Donnerstag, 3. September 2026

Mainzer Minipressen-Messe pausiert 2027

© Börsenblatt / Kai Mühleck
Aufgrund der derzeitigen Haushaltssituation der Stadt Mainz sind alle Bereiche der Stadtverwaltung mit Sparmaßnahmen konfrontiert, die jeweils große Herausforderungen mit sich bringen. Die Verhandlungen über die Maßnahmen zur Konsolidierung des Haushaltes haben im Zusammenspiel mit organisatorischen Gründen ergeben, dass die Mainzer Minipressen-Messe im kommenden Jahr pausieren muss.

Zu unserem Bedauern müssen wir entsprechend mitteilen, dass die 28. Mainzer Minipressen-Messe 2027 nicht stattfinden wird. 
Die Ausschreibung des 24. V. O. Stomps-Preises 2027 ist hiervon ausdrücklich nicht betroffen. Der Bewerbungszeitraum wird wie gewohnt Anfang 2027 starten.

100 Sächsische Grafiken 2026 - Lob des Ungehorsams

Die 16. Grafikbiennale 100 Sächsische Grafiken 2026 steht unter dem Motto „Lob des Ungehorsams“.

Zum diesjährigen Wettbewerb hatten 113 Künstlerinnen und Künstler 304 Arbeiten eingereicht. Von der Jury ausgewählt wurden Werke von 66 Künstlerinnen und Künstlern. Dank großzügiger Spenden können fünf Preise für herausragende Arbeiten vergeben werden. In der Ausstellung wird darüber hinaus ein Publikumspreis vergeben, dessen Trägerin wir zur Finissage bekanntgeben werden.
von Steffen Büchner zur Grafikbiennale eingereichte Arbeiten
Die 16. Biennale sächsischer Druckgrafik lenkt mit ihrem Leitthema den Blick auf aktuelle Herausforderungen für die eigene Urteilsbildung in gesellschaftlichen Prozessen. Mehr denn je sind emanzipierte Haltungen gefragt. 100 Arbeiten geben 100 Perspektiven.
Die druckgrafische Szene in Sachsen entfaltete in den letzten Jahren eine enorme Dynamik, dank der vielen Werkstätten, dem wieder entstehenden Markt für Druckgrafik und den beiden Hochschulen des Landes. Die Ausstellung gibt einen breiten Spiegel des aktuellen Geschehens quer durch die Generationen.

Vernissage und Preisverleihung: 8. September 2026, 19:30 Uhr, Einführung: Mathias Lindner, Jurymitglied
Ausstellung: 8. September - 22. November 2026

Neue Sächsische Galerie
Neue Chemnitzer Kunsthütte e.V.
Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz

Mittwoch, 2. September 2026

Hanif Lehmann Malerei & Grafik

Der im September 2011 in der Überzeugung gegründete Verein Goldbergkunst, dass Kunst und Kultur eine eigene Beiträge zum Leben aller Menschen leisten und die Lebensqualitäten in unserer Region nachhalten verbessen kann, lädt ein zur Ausstellung „Hanif Lehmann Malerei & Grafik“,
Die Galerie ist am Wochenende von von 14 Uhr bis 17 Uhr und nach vorheriger Absprache geöffnet.

Eröffnung 4. September 2026

Galerie Goldbergkunst
Lange Straße 76, 19399 Goldberg

Aktuell von den Bücherkindern Brandenburg

Eben ist der Entwurf zum Bucheinband des diesjährigen Projekts der Bücherkinder Brandenburg eingetroffen, den Henry Günther immer wieder so hochwertig gestaltet.
(Armin Schubert)
Foto: Armin Schubert

Die Bücherlinder Brandenburg werden auf der Rare Books Berlin am Samstag, 19. September 2026 Texte zu Marlene Dietrich, Mascha Kaleko, Margot Friedländer und Christa Wolf lesen.

