Freitag, 1. Mai 2026

Berliner Schriftsteller erzählen

Bibliophiles des Monats ist im Mai ein Zeitdokument - die von vielen Autoren der DDR signierte Anthologie „Berliner Schriftsteller erzählen“.
Er erschien 1976 im Aufbau-Verlag, herausgegeben im Auftrag des Vorstandes des Bezirksverbandes Berlin des Schriftstellerverbandes der DDR und wurde den Delegierten der XI. Bezirksdelegiertenkonferenz Berlin der SED von Günter Görlich, Vors. des Bezirksverbandes, „mit einem herzlichen Dank für gute Leistungen bei der Verwirklichung der Beschlüsse des VIII. Parteitages der SED und bei der Entwicklung neuer Initiativen  zu Ehren des IX. Parteitages der SED“ übergeben.
Das Vorwort von Werner Neubert ist datiert „Berlin, 3, Januar 1976, am Tag des 100. Geburtstages von Wilhelm Pieck“.
Arno Mohr, Junges Paar im Treptower Park, Lithografie
Der Band enthält Texte von Autoren der Hautstadt der DDR, wie Ludwig RennAnna SeghersErwin StrittmatterStephan HermlinKarl-Heinz Jakobs und Volker Braun, von Erwin Strittmatter, Jo Schulz und Dieter Noll als Vorabveröffentlichung aus unvollendeten Romanen.
Anlässlich eines Leseabends im gerade eingeweihten Palst der Republik versahen zahlreiche Schriftsteller, darunter Uwe BergerWieland HerzfeldeJan KoplowitzHarald HauserRuth KraftHelmut BaierlHeinz KnoblochHermann KantEberhard PanitzFritz Rudolf FriesSarah KirschUwe KantWalter KaufmannGünter GörlichGerhard Holtz-BaumertHorst BastianWolfgang KohlhaaseBenito WogatzkiAlexander AbuschHelmut HauptmannHeinz Kahlau und Gabriele Eckart ihre Beiträge mit einer Signatur.
Illustriert wurde der Band von den Berliner Künstlern Kurt Zimmermann, Herbert Sandberg, Fritz Duda, Ronald Paris (farbig), Peter Edel, Theo Balden, Peter Hoppe, Heinrich Teßmer, Arno Mohr und Helmut Diehl.
Ronald Paris, Spanien 75, Aquarellzeichnung
Der Band mit 278 Seiten im Format 8° (20,5 x 14,5 cm), der auch im Buchhandel zum Preis von 6 Mark verkauft wurde, ist mit Farbkopfschnitt in rotes Kunstleder eingebunden, die Einbandgestaltung übernahm Heinz Helmis.
Herbert Sandberg, Aus dem Kommunistischen Manifest, Linolschnitt

Normand Laheld für Svanhild Paust, ein sprechendes Exlibris aus Norwegen

Normand Laheld für Svanhild Paust (Entwurfzeichnung 1945)
Das Exlibris entstand 1945, als die Eignerin 28 Jahre alt war. Ein Blick auf die Entwurfszeichnung zeigt die präzise Arbeit von Normand Laheld: Mit Bleistift sowie rotem und blauem Buntstift zeichnet er das Motiv: eine wörtliche Lesung des Namens Svanhild übersetzt in das Monogramm „SP“. Er hielt die Platzierung des Schriftzugs Exlibris und des Namens fest, ließ sich aber die Option offen, das Exlibris auch unter das Motiv zu setzen. Er notierte auch die Maße (5 x 5,5 cm) für den fertigen Druck. Im Zentrum des Motivs stehen die Initialen „S P“, die durch das „sprechende Bild“ zweier Schwäne auf bewegter See gebildet werden. Während das „S“ den Schwanenkörper direkt formt, erinnert das „P“ mit seinen schwunghaften Serifen ebenfalls an die elegante Form des Vogels. Hier vereinen sich Vor- und Nachname der Eignerin: Der Schwan als Namensgeber und das Meer als Referenz an die maritime Tradition der Familie Paust. Interessanterweise tritt die kämpferische Dimension des Namens („Schwanenkämpferin“) im Entwurf völlig zurück. Im endgültigen, schlichten Klischeedruck dominiert ein tiefes Blau, aus dem die weißen Schwäne der Initialen deutlich hervortreten. Die endgültige Platzierung des Schriftzugs Exlibris ist oberhalb des Motivs.

