Montag, 31. Mai 2010

Überhaupt

GÜNTHER KIESER
GRAFIK PLAKAT PLASTIK


Köpfe ziehen sich als ein Grundmotiv durch das Werk des international renommierten Plakatgestalters Günther Kieser. Seit Jahrzehnten gibt Günther Kieser der Musik, vornehmlich dem Jazz, ein Gesicht im wahrsten Sinne des Wortes mit Plakaten beispielsweise für Count Basie, Oscar Peterson oder Dave Brubeck. In den 70er und 80er Jahren war er mit der Gestaltung der Plakate für die führenden Jazz Festivals in Berlin und Frankfurt betraut. Nicht nur für den Jazz, sondern auch für Opern oder Rockkonzerte war Kieser prägend, mit Postern für Jimi Hendrix und Frank Zappa schuf er Plakatgeschichte. Für den Hessischen Rundfunk übernahm Kieser viele Jahre die graphische Gestaltung. Bislang gar nicht bekannt ist Kiesers plastisches Werk, das im Fokus dieser Ausstellung steht und erstmals neben dem Gestalter den Bildenden Künstler zum Vorschein bringt, eine Entdeckung. 
Günther Kieser wurde 1930 in Kronberg geboren, er studierte an der Werkkunstschule Offenbach Grafik-Design und lehrte an der renommierten Bergischen Universität Wuppertal. Seit 1951 arbeitet er freischaffend als Graphikdesigner vornehmlich im kulturellen Bereich. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, Günther Kieser ist Mitglied der Alliance Graphique Internationale.

Die Ausstellung wird von einem limitierten Leporello mit Darstellungen der Plastiken und einem Faltblatt begleitet

Ausstellung: 30. Juni bis 29. August 2010
Eintritt 2.50 €

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Mittwoch, 26. Mai 2010

Schrift- und Buchkunst als Lebensaufgabe

Ein Leben in rasanter Geschwindigkeit und die Dynamik bleibt


Heinz Hellmis, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, wurde durch seine Arbeit mit Schrift zum bekannten Büchermacher und Literaturfreund. Er war viele Jahre Künstlerischer Leiter des Aufbau-Verlages, ist der Gestalter der MARGINALIEN und Gutenberg-Preisträger der Stadt Leipzig. Die Austellung zeigt aus der Zeit von 1949 bis 2010 Schriftblätter, Kalligraphie, Entwürfe für Satzschriften, Buchgestaltungen, Schutzumschläge, Einbände und Schriftplakate, sowie alle neuen Gestaltungen der Edition ZWIEFACH.

Ausstellung: 4. Juni bis 4. Juli 2010

è Künstlerhof Roofensee, Stechlin, OT Menz
è Einladung zur Vernissage

è Edition ZWIEFACH

Dienstag, 25. Mai 2010

Stimmen aus dem Wüstensand

Briefkultur im griechisch-römischen Ägypten

Die Ausstellung präsentiert außergewöhnliche, amüsante, aber auch berührende Beispiele sowohl von Privatbriefen als auch offizieller Korrespondenz. Neben griechischen und lateinischen Briefen zeigen koptische und arabische Schreiben die multilinguale Kultur des antiken Ägypten und demonstrieren die Entwicklung der Kommunikation über einen Zeitraum vom 3. Jh. v. Chr. bis zum 8. Jh. n. Chr.
Privatbriefe auf Papyrus stellen im Rahmen der antiken Überlieferung aufgrund ihres unmittelbaren und persönlichen Charakters eine besonders faszinierende Textgattung dar. Die zumeist unmittelbar verständliche Situation der Briefe und etliche Nachrichten allgemein-menschlichen bzw. allzu menschlichen Inhalts geben vielfältige Einblicke in das Alltagsleben. Zu solchen Privatbriefen tritt als zweite Gruppe die offizielle Korrespondenz. Im Schriftverkehr zwischen Amtsträgern, aber auch in Verlautbarungen der Regierung und Verwaltung an die Bevölkerung manifestieren sich Herrschafts­stil und hierarchische Strukturen.

Ausstellung: 10. Juni 2010 – 15. Januar 2011

Homepage der Österreichischen Nationalbibliothek
Josefsplatz 1
1010 Wien
Tel. (+43 1) 534 10-270

Montag, 24. Mai 2010

ein Ort zum Lesen

Im Netz finden Sie jetzt einen kleinen Eindruck von der Aktion am 10.05.2010 im Gedenken an die Bücherverbrennung.
Die Veranstalter der Aktion waren in der Zeit von 11- 19 Uhr mit 50 Stühlen und 50 Büchern vor Ort auf dem Bebelplatz. Es gab viele interessante und spannende Gespräche mit Besuchern und Passanten aller Altersgruppen.
Es wird bereits überlegt, wie sich "ein Ort zum Lesen" mit Blick auf das kommende Jahr weiterentwickeln könnte, um dann auch das Ziel der 100 Stühle und 100 Bücher, wie wir es für dieses Jahr vorgesehen war, erreichen zu können.