18. - 20. September 2026
Rare Books Berlin
Kronprinzenpalais, Unter den Linden 3, 10717 Berlin

Erna Friedländer für Gianni Mantero

Das Exlibris des Monats September von Erna Friedlander (1890-1979) macht von Beginn an klar: Stillstand ist keine Option. Die dargestellte Figur steht, dreht oder springt nicht einfach – sie scheint mitten in einem Bewegungsversuch ertappt worden zu sein, als hätte jemand genau im falschen Moment das Licht angemacht und auf den Auslöser gedrückt! Der Linolschnitt ist kantig, kontrastreich und wenig interessiert an anatomischer Korrektheit. Gezielt gesetzte Farbtupfer heitern die Stimmung auf. Hier passiert etwas, man wacht auf als Betrachter und es entweicht ein überraschtes „Nanu“.

Das überrascht nicht, wenn man von Friedländers Nähe zur Laban‑Bewegung weiß, der sie auch angehörte. Rudolf von Labans Lehre stellte Bewegung, Raum, Rhythmus und Körperspannung ins Zentrum. Genau das scheint dieses Exlibris zu testen:
Wie viel Bewegung passt eigentlich auf eine kleine Druckfläche? Die Figur denkt nicht in Posen, sondern in Energie. Arme, Rumpf und Kopf folgen keiner Ordnung, sondern einem inneren Rhythmus. Wer hier Halt sucht, sucht vergeblich – aber ich glaube das war ganz im Sinne der Künstlerin.

Zeitlich entsteht das Exlibris in den 1930er Jahren, also in einem Umfeld, das insgesamt, untertreibend ausgedrückt, eher nervös als entspannt war. Friedlander lebt als jüdische Künstlerin im faschistischen Italien, moderne Kunst steht politisch unter Beobachtung, und die Zukunft ist alles andere als planbar. Ausdruck, Spannung und leichte Unruhe wirken da weniger wie Stilmittel als wie eine realistische Bestandsaufnahme. Dass der Expressionismus hier mitmischt, versteht sich fast von selbst: Verzerrung ist keine Marotte, sondern Methode.

Auftraggeber war Gianni Mantero, ein erfolgreicher Architekt aus Como und passionierter Exlibris‑Sammler. Dass ausgerechnet für ihn ein Motiv entsteht, das so wenig nach mathematischer Ordnung aussieht, hat seinen eigenen Charme. Vielleicht war das Exlibris auch als kleiner Gegenakzent gedacht – ein Stück kontrollierte Unordnung für die private Sammlung, ein Körper in Bewegung zwischen all den ruhenden Akten und ästhetischen Damen. Sicher dürfte dieses Blatt, würden die anderen Exlibris leben, spöttische Blicke auf sich gezogen haben – eine zürnende Athene, eine verbitterte Leda oder eine verächtlich dreinschauende Venus.

Und schließlich der größere kulturelle Skandal: In den 1920er Jahren hatten neue Tanzformen und Bühnenauftritte – man denke an Berlin und an Josephine Baker – den Blick auf den menschlichen Körper kräftig aufgemöbelt. Ob Friedlander konkret daran dachte, bleibt offen. Aber das Exlibris bewegt sich deutlich in einem Klima, in dem der weibliche Körper nicht mehr still, brav, folgsam oder eindeutig sein musste. Dieses Exlibris jedenfalls hält sich nicht zurück – und tanzt gedanklich weiter, selbst wenn das Buch längst geschlossen ist.

(Tomas Ostermann)

Dienstag, 1. September 2026

Herbert Kästner zum 90.

Herbert Kästner, wegweisendes Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft im Kulturbund der DDR und langjähriger Vorsitzender des Leipziger Bibliophilen Abend, feiert heute seinen 90. Geburtstag.
Herbert Kästner in der Forschungsbibliothek auf Schloss Friedenstein, Gotha, Sept. 2023
Über viele Jahre hinweg hat Herbert Kästner mit einem besonderen Engagement und großem Fachwissen für das Buch die bibliophilen Traditionen gepflegt und weiterentwickelt. Er hat damit, nicht nur vor 1989 bei Bücherfreunden in der DDR, sondern schon immer in der gesamten deutschen Bibliophilen-Gemeinschaft und darüber hinaus bleibende Spuren hinterlassen. Neben seinen, für Sammler, Bibliotheken und Antiquare wichtigen Arbeiten sind es insbesondere die in seiner Amtszeit als Vorsitzender der wieder gegründeten Regionalgesellschaft entstandenen Pressendrucke und Jahresgaben des Leipziger Bibliophilen Abend, die bleibende Höhepunkte des buchkünstlerischen Schaffens sind und ein Juwel in den Regalen aller Bücherfreunde, so dass man ohne Übertreibung sagen kann, dass sein Name geradewegs zum Synonym für Bibliophilie wurde.