(Annika Rockenberger, gesamten Artikel hier lesen)

Donnerstag, 30. April 2026

(Fast) frisch aus der Druckerpresse – Neuerscheinungen 1926

Die Veranstaltungsreihe „(Fast) frisch aus der Druckerpresse“ der der Staatsbibliothek zu Berlin widmet sich, bereits zum dritten Mal, Romanveröffentlichungen, deren Lektüre auch hundert Jahre nach ihrem ersten Erscheinen noch lohnt. Wie jedes Mal liest die Schauspielerin Maria Hartmann zum Vortrag Passagen aus dem Jubiläumswerk.
A modern printing press is demonstrated at the London School of Printing and Kindred Trades. Circa 1950 | Britannica ImageQuest. Mirrorpix \ Universal Images Group
30. April 2026, 19 Uhr
Monika Raič: Bücher stehlen, Literatur neu erfinden: Roberto Arlt - „El juguete rabioso
Der jugendliche Held Silvio Astier, Sohn mittelloser Einwanderer, Schulabbrecher und Bücherdieb, träumt davon, ein neuer Edison, Napoleon, Baudelaire oder Rocambole zu werden. Doch seine Erfolgsfantasien scheitern an den widersprüchlichen gesellschaftlichen Strukturen im Buenos Aires des frühen 20. Jahrhunderts.
Roberto Arlt erzählt diesen Entwicklungsroman in einer Sprache, deren Wirkung er selbst als „Kinnhaken“ beschrieb. Sein Text begegnet dem literarischen Kanon nicht ehrfürchtig, sondern greift diebisch nach ihm und verschiebt Literatur in gesellschaftliche Räume jenseits der Bürgerlichkeit. Um den Gang der Literaturgeschichte zu verändern, betritt Arlt die literarische Bühne Argentiniens und setzt eine Umverteilung des gesellschaftlichen Werts der Literatur in Bewegung.


28. Mai 2026, 19 Uhr
Bettina Kaibach: Die Ukraine in Flammen: Isaak Babel „Die Reiterarmee
Die Skizzen aus dem polnisch-sowjetischen Krieg, den Babel als Kriegsberichterstatter miterlebte, machten den jüdischen, im ukrainischen Odessa geborenen und auf Russisch schreibenden Autor auch außerhalb der Sowjetunion schlagartig berühmt. Wie kein anderer vermochte Babel die Widersprüche der Revolution, in deren Namen er mit der Roten Kavallerie in den Krieg zog, ins Bild zu fassen: hier die utopische Verheißung einer besseren Welt, dort das ungeheure Leiden, mit dem die Zivilbevölkerung für das vermeintliche Glück bezahlte.
Für die hereinbrechende neue Welt eine neue Sprache zu finden, sah Babel als seine schriftstellerische Aufgabe an, eine Sprache, die geprägt ist durch Intensität des Erlebnisses, poetische Dichte und bedrängende Bildkraft.


25. Juni 2026, 19 Uhr
Michael Scheffel: „Einander Traumlos nah“: Arthur Schnitzler „Traumnovelle

7. Juli 2026, 19 Uhr
Amy MohrWilla Cather „My Mortal Enemy“ – eine Novelle des amerikanischen Modernismus

Buch. Raum. Haus. Bewegungsraum

Das Künstlerbuch als dreidimensionaler Raum: ein Haus bildend, umreißend, erinnernd, mimikrierend – den Menschen im Raum denkend; zwischen Objekt und Erzählung entfalten sich Bücher als architektonische Gebilde, als begehbare Gedankenräume, als Spiegel individueller und kollektiver Erfahrung.
Die Ausstellung versammelt künstlerische Positionen, die das Buch als Raumkörper begreifen, reflektieren oder thematisieren
Laure Catugier entwickelt architekturbasierte konzeptionelle Bücher und Objekte
Sian Bowen schafft mit japanischen Lackpapierarbeiten und Faltbüchern fragile Raum- und Umraumstrukturen
Alle ausgestellten Bücher finden sich auch gefilmt auf der website www.druckundbuch.com

Eröffnung der Ausstellung: 7. Mai 2026, 19 Uhr
Ausstellung: 7. Mai - 26. Juni 2026