è ein Ort zum lesen

Donnerstag, 20. Mai 2010

BBA - relaunched



Der Webauftritt des è Berliner Bibliophilen Abend wurde in die Hände von Abel Doering gelegt. Dieser übernahm vorsichtig das bisherige Design und Konzept der Seite, verbesserte die Optik etwas und entfernte veraltete Scripts, so dass das Seite schnelle geladen wird. Das Erscheinungsbild sollte jetzt wieder so sein, wie ursprünglich gedacht. Hinzugefügt wurden einige Informationen, vor Allem zu Publikationen der letzten Jahre, sowie eine lange vermisste Suchfunktion.

siehe auch è Börsenblatt

1 Kommentar:
Die geringfügigen bibliographischen Korrekturen zu den BBA-Publikationen sind zu loben.
Wesentliche Teile der Publikationen des BBA konnten durch die rechtzeitige Emigration von Dr. Abraham Horodisch [1898-1987] und Dr. Emil F. Tuchmann [1885-1963] im Jahre 1933 ins Ausland verbracht werden.
Dazu gehörten auch die vollständigen Druckerzeugnisse von Aldus-Druck, Berlin. Die Brüder Erich und Reinhold Scholem hatten diese Möglichkeit 1937-38 nicht mehr.
(Hartmut Erlemann)

Antiquariatsliste Mai 2010

Antiquariatsliste des Roten Antiquariats Mai 2010Die neue Antiquariatsliste unseres Mitglieds Christian Bartsch konzentriert sich diesmal thematisch auf den gesamten Socialistica-Bereich. Aufgrund des geringen Umfangs von 33 Seiten beschränkt sich die Liste auf eine nur knappe Beschreibung der jeweiligen Titel, von denen immerhin 367 enthalten sind.

è Rotes Antiquariat
und Galerie C. Bartsch
Knesebeckstr. 13/14
10623 Berlin

Mittwoch, 19. Mai 2010

Neuer Katalog des Antiquariats Keune

Sabine Keune, Katalog 44Unser Mitglied, die Duisburger Antiquarin Sabine Keune hat ihren 44. Katalog "Eine Galerie künstlerischer Bilderbücher herausgegeben.
Der Katalog mit 256 Posten ist in zwei Abteilungen unterteilt: "Eine Galerie künstlerischer Bilderbücher" (Teil I, Nrn. 1 bis 60) und "Noch mehr Kunst für Kinder" (Teil II, Nrn. 61 bis 256), jeweils mit einem eigenen Register versehen.
Das Originelle an diesem Katalog ist, dass im ersten Teil künstlerisch wertvollen Bilderbüchern von dem Kinderbuchforscher und -bibliografen Friedrich C. Heller aus den Beständen des Antiquariats von Sabine Keune zusammengestellt wurden.
Der farbig illustrierte Katalog kann gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro bei * Sabine Keune bestellt werden.

è
Antiquariat Sabine Keune
Friedrich-Alfred-Straße 79
47226 Duisburg

einladung von schwarzdruck

klick: Veranstaltungsplakat als PDFliebe freunde, leser und neugierige,
wer wissen will, was ein "typoerotischer briefwechsel" ist, muss zur premiere unserer neuveröffentlichung "durch die buchstabenwüste" kommen: am 26. mai im cafe oberwasser in der zionskirchstr. 6. matthias biskupek und ingrid annel werden lesen und signieren, schwarzdruck verkauft, alle können reden ...
Ihr/Sie seid/sind alle hiermit herzlich eingeladen!


Schöne Grüße von Schwarzdruck
marc berger

è Edition Schwarzdruck
*
Marc Berger
Brunnenstraße 163
10119 Berlin
Fernsprechanschluß: 030 - 48 62 53 15

Dienstag, 18. Mai 2010

Exkursion der Berlin-Brandenburger Regionalgruppe

Die Berlin-Brandenburger Pirckheimer unternehmen am Sonnabend, den 26. Juni 2010 einen Ausflug nach Wörlitz/Oranienbaum/Mühleck.

Claudia Berg - Radierung
Gelegentlich dieser Exkursion erhalten die Teilnehmer des Ausflugs das bibliophile Buch des Mitteldeutschen Verlages „Beschreibung des fürstlichen anhalt-dessauischen Landhauses und englischen Garten zu Wörlitz. Von August von Rode. Federzeichnungen von Claudia Berg / Halle".
Eine begrenzte Anzahl kann von den Exkursionsteilnehmern als Vorzugsausgabe mit einer Radierungen von Claudia Berg für den Sonderpreis von 60,- € erworben werden. Diese sind bei Udo Wittkowski per Post oder
E-mail bis 07. Juni bestellbar und werden am Reisetag ausgeliefert.