Theodor Körners erster Brief ...

Bibliophiles des Monats September ist der Faksimile-Druck „Theodor Körners erster Brief vom 26. März 1811 an seine Eltern nach seiner Ankunft in Berlin“.
Damit wurde in diesem Monat eine Schrift gewählt, die den Teilnehmern der Gründungsveranstaltung des Berliner Bibliophilen-Abend am 12. Januar 1905 überreicht wurde und die einen Monat zuvor den Teilnehmern der Generalversammlung der Gesellschaft der Bibliophilen aus Anlass ihrer Generalversammlung in Berlin am Sonntag, dem 18. Dezember 1904 von Ernst Frensdorff, dem späteren Schriftführer des BBA, gewidmet wurde.
Sie erschien 1904 in Berlin und besteht aus 2 broschierten Blättern in Kordelbindung im Format 8° (21 x 13,5 cm).
Dieser Titel ist die erste Gabe des Berliner Bibliophilen-Abend, zu dessen Gründung sich 27 Mitglieder in den Frederichs Weinstuben in der Potsdamer Str. zusammengefunden haben und wird zur internationalen Antiquariatsmesse, der Rare Books Berlin, im Kronprinzenpalais gezeigt.

Montag, 31. August 2026

Sammlermorgen der AIB

Das Kolloquium der Association Internationale des Bibliophiles wird dieses Jahr von Prof. Jacques Berchtold, Pierre Boillat und Dr. Alex Rübel organisiert, die Teilnahme ist Mitgliedern der AIB vorbehalten. Es dauert vom 20.9. – 26.9.26 und findet in Genf statt. Zum Abschluss findet ein Sammlermorgen der AIB statt, zu dem auch die Schweizer Bibliophilen eingeladen sind.
Folgende Schweizer Sammler werden Ihre Schätze zeigen:
  • Nicolas Ducimetière
  • Fondation Barbier-Mueller pour l’étude de la Poésie italienne de la Renaissance (Université de Génève)
  • Collection Diane Barbier-Mueller
  • Einbandsammlung von Hans Burkhardt
  • Struwwelpeter-Sammlung Hasso und Dominique Böhme
  • Sammlung Klaus Wellershoff
  • Sammlung Gertrud und Marcus Benz
Daneben offerieren Schweizer Buchhändler in einem zweiten Raum ihre schönsten Bücher.

Sammlermorgen: 26. September 2026, 9.30 Uhr, Anmeldung erforderlich

Musée national suisse du Château de Prangins
Avenue Général Guiguer 3, 1197 Prangins

7. Aschaffenburger BuchKunstSalon

Messen sind für die Buchkunst weit mehr als reine Verkaufsveranstaltungen. Sie sind wichtige Treffpunkte für Künstlerinnen und Künstler, Sammlerinnen und Sammler, Verlage und alle, die sich für besondere Bücher, Grafik und Druckkunst begeistern. Hier entstehen Kontakte, neue Projekte und nicht selten langjährige Verbindungen.
Aus diesem Gedanken heraus riefen die Künstlerin Susanne Theumer, der Künstler Frank Eißner und Bernhard Hench im Jahr 2020 den Aschaffenburger BuchKunstSalon ins Leben. Seitdem findet er jedes Jahr parallel zur Frankfurter Buchmesse von Freitag bis Sonntag statt. Der BuchKunstSalon setzt bewusst auf persönliche Begegnungen, handwerkliche Qualität, künstlerische Individualität und den direkten Austausch zwischen Kunstschaffenden und Publikum.

