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Mittwoch, 29. Juli 2026

Der Friedhof der vergessenen Bücher

Laut Schätzungen wurden nach 1989 mehr als 80.000.000 Bücher aus der DDR-Zeit unwiederbringlich vernichtet. Ganze Deponien stapelten Bücher, die kurz zuvor noch oft, gern und liebevoll von Menschen der DDR gelesen wurden, meterhoch.
Ich selbst habe diese Deponien noch in den 1990ern gesehen.
Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt nur einmal Vergleichbares gesehen: Auf Fotos aus dem Jahr 1933...
Nach 1990 verschwanden nicht nur Betriebe, Biografien und Lebensleistungen. Es verschwanden Bücher. Millionen. Ganze Bibliotheksbestände aus der DDR wurden entsorgt, verramscht, verbrannt oder schlicht ignoriert.

Was blieb, war eine kulturelle Leerstelle. Und genau hier beginnt die Geschichte der Peter-Sodann-Bibliothek.
Peter Sodann (1936 . 2024) beim Pirckheimer-Jahrestreffen 2015, Foto: Ralf Wege
In Staucha bei Meißen entstand ein Ort, den es so kein zweites Mal gibt: eine Bibliothek, die sich ausschließlich Büchern widmet, die zwischen 1945 und 1990 in DDR-Verlagen erschienen sind. Keine Auswahl nach politischer Opportunität, keine westliche Nachsortierung, kein "das kann weg": Alles bleibt.
Heute umfasst der Bestand mehrere hunderttausend Bücher. Rund 210.000 Titel sind bereits katalogisiert, viele weitere warten noch auf Sichtung und Erfassung. Darunter Belletristik, Kinder- und Jugendbücher, Sachliteratur, Lyrik, Theatertexte – und sogenannte graue Literatur: Betriebsdrucksachen, Gewerkschaftsmaterial, Broschüren, Publikationen, die sonst nirgends überliefert wurden.

(Markus Gelau, gesamter Artikel hier)

Freitag, 24. Juli 2026

Thomas J. Richter (1955 - 2026)

Thomas J. Richter, 15. Juni 2025, Vernissage zum 70. Geburtstag, Foto © ad
Der Maler und Grafiker Thomas J. Richter ist im Alter von 71 Jahren gestorben, er wurde am 17. Juli 2026 tot in seiner Berliner Wohnung aufgefunden.

Richter wurde am 15. Juni 1955 in Berlin geboren, bereits Vater und Großvater waren Maler. Er studierte zunächst an der Karl-Marx-Universität Leipzig, bevor er 1978 an die Kunsthochschule Berlin-Weißensee wechselte, wo er bei Dieter Goltzsche und Dietrich Noßky Malerei lernte. Nach seinem Studium erhielt Richter wichtige Aufträge wie die Mitgestaltung des U-Bahnhofs Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin (1986/1987) oder die Monumentalskulptur »Schiff zur Rettung der Unschuld der Kunst« (1988/89, mit Martin Wilke) in Berlin-Pankow. Er schuf Gemälde, Druckgrafiken und Zeichnungen. Besonders nach 1990 widmete sich Richter in seiner künstlerischen Arbeit der Verschränkung von Erotik und Revolution.

Vor einem Jahr fand in der jW-Ladengalerie, Thomas J. Richter wurde als „Hauskünstler“ der jungen Welt gesehen, die Ausstellung „Wenn Kommunisten träumen“ zum 70. Geburtstag des Künstlers statt, die Laudatio hielt der Pirckheimer Archi Galentz. Die Neujahrskarten, die Thomas J. Richter für Thomas Kaemmel schuf, finden sich in den PF-Sammlungen vieler Pirckheimer. U.a. erschien auch in der von Andreas Wessel, seinerzeit ebenfalls Pirckheimer, herausgegeben jW-Kunstedition der Holzschnitt des Künstlers „Paar am Strand“, ein schönes und provozierendes Gegenstück zu Walter Womackers gleichlautendem und wohl bekanntesten Gemälde aus der DDR der 60ger.

