Samstag, 8. August 2026

Ein Buch zum heutigen Weltkatzentag

Woran denkt ein Bücherfreund am Weltkatzentag? Natürlich an Kater Murr!

Das 1885 erschienene Kinderbuch "Kater Murr's Tagebuch" erzählt die Geschichte eines Katers, der mit seinen Streichen immer wieder für Turbulenzen sorgt.
Der Name des Katers knüpft an die berühmte Romanfigur aus E. T. A. Hoffmanns "Lebens-Ansichten des Katers Murr" an. Julius Lohmeyer erzählt seine Geschichte hier jedoch als eigenständiges Kinderbuch neu. Die farbigen Illustrationen stammen von Fedor Flinzer (1832–1911), der vor allem für seine humorvollen Tierdarstellungen bekannt war und sogar „Katzen-Raffael“ genannt wurde.

Das Exemplar wird heute in der Staatsbibliothek Bamberg aufbewahrt. Hier kann man darin weiterstöbern.

(Bayerische Staatsbibliothek)

Schatten auf dem Mond

Gestern war die Eröffnung der Ausstellung „Schatten auf dem Mond“ des ukrainischen Grafikkünstlers Konstantin Kalynovych im 3 Königinnen Palais auf Schloß Mirow.
Der Titel der Ausstellung verweist auf eines der zentralen Motive im Werk des Künstlers. Der Mond ist in Kalynovychs Arbeiten nicht nur ein Himmelskörper, sondern ein Symbol für Ruhe, Traum und die Distanz zum Alltag. Er ist ein wichtiger Bestandteil seiner Bildwelt und erscheint immer wieder in Werken aus verschiedenen Schaffensperioden.
In der Ausstellung werden rund 100 Werke der Druckgrafik präsentiert – Exlibris, Radierungen und PF verschiedener Jahre – sowie etwa 30 Aquarelle, Gouachen und Arbeiten in Mischtechnik. Die Ausstellung ermöglicht es, die Entwicklung des künstlerischen Schaffens nachzuvollziehen und dessen Vielfalt kennenzulernen.
Organisiert wird diese Ausstellung vom neuen Mitglied der Deutschen Exlibris-Gesellschaft Roman Demidov.
Zu Gast waren neben Utz Benkel auch die ukrainische (Exlibris-)Künstlerin Mariana Myroshnychenko und die Leiterin des Kultur- und Tourismusamtes der Stadt Drogobych, Iryna Partyka. Auch der Holzstecher Horst Brandenburg aus Greifswald war Gast dieser gelungenen Vernissage.

Ausstellung: 7. August – 31. Oktober 2026

3 Königinnen Palais
Schlossinsel 2a, 17252 Mirow

Freitag, 7. August 2026

neue Vereinspostkarte des Berliner Bibliophilen Abend

Aus Anlass der Teilnehme des Berliner Bibliophilen Abend am Gedenken an die Bücherverbrennung auf dem Berliner Bebelplatz entstand 2025 eine erste Postkarte, um diese bibliophile Vereinigung stärker in öffentliches Licht zu rücken. Diese Postkarte, auf welcher aktuelle Jahresgaben und solche zum Stiftungsfest abgebildet waren (Karte unten), ist inzwischen fast vergriffen.
In Vorbereitung auf die, im September 2026 im Kronprinzenpalais stattfindenden Rare Books Berlin, an der auch der Berliner Bibliophilen Abend teilnimmt, gibt es nun eine zweite Postkarte, die auf dieser internationale Messe für Bücher & Graphik an Interessenten verteilt wird. Das Motiv entstand diesmal nicht direkt am heimischen PC, sondern wurde, man geht ja mit der Zeit, einer KI in Auftrag gegeben und am PC nur noch leicht nachbearbeitet (Karte oben).

