Donnerstag, 2. Juli 2026

Exlibris des Monats: Karel Demel für M. C.

Das Bild eines Saxophon-Spielers, nicht aber irgendeines Jazzmusikers. Das Exlibris verdient es, sich genauer damit zu beschäftigen, auch wenn nur wenige Details erkennbar sind. Ungefähr 15 Jahre dauerte seine Karriere. In dieser Zeit stellte er, zusammen mit einigen bedeutenden Musikern, die Jazzwelt auf den Kopf und legte den Grundstein für einen neuen Stil, mit Melodielinien, die noch heute als Maßstab für den Jazz-Nachwuchs gelten. Mit einer wilden, sprunghaften Musik veränderten sie die Musikszene in den USA radikal.
Erst mit etwa 17 Jahren zeigte der 1920 in Kansas City geborene Charlie Parker Interesse für das Altsaxophon. Er übte Tag und Nacht und schon bald spielte er professionell mit diversen Bands. Ab 1942 wirkte er an den legendären Jamsessions im Monroe’s und im Minton’s Playhouse in Harlem mit, wo er gemeinsam mit dem Trompeter Dizzy Gillespie (1917 – 1993) und Thelonious Monk (1917 – 1982) am Piano entscheidende Grundlagen für den Modern Jazz legte. Dabei spielte er, für damalige Verhältnisse, kühne Dissonanzen und rhythmische Verschiebungen. Auch in sehr schnellen Stücken vermochte er prägnant und stimmig mit hoher Intensität zu improvisieren. Harte Intervallsprünge und abgerissenen Melodiefetzen charakterisierten diese neue Musik, die lautmalerisch „Bebop“ genannt wurde – eine radikale Antwort auf den Swing der Big-Band-Ära, der musikalisch immer glatter wurde. Sperrig und unbequem klang diese Musik damals, ältere Musiker reagierten befremdet.

Auch der Prager Exlibriskünstler Karel Demel (1942 – 2024) hat sich viel mit Musik beschäftigt. Am Konservatorium in Prag studierte er Posaune, Tuba und Kontrabass, ehe er den Grafiker-Beruf erlernte. Wie vibrierend die Melodiebögen und Improvisationen Charlie Parkers auf seinem Altsaxofon wirkten, stellt er eindringlich in dieser Radierung für M. C. dar. Die Luftschwingungen scheinen sich zu erhitzen, ja zu flackern. Vergleichen wir es ruhig mit dem Phänomen einer Fatamorgana, die wir über dem heißen Wüstensand beobachten. Wie auf vielen Fotos ist er elegant mit Smoking oder Anzug und Krawatte dargestellt. 

(Heinz Neumaier, gesamter Artikrl hier)

Mittwoch, 1. Juli 2026

Bertolt Brecht, Tagebuch No. 10

Bibliophiles des Monats ist das Faksimile des Tagebuchs No. 10 von Bertolt Brecht, welches der damals 15jährige Schüler 1913 führte. 
Siegfried Unseld (1924 - 2002) gab dieses im Oktober 1989 in Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main, jetzt mit Sitz in Berlin, heraus, brachte diese Handschrift mit einer Transkription und Anmerkungen von Günter Berg und Wolfgang Jeske (1951 - 2012) heraus, 2 Bd. im Schuber, Fester Einband, 116 Seiten, Auflage 1200 Expl., Einband von G. Lachmaier, Reutlingen.
»Ein Tagebuch des Fünfzehnjährigen, das minutiös Aufschluss gibt über mehr als ein halbes Jahr seines Lebens, vom 15. Mai bis zum 25. Dezember 1913, Aufschluss über Schreiben, Tun, Denken, und das gleichzeitig ein faszinierendes Dokument des Fünfzehnjährigen ist, Schriftsteller, Dichter werden zu wollen, werden zu müssen: »Ich muss immer dichten«
(Siegfried Unseld, Einführung)

Klaus Märtens (1937 - 2026)

Die Galeristen-Legende Klaus Märtens ist am 28. Juni, 89-jährig, im Seniorenhaus Johannes Rau in Moers gestorben.
Klaus Märtens (1937–2026) vor seinem unergründlichen Grafikschrank in seiner Wilmersdorfer Galerie Taube, © Archi Galentz
Klaus Märtens, der Kunst-Enthusiast mit seiner Galerie Taube und dem alljährlichen Dezembersalon, ist eine Legende. 1973 gründete der 1937 in Pommern geborene, nach der Flucht 1945 im niederrheinischen Viersen aufgewachsene Kunstpädagoge die Galerie Taube in der Pariser Straße, Wilmersdorf.