Montag, 20. Juli 2026

Internationaler Schachtag

Elke Rehder, Irrationale Stellung, 1991
Heute ist Internationaler Schachtag, der seit 1966 jährlich am Gründungstag (20. Juli 1924) des Internationalen Schachverbandes (FIDE), gefeiert wird.
Ein Gruß von Elke Rehder an alle schachbegeisterten Bibliophilen.

Sonntag, 19. Juli 2026

Gedenktafel für Heinz Knobloch

Anlässlich seines Todestages am 24.7.2003 wird am Heinz-Knobloch-Platz in Berlin Pankow eine Gedenktafel zu Ehren des Journalisten, Schriftstellers und zeitweiligem Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft Heinz Knobloch eingeweiht. Nach verschiedenen Ansprachen lesen Mitglieder des Freundeskreises Heinz Knobloch ausgewählte Feuilletons des Autors. Die Pankower Saxophonistin Dr. Brigitta Flick wird die Veranstaltung musikalisch begleiten.
Gedenkstein am Heinz-Knobloch-Platz, Relief : Gerhard Thieme
Heinz Knobloch lebte fast fünf Jahrzehnte an dem Platz, der seit dem 3. März 2005 seinen Namen trägt.

24. Juli 2026, 17 Uhr
Heinz-Knobloch-Platz
an der Berliner Str. 32-34, 13189 Berlin

Donnerstag, 16. Juli 2026

Heinz Knobloch - Mit Feuilletons gegen Geschichtsvergessenheit

Heinz Knobloch (3.3.1926 – 24.7.2003), geboren in Dresden, fand als Journalist und Schriftsteller in Berlin den Mittelpunkt seines Schaffens und Wirkens.
Im Mitgliederverzeichnis von 1981 der Pirckheimer-Gesellschaft, der er bis 1985 angehörte, wird er als Sammler von „Feuilleton, Berlin, Zeitungen, Judaica und (sic!) Friedhöfe“ ausgewiesen.

Das Stabi-Kulturwerk zeigt unter der Überschrift „Heinz Knobloch - Mit Feuilletons gegen Geschichtsvergessenheit“ eine Ausstellung aus Anlass seines 100. Geburtstages. Die Freunde des Staatsbibliothek zu Berlin und der Berliner Bibliophilen Abend wird in einer Führung diese Ausstellung besuchen.

Ausstellung: 13. Mai - 27. September 2026
Führung: 29. Juli 2026, 15 Uhr, Anmeldung erforderlich

Stabi-Kulturwerk
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Dienstag, 14. Juli 2026

Interview mit Armin Schubert und den Bücherkindern Brandenburg

nähere Informationen durch Klick auf die Abb.
Die aktuelle Folge der DENKMALZEIT des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege geht dem Geheimnis dieses mittelalterlichen Einhorns auf den Grund. Die Folge begleitet die feierliche Rückkehr des Kunstwerks in die Kirche und lässt verschiedene Menschen zu Wort kommen, die sich kreativ mit dem Einhornteppich auseinandergesetzt haben: Besucherinnen und Besucher, Wissenschaftler, sowie die „Brandenburger Bücherkinder“ mit ihrem Mentor Armin Schubert.

Samstag, 11. Juli 2026

Vielseitige Buchpatienten im Domherrenhaus

Die Ausstellung "Vielseitige Buchpatienten" im Domherrenhaus zeigt neben den Ergebnissen auch den Prozess der aufwendigen Restaurierung. FOCKE STRANGMANN
Der Weser Kurier berichtet unter der Überschrift „Was sich aus restaurierten Büchern lesen lässt“ über eine Sonderausstellung "Vielseitige Buchpatienten" im Domherrenhaus in Verden, in welcher aktuell restaurierte Bände aus der Bibliothek des Domgymnasiums zu sehen sind.

In dieser Sonderausstellung zeigt das Historische Museum Domherrenhaus zusammen mit dem Kreisarchiv und dem Domgymnasium Verden besondere Exponate aus der rund 25.000 Bände umfassenden Historischen Bibliothek des Domgymnasiums, in der sich verschiedenste Atlanten, Landkarten, Handschriften und frühe Drucke aus ganz Europa befinden.
Seit 2022 konnten bisher 14 von rund 1700 beschädigten Titeln dieser Sammlung aus den Jahren 1550 bis 1836 aufwändig restauriert werden.

