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Sonntag, 12. Oktober 2025

Künstlerportraits von Bertolt Brecht

In Ergänzung des Beitrages im Hamburger BothenMitteilungen aus dem Sammlerleben“ werden drei Porträts von Bertolt Brecht aus der Sammlung von Abel Doering als „Bibliophiles außer der Reihe“ vorgestellt, die jeweils in einem Abstand einer Generation, davon in einem Fall von einem Künstler, der den Dichte zu Lebzeiten befreundet war, entstanden.
Horst Janssen – Bertolt Brecht
Gustav Seitz – Portraitstudie Bert Brecht
Bodo W. Klös – Berthold Brecht
Die Liste der Brecht-Portraits von Künstlern ist lang, einige, wie Herbert Sandberg, der sein Schaffen am Berliner Ensemble begleitet, der mit ihm befreundet Arno Mohr, oder Bernhard Heisig kannten Brecht noch persönlich, andere wie Hans Ticha, oder der in den Informationen eines Pirckheimers früher schon vorgestellte Hanfried Wendland oder Steffen Büchner mussten auf überlieferte Abbildungen zurückgreifen.
Das wird zum Teil auch in den ausgewählten Drucken deutlich – Künstler, die persönlich Brecht kennenlernen durften, legen den Fokus mehr auf seine Wesensart, diejenigen, die ihn lediglich aus seinen Werken kennen, setzen seine Person eher in Beziehung zu seinem Schaffen.

Nähere Angaben zu den vorgestellten Arbeiten können im Blog „Bibliophiles des Monats“ nachgelesen werden.

1 Kommentar:
15. Oktober 2025: Bücherfreundin hat gesagt…
Eine schöne Ergänzung zu deinem Artikel im Hamburger Bothen. Danke!

Montag, 12. Mai 2025

Herzlichen Glückwunsch zum Neunzigsten

Herzliche Glückwünsche gehen heute an den Pirckheimer Günther Bach zu seinem 90. Geburtstag.
Bd. 8 der Lyrik Edition Neun, herausgegeben von Steffen Marciniak, in der Vorzugsausgabe mit einem Linolschnitt von Steffen Büchner, beide ebenfalls Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft
Von Beruf Architekt und Designer, begann er früh zu schreiben; sein erster Roman, "Das Horn des Hasen", mehr als zwanzig Jahre zuvor in der DDR geschrieben, wurde erst 2000 beim Verlag Angelika Hörnig publiziert.
Aus dem Debüt entstand eine Romanreihe; der zweite Band mit dem Titel "Pfeile im Nebel" folgt 2004, vier Jahre darauf der dritte Band "Gegen den Strom". Ein vierter Band heißt "Das unsichtbare Ziel" und erschien 2011. Die beiden ersten Bände wurden bereits unter dem Titel "The Horn of the Hare" und "Arrows in the Fog" ins Englische übersetzt.

Mittwoch, 16. April 2025

neues Werbebanner des Berliner Bibliophilen Abend

Der Berliner Bibliophilen Abend wird künftig auf Berliner Großveranstaltungen wie dem Bücherfest auf dem Bebelplatz, der BücherLust Berlin in Karlshorst oder der artbook.berlin in Kreuzberg unter dem hier abgebildeten Werbebanner (50x100) zu finden sein.
Abgebildet sind (v.l.n.r.):
  • vor einigen Jahresgaben vergangener Jahre 
  • Logo des BBA 1993 bis 2018 von Andreas Brylka
  • drei Porträts Erich Kästners von Steffen Büchner mit seinem Titel der Büchergilde Gutenberg "Über das Verbrennen von Büchern"
  • darüber Holzschnitt von Brigitte Iseli-Neustäbler zum 120jährigen Stiftungsfest
  • daneben das aktuelle Logo des BBA
  • darunter die Jahresgabe 2024, der von Ralf Plenz herausgegebene Titel "Einbahnstraße" von Walter Benjamin mit einer Radierung von Hanif Lehmann
  • und rechts eine Holzlettern-Typographik im Vierfarbdruck zum 120. Gründungstag des BBA von Marc Berger
Roll-Up-Banner (85x206)
Darüber hinaus wurden einige der untenstehenden Aufkleber (ca. 6x8) speziell für das Bücherfest auf dem Bebelplatz für Stände vorbereitet, die auf den BBA aufmerksam machen möchten, sie müssten, falls darüber hinaus Bedarf besteht, nachbestellt werden. 
Passend zu diesem Banner können in Kürze die hier abgebildete Postkarten für die Gewinnung neuer Mitglieder angefordert und zu entsprechenden Anlässen an Interessenten abgegeben werden.

