Montag, 9. März 2026

Lesen hilft!

Drei unabhängige Buchhandlungen (Buchladen zur schwankenden Weltkugel in Berlin, Golden Shop in Bremen, Rote Straße in Göttingen) wurden durch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) ohne substanzielle Begründung vom Deutschen Buchhandlungspreis gestrichen.

Die Jury des Deutschen Buchhandlungspreises distanziert sich vom Ausschluss der drei Buchhandlungen, der außerhalb ihres Einflussbereichs lag. Buchhandlungen sollten als "Orte der Meinungsbildung und der gelebten Meinungsfreiheit" durch den Preis in ihrer Vielfalt und Breite sichtbar gemacht werden.

Die betroffenen Buchhandlungen wehren sich nun rechtlich gegen diese beispiellose politische Einflussnahme. Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Hilfe (Anwaltskosten sind hoch) durch Klick auf die Abb.

Lesungen auf der Leipziger Antiquariatsmesse

In der Leseecke der 32. Antiquariatsmesse in Leipzig berichtet der Drucker von Conrad Felixmüller, Hans-Jürgen Wilke, am Donnerstag über seine Zusammenarbeit mit dem Künstler in den 1970er Jahren und darüber, wie  das heutige Mitglied des Berliner Bibliophilen Abend und der Pirckheimer-Gesellschaft seinerzeit dadurch zum Sammeln angeregt wurde.
Ausstellung aus der Sammlung Wilke zum 125. Geburtstag von Conrad Felixmüller in der Berlinische Galerie 
Und am Sonnabend liest der ehemalige langjährige Aussteller der Leipziger Antiguariatsmesse Wolfgang Neubert aus seinem Boch "50 Jahre unterwegs mit Büchern. Erinnerungen eines Antiquars und Sammlers.".
Diese Erinnerungen wurden von der Pirckheimer-Gesellschaft 2025 als Jahresgabe in 750 Exemplaren herausgegeben, darunter 60 Exemplare als nummerierte Vorzugsausgab mit einem handkolorierten Acrylstich von Egbert Herfurth. 

Vortrag Jürgen Wilke: 19. März 2026, 16 Uhr
Lesung Wolfgang Neubert: 21. März 2026, 15 Uhr

Leipziger Antiquariatsmesse: 19. - 22. März 2026
Countdown bis zum Start der Leipziger Buchmesse

Sonntag, 8. März 2026

StabiLiebling. Ein Spitzenstück. Zwei Tage. Ganz nah.

Gutenberg-Bibel, Bairische Landtafeln, Bußpsalmencodex Albrechts V. | © BSB
Die Bayerische Staatsbibliothek hütet und bewahrt in ihren Magazinen und Tresoren unzählige Spitzenstücke des schriftlichen und visuellen Kulturerbes der Menschheit: erlesene Handschriften – 14 von ihnen zählen zum UNESCO-Weltdokumentenerbe – kostbare Inkunabeln und alte Drucke, seltene Landkarten, Notensammlungen, Nachlässe berühmter Persönlichkeiten, Millionen historischer Fotos, spektakuläre Künstlerbücher, Orientalia, Hebraica und Asiatica von Weltrang und vieles mehr ...

Aufgrund strenger konservatorischer Vorgaben sind diese Schätze nur sehr selten öffentlich zu sehen. Für den StabiLiebling öffnet die Bayerische Staatsbibliothek ihre Tresore und präsentiert in ihrer Schatzkammer jeden Monat an zwei Tagen ein Spitzenstück aus den Sammlungen. Denn auch wenn alle gezeigten Werke detailliert in den Digitalen Sammlungen der Bibliothek betrachtet werden können, ersetzen diese Digitalisate nicht die Aura der Originale.

Die Präsentationsreihe startet am 11. und 12. März mit der weltberühmten Gutenberg-Bibel, gefolgt im April von den Bairischen Landtafeln von Philipp Apian, einer Ikone der altbayerischen Kartographie, und dem Bußpsalmencodex Albrechts V., der wohl schönsten Musikhandschrift der Welt, im Mai.

Portheim: sammeln & verzetteln.

Mag. Reinhard Buchberger, Experte für das „Alte Buch“ in der Wienbibliothek im Rathaus, spricht über „Die Bibliothek und der Zettelkatalog des Sammlers Max von Portheim in der Wienbibliothek“.
Der Portheim‑Katalog ist ein einmaliges Konvolut von rund 450.000–500.000 einzelnen Zetteln, das Max von Portheim (1857–1937) über mehr als vierzig Jahre zur theresianisch‑josephinischen Epoche zusammengetragen hat. Mag. Reinhard Buchberger führt in Entstehung, Aufbau und die Bedeutung dieses Quellenbestands ein und gibt Einblicke in Forschungsmöglichkeiten.

Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu einem Rundgang durch die Ausstellung „Rathaus Wien. Monument der Stadt“. Dort werde ich als Mitkurator einige Worte zur Ausstellung und zu kuratorischen Entscheidungen sprechen.

(Franz J. Gangelmayer)

18. März 2026, 17 Uhr

Wiener Rathaus
Wienbibliothek

Samstag, 7. März 2026

Aktionen zum Tag der Druckkunst

Der jährlich am 15. März stattfindende »Tag der Druckkunst« fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag – und bereits jetzt sind über 300 Aktivitäten auf der entsprechenden Webseite gelistet. Zahlreiche Mitglieder des Vereins für die Schwarze Kunst sind wieder dabei, nur wenige Beispiele: In München Offene Werkstatt beim Fliegenkopf und der Offizin August & Stehsatz, im Schwarzwald die Alpirsbacher Offizin und in der Alten Kaserne in Pirna zwei Gründungen von ehemaligen Walzstipendiatinnen: die Officina Arcana von Heike Schnotale und die Steindruckwerkstatt Tiziana von Olivia Christen. Bei der Vorbereitung dieses Newsletters stieß unsere Berliner Redakteurin auf eine Schauvorführung des Käthe-Kollwitz-Museums: Der Steindrucker Dietmar Liebsch hat die Steindruckpresse von 1866 sowie zwei Lithografiesteine von Käthe Kollwitz – ›Brot‹ (1924) und ›Mutter mit Jungen‹ (1933) – wiederentdeckt und druckfähig gemacht.
In Berlin beginnt die Würdigung des Tags der Druckkunst bereits heute mit einer Vernissage in der Berliner Grafik Studio Galerie, die auch Drucke der Pirckheimer Linde Bischof, Matthias Gubig und Bernd Friedrich vorstellt.

Freitag, 6. März 2026

Vernissage „Abschied von Freunden“

Heute wurde die Gedenkausstellung für den Künstler und Mitglied des Berliner Bibliophilen Abend miley (Michael Ley) „Abschied von Freunden“ eröffnet.
Peter Kurz (lks.), Irmtraud Jüttner (mitte), Udo Würtenberger (vorn)
Eröffnet wurde die Ausstellung, an der u.a. Mitglieder des BBA und der Pirckheimer-Gesellschaft teilnahmen, vom Galeriebetreiber und Pirckheimer Archi Galentz , der Verleger und Drucker Peter Kurz, der seit 40 Jahren mit miley viele gemeinsame Projekte verwirklichte, würdigte den Künstler und sein Schaffen in einer eindrucksvollen Rede.
lks.: Archi Galentz, Fotos © ad
Auf der Vernissage wurde auch Näheres zur Beisetzungsfeierlichkeit für Michael Ley bekannt gegeben.

Walzpostkarte № 14

Die Walzpostkarte № 14 für den Verein für die Schwarze Kunst wurde gestaltet von Marie-Luise Charlotte Weise.

Als Schriften wurden verwendet: Supergrotesk 12 p und 24 p dreiviertelfett, sowie die schmalfette Futura 240 p.
Gedruckt mit einer Grafix Handabzugspresse in der Manufraktur Willi Beck für Bleisatz und Buchdruck, Dachau.

Donnerstag, 5. März 2026

Kleinen Buchmesse im Neckartal

Am nächsten Wochenende findet bereits 18. Mal die Kleine Buchmesse im Neckartalsind statt.

Mittlerweile bereits zum dritten Mal ist Kulibri im Bürgerhaus „Zum Schwanen“ in Neckarsteinach zu Gast. Mit  zwei Lesungen gestaltet Kulibri das Programm mit, am Samstag stellt Yannick Dreßen (LetteraTour) seinen Roman "Meravigliosa Creatura" vor und am Sonntag poetisiert Julia Kulewatz die Besucher mit ihren Nachtgedichten.

