Donnerstag, 18. April 2024

zum Umgang mit arsenbelasteten Büchern

Die Uni-Bibliothek der FU Berlin klärt über die Belastung von Büchern aus dem 19. Jahrhundert mit Arsen aufgrund der Verwendung von Schweinfurter Grün bei der Einfärbung von Einbänden, Buchschnitten, Titelschildern sowie in Druck- oder Handkolorierungen von Illustrationen im 19. Jahrhundert auf.
Schweinfurter Grün wurde 1805 entwickelt und enthält Arsen. Seit 1882 darf es in Deutschland nicht mehr als Färbemittel verwendet und seit 1887 nicht mehr in wässrigen Bindemitteln und in Pastell verarbeitet werden. Die Verwendung von arsenhaltigen Farben betrifft nur einen Teil der im 19. Jahrhundert veröffentlichten Bücher.

Die mögliche Gesundheitsgefährdung, die von den betroffenen Büchern ausgeht, ist nach derzeitigem Kenntnisstand als gering einzustufen. Die Universitätsbibliothek der Freien Universität wird deshalb die betroffenen Bestände weiterhin für die Benutzung an unseren Standorten zur Verfügung stellen.

Dennoch empfiehlt es sich, einige einfache Grundregeln beim Umgang mit Büchern aus dem 19. Jahrhundert einzuhalten, um unnötige Gesundheitsrisiken zu vermeiden. Hierzu gehört eine ausgiebige Handhygiene vor und nach der Benutzung alter Bücher. Zudem ist das Tragen von Handschuhen beim Arbeiten mit alten Büchern sehr zu empfehlen.

(Ringo Narewski und Mario Kowalak, FUB)

Mein Schiff ist seetüchtig

Das Team "Herr Hegenbarth" lädt ein zur Präsentation des neu erschienenen Künstlerbuches "Mein Schiff ist seetüchtig".
Text und Zeichnungen sind von der Künstlerin Hanneke van der Hoeven, Cornelius Brändle hat es gestaltet und herausgegeben.
Im Buch wird die Geschichte vom Schiff des Vaters der Künstlerin und ihrer gemeinsamen Reisen erzählt. Zusammen mit der Autorin durchqueren wir die Niederlande, Belgien, Frankreich und Deutschland und bekommen einen Einblick in einzigartige Jugenderinnerungen, die ihre Bildsprache und ihren künstlerischen Ausdruck geprägt haben.

Cornelius Brändle (*1956) ist Buchkünstler, Grafiker, Siebdrucker und Verleger. Hanneke van der Hoeven (*1955) ist Malerin, Zeichnerin und Schriftstellerin. Im Bereich des Künstlerbuches arbeiten sie schon längere Zeit intensiv zusammen und entwickeln viele gemeinsame Projekte. Der Ansatz von Hanneke van der Hoeven ist direkt, expressionistisch und impulsiv. Cornelius Brändle arbeitet eher konzeptuell in seiner Vorgehensweise. Diese Gegensätze befeuern eine Zusammenarbeit auf hohem künstlerischem und handwerklichem Niveau.

An diesem Abend stellen die beiden das Road-Movie über die Wasserwege Europas und das Leben mit der Familie auf dem Boot in einem Künstlergespräch in der Hegenbarth Sammlung Berlin vor.

Buchpräsentation: 24. April 2024, 19 Uhr

Sammlung Herr Hegenbarth
Laubacher Straße 38, 14197 Berlin

Mittwoch, 17. April 2024

3. BuchKunst Trier

Die BuchKunst Trier, eine kleine feine Messe für Künstlerbücher und Druckgraphik, findet 2024 zum dritten Mal statt.

29 Künstler aus Deutschland und Luxemburg werden ihre Werke präsentieren, darunter auch Barbara Beisinghoff, John Gerard und Eckhard Froeschlin.

26.-28. April 2024

Europäische Kunstakademie
Kunsthalle Trier
54294 Trier, Aachener Str. 63

Dienstag, 16. April 2024

Typen, Legenden, Storys

1968 schickte Benno Käsmayr mit seinem Freund Franz Bermeitinger erstmals den Maro Verlag ins Universum. Heute leitet seine Tochter Sarah den umtriebigen Verlag, der in Augsburg ansässig ist und sich nie vorschreiben ließ, was man an Büchern zu machen hat.
 
"Bücher die man sonst nicht findet" gibt es da, es ist ein kleiner Verlag, der sich Zeit nimmt für die Autoren und mit Herzblut ungewöhnliche und sinnliche moderne Literatur vorlegt.

Wer schon immer mal im persönlichen Begegnung etwas über das Finden, Machen und Gestalten von Büchern wissen wollte, wer sich erkundigen möchte über Bücher, die man so sonst nirgends findet - der sei am kommenden Donnerstag um 19 Uhr in die Volkshochschule Laupheim eingeladen. Florian Arnold wird moderieren und die Aegis Buchhandlung steuert den Büchertisch bei.

18. April 2024, 19 Uhr

Volkshochschule am Stadtbahnhof
König-Wilhelm-Str. 35, 88471 Laupheim

Deutsche Bilder und Köpfe

Die Walther-Rathenau-Gedenkstätte zeigt in Zusammenarbeit mit der Michael Linckersdorff Stiftung bis Ende Mai die Ausstellung "Deutsche Bilder und Köpfe" von Rainer Ehrt.

Die Ausstellung in der Beletage des Schlosses Freienwalde enthält Zeichnungen, Druckgraphik, Malerei und Skulpturen des bekannten Malers, Grafikers Illustrators, Cartoonisten, Autors und Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft Rainer Ehrt.
Etliche seiner Arbeiten haben einen Bezug zur Zeitgeschichte, was gut zu den historischen Darstellungen in der Rathenau-Gedenkstäte passt. Den Einführungsvortrag zur Vernissage hielt Prof. Dr. Martin Sabrow, Senior fellow am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam.

Ausstellung: 14. April - 30. Mai 2024

Schloss Freienwalde
Rathenaustraße 3, 16259 Bad Freienwalde
Prof. Dr. Martin Sabrow auf der Skulptur Adlerkopf  (Pappelholz)
mit Schöpfer der Skulptur Rainer Ehrt, Foto © Ralf Parkner

Montag, 15. April 2024

Zur Tätigkeit des Zentralantiquariats der DDR

Ende 2022 startete das Kooperationsprojekt der Staatsbibliothek zu Berlin mit dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste: „Das Zentralantiquariat der DDR: Verkaufswege. Empfänger. Provenienzen“.

Das Zentralantiquariat der DDR war in der Zeit seines 30-jährigen Bestehens (1959–1989) ein wichtiger Akteur im europäischen Antiquariatshandel. Als staatlich gelenkte Institution war es dabei mit besonderen Anforderungen konfrontiert. Es sollte zum einen die Bibliotheken, aber auch die DDR-Bürger mit wissenschaftlicher Literatur versorgen. In den Ladengeschäften der Leipziger Innenstadt wurde dieses Angebot auch auf modernes Antiquariat sowie Grafiken und Musikalien ausgeweitet. Zum anderen diente das ZA der Erwirtschaftung von Devisen. Dies gelang durch den Verkauf in das „Nichtsozialistische Wirtschaftsgebiet“. So wurden nach West-Berlin und in die BRD, nach Westeuropa bis in die USA und Japan Bücher verkauft, sowohl antiquarische Bücher als auch Erzeugnisse aus der eigenen Reprint-Abteilung, die ab 1964 Nachdrucke seltener Werke reproduzierte.

Im Sommer 2023 war eine Provenienzforscherin der Staatsbibliothek zu Berlin für drei Monate zu Gast am Deutschen Buch- und Schriftmuseum (DBSM) der Deutschen Nationalbibliothek (DNB). Sie forscht aktuell an der Staatsbibliothek zu Berlin in einem Kooperationsprojekt mit dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste zum Zentralantiquariat der DDR. Dabei sollen die Handelspraktiken des ZA und die Verkaufswege der gehandelten Bestände rekonstruiert werden, u.a. durch die Überprüfung zahlreicher Bücher in ausgewählten Bibliotheken und der Kontextualisierung der gefundenen Provenienzspuren.