Donnerstag, 6. August 2026

Katalog zur Rare Books Berlin

Katalog ansehen durch Klick auf die Abb,
Der Online-Katalog zur Rare Books Berlin, internationalen Messe für Bücher und Grafik, die vom 18. bis 20. September im Kronprinzenpalais Unter den Linden stattfindet, und an der auch die Pirckheimer-Gesellschaft und der Berliner Bibliophilen Abend mit Informationsständen vertreten sind, ist ab sofort im Netz einzusehen.

BuchstabenBilderBücher

BuchstabenBilderBücher - Bücher von Rolf Lock
© Rolf Lock
Schreibend malen
Die Schrift folgt der Linie. Der Linie hat sich der Kalligraph Rolf Lock verschrieben. Die Ausstellung versammelt groß- und kleinformatige Arbeiten, die in den letzten Jahren entstanden sind. Lock bevorzugt handgeschöpfte Papiere, alte Druckbögen, bedruckt und unbedruckt, oder alte Buchdeckel. In Locks Buchstaben spiegelt sich die Entwicklung der Schrift von den Hieroglyphen bis zur Stenografie und digitalen Chiffren. Lock ist ein Meister der Linienführung und profunder Kenner abendländischer und orientalischer Schriften. Aus Buchstaben formt er Worte und Sätze, bevorzugt Verse und Sentenzen von Shakespeare bis Novalis und von Lear bis Morgenstern oder Böll. Er schreibt und interpretiert, aber auch längere Texte und Erzählungen, die in handgeschriebenen und handgebundenen Editionen, in privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten sind. Die Themen umkreisen das menschliche Leben, Freude und Leid, Natur und Umwelt. Aber auch Träume und Phantasien greifen Raum.
Hochformatigen Büchern stehen gefaltete Leporellos und gebundene Büchlein mit japanischen Haikus gegenüber. Fliegende Blätter eröffnen ungewöhnliche Perspektiven. Insekten und Tierwesen beleben und bewegen Rolf Locks Bilder und Buchstabenwelt. Sie folgen der Natur, hoch- und spätmittelalterlichen Handschriften, aber vor allem Locks Phantasie. Die großen Tiere schließen sich einem Tieralphabet an, das von Alligator bis Zebra reicht, geschrieben und illustriert in Morgensterns oder Ringelnatz‘ Manier. Zu seinen Lieblingstieren zählen Krokodile und Vögel aller Arten. Hier in der Tierwelt setzt methodisch Locks überbordende Freude an, seine Lust an bunten Seifenblasen, kratzigen Federn und spritzenden Pinseln. Er scheut keine Mittel, kein Material um Schrift zum Ausdruck zu bringen, zum Leben zu erwecken – gemeint ist: was dahintersteckt und verborgen ist!


(Dr. Wolfgang Gaitzsch)

Ausstellungseröffnung: 18. September 2026, 19 Uhr
19. September - 25. Oktober 2026

Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln
Heinrich-Böll-Platz/Bischofsgartenstr. 1, 50667 Köln

Mittwoch, 5. August 2026

Exlibris-Ausstellung: In Memoriam Gernot Blum

Gernot Blum, Psychiater, Exlibris-Sammler und langjähriger Präsident der Deutschen Exlibris Gesellschaft ist am 26. Mai 2026 im Alter von 86 Jahren verstorben. 
Das Internationale Exlibris-Zentrum Mönchengladbach (IEZ-MG) entstand in direkter Folge der großzügigen Schenkung seiner Exlibris-Sammlung an die Stadt. 2013 wechselten über 150.000 Graphiken den Besitzer und umgehend machte das neu gegründete IEZ-MG sich an die Arbeit, die zahlreichen Graphiken der Kollektion zu digitalisieren und seit 2016 im Rahmen der Internetdatenbank „Exlibrisportal“ der Öffentlichkeit zur Recherche und Forschung zur Verfügung zu stellen. Gernot Blum sammelte jedoch nicht nur Exlibris, er beauftragte im Laufe seines langen Lebens dutzende von Künstlern, Exlibris für sich und auf seinen Namen zu kreieren. Ausgehend vom ersten Exlibris, das der Sammler 1965 für sich selbst schuf, kamen auf diese Weise über 500 Graphiken zusammen, die den Namen Gernot Blum oder den seiner Familienangehörigen tragen. Die Ausstellung fokussiert die wesentlichen Bildwelten der Exlibris des Gernot Blum und zeigt eine Auswahl von etwa 100 Graphiken, die zwischen 1965 und 2015 entstanden sind. Maßgebliche Themen sind neben dem Beruf des Eigners, alte Kulturen, Erotik, seine Familie und natürlich die Deutsche Exlibris Gesellschaft, der Blum von 1992 bis 2012 vorstand.

