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Mittwoch, 26. August 2026

Unvergessen: Werner Klemke - Der Mann, der den Büchern der DDR ein Gesicht gab

Heute vor 32 Jahren, am 26. August 1994, starb Werner Klemke, Gründungsmitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, in Berlin. Geboren wurde er am 12. März 1917.
Werner Klemke gehörte zu den Künstlern, die das Erscheinungsbild von Büchern und Zeitschriften in der DDR über Jahrzehnte mitprägten. Er war Grafiker, Buchillustrator und Professor an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Von 1954 bis 1989 gestaltete er die Titelseiten der Zeitschrift „Das Magazin“ und war auch der Schöpfer des berühmten kleinen Magazin-Katers. Für seine Arbeiten erhielt er unter anderem dreimal den Nationalpreis der DDR.
Klemke illustrierte Bücher für Kinder ebenso wie große Werke der Weltliteratur. Boccaccio, Cervantes, Brecht und viele andere bekamen durch seine Feder eine ganz eigene Handschrift. Seine Zeichnungen waren oft leicht, lebendig, manchmal verschmitzt und trotzdem mit erstaunlich wenigen Strichen auf den Punkt gebracht. Man musste nicht erst auf den Namen des Illustrators schauen. Bei vielen seiner Arbeiten wusste man einfach: Das könnte ein Klemke sein.
Und genau an dieser Stelle schließt sich für mich ein ganz persönlicher Kreis.
Wer mein Buch DDR 2.0 - Was wäre, wenn wir geblieben wären? irgendwann zum ersten Mal in der Hand hält, soll nämlich nicht nur eine Geschichte über eine DDR lesen, die niemals verschwunden ist. Ich wollte, dass sich bereits das Buch selbst ein wenig so anfühlt, als wäre es irgendwann um 1970 herum entstanden.
Deshalb habe ich mich bei der gesamten Gestaltung bewusst an dieser Zeit orientiert. Das Papier, die Schrift, die Initialen am Anfang der Kapitel, die kleinen Vignetten und schließlich die insgesamt 40 Zeichnungen im Buch. Diese Illustrationen wurden im Grundstil jener klassischen DDR-Buchgrafik entwickelt, für die Künstler wie Werner Klemke stehen.
Die Bilder, von denen ihr hier einige Beispiele seht, sollen eben nicht aussehen wie moderne Hochglanzillustrationen aus dem Computer. Sie sollen wirken, als hätte ein Zeichner mit Feder und Tusche am Tisch gesessen und anschließend wären sie auf leicht vergilbtem Papier in einem DDR-Verlag gedruckt worden.
Das war für mich von Anfang an wichtig. Ich wollte kein modernes Buch, auf dessen Umschlag zufällig „DDR“ steht. Ich wollte versuchen, ein Buch zu schaffen, bei dem man beim Aufschlagen für einen kurzen Moment denkt: Das könnte seit 50 Jahren in meinem Bücherschrank stehen.
Und vielleicht ist genau das auch eine schöne Form der Erinnerung an Menschen wie Werner Klemke. Nicht indem man ihre Arbeiten einfach kopiert, sondern indem man sich daran erinnert, welche Wärme, welchen Humor und welche unverwechselbare Handschrift solche Zeichnungen einem Buch geben konnten.
Wenn ihr also irgendwann im Dezember mein Buch aufschlagt und euch eine dieser Zeichnungen irgendwie bekannt vorkommt, obwohl ihr sie garantiert noch nie gesehen habt, dann ist genau das beabsichtigt.
Werner Klemke starb heute vor 32 Jahren. Seine Bilder aber stehen noch immer in unzähligen Bücherregalen. Manchmal ziemlich gut versteckt zwischen zwei Buchdeckeln. Und vielleicht ist das für einen Buchillustrator ohnehin die schönste Form von Unsterblichkeit.

Das „DDR 2.0 - Was wäre, wenn wir geblieben wären“ erscheint in der ersten Dezemberwoche 2026 und kann bereits jetzt vorbestellt werden.

(Holger Jacob)

Freitag, 15. Mai 2026

Erinnerung an Werner Klemke

Werner Klemke (1917-1994), Gründungsmitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, Kunstprofessor und ein toller Vater mit 5 Kindern.
Allein seine Buchgestaltung umfasst weit über 800 Titel. Dazu gehören Klassiker der Weltliteratur wie das »Decamerone«, die »Canterbury Tales«, »Fredmanns Episteln« oder die »Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull«, aber auch viele zeitgenössische Autoren, über 400 Titelbilder für das Magazin, Briefmarken, Theaterplakate, Prospekte, Bühnenbilder, Figurinen, Filmplakate, Abziehbilder, Entwürfe für Bleiverglasungen ...
Besonders bekannt sind seine Illustrationen von Kinderbüchern und -zeitungen: »Die Hausmärchen der Brüder Grimm«, »Hirsch Heinrich«, »Das Wolkenschaf«, die »Trommel«, »ABC-Zeitung«, sowie von Schulbüchern und der Fibel.
Ausstellungseröffnung: 6. Juni 2026, 14 Uhr, in Anwesenheit seiner Tochter Christine Klemke

Bürgerbüro BSW Landesverband Berlin Pankow
Bizetstr. 124, 13088 Berlin

Samstag, 1. November 2025

Vom Mehrwert des Einhorns

Seit 2008 widmen sich die Bücherkinder Brandenburg unter Betreuung durch ihren „Büchervater“ Armin Schubert jährlich einem Buchprojekt, wobei sie zu einem gemeinsamen Thema forschen, eigene Gedanken und Geschichten schreiben und Graphiken schaffen, unterstützt durch Künstler.
S. 44: Beschwerde der Fische, Mattis, 10 Jahre / S. 45: Petrus Akkordeon, Einhorn als Pegasus
So entstand seit 2016 z.B. ein Buch zum 100. Geburtstag des Buchgestalters und Illustrators Werner Klemke, „Du liebe Hühnerkastanie. Auf den Spuren von Jurek Beckers Postkarten-Poesie“, „Arno Mohr von hinten oder Nichts geht verloren“, „Metzkes & Metzkes / Ein Pferd für den König und den Prinzen“, zu Ehren von Franz Fühmanns „Egbert Herfurt. Bücher fallen nicht vom Himmel“, „Die Farben der Kindheit“, das Friedensbuch “Pax questuosa”, „Vom Aufstehen mit Eva, mit Abel, mit Noah und mir“ und in diesem Jahr „Vom Mehrwert des Einhorns“.
Dieses Buch ist Bibliophiles des Momats. Den Titel des in bewährter Weise von Henry Günther (BuchKunstBalance) gestalteten und gebundenen, in 65 Exemplaren erschienen Titels ziert eine Graphik von Angela Hampel, die auch als signierter Gicleédruck, gedruckt von Klaus Raasch, in das Buch eingebunden ist, auf dem Rücktitel eine Zeichnung von Pètrus Akkordéon. Auf den 72 Seiten finden sich u.a. weitere Illustrationen als Radierungen von den Bücherkindern Brandenburg, die unter Leitung von Dietmar Block und Armin Schubert in der AG Grafik/Buchillustration, entstanden., Satz und Layout übernahm Sven Märkisch vom Gutenberg-Druckladen Brandenburg.
erstes und letztes Bild: Pètrus Akkordéon, mittig: Bücherkinder

Freitag, 8. August 2025

Internationaler Katzentag

Heute, am 8. August, ist Internationaler Tag der Katze. Diesen Tag gibt es seit 2002. Seit 2020 steht er unter der Schirmherrschaft der britische Organisation International Cat Care, die seit 1958 besteht.
Suri liest, Foto © ad
Der Kater des Blogbetreibers hat sich aus diesem Anlass seine Lieblingslektüre aus dem Regal geholt. Ob es der satirische Roman von E.T.A. Hoffmann, „Lebens-Ansichten des Katers Murr nebst fragmentarischer Biographie des Kapellmeisters Johannes Kreisler in zufälligen Makulaturblättern“, ist, das Buch der Bücherkinder Brandenburg „Kinder Kennen Klemkes Kater“ oder ein Buch mit Klemke Illustrationen für „Das Magazin“ kann man erst sagen, wenn er das Buch wieder zurückstellt.

Mittwoch, 19. März 2025

Marginalien #256 - neugestaltet

Mit dem ersten Heft der Marginalien 2025 kommen diese in neuem Design, 2015 übernahm Matthias Gubig die bis dahin in den Händen von Heinz Hellmis liegende Gestaltung, jetzt wurde diese in die Hände von Thomas Glöß gegeben.
Nicht nur die Covergestaltung wurde geändert, auch der Satzspiegel, wobei die Abbildungen jetzt häufig bis zum Seitenrand gehen.
Als ungünstig empfinde ich, dass die Paginierung jetzt an der Innenseite angebracht ist, was bei dem ohnehin schlechten Aufschlagverhalten des Heftes das Auffinden einer bestimmten Seitenzahl erschwert.
Beim vorliegenden Heft ist in Einzelfällen dem Buchbinder leider beim Zuschnitt der typografische Beilage, ab sofort ebenfalls von Thomas Glöß gestaltet, ein Fehler unterlaufen: sie wurde oben nicht aufgeschnitten ist und man muss diese somit vor dem ersten Durchblättern selbst aufschneiden.

Im Heft finden sich u.a. Beiträge von Roland Jaeger über Hermann Seewald, Matthias Haberzettl über Werner Klemke, Rainer Schmidt über Johannes Gutenberg und Helmut Garritzmann über Christan Ewald. Weiterhin berichtet Maria Bogdanovich über die 400jährige Reise eines Buches durch Europa und Till Schröder schreibt über die MaroHefte,
Für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft liegt dem Heft eine, in der Werkstatt für Satz und Druck aus Augsburg in einer 650ger nummerierten und signierten Auflage gedruckte, dreifarbige Offsetlithographie von Ulrike Steinke mit dem Titel "Glücksbringer" bei.

Mittwoch, 29. Januar 2025

69 Jahre Pirckheimer-Gesellschaft?

Eine Anmerkung zur langwierigen Gründung der Pirckheimer-Gesellschaft:
Bereits vor knapp 70 Jahren, am 23. Mai 1955, verkündet im Berliner Club der Kulturschaffenden ein Initiativkomitee die Gründung einer »Pirckheimer-Gesellschaft zur Pflege des deutschen Buches im Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands«, doch die Gründungsveranstaltung konnte nicht wie geplant 1955 anlässlich einer Ausstellung zum 150. Todestag Friedrich Schillers in der Bibliothek des Kulturbundes stattfinden, sondern erst heute vor 69 Jahren, also im Folgejahr. Etwa 80 Bücherfreunde, darunter Bruno Kaiser, Heinrich Löwenthal, I. M. Lange, und Werner Klemke. Louis Fürnberg und der damals noch unbekannte Johannes Bobrowski kamen im Café Budapest in der Berliner Stalinallee zusammen, Einer der Initiatoren, Wolfgang Richter, war schon nicht mehr dabei, er ging in die BRD zum Ullstein Verlag. Die Festrede zur Gründung hielt Arnold Zweig.
Als erste Publikation der Pirckheimer-Gesellschaft erschien zur offiziellen Gründungsveranstaltung am 29. Januar 1956 und mit neuer Umschlaggestaltung die zur Gründung der Gesellschaft anlässlich der Schiller-Ausstellung vorgesehene Schrift von Friedrich Schiller: „Herzog von Alba bei einem Frühstück auf dem Schlosse zu Rudolstadt im Jahre 1547“. Das Design dieser  Schrift wurde dann wiederum ein Jahr später, im Januar 1957, zur Vorlage der äußeren Gestaltung des 1. Heftes der Marginalien.

Montag, 6. Januar 2025

Klemke Illustrationen aus fünf Jahrzehnten „Das Magazin“

Eine Ausstellung im Krankenhaus Märkisch-Oderland zeigt Titel der DDR-Zeitschrift „Das Magazin“ aus fünf Jahrzehnten. 
Werner Klemke, u.a. Gründungsmitglied der bibliophilen Gesellschaft im Kulturbund der DDR, der Pirckheimer-Gesellschaft, illustrierte über 400 Ausgaben dieser Zeitschrift und war Buchgestalter und Typograf für über 800 Bücher. Außerdem gestaltete er Bühnenbilder, Fernsehgrafiken, Briefmarken, Postkarten und Streichholzschachteln. Seine Illustrationen in den Kinderbüchern „Bootsmann auf der Scholle“, „Hirsch Heinrich“ oder „Die Schwalben Christine“ kannten in der DDR jedes Kind und auch heute noch sind seine Zeichnungen nicht vergessen. Denn neben den Kinderbüchern werden auch die Bilder dazu immer wieder neu aufgelegt.
Zur Eröffnung werden Werner Klemkes Kinder Christian und Christine den Nachmittag gestalten. Besucher haben die Möglichkeit Bücher mit Klemke Illustrationen zu erwerben und – als besonderes Highlight – sich den Klemke Kater zeichnen zu lassen. Die Kreismusikschule Märkisch-Oderland sorgt für die musikalische Untermalung.