Montag, 10. März 2025

Ilse. Gleitend ins Vergessen

Im Eigenverlag des Künstlers als Edition Steingedanken erschien ein berührender Titel zum Thema Demenz mit vom Pirckheimer Steffen Büchner geschaffenen Linolschnitten und einfühlsamen Texten von Petrus Akkordeon.


Für Mutti
 
mit Bildern
wo nur Leere herrscht
 
und Worten
wo wir sprachlos sind.

Mittwoch, 14. August 2024

68. Todestag von Bert Brecht


Ein Porträt Bertolt Brechts von Steffen Büchner, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft.

Linolschnitt, gedruckt am 12.7.2017
Aufl, 15 Exemplare
Größe 10 x 14 cm

Donnerstag, 14. März 2024

Karl Marx (1818 - 1883)

Am 14. März 1883 verstarb in London Karl Marx, heute dem Schulkind und BILD-Leser verteufelt als Schöpfer einer inhumanen Staatsdoktrin.
Karl Marx war nichts anderes als ein genialer Analyst und Kritiker des Kapitalismus, eigentlich Basiswissen eines jeden BWLers, mit der Vision einer humanen Gesellschaft.
Und als Jünger von Schelling, Fichte und Kant, als Schüler von Hegel einer der bedeutendsten Philosophen der Letzen 200 Jahre.

Seine Ideen bleiben.

Die Abb. zeigt den Linolschnitt K.M. (2018, 15x10 cm) von stebü, (Steffen Büchner), dessen Zyklus zum Leidensweg Christi, die Portraits von Bert Brecht oder auch von Erich Kästner für den Berliner Bibliophilen Abend, die Arbeiten für den Verlag 9 Reiche oder die Corvinus Presse mich genauso überzeugten, wie seine pikanten erotischen Linolschnitte.

Freitag, 23. Februar 2024

125. Geburtstag von Erich Kästner

Aus Anlass des heutigen Geburtstages von Erich Kästner wird hiermit nochmals die Jahresgabe des Berliner Bibliophilen Abend vorgestellt, mit welcher der BBA diesen Autor und seinen Einsatz am Vorabend des Deutschen Faschismus und gegen das Weiterleben dieser Ideologie in der BRD würdigte.
Der Dresdener Künstler Steffen Büchner schuf für diese auf 25 Exemplare limitierten und nummerierten Jahresgabe eine Suite von 3 Porträts des Autors in einer Auflage von jeweils 15 Exemplaren, die von Hendrik Liersch (Corvinus Presse Berlin) gedruckt wurde.

Donnerstag, 7. Dezember 2023

Jahresgabe des Berliner Bibliophilen Abend

Heute wird die Jahresgabe des Berliner Bibliophilen Abend auf der Adventsveranstaltung vorgestellt.
Die diesjährige Jahresgabe des BBA, vier Texte von Erich Kästner Über das Verbrennen von Büchern, greift zurück auf eine Ausgabe der Büchergilde Gutenberg, gestiftet von der Büchergilde-Buchhandlung am Wittenbergplatz unseres Mitglieds Johanna Binger.
Der Titel erschienen aus Anlass der vor 90 Jahren erfolgten Bücherbrennung. Auf Seite 40 verweist Erich Kästner auf die Bemühungen von Fedor von Zobeltitz, dem Begründer des BBA, schlichtend nach der Auflösung des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller bei der Vorstandswahl des neu eingesetzten Reichsverbandes zu vermitteln. Es war jedoch bereits fünf Minuten nach Zwölf.
Der Dresdener Künstler Steffen Büchner schuf für diese auf 25 Exemplare limitierten und nummerierten Jahresgabe eine Suite von 3 Porträts des Autors in einer Auflage von jeweils 15 Exemplaren, die von Hendrik Liersch (Corvinus Presse Berlin) gedruckt wurde und von denen ein nummeriertes und signiertes Original der Jahresgabe beiliegt. Mitglieder haben die Möglichkeit, die zwei nicht beiliegenden Porträts zu erwerben, um dann alle drei Linolschnitte der Jahresgabe zu besitzen.

