Samstag, 10. Oktober 2026

Bilder eines Pirckheimers

Ralf Parkner, langjähriger Pirckheimer und Jünger E.T.A. Hoffmanns, hat sich wieder seinem früheren Hobby, der Malerei, zugewendet.
General Custer | „Totanka Yotanga - Sitting Bull“, beide schwarzer Kugelschreiber 1981
Entstanden sind, vor allem in den letzten Monaten, in unterschiedlichen Techniken eindrucksvolle Portraits von Literaten, deren Texte ihm nicht nur wichtig sind, sondern auch Bestandteil seiner bibliophilen Sammlung wurden, im Falle Günter Kunerts sogar in Form einer Korrespondenz mit dem Autor.
Fjodor Dostojewski, Tempera auf Hartfaser 1978 | Hermann Hesse, Aquarell, 1977
 Günter Kunert | Edgar Allan Poe
, beide Acryl 2026
Als Zeichner, später auch in der Malerei, widmete sich Ralf Parkner selbstredend nicht nur der Literatur, sondern dem Menschen in seiner ganzen Komplexität, wofür hier zwei Beispiele ausgewählt wurden.
Badeszene, Tempera auf Hartfaser 1978 | Selbstbildnis mit Halbakt, Acryl 2026
Darüber hinaus entstanden eindrucksvolle Gemälde von Musikern, deren Songs sein Leben begleiteten und ihn prägten, wie sicher auch viele aus unserer Generation der bibliophil Interesseierten, da sie nicht nur durch die Komposition, sondern eben auch durch die Lyrics bekannt wurden.
Ian Anderson | Frank Zappa | John Lennon, alle Acryl auf Ln-Karton 20x30 cm, 2026
Abbn. zum Vergrößern anklicken
Zu guter Letzt wird hier nach das am heutigen Tag fertig gestellte Werk „E.T.A. Hoffmann“, ebenfalls in Acryl vorgestellt.

Freitag, 9. Oktober 2026

Neuerung bei „Graphische Kunst“

Die Graphische Kunst erscheint wie bereits angekündigt künftig einmal jährlich Ende November als umfangreiches Jahresheft mit 64 Seiten und 10 Graphik-Beilagen in der A-Ausgabe sowie 6 Beilagen in der B-Ausgabe.

Zusätzlich werden ab sofort zwei Sonderhefte unter dem Titel „Graphische Kunst im Focus“ in zwangloser Form im Frühjahr sowie im Herbst erscheinen. Diese werden sich jeweils einem besonderen Thema, einer öffentlichen oder privaten graphischen Sammlung, einem Künstler/in oder einem ausgewählten Bereich der druckgrafischen Techniken umfangreich widmen.

Die Reihe startet mit der renommierten graphischen Sammlung im Sommerpalais Greiz, welche Dr. Ulf Häder vorstellt.
Für A- und B-Abonnenten sind die beiden Sonderhefte bereits im Abonnement enthalten, C-Abonnenten haben die Möglichkeit, die Sonderhefte zum Preis von je 9 Euro zu erwerben.

(Simone und Rainer Stec)

Man schmückt sich mit einem Buch!

(Abb. © Thalia)
Thalia wird ab nächsten Monat „literarischen Fashion-Neuheiten“ anbieten, sog. Book Charms, also Minibücher für Buchliebhaber, die von den „Bookies“ als Anhänger getragen werden können. Sie sollen, sozusagen als „Statement und damit ein Stück Abgrenzung zur digitalen Welt“, sichtbar sein.
Die ersten vier Titel der Verlage Goldmann, btb, Penguin und Heyne werden im November in den Handel kommen, in limitierter Auflage mit Original-Einband, kunstlederverstärktem Rücken, sowie Metallösen und -Karabinern in goldener Veredelung.