Sonntag, 16. Mai 2010

Nürnberger Pakete

Der Autor und Altverleger Elmar Faber wird auf Burg Storkow aus seinem 2009 im Verlag „Das Neue Berlin“ erschienenen Buch „Nürnberger Pakete“ lesen.
Elmar Faber begibt sich in seinem Werk zurück in die wildromantischen Landschaften Thüringens, wo er dem Leser eigensinnige Menschen und ihre sonderbaren Lebensgeschichten vorstellt. Zum Beispiel Charlott, die vierzig Jahre lang besessen die monatlich eintreffenden Westpakete ihres entlaufenen Ehemannes zu einem Warenlager aufstapelt. Oder Otto Graf, dessen Schlosserwerkstatt vor allem für die weibliche Kundschaft ein Umschlagplatz für neue Hoffnung ist. Angesiedelt in der (ost)-deutschen Wirklichkeit des 20. Jahrhunderts erzählen die Geschichten von kuriosen Schicksalen, in denen der Banalität des Alltags ein Schnippchen geschlagen wird – und in denen zugleich die Frage nach dem Wert des menschlichen Lebens überhaupt gestellt wird.
Elmar Faber, Foto © Elke LangDer Autor. Mitglied der Pirckheimer-Gesllschaft, wurde 1934 in Deesbach/Thüringen geboren. Nach dem Germanistikstudium betreute er die Wissenschaftliche Zeitschrift der Universität Leipzig und war in verschiedenen Verlagen als Lektor tätig, bevor er 1983 Verlagsleiter beim Aufbau Verlag wurde. Anfang der Neunziger gründete er den Verlag Faber & Faber. Unter anderem ist er Vorsitzender des Verlegerausschusses des Leipziger Börsenvereins, Mitglied des Redaktionskollegiums der è
MARGINALIEN und Verfasser zahlreicher Aufsätze über Buchkunst, Buch- und Verlagsgeschichte.

Freitag, 11. Juni 2010, 19.00 Uhr

Storkow (Mark), Schloßstraße 6, kleiner Burgsaal Burg-Salon

Eintritt:
Vorverkauf: 6,00 Euro, Abendkasse: 8,00 Euro
Informationen und Tickets:
Tourist-Information
Schloßstraße 6
Tel.: 033678 73108
E-Mail

Veranstalter:
Burg-Kultur e.V.
Tel.: 033678 73228
E-Mail

1 Kommentar:
Wenn am 11. Juni Elmar Faber aus Leipzig nach Storkow kommt, um aus seinem 2009 erschienenen Buch „Nürnberger Pakete“ zu lesen, hat der Burg-Salon des Burg-Kultur-Vereins wieder einmal einen Prominenten zu Gast: einen der erfolgreichsten und bekanntesten Verleger, dem sogar Wikipedia eine Seite widmet. Dort ist zu lesen, dass er 2007 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse erhalten hat. Nur mit einem Link allerdings wird auf die schriftstellerische Leistung des 76-jährigen verwiesen, die sich bis jetzt fast ausschließlich um das Buch herum bewegte.
Mit den Erzählungen in „Nürnberger Pakete“ aber geht der in Deesbach/Thüringen geborene Autor thematisch zurück in die Erlebniswelt seine Kindheit, die nicht nur durch die Nachkriegszeit geprägt war, sondern in der allzeit die Geschichten der davorliegenden Generationen präsent waren.
Deesbach ist heute ein idyllischer Erholungsort mit rund 440 Einwohnern, gelegen zwischen Saalfeld und Neuhaus am Rennweg. Von seiner wirtschaftlichen Vergangenheit, in der neben Landwirtschaft Glasbläserei, Porzellanmalerei, Vogelstellerei und Olitätenhandel eine besondere Rolle spielten, ist der berühmte Kräuterlikör KUEMMERLING übriggeblieben. Stolz wirbt der Ort mit dem Slogan „Deesbach im Thüringer Kräutergarten“.

Von den zehn auf 189 Seiten vereinten Erzählungen sollte man allerdings keine Autobiographie erwarten. Nur zweimal wendet Faber die literarische Ich-Form an. Was aber von ihm selbst deutlich wird, ist seine Liebe zur Natur und seine Sympathie zu den einfachen, tüchtigen Menschen, die bis zur Selbstaufgabe ihre Würde bewahren gegen Lüge, Betrug, Zwang, Verleumdung, Ungerechtigkeit.

