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Montag, 3. November 2025

das sogenannte „Zeitschriftenunwesen“

Der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus stellt in Berlin ENTWERTER/ODER und das sogenannte „Zeitschriftenunwesen“ aus.

Im März 1982 gründeten Uwe Warnke und Siegmar Körner in Berlin, der Hauptstadt der DDR, die original-grafische Künstlerzeitschrift ENTWERTER/ODER. "Alles geschah ohne jegliches kommerzielle Interesse. Wir waren jung und auf Ärger vorbereitet. Wir hatten nichts zu verlieren. Wir taten etwas, ohne zu fragen. Genau das war das Politikum.“ (Uwe Warnke)
Umschläge: № 33 (1989) Thomas Günther | № 100 (2016) Uwe Warnke | № 1 (1982) Siegmar Körner | № 21 Harald Rautenberg
500 Beteiligte aus 15 Ländern haben sich an insgesamt 130 Ausgaben von ENTWERTER/ODER beteiligt. Die Ausstellung zeigt Arbeiten aus allen Schaffensperioden der Zeitschrift mit Fokus auf die 1980er Jahre. Zu sehen sind Grafiken aller Techniken, Fotografien, Objekte, Handschriften und Texte. Mit dabei waren unter anderem Claus Bach, Kurt Buchwald, Harald Hauswald, Ruth Wolf-Rehfeldt, Strawalde, Ottfried Zielke, und Peter Wawerzinek. 

Anlässlich der von Uwe Warnke kuratierten Ausstellung wird im November 2025 eine letzte Ausgabe von ENTWERTER/ODER erscheinen.

Eröffnung: 6. November 2025, 19 Uhr, Einführung: Uwe Warnke
Ausstellung: 7 November 2025 - 12 April 2026

Freundeskreis Willy-Brandt-Haus
Stresemannstr. 28, 10963 Berlin

Samstag, 22. Februar 2025

Börde-Einhorn begeistert Besucher

Knapp 20 Freunde des schönen Buches waren am 19. Februar ins Magdeburger Literaturhaus gekommen, um die Corvinus Presse mit ihren Pressendrucken und Künstlerbüchern kennenzulernen. 

Damit sich die Gäste einen besseren Eindruck von der Druckerei in einem Berliner Hinterhof machen konnten, hatte Hendrik Liersch als Einstieg in seinen Vortrag einen Film gezeigt. Damit gab es nicht nur Blicke auf die Druckerei, sondern auch Einblicke in dieselbe. Man konnte Hendrik Liersch und seinen Druckerkollegen Dieter Bela bei der Arbeit zusehen. Abgerundet wurde das visuelle Erlebnis, durch Szenen, in denen die fertigen Bücher bei Lesungen vorgestellt werden.
Amsel und Katze mögen sich, sind Petrus Akkordeon (l.) und Hendrik Liersch überzeugt. | © R. Wege
Anschließend erzählte Hendrik Liersch anekdotenreich von seinem Weg vom gelernten Möbeltischler zum Pressendrucker, dessen Bücher heute in vielen Bibliotheken im In- und Ausland zu finden sind. Die Vielfalt der Künstler und Autoren, mit denen er zusammenarbeitet, ist groß. Sie reicht von Wienke Treblin, Guntram Vesper und Olesya Dzhuraeva zu Gerd Adloff, von Strawalde über Horst Hussel, Zoppe Voskuhl und Helene Hannbot Bautista bis zu Kay Voigtmann. Und immer wieder: Petrus Akkordeon. Mit ihm hat er schon viele Bücher gemeinsam gemacht, die eigentlich immer in die Tierwelt entführen. Sei es zu Amseln, Füchsen, Eulen, Tapiren, oder demnächst, zu Einhörnern.

... kompletter Beitrag hier..

(Magdeburger Pirckheimer)