Märtens bekannte bei vielen Gelegenheiten, nach dem Mauerfall auch als aktives Mitglied in der nunmehr auch im Westen wirkenden Pirckheimer-Gesellschaft, wer sein Vorbild in Sachen Haltung zu Figur und Gegenständlichkeit war: „Karl Hofer ist mein Prophet!“
Bis zum 30-jährigen Galerie-Jubiläum hatte Märtens 189 durchnummerierte Ausstellungen auf die Beine gestellt und dabei darauf geachtet, dass er Bilder zeigte, die er „selber gerne gemalt hätte“. Da waren Namen wie die des jüdischen Stillleben-Malers Pavel Feinstein, des kauzigen Schweizers Rudolf Stüssi, des Bildhauers Robert Metzkes aus dem Berliner Osten und des Landschaftsradierers Walter Herzog aus Dresden dabei. Und selbstredend Urgesteine der Galerie wie der Stadtmaler Klaus Jurgeit, dessen Motive Lokalkolorit versprühen. Oder Edwin Dickmann, dessen 1960 entstandenes, dunkles Ölbild „Die Hinrichtung“ heute, in Zeiten von neuen Machtkämpfen und Kriegen wieder erschreckend aktuell wirkt.

Corona-Pandemie und Krankheit zwangen den Galeristen 2022, sein Lebens- und Herzensprojekt aufzugeben.

(Ingeborg Ruthe, Berliner Zeitung)

Dienstag, 30. Juni 2026

„KI vernichtet Kulturgut“

Eine Meldung verbreitet sich seit einigen Tagen lawinenartig, lässt aufhorchen und scheint schlimmste Befürchtungen zu bestätigen.
Radio SRF, Sven Ahnert, 22.06.2026
Hierbei kommt jedoch, in aufgebauschte Berichterstattung medienwirksam Halbwahrheit und Schwarzseherei zusammen, wobei ich mal die kapitalismuskritische und gute Absicht unterstelle, auf einen künftig möglichen negativen Einfluss der KI-Technologie aufmerksam zu machen.

Worum geht es? Am Anfang steht der Hinweis aus einem Antiquariat, welcher inzwischen von weiteren bestätigt wurde: «Gekauft wurden gezielt Non-Fiction-Titel ab 1970 mit ISBN-Nummern – angestaubte Lagerleichen, die seit Jahren niemand wollte. Ein Weiterverkauf ist völlig ausgeschlossen: Die Bücher sind wertlos, und es wurde pro Titel immer exakt nur ein Exemplar gekauft.»
 
In den jetzt kursierenden Meldungen werden aus 
  • „Titeln ab 1970 mit ISBN-Nummern“ „alte Bücher", 
  • „angestaubte Lagerleichen“ werden zu „wichtigem Kulturgut“, 
  • „Einzelexemplare aus großen Auflagen“ werden zu „tonnenweisen Lagerbeständen“,
  • „große Bestellungen“ werden zu „leergekauften Antiquariaten",
  • „Unverkäufliches“ und Ladenhüter aus offensichtlich zu hohen Auflagen werden zu „vergriffenen Büchern“,
  • „Non-Fiction Titel“ werden zu "Romanen" und „Rohdaten für Sprachmodelle“.
  • Darüber hinaus bleibt unberücksichtigt, dass Antiquare schon immer, wenn auch schweren Herzens, gezwungen waren, unverkäufliche Lagerbestände, in der Fischerei als Beifang Bezeichnete aus vergangenen Ankäufen, in der Papiertonne zu entsorgten.
Und so erweist sich die häufig zu findende Schlussfolgerung, z.B. die untenstehende auf Radio SRF, zumindest derzeit, nicht nur als unbegründet pessimistisch, sondern schlechterdings als falsch!