Vernissage: 14. Januar 2025, 17 Uhr

Krankenhaus Märkisch-Oderland
Prötzeler Chaussee 5, 15344 Strausberg

Freitag, 18. Oktober 2024

Kunst ist für- mich Handwerk, aber vom Feinsten

Die Galerie3plus zeigt als erste Ausstellung nach Neueröffnung in einer Gemeinschaftsausstellung in der Galerie3 Werke von Sabine Heller, Christa Cremer, Waldemar Grzimek und als PLUS die Ausstellung Werner Klemke „Kunst ist für mich Handwerk, aber vom Feinsten".

Des Gründungsmitglieds der Pirckheimer-Gesellschaft Werner Klemke illustrierte über 400 mal das Titelbild der DDR-Zeitschrift „Das Magazin'', er war Buchgestalter und Typograf für über 800 Bücher, gestaltet als Gebrauchsgrafiker u.a. Bühnenbilder, Fernsehgrafiken, Briefmarken, Postkarten. Streichholzschachteln und anderes. 
Zur Neueröffnung der Galerie3plus werden unverkäufliche und u. a noch nie veröffentlichte Werke gezeigt.
Gast ist Pit Arens mit Keramik Kannen & Schalen.

Vernissage: 26. Oktober 2024
Ausstelung: 26. Oktober - 20. Dezember 2024

Galerie3plus
GOLEM HOF Seversdorfer Straße 19
0115236 Jacobsdorf OT Petersdorf

Dienstag, 1. Oktober 2024

„Unheimlichen Geschichten“ von Edgar Allan Poe

Am 7. Oktober ist der 175. Todestag von Edgar Allan Poe, dem bedeutenden amerikanischen Schriftsteller, dessen Texte bekanntlich maßgeblich die moderne Dichtung beeinflussten. Diesem Autor ist Bibliophiles des Monats Oktober gewidmet.

Aus der Vielzahl buchkünstlerisch hervorragend gemachter Ausgaben soll hier eine aus jüngster Zeit vorgestellt werden, die in der Reihe Illustrierte Lieblingsbücher als Band 5 im April 2018 im Galiani Verlag Berlin erschienenen Auswahl „Unheimlichen Geschichten, ausgewählt von Fjodor Dostojewski“, illustriert von Kat Menschik.
Die drei, von Steffen Jacobs übersetzten düstere Erzählungen, in dieser Zusammenstellung auf Deutsch erstmals herausgegeben, erlebten bislang 3 Nachauflagen, farbig illustriert, OPp. 89 S., 3 Bl. 8°.
Kat Menschik, Pirckheimern nicht zuletzt bekannt als Nachfolgerin Werner Klemkes, sie führt erfolgreich die Titelillustrationen des „Magazin“ weiter, ist Freunden des gut gestalteten Buches vor Allem durch ihre „Lieblingsbücher“ bekannt geworden, in dieser Reihe illustrierte sie neben Edgar Allan Poe auch Franz Kafka, E.T.A. Hoffmann, Alexander Puschkin, Tschingis Aitmatow und andere.

Die früh ausliegenden Weihnachtsangebote erlauben den Hinweis, dass diese „Empfehlung“ gleichzeitig auf eine mögliche Gabe hinweisen kann, um die Liebe zum Buch an die nachrückenden Generationen weiterzugeben.

Samstag, 28. September 2024

"Ein Weißenseer Künstler" in Rostock

Der Hinweis, dass der 1917 geborene Werner Klemke u.a. durch seine zahlreichen Illustrationen in mehr als 400 Büchern, mit denen Generationen heranwuchsen bekannt und beliebt war, oder dass ihn viele von seinen neckischen Titelseiten der Kultzeitschrift "das magazin" kennen, hieße Eulen nach Athen zu tragen, genauso wie der Hinweis auf die filmische Dokumentation über Klemkes erst spät bekannt gewordenen Einsatzes zur Rettung niederländischer Juden während der deutschen Besatzung.
Kerem Saltuk ist auf Klemkes Spuren gewandert und hat ein liebevolles und detailgetreues Porträt des beeindruckenden Künstlers geschaffen. In einem 71minütigen Dokumentarfilm, der in Weißensee 2023 Premiere hatte, ehrt Kerem Saltuk das Gründungsmitglied der Pirckheimer-Gesellschaft Professor Werner Klemke. Unter den Weggefährten, Bewunderern und Sammlern von Werner Klemke, die in dieser Dokumentation zu Wort kommen, sind auch die Töchter des Zeichners.

Filmvorführung: 20. September 2023, 16:30 Uhr, um Anschluss Gespräch mit dem Kerem Saltuk.

li.wu. im Metropol
Barnstorfer Weg 4, 18057 Rostock

Samstag, 3. August 2024

Klemkes "Hirsch Heinrich" in Weißense

Schön war's heute am Stand vom Weißenseer Kultursommer auf dem Wochenmarkt am Antonplatz. Und die Weißenseer Künstlerinnen Christine Klemke und Maya Ashinyantz waren auch da. Beide sind auch mit verschiedenen Ausstellungen und Veranstaltungen dabei beim Weißenseer Kultursommer.
Nächsten Dienstag (6. August) sind wir noch einmal auf dem Wochenmarkt am Berliner Antonplatz.
Im Atelier Klemke entsteht gerade unser Kultursommer-Maskottchen Hirsch Heinrich. nach dem von Werner Klemke illustrierten Kinderbuch von Fred Rodrian.
Am Mittwoch, 7. August um 8:00 Uhr zieht er in sein Gehege am Weißen See neben der Plansche ein.
(Christine Klemke)

Dienstag, 30. Januar 2024

Jahresgabe 2024 des LBA

Bereits im Juni 2023 überraschte der Leipziger Bibliophilen-Abend seine Mitglieder mit eine Jahresgabe, einer Zusammenstellung aller vier Exlibris, die für den LBA seit seiner Gründung geschaffen wurden, nunmehr kann eine weitere Jahresgabe der Leipziger Bibliophilen vorgestellt werden.

Um zu verhindern, dass Mitglieder dieses Buch doppelt im Bücherschrank zu stehen haben, wurde es ihnen schon vor Monaten in Aussicht gestellt, denn es war zu erwarten, dass sich Bücherfreunde dieses Buch zulegen.
Es handelt sich um den Katalog des GRASSI Museums in Leipzig zur Ausstellung "Von Bonnard bis Klemke" mit illustrierten Büchern und Mappenwerken aus der Sammlung Wieland Schütz. Diese "Zeitreise durch 150 Jahre moderne Illustrationskunst" vereint die bedeutendsten Künstlerinnen und Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts: So sind Bonnard, Maillol, Picasso und Matisse ebenso wichtige Vertreter wie Slevogt, Scheurich, Kubin oder Beckmann - Seite an Seite mit Fronius, Grieshaber, Hegenbarth und Klemke.

Das mit 300 Seiten opulente, von Olaf Thormann und Karoline Schliemann herausgegebene, Buch ist weit mehr als ein Ausstellungskatalog und zählt leider zu den letzten bei Faber & Faber herausgegebenen Titeln.
Mitgliedern des Leipziger Bibliophilen-Abend wurde der Titel aufgrund der hohen Portokosten persönlich übergeben. Auf Wunsch wird die Jahresgabe natürlich wie gewohnt zugeschickt oder man hat die Möglichkeit, sie am Stand des LBA auf de3r Leipziger Buchmesse in Empfang zu nehmen.

Samstag, 7. Oktober 2023

Werner Klemke im Babylon

"Ein Weißenseer Künstler: Werner Klemke"
Der Hinweis, dass der 1917 geborene Werner Klemke u.a. durch seine zahlreichen Buchillustrationen, mit denen Generationen heranwuchsen bekannt und beliebt war, oder dass ihn viele von seinen neckischen Titelseiten der Kultzeitschrift "das magazin" kennen, hieße Eulen nach Athen zu tragen, genauso wie der Hinweis auf die filmische Dokumentation über Klemkes erst spät bekannt gewordenen Einsatzes zur Rettung niederländischer Juden während der deutschen Besatzung.
Kerem Saltuk ist auf Klemkes Spuren gewandert und hat ein liebevolles und detailgetreues Porträt des beeindruckenden Künstlers geschaffen In einem 71minütigen Dokumentarfilm ehrt Kerem Saltuk das Gründungsmitglied der Pirckheimer-Gesellschaft Professor Werner Klemke in einer Dokumentation festgehalten. Unter den Weggefährten, Bewunderern und Sammlern von Werner Klemke, die in dieser Dokumentation zu Wort kommen, sind auch die Töchter des Zeichners.

Filmvorführung: 16. November 2023, 20 Uhr

Kino Babylon
Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin

Freitag, 4. August 2023

wiedergelesen: Kleine Holzstichmappe

Oder besser, wieder einmal aus dem Regal genommen: Die Kleine Holzstichmappe im Format A4 wurde von Lothar Lang als Jahresgabe 1971 der Pirckheimer-Gesellschaft in einer Auflage von 400 Exemplaren herausgegeben.
Sie enthält die Blätter (v.l.n.r.) 
Karl Georg Hirsch zu Arie des Kammermädchens Catharina aus Reinhard Keiser, Le Bon Vivant Oder die Leipziger Messe
Gerhardt Kurt Müller zu Balzac, Scharlatan
Christa Jahr zu des Brentanos Des Knaben Wunderhorn
Heiner Vogel zu Tabakiana
Hans Joachim Walch zu Aristophanes - Der Frieden
sowie Holzstiche von Hans-Joachim Behrendt, Egbert Herfurth (koloriert), Werner Klemke, Klaus Magnus und Werner Wittig.

Montag, 12. Juni 2023

Herbstvorschau von Faber & Faber

Der Pirckheimer Michael Faber hat die Herbstvorschau 2023 seines Verlags veröffentlicht.
in der Vorschau blättern durch Klick auf die Abb.
Literarische Neuheiten wie die Romanbiographie Jean von Frédéric Brun über einen der größten französischen Chansonschreiber oder die Auseinandersetzung mit der Frage Wer bestimmt das Lebensende eines Menschen in Ein Mann seiner Zeit von Roswitha Quadflieg, neue Bände der Edition de Bagatelle und Veröffentlichungen zu Kunst- und Kulturgeschichte wie Kairos zum Lebenswerk von Hubertus Giebe sind darin zu finden, ebenso wie der Katalog zur großen Ausstellung im GRASSI-Museum für angewandte Kunst "Von Bonnard bis Klemke", der als Jahresgabe einer regionalen bibliophilen-Gesellschaft vorgesehen ist oder der zum 10. Todestag des Pirckheimers und großen Förderers der bildenden Kunst Lothar Lang von Elke Lang herausgegebene Band "Kalkulation und Wagnis. Eine neue Künstlergeneration wird geboren".

Donnerstag, 4. Mai 2023

Grafiker, Buchkünstler, Stiller Held

Es gibt wohl kaum einen Bürger der DDR, der nicht bereits ein von Werner Klemke (*1917) gestaltetes Buch in den Händen gehalten hat. Seine Illustrationen waren ebenso vielfältig wie die Publikationen, in denen sie erschienen: Kinder- und Märchenbücher, Schul- und Lehrbücher, Gedichtbände, Liederbücher, Romane. Darüber hinaus mannigfaltige weitere Gebrauchsgrafik: Briefmarken, Magazine und Zeitschriften, Bühnenbilder, Plakate, Prospekte, Schallplattenhüllen. Er war als eines der Gründungsmitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft Professor für Buchgrafik und Typographie an der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst in Berlin-Weißensee und Mitglied der Akademie der Künste. 1982 erhielt er den Vaterländischen Verdienstorden der DDR in Gold.
Dass das Werk von Werner Klemke jedoch nicht nur in der DDR Anklang fand, sondern bis heute weite Beachtung findet, zeigt der ausgewiesene Klemke-Kenner und -Sammler Matthias Haberzettl in einem Vortrag »Grafiker, Buchkünstler, Stiller Held« – Das Lebenswerk von Werner Klemke. Dabei nimmt der Augsburger nicht nur den Künstler, sondern auch den Menschen Werner Klemke in den Blick, der zeitlebens nicht über seine Rolle im Widerstand während der Zeit des Nationalsozialismus sprach: Als Wehrmachtsoldat auf einer Schreibstube fälschte Werner Klemke Papiere für zahlreiche niederländische Jüdinnen und Juden und trug somit zu deren Überleben bei.
In der unmittelbaren Nachkriegszeit war Werner Klemke im Lager Tidofeld interniert. In dieser Zeit zeichnete er das Grimm-Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“, das von der Norder Druckerei Siebolts im Steindruckverfahren vervielfältigt und wohl zum ersten deutschen Kinderbuch der Nachkriegszeit wurde.

