Mittwoch, 4. März 2026

Luttertaler Illustrierter Sonderdruck № 10

Ein kürzlich in meine dankenden Hände gelangtes kleines sechszehnseitige fadengeheftetes Heftchen mit einer kleinen Widmung ist es wert, hier als Bibliophiles außer der Reihe vorgestellt zu werden, der Luttertaler Illustrierter Sonderdruck № 10 mit dem Titel „Regeln für Umzüge. Aus gegebenem Anlass zusammengestellt von einem Schieso“, erschienen 2003 in Bargfeld, Im Luttertal 113B in einer Auflage von 5 Exemplaren.
Das Heft (© Ulrich Goerdten) wurde, wie auf der letzten Seite vermerkt, „Geschrieben mit einem von Hans geschenkten Stift, auf Papier, das von Paul gerade mal nicht benötigt wurde, zur Stunde, da Susanne mit beiden an der frischen Luft war, an Pauls Eßplatz am großen Familientisch, mit Ideen, die vom Anblick eines behandschuhten Eiskratzers beflügelt wurden, über Themen von hoher Aktualität, weniger für uns, mehr für eine Nahestehende, von einem allzeit dankerfüllten, verehrungsvollen, hilfreiche Handreichungen ersinnenden Schwieso.
einen kleinen Einblick in die „Regeln für Umzüge“ erhält man durch Klick auf die Abbn. 

Jahrestagung 2026 der Österreichischen Exlibris-Gesellschaft

Die Tagung der Österreichischen Exlibris-Gesellschaft findet im Benediktinerstift Seitenstetten, im südwestlichen Niederösterreich, statt. Das Stift ist seit 1112 ein spirituelles Zentrum im „Mostviertel“ des Alpenvorlandes. Die eindrucksvolle Kunstsammlung des Stiftes umfasst Grafiken, Gemälde sowie Skulpturen von der Antike bis zur Gegenwart und ist eine der umfangreichsten Österreichs.
P. Martin Mayrhofer, Kustos des Stiftes und Mitglied der ÖEG, wird im Rahmen der Tagung durch die eindrucksvoll von ihm aufbereitete Stiftsgalerie führen.

25. - 27. September 2026
Benediktinerstift Seitenstetten

Crowdfunding „An den Marken meiner Tage“

Am 3. M#rz startete um 10 Uhr auf Havelcrowd ein Projekt zur Unterstützung der Bücherkinder Brandenburg.
Unter dem Titel „An den Marken meiner Tage“ beschäftigen sich die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in diesem Jahr unter anderem mit dem Leben und Wirken von Margot Friedländer und Marlene Dietrich – und gestalten ihr eigenes Buch.
Allein für Material- und Druckkosten werden 1.500 Euro benötigt, damit aus Ideen ein echtes Werk wird – eines, das bleibt. Jetzt, nach 24 Stunden war das Fundingziel von 2.000 Euro bereits zu 78 % erreicht, die Aktion verspricht also ein voller Erfolg zu werden.
das Projekt kann durch Klick auf die Abb. unterstützt werden
Für jede Spende ab 30 € legen die Stadtwerke noch einmal 30 € drauf! (Es lohnt sich also, einen angedachten größeren Betrag unter Familienmitgliedern und/oder Freunden aufzuteilen.)

Dienstag, 3. März 2026

Der "Höngger Bericht" von 1489 zum Waldmann-Handel

Das Buch des Monats März der Schweizerische Bibliophilen-Gesellschaft ist die Faksimile-Neuausgabe des "Höngger Bericht" von 1489 zum Waldmann-Handel.