Susanne Padberg
Galerie DRUCK & BUCH, Wien

Mittwoch, 29. April 2026

Dem Stumpfsinn die Geisteskappe aufsetzen

Thomas Bernhard heute“ rückt ein Werk von weltliterarischer Geltung in den Mittelpunkt.
Manuskripte von Thomas Bernhard aus der Sammlung
© Österreichische Nationalbibliothek
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Echo Thomas Bernhards (1931–1989) in der internationalen Gegenwartsliteratur.
Längst hat seine Literatur die Grenzen des unerbittlich attackierten Staates Österreich überwunden. Seit 2023 befindet sich Bernhards Nachlass an der Österreichischen Nationalbibliothek. Die Schau präsentiert Manuskripte, Briefe und Fotografien aus allen Lebensphasen sowie nie zuvor gezeigte Fundstücke. Thomas Bernhard befreite sich aus schwierigen familiären Konstellationen und überlebte in jungen Jahren eine Lungenkrankheit nur knapp. In den ausgestellten Objekten werden die Verletzungen und euphorischen Momente eines Schriftstellers deutlich, der nicht aufhörte, sich im Schreiben immer wieder neu zu erfinden.

Ausstellungseröffnung: 30. April 2026




Literaturmuseum
Johannesgasse 6, 1010 Wien

Der Mensch auf Sinnbilder-Art vorgestellt

Das Buch des Monats April der Schweizerische Bibliophilen-Gesellschaft ist Laurens van Haecht / Gerard de Jode, Mikrokosmos. Parvus Mundus, 1579.

Die lateinische Erstausgabe des vorgestellten Buchs mit dem Titel «Mikrokosmos. Parvus Mundus» ist mit Laurentius Haechtanus (Laurens van Haecht Goidtsenhoven, 1527–1603) signiert, dem Verfasser der Texte, und mit Kupferstichen von Gerard de Jode († 1591) versehen; es erschien 1579 in dessen Verlag in Antwerpen.

Das Buch nutzt die Struktur des (seit 1531 gebräuchlichen) Emblems: Lemma – Bild – Epigramm (hier Bibelzitate) – zusätzlich sind jeweils auf der rechten Buchseite Erläuterungen in Versform (elegisches Distichon) beigefügt. Wie in der Emblematik üblich, werden anhand von exemplarischen Geschichten, mythologischen Darstellungen, Fabeln, u.a.m. gutes und übles menschliches Handeln veranschaulicht.

Das Buch enthält 74 solche Text-Bild-Kombinationen. Wie bei diesen Werken üblich, sind die Embleme keine Neuerfindungen, sondern beruhen meistens auf antiken Texten. Erstaunlich ist, welche Kenntnisse der Tradition diese Verfasser hatten.

Das Buch wurde mehrmals neu aufgelegt. Für die folgenden Ausgaben (1618, 1644, 1670) wurden neue Bilder (Kopien der Radierungen von Gerard de Jode) von Jacob de Zetter (Wirkungsdaten 1609–1636) verwendet. Dann wurde das Buch auch ins Deutsche übersetzt.
Das Titelbild zeigt den Menschen als Mikrokosmos mit dem Haupt in einem Kugelkreuz, der als ganzer in einem Kugelkreuz steht, das für die große Welt steht, inmitten der vier durch Tiere repräsentierten Elemente des Makrokosmos, die den vier Temperamenten zugeordnet werden: der Feuersalamander (die sanguinische Natur), der Maulwurf (die melancholische Natur), der Stör (die phlegmatische Complexion), das Chamäleon (das gemäß Plinius von Luft lebt, die cholerische Complexion). Winde aus den vier Himmelsrichtungen blasen ihn an, sie bedeuten die vier Haupt-Lebensalter.

(Paul Michel, Zürich, kompletter Artikel hier)

Dienstag, 28. April 2026

Bibliophilentage 2026

Programm aufrufen durch Klick auf die Abb.
Die 125. Jahresversammlung der Gesellschaft der Bibliophilen findet in Kassel statt.
Am Freitag steht das Museum Grimmwelt und eine Führung durch das Schloss und ehemalige Benediktinerkloster mit Besichtigung der Fürstlichen Bibliothek zu Corvey auf dem Programm.
Samstags folgt eine Führung durch das documenta archiv. Danach geht´s zum Residenzschloss Arolsen mit einem Besuch der Fürstlich Waldeckschen Hofbibliothek und der Stiftung Bibliothek Brehm.
Und am Sonntag folgt ein Festvortrag von Friedrich ForssmanBuch und Schönheit“ im Antiquariat Jenior und danach eine Führung und Ausstellungsbesuch der Brüder-Grimm-Gesellschaft.