Ein Nachruf auf Gernot Blum, der im Rahmen der Schriften des Internationalen Exlibris-Zentrums Mönchengladbach entstanden ist, liegt zur kostenfreien Abgabe aus.

Ausstellung: 7. August - 23. Oktober 2026

Gladbachkabinetts im Carl Brandts Haus
Mönchengladbach

Buchkunst-Ausstellung Druck&Buch

Jedes Jahr am letzten Augustwochenende feiert Erlangen den Auftakt zum deutschen Bücherherbst. Mit zahlreichen Einzelveranstaltungen rund um die aktuelle Literatur und über 80 Schriftsteller, Literaturkritiker, Publizisten, die in Lesungen und Gesprächen ihre Neuerscheinungen vorstellen, zählt das 1980 gegründete Erlanger Poet*innenfest zu den größten und renommiertesten Literaturfestivals im deutschsprachigen Raum.
Innerhalb des Poetenfestes findet die Buchkunst-Ausstellung Druck&Buch statt an der neben der edition wasser im turm.berlin dem ICHVerlag Häfner+Häfner, The Bear Press und der widukind presse werden als Sondergäste auch die Fränkische Bibliophilengesellschaft und die Pirckheimer-Gesellschaft am Poetenfestival teilnehmen.

28. - 30. August 2026
Kollegienhaus
Universitätsstr. 15, 91054 Erlangen

Dienstag, 4. August 2026

Aus der Mitte Europas

Tschechische Buchkunst von 1900 bis zur Gegenwart - Buchkunst aus dem Kunstgewerbemuseum Prag
© Jirí Balcar. Foto: Kunstgewerbemuseum Prag
Tschechien ist der diesjährige Ehrengast der Buchmesse. In diesem Rahmen präsentiert das Kunstgewerbemuseum Prag ausgewählte Schätze der Buchkunst aus seiner hochkarätigen Sammlung. In 17 Kapiteln wird die tschechische Buchkunst von der Zeit um 1900 bis in die Gegenwart vorgestellt, dabei zeigt sich, wie verschiedene Kunstströmungen und gesellschaftliche Entwicklungen ihren Niederschlag in Typographie, Bucheinband, Illustration und Plakat finden. Die Bücher werden zum ersten Mal im Ausland präsentiert, so kann Vieles, bei uns noch wenig Bekanntes, entdeckt werden.