Das Buch hält den Leser von der ersten bis zur letzen Zeile in seinem Bann durch seine detaillierten Naturbilder und seine Beschreibungen von Menschen und deren Leben in oder außerhalb der Dorfgemeinschaft. Da ist Else Meisel, krumm gebeugt, einst eine mädchenhafte Schönheit, die zur einsiedlerischen Selbstversorgerin geworden war aus Protest gegen ihren Vater, einen sozialen Aufsteiger, „der sich frech durch die Hitlerzeit mogelte“. Die verlassene Charlotte wiederum gibt sich der Illusion hin, die per Dauerauftrag regelmäßig bei ihr eintreffenden Pakete aus Nürnberg kämen von ihrem geschiedenen Mann. Und der feingeistige Lateiner Dr. August Aegidius des Fröbel-Gymnasiums wird von einem proletarischen Neulehrer gemobbt und flieht in den Westen.

Der Skrupellosigkeit der Erfolgreichen und Wohlhabenden stehen die Armen und Schwachen wehrlos gegenüber. Soziale Zustände werden an Charakteren festgemacht. Das politische Umfeld, wie Naziherrschaft, Krieg und Nachkriegszeit in der sowjetischen Besatzungszone, tritt nur ganz am Rande in Erscheinung. Nach der „Wende“ spielt lediglich eine Erzählung. Das Hauptspannungsfeld ergibt sich aus dem Gegensatz von ländlicher Naturschönheit und tragischen Schicksalen, welche tief berühren..

(Elke Lang)

Samstag, 15. Mai 2010

Gedanken bleiben frei

ISBN 978-3-257-23106-9Heute unternimmt die Initiative Buchkultur eine Exkursion zu einer Ausstellung in die Gedenkstätte KZ Osthofen, gemeinsam mit dem Gesprächskreis Juden und Christen und dem Arbeitskreis Ludwigshafen setzt Stolpersteine. Dort bietet Tomi Ungerer einen dokumentarisch-künstlerischen Rückblick auf die Jahre 1940 bis 1945 im Elsass aus seiner Perspektive als Schüler. Die Ausstellung zeigt zahlreiche Dokumente und Objekte aus seiner Sammlung. Im Vordergrund stehen Tomi Ungerer als scharf beobachtender, junger Zeitzeuge und seine kritisch-satirische Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur. Erstmals gezeigt werden neue Collagen, die der Künstler speziell für diese Ausstellung in einer KZ-Gedenkstätte geschaffen hat.
Bereits 1999 erschien von Tomi Ungerer bei Diogenes der Titel "Die Gedanken sind frei" (ISBN 978-3-257-23106-9) über seine Kindheit im Elsaß.

Ausstellung 11. Mai bis 8. August 2010

Gedenkstätte KZ Osthofen
Ziegelhüttenweg 38
67574 Osthofen

Dienstag, 11. Mai 2010

Stammtisch der Initiative Buchkultur

Freunde der Buchkultur,
wir erinnern und laden herzlich ein:



Mittwoch, 12. Mai 2010: Stammtisch mit Vortrag: Von edlen Drucken, die keine sind. Die historischen Fototechniken Cyanotypie und Gummidruck. Günther Wilhelm (Geschützte Orte) berichtet aus seinem Atelier. Die sogenannten Edeldrucke sind moderne Fotografien, bearbeitet mit Verfahren aus der Pionierzeit der Fotografie. Mit diesen Kontaktkopierverfahren entstehen Bilder direkt im Papier. Durch mehrfache Belichtung und den Einsatz verschiedener Chemikalien kommt eine beeindruckende Farbigkeit und Tiefenwirkung zustande.
(Marita Hoffmann)


è Initiative Buchkultur: Das Buch e.V. c/o Llux
Postfach 25 02 09
67034 Ludwigshafen
Tel. (06 21) 68 50 275

Kastanienhof ist Sponsor von pirckheimer-gesellschaft.org

Xylothek

Die Künstlerbibliothek in Zigarrenkistenformaten
Carl Schildbach schaffte ab 1780 mit seiner Holzbibliothek den Prototyp einer sogenannten Xylothek.
(Xylon, gr. = Holz/Theke, gr. = Aufbewahrungsort.)530 „Scheinbände“ kann man bis heute im Naturkundemuseum in Kassel besichtigen. „Nach selbstgewähltem Plan“ ordnete Schildbach sämtliche Holzgewächse der Gegend enzyclopädisch und bereitete sie auf „für eine anschauliche Betrachtung“.

