Dienstag, 27. Oktober 2026

Gutenberg-Jahrbuch 2026

Das Gutenberg-Jahrbuch wird 100 Jahre alt – und die aktuelle Ausgabe ist kostenlos als PDF der Universität Heidelberg abrufbar.
Der Beitrag ›ETAOIN SHRDLU? Oder: Was mag dem Setzer plötzlich zugestoßen sein?‹ des Vereinsmitglieds für die Schwarze Kunst Franz Hennies ist hier aufzurufen. Franz hat die Linotype als Neunjähriger in der Buchdruckwerkstatt eines Hamburger Stadtteilkulturzentrums kennengelernt und die dort verbreitete Erklärung zur Tastatur nie wirklich akzeptiert: Der von ihm so bewunderte Erfinder Ottmar Mergenthaler soll das einfach nur nach Häufigkeit und ohne Rücksicht auf Ergonomie gemacht haben? Heute, als promovierter Physiker, gibt er das bei seinen Führungen im Grafiska Museet in Helsingborg nicht so weiter, denn er nahm sich die Zeit, der Tastaturbelegung technisch und wirtschaftlich tiefer auf den Grund zu gehen.

Unter Druck - Politische Plakate

Die Ausstellung politischer Plakate von 1918—1933 aus der Sammlung von Maximilian Karagöz in Wiesbaden wurde um ein viertel Jahr verlängert. Eine Parallel-Ausstellung im Hessischen Landtag, die politische Plakate von 1945—1991 zeigt, endete bereits im April diesen Jahres.

Das politische Plakat tritt in Europa erstmals massiv als Propagandaplakat im Ersten Weltkrieg auf. Die Kriegsparteien agieren dabei sehr verschieden. Von sachlich-faktischer Argumentation bis hin zur Lüge und emotionaler Ansprache, ein Spektrum, das sich in den politischen Plakaten der Folgejahre weiterentwickelt. Nach Ende des Ersten Weltkriegs scheinen expressionistische Plakate den traumatisierten Zustand einer ganzen Nation widerzuspiegeln. Die wachsende Brutalität der politischen Auseinandersetzung in den 1920er und 1930er Jahren spiegelt sich auch in der Rohheit der Plakatmotive wider, vor allem solcher, die von extrem linken und rechten politischen Rändern verbreitet wurden. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten endet die Vielfalt der politischen Stimmen auf den Plakaten im öffentlichen Raum.

Ausstellung: 6 Februar - 22 November 2026
Hessisches Landesmuseum für Kunst & NaturFriedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden

Montag, 26. Oktober 2026

Super BOOKS 7

Bereits zum siebten Mal veranstalten wir Super BOOKS,
die unabhängige Messe der Künstler*innenbuch-Szene
im Haus der Kunst,
am Freitag, 30. Oktober 2026, von 16:00 bis 22:00 Uhr
und am Samstag, 31. Oktober 2026, von 12:00 bis 20:00 Uhr
in der Mittelhalle und dem Terrassensaal. Eintritt frei. 

super books 7 2026An den beiden Tagen treffen sich über 70 nationale und internationale Künstler*innen, Gestalter*innen, Verleger*innen sowie Vertreter*innen von Institutionen und Kunsthochschulen, um ihre neuesten Produktionen zu präsentieren.
Der icon Verlag und so-VIELE.de sind dabei.

Super BOOKS stellt Publikationen vor, die über die Grenzen des Mediums Buch hinausdenken und diese hinterfragen und deren Themen, Formate und Techniken sich stetig weiterentwickeln. Dank einer Ethik der Zugänglichkeit, die in der Preisgestaltung und dem Direktvertrieb zum Ausdruck kommt, bildet das alternative Verlagswesen ein Gegengewicht zum konven­tio­nellen Verlagsmarkt. Im direkten Austausch mit Künstler*in­nen und Produzent*innen lernen die Besuchenden vielfältige Formen der künst­lerischen Praxis kennen, die auch das Verständnis unseres Programms prägen. In Ergänzung zu den Buchpräsentationen erwarten das Publikum an bei­den Tagen zudem Workshops für alle Altersgruppen und ein Programm mit Vorträgen, Per­formances und Sound-Veranstaltungen des nicht kommerziellen Mün­ch­ner Radio­senders Radio 80000.Super BOOKS ist eine Kooperation zwischen dem Haus der Kunst, dem AAP Ar­chiv Künstlerpublikationen, der Bayerischen Staatsbibliothek, der Akademie der Bil­den­den Künste München und der Kunsthochschule Kassel.Kuratiert von Sabine Brantl (Haus der Kunst) mit Hubert Kretschmer (AAP Archiv Künstlerpublikationen) und Dr. Antje Goetzke (ehem. Lilian Landes) (Bayerische Staats­bibliothek).