Herausragende Werke des Jugendstils, darunter Arbeiten von international bekannten Künstlern wie Richard Teschner und Alfons Mucha, werden gezeigt. Weniger bekannt bei uns ist die Buchkunst der Prager Avantgardebewegungen, die sich ab den 1910er Jahren entwickelten. Der Kubismus erfuhr in Prag eine besondere Ausformung in Architektur und Design mit kristallinen Formen. Die Buchkunst dieser Zeit nahm die Formensprache auf, Protagonisten des Prager Kubismus wie František Kysela, Vratislav Hugo Brunner, Method Kaláb sind in der Ausstellung vertreten.
Zu den wichtigsten Künstlern der tschechischen Moderne gehört Karel Teige, der auch als Kunsttheoretiker und Publizist Einfluss nahm und zu den Gründern des Poetismus, einer rein tschechischen Kunstrichtung gehörte. Seine Fotomontagen und typographischen Montagen machten ihn international bekannt. Mit Ladislav Sutnar wird eine weitere wichtige Position der Avantgarde präsentiert.
Auch der tschechische Surrealismus hatte seine ganz eigene Ausprägung. Zu den wichtigsten Künstlern und Künstlerinnen gehören hier Jindřich Štyrský und Toyen.
In der Nachkriegszeit setzten Zdenek Seydl und Jaroslav Šváb Maßstäbe mit ihren farbigen Umschlaggestaltungen. In dieser Zeit erlebte das Bilderbuch eine Blüte, die phantasievollen Illustrationen erlangten internationale Aufmerksamkeit. Jiří Trnka und besonders Zdeněk Miler waren weit über die Grenzen hinaus bekannt und beliebt. Die farbenfrohen, surrealen Illustrationen der Malerin Květa Pacovská zeigen höchstes künstlerisches Niveau.
Auch die experimentellen Kunstrichtungen der sechziger Jahre fanden ihren Niederschlag in der tschechischen Buchkunst, Jiří Kolář gehört mit seinen Montagen zu den wichtigen europäischen Künstlern seiner Zeit.
Ein bei uns eher unbekanntes Kapitel dürften die Bücher des Samisdat, der inoffiziellen Kultur sein. Abseits der geförderten Kultur entstand im Untergrund eine vitale Szene. Ein weiteres Kapitel zeigt die kreative Energie, die die Revolution von 1989 in der Kunst freisetzte.
Schließlich wirft die Ausstellung auch einen Blick auf das zeitgenössische tschechische Buchdesign.

Vernissage: 4. September 2026, 18 Uhr
Ausstellung: 5. September - 29. November 2026

Klingspor Museum Offenbach
Herrnstraße 80, 63065 Offenbach

wie sich KI ein Mitglied des Berliner Bibliophilen Abend vorstellt

Regionaltreffen der Maximilianer im Rhein-Main-Gebiet

Ende September kommt die Maximilian-Gesellschaft der Region Rhein-Main in der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg zusammen.
Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Christos Vittoratos, CC BY-SA 3.0
Die Teilnehmer bekommen dort einen aktuellen Einblick in die Provenienzforschung bei Büchern. Der zuständige Kurator Daniel Dudde berichtet über neue Entwicklungen, stellt einige besonders interessante Stücke vor und beantwortet unsere Fragen.
Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Provenienzermittlung von möglichem NS-Raubgut, daneben geht es aber auch um Provenienzforschung weiter zurückliegender Zeiten im Rahmen der Sammlungen der UB. Im Anschluss an den Bibliotheksbesuch besteht die Möglichkeit, den Abend in der Nähe bei einem gemeinsamen Restaurantbesuch zu beschließen.

30. September 2026, 18:15 Uhr, Anmeldung erforderlich
Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg
Freimannplatz 1, 60325 Frankfurt am Main

Montag, 3. August 2026

Empfang anlässlich des Geburtstages von Herbert Kästner

Der Leipziger Bibliophilen Abend veranstaltet in Kooperation mit der Familie Kästner einen Empfang zur Feier des 90. Geburtstages seines Ehrenmitglieds Herbert Kästner am Samstag, dem 5. September 2026 um 11 Uhr im Foyer des Deutschen Buch- und Schriftmuseums am Deutschen Platz 1 in Leipzig. Wer dem profunden Bibliophilen, Sammler, Herausgeber, Autor und verdienstvollen Bibliographen persönlich gratulieren oder ihn beschenken möchte, ist hiermit herzlich eingeladen. Aus zwingendem Grund der Planungssicherheit bitten wir um Anmeldung (unter eberhard.patzig@gmail.com) bis zum 3. August 2026.