Der Sturz des Zürcher Bürgermeisters Hans Waldmann (1435-1489) im April 1489, dessen Folter und Hinrichtung, gehört zu den dramatischen Höhepunkten der spätmittelalterlichen Zürcher und eidgenössischen Geschichte. Das wichtigste erhalten gebliebene Dokument dazu ist der sogenannte Höngger Bericht. Ein des Schreibens kundiger Mann aus der damaligen Bauerngemeinde Höngg war Augenzeuge und hat in lebendiger Sprache handschriftlich geschildert und auch selbst illustriert, was damals geschah. Der Zürcher Historiker mit Herkunft aus dem Maggiatal Ernst Gagliardi hat den Bericht in seiner Quellensammlung zum Waldmann-Handel 1911 veröffentlicht, und die Eigentümer-Familie hat ihn 1989 in fotografischer Wiedergabe publiziert, samt einem historischen Kommentar und einer Version in modernem Deutsch. Dieser Band ist längst vergriffen.
Jetzt legt die Zunft zur Waag eine neue Ausgabe vor. Die Digitalisierung durch das Zürcher Staatsarchiv hat die Wiedergabe des Originals in nahezu perfekter Qualität erlaubt. Es wird begleitet von der seinerzeitigen Übertragung des ursprünglichen Texts in spätmittelalterlichem Schweizerdeutsch in Druckschrift sowie eine Übersetzung in modernes Deutsch und von einer historischen Einordnung durch den damaligen Eigentümer der Handschrift, den Fraumünster-Pfarrer und Historiker Peter Vogelsanger (1912-1995).

(Philippe Welti, Altzunftmeister der Zunft zur Waag, Zürich)
«Sonderdruck. Der dramatische Sturz des Zürcher Bürgermeisters Hans Waldmann. Der Höngger Bericht eines Zeitzeugen von 1489», 
ISBN 978-3-9525231-4-8

Jahresversammlung 2026 der Maximilianer

Die Jahresversammlung 2026 der Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst wird im Mai in Hamburg stattfinden. Die Hauptversammlung ist für Freitag, den 29. Mai 2026 im Spiegelsaal des Museums für Kunst und Gewerbe vorgesehen.
Auf dem Programm stehen eine Führung durch Gebäude und Druckwerkstätten Hochschule für Bildende Kunst mit ausgewählten Beispielen der Buchproduktion, ein Empfang bei Christian Hesse Auktionen mit Vorstellung ausgewählter Stücke aus der Mai-Auktion, Präsentation der Sammlung Buchkunst im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, die Jahresversammlung und eine Führung durch die Sondersammlungen der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, sowie ein geselliges Beisammensein zum Abendessen.
Außerhalb des Programms finden in Hamburg zwei Auktionen statt, bei Ketterer Rare Books die Auktion 600 »Wertvolle Bücher« am 18.05.2026, sowie am Samstag, 30. Mai 2026 bei Christian Hesse Auktionen die Auktion 33 mit dem Sonderkatalog »Artist‘s Books of the 20th Century – Estate of a Gentleman, Part 1«.

Das Anmeldeformular kann per Briefpost oder per E-Mail bis zum 9. Mai 2026 erfolgen.

28. / 29.Mai 2026
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Montag, 2. März 2026

Einladung zum Tag der Archive

Mail Art steht jedem offen. Mail Art ist ein eigenes Netzwerk, das sich dem kommerziellen Kunstmarkt entzieht. Als soziales und politisches Medium war Mail Art ein Mittel des Widerstands, vorwiegend in den Diktaturen Lateinamerikas und Osteuropas. Mail Art gibt es etwa seit den 1960er Jahren. Im AAP finden Sie über 13.000 Stücke zur Mail Art.
Wir zeigen Künstlerbriefmarken, Umschläge, Zeitschriften und Literatur zur Mail Art.
Kuratiert von Elias Valentin Biehler.

 7. / 8. März 2026, 11-20 Uhr

AAP Archive Artist Publications
Türkenstraße 60 UG, 80799 München

Führungen in der Historischen Druckwerkstatt

Mitten in Kreuzberg beginnt 1928 die Geschichte unserer Druckwerkstatt. An den Handsatzarbeitsplätzen und einem bis heute funktionsfähigen »Original Heidelberger Tiegel« arbeiteten Otto Schneider und später sein Sohn Gerd für das lebendige Geschäftsleben des Kiezes.

Die Führung zeigt, wie bis in die 1980er-Jahre hinein Akzidenzdrucksachen entstanden – von Visitenkarten über Briefbögen bis zu Hochzeitsanzeigen und Preislisten. Und es bleibt nicht beim Zuschauen: Jede Besucherin und jeder Besucher setzt mit dem Winkelhaken den eigenen Namen aus Bleilettern zum Mitnehmen – ganz wie zu Zeiten Johannes Gutenbergs im 15. Jahrhundert.