Die damalige Deutsche Bücherei hatte bei der Belieferung durch das ZA einen klaren Vorteil anderen Institutionen in der DDR gegenüber. Für die Deutsche Bücherei in Leipzig, die Deutsche Staatsbibliothek (DSB) in Berlin, die Bibliothek des Instituts für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) in Berlin und die Deutsche Militärbibliothek in Dresden gab es ein befristetes Vorkaufsrecht beim ZA. Das ZA lieferte seine Antiquariatskataloge und Angebotslisten zuerst an diese Institutionen, bevor andere Interessenten Zugang dazu erhielten. Diese Kataloge und Angebotslisten sind heute zu einem großen Teil im DBSM überliefert und stehen in den Digitalisierten Sammlungen zur Verfügung.
Kataloge des Zentralantiquariats der DDR, (c) SBB-PK
Das DBSM hat in der Zeit von 1959 bis 1989 über 2.000 Titel vom ZA erworben. Darunter befinden sich neben zahlreichen antiquarischen Erwerbungen auch zeitgenössische Veröffentlichungen von Verlagen aus der DDR, die das ZA ebenso vertrieb. In den Autopsien – den Überprüfungen der Bücher auf Provenienzmerkmale – wurde eine Auswahl von ca. 2.000 Büchern aus dem 15.–21. Jahrhundert bearbeitet. Dabei konnten mehr als 1.100 Provenienzmerkmale in Form von Stempeln, Exlibris, Autogrammen, Widmungen sowie Altsignaturen und Zugangsnummern von Bibliotheken und Einträgen von Antiquariats- und Buchhandlungen ermittelt werden. Unter den Vorbesitzern finden sich zahlreiche Bibliotheken: Universitäts- und Hochschulbibliotheken, Gymnasial- und andere Schulbibliotheken, aber auch öffentliche Bibliotheken, Landesbibliotheken sowie einige Adels- und Schlossbibliotheken. Unter den Herkunftsregionen sind Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt besonders stark vertreten, sowohl aus der Zeit der DDR als auch zuvor aus dem Gebiet des Deutschen Reichs. Von den 1.100 Provenienzmerkmalen stammen wiederum ca. 400 Merkmale von Personen, von denen ungefähr die Hälfte zugeordnet werden konnte.

Sonntag, 14. April 2024

Reisebilder, Dichterportraits, Künstlerbücher

Eine Ausstellung in Backnang zeigt seit heute Reisebilder, Dichterportraits, Künstlerbücher von Eckhard Froeschlin.

Zu Vernissage sprach Ulrich Olpp eine Einführung. Auf zwei Etagen sind vor allem Radierungen, sowie eine Anzahl kleinformatiger Reise-Aquarelle, und die Bücher aus der EDITION SCHWARZE SEITE von Eckhard Froeschlin zu sehen. Zur Finissage Sonntag wird es ein Künstlergespräch mit Führung geben.

Ausstellung: 14. April - 2. Juni 2024
Finissage: 2. Juni 2024, 16 Uhr

Galerie im Helferhaus
Petrus-Jacobi-Weg 5, 71522 Backnang
Eckhard Froeschlin

Wiener Bibliophile besuchen die Werkstatt für Papier- und Buchrestaurierung

Verkleben von Rissen in einer Landkarte, Foto © Lisa Rastl
Die Wiener Bibliophilen werden bei ihrer nächsten Zusammenkunft die Werkstatt für Papier- und Buchrestaurierung der Akademie der Bildenden Künste Wien besuchen.
Die Studienrichtung Konservierung-Restaurierung steht unter der Leitung von Dr. Sigrid Eyb-Green.

24. April, 18.30 Uhr

Institut für Konservierung-Restaurierung
Augasse 2–6, 1090 Wien

Samstag, 13. April 2024

Handgefertigtes, Buchkunst und ein hochinteressiertes Publikum

Seit 1998 wird im Hamburger Museum der Arbeit, die Messe BuchDruckKunst veranstaltet. Der Name sagt zwar fast alles aus, aber wenn man hingeht, öffnen sich dem Betrachter neue Welten.

Mehr als 60 Aussteller haben am Wochenende vom 5. bis 7. April 2024 ihre Arbeiten gezeigt. Jedoch waren nicht nur Bücher zu sehen, ihr Anteil ist in den letzten Jahren zurückgegangen, sondern sehr viele kleinformatige Drucke, egal ob als Holzschnitt, Linolschnitt, Radierung, Siebdruck und Ähnlichem mehr sowie Reproduktionen solcher Werke. Das ist der Haupttrend der Veränderung in den letzten Jahren.
Etliche Aussteller sind schon zum 15. Mal auf der Messe, und dem Veranstalter Klaus Raasch ist es zu verdanken, dass auch jüngere Buchkünstler einen Ausstellerstand haben. Die Qual der Wahl, aus doppelt so vielen Bewerbungen auszuwählen, ist sicher nicht zu unterschätzen. Jedes Jahr kommen etwa 2.500 Besucher nach Hamburg-Barmbek, um sich inspirieren zu lassen, besonders schöne Stücke zu finden und diese zu kaufen. In diesem Jahr waren es laut Veranstalter rund 1.900. Im Eintrittspreis von 12 Euro sind der farbige Katalog und ein Ausstellerverzeichnis enthalten. Sicherlich werden keine ganz großen Geschäfte abgewickelt, dient doch ein Messestand in erster Linie der Kundenpflege und dem absolut grandiosen haptischen Vergnügen, neue Produkte in die Hand zu nehmen und zu bewundern. Hierbei ist nicht entscheidend, ob es Unikate, Drucke in Kleinstauflagen oder Offset-Reproduktionen in größeren Auflagen sind, es geht um Buchkunst abseits des Üblichen.
Für mich als Journalist beginnt die Qual der Auswahl, was ich dem geneigten Leser näherbringen möchte. Ich habe mich auf fünf Beispiele konzentriert, die unterschiedlicher im Handwerk nicht sein können. 

... weiterlesen auf "Die auswärtige Presse e.V."

(Ralf Plenz)

Sammlung Werner Kießig

Das Stabi Kulturwerk zeigt aktuell eine Wechselausstellung zur Sammlung des Pirckheimers Werner G. Kießig (1924 - 2014). In einem Pirckheimer-Abend 2017 stellte Thomas Klaus Jacob der Berlin-Brandenburger Regionalgesellschaft den seinerzeit übernommenen Nachlass des Meisters der Einbandkunst vor.
Aus Anlass von Kießigs 100. Geburtstag gibt es nun in der Dauerausstellung neben der Treppe zur Schatzkammer eine große Vitrine mit von ihm gestalteten Einbänden, die wirklich ganz großartig sind. Sie werden nur noch bis zum 14. April zu sehen sein, ab 16. April wird dann eine weitere Kollektion gezeigt.

Im Zusammenhang mit der Ausstellung zum 100sten Geburtstag wird es Anfang Juni ein Werkstattgespräch mit den zuständigen Mitarbeitern und Frau Kießig geben.

Werkstattgespräch: 6. Juni 2024, Anmeldung erforderlich

Stabi Kulturwerk
Staatsbibliothek zu Berlin, Haus 1
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

1 Kommentar:
  Peter D. Verheyen hat gesagt… (13. April 2024)
Danke hierfür - Kiessigs Einbände sind wirklich faszinierend.
Die Einbandsammlung wird auch von der Stabi Digitalisiert mit mehreren Ansichten und Details von den Einbänden. Der Anfang im Link.

