. Geburtstag von Georg Christoph Lichtenberg, den Schriftsteller und Begründer des deutschsprachigen Aphorismus im Zeitalter der Aufklärung, Universalgelehrter und erster deutscher Professor für Experimentalphysik.

Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.."

Donnerstag, 30. Juni 2022

Kursergebnisse von Sonnensegel in einer Ausstellung

Heute wurde die Sommerausstellung 2022 der Brandenburger Kinder- und Jugendgalerie „Sonnensegel“ eröffnet. 
200 eindrucksvolle Kursergebnisse, darunter Grafiken, Malerei und plastischen Objekten, die im vergangenen Jahr dort entstanden, werden bis Ende September zu sehen sein. 
Und sie können sich sehen lassen, wie man an den hier abgebildeten Arbeiten deutlich erahnen kann.
Vogelstudien, Hermine Milich (14), Ida van de Kamp (11), Chiara Capello (11), Adele Wissinger (10), Maja Kluge (13), Linda Mollenhauer (17) Jahre, Marie Stolzenburg (8)
Schabekarton, Kursleitung: Martina Stein
Phantasiewelten, Kira Mächler (8), Elisabetta Zimmermann (8), Emma Friedrich (8), Annelie Langer (8), Franz Feistner (8), Pia Ulrich (7),
Radierungen, Kursleitung: Nancy Jahns
GreifvögelIda van de Kamp (12)
Aquarell, Acryl, Edding, Kursleitung Martina Stein, Leben in Bäumen
Rabenvögel, Marie Stolzenburg (15)
Aquarell, Edding, Kursleitung: Martina Stein
Zeitmaschine - Collage
Fritz Keibel (9), Ole Hendrik Stein (9), Martha Ekert (9), Runa Zayzon (9)
Carlotta Krekeler (9), Damian Heidenreich (10), 
Fineliner, Aquarelstifte, Kursleitung: Martina Stein


Ausstellung: 30. Juni - 23. September 2022 

Kinder- und Jugendgalerie „Sonnensegel“ 
Gotthardtkirchplatz, Brandenburg a.d. Havel

Projekt colibri

Corpus Libri et Liberi (Colibri) ist ein Projekt zur Digitalisierung von Kinder- und Jugendliteratur des 19. Jahrhunderts.

Die Staatsbibliothek zu Berlin, die Universitätsbibliothek der Technischen Universität Braunschweig und die Universitätsbibliothek Bielefeld sowie die Stiftung Internationale Jugendbibliothek München werden im Rahmen dieses Projekts eine digitale Sammlung historischer Kinder- und Jugendliteratur aufbauen, die 15.000 bibliographische Einheiten umfassen soll. Damit knüpft das Projekt einerseits an die Digitalisierungsstrategie für Drucke des 18. Jahrhunderts im Rahmen des Verzeichnisses der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 18. Jahrhunderts an und schließt zugleich eine Lücke zu den im Projekt Europeana Collections 1914-1918 digitalisierten Kinder- und Jugendbüchern.
Dieses Projekt, welches im Juni letzten Jahres startete, läuft über einen Zeitraum von 3 Jahren.

Theodor Dielitz: Land- und Seebilder (Berlin, 1841), Ill.: Theodor Hosemann
Joachim Heinrich Campe: Robinson der Jüngere (Braunschweig, 1836)
Voraussetzung für die Berücksichtigung sind neben der Zielgruppe und dem zeitlichen Rahmen 1801 bis 1914 lediglich ein Verlagsort, der im damaligen deutschen Sprachraum gelegen haben muss oder in deutscher Sprache publiziert wurde.

Clementine Helm: Elfriede (2. Aufl. Stuttgart, 1890), Ill.: Fritz Bergen
Ludwig Bechstein’s Märchenbuch (4. Aufl. Leipzig, 1877), Titelblatt: Ludwig Richter
Autoren der Aufklärung, wie Joachim Heinrich Campe oder Christian Gotthilf Salzmann, deren Werke bis weit ins 19. Jahrhundert hinein verlegt wurden, sind ebenso zu finden wie unterschiedliche Auflagen und Ausgaben der Märchen- und Volksliedsammlungen der Romantik, wie Jacob und Wilhelm Grimm, Achim von Arnim und Clemens Brentano, die Wegbereiter der modernen Kinderliteratur aus dem Biedermeier wie Christoph von Schmid, Wilhelm Hey, oder Wilhelm Hauff, Hans Christian Andersen und Ludwig Bechstein, genauso wie Vertreter des Realismus, z. B. Theodor Dielitz oder der reformpädagogischen Ansätze des frühen 20. Jahrhunderts.

Mittwoch, 29. Juni 2022

"Papier - Schrift - Buchdruck" in Brandenburg

Der Pirckheimer Sven Märkisch,
Drucker/Mentor der Galerie
Der Dom zu Brandenburg (an der Havel) gestaltete das diesjährige Patronatsfest mit dem Schwerpunkten „Papier- Schrift- Buchdruck“.
Da durfte die Kinder- und Jugend- Kunst- Galerie "Sonnensegel" nicht fehlen, war mit eigenem Stand und einer mobilen Druckerei vor Ort und traf auf viele interessierte Kinder, die mit der Kombination Tiegelpresse und Holzlettern kreativ sein wollten.