Aus der Museumsbroschüre 2001: „Dabei wird aus jeder einzelnen Baum- oder Strauchart eine Art Scheinbuch gebildet, dessen Äußeres aus Holz und Rinde besteht, während im Innern die jeweiligen Blätter, Blüten und Früchte dreidimensional vorgestellt sind. Eingeklebte Legenden enthalten das damalige forstbotanische Wissen zur jeweiligen Art.“

(Marion Gültzow)
Marion Gültzow - Das Projekt Xylothek
Mit diesem Bild/Wissen vor Augen kehrten fünfzig leere Zigarrenkisten aus einer Umzugshinterlassenschaft einer stillen Betrachterin auf einmal ihren Rücken zu und entfalteten mit dieser neuen Aufstellung sogleich ihre Bibliothekstauglichkeit. Das Hölzerne war naturgemäß äußere Erscheinung. Bunte Banderolen und Steuermarken bebilderten die Wirklichkeit des längst verrauchten Inhalts, und die Todeswarnungen waren ein beharrlicher Hinweis auf die Möglichkeit gelebten Lebens.

Kinder und Freizeit-Insektenforscher benutzen sie gerne, die Zigarrenkisten als Aufbewahrungsort für ihre Schätze: Flüchtiges der Tagesjagden, Erlebtes und Geträumtes mit dem Schmetterlingsnetz der Seele gefangen. Die Einen jagen aus Lust an der Bewegung und der Selbstentdeckung, die Anderen aus Lust am Festhalten und Systematisieren. Beide der Verlockung gehorchend, durch Besitz ein Stückchen Weltbeherrschung zu erlangen.

Die bearbeiteten Zigarrenkisten der Xylothek bewahren und bringen an das Licht der Tage gleichermaßen: Schätze/Früchte künstlerischer Auseinandersetzung mit Alltagsmaterialien aller Art. Bürolandschaften und Querschiffe am Horizont neuer Aufenthaltsmöglichkeiten, ankern jenseits von Steuermarken und Todeswarnungen. Allerdings nicht der Bibliothek eines leidenschaftlichen Buchbinders verpflichtet, wie von Wolfgang Hildesheimer sie in seinem Roman „Masante“ beschrieben: „Sie war voller Schätze, Bücher aus herrlichen handgeschöpften Papieren, Pergamente wie geschaffen für Apokryphes oder Palimpseste, zartfarbene Vorsatzpapiere in alten Mustern, Bücher seltsamer Formen, oval und sechseckig, Arbeiten eines Lebens, und die Seiten alle leer. In seiner gesamten Bibliothek stand nicht ein einziges Wort.“
Ausstellung als Bibliotheksinstallation 2010
im Foyer der Wunderkammer in den
è
Franckeschen Stiftungen zu Halle
Eröffnung: Donnerstag, 30. September 2010, 19.00 Uhr
Ausstellung 1. Oktober 2010 bis 23. Januar 2011
Öffnungszeiten: Di - So 10 - 17

siehe auch è Das Projekt Xylothek
siehe auch è
Von den Holzbibliotheken

Die Verlegerin

„Ein gutes Buch ist immer illustriert"


Marita Hoffmann, Foto © Die Rheinpfalz/Kunz„Zu einem guten Buch gehört für mich immer, dass es illustriert ist", sagt Marita Hoffmann. Deswegen empfiehlt die Geschäftsführerin des in Oggersheim ansässigen Llux-Verlags und Vorsitzende und Mitbegründerin des Vereins „Initiative Buchkultur: Das Buch" nicht nur einen Klassiker, sondern eine besondere Ausgabe davon: das von Giovanni Boccaccio in der Mitte des 14. Jahrhunderts verfasste „Decamerone", gestaltet in den 50er Jahren von dem in der DDR lebenden und 1994 verstorbenen Grafiker und Hochschulprofessor Werner Klemke. „Es ist ein Gesamtkunstwerk", schwärmt Hoffmann, „er hat sogar die Schriften gestaltet und als Illustrationen Holzstiche angefertigt." Für das Werk habe Klemke sogar die Ehrenbürgerschaft von Baccaccios Geburtsort Certaldo bekommen. „Ich kenne das Buch schon länger, besitze es aber erst seit einem Jahr", sagt Hoffmann. Es werde in dieser Form zwar nicht mehr verlegt, sei aber, „wenn man ein bisschen stöbert", in Antiquariaten oder im Internet zu bekommen, sagt die 45-Jährige.
Neben den Illustrationen begeistert sie auch Boccaccios Ursprungsidee immer wieder: von zehn jungen Leuten zu berichten, die sich zum Zeitvertreib Geschichten erzählen, lustige, schöne und traurige. „Ich liebe die italienische Literatur", sagt Marita Hoffmann, „auch die moderne."
(heß)
Quelle/© : „Die Rheinpfalz" aus Ludwigshafen, 23.4.2010