Donnerstag, 8. Oktober 2026

Zwischen Pfauen- und Schildkröteninsel

© Staatsbibliothek zu Berlin
Die Staatsbibliothek zu Berlin lädt herzlich zu einer musikalischen Lesung „Zwischen Pfauen- und Schildkröteninsel“ aus 1001 Nachtabwechslungsreichen Abend ein, der auf eine Reise in die Welt der arabischen Erzählungen mitnimmt.

Im Mittelpunkt steht eine arabische Originalhandschrift, die im 17. Jahrhundert in einer koptischen Buchwerkstatt in Ägypten illustriert wurde und Erzählungen aus dem Umfeld von „Tausendundeine Nacht“ enthält. Die Lesung selbst, Kurzvorträge und die Präsentation der Handschrift geben faszinierende Einblicke in die arabische Buch- und Erzählkultur.

Arabistin, Musikerin und Übersetzerin Claudia Ott, der Agrarökologe Marcel Robischon und Christoph Rauch, Leiter der Orientabteilung der Stabi, führen Sie mit ihren Beiträgen durch den Abend. Gemeinsam nehmen wir die von Claudia Ott übersetzten Erzählungen im Hinblick auf die Tier- und Pflanzenwelt der Inseln genauer unter die Lupe.

15. Oktober 2026, 18 Uhr, musikalische Umrahmung durch den Oudspieler Farhan Sabbagh, um Anmeldung wird gebeten

Staatsbibliothek zu Berlin
Wilhelm-von-Humboldt-Saal
Haus Unter den Linden 8 · 10117 Berlin

Hoch Tief Flach

Thomas Sebening: éléments de construction, 09_20-2, 2026, Kupferstich und Aquatinta, 49 x 49 cm
Im historischen Schlosspavillon, der innerhalb des Schlossparks von Ismaning liegt, treffen zeitgenössische Kunst und ein besonderer Ort mit barocker Geschichte aufeinander. In Kooperation mit dem Kallmann-Museum präsentiert der Radierverein München die Ausstellung “Hoch Tief Flach – Verein für Original-Radierung München im Schlosspavillon”.

Neun Künstler des Vereins geben einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten und aktuellen Ausdrucksformen der Druckgrafik. Zu sehen sind Radierungen, Lithografien und Holzschnitte, aber auch Installationen, die mit Druck- und Abdruckverfahren arbeiten. Pflanzen und Landschaften, Figuren und abstrakte Formen zeigen, wie unterschiedlich diese Verfahren eingesetzt werden können – auf Papier ebenso wie im Raum. Die Ausstellung verbindet dabei traditionelle Techniken mit zeitgenössischen künstlerischen Positionen und macht die besondere Vielfalt des Mediums erlebbar.

Eröffnung: 11. Oktober 2026, 15 Uhr
Ausstellung: 11. Oktober 2026 – 17. Januar 2027

Galerie im Schlosspavillon
Schloßstraße 1, 85737 Ismaning

Mittwoch, 7. Oktober 2026

Wie fremd ist „Das fremde Kind“?

E.T.A. Hoffmanns Märchen neu gelesen.
Hans Günter Ludwig: Das fremde Kind, 2025, (Ausschnitt) Staatsbibliothek Bamberg, (Foto: Gerald Raab)
E.T.A. Hoffmanns Werk und (Nach-)Leben wird zum diesjährigen 250. Geburtstag des romantischen Multitalents in ganz unterschiedlichen Formaten gefeiert. Eine Tagung möchte zum Jubiläum einen Hoffmann’schen Text zur Re-Lektüre empfehlen: Das fremde Kind. Der Text erschien 1816 in der Sammlung Kinder-Märchen, für die Hoffmann, Karl Wilhelm Salice-Contessa und Friedrich de la Motte Fouqué verantwortlich zeichneten.

