Dienstag, 18. August 2026

Illuminier Buoch, wie man allerley farben bereitten, mischen, schattieren unnd ufftragen soll

Das Buch des Monats August der AG Sammlung Deutscher Drucke der Herzog August Bibliothek ist Boltz, Valentin: Neu herfür gesuchtes Illuminir-Buch/ Künstlich alle Farben zu machen und bereiten/ allen Schreibern/ Mahlern/ Brieffmahlern … dienlich zu wissen/ sampt etlichen neuen zugefügten Kunststücklein/ vormahls im Druck nie außgangen. St. Annaberg. Gedruckt und zu finden bey David Nicolai. 1690.

Das Werk erschien erstmals 1549 in Basel unter dem Titel Illuminier Buoch, wie man allerley farben bereitten, mischen, schattieren unnd ufftragen soll, bevor es schon 1550 in Frankfurt am Main unter einem abweichenden Titel neu aufgelegt wurde.
Titelblatt zu Valentin Boltz: Neu herfür gesuchtes Illuminir-Buch. Annaberg 1690. Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Xb 11450.
In den folgenden Jahrhunderten wurde das Werk vielfach neu aufgelegt. Die Herzog August Bibliothek hat eine bislang unbekannte Ausgabe, erschienen 1690 in St. Annaberg (Oberschlesien), erwerben können, die die späteste Ausgabe im Handpressendruck vor einer Neuausgabe München 1913 darstellt. Das Exemplar ist ohne feste Deckel in Buntpapier mit Steinmarmor-Muster eingebunden, Gebrauchsspuren sind nicht erkennbar. Das zweifarbig gedruckte Titelblatt ziert eine Abbildung, die eine Sammlung verschiedener Werkzeuge zeigt und damit bereits den Zweck des Buches unterstreicht: Eine Anleitung zur Herstellung von Farben.

Als eine Besonderheit des Druckes gilt, dass der Autor Valentin Boltz im Grunde kein Fachmann auf dem Gebiet der Farbherstellung, sondern ein Geistlicher war. Nachdem Boltz 1534 im Dienst des Herzogs Ulrich von Württemberg stand, wurde er 1539 Diakon in Tübingen. Nach mehreren Stationen als Pfarrer in der Schweiz, wurde er ab 1547 Spitalpfarrer in Basel. Neben seiner eigentlichen Tätigkeit wirkte er als Übersetzer und als Autor verschiedener dramatischer Werke, bevor er 1549 sein „Illuminierbuch“ verfasste.

Dabei galt es wohl jedoch als nicht unproblematisch, wenn ausgerechnet jemand Fachfremdes die handwerklichen Methoden der Farbherstellung und die dafür benötigten Zutaten so offen preisgab. So zumindest vermutet dies auch Valentin Boltz im Vorwort seines Buches: „Ich habe kein Zweiffel / es werden etliche mißgünstige Künstler / diß mein einfältige Anleitung in die Illuminirung / sehr bekümmern / als ob ihnen etwas Abbruchs ihrer Nahrung drauß folgen würde“. In seinen Augen würde die Veröffentlichung dieses Wissens dem Handwerk jedoch keinen zu großen Schaden zufügen. In dem Wunsch, die Spezialisten auf dem Gebiet der Farbherstellung mögen es ihm daher nicht zu sehr verübeln, begründet er seine Entscheidung mit dem Verweis auf mögliche Ergänzungen: „Denen und andern geb ich zur Antwort / daß diß nicht angefangen / iemands dadurch zu verderben oder zu verkleinern / sondern erstlich dadurch andere baß erfahren dieser Kunst Illuministen zu reitzen / diß Werck mit ihrem Zusatz täglich zu bessern.

Dieser Wunsch von Valentin Boltz, mit diesem Buch das Wissen über die Farbherstellung weitergeben zu können, scheint sich im Nachhinein durchaus erfüllt zu haben. In den folgenden Jahrhunderten wurde es immer wieder nachgedruckt. In diesem Aspekt stellt das Buch sicherlich eine weitere Besonderheit da: Ausgerechnet das Werk eines fachfremden Autors avancierte anscheinend zu einer grundlegenden Anleitung für die Farbherstellung, die über eine lange Zeit nachgenutzt wurde.