EA der Schachnovelle im DLA

Die Erwerbung die Erstausgabe der Schachnovelle von Stefan Zweig in der Bibliothek des Deutschen Literaturarchivs schleißt eine Lück in den Beständen.
DLA (Anja Bleeser)
Lotte Zweig tippte die Schachnovelle auf ihrer Schreibmaschine mit drei Durchschlägen. So entstanden vier Exemplare, die alle noch handschriftlich korrigiert wurden. Das Original-Typoskript blieb in Brasilien. Dort erschien im September 1942 in der Editora Guanabara in Rio de Janeiro die portugiesische Erstausgabe der Schachnovelle unter dem Titel A partida de Xadrez im Sammelband As três paixões. Die drei Durchschläge gingen am 21. Februar 1942 auf dem Postweg an ihre Empfänger: der erste an Zweigs amerikanischen Verleger Benjamin W. Huebsch in New York, der zweite an Gottfried Bermann Fischer in Stockholm, wo 1943 die zweite deutschsprachige Ausgabe erscheinen sollte, und der dritte an Alfredo Cahn in Buenos Aires. Dort wurde, vermittelt von Cahn, der schon 1924 nach Argentinien ausgewandert war und etliche Werke von Stefan Zweig ins Spanische übersetzt hatte, am 7. Dezember 1942 die deutschsprachige Erstausgabe bei Pigmalión posthum als »Liebhaberdruck« veröffentlicht (vgl. Stefan-Zweig-Handbuch, Berlin 2018, S. 234).

Lili Lebach, Exilantin aus Wuppertal, hatte erst am 8. Juli 1942 die Buchhandlung Pigmálion eröffnet, die sich bis 1979 hielt. Eigentlich war es eine klassische Buchhandlung und die Veröffentlichung der Schachnovelle ein in vielerlei Hinsicht einmaliges Unternehmen, um die Verbreitung der Exilliteratur zu unterstützen. Die Auflage war klein, nur 250 arabisch nummerierte Exemplare, auf deren vorderem Deckel ein kleines Schachspiel mit einem Zweig abgebildet ist. Zusätzlich erschienen 50 römisch nummerierte Exemplare einer in Leinen gebundenen Vorzugsausgabe bei János Peter Kramer, auch Buenos Aires. Die besonderen Umstände der Veröffentlichung sind in der Erstausgabe festgehalten: »Das Original dieses Buches wurde vom Verfasser wenige Stunden vor dessen Tod seinem Freund und Uebersetzer Alfredo Cahn zugeschickt …«, heißt es auf dem Vorsatz.

Das Marbacher Exemplar trägt die Nr. 163. Die Bibliothek ist sehr glücklich, es neben zahlreichen späteren Ausgaben, Übersetzungen und Bearbeitungen endlich in ihrem Bestand zu wissen, und dankt der Deutschen Literaturstiftung herzlich für die Unterstützung.

(Katja Buchholz, gesamter Bericht hier)

SAVE THE DATE: 18.-20. September 2026

„Die Inselreihe ist für mich eine der schönsten Buchreihen, die es überhaupt gibt.“
So beschreibt Michael Jahn vom Antiquariat Karajan in Berlin seine Leidenschaft für die berühmte Insel-Bücherei. 
Michael gehört zu den Berliner Kollegen, die sich schon darauf freuen, im September Gäste aus aller Welt auf der Rare Books Berlin willkommen zu heißen. Sein Spezialgebiet ist unter anderem die wunderschöne Insel-Bücherei – für ihn steht fest: „Sie ist mit Abstand die schönste Buchreihe des 20. Jahrhunderts.“

(Verband Deutscher Antiquare)

18.-20. September 2026

Kronprinzenpalais
Berlin, Unter den Linden 3

Montag, 29. Juni 2026

Winckelmanns Sicht auf Frauen

Der kommende Stendaler Hochschulvortrag des Pirckheimers Prof. Dr. Max Kunze beschäftigt sich unter dem Thema: „Das junge Mägden ist eine entzückende Schönheit, und verdiente allein eine Reise nach Rom" mit Winckelmanns Sicht auf Frauen.

Die Suche nach dem Schönheitsideal, prägte das Leben und Wirken des Gelehrten Johann Joachim Winckelmanns. Dieses fand er nicht nur bei männlichen Jünglingen, sondern auch Frauen ließ er nicht unbeachtet. Gemeinsam mit dem Referenten, dem Präsident der Winckelmann-Gesellschaft, lernen die Hörer an diesem Nachmittag eine ambivalente und oft kaum beachtete Facette der Persönlichkeit Winckelmanns kennen.