Die Forschung hat diesem beliebten, seit dem 19. Jahrhundert in zahlreiche Sprachen und mediale Adaptionen überführten ‚Märchen‘ wiederholt Aufmerksamkeit geschenkt. Diskutiert wurden Gattungsfragen, der Zusammenhang mit zeitgenössischen Kindheitsmodellen, der Stellenwert des Phantastischen und die textstrukturierende Duplizität. Wir möchten solche und andere Perspektiven auf Das fremde Kind erweitern, indem wir den Text gemeinsam neu lesen und analysieren. Die Schauspielerin Maria Hartmann bringt das Märchen zu Gehör; die Autorin Nora Gomringer macht es in der Abendveranstaltung zum Ausgangspunkt einer poetischen Performance; zwei Impulsvorträge erörtern die romantische Faszination für das Kind-Sein und Ansätze eines „Queer Reading“ des Textes; und in gemeinsamen Lektürekreisen sollen die Themenfelder Natur, Materialität und Erziehung vertieft werden.

Tagung: 29. – 30. Oktober 2026

Staatsbibliothek zu Berlin
Unter den Linden 8, Wilhelm-von-Humboldt-Saal

Dienstag, 6. Oktober 2026

Biennale Buchkunst-Ausstellung im Lyrik Kabinett

Die biennale Buchkunst-Ausstellung im Lyrik Kabinett findet 2026 zum achten Mal statt. Siebzehn Buchkünstlerinnen und Buchkünstler zeigen ihre aktuellen Arbeiten, darunter Peter J. Moosbrugger, ‹usus›, Annegret Frauenlob, Gerd J. Wunderer, Constanze Kreiser und Claudia Richter.
bestandsaufnahme - to take stock” mit Texten aus Inger Christensen „alfabet“ (15 Expl.), Annette Vogel, © vogelpresse
Ein Künstlerbuch ist ein Kunstwerk mit vielen Dimensionen, die sich erst bei näherer Betrachtung erschließen. Meist können solche Werke nur hinter Glas gezeigt werden. Bei den Buchkunst-Tagen im Lyrik Kabinett besteht die seltene Möglichkeit, die Bücher und Originalgrafiken aus der Nähe zu sehen, zu fühlen und als Gesamtwerk mit allen Sinnen zu erleben. Lassen Sie sich überraschen von der großen gestalterischen Vielfalt: Einige Werke ordnen sich zwischen zwei Buchdeckeln, bei anderen wird die Buchform vollkommen verlassen. Es gibt Bücher in Kleinstauflagen oder als Unikate. Neben Büchern werden Mappenwerke, grafische Einzelblätter, Papierobjekte, Originaldrucke im Postkartenformat und viel mehr Gedrucktes gezeigt. Nähere Informationen: Buchkunst München.

Eröffnung: 13. November 2026, 18 Uhr, mit Annette Vogel (vogelpresse), Buchkünstlerin und Organisatorin der buchkunsttage, Antje Goetzke, Kuratorin der Sammlung Künstlerbücher an der Bayerischen Staatsbibliothek, Holger Pils (Stiftung Lyrik Kabinett in München) und Hans Rabenbauer (Pirckheimer-Gesellschaft)
Messe: 13. – 15. November 2026

Lyrik Kabinett
Amalienstraße 83, 80799 München

„Die Leipziger 99“

In Anlehnung an die Festschrift zum 25-jährigen Bestehen des (ersten) LBA von 1929 „Die Leipziger Neunundneunzig" wird die Publikationsreihe „Die Leipziger 99" begründet.
Jedes originalgrafisch ausgestattete Werk erscheint in einer limitierten Auflage. Den Auftakt macht der Band „die augen des chamäleons - vierzehn klassische oden" des Leipziger Dichters Andreas Reimann. Er enthält vier Originalradierungen von Rolf Münzner.
Die Leipziger Neunundneunzig - Zum 25 Jährigen Bestehen des Leipziger Bibliophilen-Abends 1929
Auflage: 99 nummerierte Exemplare. Vier Radierungen, davon drei eingebunden, eine beigelegt. Druck der Radierungen: Jeanette und Reinhard Rössler (Künstlerhaus Hohenossig). Satz und Gestaltung: Lurette Seyde. Einband: Katja Zwirnmann (beide Leipzig). Preis: 250 Euro.
Vorgestellt wird das Buch gemeinsam mit der Andreas-Reimarm-Gesellschaft im Rahmen der Festveranstaltung zum 80. Geburtstag Andreas Reimanns.

