Samstag, 31. Januar 2026

Zemaria Pinto, Folia no seringal: ensaios sobre a literatura do Amazonas

Buch des Monats Februar der Schweizerische Bibliophilen-Gesellschaft ist Zemaria Pintos Folia no seringal: ensaios sobre a literatura do Amazonas. Von Francisco de Orellana zum Liebhaber der Amazonen - ein literarisches Panorama des größten Regenwaldes auf Erden.

Das irdische Paradies ist der in der Genesis beschriebene Garten Eden. Obwohl es auf der Erde lokalisiert ist, verspricht es neben sinnlichen Genüssen und Kostbarkeiten das ewige Leben, wobei hier die Einschränkung gilt, dass das ewige Leben auf den Aufenthalt im Garten beschränkt ist. Es gibt dort keine Kälte und keine Hitze, nur gemäßigtes Klima. In der Mitte entspringt eine Quelle und teilt sich in vier Flüsse. Das irdische Paradies wird in fast allen Quellen als nicht zugänglich beschrieben. Dennoch war die Suche danach ein beliebtes Thema, wurde immer als strapaziös und gefährlich geschildert und nach der Entdeckung Amerikas in die Neue Welt verlegt.
Der Spanier Gaspar de Carvajal (1504-1584) war der erste Chronist, der sich für die Landschaft Amazoniens begeisterte und dort das irdische Paradies zu lokalisieren versuchte. Auf einer Reise mit Francisco de Orellana von den Anden bis zum Atlantik (1541-1542) beschrieb er die Bewohner der Region und schuf dabei den Mythos der Amazonen, kriegerischen Indianerinnen – weiße, große Frauen mit langen Haaren - die den spanischen Dominikaner an den griechischen Mythos von den männergleichen Kämpferinnen erinnerten. Ein europäischer Mythos wurde in die Neue Welt verpflanzt und verlieh dem größten tropischen Regenwald auf der Erde seinen Namen.
Hundert Jahre später befuhr der spanische Jesuit Cristóbal de Acuña (1597-1675) ebenfalls den Amazonas auf der Route von Carvajal als Chronist der Expedition von Pedro Teixeira und widmete neben den Beschreibungen von Flora und Fauna auch ein Kapitel den Riten und Gottheiten seiner Bewohner, wenn auch aus einer eurozentrischen Perspektive.
Erst Euclides da Cunha (1866-1909), Begründer der modernen brasilianischen Literatur, und sein Freund Alberto Rangel (1871-1945) stellten unter dem Eindruck des Kautschukbooms und den sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen der Gummi-Zapfer das Bild des irdischen Paradieses auf den Kopf: Inferno verde (1908), eine Sammlung von 11 Erzählungen von Alberto Rangel schildern den Menschen Amazoniens als Opfer eines grausamen Schicksals.
Zemaria Pinto, Professor für brasilianische Literatur an der Universidade Federal do Amazonas (UFAM), rekonstruiert in seinem Buch das Bild Amazoniens in der europäischen Geistesgeschichte seit der Entdeckung Amerikas. Forscher, Reisende und Abenteurer formten das ambivalente Vexierbild einer Region, die als Experimentierfeld für Utopien aller Art ökonomisch und ideologisch umkämpft geblieben ist, so bei Jules Verne.
Doch wie reagierten die Schriftsteller und Intellektuellen Amazoniens selbst auf diese Stereotypen? Darauf gibt diese Monographie eine Antwort und zeichnet das Bild einer Region, die Opfer wirtschaftlicher Ausbeutung und zugleich Projektionsfläche europäischer Phantasien und exotischer Träume geblieben ist, wie sie im Roman Der Liebhaber der Amazonen (3) parodiert werden, einer Allegorie des Kautschukbooms.

(Albert von Brunn, Zürich)

MIELE G 5611 SC MIT SEXY GERÜSTBAUER

Im Hybriden-Verlag erschien das MMM-DIARIUM vom 1. August bis zum 31. Oktober 2025 von Hartmut Andryczuk mit Originalarbeiten von Cristian Forte, Freddy Flores Knistoff, Patricio Álvarez Aragon, Hartmut Robert Andryczuk und Egon Günther.
Stationen: Endstation Bremerhaven – „Verstorbene können keinen Kontakt mit uns aufnehmen“ – NIX FÜR DIE KATZ (für Jens Henkel) – Verkäufer 19279 berät mich – Thomas Kellein – Beatrice Hernad in der Schlossstraße – ZWISCHEN WELLNESS UND WAHNSINN. DR. LEVINSTEINS MASISON DE SANTÉ – Die Kunst des Sammelns: Schlangengift & Streichhölzer – Dopamin-Vorfall am Rathaus Friedenau – Akzente Dorn: E-ROLLATOR MIT EINGEBAUTEM VIBRATOR und DER SCHREI VON DEICHHAUSEN – Seniorendemo mit Pali-Tüchern – Schloss Britz – Staub auf Steckdosenleisten.
Stempeldruck von Cristian Forte
Auflage: 30 Exemplare
300 €

Werkstattbesuch des LBA

Der Leipziger Bibliophilen-Abend besucht innerhalb seiner Reihe Werkstattbesuche das Zentrum für Bucherhaltung.
Wegen der begrenzten Besucherzahl ist eine Anmeldung bis 10. Februar erforderlich (0178-6789583 oder eberhard.patzig@gmail.com)