Der 7. Aschaffenburger BuchKunstSalon zieht vom bisherigen Ort im Café Krèm in die frühere Pumpenfabrik, der nun für kulturelle Zwecke genutzt wird. Auch die Teilnehmer-Liste ist noch ein bisschen illustrer geworden. So kommt Katrin Stangl, die aktuelle Hans-Meid-Preisträgerin aus Köln, und aus Leipzig kommt der Bibliophilen-Abend mit seinen hochwertigen Pressendrucken. Mit The Bear Press, dem Verlag Thomas Reche, der Berliner edition wasser im turm, dem Papierkünstler John Gerard und der Sascha Juritz-Pawel-Pan-Presse ist die Buchkunst bestens vertreten, ebenso wie von Künstlern Urte von Maltzahn-Lietz und Inka Grebner.
Die Büchergilde Gutenberg ist ebenfalls vertreten und zeigt Arbeiten von Peter Zaumseil, Antje Wichtrey, Gerda Lepke, Hans Ticha, Klaus Süß und Klaus Raasch.

9. - 11. Oktober 2026
Pumpenfabrik
Podium 30A, Würzburger Straße 30 A, Aschaffenburg

Sonntag, 30. August 2026

F. K. Waechter und Philip Waechter. Väter und Söhne III

Die Ausstellung "F.K. Waechter und Philip Waechter" vereint das Schaffen zweier Ausnahmekünstler, die sich stilistisch und inhaltlich sehr voneinander unterscheiden. Vereint sind beide Generationen in ihrem Anspruch (junge) Lesende aktiv in das Genre "Buch" einzubeziehen und so im wahrsten Sinne des Wortes zum künstlerischen "Mitdenken" zu animieren.
F.K. Waechter wird am 3. November 1937 in Danzig geboren. Nach seiner Ausbildung zum Grafiker in Hamburg wechselt er nach Frankfurt a.M., wird Chefgrafiker der Zeitschrift "Pardon" und Ende der 1970er Jahre Mitherausgeber des Satiremagazins "Titanic". Spätestens jetzt zählt F.K. Waechter zu einem der Hauptakteure der Neuen Frankfurter Schule und zu einem der eigenwilligsten Komik-Produzenten im deutschsprachigen Raum. 1970 erscheint das Buch Der Anti-Struwwelpeter, das zunächst nicht als Kinderbuch gedacht war, mit der aufkommenden antiautoritären Erziehung aber als neues Buch für Kinder gefeiert wird. Es folgen weitere Kinderbücher, die auf dem etablierten Markt ins Auge stechen, da sie ganz neue Aspekte in die deutsche Bilderbuchlandschaft mit einbringen: den kreativ spielerischen Umgang mit Bildern, der erstmalig auch direkt im Buch umgesetzt werden darf.
Philip Waechter
Wie bei seinem Vater steht auch beim Sohn das Kind im Mittelpunkt des Interesses - und wird ernst genommen. 1968 wird Philip Waechter in Frankfurt a.M. geboren und studiert Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Illustration an der Fachhochschule Mainz. 1995 veröffentlicht er sein erstes Buch und zeichnet und schreibt seither mit großem Erfolg Bilderbücher, Kinderbücher und Comics vor allem für Kinder - aber auch für Erwachsene. 1999 gründet er mit Anke Kuhl, Moni Port und anderen Künstlern die Labor Ateliergemeinschaft, der er bis heute angehört. Inhaltlich wie stilistisch gilt Philip Waechter als Feingeist unter den Illustratoren, dessen Bilder und Texte sich durch einen unterschwelligen Humor und eine große Liebenswürdigkeit der Protagonisten auszeichnen. Das große Glück im Kleinen zu finden - dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch zahlreiche seiner Werke.

Ausstellungseröffnung: 13. September 2026, 15 Uhr, Interview mit Philip Waechter und Benno Hennig von Lange, Literaturhaus Frankfurt, im Anschluss liest Philip Waechter
Ausstellung: F. K. Waechter: 13. September 2026 bis 29. November 2026
Philip Waechter: 13. September 2026 bis Januar 2027

Bilderbuchmuseum Troisdorf
Burgallee 1, 53840 Troisdorf

Der 263. Frankfurter Grafikbrief

Diesmal mit den Beiträgen
  • Eine künstlerische Urgewalt wird 75. Klaus Süß
  • Atelierbesuch bei Gerda Lepke in Gera
  • Der Grafikkalender im Sack für 2024
  • Danke Klaus Raasch. 28. Januar 1960 - 6. Juni 2026
  • Neue Kabinett-Ausstellung Am Salzhaus: Peter Zaumseil
  • Hans-Meid-Preis für Katrin Stangl
  • Der 7. Aschaffenburger Buchkunstsalon. Jetzt in der ehemaligen Pumpenfabrik!
  • Wer hat den Baselitz auf den Kopf gestellt?
Grafikbrief aufrufen durch Klick auf die Abb.

Samstag, 29. August 2026

Reading-Party am Alexanderplatz

Lesen macht Spaß, Lesen verbindet, Lesen öffnet Welten – und Lesen braucht Platz. Am 6. September ist "Lies-ein-Buch-Tag".
Mit einem Flashmob setzen Berliner Öffentlichen Bibliotheken ein Zeichen in den Aktionswochen von BerlinIstKultur, denn Kinder und Erwachsene brauchen gut ausgestattete Bibliotheken und eine neue Bibliothek für alle - Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin braucht ein neues Haus. Aktuell ist sie auf zwei Häuser verteilt, die marode sind und aus allen Nähten platzen. Am Alexanderplatz (im aktuellen Galeria-Gebäude) gibt es Platz. Dort könnte Berlin endlich eine moderne Zentralbibliothek bekommen. Dafür setzen wir ein Zeichen!

14:00 Uhr – Kinder-Lese-Orchester
Alle Kinder lesen gleichzeitig laut aus ihrem Lieblingsbuch und werden zum Lese-Orchester. Moderiert von Tina Kemnitz. Auf alle teilnehmenden Kinder warten kleine und große Überraschungen.

14:30 Uhr – Silent Reading Party
Im Anschluss wird es leise: Eine Stunde gemeinsames, ungestörtes Lesen – in Gemeinschaft und trotzdem jede Person für sich. Wir sorgen für eine gemütliche Atmosphäre. Ein Buch kann man mitbringen oder vor Ort ausleihen.

6. September 2026, 14 Uhr
Alexanderplatz, Brunnen der Völkerfreundschaft

Freitag, 28. August 2026

Treffen der Schweizerische Bibliophilen

Die Schweizerische Bibliophilen besichtigten gestern im Auktionshaus Kornfeld Kunstwerke aus der Privatsammlung von Eberhard W. Kornfeld, die in der September-Auktion zur Auktion kommen.
Vorgestellt wurden neben Kunstwerken auch seltene Kunstbücher aus dessen Sammlung.

Das Auktionshaus Kornfeld in Bern unterhält neu eine Repräsentanz in Zürich.

mini MAXI Print Teil 1 2026

Die Ausstellung Mini Maxi Print Teil 1 Berlin 2026 kehrt mit einer weiteren Ausgabe zurück.
Die Ausstellung erkundet weiterhin die Bandbreite des Mediums Druck und kombiniert intime, kleinformatige Werke mit kühnen, großformatigen Arbeiten. Im Laufe der Jahre hat sie sich zu einer unserer wichtigsten jährlichen Ausstellungen entwickelt, die aufstrebende Talente und etablierte Künstler aus ganz Europa und darüber hinaus zusammenbringt.


Für das Jahr 2026 umfasst die Ausstellung 52 Grafikkünstler und mehrere eingeladene Bildhauer und Keramiker und bietet ein umfassendes Spektrum von Mini bis Maxi.

Eröffnung: 7. Oktober 2026, 19 Uhr
Ausstellung: 7. Oktober - 22. Dezember

GALLERI HEIKE ARNDT DK
Voigtstrasse 12, 10247 Berlin - Friedrichshain

Donnerstag, 27. August 2026

Berliner Buchhandelspreis ab 2027

Einen Monat vor der Berlin-Wahl versucht die SPD (in der Prognose derzeit nur noch bei 13 %) nochmals zu punkten - die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe unter Leitung von Franziska Giffey (SPD) lobt einen neuen Preis für die Berliner Buchbranche aus.

Mit diesem Berliner Buchhandlungspreis werden ab 2027 jährlich unabhängige Buchhandlungen aus Berlin geehrt, die mit ihrem ausgewählten Sortiment, mit ihrem Unternehmenskonzept oder ihrem kulturellen Veranstaltungsprogramm überzeugen. Jährlich sollen sechs unabhängige, inhaber- oder genossenschaftlich geführte Buchhandlungen mit maximal fünf Filialen, die ihren Firmensitz in Berlin haben und deren Jahresumsatz unter 1 Millionen Euro liegt, geehrt werden.

