Freitag, 1. Mai 2026

Berliner Schriftsteller erzählen

Bibliophiles des Monats ist im Mai ein Zeitdokument - die von vielen Autoren der DDR signierte Anthologie „Berliner Schriftsteller erzählen“.
Er erschien 1976 im Aufbau-Verlag, herausgegeben im Auftrag des Vorstandes des Bezirksverbandes Berlin des Schriftstellerverbandes der DDR und wurde den Delegierten der XI. Bezirksdelegiertenkonferenz Berlin der SED von Günter Görlich, Vors. des Bezirksverbandes, „mit einem herzlichen Dank für gute Leistungen bei der Verwirklichung der Beschlüsse des VIII. Parteitages der SED und bei der Entwicklung neuer Initiativen  zu Ehren des IX. Parteitages der SED“ übergeben.
Das Vorwort von Werner Neubert ist datiert „Berlin, 3, Januar 1976, am Tag des 100. Geburtstages von Wilhelm Pieck“.
Arno Mohr, Junges Paar im Treptower Park, Lithografie
Der Band enthält Texte von Autoren der Hautstadt der DDR, wie Ludwig RennAnna SeghersErwin StrittmatterStephan HermlinKarl-Heinz Jakobs und Volker Braun, von Erwin Strittmatter, Jo Schulz und Dieter Noll als Vorabveröffentlichung aus unvollendeten Romanen.
Anlässlich eines Leseabends im gerade eingeweihten Palst der Republik versahen zahlreiche Schriftsteller, darunter Uwe BergerWieland HerzfeldeJan KoplowitzHarald HauserRuth KraftHelmut BaierlHeinz KnoblochHermann KantEberhard PanitzFritz Rudolf FriesSarah KirschUwe KantWalter KaufmannGünter GörlichGerhard Holtz-BaumertHorst BastianWolfgang KohlhaaseBenito WogatzkiAlexander AbuschHelmut HauptmannHeinz Kahlau und Gabriele Eckart ihre Beiträge mit einer Signatur.
Illustriert wurde der Band von den Berliner Künstlern Kurt Zimmermann, Herbert Sandberg, Fritz Duda, Ronald Paris (farbig), Peter Edel, Theo Balden, Peter Hoppe, Heinrich Teßmer, Arno Mohr und Helmut Diehl.
Ronald Paris, Spanien 75, Aquarellzeichnung
Der Band mit 278 Seiten im Format 8° (20,5 x 14,5 cm), der auch im Buchhandel zum Preis von 6 Mark verkauft wurde, ist mit Farbkopfschnitt in rotes Kunstleder eingebunden, die Einbandgestaltung übernahm Heinz Helmis.
Herbert Sandberg, Aus dem Kommunistischen Manifest, Linolschnitt

Normand Laheld für Svanhild Paust, ein sprechendes Exlibris aus Norwegen

Normand Laheld für Svanhild Paust (Entwurfzeichnung 1945)
Das Exlibris entstand 1945, als die Eignerin 28 Jahre alt war. Ein Blick auf die Entwurfszeichnung zeigt die präzise Arbeit von Normand Laheld: Mit Bleistift sowie rotem und blauem Buntstift zeichnet er das Motiv: eine wörtliche Lesung des Namens Svanhild übersetzt in das Monogramm „SP“. Er hielt die Platzierung des Schriftzugs Exlibris und des Namens fest, ließ sich aber die Option offen, das Exlibris auch unter das Motiv zu setzen. Er notierte auch die Maße (5 x 5,5 cm) für den fertigen Druck. Im Zentrum des Motivs stehen die Initialen „S P“, die durch das „sprechende Bild“ zweier Schwäne auf bewegter See gebildet werden. Während das „S“ den Schwanenkörper direkt formt, erinnert das „P“ mit seinen schwunghaften Serifen ebenfalls an die elegante Form des Vogels. Hier vereinen sich Vor- und Nachname der Eignerin: Der Schwan als Namensgeber und das Meer als Referenz an die maritime Tradition der Familie Paust. Interessanterweise tritt die kämpferische Dimension des Namens („Schwanenkämpferin“) im Entwurf völlig zurück. Im endgültigen, schlichten Klischeedruck dominiert ein tiefes Blau, aus dem die weißen Schwäne der Initialen deutlich hervortreten. Die endgültige Platzierung des Schriftzugs Exlibris ist oberhalb des Motivs.

(Annika Rockenberger, gesamten Artikel hier lesen)