7./8. März 2026

Bürgerhaus „Zum Schwanen“
69239 Neckarsteinach, Neckarstr. 42

Luttertaler Illustrierter Sonderdruck № 10

Ein kürzlich in meine dankenden Hände gelangtes kleines sechszehnseitige fadengeheftetes Heftchen mit einer kleinen Widmung ist es wert, hier als Bibliophiles außer der Reihe vorgestellt zu werden, der Luttertaler Illustrierter Sonderdruck № 10 mit dem Titel „Regeln für Umzüge. Aus gegebenem Anlass zusammengestellt von einem Schwieso“, erschienen 2003 in Bargfeld, Im Luttertal 113B in einer Auflage von 5 Exemplaren.
Das Heft (© Ulrich Goerdten) wurde, wie auf der letzten Seite vermerkt, „Geschrieben mit einem von Hans geschenkten Stift, auf Papier, das von Paul gerade mal nicht benötigt wurde, zur Stunde, da Susanne mit beiden an der frischen Luft war, an Pauls Eßplatz am großen Familientisch, mit Ideen, die vom Anblick eines behandschuhten Eiskratzers beflügelt wurden, über Themen von hoher Aktualität, weniger für uns, mehr für eine Nahestehende, von einem allzeit dankerfüllten, verehrungsvollen, hilfreiche Handreichungen ersinnenden Schwieso.
einen kleinen Einblick in die „Regeln für Umzüge“ erhält man durch Klick auf die Abbn.

Mittwoch, 4. März 2026

Jahrestagung 2026 der Österreichischen Exlibris-Gesellschaft

Die Tagung der Österreichischen Exlibris-Gesellschaft findet im Benediktinerstift Seitenstetten, im südwestlichen Niederösterreich, statt. Das Stift ist seit 1112 ein spirituelles Zentrum im „Mostviertel“ des Alpenvorlandes. Die eindrucksvolle Kunstsammlung des Stiftes umfasst Grafiken, Gemälde sowie Skulpturen von der Antike bis zur Gegenwart und ist eine der umfangreichsten Österreichs.
P. Martin Mayrhofer, Kustos des Stiftes und Mitglied der ÖEG, wird im Rahmen der Tagung durch die eindrucksvoll von ihm aufbereitete Stiftsgalerie führen.

25. - 27. September 2026
Benediktinerstift Seitenstetten

Crowdfunding „An den Marken meiner Tage“

Am 3. M#rz startete um 10 Uhr auf Havelcrowd ein Projekt zur Unterstützung der Bücherkinder Brandenburg.
Unter dem Titel „An den Marken meiner Tage“ beschäftigen sich die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in diesem Jahr unter anderem mit dem Leben und Wirken von Margot Friedländer und Marlene Dietrich – und gestalten ihr eigenes Buch.
Allein für Material- und Druckkosten werden 1.500 Euro benötigt, damit aus Ideen ein echtes Werk wird – eines, das bleibt. Jetzt, nach 24 Stunden war das Fundingziel von 2.000 Euro bereits zu 78 % erreicht, die Aktion verspricht also ein voller Erfolg zu werden.
das Projekt kann durch Klick auf die Abb. unterstützt werden
Für jede Spende ab 30 € legen die Stadtwerke noch einmal 30 € drauf! (Es lohnt sich also, einen angedachten größeren Betrag unter Familienmitgliedern und/oder Freunden aufzuteilen.)

Dienstag, 3. März 2026

Der "Höngger Bericht" von 1489 zum Waldmann-Handel

Das Buch des Monats März der Schweizerische Bibliophilen-Gesellschaft ist die Faksimile-Neuausgabe des "Höngger Bericht" von 1489 zum Waldmann-Handel.

Der Sturz des Zürcher Bürgermeisters Hans Waldmann (1435-1489) im April 1489, dessen Folter und Hinrichtung, gehört zu den dramatischen Höhepunkten der spätmittelalterlichen Zürcher und eidgenössischen Geschichte. Das wichtigste erhalten gebliebene Dokument dazu ist der sogenannte Höngger Bericht. Ein des Schreibens kundiger Mann aus der damaligen Bauerngemeinde Höngg war Augenzeuge und hat in lebendiger Sprache handschriftlich geschildert und auch selbst illustriert, was damals geschah. Der Zürcher Historiker mit Herkunft aus dem Maggiatal Ernst Gagliardi hat den Bericht in seiner Quellensammlung zum Waldmann-Handel 1911 veröffentlicht, und die Eigentümer-Familie hat ihn 1989 in fotografischer Wiedergabe publiziert, samt einem historischen Kommentar und einer Version in modernem Deutsch. Dieser Band ist längst vergriffen.
Jetzt legt die Zunft zur Waag eine neue Ausgabe vor. Die Digitalisierung durch das Zürcher Staatsarchiv hat die Wiedergabe des Originals in nahezu perfekter Qualität erlaubt. Es wird begleitet von der seinerzeitigen Übertragung des ursprünglichen Texts in spätmittelalterlichem Schweizerdeutsch in Druckschrift sowie eine Übersetzung in modernes Deutsch und von einer historischen Einordnung durch den damaligen Eigentümer der Handschrift, den Fraumünster-Pfarrer und Historiker Peter Vogelsanger (1912-1995).