17. Februar 2026, 17.30 Uhr
Zentrum für Bucherhaltung
Bücherstraße 1, 04347 Leipzig

Freitag, 30. Januar 2026

Save the Date: 6. Juni 2026

Am 6. Juni 1901 beschloss die Berliner Stadtverordnetenversammlung die Gründung der Berliner Stadtbibliothek. Der Gründungsgedanke basierte auf dem demokratischen Reformansatz der Jahrhundertwende, weiten Teilen der Bevölkerung Bildung zu ermöglichen. Zu der Zeit existierten bereits 27 „städtische Volksbibliotheken“ sowie wenige öffentliche Lesehallen. Was fehlte, war eine zentrale Institution, die die Berliner Sammlungen bündelte und das kulturelle Interesse der gesamten Stadt bedienen konnte, also eine Zentral- und Landesbibliothek für Berlin.
Die Geschichte der Bibliothek ist untrennbar mit den Umbrüchen der Stadt verbunden: Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Zerstörung im Krieg, die Teilung der Stadt und schließlich die Wiedervereinigung prägten die Entwicklung der Bibliothek.
Portal der Berliner Stadtbibliothek von Fritz Kühn, 60ger Jahre, © ZLB
Schon früh wurde die Frage nach einem geeigneten Standort für die Zentralbibliothek Berlins diskutiert. 1995 wurde die Berliner Stadtbibliothek mit der 1954 eröffneten Amerika-Gedenkbibliothek aus dem ehemaligen West-Berlin zusammengeführt und unter der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin vereint.

Gemeinsam mit unserem Publikum feiern wir am 6. Juni 2026 125 Jahre Bibliothek für Berlin. Es erwarten Sie Lesungen, Führungen und vielfältige Angebote für Groß und Klein. 
Weitere Informationen zum Programm folgen in Kürze.

Countdown bis zum Start des Hoffests zu 125 Jahre Bibliothek für Berlin

Aschermittwochtreffen der Wiener Bibliophilen

Die Mitglieder der Wiener Bibliophilen-Gesellschaft treffen sich wie gewohnt zu Beginn der vorösterliche Fastenzeit zu ihrem Aschermittwochtreffen am 18. Februar 2026 um 18 Uhr im Café Museum, Operngasse 7, 1010 Wien.

Neben Heringsschmaus oder sonstig frei gewählter Stärkung ist der Abend reich garniert mit einem Vortrag unseres Mitglieds Prof. Peter MULACZ, Oberst aD und em. Lektor an der Sigmund Freud Privat-Universität. Herr Mulacz wird, unterstützt von Lichtbildern zur einschlägigen Literatur, sprechen über das Thema: „Franz Anton Mesmer - animaler Magnetismus und Somnambulismus. Von Mesmer zu Freud“. Wir freuen uns schon sehr auf Vortrag und Treffen! Sollten Sie in Ihren Buchbeständen etwas finden, was mit dem Vortragsthema oder auch im weiteren Sinne mit Hypnose, Parapsychologie, Okkultismus und Esoterik zu tun hat, bringen Sie es bitte gerne mit!

Donnerstag, 29. Januar 2026

corn.elius zum siebzigsten

Heute begeht corn.elius, allen Freunden des Künstlerbuches und der Druckgraphik als Initiator und Organisator der artbook.berlin bekannt, seinen 70. Geburtstag - herzlichen Glückwunsch.

Cornelius Brändle ist Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft und die von ihm verlegten bibliophilen Kostbarkeiten stehen in Regalen von Mitgliedern dieser und vieler anderen bibliophilen Vereinigungen.
Berliner Bücherfreunde werden, vermutlich im Mai, die Gelegenheit haben, seine Wirkungsstätte wasser im turm in Kreuzberg bei einer Werkstattführung zum Thema Siebdruck kennenzulernen. 

Die Abb. zeigt corn.elius bei der Vernissage einer Gemeinschaftsausstellung mit eigenen Drucken am 4. Januar 2026 im Kunstsalon am Weißen See, Foto © ad

70 Jahre Pirckheimer-Gesellschaft

Am 29. Januar 1956 wurde die Pirckheimer-Gesellschaft gegründet.

Bereits 8 Monate vor dem offiziellen Gründungsdatum, am 23. Mai 1955, verkündet im Berliner Club der Kulturschaffenden ein Initiativkomitee die Gründung einer »Pirckheimer-Gesellschaft zur Pflege des deutschen Buches im Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands«, doch die Gründungsveranstaltung konnte nicht wie geplant 1955 anlässlich einer Ausstellung zum 150. Todestag Friedrich Schillers in der Bibliothek des Kulturbundes stattfinden, sondern erst im Folgejahr.
von Werner Klemke gestaltetes Logo, lks 1955, rechts seit 1972
Da nach 1945 hatte die bisherigen überregional bibliophil tätigen Organisationen ihren Sitz in der späteren BRD hatten, wurde damit auch in der DDR eine bibliophile Vereinigung ins Leben gerufen. Die »Pirckheimer-Gesellschaft zur Pflege des deutschen Buches im Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands«, der dann auch regional tätige bibliophilen Zusammenschlüsse angehörten, wurde 1990 zur »Pirckheimer-Gesellschaft e.V.«; die »Sektion Exlibris« wurde in die entsprechende BRD-Gesellschaft integriert und der »Leipziger Bibliophilen-Abend«, die »Minibuchfreunde«, sowie der »Verein der Graphikfreunde Magdeburg« als eigenständige Gesellschaften wieder aus der Pirckheimer-Gesellschaft ausgegliedert.
Als erste Publikation der Pirckheimer-Gesellschaft erschien zur offiziellen Gründungsveranstaltung am 29. Januar 1956 und mit neuer Umschlaggestaltung die zur Gründung der Gesellschaft anlässlich der Schiller-Ausstellung vorgesehene Schrift von Friedrich Schiller: „Herzog von Alba bei einem Frühstück auf dem Schlosse zu Rudolstadt im Jahre 1547“. Das Design dieser Schrift wurde dann wiederum ein Jahr später, im Januar 1957, zur Vorlage der äußeren Gestaltung des 1. Heftes der Marginalien.
lks.: Gabe zum Gründungstreffen
oben: Marginalien #1 (1957), #48 (1972), #47 (1972), #75 (1979)
untere Reihe: #125 (1992), #217 (2015), #256 (2025)