»Feuer, Sand und Druckerschwärze · Alchemie der Glas- und Druckkunst«

Der Verein für die Schwarze Kunst hat ein neues großes Ausstellungsprojekt vorbereitet und am 15. Oktober 2026 offiziell gestartet: »Feuer, Sand und Druckerschwärze · Alchemie der Glas- und Druckkunst«.
Ursula-Maren Fitz: Spielerei IV | Plakat Druckform

Im Projekt werden interessierte Mitglieder des Vereins für die Schwarze Kunst e.V. mit Glaskünstlerinnen und Glaskünstlern des Vereins GLASHEIMAT BAYERN e.V. das jeweils gegenteilige Medium untersuchen und sich mit diesem künstlerisch auseinandersetzen. Dazu wird es 2027 zwei Termine geben, an denen sich Teilnehmende beider Vereine kennenlernen können, Einblicke in das jeweilige Handwerk erhalten und, so hoffen wir, auch spannende Kooperationsprojekte zwischen einzelnen Mitgliedern knüpfen können!

Alle Informationen, die offizielle Ausschreibung, sowie das PDF-Formular zur Anmeldung finden sich hier.

Sonntag, 25. Oktober 2026

Anja Kampmann zu Gast beim LBA

Anja Kampmann liest aus „Fischdiebe“ und weiteren eigenen Editionen auf einer Veranstaltung des Leipziger Bibliophilen-Abend in Kooperation mit der Connewitzer Verlagsbuchhandlung.

Auf einem Büchertisch findet sich neben weiteren Kunstbänden die limitierten Sammleredition „Fischdiebe“, der als „Paradiesische Dialoge“, Band 2, beim LBA erschien. Er wurde von Michael Hametner in einer Auflage von 99 Exemplaren herausgegeben, davon 30 Exemplare als Vorzugsausgabe in einem Schuber, denen eine zusätzliche Radierung von Frank Berendt beiliegt. Sämtliche Bücher sind von Anja Kampmann und Frank Berendt signiert.
10. November 2026, 19 Uhr
Connewitzer Verlagsbuchhandlung in Specks Hof

Samstag, 24. Oktober 2026

200 Jahre Musiksammlung: 900 Jahre Musikgeschichte

Die Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek feiert 2026 ihr 200-jähriges Bestehen. Sie bewahrt Originalhandschriften von Weltrang, erschließt musikalische Schätze der letzten 900 Jahre und macht Musikgeschichte zugänglich – digital, im Lesesaal des Palais Mollard und bei Jubiläumsmusiksalons im Herbst 2026.

Die Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek bewahrt das musikalische Gedächtnis Österreichs. Die Originalhandschriften von Mozarts Requiem, Haydns Kaiserhymne, Beethovens Violinkonzert, die Nachlässe von Anton Bruckner und Alban Berg: Es sind solche bedeutenden Objekte, die den weltweiten Ruf der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek als eine der herausragendsten Sammlungen ihrer Art prägen. Aber sie ist weit mehr als ein "Best of" der österreichischen Musikgeschichte: Ihre umfangreichen Bestände dokumentieren viele Jahrhunderte des österreichischen Musiklebens auf vielfältige Art – und auch heute noch sammelt sie Musik der Gegenwart für die Generationen von morgen.

Ihre Bestände umfassen rund 60.000 Musikhandschriften, 130.000 Musikdrucke, 80.000 Titel musikwissenschaftlicher Literatur und 22.000 audiovisuelle Medien. Über 400 Nachlässe und Sammlungen von Komponist*innen, Interpret*innen und Wissenschafter*innen dokumentieren darüber hinaus das musikalische Schaffen und Wirken von tragenden Akteur*innen des österreichischen Musiklebens.