Prof. i.R. Dr. Anne König, Buchdruckerin und Professorin für Betriebswirtschaftslehre für Druckindustrie und Verlage, gibt Einblicke in die Geschichte der Werkstatt und in die traditionelle Arbeitsweise des Handsatzes und Buchdrucks.

3. März 2026, 16 Uhr
26. März 2026, 16 Uhr
... weitere Termine folgen

FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum
Adalbertstraße 95A, 10999 Berlin-Kreuzberg

Sonntag, 1. März 2026

Heinrich Heine. Erinnerungen

Bibliophiles des Monats ist eine Erinnerung an Heinrich Heine, dem vor 170 Jahren, am 17. Februar in Paris verstorbenen deutschen Dichter, Schriftsteller und Publizisten, der als letzter Vertreter und Überwinder der Romantik gilt.
Der Reprint des Zentralantiquariats der DDRHeinrich Heine, Erinnerungen von Alfred Meißner“. in Zweiten Auflage 1856 bei Hoffmann u. Campe, Hamburg erschienen, wurde mit einem Nachwort von Bruno Kaiser den Mitgliedern der Pirckheimer-Gesellschaft als Jahresgabe 1972 zu Ehren des 175. Geburtstages von Heine und des 150. Geburtstages von Alfred Meißner überreicht.

Es ist damit die erste Gabe dieser Gesellschaft, die ich als neues Mitglied, 1973 dort eingetreten, zur Begrüßung erhielt. Und das ist auch der Grund, dieses Büchlein hier als mein ganz persönliches "Bibliophiles des Monats" vorzustellen, den heutzutage ist es problemlos und für kleines Geld, sogar als Erstausgabe oder in Ausgaben des frühen 20. Jahrhunderts, zu erstehen.

Exlibris von Guido Balsamo Stella für Walter Fahrenhorst

Dieses 1912 von Guido Balsamo Stella radierte Exlibris erzeugt bei der ersten Betrachtung eine Irritation, die es aufzulösen gilt.

Im Vordergrund befindet sich eine feenhafte, nackte Frauengestalt, die auf dem Waldboden zwischen einigen hohen Tannen kniet und versonnen auf einer Harfe spielt. Gebrochen wird diese romantisch anmutende Szene durch den Blick an den Horizont, wo qualmende Schlote eines Stahlwerks die Idylle stören. Der Blick richtet sich auf einen Industriebau, hinter dem sich hohe Wolken in den Himmel erheben. Zwischen der Harfenspielerin im Wald und der Fabrik befinden sich die Furchen eines frisch gepflügten Feldes, welches diese beiden Welten voneinander trennt.

Balsamo Stella, der in Turin geboren wurde und seine erste künstlerische Ausbildung in Venedig erhielt, kam ab 1909 an der Akademie der Bildenden Künste in München mit Albert Welti, einem Schüler von Arnold Böcklin, in Kontakt. Diese Begegnung war für seinen grafischen Stil stark prägend.
[...]
Das Exlibris führt uns von Augen, dass nur ein Jahrzehnt nach der Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert die Industrialisierung in Deutschland unübersehbar war. Insofern ist das Blatt auch ein früher Beweis für die inzwischen erfolgte und überall sichtbare Industrialisierung Deutschlands, von einer landwirtschaftlich geprägten Gesellschaft zu einer Industrienation geworden ist. 
[...]
Das Blatt zeigt, dass die Exlibris Künstler, die ja eher den Geschmack und die Sehnsucht des Bürgertums nach einer heilen Welt bedienten, die Augen nicht vor der neuen Realität verschlossen. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts tauchten immer häufiger auch Fabriken auf Exlibris auf, und es gibt ja Sammler, die dieses Thema gezielt sammeln. Auch Balsamo Stella griff das Thema der Industrialisierung in seiner freien Grafik auf, was in seinen Exlibris jedoch eher die Ausnahme bleibt. Es ist also in mehrfacher Hinsicht ein besonderes Exlibris Blatt von Balsamo Stella.