Montag, 2. Oktober 2023

BuchBerlin 2023

Nach zweit Tagen ist die BuchBerlin 2023 zu Ende gegangen. Sehr gut besucht und mit viele Gelegenheiten, sowohl kleinere Verlage und Selfpublisher, als auch gestandene Verlage näher kennenzulernen.
Mit dabei Ralf Plenz mit dem Hamburger Input-Verlag und Steffen Marciniak mit dem Verlag & Antiquariat der 9 Reiche, beide Pirckheimer.
v.l.n.r.: Ralf Plenz, Abel Doering, Steffen Marciniak
Und am Stand von AphorismA, einer Kreuzberger Kulturinstitution, begegneten einem dann auch Titel mit Bezug zum Berliner Bibliophilen Abend, der natürlich auf der BuchBerlin ebenfalls präsent war.
Steffen Büchner, Gabriel Wolkenfeld, Linolschnitt 2021 / Gabriel Wolkenfeld bei der Lesung, Foto © ad
Einer der Höhepunkte war eine Lesung mit Gabriel Wolkenfeld, den ich bislang als Lyriker aus dem Verlag & Antiquariat der 9 Reiche kannte, und der zur BuchBerlin aus seinem Roman Babylonisches Repertoire (Müry Salzmann Verlag) las.

Donnerstag, 29. Juni 2023

Porträts von Steffen Büchner

Steffen Büchner bei der Arbeit zu neuen Linolschnitten, Foto: privat
Für die, von Steffen Marciniak herausgegebene Lyrik-Edition NEUN entstehen die Porträts vom Dresdener Künstler Steffen Büchner, die in der Corvinus Presse bei Hendrik Liersch gedruckt werden.
Heute kann man in Berlin wieder vier Autoren zuhören, die schönen Bände mit seinen Grafiken anschauen und bei Gefallen kaufen.

Lesung: 29. Juni 2023, 20:30

Buchladen Eisenherz
Motzstr. 23, Berlin (Nähe U Nollendorfplatz)

Donnerstag, 15. Juni 2023

Steffen Büchner

Der aus Haifa (Israel) stammende, jetzt in in Cambridge (Massachusetts lebende Gilead Tadmor, emeritierter Professor im Fachbereich Elektrotechnik & Informatik Ingenieurwesen der Northeastern University, hat den Pirckheimer und Künstler Steffen Büchner aus Dresden porträtiert.
Gilead Tadmor, Steffen Büchner, Holzschnitt 2023

Samstag, 3. Juni 2023

Hanns-Meinke-Preis geht 2023 an Şafak Sarıçiçek

Ulrich Grasnik und Steffen Marciniak
Im Lessinghaus im Berliner Nikolaiviertel fand gestern eine kontrastreiche und vielschichtige Lesung mit Autoren und einer Autorin der Lyrik-Edition NEUN statt, die, mit einer Titelillustration und in Vorzugsausgaben mit beigelegter Originalholzschnitt von Steffen Büchner, vom Autor Steffen Marciniac herausgegeben wird.
Steffen Marciniak, Fotos © ad
Neben Lyrikern wie Gabriel Wolkenfeld und Ulrich Grasnick las der Pirckheimer auch aus seinem neuesten Band "Prinzenverstecke", welcher als 20. Band der Lyrikedition erschien.
Die Teilnehmer hörten auch Harald Gröhler mit der Thanatosgeschichte aus "Entführung in die Antike" erschiennen bei Palmartpress der Pirckheimerin Catharine Nicely. Günther M. Bach las aus dem Band Elementereise und Reiner Narr trug, begleitet von einem Klangteppich, Gedichte aus dem Band Rabenhaupt vor.
Der Finalist für den diesjährigen Hanns-Meinke-Preis Andreas Köllner und die Finalistin auf Platz 3, Leonie Köhler, rundeten das breite Spektrum der vorgetragenen Lyrik ab.
Höhepunkt war die Bekanntgabe des, leider nicht anwesenden, Gewinners des Hanns-Meinke-Preises, der 2023 an Şafak Sarıçiçek vergeben wurde.