(Der Vorstand des LBA)

Vierstimmig – Meisterschüler von Karl-Georg Hirsch

Bettina Haller und Gabriele Sperlich, Harald Alff und Stefan Knechtel – ihr Bemühen um den Hochdruck eint sie und ihren Lehrer: Alle vier waren Meisterschüler bei Karl-Georg Hirsch an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Die 2026er Ausstellung des Leipziger Bibliophilen-Abends stellt sie nicht einander gegenüber. Sie führt zusammen, führt weit hinaus ins Eigene. Zeigt Prägungen, die über Jahrzehnte wirken, die sich ausformten in eigener Hand-Schrift. Buch-Kunst in bestem Sinn.
Bettina Haller: "Zu Pablo Neruda: 'Ode an die Dinge'", Acrylstich, Farblinolschnitt, 2020, 11 x 16 cm.
Zu sehen ist diese Schau, die von Karl-Georg Hirsch gestaltete Blätter und Bücher einschließt, von Anfang September bis Ende Oktober im Literaturhaus Leipzig, dem Haus des Buches, einem durch Preisgabe gefährdeten Ort. – Für Bettina Haller offeriert diese Ausstellung mehr als nur Arbeiten zweier Generationen. „Sie zeigt auch die nach vielen Jahren des Studienabschlusses bestehende Verbundenheit und das Interesse an der Arbeit der jeweils anderen.“ Die freiberufliche Grafikerin (Jahrgang 1971) betreibt in Chemnitz (sowie in Kemberg und Lichtenau) die Sonnenberg-Presse.
Albert Vigoleis Thelen: "Im Lande des Don Quijote", mit Farbholzschnitten von Stefan Knechtel. Witzwort: Quetsche 2014.
Karl-Georg Hirsch begegnete ich in der Hochdruckwerkstatt unter dem Dach der HGB. Konzentriert bearbeitete er mit seinen Werkzeugen die edlen Hölzer. Dieser Anblick hat sich bei mir eingeprägt“, sagt Stefan Knechtel (Jahrgang 1964). Heute lebt er freischaffend in Altenburg.

Gabriele Sperlich (Jahrgang 1961) zählt wie Alff zu den Mitbegründern von hochdruckpartner Galerie + Werkstatt GbR in Leipzig. Nach ihrem Studium habe sie gemerkt, Malerei sei nicht alles, blickt sie zurück: „Ich brauchte Freiheit, mich auszuprobieren. Das Meisterstudium bei Karl-Georg Hirsch hat mir das wunderbar ermöglicht.“ 
Bettina Haller: "Unter den Gipfeln ist Ruh' II", Farblinolschnitt, 2023, 42 x 60 cm.
Karl-Georg Hirsch hat sich in großem Maß für die Buchkunst in Deutschland verdient gemacht. Wir möchten zeigen, dass seine Intentionen weitergetragen werden“, sagt LBA-Vorstand Ulrich Heublein, der die Ausstellung kuratiert. Hirschs Lebensleistung spiegele sich nicht zuletzt darin, dass seine Schüler „keine Epigonen wurden, sondern Eigenes entwickelten – auf einem sehr hohen künstlerischen Niveau.

(nach einer Information von Ekkehard Schulreich)

(Achtung: geänderter Termin!)
Ausstellung: 7. September - 30. Oktober 2026
Künstlergespräch: 24. September 2026, 19 Uhr

Haus des Buches | Literaturhaus Leipzig
Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig

Sonntag, 2. August 2026

Konklave der Miniature Book Society in Berlin

Die Miniature Book Society (MBS) führt ihr jährliches internationales Treffen als „Konklave“ durch. Dieses finden jedes Jahr an einem anderen Ort statt, hauptsächlich in den USA, aber auch in anderen Ländern, so in Princeton (NJ), San Diego (CA), Seattle (WA), New Orleans (LA), Dublin, Irland und Amsterdam, Niederlande, zuletzt auch mit allem Veranstaltungen und Präsentationen virtuell. Das erste Konklave in Deutschland fand 1999 in Koblenz statt, in diesem Jahr erstmalig in Berlin.
Auf einer Buchmesse im Rahmen des Jahrestreffens werden Aussteller aus den USA, England, Schottland, Schweiz, Lettland und Australien anwesend sein, sowie auch der Freundeskreis Miniaturbuch Berlin.