Freitag, 12. April 2024

Buchkuriosa. Kleine und größere Verrücktheiten

Michael Faber, ehemaliger Vorsitzender der Pirckheimer-Gesellschaft und Verlagsinhaber, stellte am 11. April vor der Pirckheimer-Gesellschaft und dem Berliner Bibliophilen Abend in der Stadtbibliothek Berlin Buchkuriosa vor, die seines kürzlich erloschenen Verlags Faber & Faber in den letzten Jahrzehnten entstanden.
Das erste Buchkuriosum geht zurück auf ein 1975 entstandenes Beutelbuch "Alter Wein in neuen Schläuchen" mit kolorierten Holzstichen von Egbert Herfurth, welches im VEB Polygraph Leipzig erschien.
In der Folge entstanden bei Faber & Faber spätestens alle drei Jahre ein weiteres Kuriosum, so ein Drillingsbuch, ein an sechs Buchschnitten aufzuklappendes Buch, ein Kugelbuch, das kleinste in Serie hergestellte Buch, ein Ranzen-Buch, Schuh-Bücher und weitere "kleine und größere Verrücktheiten".
Fotos © ad, weitere Fotos (©) Ralf Parkner hier

Kulturstaatsministerin offenbart ihr Unwissen

In der gestrigen "Berliner Zeitung" ist ein Artikel von Anja Reich "Wie Claudia Roth entdeckt hat, dass es in der DDR auch Literatur gab" zu lesen, der vom kompletten Unwissen der Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) in Sachen DDR-Literatur und Bücher in der DDR handelt. Vielleicht macht sich Frau Roth mal nach Staucha auf den Weg. Dort steht die imposante Sammlung von unzähligen Büchern aus der DDR, die der kürzlich verstorbene Schauspieler, Theatermann und Kulturbeförderer Peter Sodann zusammengetragen und vor der Vernichtung gerettet hat.
In meiner Berliner Altbauwohnung standen einst um die 5000 Bücher aus der DDR. Ergo: Es gab erstens die Bücher, sie hatten zweitens niedrige Preise, und ich konnte drittens die Miete für die Stellfläche zahlen.

(Wolfram Adolphi)

Donnerstag, 11. April 2024

Buchkuriosa

Heute Abend wird die Pirckheimer-Gesellschaft gemeinsam mit dem Berliner Bibliophilen Abend Michael Faber als Referenten begrüßen können, der "Buchkuriosa. Kleine und größere Verrücktheiten" des kürzlich erloschenen Verlags Faber & Faber vorstellen wird.
Faber war der letzte Publikums-Verlag, der mit den „Erstlingswerken deutscher Autoren des 20. Jahrhunderts“ Bücher mit orig.-grafischen Illustrationen in hohen Auflagen von mehreren hundert Exemplaren auf den Markt brachte. Was zu Zeiten von HAP Grieshaber, Hansen-Bahia, der Eremiten Presse in Westdeutschland, mit zahlreichen Büchern von Reclam Leipzig in der DDR Alltag war, ist leider längst zu einer Nischenkultur geschrumpft, und nach dem Tod von Artur Dieckhoff gibt es auch die im Hamburger Museum der Arbeit gedruckten Holzschnittbücher der dortigen Schwarzen-Kunst-Community nicht mehr...

Faber & Faber war aber immer vor allem ein literarischer Verlag, bei dem so renommierte Autoren wie Clemens Meyer, Josef Haslinger, Roswitha Quadflieg oder Christoph Hein publizierten. Von diesem Segment lebte der Verlag, die Buchkunst war nur das imagebildende Sahnehäubchen. Und diese Basis wird, nicht nur für Faber & Faber, durch die Strukturveränderungen, die stetig wachsende Marktmacht weniger großer Handelsketten, zerstört.

Die Buchhandelsketten wie Thalia (Marktanteil allein 40 Prozent), Hugendubel und Osiander kaufen kaum noch Titel aus unabhängigen kleinen Verlagen ein. Sie haben Umsatz- und Rabatt-Erwartungen, die Letztere nicht erfüllen können, zudem lassen sie sich vorteilhafte Buch-Platzierungen in ihren Läden von den Verlagen bezahlen, wozu es erst mal eines Marketingbudgets bei den Kleinen bedürfte. Und je mehr inhabergeführte Buchhandlungen keine Nachfolger mehr finden, desto fetter werden die Ladenketten und ihre genuinen Partner, die Verlagskonzerne. Mit der Buchkunst aber hat das nichts zu tun, denn die war in den Ketten und Konzernen noch nie zu finden.

Von der unbändigen Verlegerlust der Fabers kurz nach Verlagsgründung zeugt der Verlagsalmanach „Sisyphos der Zweite“ von 1992, in dem auch das erste Buch der „Erstlingswerke deutscher Autoren…“ angekündigt wurde, Brechts Baal, mit Orig.-Linolschnitten von Klaus Süß. Der Co-Verleger Michael Faber wurde vorgestellt als „Autor, der an einem Roman des 21. Jahrhunderts“ schreibe, von dem man (1992) hoffe, dass dieser auch dann erst fertig werde, damit man nicht in die Verlegenheit komme, ihn drucken zu müssen...

(Wolfgang Grätz, in 253. Frankfurter Grafikbrief )

11. April 2024, 19 Uhr

Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Kleiner Säulensaal
Breite Straße 36, 10178 Berlin

Supalife der Künstlerinnen

Zu eine umfangreiche Gruppenausstellung hat Superlife Kiosk ausschließlich Künstlerinnen eingeladen, die die Galerie in den letzten Jahren begleitet haben und deren Arbeiten immer wieder aufs Neue begeistern, darunter auch die Pirckheimerin Julienne Jattiot.
Grundsätzlich ist es auf dem Kunstmarkt nach wie vor so, dass Künstlerinnen wesentlich weniger präsent sind, als ihre männlichen Kollegen. Dies lässt sich gut an den Sammlungsbeständen der Museen weltweit ablesen, als auch an den geringeren Einzelausstellungen von Künstlerinnen in Galerien und am Ende auch der deutlich schlechteren Bezahlung im Vergleich zu den männlichen Kollegen. All dies ist Ausdruck eines bestehenden Kunstkanons, in dem sich der systematische Ausschluss von Frauen spiegelt. Da ist es gut zu wissen, dass im Kiosk die Verhältnisse ein bisschen anders sind. Ein Großteil der Arbeiten, die dort gezeigt werden, wurden von Künstlerinnen produziert und der Verkauf dieser Arbeiten macht wiederum einen Hauptteil der Einnahmen des Kiosk aus. Deshalb ist es nur logisch, dass man gemeinsam mit diesen Frauen diesen Umstand auch in einer Ausstellung feiert und 16 Positionen vorstellen möchte, neben Julienne Jattiot sind das Adeline Meilliez, Angeles Alarcon, Elisa Talentino, Hanna Zeckau, Natalia Lisnicchia, Jördis Hirsch, Kathrin Wylezol, La Météo, Lu Pollo, Miammmiam, Nana Rausch, Off, Olivia Pils, Skadi Engeln, Tineke Noppers.
 
Vernissage: 13. April, 19 Uhr
Ausstellung: 14. April – 25. Mai 2024

Supalife Kiosk
Raumerstrasse 40, 10437 Berlin

Mittwoch, 10. April 2024

Kafkas Texte in edelster Gestalt 5

Originallithografien von Hermann Naumann

Um Hermann Naumann ist es – naturgemäß – still geworden, der 40 km östlich von Dresden lebende Künstler ist am 14. Februar gesegnete 94 Jahre alt geworden. Er hat sich vor allem in der DDR intensiv mit dem Werk Kafkas beschäftigt, seine Illustration von „Betrachtung“ erschien als Lizenzausgabe auch bei der Büchergilde. – Wir verfügen über einige der Originallithografien, die für das Buch zur Illustration reproduziert wurden.
Hermann Naumann, Zu Kafka – Betrachtung, Die Abweisung
Orig.-Lithografie 1974, Bildformat 39,5 x 30 cm,
Büttenformat 64 x 47 cm. Auflage 30 Exemplare
Dieser Beitrag von Wolfgang Grätz wurde aus dem gerade erschienenen 253. Frankfurter Grafikbrief übernommen.