Montag, 22. Mai 2023

Die 26. MMPM ist zu Ende

Die 26. Mainzer Minipressen-Messe ist Geschichte.
Eröffnung, Fot6o © Ralf Plenz
Hier drei Meldungen von Pirckheimern aus der aus Mainz. Steffen Marciniak schrieb gestern:
Steffen Marciniac, Foto: privat
Letzter Tag bei der Mainzer Minipressenmesse 2023. Sehr schöne Messe, wunderbares Wiedersehen und neue Begegnungen, meine erfolgreichste Messe überhaupt. Es ging von allem etwas weg: 21 Bände der Lyrik-Edition NEUN, darunter zehn von zehn "Prinzenverstecke". Mit 8 Bänden meiner "Ephebischen Novellen" (Hylas, Kyparissos, Phaethon) so viele wie lange nicht; auch 3 ErzEngelGesänge und ein paar Erzengelkarten, zwei Millionenbilder von Bisera Boskailo, drei Plesse-Bücher, eine Grafik von Steffen Büchner, die auch in einem Band der Lyrikreihe "Poesiealbum" verwendet werden soll. Und Absprachen über einen Artikel zu meiner Plesse-Geschichte "Lautlos am Fenster", die in der Deutschen Briefmarkenzeitung abgedruckt werden soll (es geht da um griechische Briefmarken), und ein Beitrag in der Zeitschrift Experimenta zur Lyrik-Edition NEUN. Vielen Dank auch an meine Standnachbarn vom literaturplanet, Ilka Hoffmann und Henricke Schneider-Petri.
Ralf Plenz, Foto privat
Das Börsenblatt notiert: Es kamen mehr als 200 internationale Klein- und Selbstverlage zusammen, die bibliophile Bücher und Kunstbücher mitbrachten, 5.000 Besucher wanderten zwischen den verschiedenen Ausstellern hin und her und vertieften sich in Gespräche mit Verlegern und Buchkünstlern. Liebevoll verzierte Bücher, handillustrierte Ausgaben, Holzschnitte und sogar Bücher aus Stein: Alles konnten die Besucher begutachten und kaufen. Christine Hidringer hat die Mainzer Minipressen-Messe schon öfter besucht. Für sie sind das Besondere an der Veranstaltung die Personen hinter den Büchern. „Ich finde es unglaublich inspirierend, mir die verschiedenen Stände anzuschauen. Man merkt, dass die Menschen für das brennen, was sie tun“, sinniert sie.

Input-Verlag auf der MMPM, Foto © Ralf Plenz
Florian L. Arnold, Edition Hibana schrieb: Der große Mehrwert waren die vielen Begegnungen mit Kollegen und Künstlern, besonders gefreut hat mich die Standnachbarschaft zu Hendrik Liersch, ANDANTE Handpresse Peter Rensch, NeueKleiderDrucke von Hanfried Wendland und Erlesenes & Büchergilde.
Sammler & andere Verrückte, wie es auf der Visitenkarte der Pirckheimer-Gesellschaft e.V. heißt, kamen zwar etwas spärlicher als in den Jahren davor - aber für neue Begegnungen, Kennenlernen, Wiedersehen und gelegentliche Geschäfte war reichlich Zeit und Raum.

Sonntag, 5. März 2023

Allerhand Gedrucktes!