Kommentar:
Es versteht sich von selbst, daß ich nicht nur ein "Lieblingsbuch" habe, eher noch gar keins, wenn man's genau nimmt. Daß ich am "liebsten" Grammatikbücher, egal welcher Sprache, lese, wollte die Redakteurin als Empfehlung nicht gelten lassen. So habe ich die von Werner Klemke illustrierte Decamerone-Ausgabe gewählt. Was in der Zeitung ebenfalls nicht steht, ist der erotische Aspekt eines Teils der Geschichten und die Gesellschaftskritik, die sich - gerade aktuell - vorwiegend in dem unsittlichen Verhalten der Mönche und sonstiger geistlicher Würdenträger äußert. Wer sich die Illustrationen gerne einmal anschauen möchte, findet eine Sammlung davon hier.
(Marita Hoffmann)

Hinterhof-Antiquariat ist Sponsor von pirckheimer-gesellschaft.org

500 X 100

Diese auf den ersten Blick lösbare Multiplikation stellt das Sammelmotto und -programm der Goethe-Gesellschaft Siegburg für die Errichtung der

STIIFTUNG GOETHE-BIIBLIIOTHEK

auf. Ziel dieser Aktion sind 500 Spenden von je 100,- Euro (oder auch 100 Spenden von je 500,- Euro), die das Gründungskapital für eine von der Gesellschaft getragenen Stiftung bilden sollen.
Stiftungszweck ist die Errichtung einer Kultur-Institution, die vorrangig die Goethe-Bibliothek installiert und trägt. Im Bestand der erfreulich wachsenden Sammlung sind bereits über 800 Medien verzeichnet; die strenge Goethe-Ausrichtung lässt eine beachtliche Spezialität gedeihen. Wunsch- und plangemäß möchte die Bibliothek mittel- bis langfristig Räumlichkeiten beziehen, die neben dem Literaturbetrieb z. B. auch die Organisation eines Kultur-Programms (Konferenzen, Vorträge, Lesungen etc.) ermöglichen.
(Paul Remmel)

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte

è Stiftung Goethe-Bibliothek i.G.
è Goethegesellschaft Siegburg e.V.

Montag, 10. Mai 2010

Druckkunst 2.0

Homepage
Am Samstag, dem 8. Mai, kamen über 80 Fachleute aus den Bereichen Druck, Design und Typografie zu den inzwischen 16. Leipziger Typotagen zusammen. Thema der Tagung im Museum für Druckkunst Leipzig war die "Druckkunst 2.0".
Aus ihrem jeweiligen Blickwinkel beleuchteten
- der Verleger Robert Klanten von "Die Gestalten" (Berlin),
- die Schriftdesigner Veronika Elsner und Günther Flake von Elsner+Flake (Hamburg),
- der Typograf Erhard Kaiser (Leipzig),
- Nina Schütte und Jörg Petri von der Edition Kopfnote (Berlin),
- Prof. Jay Rutherford und Prof. Frank Hartmann (Bauhaus-Universität Weimar),
- Marc Mittelstaedt von Giesecke & Devrient (München) und
- Wolfgang Schubert vom Lichtdruck-Kunst Leipzig e. V. das Thema.
(Martina Zentner)

Fotostrecke è
(foto+design sonntag)
siehe auch è Druckkunst 2.0
sowie è typotage.de
und è
twitter

Samstag, 8. Mai 2010

Nikolaus Heidelbach und Norman Junge

Ungeheuer

Uwe übt, aus Nikolaus Heidelbach: Was machen die Jungs? Weinheim und Basel 1999
Die vielfach preisgekrönten Kinderbuchillustratoren und Bilderbuchautoren Nikolaus Heidelbach und Norman Junge erwecken in ihren reizvollen und genialen Zeichnungen allerlei skurrile Fantasie- und Albtraumgestalten zum Leben. Der Sinn der Künstler für feine Ironie und makabren Humor macht die 500 gezeigten Bilder auch für Erwachsene unterhaltsam. Neben dem zeichnerischen Werk der Künstler werden Skulpturen, darunter das Ein- Tasten-Klavier von Norman Junge präsentiert. Eine Lese- und Malstation bietet den kleinen Ausstellungsbesuchern Raum, sich selbst zu verwirklichen.