Mit ihrem Jubiläumsprogramm zeigt die Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, wie lebendig 200 Jahre Sammlungsgeschichte sein können: in einzigartigen Originalen, in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit ihnen und vor allem in der Musik, die immer wieder neu aus ihnen erklingt.

Freitag, 23. Oktober 2026

Die erste Börsenblase und ihre satirische Verarbeitung

In einer weiteren Veranstaltung der „Buchkultur Zürich“ spricht Klaus Wellershof über „Die erste Börsenblase und ihre satirische Verarbeitung im Tafereel der Dwaasheid“.
Das erste gross angelegte Experiment der Einführung von Papier-geld fand in Frankreich zu Beginn des 18. Jahrhunderts statt. Nach anfänglichen Erfolgen folgte aufgrund der verbesserten Wirt-schaftsentwicklung eine spekulative Blase an den wichtigsten Bör-sen Europas. Das Platzen der Blase führte zu einer grossen Wirt-schaftskrise. Klaus Wellershoff setzt sich mit dieser historischen Entwicklung und ihrer satirischen Verarbeitung in Theater, Pamph-leten, Spottgedichten und -stichen in den Niederlan-den auseinander. Dabei beleuchtet er die Pub-likationsgeschichte des antiquarisch hoch belieb-ten Sammelbandes dieser Ephemera des Tafereels der Dwaasheid (1720).
Im Anschluss an den Vortrag lädt der Vortragende herzlich zu einem gemütlichen Zusammensein mit Apéro und kleinem Imbiss ein.

11. November 2026, 19 Uhr

August Laube, Buch- und Kunstantiquariat
Kirchgasse 32, 8001 Zürich

Donnerstag, 22. Oktober 2026

„Besondere Vorkommnisse“ in der Staatsbibliothek zu Berlin

Im Anschluss an eine Mitgliederversammlung (17 Uhr) der „Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin“ findet eine Lesung zu einem Buch statt, in dessen Mittelpunkt eine Bibliothekarin steht.

Die Schauspielerin Marina Frenk liest aus Besondere Vorkommnisse, dem ersten Roman in Deutschland, der bereits vielfach ausgezeichneten kanadischen Autorin Martha Baillie. Einführung und Moderation übernimmt Lena Luczak, Lektorin aus dem Wagenbach Verlag.
© Klaus Wagenbach GmbH
Die Bibliothekarin Miriam Gordon beantwortet in der Allan Gardens Public Library selbst die skurrilsten Buch-Such-Anfragen mit großer Akribie. Ungewöhnliche Ereignisse während ihres Dienstes soll sie protokollieren. Und an solchen, ungewöhnlichen Begebenheiten mangelt es an diesem Zufluchtsort für Eigenbrötler, Suchende und Durchgeknallte wahrlich nicht. Der Wellensittichmann gehört ebenso zu den eher harmlosen Exzentrikern wie die Lavendelfrau, doch es gibt auch anstrengende Problemfälle, außerdem verstörende Briefe, die mit Rigoletto unterzeichnet sind.
Dazwischen stehen Berichte, in denen Miriam von sich erzählt. So lernt sie auf einer Parkbank den lesenden und taxifahrenden Künstler Janko kennen, verliebt sich zum zweiten Mal in ihrem Leben und erlebt eine zarte Liebesgeschichte.
Alles in diesem Roman scheint auf versteckte Weise zusammenzuhängen, bevor Miriams nächster Bericht über ein besonderes Vorkommnis neue Fragen aufwirft.
Martha Baillie © Jon Lightstone | Marina Frenk, © Frenk Prskawetz
Martha Baillie hat in Edinburgh, Toronto und Paris Geschichte, Französisch und Russisch studiert und im Theater sowie als Französischlehrerin gearbeitet. Ihr Werk umfasst Romane, Lyrik und Sachbücher und wurde vielfach ausgezeichnet. »Besondere Vorkommnisse« wurde 2024 verfilmt und für den wichtigsten kanadischen Literaturpreis den Giller Prize nominiert.
Marina Frenk wurde 1986 in Moldawien geboren und lebt seit 1993 in Deutschland. Sie ist Schauspielerin, unter anderem in Köln, Bochum, am Maxim Gorki Theater in Berlin und am Hans Otto Theater in Potsdam, Musikerin und Autorin. 2016 erhielt sie zusammen mit Sibylle Berg den 65. Hörspielpreis der Kriegsblinden für »Und jetzt: die Welt!«.