Anmeldung (verlängert bis 26. August 2026), weitere Informationen per email: angelika(at)minioffice-aj.de

(Angelika Jäck, Organisatorin)

MBS Conclave XLII: 27. – 31. August 2026
Buchmesse: 30. August 2026, 10 – 16 Uhr

Maritim proArte Hotel
Berlin, Friedrichstr. 151 / Dorotheenstraße 65

Exlibris des Monats: zum Gedenken an den 6. August

Das Exlibris des Monats August 2026 wurde anlässlich des Hiroshima-Gedenktages ausgewählt.
Carla Fusis feine Radiertechnik ist in Exlibriskreisen zu Recht sehr geschätzt. Sie gehört zu den Künstlern, die mit ihrer Kunst nicht nur erfreuen, sondern auch etwas mitteilen möchten. So auch auf ihrem Exlibris aus dem Jahr 2016 für Lydia Willemsen. Im Mittelpunkt steht, obwohl genaugenommen eigentlich nur in der rechten Hälfte im Vordergrund der horizontalen Radierung ein extrem großes und bewundernswert fein radiertes Ginkgoblatt, das mit seiner originellen Fächerform auf die kreative und perfekte Schönheit der Natur verweist und einen somit erfreut, das einen aber auch aufgrund des beträchtlichen Anteils, den das Blatt auf der Exlibris Radierung einnimmt, sogleich zum Nachdenken darüber motiviert, wofür ein Ginkgo Blatt in der Kunst- und Kulturgeschichte eigentlich steht. Das Ginkgoblatt ist nämlich ein tiefgründiges Symbol, das in verschiedenen Kulturen und Zusammenhängen unterschiedliche Bedeutungen hat, allerdings immer positive. Als Germanistin fällt mir da zunächst die von Goethe lyrisch herausgearbeitete symbolische Bedeutung des Ginkgoblattes ein, das wegen seiner Form – zwei Blätter, die sich zu einem einzigen Ganzen vereinigen („sich erlesen“) – zum Symbol („geheimer Sinn“) für menschliche Beziehungen, also für Freundschaft und – vor allem – für Liebe steht. ,,,

(Ulrike Ladnar, gesamter Beitrag hier)

Samstag, 1. August 2026

Das illustrierte Wörterbuch des Buches

Bibliophiles des Monats ist diesmal ein Buch, welches Bibliophilie selbst zum Thema hat: das „Wörterbuch des Buches“ in einer illustrierten Neuausgabe der Favoritenpresse.