(Jonas Theye, HAB)

Buchmachermarkt in Mosbach

Die Stadt Mosbach wird beim traditionellen Buchmachermarkt zum Schauplatz für Buchbinder, Drucker, Restauratoren und Papierkünstler. Die Aussteller zeigen, was sich alles aus und mit Papier machen lässt.
In Zusammenarbeit mit der Druckwerkstatt Mosbach ist auch der Verein für die Schwarze Kunst wieder dabei.

5. - 6. September 2026

Buchmachermarkt 
Hospitalhof, 74821 Mosbach

Montag, 17. August 2026

ein großes Fest der Bücher

Unsere Berliner Kollegin Elvira Tasbach ist in diesem Jahr nicht nur selbst Ausstellerin – gemeinsam mit Julian Brandis vom Antiquariat Düwal organisiert sie die RARE BOOKS BERLIN im Kronprinzenpalais.
Über 100 Antiquariate und Galerien aus 15 Ländern bringen Highlights aus 500 Jahren Kultur- und Geistesgeschichte nach Berlin: seltene Bücher, wunderschöne Drucke und außergewöhnliche Objekte.
Wir sind begeistert von der Resonanz, die uns schon jetzt erreicht und freuen uns auf eine ganz besondere Messe – und vor allem auf viele spannende Begegnungen mit unseren Besucherinnen und Besuchern!

(Verband Deutscher Antiquare)


RARE BOOKS BERLIN: 18. - 20. September 2026

Kronprinzenpalais
Unter den Linden 3

1 Kommentar(e):
17. August 2026: Abel Doering hat gesagt ...
Der Berliner Bibliophilen Abend wird als Aussteller dabei sein und ist auf der Rare Books Berlin an allen drei Tagen am Stand 60 in der ersten Etage zu finden.

Buch des Monats August

Das Buch des Monats August der Schweizerischen Bibliophilen-Gesellschaft ist der 2024 erschienene Roman "El año en que hablamos con el mar" des 1990 in Santiago de Chile geborenen Schriftstellers Andrés Montero.
"Das Jahr, in dem wir mit dem Meer sprachen“ ist ein Roman über die Wege, die wir wählen, und jene, die wir hinter uns lassen, darüber, was es bedeutet, zu einem Ort zu gehören, und über all das, was die Sprache dem Meer zu sagen versucht.

(Albert von Brunn, Zürich)

Sonntag, 16. August 2026

Giacomo Casanova in Leipzig - 15. Sept

In der Reihe BUCHSTADT LEIPZIG des Leipziger Bibliophilen-Abend sprechen Dr. Ansgar Bach und  Alexandra Bonin über Giacomo Casanova in Leipzig.

Casanova und Leipzig – die Beziehung ist vielfältig: Der alte  war so schlau und erwarb 1821 von Carlo Angiolini, Neffe des großen Lebenskünstlers, das Manuskript der Memoiren Giacomo Casanovas, und es folgten sehr erfolgreiche, zunächst noch zensierte, Übersetzungen. 2010, nach dem Untergang des Verlagshauses F.A. Brockhaus in Leipzig (2008) verkaufte dieses Manuskript an Frankreich.
Ansgar Bach, Herausgeber des von Alexandra Bonin illustrierten Titels „Casanova in Leipzig“ (2015) ist Verleger und Gründer des Verlags kopfundwelt, einem Verlag mit Schwerpunkt Casanova. Bislang sind neben "Casanova und Leipzig", "Giacomo Casanova in Dresden" und "Casanova in Berlin und Potsdam" bei kopfundwelt erschienen.

15. September, 19.30 Uhr

Haus des Buches Leipzig
Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig

Samstag, 15. August 2026

Oh, du Grimmische Welt ...