(Philippe Welti, Altzunftmeister der Zunft zur Waag, Zürich)
«Sonderdruck. Der dramatische Sturz des Zürcher Bürgermeisters Hans Waldmann. Der Höngger Bericht eines Zeitzeugen von 1489», 
ISBN 978-3-9525231-4-8

Jahresversammlung 2026 der Maximilianer

Die Jahresversammlung 2026 der Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst wird im Mai in Hamburg stattfinden. Die Hauptversammlung ist für Freitag, den 29. Mai 2026 im Spiegelsaal des Museums für Kunst und Gewerbe vorgesehen.
Auf dem Programm stehen eine Führung durch Gebäude und Druckwerkstätten Hochschule für Bildende Kunst mit ausgewählten Beispielen der Buchproduktion, ein Empfang bei Christian Hesse Auktionen mit Vorstellung ausgewählter Stücke aus der Mai-Auktion, Präsentation der Sammlung Buchkunst im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, die Jahresversammlung und eine Führung durch die Sondersammlungen der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, sowie ein geselliges Beisammensein zum Abendessen.
Außerhalb des Programms finden in Hamburg zwei Auktionen statt, bei Ketterer Rare Books die Auktion 600 »Wertvolle Bücher« am 18.05.2026, sowie am Samstag, 30. Mai 2026 bei Christian Hesse Auktionen die Auktion 33 mit dem Sonderkatalog »Artist‘s Books of the 20th Century – Estate of a Gentleman, Part 1«.

Das Anmeldeformular kann per Briefpost oder per E-Mail bis zum 9. Mai 2026 erfolgen.

28. / 29.Mai 2026
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Montag, 2. März 2026

Einladung zum Tag der Archive

Mail Art steht jedem offen. Mail Art ist ein eigenes Netzwerk, das sich dem kommerziellen Kunstmarkt entzieht. Als soziales und politisches Medium war Mail Art ein Mittel des Widerstands, vorwiegend in den Diktaturen Lateinamerikas und Osteuropas. Mail Art gibt es etwa seit den 1960er Jahren. Im AAP finden Sie über 13.000 Stücke zur Mail Art.
Wir zeigen Künstlerbriefmarken, Umschläge, Zeitschriften und Literatur zur Mail Art.
Kuratiert von Elias Valentin Biehler.

 7. / 8. März 2026, 11-20 Uhr

AAP Archive Artist Publications
Türkenstraße 60 UG, 80799 München

Führungen in der Historischen Druckwerkstatt

Mitten in Kreuzberg beginnt 1928 die Geschichte unserer Druckwerkstatt. An den Handsatzarbeitsplätzen und einem bis heute funktionsfähigen »Original Heidelberger Tiegel« arbeiteten Otto Schneider und später sein Sohn Gerd für das lebendige Geschäftsleben des Kiezes.

Die Führung zeigt, wie bis in die 1980er-Jahre hinein Akzidenzdrucksachen entstanden – von Visitenkarten über Briefbögen bis zu Hochzeitsanzeigen und Preislisten. Und es bleibt nicht beim Zuschauen: Jede Besucherin und jeder Besucher setzt mit dem Winkelhaken den eigenen Namen aus Bleilettern zum Mitnehmen – ganz wie zu Zeiten Johannes Gutenbergs im 15. Jahrhundert.

Prof. i.R. Dr. Anne König, Buchdruckerin und Professorin für Betriebswirtschaftslehre für Druckindustrie und Verlage, gibt Einblicke in die Geschichte der Werkstatt und in die traditionelle Arbeitsweise des Handsatzes und Buchdrucks.

3. März 2026, 16 Uhr
26. März 2026, 16 Uhr
... weitere Termine folgen

FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum
Adalbertstraße 95A, 10999 Berlin-Kreuzberg

Sonntag, 1. März 2026

Heinrich Heine. Erinnerungen

Bibliophiles des Monats ist eine Erinnerung an Heinrich Heine, dem vor 170 Jahren, am 17. Februar in Paris verstorbenen deutschen Dichter, Schriftsteller und Publizisten, der als letzter Vertreter und Überwinder der Romantik gilt.
Der Reprint des Zentralantiquariats der DDRHeinrich Heine, Erinnerungen von Alfred Meißner“. in Zweiten Auflage 1856 bei Hoffmann u. Campe, Hamburg erschienen, wurde mit einem Nachwort von Bruno Kaiser den Mitgliedern der Pirckheimer-Gesellschaft als Jahresgabe 1972 zu Ehren des 175. Geburtstages von Heine und des 150. Geburtstages von Alfred Meißner überreicht.