Ausstellung: 17. April bis 4. Juli 2010

è Museum für Angewandte Kunst
An der Rechtschule
50667 Köln

Donnerstag, 6. Mai 2010

Sibylle. Modefotografien 1962–1994

Bildvorschau, bitte klickenDie Zeitschrift SIBYLLE gehörte in der DDR wegen ihrer einzigartigen Mode- und Fotobeiträge zu den beliebtesten und begehrtesten Publikationen. Sie erschien zwischen 1956 und 1989 alle zwei Monate in einer Auflage von etwa 200.000 Exemplaren, die immer sofort vergriffen war.
Der Erfolg der SIBYLLE lag in ihrem besonderen Konzept, Mode, Fotografie und Kultur zu verbinden. SIBYLLE hatte den Anspruch, alltagstaugliche Mode zu präsentieren und ein modernes Frauenbild zu vermitteln. „Die berufstätige, selbstbewusste, emanzipierte Frau wollte man zeigen, sich von alten Klischees trennen. Mode ins Verhältnis setzen zu den gesellschaftlichen Idealen“, so Dorothea Melis, Moderedakteurin der SIBYLLE 1961 bis 1970. Bekannte Fotografen und Fotografinnen wie Arno Fischer, Sibylle Bergemann, Ute Mahler und Werner Mahler, Roger Melis und Günter Rössler fanden dafür eine ganz individuelle Bildsprache, in der sich Mode- und Porträtfotografie verbanden. „Wir haben nicht nur Mode fotografiert, wir haben Bilder gemacht, die uns wichtig waren“, so die Fotografin Ute Mahler.
Das Buch versammelt die schönsten und charakteristischsten Mode- und Porträtaufnahmen, die im Laufe von 30 Jahren für die von den Leserinnen geliebte Zeitschrift und in ihrem Umfeld entstanden. Er zeigt, wie die international beeinflußte, aber stets auf Eigenständigkeit bedachte DDR-Modefotografie Anfang der sechziger Jahre entstand und sich ungeachtet ihrer informativen Funktionen immer wieder als ein Medium behauptete, das die Ideale, Möglichkeiten und Grenzen weiblicher Existenz im realen Sozialismus reflektierte.

Der Band enthält 160 ganzseitige Fotografien von Sibylle Bergemann, Arno Fischer, Steffi Graenitz, Karol Kállay, Ute Mahler, Werner Mahler, Sven Marquardt. Peter Meißner, Roger Melis, Günter Rössler, Rudolf Schäfer, Wolfgang Wandelt und Michael Weidt.


Herausgegeben von Dorothea Melis. Leipzig: Lehmstedt Verlag, 2010. 176 Seiten mit 160 ganzseitigen Abbildungen, 24 x 27 cm, Festeinband, Fadenheftung, ISBN 978­3­937146­87­4, 24,90 Euro

Mittwoch, 5. Mai 2010

Buch des Monats

Goethes Prometheus, ein Malerbuch von Henry Moore

Goethes Prometheus, ein Malerbuch von Henry Moore - PrägedruckeDer englische Bildhauer Henry Moore zählt zu den einflußreichsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Neben seinen plastischen Arbeiten entstand auch ein umfangreiches graphisches Werk. 1950 schuf er auf Anregung des französischen Verlegers Henri Jonquières großformatige Illustrationen zu Goethes „Prometheus“. Der junge Goethe hatte den Stoff der griechischen Mythologie entlehnt. In seinem Dramenfragment stellte er den Menschen in den Mittelpunkt und ließ ihn den Göttern trotzen. Die literarische Vorlage war geradezu prädestiniert für Moore, stand doch auch in seinem Oeuvre der Mensch stets im Zentrum. In Zusammenarbeit mit dem Meisterdrucker Fernand Mourlot entstand ein fulminantes Malerbuch mit farbigen Lithographien von großer Plastizität. Martina Weiß führt in Leben und Werk Henry Moores ein und erläutert seine einzige große buchkünstlerische Arbeit.

07. Mai 2010 14 Uhr
Eintritt: 2,50 €, Mtgl. 1,50 €

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Dienstag, 4. Mai 2010

Von den Holzbibliotheken,

auch Xylotheken genannt

Bernd-Ingo Friedrich: Alfred Brehm und das Laienbrevier von Leopold ScheferSammeln und Forschen bilden von jeher eine Einheit. Ganz besonders war das der Fall im 18. und 19. Jahrhundert, als auch die „Naturkunde“ einen enormen Aufschwung erfuhr und so berühmte Standardwerke wie Linnés Species plantarum (1753), Humboldts Kosmos (1845-1862), Brehms Tierleben (1863-1869) oder Edmund Reitters Fauna Germanica (1908) entstanden. Grundlage jeder wissenschaftlichen Arbeit war – ist nach wie vor – das Sammeln und Sichten von Belegen. ... è
weiterlesen

(Bernd-Ingo Friedrich )

Montag, 3. Mai 2010

Buch und Plakat ist Sponsor von pirckheimer-gesellschaft.org

1. Grafikdesign Biennale Deutschland-China

10. bis 21. Mai 2010

Homepage der 1. Grafikdesign Biennale Deutschland-ChinaZum ersten Mal findet eine Grafikdesign Biennale mit Beteiligung Chinas in Deutschland statt. Namhafte chinesische und deutsche Designer haben ihre Teilnahme an der Ausstellung und den Vorträgen in Offenbach zugesagt. Erwartet werden unter vielen anderen der Top-Designer Bi Xuefeng aus Shenzhen und der weltweit bekannte Buchgestalter Lü Jingren aus Beijing.