Sicher hat fast Jeder, der in irgendeiner Weise mit dem Buch zu tun hat, diesen Titel, entweder in der 1. Auflage von Helmut Hiller, die bei dem inzwischen erloschenen Verlag Vitttorio Klostermann 1954 erschien, oder in einer späteren, mit Stefan Füssel (der seit 2024 alleiniger Rechteinhaber ist) überarbeiteten Auflage in seiner Bibliothek.
Die im August zum Bibliophilen des Monats gekürte Ausgabe wird jedoch nicht nur als Standardwerk oder wegen der erneuten Überarbeitung und Ergänzung mit Begriffen computergestützter Herstellung und Vertrieb von Büchern interessant, sondern vor allem durch die Gestaltung, die dem Buchinhalt nun auch eine adäquate Form gibt.
Das mag vermutlich auch der Grund sein, dass dieses Wörterbuch mehr ist als ein bloßes Nachschlagewerk. Man möchte die genaue Bedeutung eines Begriff nachlesen oder einfach nur schauen, ob ein selten gebrauchtes Wort aufgeführt ist, bleibt an den Illustrationen hängen, blättert in diesem Fachbuch herum und merkt erst nach einiger Zeit, dass man dabei ist, ein Lexikon wie einen Roman von vorn bis hinten zu lesen. Was gibt es für ein größeres Lob für diese Ausgabe eines Wörterbuches!
Abb.: Line Moerath, Taschenbuch
Bodo von Hodenberg, selbst Mitglied bibliophiler Gesellschaften wie dem Berliner Bibliophilen Abend, betont, dass für ihn und seine Favoritenpresse das „schöne Buch … aus Text und Illustration“ besteht, „in dieser Kombination erst vermittelt sich … die Leichtigkeit und die ‚Wirkung auf die Sinne‘“. Diese Aufwertung ist in hohem Masse gelungen und wurden von 24 Graphikern, darunter Cäcilie Hoff, die die Gestaltung übernahm, illustrativ beigesteuert, unter künstlerischer Leitung und konzipiert von Jakob Hinrichs und mit Pantone-Farbe auf 115gsm Munken white gedruckt.

Stefan Füssel, Das illustrierte Wörterbuch des Buches
8. erneut überarbeitete und neugestaltete Ausgabe 2026
auf der Grundlage des „Wörterbuch des Buches“ von Helmut Hiller

Hamburger Bothe # 35

Hamburger Bothen lesen durch Klick auf die Abb.
Der »Hamburger Bothe«, dessen 35. Ausgabe hier vorliegt, war ja in einer Notsituation ge gründet worden, als die Corona-Krise eine Zusammenkunft von Hamburger Mitgliedern der Pirckheimer-Gesellschaft verhinderte und ein digitales Mitteilungsorgan an die Stelle der unmittelbaren Kommunikation treten musste. Aus diesen bescheidenen Anfängen heraus hat sich der »Bothe« inzwischen zu einem beachteten Organ entwickelt, in dem bibliophile Interessen auf vielfältige Weise bedient werden und die Buchkunst einen engagierten Fürsprecher gefunden hat.

(Peter Engel)

Freitag, 31. Juli 2026

Berliner Bibliophilen Abend auf der Rare Books Berlin

Im Rahmen des 2026 in Berlin abgehaltenen ILAB-Kongresses wird die Antiquariatsmesse Rare Books Berlin stattfinden, ein außergewöhnliches Erlebnis für Sammlerinnen und Sammler, Antiquariatsbuchhändler, Galerien und Bibliophile aus aller Welt.
Der Berliner Bibliophilen Abend wird bei dieser, durchaus als spektakulär zu bezeichnenden, Messe mit über 100 Teilnehmern aus aller Welt auf 3 Etagen im Kronprinzenpalais Unter den Linden dabei sein und und sich mit Jahresgaben, Widmungsexemplaren und weiteren Publikationen aus den letzten 120 Jahren vorstellen.
Der BBA, 1905 gegründet, 1933 als jüdisch denunziert, verfolgt und aufgelöst, 1954 wiedergegründet, stand vor wenigen Jahren vor der Selbstauflösung, ein Schicksal, welches mit Ausnahme des Leipziger-Bibliophilen Abend und der Fränkische Bibliophilengesellschaft alle regionalen Bibliophilen-Organisationen in Deutschland ereilte.
Es ist ein Zeichen seines Wiedererstarkens und damit umso mehr erfreulich, auch die Berliner Bibliophilen auf dieser international bedeutenden Messe des bibliophilen Buches zu finden.

