Eine Ausstellung in Offenbach steht unter dem Thema „Aus der Mitte Europas. Tschechische Buchkunst von 1900 bis zur Gegenwart“.
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| Alfons Mucha |
In 17 Kapiteln wird die tschechische Buchkunst von der Zeit um 1900 bis in die Gegenwart vorgestellt, dabei zeigt sich, wie verschiedene Kunstströmungen und gesellschaftliche Entwicklungen ihren Niederschlag in Typographie, Bucheinband, Illustration und Plakat finden. Die Bücher werden zum ersten Mal im Ausland präsentiert, so kann Vieles, bei uns noch wenig Bekanntes, entdeckt werden. Herausragende Werke des Jugendstils, darunter Arbeiten von international bekannten Künstlern wie
Richard Teschner und
Alfons Mucha, werden gezeigt.
Weniger bekannt bei uns ist die Buchkunst der Prager Avantgardebewegungen, die sich ab den 1910er Jahren entwickelten. Der Kubismus erfuhr in Prag eine besondere Ausformung in Architektur und Design mit kristallinen Formen. Die Buchkunst dieser Zeit nahm die Formensprache auf, Protagonisten des Prager Kubismus wie
František Kysela,
Vratislav Hugo Brunner,
Method Kaláb sind in der Ausstellung vertreten. Zu den wichtigsten Künstlern der tschechischen Moderne gehört
Karel Teige, der auch als Kunsttheoretiker und Publizist Einfluss nahm und zu den Gründern des Poetismus, einer reintschechischen Kunstrichtung gehörte. Seine Fotomontagen und typographischen Montagen machten ihn international bekannt.
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| Ladislav Sutnar |
Mit
Ladislav Sutnar wird eine weitere wichtige Position der Avantgarde präsentiert. Auch der tschechische Surrealismus hatte seine ganz eigene Ausprägung. Zu den wichtigsten Künstlern und Künstlerinnen gehören hier
Jindřich Štyrský und
Toyen. In der Nachkriegszeit setzten
Zdenek Seydl und
Jaroslav Šváb Maßstäbe mit ihren farbigen Umschlaggestaltungen. In dieser Zeit erlebte das Bilderbuch eine Blüte, die phantasievollen Illustrationen erlangten internationale Aufmerksamkeit.
Jiří Trnka und besonders
Zdeněk Milerwaren weit über die Grenzen hinaus bekannt und beliebt. Die farbenfrohen, surrealen Illustrationen der Malerin
Květa Pacovská zeigen höchstes künstlerisches Niveau. Auch die experimentellen Kunstrichtungen der sechziger Jahre fanden ihren Niederschlag in der tschechischen Buchkunst,
Jiří Kolář gehört mit seinen Montagen zu den wichtigen europäischen Künstlern seiner Zeit.
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| Jaroslav Šváb |
Ein bei uns eher unbekanntes Kapitel dürften die Bücher des Samisdat, der inoffiziellen Kultur sein. Abseits der geförderten Kultur entstand im Untergrund eine vitale Szene. Ein weiteres Kapitel zeigt die kreative Energie, die die Revolution von 1989 in der Kunst freisetzte. Schließlich wirft die Ausstellung auch einen Blick auf das zeitgenössische tschechische Buchdesign.
Vernissage: 4. September 2026, 18 Uhr
Ausstellung: 5. September – 29. November 2026
Klingspor Museum
Herrnstraße 80, 63065 Offenbach am Main