(Siegfried Bresler)

MDE Rundbrief 2025

Der MDE Rundbrief 2025 enthält neben den wie in jedem Jahr vorgestellten aktuellen Bucheinbänden eine vollständige Übersicht über das Morgenstern-Projekt einschließlich der Abbildungen aller entstandenen Einbände.
4.000 Druckbögen wurden aus der Bütte der Papiermühle Homburg gehoben. Es entstanden 44 typografiche Arbeiten von 29 Nachwuchsdesignern.
Nach fast 10.000 Druckdurchgängen auf unterschiedlichen Andruckpressen ... entstanden 22 Einbandfamilien, bestehend aus je einem Kunsteinband und der dazugehörigen einfacheren Kleinserie von 8 Exemplaren.

Samstag, 28. Februar 2026

Grafikmappe zum 111. Todewstag von Christian Morgenstern



Für die Grafiken des Morgensternbuches fertigte Theresa Wedemeyer, Mitglied MDE, die nebenstehend abgebildete Mappe, die am 1. März bei der Eröffnung der SonderausstellungMein Morgenstern“ in Mainburg des Vereins für die Schwarze Kunst erstmals präsentiert wird.

Der Messekatalog 2026 ist online

Die Leipziger Buchmesse 2026 steht vor der Tür und damit eine weitere Leipziger Antiquariatsmesse. Die Zukunft der Branche fest im Blick sind Antiquare mit angetreten, um das schöne alte Buch zu bewahren und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Jedes Antiquariat ist mit seinen besonderem, vielseitigem und einzigartigen Angebot Teil dieser Gemeinschaft.
Mit dabei in diesem Jahr sind z,B. wieder die Pirckheimer Riewert Q. Tode, Christian Bartsch mit dem Roten Antiquariat und Galerie Meridian, sowie die GIAQ.
Web-Katalog 2026

Projekt zum Schutz von Heinrich Manns wertvollem Buchbestand

Ein Band mit Heinrich Manns Exlibris, Signatur: NB hm K 67
Mehr als 3.550 Bände aus Heinrich Manns privater Bibliothek wurden zu Jahresbeginn in der Akademie der Künste sorgfältig trockengereinigt, konservatorisch gesichert und teilweise neu verpackt. Die Aktion fand in Zusammenarbeit der Abteilung Bestandserhaltung, der Bibliothek und der Benutzung der AdK statt. Mit großem Einsatz unterstützte die Internationale Jugendbauhütte Berlin das Vorhaben.
In nur fünf Tagen bearbeiteten 19 Beteiligte rund 75 Prozent des Gesamtbestandes. Für Sommer 2026 ist eine zweite gemeinsame Aktion geplant, die das Projekt abschließen wird.
Blick in die Restaurierungswerkstatt – sorgfältige Sicherung des Bestands, Fotos © Katja Strauß
Die Arbeiten schaffen die Grundlage für die Digitalisierung ausgewählter Bände aus Heinrich Manns Bibliothek. Mit mehr als 4.700 Exemplaren zählt sie zu den Gründungsbeständen der heutigen Akademiebibliothek – und steht im Lesesaal kostenfrei zur Verfügung.

Nürnberg, China und gemalte Musik

Ex-Libris-Kabinett Schloss Burgk Eugen F. Strobel-Matza Gedenkausstellung

Freitag, 27. Februar 2026

Inventing E.T.A. Hoffmann

v.l.n.r.: Steffen Faust, Jörg Petzel, Dr. Dr. Bernd Hesse, Prof. Dr. Bettina Wagner
Freunde und Mitglieder des Berliner Bibliophilen Abend und der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft wohnten Gestern der Vernissage im Stabi KulturwerkInventing E.T.A. Hoffmann (1776–2026)“ bei und konnten einen ersten Blick in die Ausstellung zu werfen.
Dr. Christina Schmitz, Prof. Dr. Bettina Wagner, Anna Rozenfeld, Jörg Holzmann, Dennis Schäfer
Unter den gezeigten Exponaten findet sich übrigens auch eine Widmungspublikation des Berliner Bibliophilen Abend.
Bernd Hesse und Jörg Petzel vor einer Abb. von Stephan Klenner-Otto (Foto bearb.)
Nach Begrüßung durch Dr. Christina Schmitz, Staatsbibliothek zu Berlin und einer Einführung durch die Vorsitzende der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, Prof. Dr. Bettina Wagner von der Staatsbibliothek Bamberg rezitierte Anna RozenfeldKnacknisl un moyznkayser E.T.A. Hoffmann auf jiddisch“ (Nussknacker und Mäusekönig), musikalisch umrahmt von Jörg Holzmann auf einer 1823 gebauten Gitarre. Der Kurator der Ausstellung Dennis Schäfer, selbst ein ausgewiesener Bibliophile, sprach anschließen zu „Curating E.T.A. Hoffmann: Grillen eines Bibliophilen“.
Michael Bensman, Ralf Parkner, Fotos © ad