Grafikbörse in Borken © Lisa Kannenbrock
Zum 35. mal präsentierte bis heute Abend die Deutsch-Niederländische Grafikbörse wieder die gesamte Palette spannender Drucktechniken. Künstlerbücher, Mixed-Media-Arbeiten, Fotografien, Holzschnitte, Radierungen, Linolschnitte oder Siebdrucke aus den Niederlanden und Deutschland fördern dann (auch) den gegenseitigen Kulturaustausch der beiden Nachbarländer.
oben v.l.n.r.: Wienke Treblin, artline und mehr ... e.V.,
unten: Corvinus-Presse mit Ill. von Olesya Dzhuraeva, Steffen Büchner, Gilead Tadmor, daneben: Wolfgang Grätz (Foto 1, 4: Hendrik Liersch, 2, 3, 5 Graphikbörse)
3.-5. März 2023

Deutsch-Niederländische Grafikbörse
Stadthalle Vennehof, Borken

Freitag, 10. Februar 2023

Bertolt Brecht (1898 - 1956)


Ein Porträt des Jubilars von Steffen Büchner, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft.

Linolschnitt, gedruckt am 12.7.2017
Aufl, 15 Exemplare
Größe 10 x 14 cm

Samstag, 31. Dezember 2022

Literatur in der Kunst

Der Pirckheimer Steffen Büchner wird im kommenden Jahr mit einem Linolschnitt in der internationalen Ausstellung „Literatur in der Kunst“ in der Städtischen Öffentlichen Bibliothek in Radomsko (Polen) vertreten zu sein.

Ausstellung: 9. Mai - 9. Juni 2023
97-500 Radomsko, Narutowicza 4

Sonntag, 16. Oktober 2022

Ich bin kriegsmüde

Ich weiß, ich wiederhole mich. Trotzdem möchte ich hiermit nochmals einen Linolschnitt des Pirckheimers Steffen Büchner, dem ich herzlich für die Zusendung des Blattes danke, vorstellen, welches für mich nicht nur künstlerisch gelungen, tiefgründig und von hoher Ethik ist, sondern eben bedrückend aktuell.

Abel Doering mit der Graphik von Steffen Büchner, Ich bin kriegsmüde, Linolschnitt
Foto und Montage © Nora Doering

In den letzten Tagen hatte ich Gelegenheit, wichtige Werke von Otto Dix, Käthe Kollwitz, Ernst Barlach und Hans Grundig im Original zu sehen. Es stimmt hoffnungsvoll, den von diesen Künstlern dargestellten Humanismus, die Abkehr vom Krieg, bei zeitgenössischen Künstlern mit ähnlichem Strich und Intensität wiederzufinden.

Hätte mich gern vor den Bundestag gestellt, um das Blatt vorzuhalten, leider zwingt mich eine Erkältung zu einer flüchtigen Fotomontage. Was aber die Bildaussage um nichts schmählern sollte.

Freitag, 30. September 2022

Freitag, 23. September 2022

das war die Buch Berlin 2022

Klugerweise wurde die Buch Berlin 2022 bereits in den September vorverlegt. Schönes Wetter, keine Masken. Man konnte die Kollegen wieder sehen und beim Plausch verstehen. Auch diese Messe ist etwas für Wiedersehen und Gespräche.

In diesem Jahr war ich wieder mit eigenen novellistischen Büchern zur griechischen Mythologie und Lyrik, in mehreren Verlagen erschienen, vor Ort. Natürlich auch mit der inzwischen angewachsenen Bücherschar des Verlags der 9 Reiche. Meine Bücher waren an einem Gemeinschaftsstand mit dem von Ilka Hoffmann vertretenen Verlag LiteraturPlanet zu sehen, dessen edle schwarz umrahmte Festeinbände schon von weitem auf diesen Verlag hinweisen.

Die Lyrik-Edition NEUN umfasst jetzt acht Bände. Das schöne Farbenspiel der sich angenehm samtig anfühlenden Bücher mit den Porträt-Linolschnitten der Autoren von Patrick Hattenberg nach den Vorlagen von Steffen Büchner gestaltet, setzt sich fort, und der Aufsteller verrät, dass die Reihe mit weiteren Bänden fortgesetzt wird.