1. Juli 2026, 15 Uhr
Hochschule Magdeburg-Stendal
Campus Stendal, Audimax
Osterburger Str. 25, 39576 Stendal

Martin Nowak-Neumann, Maler und Schriftsteller des sorbischen Volkes

Das Antiquariat zum Dom in Bautzen bot vor Kurzem eine, inzwischen verkaufte, Mappe an, die, herausgegeben von der Bezirksgruppe Bautzen der Pirckheimer-Gesellschaft, aus Anlass von des 85. Geburtstages von Martin Neumann-Nechern und des 40. Jahrestages der Gründung des Kulturbundes der DDR erschien.
Diese Mappe ist im 1995 von Hartmut Pätzke herausgegebenen Katalog „Veröffentlichungen und Gaben der Pirckheimer-Gesellschaft und mit ihrer Unterstützung entstandenen Publikationen 1956 - 1991“ nicht aufgeführt!
Martin Neumann-Nechern (Martin Nowak-Neumann, 1900-1990): Das Leben der Sorben gestern und heute, VI. Festiwal Serbskeje Kultury 1985, 8 Textseiten (Deutsch/Sorbisch) und 8 Bildtafeln, Redaktion: Ekkehard Schipper und Eva-Maria Zschornack, Bautzen

Sonntag, 28. Juni 2026

Werkschau der Kinder- und Jugendgalerie Sonnensegel

Die Sommerausstellung, wahrscheinlich ist es die bunteste Bilderschau im jährlichen Galeriebetrieb, zeigt rund 200 Arbeiten aus den Kursen von Steffi Möbius, Nancy Jahns, Janine Wentorf und Sven Märkisch, darunter Malerei, Plastiken und Grafiken.
Die bildnerischen Arbeiten belegen nicht nur den unerschöpflichen Einfallsreichtum und das handwerkliche Können der jungen Leute, sondern reflektieren auch die Auseinandersetzung mit Werken namhafter Künstlerinnen und Künstler, die den Kursteilnehmern in „Sonnensegel“- Ausstellungen begegneten. So werden dem aufmerksamen Betrachter erfrischende Adaptionen der Bilder von Angela Hampel und Olaf Hajek begegnen, die oft heiter oder manchmal auch ernster das künstlerische Vorbild kommentieren.
Auf Einladung des Jugend-Kunst-Galerie Sonnensegel e.V. nimmt Oberbürgermeister Daniel Keip an der Eröffnung der Sommerausstellung teil.

Ausstellungseröffnung mit Sommerfest: 2. Juli 2026, 16.30 Uhr

Galerie Sonnensegel
Gothardtkirchplatz

Samstag, 27. Juni 2026

Ausstellung und Jahresgabe des Radiervereins München

Der Radierverein stellt zur Ausstellung „ink me baby one more time“ wird neben den Werken von Künstlern des Vereins die Jahresgabe des Vereins vorgestellt.
Moritz Götze: Tempus vincit omnia, 2026 (Ausschnitt), © Moritz Götze
Die Mitgliederausstellung präsentiert eine vielfältige Auswahl an Arbeiten aus den Disziplinen der Druckgraphik: Radierung, Lithographie, Linolschnitt und weitere Techniken. Die Ausstellung bietet spannende Einblicke in das künstlerische Schaffen der Künstlermitglieder des Vereins und zeigt die große Bandbreite zeitgenössischer graphischer Ausdrucksformen.
Fördermitglieder des Vereins haben die Möglichkeit, eine von drei Graphiken einer limitierten Auflage  der Künstler Jette Flügge, Florian Huth und Christina Kirchinger zu wählen. 