In der Meldung weist Museumsleiterin Frauke Müller darauf hin, dass eine Rezension des Begleitbands vom Hallenser Michael Spyra zur Ausstellung erschien, der „die verborgenen Geschichten enthüllt“, was, wie sie betont, auch von der Pirckheimer-Gesellschaft gewürdigt wurde. Malte Oehl schreibt über dieses Buch im Weser KurierDer Begleitband erzählt davon: Was lässt sich aus Büchern alles lesen? Nicht nur die Buchstaben, die in ihnen stehen. Wer sich Buchrücken, Einbände und beschädigte Seiten genauer anschaut, bringt mitunter Unerwartetes ans Tageslicht.“

13. Mai - 23. August 2026

Historisches Museum Domherrenhaus
Untere Straße 13, 27283 Verden (Aller)

Freitag, 10. Juli 2026

Verdienstorden des Freistaats Thüringen für Prof. Dr. Peter Arlt

Foto © Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin
Seit vielen Jahrzehnten prägt Prof. Dr. Peter Arlt das kulturelle Leben Thüringens auf besondere Weise – als Kunstwissenschaftler, Publizist, Hochschullehrer, Schriftsteller und engagierter Begleiter zahlreicher Künstler. Schon während seines Studiums engagierte er sich in literarischen Zirkeln und Autorenvereinigungen und entwickelte jene wissenschaftliche und künstlerische Neugier, die sein weiteres Wirken prägen sollte. Auch später brachte er sich in bedeutende Künstler-, Wissenschafts- und Kulturvereinigungen ein und wurde zu einer festen und hochgeschätzten Persönlichkeit der Thüringer Kunst- und Kulturlandschaft.

Seine wissenschaftlichen Arbeiten und Publikationen zur Kunstgeschichte und Kunsttheorie haben weit über Thüringen hinaus Beachtung gefunden. Insbesondere seine Veröffentlichungen zur bildenden Kunst der DDR und zur Methodik der Kunstwissenschaft in der DDR haben Generationen von Schülern und Studierenden geprägt und einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Kunstentwicklung in Ostdeutschland geleistet. Dabei zeichnete ihn stets eines besonders aus: die Fähigkeit, immer einen offenen Horizont innerhalb der Kunst- und Kulturpolitik zu bewahren.

Professor Arlt blieb Thüringen stets eng verbunden. Besondere Verdienste erwarb er sich auch als Hochschullehrer an der Universität Erfurt. Viele seiner Studierenden erinnern sich an einen Professor, der Wissen nicht nur vermittelte, sondern Begeisterung weckte. Der Kunst nicht als Gegenstand verstand, sondern als Einladung zum Nachdenken, zum Entdecken und zum Gespräch. Darüber hinaus hat er als Kurator, Autor zahlreicher Ausstellungskataloge und Monografien sowie als Lyriker und Schriftsteller künstlerische Lebenswege dokumentiert und kulturelle Zeugnisse für kommende Generationen bewahrt.

Mit seinem publizistischen, wissenschaftlichen und kulturellen Lebenswerk hat sich Professor Arlt in herausragender Weise um Kunst und Kultur in Thüringen verdient gemacht.
Für diese außergewöhnlichen Verdienste verleihe ich Prof. Dr. Peter Arlt den Verdienstorden des Freistaats Thüringen.

(Laudatio Mario Voigt, Ministerpräsidenten des Freistaats Thüringen)

Samstag, 4. Juli 2026

Michael Eschmann, Zueignungen

die Vorzugsausgabe enthält eine Graphik (lks.) des Autors von Steffen Büchner
In der Lyrik-Edition NEUN des Verlags der 9 Reiche von Steffen Marciniak erscheint im August als Band 54 der Titel „Zueignungen“ des Pirckheimers Michael Eschmann, illustriert mit Linolschnitten von Steffen Büchner. Wie immer wird es eine Vorzugsausgaben im Pappband mit Originalgrafik geben.