Kafkas Texte in edelster Gestalt 4

Bengt Fossag illustrierte für die Büchergilde Kafkas „Der Prozeß

272 Seiten mit 24 Farbzeichnungen von Bengt
Fosshag und einem dreifarbigen Orig.-Linolschnitt,
Auflage 150 Exemplare.
Bengt Fosshag, geboren 1940, hat Grafik-Design studiert. Seit 1983 ist er freier Illustrator. Er ist international und national vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Golden Award of Montreux und dem Silbernen Löwen von Cannes. Im Jahr 2002 wurde er mit dem renommierten Art Directors Preis in Gold sowie dem Deutschen Designer Club Preis in Silber für seine Illustrationen in „Mord im Grünen“ ausgezeichnet. Bengt Fosshag lebt und arbeitet in der Nähe von Frankfurt.

Dieser Beitrag von Wolfgang Grätz wurde aus dem gerade erschienenen 253. Frankfurter Grafikbrief übernommen, weiter Beispiele für „Kafkas Texte in edelster Gestalt“ werden folgen.

Dienstag, 9. April 2024

Kafkas Texte in edelster Gestalt 3

Mathias Roloff – Kafka 4

Mathias Roloff, 1979 geboren, studierte an der Universität der Künste Berlin, wo er Meisterschüler von Volker Stelzmann war. Er darf als einer der interessantesten „Newcomer“ in der Phalanx der Künstlerbücher-Schöpfer gelten. Sein Kafka-Druck mit 4 handgeschriebenen/radierten und illustrierten Erzählungen von Franz Kafka besteht komplett aus 16 Orig.-Kaltnadelradierungen!

Dieser Beitrag von Wolfgang Grätz wurde aus dem gerade erschienenen 253. Frankfurter Grafikbrief übernommen, weiter Beispiele für „Kafkas Texte in edelster Gestalt“ werden folgen.

Kafkas Texte in edelster Gestalt 2

Matthias Gubig/Franz Kafka – Turmbau zu
Babel, 
12. Spätdruck 2013
mit 5 ganzseitigen Holzstichen und Texten von
Franz Kafka und aus dem Alten Testament auf
Japanbütten. Bleisatz, Buchdruck, Hardcover
mit orig.-grafischem Einbandbezug, 36 Seiten,
Format 30 x 20 cm, schwarzer Pappschuber



Matthias Gubig –
Turmbau zu Babel
Matthias GubigTurmbau zu Babel

Matthias Gubig hat in seinem 12. Spätdruck, der 2012 erschienen ist, den alttestamentarischen Text zum Turmbau zu Babel eingebettet in die zwei Erzählungen „Das Stadtwappen“ und „Von den Gleichnissen“ von Franz Kafka: Die Buchgestaltung ist, wie bei Gubig nicht anders zu erwarten, vom Allerfeinsten: Die Kafka-Texte auf festes Bütten in Linotype gedruckt, der Bibeltext in der Mitte im Handsatz auf dünnes China-Bütten, illustriert mit 5 ganzseitigen Orig.-Holzstichen. Diese Seiten sind mit rotem Außenrand bedruckt, sodass bei geschlossenem Buch ein Teilfarbschnitt in der Buchmitte sichtbar wird.

Dieser Beitrag von Wolfgang Grätz wurde aus dem gerade erschienenen 253. Frankfurter Grafikbrief übernommen, weiter Beispiele für „Kafkas Texte in edelster Gestalt“ werden folgen.

Montag, 8. April 2024

Kafkas Texte in edelster Gestalt 1

Rainer Ehrt – Kafka ICH

Der 100. Todestag (am 3. Juni) des wirklich zeitlos aktuellen Schriftstellers bringt die Kampagnen-Maschine zum Laufen: Es gibt den wohl sehr berührenden Film über Kafkas letzte Liebe, die das düstere Bild vom früh Verstorbenen um die Facette seines Liebesglücks erweitert, und eine Flut biografischer Neuerscheinungen, vom Fotoalbum bis zu Rüdiger Safranski. Kafkas düsterste Prognose aber bleibt natürlich: „Vielleicht hört der Fußball jetzt überhaupt auf!“

Die Buchkunst braucht aber keine Kampagne, um Kafkas Werk in aufwändigster Manier zu würdigen, auch wenn Rainer Ehrts neues Künstlerbuch tatsächlich gerade frisch erschienen ist, es ist aber schon sein zweites Kafka-Buch...
Originalgrafisches Künstlerbuch mit Briefen Franz Kafkas, 2024. 24 Seiten komplett als Original-Farbserigrafie gedruckt, gezeichnete Schrift, Format 31 x 25 cm, gebunden als offenes Leporello, bedruckter Leinen-Handeinband, Auflage 50 Exemplare, im Impressum signiert und nummerier
Dieser Beitrag von Wolfgang Grätz wurde aus dem gerade erschienenen 253. Frankfurter Grafikbrief übernommen, weiter Beispiele für „Kafkas Texte in edelster Gestalt“ werden folgen.

BuchDruckKunst 2024

Die BuchDruckKunst im Hamburger Museum der Arbeit ist gestern Abend nach 3 Tagen Ausstellungsdauer zu Ende gegangen.

Unter den fast 70 Ausstellern waren neben anderen bekannten Künstlern und Drucker und Buchbindern auch die Pirckheimer Rudolf Angeli, Rainer Ehrt, Christian Ewald, Henry Günther und Claus Lorenzen.

Gleich am ersten Tag brachte ein Filmteam des NDR in den Kulturtips des »Hamburg-Journal« einen kurzen und guten Überblick zur Messe (nachzuschauen in der Mediathek)

Untenstehend der Stand des Verlags Angeli und Engel, der auch die Pirckheimer-Gesellschaft und die Bücherkinder Brandenburg präsentierte.

Sonntag, 7. April 2024

Peter Sodann (1936 - 2024)

Peter Sodann beim Pirckheimer-Jahrestreffen, Foto © Ralf Wege
In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von einem der großen Persönlichkeiten und Bücherfreund, Peter Sodann. Der vielseitige Schauspieler, Regisseur und Autor verstarb gestern im Alter von 87 Jahren und hinterlässt eine schmerzliche Lücke in der Welt der Darstellenden Künste und für die Rezeption der DDR-Kultur.

Geboren am 1. Juni 1936 in Meißen, begann Sodann seine Karriere zunächst als Werkzeugmacher, bevor er seine Leidenschaft für die Schauspielerei entdeckte.
Nach einer Ausbildung an der renommierten Theaterhochschule "Ernst Busch" in Berlin folgte eine beeindruckende Laufbahn auf den Bühnen Deutschlands.

Ein bleibendes Erbe von Peter Sodann ist die Bewahrung der Buchproduktion der DDR in der Peter-Sodann-Bibliothek, ein Projekt, in welches er nach 1990 seine ganze Kraft steckte. Die Pirckheimer-Gesellschaft besuchte diese Bibliothek anlässlich ihres Jahrestreffens 2015. 

Mit dem Tod von Peter Sodann verliert die Welt nicht nur einen herausragenden Schauspieler und Regisseur, sondern auch einen warmherzigen Menschen und engagierten Gesellschaftskritiker. Sein Erbe wird weiterleben in seinen unzähligen Bühnenrollen, seinen bewegenden Inszenierungen und seinem unermüdlichen Einsatz für eine bessere Welt.

bedeutende Bibliothek unter dem Hammer

Die circa 22.000 Bände umfassende Bibliothek des vor einem Jahr, am 21. April 2023, verstorbenen Buchgestalter und Verlagshersteller er Büchergilde Gutenberg Juergen Seuss wird vom Buch- und Kunstauktionshaus Peter Kiefer, Pforzheim, versteigert.

© Auktionshaus Peter Kiefer
Der leidenschaftliche Büchermacher sammelte nicht nur Titel über Typographie, Illustration, Buchgeschichte und Kunst, sondern suchte Beispiele in originaler Buchgestalt aus unterschiedlichen Epochen zusammen. Zudem finden sich auch schön gemachte Bücher hierfür bekannter Verlage wie Georg Müller, Insel und Diederichs in den Bücherregalen. Sammelschwerpunkte der Arbeitsbibliothek wie z.B. Aufklärung, deutsche Literatur des 18. bis 20.Jahrhunderts, französische Literatur vor allem in deutschen Übersetzungen, französische Geschichte, aber auch russische Literatur und illustrierte Bücher sind zu erkennen. Signierte Bücher befreundeter Autoren, handschriftliche Anmerkungen in von ihm geschätzter oder auch abgelehnter Werke, etliche noch verpackte Belegexemplare von ihm gestalteter Titel der Büchergilde, Faber & Faber, Edition Spangenberg oder des C.H.Beck Verlages sowie zahlreiche Exemplare seines eigenen BrennGlas Verlages zeugen von der Intensität, mit der der spätere Professor für Buchgestaltung sein Leben dem Buch widmete.