16. November 2026, 18:30, um Anmeldung wird gebeten

Staatsbibliothek zu Berlin
Wilhelm-von-Humboldt-Saal
Haus Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Treffen der Kiewer Bibliophilen

Am 20. Oktober fand eine Zusammenkunft der Wissenschaftsabteilung im Haus des Buches Odessa im Gedächtnis-Museum K.G. Paustovsky statt, ein Treffen mit  Anatoliy Konchakovsky, dem Vorsitzenden des Kiewer Bibliophilen Klubs und erstem und nun ehrenamtlichen Direktors des M. Bulgakov-Museums in Kiew.

(Vladimir Bogatyrov)

Mittwoch, 21. Oktober 2026

Die besten Wünsche an Heidrun Hegewald zum 90.

Morgen feiert Heidrun Hegewald (geb. 21. Oktober 1936) in der Berliner Galerie Gesellschaft ihren 90. Geburtstag!
Mit der Feierstunde für die Jubilarin geht auch die derzeit laufende Ausstellung mit Malerei, Zeichnung und Druckgrafik von Heidrun Hegewald „Das dialogische Prinzip“ in der Galerie Gesellschaft zu Ende.

Finissage:  24. September  2026, 16 Uhr

Galerie Gesellschaft
Heike & Peter Saborowski GbR
Auguststraße 83, 10117 Berlin

Die Revolution plakatieren

Kubanische Posterkunst der 1960er und 1970er Jahre
Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Posterkunst der Solidaritätsorganisation der Völker Afrikas, Asiens und Lateinamerikas (OSPAAAL – Organización de Solidaridad de los Pueblos de África, Asia y América Latina).
1966 in Havanna gegründet, fungierte die OSPAAAL bis zu ihrer Schließung 2019 vor allem als Apparat zur Verbreitung der kubanischen Vorstellungen vom antikolonialen, antiimperialistischen und revolutionären Befreiungskampf in der sogenannten Dritten Welt. Dazu veröffentlichte sie Zeitschriften, denen Poster beigelegt waren, die aufgrund ihres avantgardistischen Designs schnell zu Sammlerobjekten wurden und heute in Museen in Europa und den USA zu bewundern sind. Die Ausstellung zeigt einen kleinen Teil dieser Poster und fragt danach, was ihre Faszination bis heute ausmacht.

Für unterschiedliche Perspektiven auf den zeitgenössischen Kontext werden ergänzend einige Werke aus der mehr als 3.000 Bände umfassenden Kuba-Sammlung der Linga-Bibliothek für Lateinamerika-Forschung im Altbau der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg gezeigt. Die kubanischen Publikationen aus der Zeit ab der Revolution ermöglichen vielfältige Einblicke in Kultur, Politik, Alltagsleben und Literatur des Landes.

Eröffnung: 3. November 2026, 18 Uhr
Ausstellung: 4. November 2026 - 31. Januar 2027

Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky
Ausstellungsraum im Erdgeschoss
Von-Melle-Park 3, 20146 Hamburg