31 Gedichte erzählen in poetischer Sprache vom Suchen und Finden – und manchmal auch vom Nichtfinden.
Manches bleibt offen. Wir schreiten nachdenklich voran. Was bleibt, sind Fragen und Staunen über ein Rätsel, das man Leben nennt.

Michael Eschmann - Zueignungen, Widmungsgedichte
Verlag der 9 Reiche, Berlin 2026
Mit Grafiken von Steffen Büchner
32 Seiten, Illustrierter Pappeinband
ISBN: 978-3-948999-54-4
Preis: 9 Euro plus Versand (bei Bestellung bis 16. August 2026 über das Antiquariat Michael Eschmann versandkostenfrei)

Antiquariat Michael Eschmann
Edith-Stein-Weg 2A
64521 Groß-Gerau

1 Kommentar(e):
04. Juli 2026: Michael Eschmann hat gesagt ...
Abel Doering ist seit Jahren bekannt für sein Engagement für die Bibliophilie. In seinem Blog "Informationen eines Pirckheimer" berichtet er täglich über Neuigkeiten aus der Buch- und Kulturszene. *** Heute bin ich dran mit meinem nächsten Lyrikband "Zueignungen" der von Steffen Marciniak in dessen Verlag & Antiquariat der 9 Reiche verlegt wird. Das Buch kostet 9,00 Euro plus Versand. Wer es bis zum 16. August 2026 bei mir direkt er Email bestellt, erhält es versandkostenfrei zugeschickt.
Email: antiquariat.eschmann@t-online.de

Montag, 29. Juni 2026

Winckelmanns Sicht auf Frauen

Der kommende Stendaler Hochschulvortrag des Pirckheimers Prof. Dr. Max Kunze beschäftigt sich unter dem Thema: „Das junge Mägden ist eine entzückende Schönheit, und verdiente allein eine Reise nach Rom" mit Winckelmanns Sicht auf Frauen.

Die Suche nach dem Schönheitsideal, prägte das Leben und Wirken des Gelehrten Johann Joachim Winckelmanns. Dieses fand er nicht nur bei männlichen Jünglingen, sondern auch Frauen ließ er nicht unbeachtet. Gemeinsam mit dem Referenten, dem Präsident der Winckelmann-Gesellschaft, lernen die Hörer an diesem Nachmittag eine ambivalente und oft kaum beachtete Facette der Persönlichkeit Winckelmanns kennen.

1. Juli 2026, 15 Uhr
Hochschule Magdeburg-Stendal
Campus Stendal, Audimax
Osterburger Str. 25, 39576 Stendal

Donnerstag, 25. Juni 2026

Ein Dichterkraut, blaublühend

Cymbelkraut (Linaria cymbalaria), Foto: Ulrich Goerdten 
In der Wartburgstraße im Berliner Stadtteil Schöneberg gibt es einen gut gepflegten Vorgarten, dessen Gewächse das ganze Jahr über blühen. Auch ein unscheinbares Pflänzchen blüht dort von Juni bis Oktober, das Cymbelkraut. Es wächst in einer Art Polster über den Rand des Begrenzungsmäuerchens und streckt seine Spitzen bis auf den Bürgersteig. Der eilende Fußgänger wird bei seinem Anblick das Marschtempo verzögern, sofern er literaturkundig ist. Er wird einen Blick des Gedenkens auf diese Pflanze werfen, besonders am 25. Juni, dem Geburtstag des Dichters Heinrich Seidel (1842–1906). Von ihm gibt es einen Aufsatz mit dem Titel „Linaria cymbalaria“ im Jahrgang 1893 der Familienzeitschrift „Daheim“, der dann auch in den Band 12 seiner „Gesammelten Schriften“ aufgenommen worden ist.
Linaria cymbalaria ist der botanische Name der erwähnten Pflanze. Heinrich Seidel berichtet, dass er dieses grüne Kraut, das eher in südlichen Ländern heimisch ist, nach Berlin eingeschleppt hat, weshalb er von den orthodoxen Botanikern als Florafälscher und „Ansalber“ beschimpft wurde. Den Dichter hat das nicht angefochten. Vergnügt schreibt er in dieser „Geschichte voll kleiner Freuden und Enttäuschungen“, er würde wohl gern „eine kleine grüne Spur hinterlassen auf dieser Erde. Zwar hat er allerlei kleine Lieder und Geschichten ans Licht gestellt, allein diese entstanden aus der Zeit für die Zeit und werden schwinden mit der Zeit. Sie werden einst vergessen sein, und nur auf den höchsten Borten zurückgebliebener Leihbibliotheken in kleinen abgelegenen Landstädten werden die kleinen Bände noch stehen, und niemand mehr wird nach ihnen fragen. Dann aber wird vielleicht noch ein kleines zierliches Pflänzchen, das aus dürren Mauerritzen lieblich vervorgrünt, lebendige Kunde geben, daß der Verfasser jener vergessenen Geschichten einst über diese Erde gegangen ist“.