Samstag, 6. April 2024

Franzen & Grosse – ein (fast) vergessener Verlag

Katalog: Agnes Kunze, Eva Hofstetter,
Jürgen Dummer u.a.: Buch-Geschichten.
500 Jahre Drucker, Verleger und Bibliotheken
in Stendal.
Bereits 1487 befand sich die einzige Buchdruckerei der Mark Brandenburg in Stendal. Knapp 300 Jahre später (1755) erlangte Daniel Christian Franzen das Buchdruckerprivileg für diese Stadt. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte wurde aus der Druckerei von Franzen das Druck-und Verlagshaus „Franzen und Grosse“, dessen Geschichte sich bis ins beginnende 20. Jahrhundert nachvollziehen lässt.

In einem Vortrag vor dem Verein der Bibliophilen und Grafikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e.V. „Willibald Pirckheimer“, kurz: Magdeburger Pirckheimer, wird Agnes Kunze, Leiterin der Bibliothek im Winkelmann-Museum Stendal und 2009 Autorin eines Artikels über diesen Verlag in den Marginalien, insbesondere den Auf- und Ausbau des Verlagshauses in den ersten Jahrzehnten seines Bestehens betrachten, seinen Einfluss auf das kulturelle Leben in der Region, aber auch sein überregionales Netzwerk z.B. nach Göttingen. Dabei sind vor allem die medizinischen Werke (z. B. des Arztes Samuel Gottlieb von Vogel [1750-1837]), die neben den Leichenpredigten und zahlreichen Schriften von Stendaler Lehrern, besonders bemerkenswert.

Vortrag 17. April 2024, 19 Uhr

Literaturhaus Magdeburg
Thiemstraße 7 39104 Magdeburg

Freitag, 5. April 2024

Die mittelalterlichen Viten des heiligen Otto

Dr. Karl Südekum beschließt die Vortragsreihe Bamberger Buch-Geschichten 2023/24 mit ei9nem Vortrag über die deutschsprachige Otto-Vita des Konrad Bischoff aus dem Jahre 1473.
Diese Otto-Vita ist u.a. in zwei Handschriften aus den letzten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts sowie in zwei weiteren Abschriften aus dem 17. bzw. 18. Jahrhundert im Bestand der Staatsbibliothek Bamberg erhalten. Der Autor verfasste diese Vita als Biograph des Bamberger Bischofs Otto I. und nicht als zeittypischer Legendenschreiber. Der Vortrag ordnet sie in die Überlieferungsgeschichte der Otto-Viten ein, verdeutlicht den geistesgeschichtlichen Hintergrund des Autors und zeigt am Digitalisat der Bamberger Handschrift Msc.Hist.155 auch Beispiele der Volkssprache zur Lutherzeit auf.

Karl Südekum studierte Geschichte, Germanistik, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Universität Würzburg. Nach dem Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien folgte die Promotion zum Dr. phil. im Fach Mittelalterliche Geschichte mit einer Arbeit zu Bischof Otto I. von Bamberg. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter der „Würzburger Forschergruppe“. Nach dem Assessorexamen im Bibliotheksdienst arbeitete er an den Universitätsbibliotheken Bamberg und Würzburg, letzterer stand er von 1998 bis 2016 als Leiter vor.

Dieser Vortrag ist der elfte und letzte innerhalb der elfteiligen Reihe Bamberger Buch-Geschichten 2023/24. Die Vortragsreihe wird in Zusammenarbeit mit der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, der Volkshochschule Bamberg Stadt, dem Colloquium Historicum Wirsbergense und dem Historischen Verein Bamberg durchgeführt.

7. Mai 2024, 19 Uhr

Volkshochschule Bamberg Stadt
Altes E‑Werk, Großer Saal, Tränkgasse 4

Donnerstag, 4. April 2024

neue Adresse des BBA

Seite aufrufen durch Klick auf das Bild ...
Da die Seite des Berliner Bibliophilen Abend derzeit nicht aktualisiert werden kann, ist eine aktuelle Internetpräsenz dieser Gesellschaft jetzt unter der Adresse berliner-bibliophilen-abend.org zu erreichen.

Lichtungen – Zeichnungen von Sylvia Graupner

Die Galerie im Turm Kemberg zeigt Lichtungen – Zeichnungen von Sylvia Graupner.
Durch meine Bilder möchte ich ermutigen, sich Freiräume zu suchen und zu erschaffen, Orte und Dinge zu entdecken,
die inspirieren, heiter oder nachdenklich stimmen, für einen Moment aus dem Alltagsgetriebe entführen und den Blick weiten.
Wie wenn man bei einem Waldspaziergang aus dem Dunkel heraus eine helle Lichtung betritt.
Ich wünsche, dass die Bilder der Ausstellung gute Zufallsbegegnungen bereit halten. Lichtungen eben.

Sylvia Graupner)

Eröffnung: 12. April 2024, 17.30 Uhr, Laudatio: Bettina Haller, Musik: Jana Dembinsky und Falk Röske

Ausstellung: 12. April - 2. Juni 2024

Galerie im Turm Kemberg
Stadtturm, Wittenberger Straße 32 A, 06901 Kemberg

Mittwoch, 3. April 2024

„Opus postumum“ – seniles Alterswerk oder „Schlussstein“ der Philosophie Kants?

Der Staatsbibliothek zu Berlin präsentiert die Edition „Opus postumum“ von Immanuel Kant.
Ausschn. Opus Postumum - SBB-PK | © bpk-Bildagentur (bearb.)
Lange wurde die These vertreten, dass Kant in seinen letzten Lebensjahren senil geworden sei und seine Niederschriften aus dieser Zeit philosophisch nicht mehr ernst zu nehmen wären. Man berief sich dabei oft auf das „Opus postumum“ und die in ihm enthaltenen Alltagsnotizen sowie auf die besonders im letzten Entwurf von Dezember 1800 bis Februar 1803 scheinbar ohne erkennbare Ordnung beschriebenen Manuskriptseiten. Jacqueline Karl von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften erläutert, dass die Arbeit an der Neuedition ein geradezu gegenteiliges Ergebnis liefert.
Über die Edition als ein Beispiel für die Zusammenarbeit von Staatsbibliothek und Akademie sprechen Generaldirektor Achim Bonte und Akademiepräsident Christoph Markschies.

Anlässlich der Veranstaltung präsentieret die Staatsbibliothek das bedeutende Manuskript „Opus postumum“ von Immanuel Kant, das vor 25 Jahren von der Staatsbibliothek erworben werden konnte.

11. April 2024, 19 Uhr, um Anmeldung wird gebeten

Wilhelm von Humboldt-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin
Haus Unter den Linden 8 · 10117 Berlin

Bahnland Schweiz

Die Schweizerische Bibliophilen-Gesellschaft präsentiert in einer Ausstellung die Anfänge einer Erfolgsgeschichte.

Für Viele ist die Schweiz heute das Bahnland schlechthin. Doch wie entstand das dichte Streckennetz? Erst mit dem eidgenössischen Eisenbahngesetz, das 1852 in Kraft trat, nahm die Eisenbahn in der Schweiz so richtig Fahrt auf. Dem gestiegenen Bedarf an gut ausgebildeten Ingenieuren und Techniker wurde mit der Gründung des Eidgenössischen Polytechnikums 1855 Rechnung getragen.
In einer Gastausstellung im Max Frisch-Archiv nehmen die Schweizer Bibliophile Interessierte mit in die Anfangszeit des Schweizerischen Bahnwesens, als immer neue Strecken mit Tunnel und Brücken gebaut und Zahnradsysteme zum Erklimmen von großen Steigungen erfunden wurden. Anhand von alten Drucken und Karten gibt sie einen Einblick, wie sich die Eisenbahn Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte und rasant zu einer Erfolgsgeschichte wurde.