Im Verlauf der 20. Lesereise durch die Bonner Altstadt trägt Thomas Franke, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, in einem szenischen Vortrag unter dem Thema "Oh, du Grimmische Welt - Hans Dumm, Bruder Lustig und Fundevogel" einige Märchen der Brüder Grimm vor.
Oft wird von den Leuten die Behauptung weitererzählt, viele Märchen hätten die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm gesammelt, indem sie den Erzählungen alter Bäuerinnen sowie einsiedlerischen Köhlern und Hirten in düsteren Katen und auf stürmischen Bergwiesen lauschten, jedoch stellten sich solche Berichte als dahinphantasierte heraus. Mittlerweile wissen wir, daß die Grimms nicht im Volk kursierende Märchen zusammentrugen, sondern daß die Märchen vor allem von jungen, gebildeten Frauen erzählt wurden und oftmals aus französischen Quellen resultierten. So findet man zum Beispiel einige dieser Märchen wie „Der Blaubart“ ein wenig anders erzählt um 1697 im Märchenbuch des Charles Perrault. Durch die mündliche Weitergabe der Familie Hassenpflug kam es als „Blaubart“ in die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm.
In ihren ursprünglichen Versionen, die – oft düster und verstörend – Themen wie Konkurrenz um Schönheit, der nagende Hunger, der unerfüllte Kinderwunsch, untergeschobene oder sich gegenseitig abschlachtende Kinder ausbreitend, sind sie eher Geschichten für Erwachsene denn für Kinder. Allerdings gibt es auch Geschichten über Kindheit, Jugend oder das Heiraten in oft lustigen Formen, bis zu einer Reihe von Zaubermärchen, in denen die Erzählungen zum glücklichen Ende kommen. Bekannte Märchen sind „Rotkäppchen“, „Brüderchen und Schwesterchen“, „Rapunzel“, „Rumpelstilzchen“, „Schneewittchen“, „Hänsel und Gretel“ und viele andere, die sich immer wieder als zeitlose, also auch heute noch aktuelle Parabeln erweisen, weil jede »ächte Poesie niemals ohne Beziehung auf das Leben seyn kann« (Wilhelm und Jacob Grimm in ihrer Vorrede).
Aber spannender werden die unbekannten Texte sein, von denen der Schauspieler Thomas Franke – selbstverständlich neben einigen bekannten Märchen – am heutigen Abend eine Auswahl vortragen wird, wie sie in der Ausgabe letzter Hand von 1857 zu finden sind und nur minimal sprachlich angepaßt wurden. Es wird also gereist, es werden Abenteuer bestanden, man schlägt sich mit Riesen, es wird meisterhaft gestohlen und selbst der eine und der andere Spuk geistert vorbei.

(Thomas Franke)

27. August 2026, 19.30 Uhr
Altstadtbuchhandlung Büchergilde
Breite Straße 47, 53111 Bonn

Freitag, 14. August 2026

Graphik-Kalender zu Bertolt Brecht

Ich benötige keinen Grabstein,
aber
Wenn ihr einen für mich benötigt
Wünschte ich, es stünde darauf:
Er hat Vorschläge gemacht. Wir
Haben sie angenommen. ...

Anlässlich des heutigen 70. Todestages von Bertolt Brecht werden hier Künstler-Kalender mit Originalgraphik, die in den ersten Jahrgängen zu diesem bedeutenden Dramatiker und Schriftsteller als „Brecht-Graphikkalender“ erschienen, vorgestellt und die zwischen 1965 und 2006 in Karlsruhe im Selbstverlag herausgegeben wurden.
1969 vier Blätter, je 1 Blatt 1970 und 1974
Der in einer nummerierten Auflage von 150 Exemplaren mit häufig signierten, teils mehrfarbigen Holzschnitten und -stichen, sowie Linolschnitten (u.a. K. G. Hirsch, Benno Huth, Guido Zingerl, Volker Stelzmann, Annette Ziegler und Eberhard Dänzer) herausgegebene Kalender für Graphikfreunde enthielt jeweils zwischen 12 und 16 Graphiken.