Sonntag, 25. Juni 2023

40 Jahre Tabor Presse Berlin

Jan Pelkofer, Klaus Bücher und Paul Klös empfingen gestern in ihrer Tabor Presse Berlin Gäste zu einer Ausstellungseröffnung - die Presse besteht nunmehr 40 Jahre.
"... um ein Märchen handelt es sich in der Tat, wenn man sich vor Augen hält, dass vor 40 Jahren drei Drucker und Grafiker die Idee hatten, ihre Vorstellungen von einer Werkstatt für Druckgrafik in Angriff zu nehmen und vierzig Jahre später, zwar in anderer Besetzung, jedoch mit dem selben Enthusiasmus immer noch Drucke vom Lithostein, von der Linolplatte, dem Holzstock oder der Offsetplatte abziehen. 
... Angefangen haben wir, das waren Jürgen Zeidler, Jürgen Prasse und ich mit viel positiver Energie, obwohl es zuerst ein Tasten im Dunklen war; ganz largsam wuchsen wir an unseren Aufgaben und lernten zusammen mit den Künstlern bis wir uns irgendwann endlich freigeschwommen hatten. ...
Bis heute haben wir mit mehr als 500 Künstlern, die Zahl ist nicht genau zu ermitteln, unzählige Auflagen gedruckt. Das werden mehrere zehntausend Drucke gewesen sein. ..."
(Klaus Bücher)
zwei Drucke der Ausstellung: Bernhard Heisig / Strawalde
Zum 40jährigen Jubiläum erschien ein reich bebilderter Katalog, in dem einige der Künstler, die in der Ausstellung vertreten sind, vorgestellt werden.

Ausstellung 24. Juni - 25. August 2023

è Tabor Presse Berlin
Taborstr.22, 10997 Berlin

Montag, 12. Juni 2023

Strawalde aus der 1. Grafik-Mappe der Pirckheimer als Einzelblatt

Wie berichtet, erschien 2022 die zweite Grafik-Mappe der Pirckheimer-Gesellschaft.
Die erste Grafik-Mappe erschienen 2019/20 in einer Auflage von 35 arabisch und 15 römisch nummerierten Exemplaren, ebenfalls mit Beteiligung von 7 Künstlern, und war sofort durch Vorbestellungen vergriffen.

Strawalde, sign. Tuschzeichnung mit Blindprägestempel
der Pirckheimer Gesellschaft, Blattgröße 42 x 29,5 cm
Nicht verwunderlich ist es deshalb, dass einzelne Blätter der ersten Mappe inzwischen im Kunsthandel angeboten werden
Für einen wahren Bibliophilen ist dieses "Fleddern", dieses Herauslösen einzelner Blätter aus einer in sich geschlossenen Zusammenstellung, natürlich ein Frevel.
Da diese Zerlegung nun einmal geschehen ist, kann man es jedoch z.B. dem Darmstädter Kunsthandel für signierter und limitierter Druck Auflagen Arte-Mania nicht verdenken, dass er ein einzelnes Blatt aus der Mappe anbietet: Strawalde, eine der 50 eigenständigen Handzeichnungen, die auf Hahnemühlen-Karton oder Bütten, in Tusche, teils in schwarz, teils mit Indigo kombiniert, für die Pirckheimer und andere Sammler geschaffen wurden.

Samstag, 11. März 2023

30 Jahre „Palmbaum"

Ab heute steht eine Ausstellung auf Schloss Burgk im Zeichen der Palme: Literatur und Grafik aus Mitteldeutschland, im vergangenen Jahr konnten Freunde des Buches diese Ausstellung bereits im Literaturhaus Magdeburg sehen. 

„Wahre Wunderkammern", nennt Volker Braun die Hefte der Zeitschrift „Palmbaum. Literarisches Journal aus Thüringen". 1993 von Detlef lgnasiak gegründet, übernahm 2005 der Jenaer Autor und Pirckheimer Jens-Fietje Dwars die Redaktion. Seitdem werden die Einbände von Künstlern gestaltet. Die Spannweite reicht von Gerhard Altenbourg und Angela Hampel über Moritz Götze, Gerda Lepke und Gerd Mackensen bis zu Uwe Pfeifer, Max Uhlig und Baldwin Zettl. 

Das 30-jährige Bestehen der Zeitschrift feiert sich auf Schloß Burgk, wo all diese Künstler schon mehrfach zu Gast waren. Die Ausstellung zeigt alle Einbände und ihre originalgrafischen Vorlagen, dazu sämtliche Hefte, Künstlerbriefe von Karl-Georg Hirsch, Hans Ticha und Strawalde, Manuskripte von Volker Braun, Reiner Kunze und Wulf Kirsten sowie erstpublizierte Autografen von Gottfried Benn, Gabriele Reuter und Paul Scheerbart. Im Pirckheimer-Kabinett sind Grafik-Mappen und Beilagen der Marginalien zu sehen und ein erotisches Kabinett präsentiert Zeichnung von Gerd Mackensen.