Ausstellung: 8. April - 30. Juni 2024

Max Frisch-Archiv an der ETH-Bibliothek
Zürich, ETH-Hauptgebäude, H-Stock, Raum H 26

Dienstag, 2. April 2024

Bücherkinder Brandenburg sind wieder online

Die Seite der Bücherkinder Brandenburg war Ziel eines Hackerangriffs, sie war deshalb für 5 Tage nicht erreichbar.
Die Sicherheitsvorkehrungen waren jedoch erfolgreich, ab sofort ist die Seite z.B. durch Klick auf die Abb. wieder erreichbar.

Exlibris des Monats: Kay Voigtmann

Die DEG wählte als Exlibris des Monats April 2024 die Arbeit von Kay Voigtmann, 2004, Erich Kästner: Ein Hund hält Reden, für Ingrid und Lutz Grösel (2004).

Wenn man keinen Hund hat, kommt man nicht auf den Gedanken, dass der April für Hunde ein etwas schwieriger Monat sein kann, weiß man doch wenig über Anleinbestimmungen für Hunde, die sowieso nicht bundeseinheitlich, sondern länder- bzw. kommunalspezifisch geregelt sind. Auf jeden Fall haben Hunde im April an manchen Orten einige weitergehende Anleinvorschriften als sonst, die in Zusammenhang mit der Brut- und Setzzeit von Vögeln und Wild stehen. Außerdem sehen sie ihre menschlichen Besitzer meist in und nach der Osterzeit viel Schokolade essen, deren Genuss ihnen mit dem Hinweis, dass das nicht gesund für sie sei, (zu Recht) verboten wird. Ob sie diese Argumente verstehen, weiß ich nicht, aber der Hund in Erich Kästners Gedicht „Ein Hund hält Reden“ würde sie verstehen, vielleicht jedoch nicht billigen. Denn er klärt den Autor eindeutig über die tierische Sprechfähigkeit auf: „Wir können sprechen.“ Und: Er nennt „Kästner“, wie er den schon zur Entstehungszeit des Gedichts bekannten Dichter respektlos und unhöflich, fast schon arrogant, anredet, auch den Grund, warum er und seinesgleichen diese Fähigkeit nicht nutzen: „Das ist doch klar? Der Mensch ist es nicht wert, dass man gesellschaftlich mit ihm verkehrt.“

Aber lesen Sie das Gedicht Erich Kästners, an den wir in diesem Jahr aufgrund seines 50-jährigen Todestags häufig erinnert wurden, selbst.
Wie Kästners Gedicht macht auch Voigtmanns Exlibris auf den ersten Blick vor allem Spaß. Man sieht zwei Wesen, die man sofort als Geschöpfe Kay Voigtmanns erkennt, sonst – oder deshalb –allerdings nicht genauer bestimmen kann. Tiere sind es nicht, Menschen sind es auch nicht, sondern nicht kategorisierbare Mischwesen ­– dass diese männlich sind, lässt sich allerdings nicht bestreiten – in seriöser und formeller Kleidung und mit menschlichen Statussymbolen wie einer Krawatte, einer Fliege, einem Monokel oder einem Buch oder Kalender in der Hand. Sie begegnen sich wichtigtuerisch, wohl bei einer gesellschaftlichen Abendveranstaltung. Sie tun genau das, was Kästners geträumter Hund nicht tun möchte: sie verkehren gesellschaftlich miteinander, indem sie plaudernd beieinanderstehen und sich Rauch, heiße Luft also, ins Gesicht blasen. Dass Menschen tierische Züge annehmen, ist bei Voigtmann durchaus häufig, das Umgekehrte tut er seinen Tiergestalten nicht an. Deswegen lässt sich vermuten, dass der traurig unten sitzende kleine Hund, also die dritte Figur des Bildes, Kästners sprechenden Hund darstellt, der den gesellschaftlichen Verkehr seiner menschlichen Mitwesen irritiert, verstört und traurig belauscht, sich von ihrer heißen Luft, also ihren Übertreibungen, Eitelkeiten, Schönfärbereien und Unwahrheiten abwendet. Ich glaube, dass jeder von uns sich vorstellen kann, worüber diese beiden Wesen miteinander sprechen bzw. womit sie protzen, während der arme Hund nur noch „seine Schnauze halten“ kann. Und wer das Kästner’sche Gedicht kennt, weiß warum.

(Ulrike Ladnar)

Jahrestreffen der Gesellschaft der Bibliophilen 2024

Die Bibliophilentage 2024 und 123. Jahresversammlung der Gesellschaft der Bibliophilen, die in diesem Jahr ihr 125jähriges Gründungsjubiläum feiert, finden vom 30. Mai bis zum 3. Juni in Weimar statt.
Das Tagungsheft, das gedruckt der im April erscheinenden Wandelhalle 2024-2 beiliegt, kann durch Klick auf die Abb. heruntergeladen werden.

Montag, 1. April 2024

Hamburger Bothe #21, jetzt auch als Vorzugsausgabe

Der Hamburger Bothe #21 wurde soeben ausgeliefert.

Diese Ausgabe verdient es, als Novum hervorgehoben zu werden, denn mit der Nummer 21 wird der „Hamburger Bothe“ erstmals auch in bibliophiler Sonderausstattung angeboten, siehe Abb., die in einer nummerierten Auflage von 50 Exemplaren und signiert von allen beteiligten Autoren im farbigen Pappband mit Leinenrücken, Fadenheftung und mit zwei Lesebändchen erscheint.
Diese Ausgabe kann kann zum Preis von 333 € plus Versandkosten hier bestellt werden.
durch Klick auf die Abb. kann das Heft aufgerufen werden
Im Gedenkjahr anlässlich des 100. Todestages von Franz Kafka wird auch allerlei Neues von und über den Dichter ans Licht gebracht. Eine Novität ist ein unlängst erschienenes Fotoalbum der Familie Kafka. Der vielseitige Maler, Zeichner und Erzähler Rainer Ehrt war da bei, als das Buch unlängst in Berlin vorgestellt wurde und hat es für diese Ausgabe des „Hamburger Bothen“ rezensiert. Aber dabei beließ es der Künstler nicht, sondern schuf auch noch eine einschlägige Zeichnung, die wir erstmals veröffentlichen dürfen. Den weitaus größten Teil unseres bibliophilen Rundbriefs nimmt diesmal der „Pirckheimer“ Paul Hennig aus Ottobrunn am östlichen Stadtrand Münchens mit einem ein gehenden Porträt seiner außerordentlichen Sammlungsbestände ein. Der Beitrag ist so umfangreich ausgefallen, dass wir ihn in zwei Teilen präsentieren müssen, die Passagen über Hennigs einzigartige Kollektion zur Kunst der früheren DDR veröffentlichen wir in der nächsten Ausgabe. Der Verlag Angeli & Engel, der den „Hamburger Bothen“ herausbringt, bereitet nach der reich illustrierten Balladensammlung „Liebe, Leid & Untergang“ von Klaus Waschk ein Buch des Frankfurter Malers Bernhard Jäger vor. Darin lässt dieser – mit vielen Bildbeispielen – die von ihm illustrierten Publikationen Revue passieren. Wir laden zur Subskription dieses Bandes ein, der sich in ebenbürtiger Weise an die Seite unserer bisherigen Bücher stellen wird.

(Peter Engel, aus dem Editorial)

Bibliophiles des Monats: Karl Kraus, Ausgewählte Werke in 5 Bänden

Am 28. April vor 150 Jahren wurde Karl Kraus geboren, Grund genug, diesem österreichischen Schriftsteller, Dramatiker, Herausgeber und auch zum überwiegenden Teil alleiniger Autor der Zeitschrift „Die Fackel“, in diesem Monat mit dem Bibliophilen des Monats zu gedenken.