Es ist damit die erste Gabe dieser Gesellschaft, die ich als neues Mitglied, 1973 dort eingetreten, zur Begrüßung erhielt. Und das ist auch der Grund, dieses Büchlein hier als mein ganz persönliches "Bibliophiles des Monats" vorzustellen, den heutzutage ist es problemlos und für kleines Geld, sogar als Erstausgabe oder in Ausgaben des frühen 20. Jahrhunderts, zu erstehen.

Exlibris von Guido Balsamo Stella für Walter Fahrenhorst

Dieses 1912 von Guido Balsamo Stella radierte Exlibris erzeugt bei der ersten Betrachtung eine Irritation, die es aufzulösen gilt.

Im Vordergrund befindet sich eine feenhafte, nackte Frauengestalt, die auf dem Waldboden zwischen einigen hohen Tannen kniet und versonnen auf einer Harfe spielt. Gebrochen wird diese romantisch anmutende Szene durch den Blick an den Horizont, wo qualmende Schlote eines Stahlwerks die Idylle stören. Der Blick richtet sich auf einen Industriebau, hinter dem sich hohe Wolken in den Himmel erheben. Zwischen der Harfenspielerin im Wald und der Fabrik befinden sich die Furchen eines frisch gepflügten Feldes, welches diese beiden Welten voneinander trennt.

Balsamo Stella, der in Turin geboren wurde und seine erste künstlerische Ausbildung in Venedig erhielt, kam ab 1909 an der Akademie der Bildenden Künste in München mit Albert Welti, einem Schüler von Arnold Böcklin, in Kontakt. Diese Begegnung war für seinen grafischen Stil stark prägend.
[...]
Das Exlibris führt uns von Augen, dass nur ein Jahrzehnt nach der Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert die Industrialisierung in Deutschland unübersehbar war. Insofern ist das Blatt auch ein früher Beweis für die inzwischen erfolgte und überall sichtbare Industrialisierung Deutschlands, von einer landwirtschaftlich geprägten Gesellschaft zu einer Industrienation geworden ist. 
[...]
Das Blatt zeigt, dass die Exlibris Künstler, die ja eher den Geschmack und die Sehnsucht des Bürgertums nach einer heilen Welt bedienten, die Augen nicht vor der neuen Realität verschlossen. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts tauchten immer häufiger auch Fabriken auf Exlibris auf, und es gibt ja Sammler, die dieses Thema gezielt sammeln. Auch Balsamo Stella griff das Thema der Industrialisierung in seiner freien Grafik auf, was in seinen Exlibris jedoch eher die Ausnahme bleibt. Es ist also in mehrfacher Hinsicht ein besonderes Exlibris Blatt von Balsamo Stella.

(Siegfried Bresler)

MDE Rundbrief 2025

Der MDE Rundbrief 2025 enthält neben den wie in jedem Jahr vorgestellten aktuellen Bucheinbänden eine vollständige Übersicht über das Morgenstern-Projekt einschließlich der Abbildungen aller entstandenen Einbände.
4.000 Druckbögen wurden aus der Bütte der Papiermühle Homburg gehoben. Es entstanden 44 typografiche Arbeiten von 29 Nachwuchsdesignern.
Nach fast 10.000 Druckdurchgängen auf unterschiedlichen Andruckpressen ... entstanden 22 Einbandfamilien, bestehend aus je einem Kunsteinband und der dazugehörigen einfacheren Kleinserie von 8 Exemplaren.

Samstag, 28. Februar 2026

Grafikmappe zum 111. Todewstag von Christian Morgenstern



Für die Grafiken des Morgensternbuches fertigte Theresa Wedemeyer, Mitglied MDE, die nebenstehend abgebildete Mappe, die am 1. März bei der Eröffnung der SonderausstellungMein Morgenstern“ in Mainburg des Vereins für die Schwarze Kunst erstmals präsentiert wird.

Der Messekatalog 2026 ist online

Die Leipziger Buchmesse 2026 steht vor der Tür und damit eine weitere Leipziger Antiquariatsmesse. Die Zukunft der Branche fest im Blick sind Antiquare mit angetreten, um das schöne alte Buch zu bewahren und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Jedes Antiquariat ist mit seinen besonderem, vielseitigem und einzigartigen Angebot Teil dieser Gemeinschaft.
Mit dabei in diesem Jahr sind z,B. wieder die Pirckheimer Riewert Q. Tode, Christian Bartsch mit dem Roten Antiquariat und Galerie Meridian, sowie die GIAQ.
Web-Katalog 2026