Mittwoch, 28. Januar 2026

„Märkische Allgemeine“ berichtet über die Bücherkinder

Die Märkische Allgemeine bringt einen Artikel über den Besuch von Armin Schubert mit seinen Bücherkindern im Potsdamer Museum Barberini und die Beschäftigung der Bücherkinder Brandenburg mit dem „Einhorn“.
Artikel auf der Seite https://bücherkinder-brandenburg.de lesen

Wiener Bibliophile in der Theatermuseums-Bibliothek

Die Wiener Bibliophilen-Gesellschaft unternahm am 21. Januar eine Führung durch die Bibliothek des Wiener Theatermuseums.
Damit begann das Veranstaltungsprogramm 2026. Die Bibliothekarin Mag.a Claudia Mayerhofer, MSc. macht die Teilnehmer mit den Beständen vertraut, die wohl mit Recht zu „Wiens verborgenen Bücherschätzen“ gerechnet werden dürfen.
Für die Wiener Bibliophilen haben diese Schätze besondere Bedeutung, lieferte doch die großartige, 1922 vom Theatermuseum erworbene Sammlung des k.k. Hof-Burgtheaterdirektors Hugo Thimig den Grundstock dafür - Thimig war 1912 Mitbegründer und bis 1917 erster Präsident der Wiener Bibliophilen-Gesellschaft!

(Ernst Fischer)

Dienstag, 27. Januar 2026

Frans Masereel, ein Einblick in sein Schaffen

Bereits zu Lebzeiten war der Belgier Frans Masereel (1889–1972) international bekannt, auch die Pirckheimer-Gesellschaft widmete ihm vor allem in den 70gern etliche Aktivitäten, eine Ausstellung in Frankreich stellt nun sein künstlerisches Werk in einer Ausstellung vor.
Sein Œuvre ist vielfältig: Der humanistische Künstler, dessen Kunst sich in die Kämpfe seiner Zeit einbrachte und der sich für eine friedliche Welt eingesetzt hat, war vor Allem für seine Holzschnitte bekannt, aber auch als Illustrator zahlreicher Bücher, wie die seiner Freunde Stefan Zweig und Romain Rolland. Durch die regelmäßige Veröffentlichung einiger seiner Geschichten in Bildern ohne Worte (er gilt als der Schöpfer des Graphic Novels ohne Text 1918) bleibt er unvergessen.

Die von Samuel Dégardin kuratierte Ausstellung bietet darüber hinaus die Möglichkeit, neben seinen Holzschnitten weitere Facetten des Künstlers zu entdecken, der auch zeichnete, malte, für die Druckerei und das Verlagswesen tätig war, für die dekorativen Künste arbeitet.

Eröffnung: 13. Februar 2026, 18 Uhr, Samuel Dégardin, Kunsthistoriker: Frans Masereel, Kunst zwischen Revolte & Träumerei
14. Februar - 20. September 2026

Musée de l'Image | Ville d'Épinal
42 quai de Dogneville, 88000 Épinal

Sigrid Wege zum 65.


Heute feiert Sigrid Wege, Vorsitzende des Vereins der Bibliophilen und Graphikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e.V.Willibald Pirckheimer“ und langjähriges Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft ihren 65. Geburtstag.

Herzlichen Glückwunsch!

Die Abb. zeigt Sigrid Wege auf der artbook.berlin 2025, Foto © ad

Montag, 26. Januar 2026

Einhorn - Das Fabeltier gesehen für Bibliophile

Noch bis zum 1. Februar ist in Potsdam die Ausstellung „Einhorn - Das Fabeltier in der Kunst“ zu sehen, eine Ausstellung, die durch die von Armin Schubert betreuten Bücherkinder Brandenburg mit ihrem Buchprojekt „Vom Mehrwert des Einhorns begleitet wurde.
Wandteppich aus der Gotthardt- und Christuskirchengemeinde Brandenburg a.d. Havel
Das ist jedoch nicht der einzige Aspekt, der die Ausstellung für Bibliophile interessant macht, denn Bücher bilden einen Großteil der mehr als 140 gezeigten Exponate, wovon hier auf einige Stücke hingewiesen wird.
Denn die Attraktivität des Einhorns reicht Jahrhunderte, sogar Jahrtausende zurück, so galt im Mittelalter das Einhorn als Symbol für Christus, später als Allegorie der Keuschheit, es war medizinisches Wundermittel und Forschungsobjekt der beginnenden Naturwissenschaft.
25. Oktober 2025 - 1. Februar 2026

Museum Barberini
Alter Markt, Humboldtstr. 5-6, 14467 Potsdam

Sonntag, 25. Januar 2026

Ehrung am Grab von E.T.A. Hoffmann

Jörg Petzel, Vors. der Berliner Sektion der Internationalen E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, sprach einführende Worte. Am Ehrengrab bereits ein Kranz des Bürgermeisters.
Zu seinem 250. Geburtstag ehrten gestern Mitglieder der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft und weitere Freunde, u.a. vom Berliner Bibliophilen Abend, mit einer Libation am Grab des Universalkünstlers der Romantik.
Fotos © ad
v.l.n.r.: Ulrich Goerdten, Jörg Petzel, Ralf Parkner, darunter Dr. Dr. Bernd Hesse

Samstag, 24. Januar 2026

Libation für E.T.A. Hoffmann

mittels KI erstellt von Bernd Hesse

Norbert H. Ott (1942 - 2026)

Norbert H. Ott, der am 10. November 1942 in Coburg geboren wurde, war 22 Jahre alt, als er Mitglied der Deutschen Exlibris-Gesellschaft wurde.
[...] Der Einfluss, den Norbert H. Ott auf die Entwicklung der Deutschen Exlibris-Gesellschaft und der Exlibriskunst nach den 1960er Jahren nahm, ist kaum hoch genug einzuschätzen. In zahlreichen Aufsätzen und sonstigen Beiträgen gab er entscheidende Impulse zur Überwindung älterer und eher konservativer Ausrichtungen und Geschmackstendenzen in der Exlibriskunst und bei Sammlern und Sammlerinnen sowie Künstlern und Künstlerinnen – hin zu progressiveren Auffassungen und Ausdrucksformen [...]. Womit er einer großen Anzahl zeitgenössischer Künstler und Künstlerinnen den Weg bahnte. Ott gehörte auch zu denen, die (an)erkannten, dass „fast alles Neue auf dem Gebiet der Exlibriskunst der siebziger und achtziger Jahre, neue Namen, Stilrichtungen und Techniken, aus den Ländern des [damaligen] Ostblocks stammten“. Folgerichtig war er es, der – neben Klaus Rödel – den Eisernen Vorhang für die Exlibriswelt weit öffnete. [...]
Wie wir erst jetzt erfuhren, ist der bedeutende Exlibrist und Mittelalterforscher Dr. Norbert H. Ott bereits am 28. August 2025 in München verstorben. Er wird einen Ehrenplatz im kollektiven Gedächtnis der DEG einnehmen.

(Henry Tauber, gesamten Nachruf auf der DEG-Homepage)

Freitag, 23. Januar 2026

Ernst Busch zum 126. Geburtstag

Wenn Bibliophile und Liebhaber der Schwarzen Kunst zum 126. Geburtstag eines Nonkonformisten, wie dem Brecht-Schauspieler, Sänger der Brigadas Internationales Ernst Busch zusammenkommen, liegt natürlich auch Gedrucktes auf den Tisch; Altes und, wie die Papierservietten, frisch aus der Presse von Bernd Friedrich und Lesezeichen von Christoph Geyer, letzteres selbstverständlich nummeriert (hier № 00627).

Bibliophile Gesellschaften auf der Buchmesse

Der Standplan der Leipziger Buchmesse 2026 wurde veröffentlicht.

Neben Verlagen, die von Haus aus bibliophil Ansprechendes herausbringen oder bei denen museumswürdige Titel als Reprint erscheinen, sowie neben Verlegern von Künstlerbüchern, sind auf der Leipziger Buchmesse in Halle 5 wieder bibliophile Gesellschaften und literarische Vereine vertreten, die fast vergessene Buchkunst wieder in die Öffentlichkeit bringen, allerdings noch immer nicht in dem Maße, wie es das Kulturgut Buch verdient hätte.
Neben dem regional aufgestellten Leipziger Bibliophilen-Abend und der überregional organisierte Pirckheimer-Gesellschaft, die nach einem viertel Jahrhundert Unterbrechung seit 10 Jahren wieder jedes Jahr in Leipzig dabei war und ist - beide haben ihre Stände wie gewohnt neben der Antiquariatsmesse im Bereich Buchkunst und Druckgrafik in Gang C aufgebaut - finden sich unter den Ausstellern z.B. auch die E.T.A. Hoffmann- und die Christa-Wolf-Gesellschaft, sowie auch das Brecht-Weigel-Museum im Gang E.
Damit dürfte Halle 5 mit seinem Antiquariatsmarkt, der Präsentation von Druckgrafik und Buchkunst, sowie Bibliophilie, der ultimative Anlaufpunkt für den am Gedruckten als traditionelles Kulturgut Interessierten sein.

Leipziger Buchmesse: 19. - 22. März 2026

Countdown bis zum Start der Leipziger Buchmesse

Donnerstag, 22. Januar 2026

Erich Hirsch (1936 - 2026)

Erich Hirsch ist am 20. Januar 2026 von uns gegangen.
Bücherfreunden, Verehrern der Schwarzen Kunst und Besucher der BuchDruckKunst wird Erich Hirsch an der Monotype im Museum der Arbeit in Hamburg immer in Erinnerung bleiben.

Kennst du schon das Friedenstier?


Merle Goll, Friederike Ablang, Sabine Kranz
Das Friedenstier – Mit Stift und Flügeln für den Frieden
dtv 2025
Das Bilderbuchmuseum zeigt die Ausstellung "Kennst du schon das Friedenstier? Künstlerinnen und Künstler setzen ein Zeichen".

Was kann man als einzelner zeichnender Mensch für den Frieden tun? Gegen den Krieg, das Leid und das Elend, den Hunger und die Kälte? Die Antwort „Nichts“ wollten Friederike Ablang, Merle Goll und Sabine Kranz nicht akzeptieren. Gemeinsam kam ihnen die Idee, Friedenstiere zahlreicher Illustratorinnen und Illustratoren zusammenzutragen und auch Autorinnen und Autoren darum zu bitten, Texte zum Thema zu verfassen. Sie alle schenkten ein Friedenstier – Vögel, vor allem auch Tauben, aber ebenso Kängurus, Frösche, Pferde, Drachen, Löwen u.v.m. Ihnen gemeinsam sind Flügel, die es jedem Tier ermöglichen, „abzuheben“ und seinen Frieden – auf welchem Weg auch immer – zu finden.

Diese wiedergegebenen Flügel-Tiere im Buch Das Friedenstier regen zum Staunen, vor allem zum Nachdenken an. Und noch etwas ist erwähnenswert: Mit diesem Buchprojekt wird die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen" unterstützt. Hierfür ist den Künstlerinnen und Künstlern, den drei Organisatorinnen wie auch dem dtv-Verlag sehr herzlich zu danken.

Eröffnung: 8. Februar 2026, 15 Uhr, "Das Friedenstierlied" von Anne-Kathrin Behl und Tobias Wieland, im Anschluss beginnen die Illustratorinnen mit dem „Zirkelzeichnen“: Zu vorgetragenen Texten zeichnen die Künstlerinnen abwechselnd live. Große und kleine Besucher sind schließlich herzlich eingeladen, diese Zeichnungen fortzusetzen oder aber eigene kleine Kunstwerke zu gestalten.
Ausstellung: 8. Februar - 26. April 2026
Workshop: 29. März 2026

Bilderbuchmuseum
Burgallee 1, 53840 Troisdorf

Mittwoch, 21. Januar 2026

Jahresprogramm 2026 des LBA

Das Jahresprogramm 2026 des Leipziger Bibliophilen-Abend steht ab sofort als PDF zum Download bereit und kann durch Klick auf die Abbildung heruntergeladen werden.

So schön und frech illegal: Künstlerbücher aus DDR-Zeiten

Berliner Zeitung zur Ausstellung „Die Tage waren gezählt“ im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst:
Mini-Auflagen, handabgezogene Grafik - aber keine staatliche Druckgenehmigung. Zu DDR-Zeiten wurde das Künstlerbuch zur Samisdat Trotzlust.
Ingeborg Ruthe: Schon der Titel dieser besonderen Ausstellung besagt, dass alles, was da zu sehen ist, einmalig war: „Die Tage waren gezählt ...“ Das Brandenburgische Kunstmuseum im ehemaligen Dieselkraftwerk am Cottbuser Amtsteich hat ein Füllhorn ausgeschüttet: Lauter Samisdat-Kostbarkeiten: Künstlerbücher und Poster in winzigen Auflagen gedruckt, handabgezogene Grafiken, Fotos, Blätter, die Flugschriften ähneln. ...
(weiterlesen in Berliner Zeitung. 18.1.2026)

Dienstag, 20. Januar 2026

Ein Schmutzfink namens Robert Crumb

Den öffentliche Abschlussvortrag des Studium universale im Wintersemester 2025/2026 der Universität Leipzig zum Thema „Eros, Macht und Märkte – Sexualität im Spiegel der Gesellschaft“ hält Andreas Platthaus in der Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig zum Thema "Ein Schmutzfink namens Robert Crumb."
DNB / Laura Stein
Er gilt als der größte lebende Comiczeichner: Mit der Einführung radikal autobiografischen Erzählens machte der 1943 geborene Amerikaner Robert Crumb in den späten sechziger Jahren Epoche – als Erfinder des „Underground“. Aber die Rücksichtslosigkeit seines Erzählens beschränkt sich nicht auf den Umgang mit der eigenen Person, Crumb nimmt auch bei allen anderen kein Blatt vor den Mund. Das hat ihm den Vorwurf des Rassisten, Misogynen und Antisemiten eingebracht. Andreas Platthaus stellt den „Schmutzfink“ und umstrittenen Erfinder des „Underground“ Robert Crumb in einem Vortrag vor. Zugleich ist es der 

Andreas Platthaus ist Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und dort seit zehn Jahren verantwortlich für Literatur und literarisches Leben. Seine Leidenschaft gilt Ästhetik und Geschichte der Comics, denen er zahlreiche Bücher gewidmet hat.

Kuratorinnen-Führung: „Forget it?! Zukünfte und Geschichten der Wissensspeicherung“, 4. Februar 2026, 18 Uhr 
Ausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums

Vortrag: Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig
Lesesaal Geisteswissenschaften
Abschlussvortrag des Studium universale: 19 Uhr, Anmeldung erforderlich

Künstlergespräche in der Galerie Druck & Buch

Am Donnerstag findet in der Wiener Galerie Druck & Buch ein Künstlergespräch von Susanne Padberg mit mit der Buchkünstlerin Katya Dimova über ihre Art mit Fäden zu zeichnen, über Wildpflanzen und über die Faszination für Stoff statt Papier als Träger, statt.
Zwei neue Textilbücher werden an diesem Abend erstmals gezeigt.

Ein weiteres Künstlergespräch wird es im Februar mit Wolfgang Buchta über seine neue Unikatbuch-Serie zu Lewis Carrol "The Hunting of the Snark" geben.
Die Künstlergespräche finden im Rahmen der derzeitigen Ausstellung BEST OF 2025 statt.

22. Januar 2026, 19 Uhr
12. Februar 2026, 19 Uhr

GALERIE DRUCK & BUCH
Berggasse 21, 1090 Wien

Montag, 19. Januar 2026

300. Geburtstag von Christian Felix Weiße

Aus Anlass des 300. Geburtstag von Christian Felix Weiße, des bedeutenden deutschen Dichters, und Vertreters der Aufklärung und Autor des literarischen Rokoko, der als Begründer der deutschen Kinder- und Jugendliteratur gilt, kommt der Leipziger Bibliophilen-Abend zu seiner ersten Veranstaltung im Jahr 2026 in der Stadtbibliothek zusammen.
Der Abend wird in Kooperation mit dem Lehmstedt Verlag und weiteren Partnern gestaltet.

28. Januar, 18.00 Uhr
Stadtbibliothek Leipzig
Wilhelm-Leuschner Platz 10 · 04107 Leipzig

Schere–Stil–Papier

Wie wird aus geschnittenem Papier grafisches Design? Wo inspiriert Natur die Gestaltung? In der Ausstellung „Schere–Stil–Papier“ reagieren drei Jahrgänge Grafikdesign am Lette Verein Berlin auf historische Scherenschnitte von Johanna Beckmann (1868–1941) aus den Museumssammlungen der Kunstbibliothek. Im Zentrum stehen Pflanzenbilder: Sie erkunden die Schnittstelle zwischen Botanik und Grafik, Naturform und Abstraktion.

Vor 150 Jahren wurde mit Gründung der Setzerinnenschule am Lette Verein Berlin der Grundstein für die Abteilung Grafikdesign gelegt. Der Lette Verein war damals eine der wenigen Schulen, an denen sich Frauen in gestalterischen Berufen ausbilden konnten. Zu ihnen gehörte Johanna Beckmann. Sie hatte zuvor bereits an der Unterrichtsanstalt der Berliner Kunstgewerbeschule gelernt, aus der später die heutige Kunstbibliothek hervorging.

Johanna Beckmann wurde als Scherenschnittkünstlerin, Porzellanmalerin und Autorin bekannt. Zahlreiche ihrer Naturschnitte – zart-lineare Zweige, Blüten und Ähren mit feiner Jugendstil-Note – haben sich in der Sammlung der Kunstbibliothek erhalten. Beckmanns Kunst, geprägt von klaren Formen, starken Kontrasten und viel Fantasie, lebt von der Inspirationskraft und Magie der Natur.
Paula Teichmann, Four Futures 2050, Buchcover, 2023 © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek
Die erste Ausstellungssektion beleuchtet ihr Werk und die Geschichte des Scherenschnitts vor ihrer Zeit in rund 60 originalen Schnitten, Drucken und Büchern, darunter Silhouetten der Biedermeier-Zeit, romantische Landschaften und Figurenbilder sowie eine Gruppe gebrauchsgrafischer Blätter mit Scherenschnittmotiven, von Werbeanzeigen und Visitenkarten bis zu Bilderbogen und Plakaten.

In seiner Reduktion auf Positiv und Negativ schafft der Scherenschnitt kontrastreiche Formen, die in Naturmotiven besonders anschaulich werden. Mit den Lettegrafik-Exponaten lotet die Ausstellung dieses ästhetische Prinzip in einer Vielfalt grafischer Medien sowie analoger und digitaler Techniken aus – von Siebdruck, Cyanotypie, Typografie und Illustration bis hin zu Buchgestaltung und Bewegtbild. Sie zeigt, wie in der botanischen Begegnung von Schnitt und Linie, Farbe und Fläche, Material und Schatten, Verdichtung und Detail eine ganz eigene visuelle Sprache entsteht.

23. Januar - 01. März 2026

Kunstbibliothek im Kulturforum
Matthäikirchplatz 6, 10785 Berlin

Sonntag, 18. Januar 2026

Antiquarische Bücherbörse der Naturhistorische Gesellschaft Nurnberg

Die Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg lädt zu einer antiquarische Bücherbörse im Naturhistorischen Museum ein.
Angeboten werden Bücher aus vielen Fachgebieten, populärwissenschaftliche Literatur, Bildbände und unterhaltende Literatur.

1. Februar.2026 10 Uhr

Naturhistorisches Museum
Norishalle

Wechsel im LBA-Vorstand

Der Leipziger Bibliophilen-Abend hat einen neuen Vorsitzenden: Nach 12 Jahren hat Dr. Thomas Glöß dieses Ehrenamt abgegeben und der LBA wählte einen neuen Vorstandsvorsitzenden, den Leipziger Architekten Gregor Fuchshuber.

Wie die Gesellschaft der Bibliophilen berichtet, konnte der bisherige Vorsitzende „mit 148 Veranstaltungen, 9 Messebeteiligungen, 25 Publikationen und einer Vereinsmitgliederzahl von über 200 ... auf der [vermutlich bereits vor über einem Monat stattgefundenen] Wahlveranstaltung eine sehr positive Bilanz“ ziehen.
Dr. Thomas Glöß, Foto © ad, Greogor Fuchshuber, Quelle: Christian Modla
Als weitere Mitglieder sind neu im Vorstand des Leipziger Bibliophilen-Abend Dr. Jens Katzek als Schatzmeister und Uwe Duckstein als Stellvertretender Vorsitzender.
Auch das Programm des LBA für 2026 ist ab sofort auf der Webseite dieser regionalen Bibliophilen-Gesellschaft abrufbar und wird in Kürze auch zum Download bereitstehen.

Samstag, 17. Januar 2026

Open Call: 3. Hot Printing! Druckfestival

© turbo type
An einem Wochenende im August richtet die Stadt Offenbach nun schon zum dritten Mal das Druckfestival Hot Printing im Klingspor Museum, im angrenzenden Hof des Büsingpalais, im Haus der Stadtgeschichte und in der Druckwerkstatt im Bernardbau aus.
Es werden max. 70 Standplätze an Künstler, Drucker, Inhaber von Werkstätten vergeben, um eigene Arbeiten zum Verkauf zu präsentieren.
Bewerbung mit kurzem Portfolio und Programmvorschlag bei Katharina Hepp, Deadline: 12. April 2026. Weitere Infos zum Druckfestival und zur Bewerbung hier.

22. und 23. August 2026

Klingspor Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach
Druckwerkstatt im Bernardbau
Herrnstraße 61, 63065 Offenbach

250. Geburtstag E.T.A. Hoffmanns

Eine Ausstellung des  ETA Hoffmann Theater Bamberg zeigt Arbeiten von Rainer Ehrt zum Autor, Zeichners und Komponisten, der vor 250 Jahren, am 24. Januar 24. Januar 1776, in Königsberg geboren wurde.

Vernissage: 21. Januar 2026, 18 Uhr
Ausstellung: 21. Januar - 28. Februar 2026

ETA Hoffmann Theater Bamberg
Foyer 

Freitag, 16. Januar 2026

Werner Grebe (1935 - 2026)

Am 9. Januar starb der 1935 geborene Prof. Dr. Werner Grebe und damit wieder einer der seit vielen Jahren aktiven Exlibrissammler der DEG und nicht zuletzt ein langjähriger Freund. So schön es ist, sich mit gleichgesinnten zu treffen, zu diskutieren und schöne Stunden gemeinsam zu verbringen, z.B. bei einem guten Glas Wein, so schmerzlich ist der Verlust. So ist es auch in Verbindung mit Werner Grebe, ein Freund des Exlibris und nicht zuletzt auch ein Freund des guten Weines, immer bereit gemeinsam ein Glas zu trinken und vor allem dessen Qualität zu diskutieren. Dazu boten die Tagungen der Deutschen Exlibris Gesellschaft immer eine gute Gelegenheit, denn wenn der Druck des Tauschens überhandnahm, gab es die Gelegenheit sich diskret in einer Ecke mit einem Glas zum Gespräch zurückzuziehen.
Werner Grebe begann das Studium der Fächer Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaft und nach dem Staatsexamen für den höheren Schuldienst im Jahre 1965 uns promoviert zwei Jahre später (1967) an der Universität Köln. Im selben Jahr trat er als Bibliotheksreferendar an der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln in die Ausbildung für den höheren Bibliotheksdienst ein und legte am Bibliothekar-Lehrinstitut des Landes Nordrhein-Westfalen 1969 die Fachprüfung hierfür ab. Anschließend lehrte er zunächst als Dozent, seit 1977 als Bibliotheksdirektor und ab 1982 bis 1999 als Professor an dieser Bildungseinrichtung, die später an der Fachhochschule Köln den Fachbereich Bibliotheks- und Informationswesen bildete. Schwerpunkte seiner Lehrtätigkeit vor allem für den mittleren und gehobenen Dienst an Bibliotheken waren die Bereiche Bibliographie/ Information sowie Buch- und Medienkunde.

Im Bereich des Exlibris war er einer der profilierten Sammler mit einer groβen Zahl an persönlichen Exlibris sowie Exlibris für seine Gattin Hannele. Er sammelte zielbewusst und mit bestimmten Themen und vor allem Künstler wie Egbert Herfurth, Hedwig Pauwels und Karl-Georg Hirsch, – aber auch zahlreiche andere von hoher Qualität.

Das Frederikshavn Kunstmuseum hatte im Rahmen der Serie „Exlibrissammler der Gegenwart“ eine umfangreiche Ausstellung mit Exlibris geschaffen für Hannele und Werner Grebe. Im FISAE Newsletter 436 wurde er gemeinsam mit Hannele 2024 mit einer Auswahl ihrer Exlibris vorgestellt. Seine umfangreiche Sammlung ist als eine Donation an die Universität in Köln gegangen und wird dort hoffentlich somit der Nachwelt erhalten.

(Klaus Rödel)

Die Mona Lisa der Staatsbibbliothek zu Berlin

Die Staatsbibliothek zu Berlin stellt jeden Monat ein ausgewähltes besonderes Objekt aus seinen Sammlungen vor – von aktueller Buchkunst bis zu gefälschten Zeitungen. In kleiner Runde kann man die Stücke aus nächster Nähe betrachten und mit Experten ins Gespräch kommen.
Kreuzzugsbulle Rom 29.VI.1456. 8° Inc 1512.20, Bl. 1a
Eines der berühmtesten Bücher der Staatsbibliothek ist die Gutenberg-Bibel von 1454/55, intern auch „Unsere Mona Lisa“ genannt. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die Staatsbibliothek weitere Ausgaben aus den ersten Jahren des Buchdrucks besitzen, die in Mainz von Gutenberg oder seinen Werkstattnachfolgern hergestellt wurden. Einige dieser Erstlinge der „schwarzen Kunst“ zeigt Falk Eisermann zum Teil erstmals öffentlich im Original gezeigt (aber leider nicht die Mona Lisa selbst).

18. Februar 2026, 16 Uhr, Anmeldung erforderlich

Staatsbibliothek zu Berlin
Raum Oxford
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Donnerstag, 15. Januar 2026

Bücherschicksale

Im Jahr 2007 wurden dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutsche Nationalbibliothek von einer Privatperson mehrere Dissertationen von 1933 mit einem Durchschuss angeboten. Nach dessen Aussage stammt der Durchschuss aus dem Zweiten Weltkrieg, als 1945 in Berlin-Mitte tausende Bücher als Sichtschutz genutzt wurden. Leider weiß man nicht, ob das in einer Bibliothek geschah oder was genau der Hintergrund war. Auf jeden Fall ging der Durchschuss durch mehrere der dünnen Hefte.
DNB, Cornelia Ranft
Bis zur Wende waren die Dissertationen im Besitz der Universitätsbibliothek Berlin. Im Zuge der Vereinigung von Beständen, so schrieb der Schenker, wurden dann doppelte Exemplare ausgesondert und verschenkt. Der Stempel „Universitätsbibliothek Berlin“ wurde mit „ungültig“ überstempelt. Das Museum bewahrt zwei der Dissertationen im Originalzustand auf. Dass sie so nicht als Publikation benutzbar sind, ist unproblematisch, da sich jeweils ein unbeschädigtes Exemplar im Bestand der DNB befindet. Aufgrund ihrer Bedeutung als Zeugnisse der Zeitgeschichte sind sie auf jeden Fall wert, im Museum aufbewahrt und mit ihren Besonderheiten gezeigt zu werden.

Zwischen Anarchie und Kunst

Eine Themenführung durch die Bibliothek, den Lesesaal und das Magazin des Archivs der Akademie der Künste am Pariser Platz zeigt die Bibliothek des Dichters Bert Papenfuß.
Er war unangepasst und Teil der Subkultur des Prenzlauer Bergs: Bert Papenfuß (1956–2023) – Lyriker, Musiker, Künstler und Kneipenbesitzer. Durch seine engen Kontakte zur Kunstszene entstanden seit den 1980er-Jahren besondere Buchprojekte, meist Editionen in Kleinstauflagen, die in seiner Privatbibliothek überliefert sind. Diese Künstlerbücher bilden eine einzigartige Symbiose aus Text und Bild und stellen eine eigenständige, variantenreiche Kunstform dar.