Bibliophilentage: 7. bis 10. Mai 2026
Kassel

Edgar Allan Poe - eine Suchanfrage

Hiermit wendet sich ein Leser dieses Blogs an alle Edgar Allan Poe-Sammler:

Edgar Allan Poe-circa1849
Für eine Bildbibliografie der im DACH-Raum erschienenen deutschsprachigen Werke des Autors wird alles gesucht, was zu dieser seit 2 Jahren im Entstehen begriffenen Bibliografie beitragen könnte – sei es in Form von Fotos von Büchern, die sich nicht im Besitz des Bibliografen befinden, oder evtl. auch durch Textbeiträge zu spezifischem Aspekten, Texte, wie ihn z.B. bereits der Poe-Biograf Frank T. Zumbach zur Verfügung stellte.

Wer entsprechendes Material beisteuern möchte, wendet sich bitte mit seinem eventuellen Angebot und Kontaktdaten an edgar-allan-poe@pirckheimer.org - diese Mail wird dann zuständigkeitshalber weitergeleitet.

Montag, 27. April 2026

XVII. BuchKunstBiennale Horn 2026

25 Buchkünstler aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Tschechien und Österreich geben Einblick in ihre Arbeit und zeigen, auf welch unterschiedliche Weise das Buch als Kunstobjekt gedacht und gestaltet werden kann.

Büchermarkt: Cornlius BRÄNDLE, Berlin - Wolfgang u Anita BUCHTA, Wien - Annegret FRAUENLOB, Halle - Woldemar FUHRMANN, Hersbruck - Karl Friedrich GROSS, Freiburg/Br. - Regina HADRABA, Pfaffstetten - Christine HEPPERLE, Bubikon, CH - Axel HERTENSTEIN, Pforzheim - Ruud HUYSMANS, Heerle, NL - Elfriede M. KLEPOCH, Dürnstein - Fred LAUTSCH, Stralsund - Ruth LINHARD & Hans HAUER, Wien - Tita do REGO SILVA, Hamburg - Wilhelm SCHRAMM, Bludenz - Christa SCHWARZTRAUBER, München - Hanneke VAN DER HOEVEN, NL - Svato ZAPLETAL, Hamburg.
Neben der großen Ausstellung in den Sälen des Kunstvereins, die bis 12. Juli zu sehen ist, präsentieren die eingeladenen Künstler ihre Werke während der Eröffnungstage von 14. bis 17. Mai auch im Rahmen einer kleinen Messe.

In offenen Werkstätten sind Besucher eingeladen, den Buchkünstlern beim Arbeiten über die Schulter zu schauen und selbst aktiv zu werden. Ob Drucken mit der Handpresse, Setzen von Texten mit Lettern, Linolschnitt oder Tetrapackdruck – die Biennale bietet zahlreiche Möglichkeiten, die Kunst des Buchmachens unmittelbar zu erleben. Auch für Kinder gibt es eigene Angebote.

14. bis 17. Mai 2026
Horn, Niederösterreich

Anke Kuhl. Tach zusammen

Für das Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf ist Anke Kuhl keine Unbekannte. Im Jahr 2002 erhielt sie für ihr Buch Cowboy will nicht reiten das erste Troisdorfer Bilderbuchstipendium. Seitdem war sie mehrfach mit ihren Arbeiten in Ausstellungen des Museums zu sehen, beteiligte sich an Workshops der Stiftung Illustration und gestaltete außergewöhnliche Ausstellungseröffnungen mit. Und immer war es ein großer Gewinn für alle. Heute zählt sie zu den bedeutendsten Kinderbuchillustratorinnen Deutschlands.

Geboren wurde sie 1970 in Frankfurt am Main, studierte "Freies Zeichnen" in Mainz, "Visuelle Kommunikation" an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und gründete im Jahr 1999 gemeinsam mit anderen Künstlern die Frankfurter "Labor Ateliergemeinschaft". Mit ihren Illustrationen sorgte Anke Kuhl schon bald für Aufmerksamkeit. So erhielt sie 2004 den Eulenspiegelpreis. Für ihr illustriertes Buch Alles Familie! wurde sie 2011 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Prämiert wurde ebenfalls das Sach-Lesebuch Ich so du so, das gemeinschaftlich mit der "Labor Ateliergemeinschaft" entstanden war. Für ihren Comic Manno! wurde sie 2019 von der Berthold Leibinger Stiftung und 2020 mit dem Max und Moritz-Preis ausgezeichnet.