Eröffnung: 11. März 2023
Ausstellung: 11. März - 25. Juni 2023

è Museum Schloss Burgk
07907 Burgk/Saale

Freitag, 22. Juli 2022

Edition Pirckheimer. Zweite Grafikmappe

Die erste Grafikmappe der Edition Pirckheimer erschien 2019/20. Sie enthielt Blätter von Moritz Götze (Siebdruck), Klaus Süß (Vier-Farb-Holzschnitt), Susanne Theumer (Kaltnadelradierung), Strawalde (Handzeichnung), Hans Ticha (Holzschnitt), Kay Voigtmann (Handzeichnung) und Baldwin Zettl (Kupferstich), die Auflage betrug 35 arabisch nummerierte und 15 römisch nummerierte Exemplare.

Die zweiten Mappe, wieder herausgegeben von Jens-Fietje Dwars, erscheint in 50 arabisch nummerierten Exemplaren, zehn Belegexemplare für die beteiligten Künstler, den Herausgeber und das Archiv der Pirckheimer sind römisch nummeriert.
Die Größe der Blätter ist unverändert A3, sie sind wieder sämtlich mit einem Prägestempel der Pirckheimer-Gesellschaft versehen. Die Mappe wird von Silke Steinhagen (Weimar) gebunden, das Beiblatt von der Pavillon-Presse gedruckt.

An der Mappe sind beteiligt: Max Uhlig: Frauenkopf (Radierung), Dieter Goltzsche: Das Schaukelpferd (Radierung), Claudia Berg: Haus bei Burano (Kaltnadel-Radierung), Karl Georg Hirsch: Letzter Tanz. Für Gottfried B. (Holzschnitt mit Tonplatte in Irisdruck), Gerd Mackensen: Nur Narr, nur Dichter … (Radierung, aquarelliert), Gerda Lepke: Begegnung (Siebdruck in Schwarz, Grau und Olivgrün auf gelbem Papier) und Sven Großkreutz: Phönix aus Aschersleben. Markt (Ätzradierung Aquatinta, Kaltnadel und Aussprengtechnik).
Flyer anzeigen durch Klick auf das Bild

Montag, 20. Juni 2022

Wort- und Bilderlust im Zeichen der Palme

Der Verein der Bibliophilen und Grafikfreunde Magdeburg und Sachsen Anhalt zeigt, gefördert durch das Kulturbüro der Landeshauptstadt Magdeburg und unterstützt durch den Verein Literaturhaus Magdeburg 34 signierte Andrucke der Einbände und Originalgrafiken der Thüringer Literaturzeitschrift Palmbaum. Die Ausstellung war seit 2010 u.a. in Jena, Weimar und Berlin zu sehen.

Die Zeitschrift „Palmbaum. Literarisches Journal aus Thüringen“ besteht seit 1993 und erscheint zweimal jährlich im quartus-Verlag Bucha bei Jena. Sie wird vom Thüringer Literaturrat herausgegeben und von der Thüringer Staatskanzlei gefördert.
Ihr Vorbild ist die „Fruchtbringende Gesellschaft“, die erste deutsche Literaturvereinigung, die 1617 in Weimar gegründet wurde und sich die vielfach nutzbringende Palme als ihr Erkennungszeichen gewählt hat.
Seit 2005 werden die Einbände der Zeitschrift von Künstlern aus Mitteldeutschland gestaltet. Der Reigen der Beteiligten reicht von Gerhard Altenbourg über Moritz Götze, Angela Hampel, Karl-Georg Hirsch, Horst Hussel, Gerda Lepke, Gerd Mackensen, Wolfgang Petrovsky, Uwe Pfeifer, Strawalde, Klaus Süß, Susanne Theumer, Ulrike Theusner, Hans Ticha, Max Uhlig und Kay Voigtmann bis zu Baldwin Zettl. So vereinen die Hefte beste Literatur und Grafik aus dem Osten.
Palmbaum-Titel von Hans Ticha, Uwe Pfeifer, Angela Hampel,
Baldwin Zettl, Horst Hussel, Ulrike Theusner (v.l.n.r.)

An den Heften lässt sich Buchgestaltung exemplarisch nachvollziehen, denn oft gilt es den geeigneten Ausschnitt einer Grafik auszuwählen und mit den typografischen Bausteinen abzustimmen, damit ein Umschlag entsteht, der Neugier auf das Titelthema weckt und ästhetischen Genuss gewährt.