Für die Ausrichtung des ersten Preisjahrgangs 2027 sowie die initiale Vorbereitung in diesem Jahr stellt die Senatsverwaltung insgesamt 125.000 Euro bereit.

(siehe auch Lesen hilft)

Mittwoch, 26. August 2026

Unvergessen: Werner Klemke - Der Mann, der den Büchern der DDR ein Gesicht gab

Heute vor 32 Jahren, am 26. August 1994, starb Werner Klemke, Gründungsmitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, in Berlin. Geboren wurde er am 12. März 1917.
Werner Klemke gehörte zu den Künstlern, die das Erscheinungsbild von Büchern und Zeitschriften in der DDR über Jahrzehnte mitprägten. Er war Grafiker, Buchillustrator und Professor an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Von 1954 bis 1989 gestaltete er die Titelseiten der Zeitschrift „Das Magazin“ und war auch der Schöpfer des berühmten kleinen Magazin-Katers. Für seine Arbeiten erhielt er unter anderem dreimal den Nationalpreis der DDR.
Klemke illustrierte Bücher für Kinder ebenso wie große Werke der Weltliteratur. Boccaccio, Cervantes, Brecht und viele andere bekamen durch seine Feder eine ganz eigene Handschrift. Seine Zeichnungen waren oft leicht, lebendig, manchmal verschmitzt und trotzdem mit erstaunlich wenigen Strichen auf den Punkt gebracht. Man musste nicht erst auf den Namen des Illustrators schauen. Bei vielen seiner Arbeiten wusste man einfach: Das könnte ein Klemke sein.
Und genau an dieser Stelle schließt sich für mich ein ganz persönlicher Kreis.
Wer mein Buch DDR 2.0 - Was wäre, wenn wir geblieben wären? irgendwann zum ersten Mal in der Hand hält, soll nämlich nicht nur eine Geschichte über eine DDR lesen, die niemals verschwunden ist. Ich wollte, dass sich bereits das Buch selbst ein wenig so anfühlt, als wäre es irgendwann um 1970 herum entstanden.
Deshalb habe ich mich bei der gesamten Gestaltung bewusst an dieser Zeit orientiert. Das Papier, die Schrift, die Initialen am Anfang der Kapitel, die kleinen Vignetten und schließlich die insgesamt 40 Zeichnungen im Buch. Diese Illustrationen wurden im Grundstil jener klassischen DDR-Buchgrafik entwickelt, für die Künstler wie Werner Klemke stehen.
Die Bilder, von denen ihr hier einige Beispiele seht, sollen eben nicht aussehen wie moderne Hochglanzillustrationen aus dem Computer. Sie sollen wirken, als hätte ein Zeichner mit Feder und Tusche am Tisch gesessen und anschließend wären sie auf leicht vergilbtem Papier in einem DDR-Verlag gedruckt worden.
Das war für mich von Anfang an wichtig. Ich wollte kein modernes Buch, auf dessen Umschlag zufällig „DDR“ steht. Ich wollte versuchen, ein Buch zu schaffen, bei dem man beim Aufschlagen für einen kurzen Moment denkt: Das könnte seit 50 Jahren in meinem Bücherschrank stehen.
Und vielleicht ist genau das auch eine schöne Form der Erinnerung an Menschen wie Werner Klemke. Nicht indem man ihre Arbeiten einfach kopiert, sondern indem man sich daran erinnert, welche Wärme, welchen Humor und welche unverwechselbare Handschrift solche Zeichnungen einem Buch geben konnten.
Wenn ihr also irgendwann im Dezember mein Buch aufschlagt und euch eine dieser Zeichnungen irgendwie bekannt vorkommt, obwohl ihr sie garantiert noch nie gesehen habt, dann ist genau das beabsichtigt.
Werner Klemke starb heute vor 32 Jahren. Seine Bilder aber stehen noch immer in unzähligen Bücherregalen. Manchmal ziemlich gut versteckt zwischen zwei Buchdeckeln. Und vielleicht ist das für einen Buchillustrator ohnehin die schönste Form von Unsterblichkeit.