Was aber macht die Illustrationskunst Anke Kuhls so besonders? Anke Kuhl zeigt keine Scheu vor unterschiedlichen Buchgenres und "heißen" Themen. Mit Taktgefühl und Humor gelingt es ihr, tabuisierte Wirklichkeiten kindgerecht darzustellen. So wird Peinliches, Grausames oder vermeintlich Unheimliches erträglich. Mit ihren Büchern gewinnt Anke Kuhl die jungen Leser, die Ihre Bilder meistens unbefangen und mit großem Spaß betrachten. Die Erwachsenen können sich derweil auf Fragen ihrer Kinder gefasst machen - und zwar Fragen, die nicht immer ganz so einfach zu beantworten sind.

Ausstellungseröffnung: 10. Mai 2026, 15 Uhr
Ausstellung: 10. Mai - 6. September 2026

Bilderbuchmuseum
Burgallee 1, 53840 Troisdorf

Sonntag, 26. April 2026

Im magischen Bildergarten des OLAF HAJEK

In der Brandenburger „Kinder- und Jugendgalerie Sonnensegel“ eröffnete die Ausstellung „Im magischen Bildergarten des OLAF HAJEK“. Matthias Frohl sprach einführende Worte zum Schaffen des Künstlers, musikalisch begleitet von Sebastian Pietsch am Saxophon und Thoralf Pötsch an der Gitarre.
Olaf Hajek ist ein virtuoser Illustrator und Geschichtenerzähler. Auf kleinformatigen Acrylmalereien zündet der Künstler in handwerklicher Perfektion ein Feuerwerk von optischen Eindrücken und Bildeinfällen. Selten wurden Blumen, Obst und selbst Gemüse so phantasievoll in barocker Üppigkeit inszeniert. In Kombination mit einer heiteren Figurenstaffage wirken die floralen Illustrationen wie der Blick in eine Theaterkulisse aus vergangenen Zeiten. Die Arbeiten entstanden für den Prestel-Verlag und wurden in drei erfolgreichen Kunst- Bilderbüchern veröffentlicht. The New York Times, The Guardian, Forbes, Rolling Stone, Süddeutsche Magazin und der Stern sind weitere Auftraggeber, die regelmäßig und gern auf den Bildkosmos von Olaf Hajek zurückgreifen. Die Illustrationen und freien Arbeiten des Künstlers waren u. a. schon in Einzelausstellungen Hamburg, München, Berlin, Atlanta und Kapstadt zu sehen. Nun haben auch die Brandenburger und ihre Gäste, die Gelegenheit durch diesen ganz besonderen Bildergarten zu spazieren.
(Matthias Frohl)
Fotostrecke zur Vernissage durch Klick auf eine der Abbn.
Ausstellung: 25. April - 19. Juni 2026

Galerie „Sonnensegel“
Gotthardtkirchplatz 4-5, 14770 Brandenburg an der Havel

4. BuchKunstPotsdam 2026

Foto © SLB/Sin
Rund um den Welttag des Buches am 23. April fanden in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam verschiedene Veranstaltungen zum Kulturgut Buch statt.
Vom 1. bis 26. April konnten Besucher eine Vitrinen-Ausstellung „Künstlerbücher aus dem Bestand der SLB“ besichtigen, die u.a. Exponate der Bücherkinder Brandenburg, von Marc Berger, Herzattacke oder Matthias Gubig enthielt.
Am 24. April lasen die Bücherkinder Brandenburg aus ihren Buchprojekten und es stellte sich Herzattacke vor.
Und am 25. April fand dann  in den Räumen des Bibliothek die von Constanze KreiserTina Flau organisierte 4. Künstlerbuchmesse BuchKunstPotsdam statt, an der die Künstler Christiane Wartenberg, Rudolf Sittner, Constanze Kreiser, Tina Flau, Steffen Thiemann, Jana Wilsky, Jeannette Goldmann, Mike Bruchner, Rainer Ehrt, Karla Sachse, Siegfried Gwosdz, Matthias Gubig, sowie Herzattacke und die Edition Sand mit Sven Märkisch vertreten waren.
Album (Fotos © Abel Doering) aufrufen durch Klick auf die Abb.