Dienstag, 20. Oktober 2026

Ein Exlibris für einen Musikanten und Sammler

Was macht ein Exlibriskünstler, wenn er einen Auftrag für eine neue Arbeit bekommt - er lässt sich von den Gedanken und Wünschen des Eigners inspirieren. Das geht mündlich und schriftlich oder auch digital mit Scans und zusätzlichen Informationen. Der Künstler wertet anhand von Abbildungen geeignete Objekte aus, die er als Skizzen ausprobiert und danach für die Radierung oder einer anderen grafischen Technik zusammenstellt.
So ist auch der bekannte Oranienburger Exlibris-Künstler Erhard Beitz (*1955) vorgegangen, als er für den Sammler und Musikanten Heinz Neumaier (*1948) aus Dachau ein Buchzeichen kreierte. Darin verarbeitete er eine Fülle von Einzelobjekten, Hinweise auf musikalische Aktivitäten oder Sammelgebiete, mit denen sich der ehemalige Gymnasiallehrer schon seit vielen Jahren beschäftigt.
Geschwungene Notenzeilen mit Violin- und Bass-Schlüssel ziehen sich von der linken Seite bis zur Bildmitte und lösen sich vor einem architektonischen Komplex auf. Hier geht die langgestreckte Fassade des Dachauer Schlosses mit seinen vielen Rundbogenfenstern über in ein zweistöckiges Wohnhaus, in dem der Eigner seit seiner Jugend lebt und arbeitet. Im Schloss befindet sich ein für Konzerte und festliche Veranstaltungen bestens geeigneter Saal aus der Renaissance-Zeit, in dem sich Heinz Neumaier seit Jahrzehnten musikalisch betätigt. Gespiegelt auf einer großen Weihnachtskugel im Vordergrund, hat Erhard Beitz ihn beim Dirigieren abgebildet. Spiegelungen von Porträts auf konkav geformten Oberflächen gehören zu den speziellen Vorlieben des Exlibris-Künstlers. Überhaupt findet man in diesem Sammelsurium viel an Weihnachtsschmuck und anderen Glasobjekten. Meist sind es ältere Raritäten aus dem 19. Jahrhundert wie z. B. zusammengesetzte Objekte aus Gablonz in Böhmen sowie alte Formen aus Thüringen oder Sachsen. In der Bildmitte ist eine verschließbare Zuckerdose aus der Biedermeierzeit zu sehen, an die ein sogenanntes Freundschaftsbildchen aus Wien angelehnt ist. Hinter der Zuckerdose ist der mit einem Rosshaarbüschel verzierte Verschluss eines flaschenartig geformten Schnupftabakglases zu erkennen. Ein weiteres Beispiel dieser traditionellen Gläser hat Erhard Beitz hinter zwei Porzellanfiguren platziert. Ein tanzendes Paar, entworfen von dem Bildhauer Franz Anton Bustelli (1723-1763), einem genialen Meister der Kleinplastik, symbolisiert die Sammlung von Gegenständen aus der Nymphenburger Porzellan-Manufaktur. Neben den beiden greift ein Musiker auf einem lautenähnlichen Instrument in die Saiten, ein Zitat aus einem alten Gemälde, was auf die musikalischen Neigungen des Eigners hinweist.
Durch die gezielte Anordnung der Objekte im Vordergrund und der hervorgehobenen Schattenwirkung konnte der Exlibris-Künstler eine enorme Tiefenwirkung in der gesamten Darstellung erreichen.
  1. Notenzeilen mit Violin- bzw. Bass-Schlüssel. 
  2. Heinz Neumaier dirigiert im Dachauer Schloss-Saal. 
  3. Wohnhaus in Dachau, 1911 vom Großvater gebaut. Darunter West-Fassade Schloss Dachau mit Hofgartenbrunnen. 
  4. Lautenspieler aus einem alten Gemälde 
  5. Harlekine u. Harlekin, Commedia dell' Arte-Figuren, Franz A. Bustelli, Nymphenburger Porzellan 
  6. Schnupftabak-Gläser aus dem Bayerischen Wald 
  7. Altes Freundschaftsbildchen 
  8. Zuckerdose mit Deckel, Böhmen (Biedermeier-Glas)
Dazwischen Kerzenhalter und alter Weihnachtsschmuck aus Böhmen (Gablonz) und Thüringen bzw. Sachsen.

Max Hunziker (1901-1976) zum Gedenken

Anlässlich des 50. Todesjahres und des 125. Geburtstages von Max Hunziker präsentiert das Ortsmuseum Meilen Werke aus dem Nachlass des Zürcher Künstlers.
Die Ausstellung bietet einen Querschnitt durch verschiedene Schaffensperioden Hunzikers. Zahlreiche Malereien und Tuschzeichnungen sowie seltene Werke aus der frühen französischen Phase (1926–1939) werden erstmals gezeigt. Auch Druckgrafiken sowie Vorarbeiten für die Chorfenster der Reformierten Kirche Meilen sind zu sehen. Die Ausstellung wird von der Nachlasshalterin Ursula Kunz und der Kunsthistorikerin Angela Schiffhauer kuratiert.