Powerful Textures. Sprache in Textil

In der Textilgeschichte spielen Wandteppiche und textile Arbeiten im Raum häufig eine Rolle in der Vergewisserung von Werten und Identität. Textile Schrift kann unterschiedliche Funktionen haben: Umgeben zu sein von Worten, sich körperlich darin einzuhüllen, kann trösten, anleiten oder vergewissern.
Cruelty Has a Human Heart, Foto Lise Linnert
Die Sammlung des Klingspor Museums enthält einen einzigartigen Bestand an modernen Schriftteppichen, in dessen Zentrum wandfüllende Arbeiten Rudolf Kochs und seiner Studierenden stehen, die um 1925 in der Offenbacher Werkstatt entstanden. Der tiefreligiöse Künstler, der zu den wichtigsten Schriftgestaltern seiner Zeit zählte, suchte nachflächendeckenden Ausdrucksmöglichkeiten für das Wort Gottes und schuf so ein neues Genre der Schriftkunst. Ab den 1950er Jahren kamen weitere Schriftteppiche ins Museum, von denen ein großer Teil in der Gobelin-Werkstatt von Inge Richter und Gret Mohrhardt gewebt wurden, die über Jahrzehnte in Offenbach bestand und heute fast vergessen ist. Weil sich textile Arbeit häufig mit Weiblichkeit assoziiert, wird textile Schrift in der zeitgenössischen Kunst daneben zunehmend stark in aktivistischen und feministischen Kontexten genutzt. Persönliche Geschichten verweben sich mit Politik und Gesellschaftskritik. Zahlreiche Leihgaben internationaler Künstlerinnen und Künstler zeigen die Bandbreite dieser kraftvollen Ausdrucksmöglichkeiten: die New Yorker Künstlerin Erin M. Riley, Lise Linnert zum Attentat von Utøya, die Schweizer Künstlerin Vreni Spieser und die aus dem Iran stammende Künstlerin Kani Kamil.
Erin M. Riley First Light 2023 Wool, cotton 209 x 254 cm
Einen ganz anderen Aspekt zeigen Leihgaben aus der Sammlung Prinzhorn in Heidelberg, die von Patientinnen der Psychiatrie in den frühen 1920er Jahren als Ausdrucksformgewählt wurden. Komplexe Stickereien bezeugen die intensive, manchmal zwanghafte Auseinandersetzung mit der eigenen Gedankenwelt.
Zu der Ausstellung wird ein Bestandskatalog der Wandteppiche des Museums erscheinen. Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm wird die Ausstellung begleiten.

Eröffnung: 8. Mai 2026, 19 Uhr
Ausstellung: 9. Mai bis 16. August 2026

Klingspor Museum
Herrnstr. 80 | 63065 Offenbach

Donnerstag, 26. Februar 2026

Papier ist für die Ewigkeit

Die Internationale Gutenberg-Gesellschaft Mainz lädt ein zu einem Werkstattgespräch „Papier ist für die Ewigkeit“.