Wer, wie ich, die Lyrik liebt, der fand auf dieser Messe leider nur zwei weitere poetische Verlage, den Verlag Sternenblick von Stephanie Mattner und den auf japanische Haiku spezialisierten Rotkiefer-Verlag von Petra Klingl. Beide Verlegerinnen haben einen ganz eigenen Schönheitssinn für ihre Produktionen. Wer gern Haiku liest, und ein Liebhaber von Buchreihen ist, der findet hier eine Reihe kleiner Haiku-Hefte. Bisher sind fünf erschienen, besonders schön, mit rotem Kranicheinband die Neuerscheinung von Renate M. Riehemann.

Weiter auf der Suche nach auffälligen Reihen, freute es mich, nach längerer Zeit, die Edition Hamouda von Faycal Hamouda wiederzusehen, und neben den verlagstypischen Märchenbüchern auch die Festeinband-Reihe des „Kleinen Mythologischen Alphabets“, bereichert um einen neuen (den fünften) fein gestalteten Band (Buchstabe S) mit neuer Einbandgrafik von Greta Di Mauro.

Viel Zeit zum Schauen bleibt einem Aussteller nicht, der eine oder andere Stand hätte ganz sicher ebenfalls Aufmerksamkeit verdient, wie z.B. der auf nordafrikanische Literatur spezialisierte Kinzelbach Verlag.
Unbedingt erwähnen möchte ich noch die hier traditionell stark vertretene Abteilung von Ausstellern mit homoerotisch-orientierten Büchern, insbesondere den Main-Verlag, bei dem immer wieder Perlen schön gestalteter Buchgestaltung zu finden sind. Ich nenne mal drei Namen wirklich gut und einfühlsam geschriebener Romane, die zugleich die wohl schönsten Bucheinbände des Verlags haben: Jobst Mahrenholz, Hanni Fux, Dima Lubimov.

(Steffen Marciniak)

Dienstag, 20. September 2022

100 Sächsischen Grafiken - UNTER NULL

Heute eröffnet mit einer Preisverleihung die Ausstellung 100 Sächsischen Grafiken, an der auch nicht wenige Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft oder des Leipziger Bibliophilen-Abend beteiligt sind.
Steffen Büchner, Pirckheimer
Mit "unter Null" möchte die diesjährige Grafikbiennale den Blick auf untergründige gesellschaftliche Prozesse lenken, die zunehmende Kälte des gesellschaftlichen Klimas ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken und auf den Nullpunkt als Umkehrpunkt und gleichzeitigen Teil einer Skala für prozessuale Wahrnehmungen verweisen.

Auch die Kunst selbst ist anfällig geworden für Schieflagen, für das Abhandenkommen der Maßstäbe und Perspektiven. Die Diskussion um Werke und Konzepte auf der Dokumenta15 hat es für alle sichtbar ans Licht gehoben.
Welche Funktionen kann die Kunst, können die Künstler hier übernehmen? Einhundert Werke dieser Ausstellung geben den vielstimmigen Versuch einer Annäherung. Die Arbeiten von sieben Künstler konnten für ihre pointierte Position und ihre künstlerische Lösung mit einem Grafikpreis bedacht werden: Julia Weck, Wolfgang Henne, Harald Alff, Christoph Feist, Susann Hoch, Bettina Haller und Stefan Knechtel.
Vier von sieben Preisträgern: Bettina Haller und Stefan Knechtel (außen) sowie Susann Hoch und Harald Alff.
Die Grafikbiennale stellt einmal mehr die Entwicklung der Druckgrafik zu großen Formaten in geringsten Auflagen mit aufwendigen Technologiekombinationen in den Blickpunkt. Parallel lässt sich ein starker Fokus auf den klassischen Linolschnitt in allen Größen beobachten, dessen Ursachen vielfältiger Natur sein können. Er passt zu einem politischen Thema mit klarer Positionierung, er ist flexibel zu handhaben und günstig zu produzieren. Bilden sich auch hier gesellschaftliche Prozesse in der kleinen Blase der Künstlerschaft ab?

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Abbildung aller ausgewählten Grafiken.

Vernissage: 20. September 2022, 19.30 Uhr
Ausstellung: 20. September - 20. November 2022

Neue Sächsische Galerie
Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz