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Freitag, 24. Juli 2026

Restitution geraubter Bücher

Sieben Bücher aus der Bibliothek des französischen Historikers Marc Bloch (1886– 1944) und seiner Ehefrau Simonne Vidal, die während der NS-Zeit geraubt wurden, sind in Berlin an an die Familie des Historikers restituiert worden. Die Provenienz der Bücher konnte anhand von Besitzeinträgen und eines Exlibris eindeutig zugeordnet werden.
Marc Bloch wurde als Mitglied der Résistance am 16. Juni 1944 von der Gestapo hingerichtet. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft war er während der deutschen Besatzung antisemitischer Verfolgung und Enteignung ausgesetzt. Die nun restituierten Bücher stammen aus seiner umfangreichen Bibliothek, die im Dezember 1941 von den deutschen Besatzern in Paris beschlagnahmt worden war.
Organisiert wurde die Restitution von der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz mit Unterstützung der französischen Kommission für die Rückgabe von Kulturgütern und die Entschädigung der Opfer antisemitischer Enteignungen (CIVS).

Auf Wunsch der Erbengemeinschaft werden alle in Deutschland wiedergefundenen Bücher an die Bibliothèque Halphen der Universität Sorbonne Paris I übergeben, um den serienmäßigen Charakter der Bibliothek Blochs zu bewahren.

(DEG)

Freitag, 17. Juli 2026

Schätze aus Kirchenbibliotheken heben

Kirchenbibliothek in Salzwedel, Foto: Margit Scholz / EKM
Ein Forschungsprojekt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und der Staatsbibliothek zu Berlin soll in Vergessenheit geratene Bücherschätze wieder bekannt machen.
In den kommenden drei Jahren sollen die Bestände von 17 bedeutenderen Pfarrbibliotheken in Sachsen-Anhalt erfasst werden, sagte Projektleiterin Margit Scholz vom landeskirchlichen Archiv in Magdeburg.
Vermutlich seien dies mehr als 23.000 historische Drucke und Handschriften aus der Zeit bis 1850. Davon sollen etwa 5.000 Titel auch digitalisiert werden. Voruntersuchungen hätten bereits einige unbekannte Drucke oder Werke mit handschriftlichen Kommentaren und Anmerkungen zu Tage gefördert, teilten die Projektpartner mit.
Gerade in Mitteldeutschland gebe es „durchgängig sehr alte Bibliotheken, die bisher kaum erschlossen sind“, oft aus dem 16. oder frühen 17. Jahrhundert, sagte Thomas Fuchs von der Universitätsbibliothek Leipzig.
Insgesamt gebe es auf dem Gebiet der mitteldeutschen Kirche etwa 1.000 Pfarrbibliotheken, die vielfach unbekannte Drucke und Handschriften aus der Reformationszeit und folgenden Jahrhunderten beherbergten. Das Projekt solle helfen, dieses reiche kulturelle Erbe zu bewahren und zugänglich zu machen.
Die Pfarrbibliothek Zeitz gehört zu den größten Partnern im Projekt, Foto: Margit Scholz / EKM
Die wohl älteste noch bestehende Bibliothek in Sachsen-Anhalt sei jene der Katharinenkirche in Salzwedel. Diese sei nachweislich vor 1467 angelegt worden. Mit rund 4.200 Titeln sei sie zudem die zweitgrößte der am Projekt beteiligten 17 Pfarrbibliotheken.
Mancherorts haben Krieg oder Feuchtigkeit die historischen Schriften komplett vernichtet oder schwer geschädigt. Nicht selten hätten die Bücherschränke in muffigen Kirchtürmen gestanden. Deshalb müssten etliche Werke wohl fachmännisch konserviert oder sogar restauriert werden, bevor sie digitalisiert werden könnten. Dafür seien vermutlich weitere Aufwendungen nötig, hieß es.
Zu den herausragenden Objekten im Projekt zählen mittelalterliche Handschriften, Wiegendrucke, Flugblätter, Leichenpredigten, Noten und frühe Zeitungen. Die umfangreichste der ausgewählten Sammlungen sei die Bibliothek von St. Michaelis in Zeitz, deren Entstehung in die Zeit vor der Reformation zurückreicht. Sie verwahrt mehr als 7.400 Titel, darunter eines von weltweit nur drei erhaltenen Exemplaren des Plakatdrucks der 95 Thesen Martin Luthers von 1517.
Die eine oder andere Überraschung verspreche auch die sogenannte „Turmbibliothek“ der Andreaskirche in Eisleben, hieß es weiter. Ihre etwa 2.700 Schriften umfassen auch Bestände des Klosters Helfta und lagern mittlerweile im Archiv der Luther Museen. Kostbarkeiten werden zudem in der Bibliothek der Stephanikirche Aschersleben vermutet, deren Bestände zum Teil auf die Sammlung des Theologen Johannes Olearius (1611-1684) zurückgehen.

(Thomas Nawrath, kompl. Artikel hier)

Freitag, 10. Juli 2026

Buchpatenschaft anlässlich der 250-Jahrfeier der USA

Doyle, Thomas: Five years in a lottery office; or an exposition of the lottery system in the United States. Boston, 1841.“ ist eine kleine Buchpatenschaft zum Thema Lotterie als Einnahmequelle, Gefährdung der Sitten und Betrugsmöglichkeit.
Lotterien dienten lange nicht der Unterhaltung allein, sondern wurden häufig zur Finanzierung öffentlicher Projekte eingesetzt – etwa für Straßen, Brücken, Schulen, Universitäten (z. B. Harvard, Yale) und sogar zur Unterstützung der Unabhängigkeitsbewegung. Viele frühe US-Staaten nutzten Lotterien als wichtige Einnahmequelle.
In den 1830er Jahren wuchs die Ablehnung der Lotterien in der Öffentlichkeit. Die Menschen hatten nicht nur Einwände gegen die vermeintlich schädlichen Auswirkungen der Lotterien auf die Sitten, sondern auch gegen deren sehr reale wirtschaftliche Folgen: Während man früher nur ein- oder zweimal im Jahr einen Lottoschein kaufen konnte, war es nun möglich, täglich an mehreren verschiedenen Lotterien teilzunehmen. Da viele Lotterien jedoch manipuliert waren, wurden die versprochenen hohen Gewinne selten ausgezahlt. Anfang der 1840er Jahre hatten die meisten Bundesstaaten den öffentlichen Lotterien ein Ende gesetzt, doch private Lotterien wurden das ganze Jahrhundert über weiter betrieben.
„Five Years in a Lottery Office“ ist eine seltene Enthüllungsgeschichte, die die inneren Abläufe von Lotteriesystemen bis hin zu den geringen Gewinnchancen und den Gewinnspannen der Veranstalter detailliert beschreibt. Auf gerade mal vierzig, eng bedruckten Seiten wird von der Geschichte der Lotterie über die verschiedenen Formen der Lotterien das Thema ausführlich und eindringlich warnend dargestellt. Leider ist über diesen Autor nicht mehr bekannt.

Freitag, 12. Juni 2026

Lettland erLesen

In der Reihe „Im Fokus: Auf Entdeckungsreise durch unsere Sammlungen“ werden monatlich besondere Objekte aus den Beständen der Staatsbibliothek zu Berlin vorgestellt. Im Juli kann man
einen Blick in die lettische Buchgeschichte werfen.
Merkel, Garlieb Helwig: Latweeschi, sewischķi widsemneeki, filosofiskà gadu simteņa beigâs : No G. Tulkojis Aleksandrs Buhmanis - Sw. Peterburgâ : Gulbis, 1905
1525 beginnt die Geschichte des Buchdrucks in lettischer Sprache mit einem Krimi. Die ersten lettischen Bücher wurden auf dem Weg nach Riga im damals katholischen Lübeck beschlagnahmt und verbrannt, da es sich um „lutherische Texte“ handelte.
500 Jahre alte Drucke in Lettisch besitzt die Staatsbibliothek leider nicht, vorgestellt werden Drucke aus und über Lettland in deutscher und lettischer Sprache aus den letzten 200 Jahren: Einblicke in die deutschbaltische Geschichte, Werke zur lettischen Sprache, Klassiker auch in Übersetzung sowie einige moderne Drucke.

15. Juli 2026, 16 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin, Haus 2
Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin

Montag, 8. Juni 2026

Buchpatenschaft der SBB, Juni 2026

Polgar, Alfred - Geschichten ohne Moral,
Zürich, Oprecht Verlag, 1943
Alfred Polgar (1873 – 1955) war ein österreichischer Schriftsteller, Aphoristiker, Kritiker und Übersetzer und ist einer der bekanntesten Autoren der Wiener Moderne.

Die im zu restaurierenden Band „Geschichten ohne Moral“ versammelten kurzen Erzählungen erschienen in dem Oprecht Verlag, in dem viele Exilautoren eine Möglichkeit für Veröffentlichungen fanden, mit dem Hinweis: Dieses Buch wurde in einer ersten Auflage von 800 nummerierten Expl. hergestellt. Dieses Exemplar trägt die Nummer 39.
Der Band stellt eine Auswahl aus acht früheren Büchern des Autors dar, die vergriffen und teilweise verbrannt sind. Viele Stücke erscheinen hier teilweise in geänderter Form. Einige bisher nicht veröffentlichte sind hinzugekommen.

Nötige Reparaturen: Einbandrestaurierung
Kalkulierte Kosten: 125 €

Mittwoch, 20. Mai 2026

Buch des Monats: Ballspenden

Buch des Monats Mai 2026 der AG Sammlung Deutscher Drucke ist eine „Ballspende“, ein im Rahmen der Sammlung Deutscher Drucke hat die Staatsbibliothek zu Berlin jüngst erworbenes handliches kleines Heft, das in jede Jackentasche passt: die Secessionistische Zeitung vom 17. April 1899, erschienen in Wien im Verlag des Wiener Journalisten- und Schriftsteller-Vereines „Concordia“.
„Ballspenden“ haben nichts mit Sport zu tun, sondern mit Festen und Tänzen! Bei einem Tanzball wurde die sogenannte Ballspende vom Veranstalter an die anwesenden Damen überreicht, eine Vorform des Werbegeschenks, allerdings in einer höchst kultivierten Form. Die Blütezeit der Ballspenden war in Wien – wo auch sonst?! – um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.
Der Inhalt besteht aus satirischen Prosatexten und Gedichten, die auf aktuelle, vor allem literarische Ereignisse Bezug nehmen. Schließlich wurde dieser Ball vom Journalisten- und Schriftsteller-Verein veranstaltet. Der Verein wurde 1859 gegründet und veranstaltet seit 1863 und bis heute regelmäßig seinen Concordia-Ball.
Worauf es aber eigentlich bei einer Ballspende ankommt, das findet sich hier ganz hinten auf dem letzten Blatt: Die Tanzkarte.
Diese Tanzkarte ist Ursprung und Hauptsache der Ballspende: Es handelt sich um eine Liste der Tänze, die bei dem Ball gespielt werden. Daneben ist Platz gelassen zum Eintragen der Herren, die den jeweiligen Tanz gewährt bekommen haben.
Diese Tanzkarte schafft der Dame nun ein ganz praktisches Problem: Wohin mit der Karte, woher einen Stift nehmen?
Deshalb haben sehr viele Ballspenden gleich alles dabei: Neben der Karte noch einen kleinen Bleistift und einen Haken zum Anhängen am Kleid.

Im Kulturwerk der Staatsbibliothek zu Berlin kann man derzeit Ballspenden im Original bestaunen oder virtuell hier.

(Silke Trojahn)

Staatsbibliothek zu Berlin / Stabi Kulturwerk
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Samstag, 16. Mai 2026

Berlin Book Studies Network

Berlin weist eine große Vielfalt von Projekten rund ums Buch auf, die bisher aber zumeist isoliert voneinander bleiben. Das Netzwerk „Berlin Book Studies Network“ wird den Mitgliedern eine regelmäßige Gelegenheit zum lebendigen Austausch über institutionelle Grenzen hinweg bieten. Eingeladen sind alle, die mit Büchern zu tun haben und sich für deren Materialität interessieren, sei es in Universität oder Bibliothek, Druckerei oder Buchhandel, Restaurierungswerkstatt oder Verlag.

Die geplanten monatlichen Treffen im Stabi Lab (Haus Unter den Linden) werden von den Mitgliedern gestaltet und können je nach Bedarf verschiedene Formen annehmen. Wir freuen uns besonders über Vorschläge, die Interaktion, Diskussion und gemeinsames Lernen und Entdecken in den Vordergrund stellen. Möglich sind zum Beispiel Diskussionsrunden über die didaktische Vermittlung von Buchgeschichte, Impulsvorträge über aktuelle Forschungsprojekte, Einblicke in Sammlungen, praktische Workshops oder auch Einführungen in digitale Arbeitsinstrumente.

Wir verstehen „Book Studies“ als breites Dach, unter dem sich verschiedene Auseinandersetzungen mit der Materialität von Texten versammeln können – seien es Manuskripte, Drucke oder Digitales, seien es gedruckte oder online veröffentlichte Zeitungen und Zeitschriften, Broschüren, Flugblätter oder Zines. Geschichte und Zukunft von Verlagen und Bibliotheken können ebenso Thema werden wie Vertriebswege, Veröffentlichungsformate, Typographie, Illustration und Buchgestaltung allgemein.

Um sowohl unserer Situierung in Berlin als auch der globalen Vernetzung der Book Studies Rechnung zu tragen, verwenden wir Deutsch und Englisch als Arbeitssprachen.

Die nächten Termine:

18. Mai 2026, 16 Uhr: Bibliografie der Fischer Bücherei, Katharina Knorr und Dilek Arslanlar (Universität Siegen)

29. Juni 2026, 16 Uhr: Provenienzdaten an der Stabi, Roman Kuhn und Michaela Scheibe (Staatsbibliothek zu Berlin)

20. Juli 2026, 16 Uhr: Art, Bibliophagy and the Question of the Book’s Remains, Gill Partington (University of London)

Staatsbibliothek zu Berlin
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Donnerstag, 30. April 2026

(Fast) frisch aus der Druckerpresse – Neuerscheinungen 1926

Die Veranstaltungsreihe „(Fast) frisch aus der Druckerpresse“ der der Staatsbibliothek zu Berlin widmet sich, bereits zum dritten Mal, Romanveröffentlichungen, deren Lektüre auch hundert Jahre nach ihrem ersten Erscheinen noch lohnt. Wie jedes Mal liest die Schauspielerin Maria Hartmann zum Vortrag Passagen aus dem Jubiläumswerk.
A modern printing press is demonstrated at the London School of Printing and Kindred Trades. Circa 1950 | Britannica ImageQuest. Mirrorpix \ Universal Images Group
30. April 2026, 19 Uhr
Monika Raič: Bücher stehlen, Literatur neu erfinden: Roberto Arlt - „El juguete rabioso
Der jugendliche Held Silvio Astier, Sohn mittelloser Einwanderer, Schulabbrecher und Bücherdieb, träumt davon, ein neuer Edison, Napoleon, Baudelaire oder Rocambole zu werden. Doch seine Erfolgsfantasien scheitern an den widersprüchlichen gesellschaftlichen Strukturen im Buenos Aires des frühen 20. Jahrhunderts.
Roberto Arlt erzählt diesen Entwicklungsroman in einer Sprache, deren Wirkung er selbst als „Kinnhaken“ beschrieb. Sein Text begegnet dem literarischen Kanon nicht ehrfürchtig, sondern greift diebisch nach ihm und verschiebt Literatur in gesellschaftliche Räume jenseits der Bürgerlichkeit. Um den Gang der Literaturgeschichte zu verändern, betritt Arlt die literarische Bühne Argentiniens und setzt eine Umverteilung des gesellschaftlichen Werts der Literatur in Bewegung.


28. Mai 2026, 19 Uhr
Bettina Kaibach: Die Ukraine in Flammen: Isaak Babel „Die Reiterarmee
Die Skizzen aus dem polnisch-sowjetischen Krieg, den Babel als Kriegsberichterstatter miterlebte, machten den jüdischen, im ukrainischen Odessa geborenen und auf Russisch schreibenden Autor auch außerhalb der Sowjetunion schlagartig berühmt. Wie kein anderer vermochte Babel die Widersprüche der Revolution, in deren Namen er mit der Roten Kavallerie in den Krieg zog, ins Bild zu fassen: hier die utopische Verheißung einer besseren Welt, dort das ungeheure Leiden, mit dem die Zivilbevölkerung für das vermeintliche Glück bezahlte.
Für die hereinbrechende neue Welt eine neue Sprache zu finden, sah Babel als seine schriftstellerische Aufgabe an, eine Sprache, die geprägt ist durch Intensität des Erlebnisses, poetische Dichte und bedrängende Bildkraft.


25. Juni 2026, 19 Uhr
Michael Scheffel: „Einander Traumlos nah“: Arthur Schnitzler „Traumnovelle

7. Juli 2026, 19 Uhr
Amy MohrWilla Cather „My Mortal Enemy“ – eine Novelle des amerikanischen Modernismus

Freitag, 24. April 2026

zur Geschichte des Bilddrucks

Der Berlin-Brandenburger Pirckheimer-Regionalgruppe und dem Berliner Bibliophilen Abend präsentierte Bernd Friedrich gestern in der Staatsbibliothek zu Berlin einen "Kurzen Abriss zur Geschichte des Bilddrucks", ein Thema, das er vor 20 Jahren schon einmal vor dem BBA behandelte.
Als Künstler, Drucker und Kunsterzieher sammelte Bernd Friedrich zahlreiche Objekte des manuellen Bildrucks, mit denen er dessen Entwicklung seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte nicht nur anschaulich darstellen, sondern auch seine kunstgeschichtlichen Thesen begründen konnte, die einen bislang wenig beachtete Sichtweise auf die Geschichte des Bilddrucks ermöglichten, wie z.B. die Bedeutung von Farbigkeit in frühen Abbildungen, das Entstehen und der Wandel von Techniken der Illustration oder die Ablösung des Handwerkers als Illustrator durch den Künstler (siehe Abbildungen der Weltchronik).
Die Teilnehmer der Veranstaltung konnten darüber hinaus auch aus berufenem Munde Näheres zu Kupferstich, Radierung, Stahlstich und Co. erfahren und wie man Echtheit der Blätter erkennt, was für den ungeübten Laien sicher nicht einfach ist.

Dante Alighieri – eine Spurensuche

Innerhalb der Veranstaltungsreihe „Im Fokus: Auf Entdeckungsreise durch unsere Sammlungen“ der Staatsbibliothek zu Berlin geht es auf Spurensuche zu Dante Alighieri.
Der Florentiner zählt zu den meistgelesenen und -rezipierten Autoren des europäischen Mittelalters. Seine literarische Reise in die Jenseitsbereiche Hölle, Fegefeuer und Paradies in seiner Göttlichen Komödie katapultierte ihn in den Kanon der Weltliteratur. Dante war der erste Romanist, Vater der italienischen Literatur und stilbildend für die Lyrik. Er führte ein Laienpublikum an die Philosophie heran. Die Staatsbibliothek verfügt über geradezu himmlische Dante-Bestände, aus denen eine kleine Auswahl gezeigt wird.

20. Mai 2026, 16 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin
Raum Oxford
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Dienstag, 7. April 2026

zur Geschichte des manuellen Bilddrucks

Der Pirckheimer Bernd Friedrich Schulz wird vor dem Berliner Bibliophilen Abend und der Pirckheimer-Gesellschaft in 24 Tagen einen Vortrag zum Thema „Ein kurzer Abriss der Geschichte des manuellen Bilddrucks, ausgehend von den ältesten Belegen der Menschheitsgeschichte über die Entwicklung der Buchillustration vom 15. Jhd. bis zur Gegenwart mit Beispielen aus der eigenen Sammlung“ halten.
Gäste sind an der Veranstaltung wie immer herzlich willkommen. 

23. April 2026, 19 Uhr, Treffpunkt 18:50 Uhr am Diensteingang

Staatsbibliothek zu Berlin
Konferenzraum 4
10117 Berlin, Unter den Linden 8

Montag, 30. März 2026

Das Ernst-und-Waltraut-Engelberg-Archiv

Ernst Engelberg, Waltraut Engelberg, © Privat
Achim Engelberg, Herausgeber und Co-Autor von Ernst Engelberg, dessen Nachlass gemeinsdam mit dem von Waltraut Engelberg ein bedeutendes Zeugnis von Flucht-, Vertreibungs- und Exilgeschichten ist, stellt in einer Veranstaltung der Staatsbibliothek zu Berlin das im Aufbau befindliche Archiv mit vielen bislang unerschlossenen Bereichen erstmals der Öffentlichkeit vor und spricht mit Jenny Erpenbeck und John Erpenbeck über den Umgang mit Exilgeschichten und Erfahrungen in der DDR.
Akademie Verlag, Berlin1986
Das Leben des Historikers Ernst Engelberg spannt sich über sechs deutsche Staatsformen und zwei Exile: Kaiserreich, Weimarer Republik, Nazidiktatur, Schweiz, Türkei sowie das besetzte, das doppelte und neu vereinte Deutschland. Seine Bismarck-Biografie blieb sein einzige Geschichtswerk, das zeitgleich in großen Verlagen in Ost und West erschien.


Jenny Erpenbeck, deren Werk in über 30 Sprachen übersetzt wurde, ist bisher die einzige deutschsprachige Autorin, die den International Booker Prize erhielt. Ihr Vater, John Erpenbeck, Physiker, Philosoph und Romancier, wurde im sowjetischen Exil geboren.

24. April 2026, 19 Uhr, um Anmeldung wird gebeten

Staatsbibliothek zu Berlin
Wilhelm-von-Humboldt-Saal der 
Haus Unter den Linden 8 · 10117 Berlin

Sonntag, 29. März 2026

Tag der Provenienzforschung 2026

Provenienz [pʁoveˈni̯ɛnt͡s], von lateinisch ‚provenire‘, zu Deutsch: ‚herkommen‘, bezeichnet die Herkunft einer Person oder Sache. Durch Merkmale an den Objekten wird versucht, die Vorbesitzer*innen zu bestimmen: Solche Provenienzmerkmale können z.B. Stempel, Etiketten, Exlibris oder auch handschriftliche Notizen sein. In öffentlichen Einrichtungen hat Provenienzforschung das vorrangige Ziel, Objekte aus Unrechtskontexten in den Beständen zu identifizieren, die Vorbesitzer zu ermitteln und die Objekte nach Möglichkeit an heute noch lebende erbberechtigte Personen oder Rechtsnachfolger zurückzugeben.
Am 8. April 2026 findet zum achten Mal der Internationale Tag der Provenienzforschung statt. Viele Kultureinrichtungen in Berlin arbeiten seit geraumer Zeit daran, die Herkunft ihrer Bestände zu erforschen bzw. ihre Sammlungen nach Objekten aus Unrechtskontexten zu durchsuchen. Der 2019 vom Arbeitskreis Provenienzforschung e.V. ins Leben gerufene Aktionstag rückt diese Arbeit in den Fokus der Öffentlichkeit.
Die Akademie der Künste, das Deutsche Historische Museum, das Ethnologische Museum, das Jüdische Museum Berlin, die Staatsbibliothek zu Berlin, die Stiftung Stadtmuseum Berlin, die Stiftung Topographie des Terrors, das Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin und die Zentral- und Landesbibliothek Berlin präsentieren ein gemeinsames Programm.

Mittwoch, 25. März 2026

Verschwundene Verlage

Die Staatsbibliothek zu Berlin bot interessierten Zuhörern, darunter auch Pirckheimer und Mitglieder des Berliner Bibliophilen Abend, gestern in einer restlos ausgebuchten Buchvorstellung ein Podiumsgespräch mit Christoph Links zu dessen Titel "Verschwundene Verlage. Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte (1945 – 1990)“.
Dr. Christoph Links, Fotos © ad
Vorgestellt wurden durch Christoph Links, eingeleitet durch Achim Bonte, Generaldirektor der Staatsbibliothek, und moderiert von Jana Fröbel, Leitende Lektorin des Ch. Links Verlag, beispielhaft 10 der insgesamt 150 in der SBZ und der DDR bis 1972 verschwundenen privat geführten Verlage, darunter der Chery-Modeverlag, der Karl Baedeker Reisebuch-Verlag, die Büchergilde Gutenberg, der Petermänken-Verlag oder der Ossietzky Verlag, wobei der der Autor interessante, teils tragische, teils skurrile Anekdoten und Hintergrundinformationen zum besten gab. Objektiv und ohne dabei die Erfolge der Verlagsarbeit in der DDR klein zu reden, bot Christoph Links einen Einblick in die Kulturpolitik der SED, ihre ideologisch determinierten desaströsen wie positiven Aspekte, was sicher auch bestehenden Vorurteile ausräumt.
Der Klarinettist Jan Hermerschmidt begleitet den Abend mit Schlagermelodien des verschwundenen Musikverlages Kurt Grabau.

Christoph Links: Verschwundene Verlage
Ch. Links Verlag 2026
ISBN 978-3-96289-241-8
35,00 €

Freitag, 20. März 2026

Schnurrpfeifenkarussell - eine Buchempfehlung

Vor wenigen Tagen lud der Berliner Bibliophilen Abend in der Staatsbibliothek zu Berlin zur Vorstellung des Buches „Schnurrpfeifenkarussell. E.T.A. Hoffmann. Eine Biographie in Gedichten von Bernd Hesse, kommentiert von Jörg Petzel und illustriert von Stephan Klenner-Stephan Klenner-Otto“ ein, welches 2025 in der Edition Noack & Block erschien.
Dieses Buch verdient besondere Beachtung, denn hier kommt Dreierlei, chronologisch und gemischt in harmonischer Einheit, zusammen. Da sind zum einen die Erläuterungen aus berufenem Munde des Vizepräsidenten der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft Jörg Petzel, Germanist und Literaturwissenschaftler, zu Lebensstationen des Multitalents E.T.A. Hoffmann, der neben seinem Wirken als Schriftsteller als Jurist, Komponist und Karikaturist tätig war, Erläuterungen, die Zusammenhänge zwischen der Biografie und dem Werk E.T.A. Hoffmann aufzeigen und damit Hintergründe erhellen, um dessen literarisches Schaffen und den Gehalt seiner Texte wirklich verstehen zu lernen. Und dieses erweiterte Verständnis der Hoffmannschen Texte zeigt sich in einer zweiten Abteilung des Buches, in Interpretationen aus heutiger Sicht mittels Gedichten von Bernd Hesse, Kulturwissenschaftler und, wie auch Hoffmann Jurist, häufig mit hintergründigem Humor in Versformen von der Romantik bis zum Dada verpackt, immer aber mit dem Effekt, das Hoffmannsche Erbe darzubieten. Dieses Ansinnen der beiden Autoren, welches das Buch nebenbei nicht nur zu vergnüglichen Lektüre des Hoffmann-Liebhabers macht, sondern durchaus geeignet ist, diesen Literaten auch dem Leser schmackhaft zu machen, der bislang keinen Zugang zu E.T.A. Hoffmann fand, wird ergänzt durch einen dritten Inhalt des Büchleins, die kongenialen Illustrationen von Stephan Klenner-Otto, dessen zeichnerische Auseinandersetzung mit den phantastischen, skurrilen und teils märchenhaften, dennoch ernsthaften Texten von E.T.A. Hoffmann bereits in vielen Ausstellungen und auch Künstlerbüchern zu sehen waren.

Der Titel erschien als Taschenbuch mit 164 Seiten und ist unter der ISBN 978-3-86813-217-3 für 18 € im Buchhandel erhältlich.

Freitag, 20. Februar 2026

Fälschungen des „ND“ in der DDR

In der Reihe „Im Fokus: Auf Entdeckungsreise durch unsere Sammlungen“ wird jeden Monat in der Staatsbibliothek zu Berlin ein ausgewähltes besonderes Objekt vorgestellt.
Neues Deutschland 1988-03-19 (Sonnabend) Nr-39. Fälschung
Die Tageszeitung „Neues Deutschland“ war von 1946 bis 1990 nicht nur die Parteizeitung der SED, sondern als Organ ihres Zentralkomitees auch offizielle Regierungszeitung der DDR. Weil es keine echte „Oppositionszeitung“ zum ND gab, wurden zu Propaganda- und Agitationszwecken Fälschungen dieser Zeitung in der DDR in Umlauf gebracht. Im Fokus stellt Christoph Albers diese Fälschungen vor und erläutert deren Hintergründe und politische Auswirkungen.

25. März 2026, 16 Uhr, Anmeldung erforderlich

Staatsbibliothek zu Berlin
Raum Oxford
Unter den Linden 8
10117 Berlin

Donnerstag, 19. Februar 2026

Verschwundenen Verlage der DDR

Zum Ende der DDR gab es nur noch 78 zugelassene Verlage, obwohl von der Sowjetischen Militäradministration nach 1945 mehr als 200 eine Genehmigung erhalten hatten.
Der Verlagshistoriker Christoph Links hat die Geschichte von 150 verschwundenen Verlagen recherchiert und geht der Frage nach, warum und wie sie verschwanden. Er stellt sein Buch im Gespräch erstmals vor und präsentiert außergewöhnliche Fälle.