l1. November 2026, 19 Uhr
Haus des Buches Leipzig

Montag, 5. Oktober 2026

Großtauschtag für Miniaturbücher

Die nächste öffentliche Großtauschtag für Miniaturbücher des Freundeskreises Miniaturbuch Berlin findet wie gewohnt an einem Sonnabend Ende Oktober statt. Dazu sind alle Sammlerfreundinnen und -freunde, sowie alle am Miniaturbuch Interessierten eingeladen.
Die Tischgebühr beträgt für Verkäufer 10 Euro.

Zuvor trifft sich der Freundeskreis an diesem Donnerstag am selben Ort zu seinem monatlichen öffentlichen Stammtisch, wozu ebenfalls interessierte Gäste eingeladen sind.

Stammtisch: 8. Oktober 2026, 17.00 Uhr
Tauschbörse: 24. Oktober 2025, 10 -12 Uhr

Kunst- und Kultu​rcafè Marzahn
(MuseumsGut Marzahn)
Alt Marzahn 23, 12685 Berlin

EL ARTE DE SOBREVIVIR

Die Graphiken für den neuen Kalender aus Matagalpa/Nicaragua sind komplett und in gutem Zustand in Scheer angekommen.
Der Kalender variiert den Titel EL ARTE DE SOBREVIVIR - DIE KUNST ZUM ÜBERLEBEN von Cesare Pavese. Die Kunst ist im Zentrum unseres Projekts der Druckwerkstatt Matagalpa, und in Nicaragua zu leben ist eine Kunst, wenn es vor allem ums Überleben geht. Was fürs Überleben alles getan und gearbeitet werden muß, davon erzählen die Graphikendes neuen Kalenders. Und so haben die Mitglieder der Druckwerkstatt-Gruppe in direkter Absprache oder auch per Internet jeweils einen Beruf für sich ausgesucht, um davon ein Bild zu machen: Von der Gärtnerin zum Taxifahrer, und von den Maskenbauern zu den Hebammen.
Die dreizehn Graphiken des Kalenders wurden im Sommer von den Mitgliedern der Gruppe „Taller Contil“ (Rußwerkstatt) auf handgeschöpftes Papier gedruckt, das von Ingrid Rivera und Danilo Rivera produziert wird. Die Blätter sind einzeln signiert und in einer Auflage von 70 Exemplaren nummeriert, die Kalendarien mit den Texten in Spanisch und Deutsch wurden auf separaten Blättern digital gedruckt. Der Kalender misst 43 x 31 cm im Hochformat. Das handgeschöpfte Papier hat mit wenig Ausnahmen einen Büttenrand, der Rückseitenkarton hat eine Klappöse zur Wandhängung.

(Eckhard Froeschlin)

Sonntag, 4. Oktober 2026

BUCHSALON #12: Günter Karl Bose, Gestalter

In der Veranstaltungsreihe der Kunstbibliothek „Buchsalon | Bühne frei für das Buch!“ dreht sich alles um das Buch. Maren Wienigk, Kuratorin der Sammlung Architektur und Ornament, und Michael Lailach, Kurator der Sammlung Buchkunst, sprechen mit ihren Gästen über neue und alte Bücher.
Günter Karl Bose, Katze Minou, 2025 © Lu Bose
Zwölfter Gast: Günter Karl Bose ist Gestalter, Autor und Sammler. Von 1980 bis 1995 war er Verleger in Berlin (Brinkmann & Bose), von 1993 bis 2018 Professor für Typografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und leitete dort das 1955 gegründete Institut für Buchkunst. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichung zur Geschichte der Literatur und der Medien. Wir sprechen mit ihm über seine Zeit als Hochschullehrer, über besondere Buchpojekte der Studierenden und das Institut für Buchkunst.