(Ulrich Goerdten)

Donnerstag, 4. Juni 2026

Glückwunsch zum 85sten

Heute gehen Glückwünsche an den Pirckheimer Klaus Waschk, der „sich trotz seines jahrelangen Engagements als Lehrer und Professor immer wieder Zeit für freischaffende Arbeiten in Kunst und Illustration nahm“ (wikipedia).

1991 wurde das von ihm illustrierte Buch Litauischen Claviere von Johannes Bobrowski und 1997 Peter Rühmkorf Irdisches Vergnügen in gSchönstes Buch des Jahres“ der Stiftung Buchkunst, 1994 wurde er mit dem Hans-Meid-Preis für Buchillustration geehrt.
Buchfreunde kennen natürlich auch seine Illustrationen für die, ebenfalls bei Faber und Faber erschienenen Titel Sämtliche Werke des Wandsbecker Boten (2005) von Matthias Claudius und Das Kapital (2007) von Karl Marx und Joseph RothBeichte eines Mörders (2019), 2024 folgte bei Angeli und Engel Vor&NachBilder (Zeichnungen zur Literatur 1971 - 2021), 2024 Liebe, Leid & Untergang (Balladen / Bilderbogen) und 2025 sein Titel Övelgönne.

Sonntag, 31. Mai 2026

Frühjahrskatalog des Roten Antiquariats

hinten.: Fritz Kahn, Der Mensch als Industriepalast, Farb-Litho.,
vorn: Acht Stunden, hrsg. Zentralstelle für Künstlerhilfe 1924
Die Liste Frühjahr 2026 des Roten Antiquariats und der Galerie Meridian ist erschienen.

Sie enthält 228 Positionen aus den Gebieten Architektur/Design, Kunst, Literatur und Exil-Literatur, wie gewohnt ausführlich beschrieben und größtenteils mit farbigen Abbildungen.

Zu beziehen ist der Katalog über Rotes Antiquariat und Galerie Meridian , Knesebeckstr. 13/14, 10623 Berlin.

Dienstag, 26. Mai 2026

Bücher sammeln, Bücher verstreuen

Die Frage, was mit der eigenen oder einer ererbten Bibliothek werden soll, treibt viele um.
Memento mori: Die private Büchersammlung eines verstorbenen Deutschlehrers empfängt die Besucher im Deutschen Romantikmuseum.© Maximilian von Lachner
Sollten wir uns nicht als „Gastgeber“ von Büchern verstehen, die wir dann irgendwann wieder ziehen lassen?
Das war einer der Gedanken auf einem Symposium, das unter dem Titel „Die Zukunft der Privatbibliotheken“ am Freien Deutschen Hochstift in Frankfurt abgehalten wurde.
Sammlungen werden lange aufgebaut und treffen nach dem Tod des Besitzers auf Erben, die kein Interesse und keinen Platz für oft an die zehntausend Bücher haben, wohl aber wissen, wie wichtig dem Verstorbenen das alles war. Antiquare kaufen nur einen Bruchteil an, weil sie wiederum keine Käufer für die meisten Bände haben. 
Wenn, wie Anne Bohnenkamp vorschlug, eine Büchersammlung auch „das geistige Porträt“ eines Individuums darstellt, dann schmerzt der Anblick eines Bauschuttcontainers vor einer Wohnung, in dem Tausende Bücher dem Regen ausgesetzt sind, bevor sie auf den Schuttplatz wandern, eben doppelt: einmal um der Bücher willen, dann aber auch, weil auf diese Weise die Erinnerung an einen Menschen entwertet und ausgelöscht wird.
Was also tun, wenn die Klassiker – behalten, verschenken, verkaufen – aus unterschiedlichen Gründen wenig geeignet sind, das Problem zu lösen? An diesem Nachmittag kamen viele Perspektiven zusammen, die im Publikum vielfach geteilte des besorgten Liebhabers, aber auch die kühle des Frankfurter Antiquars Wolfgang Rüger, der zu Recht auf das Internet als Schicksal seiner Branche verwies: Am Anfang war die Reichweitenvergrößerung ein Segen für sein Antiquariat, dann machte die totale preisliche Transparenz das Geschäft kaputt, weil nun jeder den anderen unterbiete.