Am 11. Januar 2026 wäre Bert Papenfuß 70 Jahre alt geworden. Eine Präsentation mit anschließender Magazin-Führung gibt exklusive Einblicke in den Bestand der Künstlerbücher und erinnert an den „Sprachspieler“ Papenfuß.

6. Februar 2026, 16 Uhr

Bibliothek der Akademie der Künste
Pariser Platz 7, 10963 Berlin

Mittwoch, 14. Januar 2026

Das Einhorn. Kulturgeschichte einer Sehnsucht

Zum Open House lädt das Museums Barberini bei freiem Eintritt zum Besuch der Ausstellung „Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst und die Meisterwerke der Sammlung Hasso Plattner“ ein.
Neben einem Einführungsvortrag zur Ausstellung (12:30 & 15:30 Uhr) im Auditorium wird es um 11 Uhr nach einer Begrüßung mit Barberini-Direktorin Ortrud Westheider sowie anschließendes Gespräch mit dem Regisseur Mathias Frick die Filmpremiere des Films: "Das Einhorn. Kulturgeschichte einer Sehnsucht" geben. In dem Film wird auch auf das Buchprojekt der Bücherkinder BrandenburgVom Mehrwert des Einhorns und die Beschäftigung der Bücherkinder mit dem Thema eingegangen.
Der Film (ARTE/ZDF 2025, 52 Min.) wird um 14 Uhr im Auditorium nochmals gezeigt.

(weitere Informationen hier)

25. Januar 2026

Museum Barberini
Alter Markt, Humboldtstraße 5–6, 14467 Potsdam

Dienstag, 13. Januar 2026

Michael Ley (1953 - 2026)

Michael Ley, vielem Liebhabern des Künstlerdrucks als miley bekannt, ist am 6. Januar verstorben.
miley, Selfie
Wir lernten uns auf der ersten artbook.berlin 2012 näher kennen, kannten uns aber schon zuvor als Bücher- und Graphikfreunde, Michael kam dann durch mich zur Pirckheimer-Gesellschaft. In den Folgejahren verband uns fast so etwas wie eine Freundschaft, ich verpasste keinen seiner Auftritte zum Ortstermin Moabit des Kunstvereins Tiergarten, war auf der Mainzer Minipressen-Messe, besuchte seine Ausstellungen, zuletzt 2022 in der Heilandskirche. Ich erlebte die Geburt von Drittbrett, einem Künstlerkollektiv, welches er gemeinsam mit Udo Würtenberger und Werner Noske gründete und begeisterte mich an seinen Beiträgen zu verschiedenen Mailart-Projekten. Bei all dem, was er tat, war es ihm wichtig, Anderen das Verständnis für die Kunst, vor allem die Möglichkeit Druckkunst, nahezubringen.
2023 trat Michael Ley aus der Pirckheimer-Gesellschaft 2023 aus und dem Berliner Bibliophilen Abend bei, an dessen Arbeit er schon zuvor teilnahm.
Als Künstler engagierte sich Michael Ley für ein humanistisches Verhältnis zur Natur und ein verständnisvolles Miteinander der Menschen. Neben seiner künstlerischen Arbeit investierte Michael Ley, nach einer Krebsoperation 2002 mit Verlust seines Kehlkopfes gesundheitlich schwer gezeichnet, seine Kraft als Vorsitzender einer Krebs-Selbsthilfegruppe. Im September 2021 wurde sein Künstlerbuch, ein visuelles Tagebuch nach der Mahnung von Joseph Beuys „Zeige Deine Wunde“, wie zuvor schon andere Arbeiten, Bibliophiles des Monats.

(Abel Doering)

Was lesen? Verdrängte Texte wiederentdecken

Eine von Martina Wernli und Esther Köhring kuratierten Ausstellung der Staatsbibliothek zu Berlin beschäftigt sich mit der Frage Frage „Was lesen?“.
Wer bei der Entscheidung Orientierung und Hilfe sucht, verlässt sich aber häufig auf die Einschätzung anderer. Die zugrundeliegenden Auswahlprozesse sind dabei nicht immer transparent und nachvollziehbar. Denn was wir lesen, wird mitbestimmt durch Praktiken, an denen Akteure im Buchmarkt, in Bibliotheken und Archiven, an Schulen und Universitäten beteiligt sind. Auch wir Lesende beeinflussen diese Vorgänge. Die Ausstellung zeigt exemplarisch, wie das funktioniert. Hinterfragt wird, was in den Schulen und Universitäten gelesen, was gesammelt und wie es sortiert wird, welche Werke bereits publiziert wurden und welche (noch) vergriffen bleiben.
Die Listen ‚wichtiger‘ Bücher, die in den letzten Jahrhunderten entstanden sind, bilden nicht die Vielfalt ab, die die Welt und auch die Literatur ausmachen. Im Zentrum der Ausstellung stehen deshalb Texte, die vergessen oder aus dem Kanon verdrängt wurden; Stimmen, die (wieder) gehört werden müssen; Literatur, deren Entdeckung sich lohnt.
Weitere Anregungen bietet die kollaborativ erstellte Lückenliste, die in der Ausstellung vorgestellt wird.

Eröffnung: 12. Februar 2026, 18 Uhr, Julia von Blumenthal, Esther Köhring und Martina Wernli (Humboldt-Universität zu Berlin), Maria Hartmann (Schauspielerin) 
Ausstellung: 13. Februar – 10. Mai 2026

Eröffnung: Staatsbibliothek zu Berlin
Wilhelm-von-Humboldt-Saal
Haus Unter den Linden
Ausstellung: Stabi Kulturwerk
Unter den Linden 8