Samstag, 25. April 2026

Powerful Textures. Sprache in Textil

In der Textilgeschichte spielen Wandteppiche und textile Arbeiten im Raum häufig eine Rolle in der Vergewisserung von Werten und Identität. Umgeben zu sein von Worten, sich körperlich darin einzuhüllen, kann trösten, anleiten oder vergewissern, womit sich unterschiedliche Funktionen von textiler Schrift andeuten. Die Sammlung des Klingspor Museums enthält einen einzigartigen Bestand an modernen Schriftteppichen, in dessen Zentrum wandfüllende Arbeiten Rudolf Kochs und seiner Studierenden stehen, die um 1925 in der Offenbacher Werkstatt entstanden. Ab den 1950er Jahren kamen Schriftteppiche hinzu, von denen ein großer Teil in der Gobelin-Werkstatt von Inge Richter und Gret Mohrhardt gewebt wurden, die über Jahrzehnte in Offenbach bestand und heute fast vergessen ist. Weil sich textile Arbeit häufig mit Weiblichkeit assoziiert, wird textile Schrift in der zeitgenössischen Kunst auch in aktivistischen und feministischen Kontexten genutzt. Persönliche Geschichten verweben sich mit Politik und Gesellschaftskritik. Zahlreiche Leihgaben inter-nationaler Künstler zeigen die Bandbreite dieser kraftvollen Ausdrucksmöglichkeiten.
 
Eröffnung: 8. Mai 2026, 19 Uhr
Ausstellung: 9. Mai - 16. August 2026

Klingspor Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Freitag, 24. April 2026

zur Geschichte des Bilddrucks

Der Berlin-Brandenburger Pirckheimer-Regionalgruppe und dem Berliner Bibliophilen Abend präsentierte Bernd Friedrich gestern in der Staatsbibliothek zu Berlin einen "Kurzen Abriss zur Geschichte des Bilddrucks", ein Thema, das er vor 20 Jahren schon einmal vor dem BBA behandelte.
Als Künstler, Drucker und Kunsterzieher sammelte Bernd Friedrich zahlreiche Objekte des manuellen Bildrucks, mit denen er dessen Entwicklung seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte nicht nur anschaulich darstellen, sondern auch seine kunstgeschichtlichen Thesen begründen konnte, die einen bislang wenig beachtete Sichtweise auf die Geschichte des Bilddrucks ermöglichten, wie z.B. die Bedeutung von Farbigkeit in frühen Abbildungen, das Entstehen und der Wandel von Techniken der Illustration oder die Ablösung des Handwerkers als Illustrator durch den Künstler (siehe Abbildungen der Weltchronik).
Die Teilnehmer der Veranstaltung konnten darüber hinaus auch aus berufenem Munde Näheres zu Kupferstich, Radierung, Stahlstich und Co. erfahren und wie man Echtheit der Blätter erkennt, was für den ungeübten Laien sicher nicht einfach ist.

Dante Alighieri – eine Spurensuche

Innerhalb der Veranstaltungsreihe „Im Fokus: Auf Entdeckungsreise durch unsere Sammlungen“ der Staatsbibliothek zu Berlin geht es auf Spurensuche zu Dante Alighieri.
Der Florentiner zählt zu den meistgelesenen und -rezipierten Autoren des europäischen Mittelalters. Seine literarische Reise in die Jenseitsbereiche Hölle, Fegefeuer und Paradies in seiner Göttlichen Komödie katapultierte ihn in den Kanon der Weltliteratur. Dante war der erste Romanist, Vater der italienischen Literatur und stilbildend für die Lyrik. Er führte ein Laienpublikum an die Philosophie heran. Die Staatsbibliothek verfügt über geradezu himmlische Dante-Bestände, aus denen eine kleine Auswahl gezeigt wird.

20. Mai 2026, 16 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin
Raum Oxford
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Donnerstag, 23. April 2026

BBA auf der Rara Books Berlin

Die Antiquariatsmesse Rare Books Berlin bietet im September 2026 ein außergewöhnliches Erlebnis für Sammlerinnen und Sammler, Antiquariatsbuchhändler, Galerien und Bibliophile aus aller Welt. Im Herzen Berlins erleben Besucherinnen und Besucher in eleganter, salonartiger Atmosphäre lebendige Buch- und Kulturgeschichte. Die Aussteller gewähren Einblicke in ihr erlesenes Angebot an Büchern, Graphiken, Drucken und Ephemera und stehen mit ihrer Expertise für die Authentizität und Qualität der präsentierten Objekte.