Vernissage: 30. Oktober 2026, 18 Uhr
Ausstellung: 30. Oktober 2026 - 31. Januar 2027

Ortsmuseum Meilen
Kirchgasse 14, 8706 Meilen

Montag, 19. Oktober 2026

45. Dresdener Graphikmarkt

Traditionell am zweiten Novemberwochenende findet 2026 im Konferenzzentrum des Deutschen Hygiene-Museums Dresden der Dresdner Graphikmarkt statt.
Der Dresdner Graphikmarkt, der in diesem Jahr das 45. mal stattfindet, wurde vor 50 Jahren begründet, der erste fand Ende Mai 1976 im damaligen Klubhaus „Rudi Arndt“, dem heutigen „Theaterhaus Rudi“, statt. 71 Künstlerinnen und Künstler nahmen daran teil.
Es war die Zeit einer Neuorientierung und eines Aufbruchs in der bis dahin staatlich organisierten Kunstszene der DDR, in der auch anderen Orts, so in Berlin am Strausberger Platz, vom Verband Bildender Künstler der DDR selbst organisierte Galerien entstanden und, auch mit Unterstützung der im Kulturbund der DDR wirkenden Pirckheimer-Gesellschaft, vielerorts Graphikmärkte ins Leben gerufen wurden.
Einige Graphikmärkte der DDR überlebten ihr Ende, darunter auch der Dresdener Grafikmarkt.

14. / 15. November 2026
Deutsches Hygiene-Museums Dresden

Wegweisendes für den Gang durch moralische Landschaften

In einer zweiten Veranstaltung der „Buchkultur Zürich“ referiert Paul Michel über Wegweisendes für den Gang durch moralische Landschaften.
Seit der heidnischen Antike und ebenso im Christentum wurde der Mensch immer wieder vor die Entscheidung gestellt, entweder den moralisch guten Weg einzuschlagen oder sich von den Lastern verführen zu lassen. Diese Alternative wurde im Lauf der Geschichte oft in Bilder umgesetzt: Herakles begegnen an der Weg scheide zwei entsprechend ausstaffierte Frauengestalten; oder ein Priester verweist auf das enge Tor zum Heilsweg usw. — Ob die Moral indessen so simpel als eine Y-Wegscheide imaginiert werden kann? Oft wird auch «rinks mit lechts velwechsert...»
Im Anschluss an den Vortrag lädt de Vortragende herzlich zu einem gemütlichen Zusammensein mit Apéro und kleinem Imbiss ein.

Buchkultur Zürich: 28. Oktober - 18. November 2026
4. November 2026, 19 Uhr

Peter Bichsel Fine Books
Oberdorfstrasse 10, 8001 Zürich

Sonntag, 18. Oktober 2026

„Wandelhalle für Bücherfreunde“ Herbst 2026

Mitglieder der Gesellschaft der Bibliophilen finden in diesen Tagen die Wandelhalle 2026-2 in ihrem Briefkasten.

Im Editorial gibt Dr. Annette Ludwig einen Ausblick auf das Jahrestreffen der Bibliophilen 2027 in Potsdam und Kai Weber und Silvia Werfel berichten ausführlich über das Treffen der Gesellschaft 2026 in Kassel.
Silvia Werfel informiert darüber hinaus über die Vergabe des Gutenberg-Preises der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft an Erik Spiekermann, Mitglied des Berliner Bibliophilen Abend, und Heinz Neumaier über die Jahrestagung der Deutschen Exlibris-Gesellschaft 2026.
Das Exlibris-Porträt No. 19 gilt Zoltán Vén für Edwin Smits und Brenners Einband-Porträt № 4 ist Lucie Weills Einband zu Amis et Amille gewidmet.

Exlibris Künstler gesucht

Ich forsche zur Geschichte meiner jüdischen Familie, und das Blatt ist Teil einer laufenden Provenienz Recherche zu NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut. Die Eigner: Claire (Klara) Ucko, geb. 4. März 1902, München; später verh. Mannheimer, nach der Emigration Claire Maney (gest. 1991 in Los Angeles). Sie war meine Urgroßtante.