Der Klarinettist Jan Hermerschmidt begleitet den Abend mit Schlagermelodien des verschwundenen Musikverlages Kurt Grabau.

24. März 2026, 18.30 Uhr, um Anmeldung wird gebeten

Staatsbibliothek zu Berlin
Wilhelm-von-Humboldt-Saal
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Mittwoch, 18. Februar 2026

Bibliophilen-Abend zu E.T.A. Hoffmann

Der nächste Abend der Berliner Bibliophilen steht in Zeichen von E.T.A. Hoffmann, dem auch die derzeitige Ausstellung „Inventing E.T.A. Hoffmann (1776–2026)“ im Stabi Kulturwerk gewidmet ist.
Im Zentrum des Abends steht der bei Noack & Block 2025 erschienene Titel „SCHNURRPFEIFENKARUSSELL. E.T.A. Hoffmann. Eine Biografie in Gedichten“ von Bernd Hesse und Jörg Petzel, illustriert von Stephan Klenner-Otto, der von den Autoren vorgestellt wird.
Gäste sind wie immer willkommen.

Ausstellung: 27. Februar – 17. Mai 2026
Berliner Bibliophilen Abend: 12. März 2026, 18 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin
Treffpunkt am Diensteingang
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Dienstag, 17. Februar 2026

Schätze des Wissens – arabische Handschriften im Dialog

Unter dieser Überschrift starten das Arabische Kulturhaus „Der Divan“ und die Staatsbibliothek zu Berlin eine gemeinsame Veranstaltungsreihe, die sich diesem bedeutenden kulturellen Erbe aus der arabischen Welt widmet. In Vortrags- und Diskussionsrunden veranschaulichen renommierte Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen die Welt der arabischen Handschriften aus historischer, sozialgeschichtlicher, literaturgeschichtlicher sowie naturwissenschaftlicher Perspektive.
Schlussseite einer Handschrift von Kalila und Dimna (Wetzstein II 672) © Stabi Berlin
Den Auftakt macht Prof. Beatrice Gründler (FU Berlin), die ihren Vortrag den verschlungenen Wegen der Überlieferung der arabischen und weltweit in über 40 Sprachen übersetzten Fabelsammlung „Kalila und Dimna“ widmen wird. Sie stellt zudem spannende digital-gestützte Forschungsansätze dazu vor.
Zu sehen ist eine kleine Auswahl von Originalhandschriften.

gemeinsamer Iftar: 12. März 2026, 19:15 Uhr, um Anmeldung wird gebeten
Vortrag: 12. März 2026, 19:15 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin
Wilhelm-von-Humboldt-Saal
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Schlussseite einer arabischen Handschrift von Kalila und Dimna (Wetzstein II 672) © Stabi Berlin, Orientabteilung

Samstag, 14. Februar 2026

Digedags und Abrafaxe

Robert Grieger stellt sich in einer gemeinsamen Veranstaltung der Regionalgruppe Berlin/Brandenburg der Pirckheimer-Gesellschaft und des Berliner Bibliophilen Abend als Mosaik-Sammler vor. 
Nicht wenige Pirckheimer der zweiten Generation, also diejenigen, die ihre Kindheit und Jugend in den ersten Jahrzehnten des Bestehens der Pirckheimer-Gesellschaft erlebten, verdanken der von Hannes Hegen mit dem am 23. Dezember 1955 erschienenen 1. Heft der Zeitschrift den Beginn ihrer Sammelleidenschaft.
Es finden sich damit Parallelen dieser erfolgreichen Zeitschrift zu der einen Monat später ins Leben gerufenen bibliophilen Gesellschaft; beide hatten ein ähnlich gelagertes Problem, sich in der Kulturlandschaft der frühen DDR zu etablieren, beide erstarkten entgegen Unverständnis und häufiger ideologischer Widerstände und trotzdem gefördert in diesem Staat und konnten ebenfalls nach 1990 in der BRD, nunmehr ohne staatliche Unterstützung, erfolgreich Fuß fassen.

19. Februar 2026, 19 Uhr
Staatsbibliothek zu Berlin
Haus Unter den Linden 8