Ich, Sisyphus - Intrigen, Lust und Leid

Das Winkelmann-Museum, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, veranstaltet am Sonnabend ihr Sommerfest 2026. Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht.

Auf dem Programm stehen für Mitglieder eine Versteigerung von Kunst- und anderen Objekten aus der Sammlung Werner Daum mit der Kunsthistorikerin Anka Zinserling und dem Schatzmeister der Winckelmann-Gesellschaft Jens Krumsieg sowie ein Sommertheater am Trojanischem Pferd „Ich, Sisyphus - Intrigen, Lust und Leid“ (Buch und Regie: Ioan C. Toma, Ausstattung: Bonnie Tillemann)

15. August 2026
Winckelmann-Museum
Winckelmannstraße 36, 39576 Stendal

Save the Date: 30. November

v.l.n.r.: Steffen Faust, Stephan Klenner-Otto, Jörg Petzel
Aus Anlass des 250. Geburtstag E.T.A. Hoffmanns wird es in der Staatsbibliothek zu Berlin in Kooperation mit dem Berliner Bibliophilen Abend eine besondere Begegnung mit dem berühmten Roman Lebens-Ansichten des Katers Murr nebst fragmentarischer Biographie des Kapellmeisters Johannes Kreisler in zufälligen Makulaturblättern geben, gestaltet von Steffen Faust, Stephan Klenner-Otto und Jörg Petzel, wozu gestern in der Staatsbibliothek letzte Absprachen erfolgten.

Die Veranstaltung wird am 30. November stattfinden, 1821 der Sterbetag des Katers, zu dem E.T.A. Hoffmann eine private Traueranzeige verfasste.

Näheres zu gegebener Zeit hier.

Donnerstag, 13. August 2026

Zu Besuch bei Elvira Tasbach in Berlin

In Vorbereitung auf die RARE BOOKS BERLIN haben wir unsere Berliner Kollegin Elvira Tasbach in ihrem wunderschönen Antiquariat besucht.
Mitten in Berlin findet man hier schöne und seltene Bücher und Manuskripte aus den unterschiedlichsten Gebieten – sorgfältig ausgewählt und mit viel Wissen und Leidenschaft präsentiert.
Elvira Tasbach ist nicht nur seit vielen Jahren eine feste Größe im deutschen Antiquariatshandel, sondern auch eine der engagierten Kolleginnen hinter der RARE BOOKS BERLIN.
Umso schöner, schon einmal einen Blick in ihr Antiquariat werfen zu können bevor wir sie und viele weitere deutsche und internationale Antiquaren im September im Kronprinzenpalais begrüßen.

(Verband Deutscher Antiquare)


RARE BOOKS BERLIN – Internationale Messe für Bücher & Graphik
18.–20. September 2026
Kronprinzenpalais - Unter den Linden 3

Gabriela Jolowicz. Pool und Prime

© Gabriela Jolowicz
Mit „Pool and Prime“ präsentiert das Museum für Druckkunst Leipzig großformatige Holzschnitte der Berliner Künstlerin Gabriela Jolowicz.

Die Absolventin der HGB gehört heute zu den wichtigsten Stimmen des zeitgenössischen Holzschnitts in Deutschland. Ihre detailreichen Schwarz-Weiß-Arbeiten verwandeln Szenen des Alltags in vielschichtige Bildwelten und zeigen mit feiner Ironie, wie aktuell die traditionelle Technik des Holzschnitts sein kann. Ein zentrales Element der Ausstellung ist ihr imposantes Holzschnitt-Panorama, das für das Museum für Druckkunst um einen Leipzig-Bezug ergänzt wurde.