Das „DDR 2.0 - Was wäre, wenn wir geblieben wären“ erscheint in der ersten Dezemberwoche 2026 und kann bereits jetzt vorbestellt werden.

(Holger Jacob)

Japan auf Papier

Utamaro, Hokusai, Hiroshige und die Grafik der Moderne

Tōshūsai Sharaku, Der Kabuki-Schauspieler
Iwai Hanshirō IV in der Rolle der Amme
Shigenoi, 1794, © Kupferstich-Kabinett
Foto: Caterina Miksch
Alltag und Mythos, Eleganz und Witz, Fantasie und Naturbeobachtung – der japanische Farbholzschnitt enthält alle Facetten des Lebens. Utamaro entwarf in feinen Linien Frauengestalten, Hokusai hielt das Alltägliche mit scharfem Blick fest, Hiroshige gestaltete in seinen Landschaften mit innovativen Farbkompositionen und Perspektiven. Jedes Werk wurde in Teamwork hergestellt: Künstler, Schnitzer, Drucker und Verleger schufen gemeinsam die Holzschnitte, die je nach Auflage und Auftraggeber kostbare Sammlerstücke oder erschwingliche Drucke für viele sein konnten.

Das Kupferstich-Kabinett sammelt japanische Kunst auf Papier seit fast 300 Jahren – es ist eine der bedeutendsten, aber kaum bekannten Sammlungen Deutschlands. Gemeinsam mit Forschungspartnern aus Japan und der Schweiz wurde ihre Geschichte aufgearbeitet, die Werke digitalisiert und restauriert. Die aktuelle Ausstellung präsentiert eine Auswahl aus diesem Bestand von über 10.000 Objekten – viele der Werke sind hier zum ersten Mal zu sehen.

Die japanischen Arbeiten stehen jenen internationaler Künstlerinnen und Künstler gegenüber, darunter James McNeill Whistler, Henri de Toulouse-Lautrec, Edvard Munch, Emil Orlik und Mary Cassatt: Sie ließen sich durch die japanische Kunst inspirieren – experimentierten mit grafischen Techniken, entdeckten die Ausdruckskraft der Reduktion, erforschten radikale Wege der Bildkomposition. Dieser Dialog hat die Kunst der Moderne nachhaltig geprägt und wirkt bis heute fort.

Ausstellung: 26. Juni - 20. September 2026
Kupferstichkabinett
Residenzschloss Dresden

Dienstag, 25. August 2026

9. Braunschweiger Antiquariatsmarkt

Auch in diesem Jahr erwartet der Braunschweiger Antiquariatsmarkt wieder alle Bibliophilen, Lesefreudigen und Wissbegierigen.
In Kooperation mit dem Braunschweigischen Landesmuseum laden diesmal alle neun Braunschweiger Antiquariate ein. Bereichert wird die Verkaufsausstellung wieder durch drei Stände aus Bargfeld (Hermann Wiedenroth), Hannover (Joachim Wilder) und Hildesheim (Dr. Lothar Hennighaus).
Neu dabei ist die Braunschweiger Buchbinderei Zerbst, die demnächst auf 75 Jahre des Bestehens zurückblickt und bei uns ihr traditionsreiches Handwerk vorstellen wird.
Die Antiquariate präsentieren eine Auswahl aus ihren Schätzen – Raritäten, alte und neuere Bücher, Karten, Graphik und Papierantiquitäten. Angeboten werden unterschiedlichste Druckwerke: Literatur, Erstausgaben, signierte und illustrierte Bücher sowie Widmungsexemplare, Reiseberichte, Wissenschafts- und Geistesgeschichte, Kinderwelten, Orts- und Landeskunde, Natur und Technik, Kunst und Kultur, Geschichte und Politik.

Im gleichen Gebäude sind auch die sehenswerte Dauerausstellung "Ein Teil von uns. Deutsch-jüdische Geschichten aus Niedersachsen" und die Präsentation "Aufbruch im Umbruch. Das Braunschweigische Land 1946 bis 1972" zu betrachten, erarbeitet von der AG Heimatpflege der Braunschweigischen Landschaft e.V.
Leider war aus museumsinternen Gründen nicht zu ändern, dass der Antiquariatsmarkt am gleichen Wochenende wie die Rare Books Berlin und die Vintage Paper Berlin stattfindet.