Im Offenbacher Schlachthof werden vom 13. bis 21. Mai 2010 mehr als 300 Plakate und 150 Bücher ausgestellt. Die Hochschule für Gestaltung Offenbach veranstaltet dazu begleitend eine dreitägige Vortragsreihe zu den Themen »Kultur und Integration« und »Grafikdesign Deutschland/China«. Außerdem soll an der HfG ein intensiver Austausch zwischen jungen chinesischen und deutschen Grafik- und Produktdesignern sowie Filmemachern stattfinden.

Den Auftakt zur Grafikdesign Biennale bildete im November 2009 die Ausstellung mit Arbeiten deutscher und chinesischer Designer in der chinesischen 10-Millionen-Metropole und alten Kaiserhauptstadt Xi’an, die innerhalb von zehn Tagen knapp 119.000 Besucher anlockte.

Die besondere Anziehungskraft zwischen chinesischen und deutschen Gestaltern ist so alt wie die Geschichte der in Weimar und Dessau ansässigen ehemaligen Kunstschule Bauhaus (1919-1933). Die Lehre des Bauhaus beeinflusst bis heute maßgeblich die Kunst- und Designhochschulen Chinas. Natürlich hat sich in den vergangenen fünfundzwanzig Jahren Globalisierung und digitaler Evolution vieles verschoben. Chinas langer Weg in die Moderne hat rasant an Fahrt gewonnen. Alles, was in China geschieht, hat eine skalierende Dimension und damit eine größere Bedeutung für unsere Welt, als es im Moment noch erscheinen mag. Durch die wirtschaftliche Beschleunigung sind auch die chinesischen Grafikdesigner herausgefordert und zu ungeahnten Höhenflügen angeregt, die weit über die asiatische Welt hinaus wirken. Trotz der fortschreitenden Internationalisierung sind wir uns aber weitgehend fremd geblieben. In diesem Fremdsein liegt heute die gegenseitige Faszination und das Interesse zweier großer Kulturnationen aneinander.

antiquariat.de ist Sponsor von pirckheimer-gesellschaft.org

Feinliche Brüder?

Feindliche Brüder?Die Buchhandlung Walther König bittet Sie und Ihre Freunde zu einem Gespräch über die Behauptung einer gemeinsamen Geschichte der deutschen Nachkriegskunst im Spannungsfeld konkurrierender Erziehungsmodelle der Besatzungsmächte.
Den Anlaß bietet Eckhart Gillens jüngstes Buch "Feindliche Brüder? Der Kalte Krieg und die deutsche Kunst 1945 bis 1990" im Nicolai Verlag, Berlin.

Am Freitag, den 7. Mai 2010 um 19.30 Uhr, diskutieren der Kunstkritiker und Publizist Eduard Beaucamp und Michael Diers, Professor für Kunst- und Bildgeschichte an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg und an der Humboldt-Universität zu Berlin, mit dem Autor.

è Buchhandlung Walther König
an der Museumsinsel
Burgstraße 27
10178 Berlin

Künstlerbücher – Buchkünstler

Zwanzig Jahre burgart-presse

burgart-prese Jens HenkelAuf rund 110 Künstlerbücher, Einblattdrucke und Bibliografien kann der Verleger Jens Henkel zurückblicken. 1990, vor 20 Jahren, hat er in Rudolstadt die burgart-presse gegründet. Sie fand zuerst auf der Heidecksburg hoch über der Stadt ihren Platz, und daher rührt auch der Name des Verlages: burgart. Aber der gelernte Museologe und Historiker war schon zu Zeiten der DDR aktiv. Denn Jens Henkel war aufgefallen, „dass immer mehr seiner Freunde Bücher machten. Sie hefteten Zeichnungen und Typoskripte, Farbblätter und Drucke, handschriftliche Poeme und Materialcollagen zusammen, nannten es Künstlerbuch. In Frankreich hatte diese Tradition vor einem Jahrhundert begonnen – in der DDR, wo die Buchproduktion fest in Staatshand lag, wurde sie inhaltlich bedeutsam: Kunstprodukte bedurften keiner Druckgenehmigung“, so Matthias Biskupek, einer der Hausautoren der burgart-presse.
1983/84 erschienen Henkels Erstlinge. ... è weiterlesen
(Georg Drescher)

Ausstellung 2. Mai bis 11. Juli 2010
è
Museum Otto Schäfer, Schweinfurt
Di–Sa 14–17 Uhr, So 10–17 Uhr

è burgart-presse
Mörla Nr. 45 a
07407 Rudolstadt
Tel: 03672-412214