Eröffnung: 11. September 2026, 19 Uhr
Ausstellung: 12. September 2026 – 14. Februar 2027

Museum für Druckkunst
Nonnenstraße 38 | 04229 Leipzig

Mittwoch, 12. August 2026

Rainer Ehrt „Hoffmanns Lebenselixiere”

Der Buchhändlerkeller, keine Buchhandlung, kein Keller, aber besonderer Ort für Freunde der Literatur, veranstaltet eine Ausstellung mit Zeichnung und Druckgraphik von Rainer Ehrt unter dem Titel „Hoffmanns Lebens-Elixiere“.
In komplexen graphischen Kompositionen nach Motiven aus Hoffmanns Biographie und seinen Werken – zugleich Vexierbilder, ironische Kaleidoskope und respektvolle Hommagen – werden Hoffmann und einige seiner Obsessionen und Imaginationen visualisiert: Frauen, Spiegel, Tod, Liebe, Magie, Rausch, Doppelgänger, Transzendenz; alle Arten von Geistern, Geisterbeschwörung und Geistesverwirrung; sein anarchischer Sinn für Humor und Groteske, die Verehrung Mozarts und nicht zuletzt die Faszination, die der Dichter gegenüber der rätselhaften Eleganz seines Katers empfand.
  
Vernissage: 1. September 2026, 20 Uhr, Rainer Ehrt liest aus seinem in der Edition Vevais erschienenen Band „Zerstreute Sammlung“ mit Geschichten über phantastische, sinnenfrohe und überraschende Begegnungen, Moderation: Hartmut Mangold
Ausstellung; 1. September - 30. Oktober 2026

Buchhändlerkeller
Alt-Lietzow 12, Hofgebäude, 10587 Berlin-Charlottenburg

Dienstag, 11. August 2026

freier Eintritt zur Rare Books Berlin

Der Eintrittspreis für den Besuch der Rare Books Berlin werden vor Ort 5 Euro betragen (Kinder, SchülerInnen und Studierende frei).
Über die Messe-Webseite kann jedoch auch ein kostenloses Ticket bestellt werden, dieses Ticket wird auf der Messe gegen ein Ticket für alle drei Messetage eingetauscht. Freunde des Berliner Bibliophilen Abend können die Berechtigung für kostenlosen Eintritt an allen Messetagen auch per E-Mail unter * info(at)berliner-bibliophilen-abend.org anfordern.
Rare Books Berlin
Berliner Bibliophilen Abend, 1. Etage, Stand 60
Kronprinzenpalais, Unter den Linden 3, 10717 Berlin

Schönsten Deutschen Bücher aus sechs Jahrzehnten

© Stiftung Buchkunst,
Visuals: Studio Tillack Knöll, Design Practice
Im Jahr 2026 feiert die Stiftung Buchkunst ihr 60-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums präsentiert die Stiftung eine besondere Ausstellung  im Rahmen des World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 mit einer exklusive Auswahl der Schönsten Deutschen Bücher aus sechs Jahrzehnten.

Die Jubiläumsausstellung gibt einen umfassenden Einblick in die Entwicklung der Buchgestaltung und dokumentiert die kulturelle Bedeutung des Buches als ästhetisches Objekt. Im Museum werden sowohl historische als auch zeitgenössische Werke präsentiert, die die Vielfalt und Innovation der letzten 60 Jahre widerspiegeln.

Ein unabhängiges Auswahlkuratorium, bestehend aus Experten aus den Bereichen Buchgestaltung und Buchherstellung, Literatur, Kunst, Fachbuch sowie Kinder- und Jugendbuch, hat die Exponate aus dem umfangreichen Archiv der Stiftung in Frankfurt ausgewählt. Diese vielseitige Auswahl verdeutlicht die kontinuierliche Auseinandersetzung mit den ästhetischen, sozialen und technologischen Entwicklungen der Buchgestaltung.

Mit dieser Ausstellung setzt die Stiftung Buchkunst nicht nur einen Blick zurück auf ihre eigene Geschichte, sondern setzt auch einen wichtigen Impuls für die Zukunft der Buchgestaltung und deren kulturelle Bedeutung im digitalen Zeitalter.

5. September - 1. November 2026
Museum Angewandte Kunst
Frankfurt am Main

Montag, 10. August 2026

Auktion antiquarischer Bücher Nr. 4

Der ursprünglich im Programm des Leipziger Bibliophilen-Abend angekündigte Tausch- und Kaufmarkt entfällt, an dessen Stelle tritt eine Auktion antiquarischer Bücher Nr. 4 (bibliophile und nützliche Bücher). Die Auktionsliste ist auf den Seiten des LBA einsehbar ab Ende August 2026.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, es erfolgt keine Rechnungslegung, Karten- oder elektronische Zahlung ist nicht möglich.

6. Oktober 2026
Besichtigung: 17 Uhr
Versteigerung: 19 Uhr

Haus des Buches | Literaturhaus Leipzig
Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig

cyan – work 1990–2025

Anlässlich einer umfassenden Ausstellung erschienen, präsentiert die 784-seitige Monografie „cyan – work 1990–2025“ in einer dichten visuellen Inszenierung das Schaffen des gleichnamigen Berliner Grafikbüros.
Die Bandbreite der vielfach preisgekrönten Corporate-Identities, Plakate, Bücher, Zeitschriften und Websites zeugt dabei von einer unverwechselbaren gestalterischen Haltung, die die beiden Gründer*innen Daniela Haufe und Detlef Fiedler kontinuierlich weiterentwickeln.
Bereits der leuchtende Klappenumschlag der Monografie greift die farbstarke Vielfalt des Portfolios auf griffigem Naturpapier auf. In Kombination mit einem markanten Farbschnitt wird dabei eine beeindruckende objekthafte Präsenz erzeugt. Auf den Innenseiten reihen sich die Arbeiten unterschiedlicher Genres temporeich aneinander, wobei Papierwechsel für haptische Kontraste sorgen. Feine Details wie die sorgfältig gesetzten Seitenverweise verleihen dem großzügigen Layout zusätzliche Spannung, wobei sich die Jury insbesondere für die Angabe der prozentualen Repro-Skalierung begeisterte.
Und immer wieder begegnet dem Lesenden das Thema Farbe – sei es im Einsatz der Sonderfarbe Silber oder in der subtil farbwechselnden Fadenbindung. Besonders charmant und konsequent wirkt dabei sogar ein kleiner Korrekturaufkleber im Impressum. Auch dieser ist unübersehbar neonorange und beweist Mut zur Fehlerkultur.
Eine Werkschau, die nicht nur abbildet, sondern in ganzheitlich gedachter Buchgestaltung das gestalterische Selbstverständnis der Kreativen vermittelt. Oder aber, wie die Jury konstatierte: „Cyan at its best“.

(Bettina Schul)

cyan – work 1990–2025
Gestaltung: cyan / Daniela Haufe, Detlef Fiedler
Druck/Bindung: artron_art_printing

Sonntag, 9. August 2026

Tag des Buchliebhabers

Zum heutigen Tag des Buchliebhabers beginne ich – ich weiß nicht, zum wievielten Male – die Lektüre von E. T. A. Hoffmanns Das fremde Kind.
Diesmal begleitet mich eine besonders schöne, inzwischen mehr als hundert Jahre alte bibliophile Ausgabe: erschienen um 1921/22 im Wiener Verlag Paul Knepler, Wallishaussersche Buchhandlung, und ausgestattet mit zehn Original-Lithographien des Wiener Künstlers Ernst Huber.
Das winzige Bändchen, kaum größer als eine Handfläche, ist schon für sich ein kleines Kunstwerk. Besonders schön sind Hubers dunkelbraun gedruckte Lithographien: geheimnisvolle, fast traumartige Bilder, in denen die Grenzen zwischen Wald, Nacht, Wirklichkeit und Phantasie ebenso unsicher werden wie in Hoffmanns Märchen selbst.
Einen schöneren Anlass, Das fremde Kind wieder einmal aufzuschlagen, kann es für einen Buchliebhaber eigentlich kaum geben.

(Bernd Hesse, Erstveröffentlichung siehe hier)

neue Liste des Roten Antiquariats

Liebe Bücherfreundinnen und Bücherfreunde,

auch wenn die Zeiten alles andere als rosig sind, wollen wir natürlich nicht verzweifeln, wie es die für das Titelblatt verwendete Fotomontage von John Heartfield suggerieren könnte. Wir freuen uns stattdessen auf den antiquarischen Bücherherbst, der dieses Jahr früher anfängt und umfangreicher ausfällt. Vom 18. bis 20. September findet im Berliner Kronprinzenpalais die Rare Books Berlin statt, eine Antiquariatsmesse mit über 100 deutschen und internationalen Ausstellern. Auch wir nehmen an ihr teil. Ebenso an der Vintage Paper Berlin, die als neue Messe für Bücher, Grafik, Fotografie und Kunst auf Papier erstmalig am 18. und 19. September in der Alten Münze in Berlin-Mitte stattfindet. Es folgt am 10/11. Oktober die International Antiquarian Book Fair in Amsterdam auf der wir ebenfalls ausstellen. Und vom 25. bis 29. November sind wir dann in der Antiquariatsabteilung auf der Buch Wien zu finden. Es gibt diesen Herbst also viele Gele-genheiten, seltene Bücher zu sehen und zu finden. Die vorliegende Liste soll einen kleinen Vorgeschmack geben.
Wir hoffen auf reges Interesse und verbleiben mit besten Grüßen,
Christian Bartsch und die Kolleginnen vom Roten Antiquariat

Inhalt
ARCHITEKTUR / DESIGN
KUNST
KUNST - KULTUR - POLITIK NACH 1945
LITERATUR
EXIL-LITERATUR

Samstag, 8. August 2026

Ein Buch zum heutigen Weltkatzentag

Woran denkt ein Bücherfreund am Weltkatzentag? Natürlich an Kater Murr!

Das 1885 erschienene Kinderbuch "Kater Murr's Tagebuch" erzählt die Geschichte eines Katers, der mit seinen Streichen immer wieder für Turbulenzen sorgt.
Der Name des Katers knüpft an die berühmte Romanfigur aus E. T. A. Hoffmanns "Lebens-Ansichten des Katers Murr" an. Julius Lohmeyer erzählt seine Geschichte hier jedoch als eigenständiges Kinderbuch neu. Die farbigen Illustrationen stammen von Fedor Flinzer (1832–1911), der vor allem für seine humorvollen Tierdarstellungen bekannt war und sogar „Katzen-Raffael“ genannt wurde.

Das Exemplar wird heute in der Staatsbibliothek Bamberg aufbewahrt. Hier kann man darin weiterstöbern.

(Bayerische Staatsbibliothek)

Schatten auf dem Mond

Gestern war die Eröffnung der Ausstellung „Schatten auf dem Mond“ des ukrainischen Grafikkünstlers Konstantin Kalynovych im 3 Königinnen Palais auf Schloß Mirow.
Der Titel der Ausstellung verweist auf eines der zentralen Motive im Werk des Künstlers. Der Mond ist in Kalynovychs Arbeiten nicht nur ein Himmelskörper, sondern ein Symbol für Ruhe, Traum und die Distanz zum Alltag. Er ist ein wichtiger Bestandteil seiner Bildwelt und erscheint immer wieder in Werken aus verschiedenen Schaffensperioden.
In der Ausstellung werden rund 100 Werke der Druckgrafik präsentiert – Exlibris, Radierungen und PF verschiedener Jahre – sowie etwa 30 Aquarelle, Gouachen und Arbeiten in Mischtechnik. Die Ausstellung ermöglicht es, die Entwicklung des künstlerischen Schaffens nachzuvollziehen und dessen Vielfalt kennenzulernen.
Organisiert wird diese Ausstellung vom neuen Mitglied der Deutschen Exlibris-Gesellschaft Roman Demidov.
Zu Gast waren neben Utz Benkel auch die ukrainische (Exlibris-)Künstlerin Mariana Myroshnychenko und die Leiterin des Kultur- und Tourismusamtes der Stadt Drogobych, Iryna Partyka. Auch der Holzstecher Horst Brandenburg aus Greifswald war Gast dieser gelungenen Vernissage.

Ausstellung: 7. August – 31. Oktober 2026

3 Königinnen Palais
Schlossinsel 2a, 17252 Mirow