Bildvortrag: 23. Mai 2023, 19 Uhr, Grußwort: Tielko de Groot (LionsClub Norden-Nordsee)

Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld
Donaustraße 12, 26506 Norden

Freitag, 14. April 2023

Von Bonnard bis Klemke

Das GRASSI Museum in Leipzig zeigt unter dem Titel "Von Bonnard bis Klemke" eine Ausstellung mit illustrierten Büchern und Mappenwerken aus der Sammlung Wieland Schütz.
Das moderne illustrierte Buch vereint die bedeutendsten Künstlerinnen und Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts: So sind Bonnard, Maillol, Picasso und Matisse ebenso wichtige Vertreter wie Slevogt, Scheurich, Kubin oder Beckmann - Seite an Seite mit Fronius, Grieshaber, Hegenbarth und Klemke. 
Neben vielen anderen sind sie in der Sammlung des Berliner Grafikdesigners Wieland Schütz prominent ver­treten. Über 1600 Bücher und Mappenwerke seiner Kollek­tion hat er dem GRASSI Museum für Angewandte Kunst als Schenkung übergeben. Mit rund 600 Werken erlaubt die Ausstellung im GRASSI nun erstmals einen umfassenden Einblick in die Sammlung Schütz und bietet zugleich eine Zeitreise durch 150 Jahre moderne Illustrationskunst.
Werner Klemke, Die drei Buckligen aus Werner Berner, Neue Belustigungen und fröhliche Plaudereien, 1962
Im 19. Jahrhundert erlebt die Buchkunst durch neue Druck­techniken eine Wiederbelebung - ein Comeback, das bis heute anhält. Künstler, Verleger und Drucker verhelfen der Illustration gemeinsam zu einer neuen Blüte - sie entwickelt sich von der untergeordneten Rolle als Buchschmuck zur seitenfüllenden Protagonistin. Immer häufiger tritt nun auch ihre Zwillingsschwester, das Mappenwerk, auf die Bühne. In diesem werden Originalgrafiken zuweilen vom Buchblock und von der literarischen Vorlage losgelöst veröffentlicht. Neben den vielgestaltigen künstlerischen Handschriften begeistern die vielfältigen Mittel: Kontrastreiche Farben und feine Graustufen stehen sich gegenüber wie zarte, flie­ßende Linien kräftigen, kantigen Flächen oder erzählerische Szenen abstrakten Stimmungsbildern. Es gibt keine künst­lerische Strömung, die nicht ihren Niederschlag im illustrierten Buch findet. So bietet die Sammlung Wieland Schütz ein umfassendes Spektrum vom Impressionismus über den Jugendstil und Expressionismus hin zu Surrealismus, Pop Art und Nouveau Realisme bis zur zeitgenössischen Illustration des 21. Jahrhunderts. Ein starker französischer Block spiegelt die internationale Moderne besonders imposant. Der noch weit umfangreichere deutsche Beitrag unterstreicht einmal mehr auch den Rang des Verlagsortes Leipzig und den Beitrag der ostdeutschen Illustrationskunst.

è GASSI Museum für Angewandte Kunst
Leipzig

Donnerstag, 2. März 2023

FFP2

Heidi Vogel, FFP2, Holzschnitt 2023
Abonnenten hatten sie schon sehnsüchtig erwartet, die elfte Grafik der vom Pirckheimer Andreas Wessel herausgegebenen jW-Kunstedition. Es ist der Holzschnitt von Heidi Vogel »FFP2«, gedruckt von Steffen Tschesno, auf dessen Presse bereits die Graphik von Ronald Paris entstand, die als zweite in dieser Edition erschien.