Rare Books Berlin
Kronprinzenpalais, Unter den Linden 3, 10717 Berlin
Berliner Bibliophilen Abend, 1. Etage, Stand 60

1 Kommentar(e):
31. Juli 2026: Abel Doering hat gesagt ...
Für die Möglichkeit einer Teilnahme des BBA an der Rare Books Berlin möchte ich der ILAB, den Veranstaltern und vor allem natürlich Julian Brandis und Elvira Tasbach herzlich danken.

Interview zur Pirckheimer-Gesellschaft

Interview hören oder herunterladen durch Klick auf die Abb.
Carsten Hueck vom Deutschlandfunk sprach mit Till Schröder in einem knapp 10minütigem Interview über die Pirckheimer-Gesellschaft und den von ihr herausgegebenen Marginalien.

Donnerstag, 30. Juli 2026

die Mumiendrucke des Carl Maria Seyppel

Seyppel, Karl Maria: Schlau, schläuer, am schläusten : aegyptische Humoreske / niedergeschrieben und abgemalt 1315 Jahre vor Christi Geburt von C. M. Seyppel, Hofmaler und Poe͏̈t Seiner Majestät des Königs Rhampsinit III., Memphis,
Innerhalb der Veranstaltungsreihe „Im Fokus: Auf Entdeckungsreise durch unsere Sammlungen“ der Staatsbibliothek zu Berlin „Druckfrische antike Bücher“.
Druckfrisch und antik? Was soll das sein? Ein bibliophiler Scherz! Und eine originelle Geschäftsidee.
Carl Maria Seyppel, ein Zeichner und Autor von Bildgeschichten, wie wir sie von seinem Zeitgenossen Wilhelm Busch kennen, wählte ein antikes Thema als Vorlage.
Damit nicht genug, sollte das Buch aber auch aussehen, als sei es tatsächlich ein echtes Fundobjekt aus der Antike. Also wurde dickes Papier gewählt, dieses gefärbt und angekokelt. Diese echten Fälschungen werden präsentiert.

19. August 2026, 16 Uhr, Anmeldung erforderlich

Staatsbibliothek zu Berlin
Raum Oxford
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Illuminierte Fragmente aus mittelalterlichen Handschriften

Eine Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg zeigt derzeit illuminierte Fragmente aus mittelalterlichen Handschriften.
Das Museum zählt mit rund 400 Fragmenten mittelalterlicher Handschriften zu den bedeutendsten Sammlungen im deutschen Sprachraum. Es sind teilweise ganze Seiten oder ausgeschnittene, kunstvolle und farbenfrohe Initialen. Sie entstanden zwischen dem 9. und 15. Jahrhundert und stammen aus Gradualen, Antiphonarien, Missalien, Bibeln, religiösen Texten und Heiligenlegenden. Damit eröffnen sie einen faszinierenden Einblick in die Vielfalt und Schönheit der mittelalterlichen Buchkunst.

Nach der Revolution von 1789 in Frankreich wurde es zunehmend üblich, alte Kodizes zu zerlegen – eine Art kultureller „Vandalismus“. Zwar wurden die einzelnen Blätter aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gerissen. Trotzdem zeigen sie weiterhin ihre chronologische, regionale und thematische Vielfalt. Durch umfangreiche Forschungsarbeiten in den letzten Jahren konnte eine Rekonstruktion ursprünglicher Zusammenhänge erreicht und somit bislang Aspekte aufgedeckt werden.

Die intensive Farbigkeit, die präzise Naturbeobachtung sowie die fantasievollen Randverzierungen und Initialen verleihen den Blättern eine außergewöhnliche erzählerische Lebendigkeit. Obwohl die meisten dieser Blätter bereits 1903 veröffentlicht wurden, gab es bislang keine umfassende Präsentation, die einen vollständigen Überblick bot.

1. Juli 2026 – 31. Januar 2027, um die empfindlichen Originale zu schützen, werden sie Anfang Nov. durch andere Exemplare ersetzt

Germanisches Nationalmuseum
Kartäusergasse 1, 90402 Nürnberg