Ausgewählt wurde dafür die im „Verlag Volk und Welt“ 1977/78 herausgegebene fünfbändige Ausgabe seiner Ausgewählten Werke. Die Ausgabe besteht aus drei Bänden seiner, häufig in „Die Fackel“ veröffentlichten Texte, Band 4 enthält seine Aphorismen und Gedichte und Band 5, der in zwei Halbbänden erschien, das noch nie komplett aufgeführte Drama „Die letzten Tage der Menschheit“, sowie einen Kommentar zu diesem Drama.
Der Einbandentwurf der Ausgabe erfolgte von Hort Hussel. Was sie zu einer bibliophilen Empfehlung machte, ist jedoch weniger die, wie wir es von Horst Hussel gewohnt sind, sich auf das Wesentliche beschränkende Gestaltung, sondern die editorische Leistung der Herausgeber Dietrich Simon unter Mitarbeit von Kurt Krolop und Roland Links, die diese Ausgabe mit einem ausgezeichnet recherchierten erläuternden Kommentar und einem gründlichen Register versehen haben.

Diese Ausgabe wurde von „Volk und Welt“ auch für den „Albert Langen – Georg Müller Verlag München“ in gleicher Ausstattung produziert, neben einem Hinweis im Impressum wurde hierbei lediglich auf dem Schutzumschlag der Name des Verlags ausgetauscht. Auf diese Weise kam es zu der „gesamtdeutschen Ausgabe“ in meiner Bibliothek, wie sie auf dem Foto zu sehen ist.

Buch des Monats: Celestino Piatti, dtv Sonderreihe by Pietro Mattioli

Das Künstlerbuch von Celestino Piatti DTV SONDERREIHE 1966–1979 von Pietro Mattioli, erschienen in drei Cover-Varianten ist Buch des Monats der Schweizerischen Bibliophilen-Gesellschaft.

Auf dem Umschlag des unlängst erschienenen außergewöhnlichen und interessanten Künstlerbuches von  Celestino Piatti ist ein Taschenbuch aus der «Sonderreihe dtv» abgebildet. Blättert man in dem Buch, stößt man auf weitere genau gleiche Abbildungen und nur solche der Bücher dieser Reihe. Die Bücher sind im Massstab 1:1 abgebildet. Die Covers zeigen immer ein gekreuztes Quadrat, das man auch als Pyramide von oben lesen kann. Sie unterscheiden sich lediglich in der Farbgebung. Was faszinierte den Künstler so an dieser Taschenbuchreihe, um sie über einige Jahre zu sammeln?
Pietro Mattioli realisierte 1977 eine 66-teilige Serie von Porträts. Ein strenges Konzept war bereits hier vorgegeben: Mattioli porträtierte junge Besucher des Nachtclubs Hey jeweils vor weisser Wand, frontal mit Blitz abgelichtet. 2005 wurde die Serie in der Edition Patrick Frey publiziert. Hier war schon etwas angelegt, was dem Künstler immer wieder so wichtig war: das Serielle. Es folgten weitere Serien, so u.a. 2004 mit einem Spinnennetz, oder 2007 Fernsehantennen. Spinnennetz wie Antennen wurden immer gleich akkurat mit der Kamera festgehalten.
1962 erschien erstmals die «sonderreihe dtv», die sich internationaler und moderner Literatur widmete. Werke von William Faulkner, Alain Robbe-Grillet, Ingeborg Bachmann, Gottfried Benn, Pablo Neruda und vielen anderen wurden so in grossen Auflagen verbreitet. Für diese Sonderreihe entschied sich Celestino Piatti für eine eigene Gestaltung. Jedes Taschenbuch zeigte die gleiche geometrische Figur, eine quasi von oben gesehene Pyramide. Diese Pyramide erhält durch die Lichtführung Plastizität. Das linke Viertel wird im hellen Licht, das obere und das untere Viertel im Streiflicht und das rechte Viertel als im Schatten liegend gezeigt. Unter sich unterscheiden sich die Bücher durch die Farbgebung. Sozusagen alle Farben wurden durchgespielt, wobei meist gedeckte Mischtöne zum Einsatz kamen.

... weiterlesen.

(Paul Tanner, Zürich)

CELESTINO PIATTI: DTV SONDERREIHE 1966–1979 by Pietro Mattioli
Text by Aoife Rosenmeyer, English, 16.1 × 23 cm, 284 pages, 134 color plates, softcover, three different cover motifs
Kodoji Press, Baden 2023, ISBN 978-3-03747-115-9
Retail price CHF 25.00

Sonntag, 31. März 2024

Das Buch zum Tage

Johann Wolfgang von Goethe - Osterspaziergang, ill von Klaus Ensikat
Kindermann Verlag Berlin, Februar 2012
24 Seiten, 21 x 28 cm, Halbleinen, Hardcover, ISBN 978-3-934029-47-7
Vom Eise befreit sind Strom und Bäche,
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungs-Glück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur;
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlt's im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.

Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurück zu sehen.
Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden,
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbes Banden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.

Sieh nur sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluss, in Breit' und Länge,
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und, bis zum Sinken überladen
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet gross und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.

schöne Feiertage

Petrus Akkordeon, Linolschnitt, 2024
... allen Lesern wünscht der Pirckheimer und Petrus Akkordeon.

Samstag, 30. März 2024

Ein Blick zurück ...

Das vor wenigen Tagen hier vorgestellte Plakat am Stand des Leipziger Bibliophilen-Abend rief Erinnerungen an einen Neujahrsgruß der Pirckheimer-Gesellschaft hervor, die das Werk dieses belgischen Künstlers, dank auch eines Österreichischen Antiquars und Freund der Pirckheimer-Gesellschaft, in der DDR bekannt gemacht hat und einen Holzschnitt des Künstlers 1965 an alle Mitglieder verschickte. Der LBA war damals eine Bezirksgruppe der Pirckheimer.
Frans Masareel, Der Optimist, 1965, Holzschnitt, ca. 20 x 14 cm, das Passepartout ca. 21 x 15 cm, unten rechts in Tinte monogrammiert "F.M."
Frans Masareel (geboren 1889 in Blankenberge; gestorben 1972 in Avignon) zählt zu den bedeutendsten belgischen Malern und Grafikern und Holzschneidern der Klassischen Moderne der Nachkriegszeit.

Freitag, 29. März 2024

Grafische Papiere und Buchdruck billiger als vor einem Jahr

28. März 2024
 von Börsenblatt
 

Die Erzeugerpreise für grafische Papiere lagen im Februar um 15,9 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Das hat das Statistische Bundesamt (Destatis) ermittelt. Der Druck von Büchern wurde ebenfalls billiger.

Darüber hatte zunächst "Langendorfs Dienst" berichtet. Folgende Veränderungen des Erzeugerpreis-Index im Februar 2024 zum Februar 2023 gehen aus der Statistik von Destatis hervor:

  • Papier, Pappe und Waren daraus: minus 11,8 Prozent
  • Zeitungsdruckpapier; Büttenpapier und -pappe (handgeschöpft); Rohpapier und Rohpappe; grafische Papiere und Pappen: minus 19,0 Prozent
  • Andere grafische Papiere und Pappen: minus 15,9 Prozent
  • Druck von Büchern: minus 4,4 Prozent

Die Erzeugerpreise über alle Waren und Dienstleistungen sanken im Vorjahresvergleich um 4,1 Prozent.

KP Kremer vivace

KÜNSTLERBÜCHER, HEFTE, MALEREI, COLLAGEN, DRUCKGRAFIK
Eine Ausstellung anlässlich des achtzigsten Geburtstags des Künstlers.

K P Kremer blickt heute auf ein mehr als 50jähriges künstlerisches Schaffen zurück, das sich durch sehr unterschiedliche Werkphasen auszeichnet. Dominierte in diesen Phasen die Malerei und das Ausloten der Möglichkeiten und Wirkungen von Farbe, war es zugleich immer ein Anliegen des Künstlers, den besonderen Eigenschaften von Materialien nachzuspüren, sie zu sichten, zu erfassen und in neue Kontexte zu überführen.

Im Ergebnis entstanden (Buch-)Werke, die erzählen (können) – ohne auf vorgegebene Zusammenhänge zu verweisen. Stattdessen liegt es ganz im Blick des Betrachtenden, Bedeutung und Sinn zu erfassen und dem symbolischen Gehalt der Kunst K P Kremers nachzugehen.