Morgen wird dann in der Galerie "Sonnensegel" mit einem Sommerfest um 16:30 Uhr eine Ausstellung mit den Arbeiten des letzten Jahres der Kinder und Jugendlichen eröffnet, siehe hier.

Vom Spielbuch zum Buchspiel

Lothar Meggendorfer: Im Stadtpark,
Ein Bilderbuch zum Aufstellen mit ausgeschnittenen Figuren,
München 1887 (Visualisierung: Alex Hennig, ZEDIKUM)
Ein seit März 2022 bis zum Februar 2023 laufendes Projekt der Staatsbibliothek zu Berlin untersucht mit Hilfe von Kooperationspartnern anhand der Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin und des Museums Europäischer Kulturen die mediengenetischen Traditionslinien zwischen historischem Spielbilderbuch bzw. buchförmigem Spielobjekt und Video Game.
Dieses Vorhaben knüpft an die These an, dass die interaktiven Spielbilderbücher und Papierbühnen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts eine bislang übersehene Schlüsselrolle in der Entwicklung der Gattung Computerspiel übernehmen – nicht nur unter dem Aspekt der Diegese, sondern auch in Hinblick auf die hard- wie softwareseitigen Einflüsse auf Konstruktion und Spielmechanik vor allem älterer Video Games.
Ansprechpartner bei der Staatsbibliothek zu Berlin sind Carola Pohlmann und Dr. Christian Mathieu,
das Projekt wird wissenschaftlich begleitet von Monika Schmitz-Emans (Ruhr-Universität Bochum), Jacqueline Reid-Walsh (Pennsylvania State University) und Hajo Backe (IT University Kopenhagen).

Es ist geplant, die Projektergebnisse in einer Ausstellung zu zeigen.

Dienstag, 28. Juni 2022

Antiquariatsmessen künftig im Sommer

Die Antiquaria in der Ludwigsburger Musikhalle wird, genau wie die Antiquariatsmesse Stuttgart des Verbandes deutscher Antiquare, fast zeitgleich im im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg ab 2023 im Sommer stattfinden.

Beide Messen gehen somit erstmalig vom Termin Ende Januar weg in den Sommermonat Juni und finden in Ludwigsburg statt, um eine größere Durchführungssicherheit in der nach wie vor unsicheren pandemischen Lage zu haben.

Beide Messe können wie über die vielen Jahre zeitgleich und wie immer den Eröffnungstag um einen Tag versetzt besucht werden – ab sofort in nur 10 Minuten Fußweg Entfernung voneinander!

Antiquaria: 15. - 17. 2023
Ludwigsburger Musikhalle

Antiquariatsmesse Stuttgart: 16. - 18. Juni 2023
Ludwigsburg, Forum am Schlosspark

Montag, 27. Juni 2022

Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann zum 200.

Vor zwei Tagen feierte die literarische Welt den 200sten Geburtstag von E.T.A. Hoffmann, der Vater der phantastischen Romantik und romantischen Phantastik.

Anlass genug wieder einen Blick auf die Graphik "table ronde" mit einem der größten Sekttrinker der Literaturgeschichte zu werfen, die Rainer Ehrt zum Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft in Potsdam vor 5 Jahren schuf.
In der Gesprächsrunde findet sich neben E.T.A.
Hoffmann |  Chodewiecki | Bettina von Arnim |
Voltaire |  Hauptmann | Fontane | Döblin |
Brecht | Kleist |  Le Roi de Prusse

Sonntag, 26. Juni 2022

Bücherlust

Unter dem Motto amor librorum nos unit (Uns vereint die Liebe zu Büchern) wird es nach der langen Verhinderung durch Covid wieder Gelegenheit geben, in Berlin in der Tribünen-Halle der Trabrennbahn Karlshorst mit vielen Liebhaberinnen und Liebhabern des Buches zusammen zu kommen.

Auf dem weitläufigen Gelände der alten Rennbahn wird während der Messe einer der größten Antikmärkte Deutschlands mit hunderten von Ständen veranstaltet, auf dem traditionell etwa 20.000 Besucher erwartet werden.

In Memoriam Nevine Marchiset und Detlef Thursch wird es für vier Antiquare Gemeinschaftsstände geben.

Zu den Unterstützern dieser Messe gehören neben der Gesellschaft der Bibliophilen und der Pirckheimer-Gesellschaft u.a. der Verband Deutscher Antiquare und der Antiquare Österreichs, die GIAQ und das ZVAB, sowie der Börsenverein des deutschen Buchhandels.

Weitere Informationen hier.

Messe: 10. und 11. September 2022

Trabrennbahn Karlshorst
Treskowallee 159, 10318 Berlin