Das persönliche Ambiente lädt zum direkten Gespräch mit Fachleuten und zum Austausch mit anderen Liebhaberinnen und Liebhabern von Buch und Kunst. Auch der Berliner Bibliophilen Abend wird auf der Rare Books Berlin mit einem Informationsstand vertreten sein. Mitglieder dieser bibliophilen-Vereinigung haben freien Eintritt.

18. - 20. September 2026
Kronprinzenpalais Unter den Linden

23. April - Welttag des Buches

Mittwoch, 22. April 2026

The Spirit of Wisdom

(mit freundlicher Genehmigung von Illustrated London News/Mary Evans Picture Library)
Zeichnung mit dem Titel „The Bookman“ des britischen Buchillustrators Edmund Joseph Sullivan (1869–1933) für die schottische Whiskeymarke „Dewars“, die einen Text illustrierte, welcher Bücher als perfekte Begleitung zum Whiskey unter der Überschrift „The Spirit of Wisdom“ in den „Illustrated Sporting and Dramatic News“ vom 10. Oktober 1925 anpries.

Bibliophiles im Bacharchiv

In der Mai-Veranstaltung wird dem Leipziger Bibliophilen-Abend von Prof. Dr. Dr. Peter WollnyBibliophiles im Bacharchiv“ vorgestellt.
12. Mai 2026, 19 Uhr

Bach-Archiv Leipzig
Thomaskirchhof 15/16, 04109 Leipzig

Dienstag, 21. April 2026

Save the date: Bibliophilentreffen 2028 in Wien

Vor 98 Jahren, im Frühherbst des Jahres 1928, hat in Wien ein großes, glanzvolles Bibliophilentreffen stattgefunden, zu dem Teilnehmende aus dem gesamten deutschsprachigen Raum herbeigeströmt waren.
Den Teilnehmern am Bibliophilen-Tag Wien 29. September bis 2. Oktober 1928 gewidmet in 300 Exemplaren von der Gesellschaft für verfvielfältigende Kunst in Wien. Festblatt aus „Die Graphischen Künste“ LI. Jahrgang 1928. (Deckeltitel). 1928. Inliegend Original-Holzschnitt „MDXXVIII zu Albrecht Dürers Gedächtnis.“von Switbert Lobisser
Die Wiener Bibliophilen-Gesellschaft möchte die hundertste Wiederkehr dieses Ereignisses zum Anlass nehmen, die Vereinigungen der Buchliebhaber in Deutschland, der Schweiz und Österreich erneut nach Wien einzuladen, um zwischen dem 28. September und 1. Oktober 2028 ein Fest des Buches zu feiern, mit Vorträgen und Gedankenaustausch, aber auch mit dem Besuch bedeutender Bibliotheken und Sammlungen, hauptsächlich solchen, die dem privaten Wien-Besucher nicht ohne Weiteres zugänglich sind.

Die Wiener Bibliophilen arbeiten bereits an den Details eines Besuchsprogramms, das allen Teilnehmenden und ihren unterschiedlichen Interessen entgegenkommen soll und so breit aufgefächert sein wird, dass die Führungen jeweils in überschaubaren Gruppen erfolgen können. Ein halbtägiges Symposium wird mit Kurzvorträgen Gelegenheit geben, spannende Themen aus der Welt des Büchersammelns anzusprechen. Zum Abschluss des Symposiums könnten in einer Podiumsdiskussion Vertreter der verschiedenen Bibliophilengesellschaften aktuelle Probleme sowie die Zukunftsperspektiven der Bibliophilie diskutieren.

Von der Zusammenkunft im Herbst 2028 werden vielfältige Impulse erhofft, auch öffentliche Resonanz, in jedem Fall aber ein engeres Zusammenrücken der deutschsprachigen Bibliophilenvereinigungen und damit eine Stärkung des Bandes, das uns eint - die Leidenschaft für Bücher
.“

(Prof. Dr. Ernst Fischer, Vorsitzender Wiener Bibliophilen-Gesellschaft)