15. Oktober 2026, 20 Uhr
Staatliche Museen zu Berlin, Kulturforum
Matthäikirchplatz 6, 10785 Berlin

Samstag, 3. Oktober 2026

Wochenende der Antiquariatsmessen

Am Wochenende vor 14 Tagen fand nicht nur in Berlin die Rare Books und die Vintage Paper statt, auch in Braunschweig gab es, diesmal zum neunten mal, einen Antiquariatsmarkt.
(Fast) alle Antiquariate der Löwenstadt hatten in Kooperation mit dem Braunschweigischen Landesmuseum Bibliophile, Lesefreudigen und Wissbegierigen in den Dormitorium-Saal des Landesmuseums Hinter Aegidien eingeladen.
Drei Stände der geschätzten Gast-Aussteller aus Bargfeld (Hermann Wiedenroth, Abb. unten), Hannover (Joachim Wilder) und Hildesheim (Dr. Lothar Hennighaus) waren dabei und auch die Braunschweiger Buchbinderei Zerbst, die demnächst auf 75 Jahre des Bestehens zurückblickt.
© Ursula Saile-Haedicke, weitere Aufnahmen durch Klick auf die Fotos

Fructus mundi

Horst Brandenburg, Die Frucht der Welt 
Der Holzstich von Horst Brandenburg „Die Frucht der Welt“ zeigt die Erde als einen überreifen, fast schon faule Apfel, der dem Menschen - hier als Hand dargestellt- entgleitet und ins Bodenlose fällt. Das ist die Situation im Moment - also eine hoch aktuelle Grafik.

(Utz Benkel)

Freitag, 2. Oktober 2026

Hamburger Bothe # 36

Hamburger Bothen aufrufen durch Klick auf die Abb.
Der Hamburger Bothe, die Regionalzeitschrift der Pirckheimer Regionalgruppe Nord, ist erschienen. Die Ausgabe, nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden von Rudolf Angeli aus der Redaktion das erste Mal allein herausgegeben von Peter Engel, wurde wieder von Jürgen Meyer anspruchsvoll gestaltet.

In dieser Ausgabe findet sich eine Würdigung des Lebenswerks des kürzlich verstorbenen Klaus Raasch durch Jürgen Balze, von Rainer Ehrt eine Vorstellung zweier Künstlerbücher nach frühen Texten von Rainer Maria Rilke, Sabine Knopf schreibt über einen neuartigen Literaturzweig seit dem 18. Jahrhundert: Weihnachtsbücher für Kinder in Hamburg, es werden zwei neue Handpressendrucke vorgestellt und von Peter Engel stammt der besondere Buchhinweis zu einem Roman eines schwierigen Autors: Wolfgang Koeppens Buch Der Tod in Rom.

Exkursion der Maximilian-Gesellschaft nach Florenz

Wer kennt nicht Florenz mit seinen weltberühmten Uffizien und den Gemälden nicht nur von Leonardo da Vinci, Michelangelo oder Botticelli oder dem wunderbaren Dom mit seiner bedeutenden Kuppel; entworfen von Filippo Brunelleschi.
Aber es gibt auch ein Florenz der bedeutenden Bibliotheken mit herausragenden Bücherschätzen.
Eingang in das Kunsthistorische Institut
Die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft sind am 28. und 29. Oktober 2027 eingeladen, diese zu entdecken.
Im Zentrum des Besuchs wird das 1897 gegründete Kunsthistorische Institut in Florenz und seiner renommierten Bibliothek stehen. 2025 hatte die Bibliothek des Instituts mit der Schenkung der Bibliotheca Serlupiana eine bedeutende Erweiterung erfahren.
Diese private Bibliothek war ab Anfang des vorigen Jahrhunderts vom Florentiner Filippo Serlupi Crescenzi aufgebaut worden und gilt „als eine der bedeutendsten privaten Büchersammlungen Europas“ (FAZ vom 6. Juni 2025.) Die Sammlung umfasst etwa 13.000 Bände, darunter viele Inkunabeln, Erstausgaben von ca. 1470 bis 1940, Handschriften und Briefe.