(aus: Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Dank an Klaus Bartel für den Hinweis

Freitag, 15. Mai 2026

Erinnerung an Werner Klemke

Werner Klemke (1917-1994), Gründungsmitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, Kunstprofessor und ein toller Vater mit 5 Kindern.
Allein seine Buchgestaltung umfasst weit über 800 Titel. Dazu gehören Klassiker der Weltliteratur wie das »Decamerone«, die »Canterbury Tales«, »Fredmanns Episteln« oder die »Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull«, aber auch viele zeitgenössische Autoren, über 400 Titelbilder für das Magazin, Briefmarken, Theaterplakate, Prospekte, Bühnenbilder, Figurinen, Filmplakate, Abziehbilder, Entwürfe für Bleiverglasungen ...
Besonders bekannt sind seine Illustrationen von Kinderbüchern und -zeitungen: »Die Hausmärchen der Brüder Grimm«, »Hirsch Heinrich«, »Das Wolkenschaf«, die »Trommel«, »ABC-Zeitung«, sowie von Schulbüchern und der Fibel.
Ausstellungseröffnung: 6. Juni 2026, 14 Uhr, in Anwesenheit seiner Tochter Christine Klemke

Bürgerbüro BSW Landesverband Berlin Pankow
Bizetstr. 124, 13088 Berlin

Samstag, 9. Mai 2026

Trauerfeier für Roland R. Berger


Prof. Dr.
Roland R. Berger
ist am 4, April 2026
nach langer schwerer Krankheit
friedlich eingeschlafen.

Christel Berger
Anne Berger und Marc Berger
Lotte Reinke und Paul Berger
Undine Schneider


Die Urnenbeisetzung und Trauerfeier findet am Dienstag, den 2, Juni 2026, um 12 Uhr auf dem Friedhof Pankow III, Am Bürgerpark 24 in 13156 Berlin statt.

Donnerstag, 7. Mai 2026

MAIN ART 2026

Mit ihrer 7. Ausgabe lädt die MAIN ART 2026 erneut in die Grünewaldhalle Aschaffenburg unter dem Motto „Kunst hat in bewegten Zeiten eine besondere Kraft“ ein und setzt damit ein klares Zeichen.

53 Kunstschaffende aus elf Nationen – darunter drei Galerien, zwei Künstlervereinigungen sowie sechs Nachwuchskünstler – präsentieren aktuelle Positionen aus Malerei, Zeichnung, Grafik, Linol- und Holzschnitt, Skulptur, Fotografie, Collage, Cut-Out, Papierkunst, Mixed Media und Computergrafik.
Brigitte Iseli-Neustäbler auf der artbook.berlin 2025
lks.:Künstlerbuch„Ein goldener Schatz“ mit Haikus von Ingo Cesaro
rechts: Blatt zu 120 Jahren Berliner Bibliophilen Abend
Auch die in der Schweiz lebende Pirckheimerin Brigitte Neustäbler ist 2026 dabei.