Rund um den Globus schweben die Skulpturen aus Papier, Licht und Luft von Angela Glajcar in Museen, Sammlungen und privaten Häusern. Wo kommen diese Flugobjekte her und wie kommen sie dorthin? Was hat ihr Werkverzeichnis damit zu tun? Genauso facettenreich wie ihre Arbeiten selbst ist ihre Entstehung.
Die Papierbildhauerin Angela Glajcar wird zusammen mit ihrer Atelierleiterin Sasa Hanten Einblicke in ihr Papieruniversum geben.
Terforation Kunstraum Dornbirn © Günter Richard Wett, Innsbruck
Der Titel der Veranstaltung ist jener Installation entlehnt, die Angela Glajcar 2015 für das Gutenberg-Museum schuf. Aktuell stellt sie u.a. in der Albertina Wien aus. Das Werkverzeichnis kann vor Ort erworben werden.

5. März 2026, 18 Uhr, um Anmeldung wird gebeten
 
Gutenberg-Museum MOVED
Aula
Reichklarastraße 1, Mainz

Gott grüß die Kunst!

Der Vater der Hamburgerin Gundula Niegot hat als Schriftsetzer in den 1960er Jahren eine Druckerei eingerichtet - mit Leidenschaft, Herzblut und einem historischen, klingelnden Drucktiegel, Setzschränken & Schriften, Druckfarben und Fachbüchern. Gundula Niegot betreibt die Familiendruckerei als Mitglied im Verein für die Schwarze Kunst nach seinem Tod weiter, um das schöne Handwerk zu bewahren.
Um die Druckerei jedoch am aktuellen Standort erhalten zu können, ist eine Sanierung und Renovierung des Hauses notwendig, bzw. falls das Haus verkauft werden muss, bedarf es einer finanziellen Unterstützungen für den Umzug und die Einrichtung in neue Räume. Dafür hat die "Druckertochter" ein Crowdfunding-Projekt gestartet. Freunde der Schwarzen Kunst können das Projekt hier unterstützen, abonnieren und teilen, jeder Beitrag zählt!

Unterstützen

Mittwoch, 25. Februar 2026

Regionaltreffen im Rhein-Main-Gebiet

Bereits zum 5. Mal seit dem Auftakt im letzten Jahr fand gestern wieder ein Regionaltreffen der Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst im Rhein-Main-Gebiet statt. Sibylle Wieduwilt lud in ihr Antiquariat „Tresor am Römer“ wieder zu einem gemütlichen Austausch über das Sammeln von Büchern, Grafiken, Arbeiten auf Papier, Handschriften usw. ein.
Es ist doch immer wieder schön Sammler und buchaffine Menschen zusammenzubringen. Eindrücke des gestrigen Treffens der Maximilian-Gesellschaft im Rhein-Main-Gebiet und weiterer Sammler und Freunde der Buchkultur im "Tresor". Ein langer Abend mit vielen neuen Anregungen, spannenden Erwerbungsgeschichten und viel Leidenschaft rund ums Sammeln.
(Sibylle Wieduwilt)

John Gerard im 261. Frankfurter Grafikbrief

John Gerard ist einer der renommiertesten Papierkünstler weltweit - und lebt und arbeitet in einem deutschen Dorf in der Vordereifel! Im 261. Frankfurter Grafikbrief stellt Wolfgang Grätz exemplarisch 4 Bücher vor, die John Gerard verlegt hat:
Goethes Zauberlehrling entstand nach der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021, die knapp an Gerards Wohnsitz vorbeiging. Es lebt von intelligenten Faltungen, durch die der Zauberbesen sichtbar wird, die Bütte, die Wellen des Wassers. Und absolut einzigartig: eine Bindung völlig ohne Leim, nur durch Faltung.
Fritz Best, englischer Künstler und Nachfolger von Karl-Georg Hirsch als Professor an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, hat ein Buch über die magische 7 - Todsünden, Tugenden, Wochentage usw. - mit dem Titel Last Judgements geschrieben und es mit 28 in Flachsbütten eingeschöpfte Wasserzeichen illustriert; meines Wissens das erste Buch weltweit, das mit Wasserzeichen illustriert wurde.
Schließlich 2 Bücher, deren orig.-grafische Illustration Prof. Thomas Rug aus Halle oblag: Edgar Allan Poes Kurzgeschichte The Pit and the Pendulum ist mit 12 Orig.-Radierungen veredelt, 5 sizilianischen Stanzen von Wilhelm Bartsch über Erlebtes an den Rändern Europas mit 6 Orig.-Schablithografien, einer pikanten Technik, interpretiert.