Zur Eröffnung der Ausstellung stellen der Chefredakteur des Palmbaum, Jens-Fietje Dwars, und der Chefredakteur von Ort der Augen, André Schinkel, das aktuelle Heft des Palmbaum zu Novalis vor. Der eine ist , der andere von . Beide lesen aus ihren jüngsten Büchern „Goethes Erotica“ mit Zeichnungen von Gerd Mackensen und dem Erzählband „Die Stadt, die ich verlasse“.

Vernissage: 25 Juni 2022, 15 Uhr, Musikalische Begleitung: Christian Döhler, Saxophon.
Ausstellung: 27. Juni - 12. August 2022

Literaturhaus Magdeburg
Thiemstraße 7, 39104 Magdeburg

Dienstag, 20. Juni 2017

Am Rande der Metamorphosen

In der Berliner Galerie art.concept wird das Werk Rolf XAGO Schröders präsentiert. Eines umtriebigen Geistes, der sich biographisch wie künstlerisch eine sehr spezielle Nische schöpferischer Individualität in der DDR schaffen konnte. Dessen Weg ihn vom Heizer zum Philosophiestudium bei Wolfgang Heise, über Tarkowksi und Strawalde in den 1960ern in die Filmhochschule Babelsberg und im Streit über Paul Klee aus der Bauakademie führte. Der als Autodidakt in den 1970ern in den Verband Bildender Künstler kam und letztlich 1990 zu dessen ersten und letzten frei gewählten Präsidenten wurde. Dessen Malerei und Zeichnung sich aus der Rezeption von William Turner, ETA Hoffmann, Paul Klee und Lautréamont zu einem grotesk-­‐ surrealen Stil formte, der sich auch in über 200 gestalteten und illustrierten Büchern niederschlug. Über den Lothar Lang in seinem Buch »Berliner Montmartre. Künstler vom Prenzlauer Berg« (1991) schrieb: »In seiner Kunst amalgamieren sich phantastische Traumvorstellungen mit Zeichenhaftem, Irrationalität gebiert Bildlogik. Malerei lässt das möglich sein.« Der bis heute in Berlin aktiv ist. Der weiter zeichnet, malt und bibliophile Bücher macht. Dessen Metamorphose nach 75 Jahren immer noch der Vollendung harrt. Die Autorin Jutta Voigt eröffnet am Freitag, dem 30.06. 2017, um 19:00 Uhr, die Ausstellung im Gespräch mit XAGO. Ein Hinundher über Sinn und Unsinn der Kunst, und warum beide nicht ohne einander funktionieren.
(Hilde Gräfe)

Ausstellung: 30. Juni - 26. August 2017

Gräfe art.concept
Dr. Hildegard Gräfe
Kollwitzstr. 72, 10435 Berlin

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Marginalien # 223 wurden ausgeliefert

Heute im Briefkasten:
(von vorn nach hinten)

Radierung von Strawalde,
Marginalien 223. Heft,
Jahresprogramm der Berlin-Brandenburger Regionalgruppe,
div. Ankündigungen von bibliophilen Neuerscheinungen,
zwei Antiquariatsanzeigen,
Rechnung: Mitgliederbeitrag ...

Montag, 28. November 2016

Marginalien 223

Eine freudige Nachricht für alle Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft: Den nächsten Marginalien wird eine Radierung von Strawalde in einer der hier abgebildeten Versionen beiliegen.
Aber auch ohne beiliegender Graphik, die traditionell eben nur Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft erhalten*, lohnt sich der Blick in das Heft 223, welches Anfang Dezember 2016 ausgeliefert wird. Jens-Fietje Dwars nimmt den 85. Geburtstag von Strawalde zum Anlass für eine ausführliche Würdigung des graphischen Schaffens dieses Berliner Malers und Filmregisseurs und Peter Arlt den 90. Geburtstag von Ursula Mattheuer-Neustädt für einen Artikel unter der Überschrift Bilder zur Literatur und zur Heimat. Claudia Fabian gewährt mit seinen Gedanken aus der Bayerischen Staatsbibliothek Einblick in die Sammelleidenschaft – Wissenschaftliche Bibliotheken und ihr Blick auf Sammlungen. Und in einem weiteren Artikel berichtet unter anderem Jürgen Engler unter dem Titel Von Fortschritt und Fortschnitt über Dreißig Jahre Künstlerbücher von Hanfried Wendland.
Strawalde signiert im Beisein des Druckers Dieter Bela die Radierungen für die Pirckheimer, Foto: Hendrik Liersch
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*um eine Mitgliedschaft bei der Pirckheimer-Gesellschaft zu beantragen, bitte hier klicken ...