(Ursula Saile-HaedickeVersandantiquariat Tills Bücherwege)

9. Braunschweiger Antiquariatsmarkt: 19. September 2026, 10 bis 17:30 Uhr
im Dormitorium-Saal des Landesmuseums
Hinter Aegidien, 38100 Braunschweig

bei anderen gelesen

Warum nicht auch „Hesses Herrenunterhosen“ oder den „Habermas-Hüftslip“?
[...] Viele Jahrzehnte lang war der Suhrkamp Verlag eine Institution der Bundesrepublik. Seine Autoren bestimmten immer wieder den öffentlichen Diskurs. Seit geraumer Zeit befindet sich der Verlag im Niedergang. Finanziell sieht es ebenfalls düster aus. Kurzum: Suhrkamp geht es nicht gut. 
[...] um die Schieflage auszugleichen [sollte ...] das Sortiment des Hauses durch buchfremde Produkte erweiter[t werden]. Auf der Webseite des Suhrkamp-Verlags kann man seit einiger Zeit „Michel-Foucault-Badeschlappen“ [...] erwerben. Der Einfall ist genial, wenn auch nicht niveauvoll. 
[...] Landgrebe sollte aus seiner Idee eine neue Reihe entwickeln: „edition suhrkamp körpernah“.
Sie könnte beginnen mit: „Brecht-Bettwäsche – damit auch der gute Mensch von Sezuan irgendwann mal schlafen kann“. Folgen sollten: „Hesses Herrenunterhosen – aus der streng limitierten Reihe ‘Unterm Rad’“, „Peter-Handke-Handtuch – die Angst des Tormanns vor der Nasszelle“, „Adorno-Achselshirt – Minima Moralia, maxima Transpiralia“, „Habermas-Hüftslip – herrschaftsfreier Diskurs, körpernah“, „Allendes Alpakasocken – magischer Realismus gegen kalte Füße“ und „Treichels Turteltäschchen – für diskrete Dichterromanzen auf der Leipziger Buchmesse“.
[...]
(Jacques Schuster, Welt am Sonntag, 23. Aug. 2026)

Montag, 24. August 2026

Restaurierung einer Erasmus-Postille von 1552

Das obere Kapitalband und eine Schließe sowie die gesamte Ecke unten rechts am vorderen Buchenholzdeckel fehlten. Außerdem waren beide Deckel der Länge nach komplett durchgebrochen.
Nach dem sorgfältigen Waschen aller Seiten mussten anschließend noch zahlreiche Papierreparaturen durchgeführt werden.
Glücklicherweise ließen sich die zerbrochenen Buchenholzdeckel mit Tischlerleim fest zusammenkleben. Um die fehlende Ecke zu rekonstruieren, nagelte ich ein gleich dickes Buchenholzbrett an die Unterseite der beschädigten Ecke. Anschließend konnte ich die beschädigte Ecke mit einer Laubsäge in einem Arbeitsgang sauber absägen und gleichzeitig die fehlende Ecke herstellen, die dann an den Deckel geklebt werden konnte. Der geschwungene Verlauf der Verbindung sorgt für eine hohe Verdrehsicherheit der Ecke, obwohl die beiden Holzstücke nicht überall lückenlos aneinanderliegen.
Das fehlende Kapitalband wurde durch ein neues ersetzt, das mit hellbraunem und grünem Garn genäht wurde, um dem Original so ähnlich wie möglich zu sehen.
Da ich keinerlei Erfahrung mit Metallbearbeitung habe, bestand meine größte Herausforderung darin, eine Replik der Schließe anzufertigen. Ich konnte eine Kopie aus einer 1 mm dicken Messingplatte sägen lassen, deren Kanten glatt gefeilt wurden. Mit einem Metallstichel versuchte ich, das Ziermuster so gut wie möglich nachzubilden. Die Ringe um die Nietlöcher wurden durch leichtes Klopfen mit einem Hammer auf eine um das Loch gelegte Mutter geprägt. Nach dem Bräunen mit gekaufter Bräunungsflüssigkeit war das Ergebnis zufriedenstellend.
(Erik Bjerregaard Pedersen)