Vernissage: 2. Juli 2026, 19 Uhr
Ausstellung: 3. - 24. Juli 2026

Radierverein München
Ludwigstr. 7, 80539 München

Freitag, 26. Juni 2026

Mittelalterliches Notizbuch entdeckt

Archäologen haben in Paderborn ein gut erhaltenes Notizbuch aus dem 13. bis 14. Jahrhundert gefunden. Und das ausgerechnet in einer mittelalterlichen Latrine, wie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) mitteilte. Das Notizbuch sei aus Leder, Holz und Wachs und wird jetzt in Münster restauriert und konserviert. Anschließend soll der Text laut Mitteilung entschlüsselt werden.
Fotos. © Stefan Brentführer/​LWL/​dpa
»Vergleichbare mittelalterliche Stücke kennt man außerdem aus Lübeck oder Lüneburg, wo ein ähnlich feuchtes Milieu im Boden die Funde erhalten hat. In keinem Fall ist aber wie bei uns das komplette Buch als archäologischer Fund erhalten«, sagt die Kulturdezernentin laut Mitteilung.
Von dem rund 700 bis 800 Jahre alten Schriftstück verspricht sich der LWL wertvolle Einblicke in den Alltag und die Lebensverhältnisse im mittelalterlichen Westfalen. »Nach sorgfältiger Restaurierung durch die LWL-Fachleute wird es möglicherweise gelingen, den schwer zu entziffernden Text mit High-Tech-Methoden wieder vollständig lesbar zu machen.« Dazu seien sie bereits mit Schrift- und Material-Fachleuten aus ganz NRW im Gespräch, sagt Rüschoff-Parzinger.
Das Notizbuch hat zehn Seiten, von denen acht doppelseitig sind. Das gebundene Stück ist in einer kleinen Ledertasche mit Deckel verpackt.

(dpa-infocom, dpa:260512-930-71753/1)

„Schatten auf dem Mond“

Unter diesem Titel präsentiert das 3 Königinnen Palais in Mirow (Mecklenburg-Vorpommern) eine Ausstellung des ukrainischen Grafikkünstlers Konstantin Kalynovych.
In der Ausstellung werden rund 100 Werke der Druckgrafik präsentiert – Exlibris, Radierungen und PF verschiedener Jahre – sowie etwa 30 Aquarelle, Gouachen und Arbeiten in Mischtechnik. Die Ausstellung ermöglicht es, die Entwicklung des künstlerischen Schaffens nachzuvollziehen und dessen Vielfalt kennenzulernen.

Das Werk Konstantin Kalynovychs zeichnet sich durch höchste technische Meisterschaft, virtuose Beherrschung der Radierung und eine enge Verbindung zur europäischen Kunsttradition aus. In seinen Arbeiten finden sich Anklänge an die Ästhetik alter Meister wie Pieter Bruegel, Jan Vermeer, Hendrick Avercamp, Rembrandt und Albrecht Dürer.
Gleichzeitig sind Kalynovychs Werke unverwechselbar und eigenständig, geprägt von feinem Humor, Poesie und einer besonderen Atmosphäre, die sie auch für das heutige Publikum zugänglich macht.

Dabei ist der Mond ist in Kalynovychs Arbeiten nicht nur ein Himmelskörper, sondern ein Symbol für Ruhe, Traum und die Distanz zum Alltag.

7. August - 31. Oktober 2026

3 Königinnen Palais
Schlossinsel 2a
17252 Mirow

Donnerstag, 25. Juni 2026

Libation am Grab von E.T.A. Hoffmann

Anlässlich des 204. Todestages von E.T.A. Hoffmann traf sich die gleichnamige Gesellschaft und Freunde des Berliner Bibliophilen Abend zur traditionellen Feier an seinem Grab auf dem Berliner Jerusalemskirchenfriedhof.
Jörg Petzel hält die Grabrede des Kater Murr

TERMINABSAGE

Das Berliner Bücherfest 2026 wird lt. einer Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe vom 25. Juni 2026 wegen hoher Temperaturen abgesagt.

Ein Dichterkraut, blaublühend

Cymbelkraut (Linaria cymbalaria), Foto: Ulrich Goerdten 
In der Wartburgstraße im Berliner Stadtteil Schöneberg gibt es einen gut gepflegten Vorgarten, dessen Gewächse das ganze Jahr über blühen. Auch ein unscheinbares Pflänzchen blüht dort von Juni bis Oktober, das Cymbelkraut. Es wächst in einer Art Polster über den Rand des Begrenzungsmäuerchens und streckt seine Spitzen bis auf den Bürgersteig. Der eilende Fußgänger wird bei seinem Anblick das Marschtempo verzögern, sofern er literaturkundig ist. Er wird einen Blick des Gedenkens auf diese Pflanze werfen, besonders am 25. Juni, dem Geburtstag des Dichters Heinrich Seidel (1842–1906). Von ihm gibt es einen Aufsatz mit dem Titel „Linaria cymbalaria“ im Jahrgang 1893 der Familienzeitschrift „Daheim“, der dann auch in den Band 12 seiner „Gesammelten Schriften“ aufgenommen worden ist.
Linaria cymbalaria ist der botanische Name der erwähnten Pflanze. Heinrich Seidel berichtet, dass er dieses grüne Kraut, das eher in südlichen Ländern heimisch ist, nach Berlin eingeschleppt hat, weshalb er von den orthodoxen Botanikern als Florafälscher und „Ansalber“ beschimpft wurde. Den Dichter hat das nicht angefochten. Vergnügt schreibt er in dieser „Geschichte voll kleiner Freuden und Enttäuschungen“, er würde wohl gern „eine kleine grüne Spur hinterlassen auf dieser Erde. Zwar hat er allerlei kleine Lieder und Geschichten ans Licht gestellt, allein diese entstanden aus der Zeit für die Zeit und werden schwinden mit der Zeit. Sie werden einst vergessen sein, und nur auf den höchsten Borten zurückgebliebener Leihbibliotheken in kleinen abgelegenen Landstädten werden die kleinen Bände noch stehen, und niemand mehr wird nach ihnen fragen. Dann aber wird vielleicht noch ein kleines zierliches Pflänzchen, das aus dürren Mauerritzen lieblich vervorgrünt, lebendige Kunde geben, daß der Verfasser jener vergessenen Geschichten einst über diese Erde gegangen ist“.