Ebenfalls aus privaten Büchersammlungen entstanden sind die Bibliotheca Riccardiana di Firenze und die Bibliotheca Medicea Laurentiana.
lks.: Bibliotheca Riccardiana | rechts: Bibliotheca Medicea Laurentiana
Letztere ging aus den privaten Sammlungen der Herzöge von Medici hervor, für die Bibliotheca Riccardiana stand die adlige Florentiner Familie der Riccardi Pate. Beide Bibliotheken befinden sich noch heute an den Orten, an denen sie gegründet worden waren.
Ricc. 492 c Virgilio Opera mit dem Neubau des Palazzo Medici Riccardi, ca. 1460
An-  und Abreise, sowie Unterkunft organisieren die Teilnehmenden individuell, der Kostenbeitrag wird voraussichtlich 150 – 200 € pro Person betragen. Die Exkursion ist auf maximal 25 Teilnehmer begrenzt.
Eine endgültige Ausschreibung mit der Bitte um verbindliche Anmeldung wird zum 1. Juni 2027 über die Homepage und über den Rundbrief der Maximilian Gesellschaft erfolgen.

(Johannes Baumgartner)

Donnerstag, 1. Oktober 2026

Exlibris des Monats

Das von Ulrike Ladnar im Oktober vorgestellte Exlibris wurde von Franca Bartholomäi für Wolfgang Wissing geschaffen. Die Symbolik des Blattes bezieht sich auf eine Erzählung „Die Wege und die Begegnungen“ von Hugo von Hofmannsthal.

Die ausführliche Beschreibung zu diesem Exlibris findet sich hier auf der Seite der Deutschen Exlibris Gesellschaft.

Bertolt Brecht, „Gesammelte Werke“ in 8 Bänden

Die erste Werkausgabe von Bertolt Brecht erschien bei Malik in London und war als vierbändige Ausgabe in Groß-Oktav vorgesehen. Die ersten beiden Bände lagen 1938 in zweitausend Exemplaren vor, gedruckt bei Heinrich Mercy in Prag. Band 1 enthält auf 334 Seiten „Die Dreigroschenoper“, „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonnyׅ“, „Mann ist Mann“ und „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“, ursprünglich in Englischer Broschur mit Schutzumschlag, gemeinsam mit Band 2 (397 Seiten) in Leinen gebunden.
Diese vierbändige Ausgabe war eine der letzten Unternehmungen des Malik-Verlags im Exil. Die Bände 3 und 4 sind nicht mehr erschienen, sie waren in Prag im Druck und zum Teil sogar schon beim Buchbinder, als sie den in das Sudetengebiet einmarschierenden Hitlertruppen in die Hände fielen und vernichtet wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in beiden deutschen Staaten diverse Brecht-Ausgaben in Angriff genommen.
Suhrkamp brachte die Werke Brechts zwischen 1952 – 1976 als 40bändige Taschenbuchausgabe heraus, 1967 als „Gesammelte Werke“ in 8 Bänden im Format gr. 8° als Dünndruckausgabe mit Lesebändchen, Leinen mit SchU im Schuber, der Satz in Linotype Garamond-Antiqua, Druck Friedrich Pister, Regensburg, Papier: Schoeller & Hoesch, Gernsbach.
Diese „Gesammelte Werke in 8 Bänden“ die als Sonderdruck am 10. Februar 1968 aus Anlass des 70. Geburtstages von Bertolt Brecht im Modernen Buch-Club in Darmstadt in identischer Dünndruck-Ausgabe erschienen, wurden diesmal als Bibliophiles des Monats gewählt, sie enthalten in Anlehnung an die von Wieland Herzfelde gestalteten Ausgabe von 1938 auf ca. 13.000 Seiten im Unterschied zur 1967ger Auflage in Leinen gebunden keine Lesebändchen oder SchU, die Auflagenhöhe ist nicht dokumentiert.
Der Moderne Buch-Club Darmstadt (MBC) wurde 1958 als Ableger der 1924 etablierten Deutschen Buch-Gemeinschaft (DBG) gegründet, in den 1970ger Jahren wurden er wieder in die DBG eingegliedert. Er stellte ein bedeutendes Beispiel für Nachkriegs-Buchgemeinschaften dar, die durch Mitgliederbindung, Spezialprogramme und eigene Publikationen den literarischen Zugang für ein breites Publikum förderten, insbesondere für kritische Leser und Liebhaber avantgardistischer Literatur.