Das Motiv: Ein bekränzter Putto sitzt auf einem Bücherstapel und dirigiert einen Vogelchor; Rosenbogen mit Harfe, rechts eine Rauchschale. Beschriftung „Ex Libris“ und „Claire Ucko“.
Technik: Klischeedruck (Autotypie) nach Zeichnung.
Maße: ca. 9,5 x 11 cm (Blatt).
Signatur: kleines Monogramm „B“ (evtl. Ligatur) rechts unten neben dem Buch.
Datierung: vermutlich zwischen ca. 1915 und Mitte der 1920er Jahre (vor ihrer Heirat).

(Nicholas Hertz)

Samstag, 17. Oktober 2026

Zufluchtsort Zürich: Jüdische Verlage 1933-1945

In der Auftaktveranstaltung der „Buchkultur Zürich“ widmet sich Oded Fluss dem Zufluchtsort Zürich für Jüdische Verlage.

Rafael Frank Exlibris Oscar 7orges 
In einer Zeit in der die Werke deutsch-jüdischer Autorinnen und Autoren verbrannt und ihre Buchhandlungen und Verlage in Deutschland zur Aufgabe gezwungen wurden, gewährte die Schweiz einen letzten Zufluchtsort. Einige kleine jüdische Verlage in Zürich bemühten sich — manchmal zum Missfallen der Behörden — weiterzumachen und den Stimmen Gehör zu verschaffe, die ihre Heimat verloren hatten.

Im Anschluss an den Vortrag lädt dee Vortragende herzlich zu einem gemütlichen Zusammensein mit Apéro und kleinem Imbiss ein.

28. Oktober 2026, 19 Uhr
Buchkultur Zürich: 28. Oktober - 18. November 2026

Biblion Leonidas Sakellaridis
Kirchgasse 40, 8001 Zürich

Wie fremd ist „Das fremde Kind“?

Lesung von Auszügen aus E.T.A. Hoffmanns Kunstmärchen im Dialog mit eigenen Texten von Nora Gomringer Vom lieben und vom wilden Walde: „Das fremde Kind“
Hans Günter Ludwig: Das fremde Kind, 2025, (Ausschnitt) Staatsbibliothek Bamberg, (Foto: Gerald Raab)
In einer Abendveranstaltung im Rahmen der Tagung „Wie fremd ist „Das fremde Kind“? – E.T.A. Hoffmanns Märchen neu gelesen“ wird sich die vielfach ausgezeichnete Autorin Nora Gomringer dem Märchen widmen und Texte ihres eigenen Werks in Kontrast oder verstärkendem Einklang vorstellen.
Eine vergnügliche Stunde, die den Versuch des Zwiegesprächs mit einem lang wirksamen Text unternimmt.

Nora Gomringer ist Lyrikerin, Filmemacherin und schreibt und spricht für Radio, Fernsehen und Feuilleton. Sie ist mit zahlreichen Literaturpreisen (u.a. dem Ingeborg-Bachmann-Preis) ausgezeichnet worden.

29. Oktober 2026, 19 Uhr, um Anmeldung wird gebeten

Staatsbibliothek zu Berlin
Wilhelm-von-Humboldt-Saal 
Haus Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Freitag, 16. Oktober 2026

Führung durch die Wiener Universitätssternwarte

Die Mitglieder der Wiener Bibliophilen-Gesellschaft sind eingeladen zu einer exklusiven Führung durch die Wiener Universitätssternwarte.
Der früherer Vorsitzender der Gesellschaft, Prof. Dr. Dipl. Ing. Werner Weiss, lange Jahre stellv. Leiter des Instituts für Astronomie der Universität Wien, wird das Gebäude der Sternwarte mit seinen Geräten zur Himmelsbeobachtung sowie auch die Bibliothek zeigen, die in ihren Sammlungen großartige Werke der astronomischen Literatur beherbergt.
Im Nachklang wird es informelle Gelegenheit zu Nachfragen und zum Gedankenaustausch geben.

20. Oktober 2026, 19 Uhr
Wiener Universitätssternwarte
Sternwartestraße / Türkenschanzstraße im 18. Bezirk Wien