(Ulrich Goerdten)

Anmeldung zur artbook.berlin 2026

Von allen Drucker/innen und Buchkünstler/innen sehnsüchtig erwartet, startet der Countdown zur Bewerbung für die Teilnahme an der artbook.berlin2026 im November in Berlin.
Alle wichtigen Informationen im PDF (klick auf die Abb.) oder im Blog der artbook.berlin
Sollten doch noch Fragen existieren, dann gibt es Antworten vom corn.elius direkt unter +49 178 33 91 321
(corn.elius+hanneke von der artbook.berlin2026)

Junger Sammlerpreis 2026 ausgeschrieben

© Verband Deutscher Antiquare
Der Verband Deutscher Antiquare verleiht in diesem Jahr wieder einen Preis für junge Sammler, die Bücher, Graphiken, Autographen und sonstige Arbeiten auf Papier sammeln und lobt einen Preis für die originellste oder überzeugendste, ihr Thema am besten darstellende Sammlung aus. Es gibt ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro und eine
Jahresmitgliedschaft bei der Pirckheimer-Gesellschaft zu gewinnen.
Die Sammlung des Preisträgers 2026 wird auf der Rare Books Berlin präsentiert.

Mittwoch, 24. Juni 2026

Johannistag

Mit diesen Inkunabelseiten von 1472 grüße ich alle Gutenbergjünger zum heutigen Johannistag!

(Fritz van Rechtern)

Sommerpause in Wien

Die Wiener Bibliophilen-Gesellschaft hat mit einem Bibliotheksbesuch im Stift Melk am 6. Juni das Halbjahresprogramm abgeschlossen und wünschen allen Bücherfreunden schöne, jederzeit angenehme Sommermonate!
Die Herbstsaison werden die Wiener Bibliophilen  am 16. September mit einem „Treffen für Buchliebhaber“ im Café Museum beginnen!
(Ernst Fischer)

Dienstag, 23. Juni 2026

204. Todestag von E.T.A. Hoffmann

Anlässlich des 204. Todestages von E.T.A. Hoffmann trifft sich die gleichnamige Gesellschaft und Freunde des Berliner Bibliophilen Abend zur traditionellen Feier an seinem Grab auf dem Berliner Jerusalemskirchenfriedhof.
Stefan Klenner-Otto, Cover zu „SCHNURRPFEIFENKARUSSELL“, Ausschnitt
Für die Zeremonie am Grab werden die Teilnehmer obligate Objekte, wie Blumen, sowie Becher für den Libations-Wein, dabei haben und ab 19 Uhr in der nahegelegenen Taverna Dionysos ein Glas auf den Geehrten leeren. Auf der Tagesordnung steht dann eine Vorschau durch Jörg Petzel auf die internationale E.T.A. Hoffmann-Konferenz vom 16. - 17. Juli 2026 in Oxford.

Zwei Tage darauf wird Stephan Klenner-Otto im thüringischen Wurzbach „E.T.A. Hoffmann. Bilder und Gedichte“ vorstellen. 

Libation: 25. Juni 2026, 18 Uhr
Jerusalemskirchenfriedhof
Mehringdamm 21 (neben dem nördlichen Eingang zum U-Bahnhof Mehringdamm)

Stephan Klenner-Otto: 27. Juni 2026
Kunsthaus Müller
Markt 6, 07343 Wurzbach OT Wurzbach