Als derzeit gültige Ausgabe des Gesamtwerks Bertolt Brechts gilt, das sei angemerkt, übrigens die „Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe. 30 Bände in 32 Teilen und Registerband.“

Mittwoch, 30. September 2026

Eröffnungsausstellung FAVORITENPRESSE & FRIENDS

FAVORITENPRESSE & FRIENDS öffnet mit einer Ausstellung von Büchern, Illustrationen und Comics des international bekannten Illustrators Jakob Hinrichs offiziell ihre Türen.

Bereits im Spätsommer ist das Mitglied des Berliner Bibliophilen Abend und der Pirckheimer-Gesellschaft Bodo von Hodenberg mit seinem Verlag kurzerhand nach Neukölln umgezogen und hat in den großzügigen Räumen in einem denkmalgeschützten Altbau im wunderbaren Böhmischen Dorf nun alles unter einem Dach: das Verlagsbüro, ein Laden mit all den Büchern der Favoritenpresse und ein Ausstellungsraum für Illustration und Fotografie.

Hier wird das illustrierte Buch gefeiert, hier treffen Illustratoren die Verleger, hier kann Neues entdeckt werden und nicht zuletzt: Hier können Bücher und Kunst gekauft werden. Auf das die visuelle Welt etwas aufgehübscht wird.

15. Oktober 2026, 18 Uhr
Favoritenpresse
Richardplatz 7, 12055 Berlin

Der Hundeshagensche Codex

Ein besonders kostbares Buch verdankt die Staatsbibliothek zu Berlin dem aus Hanau stammenden Germanisten und Bibliothekar Helfrich Bernhard von Hundeshagen. [...]

Im Jahr 1817 kaufte von Hundeshagen das Buch, das heute unter dem Namen „Hundeshagenscher Codex“ bekannt ist, in Mainz zum Preis von 100 Dukaten. Mehrere Jahre lang restaurierte von Hundeshagen das Buch akribisch. Er ließ den Codex mit einem biedermeierlichen Einband, bestehend aus mit weinrotem Samt überspannter Pappe, versehen, den Spiegel mit Moiréseide ausstatten und den Schnitt vergolden.
Es handelt sich um eine vollständige Handschrift des Nibelungenlieds. Mutmaßlich entstand sie um 1440. Das in ostschwäbischem Dialekt geschriebene Buch enthält 37 Miniaturen. Es ist die einzige mit zeitgenössischen Illustrationen versehene Bilderhandschrift des Nibelungenstoffs. [...]
Etzel lässt die Burgunderkönige zu Gast laden
Um den Text für das Publikum spannender zu gestalten, fügte der spätmittelalterliche Schreiber zwei Passagen ein, die eigentlich nicht hinein gehören. Am Beginn der 28. Aventiure warnt Hildebrand die Burgunder vor Rohren, die mit einem aus Schwefel und Kohle bestehenden Pulver gefüllt sind. Mit diesen soll auf Krimhilds Befehl der Saal, in dem die Burgunder lagern, in Brand gesetzt werden. Am Ende hat der Schreiber noch eine makabere Anekdote eingeflochten, der zufolge Hildebrands Schwert so scharf ist, daß Krimhild nichts spürt, als sie den todbringenen Streich erhalten hat. Erst als sie sich bückt, zerfällt sie in zwei Teile.
Nach Hundeshagens Ableben ließen seine Erben den Codex 1867 im Kölner Auktionshaus Lempertz versteigern. Für 780 Taler zuzüglich 78 Taler Aufgeld erhielt die damalige Königlich Preußische Bibliothek den Zuschlag. Heute trägt der Band die Signatur Ms. germ. fol. 855. Das Digitalisat kann in unseren Digitalisierten Sammlungen bewundert werden. Wer beim Lesen gern etwas in den Händen hält, sei auf das 2008 erschienene Faksimile verwiesen. Im Handschriftenlesesaal der Staatsbibliothek im Haus Unter den Linden 8 ist es unter der Signatur Hs LS CM 1037 zu finden.