Das Blatt hat wie immer eine Auflage von 250 Exemplaren, davon 50 h.c., gedruckt auf Büttenkarton Somerset weiß (250 g/m2), Motivgröße 20,2 × 14,9 cm, mit Prägestempel der jW-Kunstedition und ist signiert und datiert.

Die Künstlerin Heidi Vogel wurde 1951 in Auerbach/Vogtland geboren. Nach Abitur mit Berufsausbildung als Krankenschwester studierte sie drei Semester Physik an der Humboldt-Universität zu Berlin und arbeitete in verschiedenen Berufen, bevor sie ein Abendstudium an der Kunsthochschule Berlin aufnahm. Sie absolvierte ein Studium der Grafik bei Axel Bertram, Werner Klemke und Dietrich Noßky, später an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Gerhard Kettner, bei dem sie an der Akademie der Künste dann auch Meisterschülerin war.
Sie nahm u.a. an der IX. und X. Kunstausstellung der DDR in Dresden teil, Arbeiten von ihr finden sich in vielen in öffentlichen Sammlungen.

Samstag, 11. Februar 2023

Ein Weißenseer Künstler: Werner Klemke

In einem 71minütigen Dokumentarfilm ehrt Kerem Saltuk einen weiteren Bewohner des Berliner Stadtbezirks Weißensee, das Gründungsmitglied der Pirckheimer-Gesellschaft Professor Werner Klemke.

Der Hinweis, dass der 1917 geborene Klemke u.a. durch seine zahlreichen Buchillustrationen, mit denen Generationen heranwuchsen bekannt und beliebt war, oder dass ihn viele von seinen neckischen Titelseiten der Kultzeitschrift "das magazin" kennen, hieße Eulen nach Athen zu tragen, genauso wie der Hinweis auf die auch durch die Pirckheimer-Gesellschaft unterstützte filmische Dokumentation über Klemkes erst spät bekannt gewordenen Einsatzes zur Rettung niederländischer Juden während der deutschen Besatzung.
Kerem Saltuk ist auf Klemkes Spuren gewandert und hat ein liebevolles und detailgetreues Porträt des beeindruckenden Künstlers in einer Dokumentation festgehalten. Unter den Weggefährten, Bewunderern und Sammlern von Werner Klemke, die in dieser Dokumentation zu Wort kommen, sind auch die Töchter des Zeichners und der Pirckheimer und Klemke-Sammler Matthias Haberzettl.
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Filmpremiere: 21. April 2023, 19 Uhr
Kulturhaus Peter Edel
Berliner Allee 125, 13088 Berlin

Freitag, 16. September 2022

Werner Klemke als Gebrauchsgraphiker

Matthias Haberzettl zeigte gestern im Pirckheimer-Abend der Berlin-Brandenburger Regionalgruppe, was es heißt, Bibliophiler mit Herz und Seele zu sein.

Er stellte das Gründungsmitglied unserer Gesellschaft Werner Klemke als Gebrauchsgraphiker vor, ein Begriff, der für Klemke vor allem jemanden bezeichnet, der Graphik zum Gebrauch schafft. Wenn man ersten Schritte der künstlerischen Tätigkeit, wie die Zeichnung von Postkarten absieht, begann diese mit dem ersten, nach 1945 in der SBZ erschienenen Kinderbuch, den "Bremer Stadtmusikanten". Auch wenn einem beim Namen Werner Klemke zuerst Georg Weerths "Humoristische Szenen ..." von 1949, die Illustrationen für Boccaccios Decamerone, die Märchenbuchillustrationen zu Grimm und Anderson oder als Schöpfer des "Klemke-Katers" einfallen, Matthias Haberzettl zeigte den Künstler als Plakatgestalter für Theater und Kino, als Bühnenbilder, Klemke entwarf Briefmarken und war sogar als Gestalter von Kristallvasen und Porzellanmaler, für Kalenderhintergründe und Streichholzetiketten tätig. Und dieses Schaffen wurde international anerkannt, seine Bücher werden bis heute vielfach international aufgelegt.

Ein weites Feld also, welches Matthias Haberzettl erfolgreich mit Liebe und dem Enthusiasmus eines Sammlers bearbeitet, immer den Kontakt suchend zu Weggefährten von Werner Klemke und Freunden seines Werkes, von denen einige anwesend waren und die eine oder andere Anekdote kommentieren konnten.

Christine Klemke mit Matthias Haberzettl, Fotos © ad