Letzteres wird dabei genauso unaufgeregt geschehen wie es die Kunstwerke vorgeben. So zeigen sich die Arbeiten K P Kremers weder oberflächlich noch vordergründig, sondern zumeist reduziert und konzentriert. Damit schärft er den Blick, unsere Wahrnehmung, und führt uns zurück zur Entdeckung von Wesentlichem und Besonderem. Um gerade dieses zu erfassen, bedarf es seitens des Betrachtenden zweierlei: Ruhe und Zeit. Denn nur wer sich auf die Werke K P Kremers intensiv einlässt, wird auch die zahlreichen Facetten entdecken, die seine Kunst zu entfalten vermag.

Anlässlich der Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Pauline Liesen, Jürgen Röhrig und Maika Letizia Wolff sowie zahlreichen Abbildungen.

Eröffnung: 21. April 2024
Ausstellung: 23. April - 16. Juni 2024

Bilderbuchmuseum
Burgallee 1, 53840 Troisdorf

Donnerstag, 28. März 2024

ARTe Kunstmesse Stuttgart

Seit 2016 wirkt die ARTe als bedeutendes Schaufenster für Gegenwartskunst in der Metropolregion Stuttgart, heute mit Schwestermessen in Konstanz, Wiesbaden, Dortmund und Osnabrück. In diesem Jahr findet die ARTe Kunstmesse Stuttgart erstmals in der architektonisch beeindruckenden Phoenixhalle im Römerkastell Stuttgart statt.

Mit einer Ausstellungsfläche von circa 1.500 Quadratmetern ermöglichen die neuen Räumlichkeiten eine inspirierende Präsentation der aktuellen Positionen von rund 80 ausgewählten Künstlern aus der Region sowie dem In- und Ausland.

Aus der Region dürfen sich die Besucher unter anderen auf Suzanne Kolmeder aus Stuttgart und Rebecca Neundorf aus Weissach im Tal freuen. Daneben zeigen auch Künstler aus ganz Deutschland ihre zeitgenössischen Werke, wie Verena Heil aus Hattersheim bei Frankfurt und BUJA aus Dudenhofen bei Speyer. Internationale Kunstschaffende sind ebenfalls auf der Messe vertreten – beispielsweise Max Mensa aus Italien.
Brigitte Iseli-Neustäbler, Die Verwandlung (nach Kafka, Die Verwandlung), 2024 
Auch die Pirckheimerin Brigitte Iseli-Neustäbler (Abb.) aus Basel wird eine der Teilnehmerinnen an der ARTe Stuttgart sein (Standnummer D3/2). Sie zeigt u.a. Künstlerbücher, z.B. Zwiebelfisch, Glück ans Haus geklebt, Das Schweigen des Schäfers, Gespiegelte Welt.

 Messe: 5. - 7. April 2024

ARTe Stuttgart

Mittwoch, 27. März 2024

Miniaturbuch: Malerei und Graphik

Heike und Udo Haedicke haben eine große Leidenschaft für kleine Kunstwerke. Das Paar aus Neuenhagen sammelt seit vielen Jahren Miniaturbücher. Rund 3500 Stück gehören den beiden.

„Mich faszinieren die Schönheit und die hochwertige Verarbeitung solcher Kunstwerke“, sagt Heike Haedicke. In den 1980-er Jahren bekam sie ihren ersten Winzling geschenkt: „Jugend in der DDR“ hieß der Buchtitel.
Sie erfuhr vom Freundeskreis Miniaturbuch Berlin, nahm an einem Stammtisch teil und fand die „interessanten Gespräche inspirierend“. Beim nächsten Mal begleitete sie ihr Mann und inzwischen leitet er sogar den Verein. Rund 50 Mitglieder zwischen 40 und 96 Jahre engagieren sich dort. Sie kommen aus unterschiedlichen Berufsgruppen, viele sind Rentner und einige beispielsweise Buchbinder oder Drucker. Und alle eint eine große Liebe zu den kleinformatigen Kunstwerken, die es in vielen verschiedenen Ausführungen gibt: mit Ledereinband, beispielsweise Goldschnitt oder in einem Schuber.
Zu den ältesten Werken, die Vereinsmitglieder besitzen, gehört ein Exemplar von 1885 mit Arbeiten von Kate Greenaway, einer englischen Aquarellmalerin und Kinderbuchautorin. Das Buch wird bis 8. Mai – neben anderen Minis, die Künstlern gewidmet sind, die zu ihrer Zeit als Maler oder Grafiker Großes schufen – im Freizeitforum Marzahn in den Räumen der Bezirkszentralbibliothek „Mark Twain“ ausgestellt. Auch Werke von Rembrandt, Rubens oder Cranach sind beispielsweise in einer Vitrine zu sehen. „Wir möchten mit dieser Präsentation den Betrachtern diese Buchkunst näherbringen und dazu beitragen, dass dieses Kulturgut am Leben erhalten wird“, sagt Udo Haedicke

In Marzahn stellen sie und weitere Sammler des Freundeskreis Miniaturbuch Berlin ihre Minibücher jetzt aus.

(Steffi Bey, Text und Foto im Newsletter Hellersdorf des Tagespiegel)
Ausstellung: 30. März - 8. Mai 2024

Freizeitforum Marzahn
Bezirkszentralbibliothek Mark Twain

alte Homepage - neue Adresse

Der Leipziger Bibliophilen-Abend ist ab sofort auch unter der verkürzten Adresse https://leipziger-bibliophile.de zu erreichen.

Dienstag, 26. März 2024

2. Landesausstellung "Schöne Bücher aus Brandenburg"

Anlässlich des Welttages des Buches 2024 laden die Stadt Potsdam und die Stadt- und Landesbibliothek Buchverlage, verlegende Autorinnen und Autoren sowie Buchkünstlerinnen und -künstler des Landes nach Potsdam ein, um am ihre aktuellen Werke auszustellen.

Buchenthusiasten, Bibliophile und Kunstfreunde sind herzlich eingeladen, sich ein Bild vom Ideen- und Facettenreichtum, von der thematischen Vielfalt, vom hohen Anspruch und von der Qualität der Buchkunst der Büchermacherinnen und -macher „von nebenan“ zu verschaffen.

Es werden folgende Werke vorgestellt:
  • lbrecht Walter - UNGEBUNDEN - EIN BUCH UNGEBUNDENER VERBUNDENHEIT
  • Aufland Verlag - Kenneth Anders und Lars Fischer, JUGEND
  • Constanze Kreiser - CIRCLES, ein Künstlerbuch mit 17 Risoprints zu Texten von Mary Ruefle
  • Matthias Gubig - FABELFAUNA, eine Versammlung mythischer Wesen in Texten und Originalgrafiken
  • Natur+Text - Michael Succow und Lebrecht Jeschke, DEUTSCHLANDS MOORE -
  • IHR SCHICKSAL IN UNSERER KULTURLANDSCHAFT
  • Papierwerken - Ute Peters-Pásztor und Hans Jörg Rafalski, GEZEICHNET, GUSTAV UND FRANZ PFLUGRADT
  • Passanten Verlag - Joseph von Eichendorff, AUS DEM LEBEN EINES TAUGENICHTS
  • Rainer Ehrt - DER GROSSINQUISITOR
Vorzugsausgabe im Schuber, Abb. © Officina Ludi
  • Rudolf Sittner - SCRIPT - RUDOLF SITTNER
  • Steffen Thiemann - Bertolt Brecht, DIE NEUNZIGER JAHRE DES ZWANZIGSTEN JAHRHUNDERTS
  • Strauss Medien - Stephan Velten, VON ALLEM ZU WENIG
  • Tina Flau - Ulrike Draesner und Tina Flau, LYRIKHEFT 31
  • vacat verlag - Frank Gaudlitz (Fotografien) und Julia Schoch (Texte), FONTANESKE
20. April 2024, 10 - 16 Uhr

Stadt- und Landesbibliothek Potsdam
Bildungsforum, Am Kanal 47 in 14467 Potsdam