(Thomas Parschik, kompl. hier)

Literatur: Das Nibelungenlied. Der Hundeshagensche Codex. Ms. germ. fol. 855 der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Berlin (I: Faksimile, II: Kommentarband mit Beiträgen von Beate Braun-Niehr, Joachim Heinzle, Klaus Klein, Jürgen Vorderstemann), Gütersloh/München 2012

Reden über Fred Rodrian

Vor hundert Jahren, am 14. Juli 1926, kam Fred Rodrian in einer kleinen Hinterhofwohnung in Berlin-Friedrichshain zur Welt. Aus dem Jungen Alfred wurde später nicht nur ein Schriftsteller, sondern auch eine prägende Instanz des DDR-Kinderbuchmarktes: Als Lektor (1952–1955), langjähriger Cheflektor (1955–1974) und schließlich Direktor des Kinderbuchverlags Berlin (1975–1985) gestaltete er die Welt der DDR-Kinder- und Jugendliteratur in erheblichem Maße mit. Viel zu früh, am 25. Mai 1985, verstarb Fred Rodrian.
Mit einer szenischen Lesung aus Texten, Interviews und Briefen, die Rodrians (Arbeits-)Leben widerspiegeln, wird an den herausragenden Verleger und Schriftsteller erinnert. Den musikalischen Rahmen bilden vertonte Gedichte von Peter Hacks, einem engen Freund Rodrians, interpretiert durch den Musiker Andreas Arend.

Prof. Dr. Eva Maria Kohl ordnet das Wirken und die Bedeutung Fred Rodrians in den zeitgenössischen Gesamtzusammenhang ein und verdeutlich die Auswirkungen seines Schaffens, die bis heute ihre Spuren hinterlassen haben.
Eva Maria Kohl ist Schriftstellerin und Professorin i. R. für Grundschuldidaktik/Deutsch an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Als junge Wissenschaftlerin arbeitete sie am DDR-Zentrum für Kinderliteratur in Berlin (Ost) und bis heute ist sie der Erforschung und Vermittlung der Kinder- und Jugendliteratur voller Enthusiasmus treu geblieben. Frau Prof. Kohl ist eine der wenigen, die den DDR-Kinderbuchmarkt und dessen Hintergründe sowohl noch aus eigener Anschauung als auch mit geraumem Abstand aus wissenschaftlicher Perspektive einschätzen und beschreiben können. Gemeinsam mit Michael Ritter brachte sie 2022 den Band Kindheitsgeschichten: Eine Spurensuche in der ostdeutschen Kinder- und Jugendliteratur heraus.

Eine kleine Vitrinenausstellung mit Werken und privaten Zeugnissen Rodrians rundet den Abend ab.

14. Oktober 2026, 18 Uhr, um Anmeldung wird gebeten

Wilhelm-von-Humboldt-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin
Haus Unter den Linden 8 · 10117 Berlin