Opening: 8. Mai 2026, 18 Uhr
9. und 10. Mai 2026

GRÜNEWALDHALLE
Grünewaldstraße 12, 63739 Aschaffenburg

Rainer Ehrt - Preußens Luise

Eine Ausstellung in Potsdam zeigt Rainer Ehrts Zeichnungen, Illustrationen, Druckgraphik und ein Geschichts-Bilderbuch zum 250. Geburtstag der Königin Luise von Preußen.
Schwer zu sagen, ob Karl Popper mit seiner Feststellung »Die Weltgeschichte hat keinen Sinn« recht hat. Aber dass die Beschäftigung mit Geschichte Sinn ergibt, das zeigt Rainer Ehrt mit seiner Graphic Novel Preußens Luise, die er pünktlich zum 250. Geburtstag der preußischen Königin am 10. März 2026 vorlegt, auf ebenso aufschlussreiche wie vergnügliche Weise.
Ehrt ist Künstler, Autor und vielfach preisgekrönter Karikaturist, den seit Jahrzehnten die Auseinandersetzung mit Preußen nicht loslässt. 1960 in Elbingerode im Harz geboren, zog ihn preußische Geschichte und Kultur schon als Kind in ihren Bann. Sein umfangreiches Werk zu Preußen, an dem er rastlos weiterarbeitet, umfasst zahlreiche Bücher, großformatige Bilder, Zeichnungen und Plastiken. So hat sich Ehrt über die Jahre zu einem Chronisten Preußens entwickelt. In der Ausstellung sind Ehrt’s Illustrationen zu sehen.

Vernissage: 9. Mai 2026, 14 Uhr
Aussrellung: 9. Mai - 21. Juni 2026, Sa/So 14-17 Uhr

Belvedere auf dem Pfingstberg
Pomonatempel
Potsdam
48 Seiten, 21,5 x 30,2 cm, Hardcover
Euro 19.80
ISBN 978-3-910447-57-8

Montag, 20. April 2026

Münchner Schiene 26

Was macht die Freie Szene der Literatur in München? Was beschäftigt die Menschen, die sich in so vielen Schreibwerkstätten, Bücherclubs, Lesereihen und Literaturzeitschriften engagieren? Wie funktioniert Literatur, die sich jenseits von Profit und abseits vom Mainstream stellt? Beim Open House der Freien Szene im Bildungszentrum Einstein 28 treffen ganz unterschiedliche Projekte und literarische Temperamente aufeinander und bilden so eine große Bandbreite der Literatur in München ab. Lernen Sie die Menschen hinter Initiativen, Büchern, Magazinen und Texten kennen und erfahren Sie, was die Literatur in der Stadt umtreibt.
Die Münchner Volkshochschule richtet in diesem Frühjahr die „Münchner Schiene“ im Rahmen des Literaturfests aus. Der icon Verlag des Pirckheimers Hubert Kretschmer ist mit vielen Autoren vertreten.

25. April 2026, 12 Uhr
Einstein 28 Bildungszentrum
Einsteinstr. 28, München (Nähe Max-Weber-Platz)

Donnerstag, 16. April 2026

Print²AR – Vom Druck ins Digitale

In Zusammenarbeit mit dem Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, der Neuhauser Kunstmühle, zeigt die AR-Galerie K1 eine multimediale Ausstellung „Print²AR – Vom Druck ins Digitale“, die Druckgrafik mit digitale Kunst auf völlig neue Weise verbindet und in der sowohl Lithografie auf Augmented Reality trifft als auch Wien auf Sarajevo. In der Ausstellung sind zahlreiche Arbeiten aus dem gemeinsamen Digitalprojekt mit dem Verein DruckKunst zu sehen, virtuelle Artworks, erlebbar direkt über die K1_ARt App – begleitet von Lithografien und Druckgrafiken als physische Übersetzungen der digitalen Werke.

Gezeigt werden Werke von Andrea Nagl, Antonio Labuhar, Belma Bešlić-Gál, Catherine Spet, Dagmar Schürrer, Ivan Jakarić, Marie Pfaffl, Markus Passecker, Markus Wintersberger, Sanja Lasić und Zlatan Filipović.

Die Druckgrafiken können erworben werden, beide gemeinnützige Vereine haben die Listenpreise aller Werke um etwa ein Drittel gesenkt, damit durch den Verkauf die begonnen Projekte weitergeführt werden können.

Eröffnung: 20. April 2026, 19 Uhr
Ausstellung: 20. April - 17. Juni 2026

Public-Gallery der MVOE
Reichsratsstraße 15, 1010 Wien