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Donnerstag, 23. Juli 2026

Donnerstag, 25. Juni 2026

Ein Dichterkraut, blaublühend

Cymbelkraut (Linaria cymbalaria), Foto: Ulrich Goerdten 
In der Wartburgstraße im Berliner Stadtteil Schöneberg gibt es einen gut gepflegten Vorgarten, dessen Gewächse das ganze Jahr über blühen. Auch ein unscheinbares Pflänzchen blüht dort von Juni bis Oktober, das Cymbelkraut. Es wächst in einer Art Polster über den Rand des Begrenzungsmäuerchens und streckt seine Spitzen bis auf den Bürgersteig. Der eilende Fußgänger wird bei seinem Anblick das Marschtempo verzögern, sofern er literaturkundig ist. Er wird einen Blick des Gedenkens auf diese Pflanze werfen, besonders am 25. Juni, dem Geburtstag des Dichters Heinrich Seidel (1842–1906). Von ihm gibt es einen Aufsatz mit dem Titel „Linaria cymbalaria“ im Jahrgang 1893 der Familienzeitschrift „Daheim“, der dann auch in den Band 12 seiner „Gesammelten Schriften“ aufgenommen worden ist.
Linaria cymbalaria ist der botanische Name der erwähnten Pflanze. Heinrich Seidel berichtet, dass er dieses grüne Kraut, das eher in südlichen Ländern heimisch ist, nach Berlin eingeschleppt hat, weshalb er von den orthodoxen Botanikern als Florafälscher und „Ansalber“ beschimpft wurde. Den Dichter hat das nicht angefochten. Vergnügt schreibt er in dieser „Geschichte voll kleiner Freuden und Enttäuschungen“, er würde wohl gern „eine kleine grüne Spur hinterlassen auf dieser Erde. Zwar hat er allerlei kleine Lieder und Geschichten ans Licht gestellt, allein diese entstanden aus der Zeit für die Zeit und werden schwinden mit der Zeit. Sie werden einst vergessen sein, und nur auf den höchsten Borten zurückgebliebener Leihbibliotheken in kleinen abgelegenen Landstädten werden die kleinen Bände noch stehen, und niemand mehr wird nach ihnen fragen. Dann aber wird vielleicht noch ein kleines zierliches Pflänzchen, das aus dürren Mauerritzen lieblich vervorgrünt, lebendige Kunde geben, daß der Verfasser jener vergessenen Geschichten einst über diese Erde gegangen ist“.

(Ulrich Goerdten)

Sonntag, 21. Juni 2026

Julius Stettenheim, Plaudereien

Nach dreizehn langen Jahren werde ich den von mir früher einmal herausgegebenen drei berlinbezogenen Textsammlungen (Alt-Berlin in Gotthilf Weissteins Feuilletons. 2007; Emil Jacobsen: Zur Geschichte meines Tegeler Besitzthumes. 2011 und Johannes Trojan: Berliner Bilder. Hundertdreiunddreißig unbekannte Momentaufnahmen. 2013. ) ein viertes Buch mit Berlin-Texten von Julius Stettenheim hinzufügen, das derzeit in der Herstellung ist.
Der Verleger Marc Berger (Schwarzdruck, Gransee) hat mir das Cover geschickt, das ich, zum Appetit machen, hier schon mal vorstelle in der Hoffnung, dass der Klappentext auch gelesen werden kann.

(Ulrich Goerdten)

Montag, 4. Mai 2026

Frühlingslieder. Herstellungsanleitung samt Vaterschaftsnachweis

Im Kladderadatsch von 1885 findet sich auf S. 87 eine Anleitung zur Herstellung von Frühlingsliedern, die, nach dem üblichen Verfahren der Zeitschrift, ohne Verfasserangabe erschienen ist.
Nach Faktur, Inhalt und Stil muss der Text dem Autor Julius Stinde (1841-1905) zugeschrieben werden. Dieser hat in den „Äolsharfen“-Publikationen des Allgemeinen Deutschen Reimvereins unter dem Pseudonym Theophil Ballheim und unter der Maske des Inhabers einer Dicht-Lehr-Anstalt für Erwachsene zwischen 1886 und 1898 sechs Lehrbriefe veröffentlicht, in denen die Themen „Das Abendlied“, „Weihnachten“, „Realistische Sonette“, „Die Kunst des Schüttelreimens“ und „Der Sensationsroman“ behandelt werden.
Text lesen durch Klick auf die Abb.
Das Frühlingslied darf nun als Frühwerk und Vorläufer dieser Reihe von Veröffentlichungen angesehen werden und dem Text-Corpus zugefügt werden.
Der Stinde-Forscher Ulrich Goerdten hat zu Stindes 150 Geburtstag im Jahre 1991 eine Sammlung dieser Texte in 50 Exemplaren herausgebracht, die in einer zweiten, durchgesehenen Auflage 1992 in 200 Exemplaren erschienen sind (Luttertaler Händedruck, Bargfeld, ISBN 3-928779-04-4). Eine dritte Auflage müsste den Text über die Frühlingsliederenthalten. Es wird sie aber nicht geben, da der Verlag seit 2017 nicht mehr existiert.
Der Originaltext der Herstellungsanleitung für Frühlingslieder ist im digitalisierten Kladderadatsch bei der Universität Heidelberg zu finden. „Die Kunst des Schüttelreimens“ gibt es als Kindle-Ausgabe kostenfrei.

Donnerstag, 5. März 2026

Luttertaler Illustrierter Sonderdruck № 10

Ein kürzlich in meine dankenden Hände gelangtes kleines sechszehnseitige fadengeheftetes Heftchen mit einer kleinen Widmung ist es wert, hier als Bibliophiles außer der Reihe vorgestellt zu werden, der Luttertaler Illustrierter Sonderdruck № 10 mit dem Titel „Regeln für Umzüge. Aus gegebenem Anlass zusammengestellt von einem Schwieso“, erschienen 2003 in Bargfeld, Im Luttertal 113B in einer Auflage von 5 Exemplaren.
Das Heft (© Ulrich Goerdten) wurde, wie auf der letzten Seite vermerkt, „Geschrieben mit einem von Hans geschenkten Stift, auf Papier, das von Paul gerade mal nicht benötigt wurde, zur Stunde, da Susanne mit beiden an der frischen Luft war, an Pauls Eßplatz am großen Familientisch, mit Ideen, die vom Anblick eines behandschuhten Eiskratzers beflügelt wurden, über Themen von hoher Aktualität, weniger für uns, mehr für eine Nahestehende, von einem allzeit dankerfüllten, verehrungsvollen, hilfreiche Handreichungen ersinnenden Schwieso.“
einen kleinen Einblick in die „Regeln für Umzüge“ erhält man durch Klick auf die Abbn.

Montag, 23. Februar 2026

Ein Fundstück mit Tücken

Welche Altlasten unsere modernen elektronischen Bibliothekskataloge noch mit sich herumschleppen, das erfährt man nur selten, punktuell und meist nur per Zufall. Auf der Suche nach Druckwerken, welche die der Vergessenheit anheimgefallene Autorin Conradine Stinde der Nachwelt hinterlassen hat, fiel dem Forschenden einst ein Büchlein mit dem Titel „Das Geld“ ins Auge. Bei einem zweiten Versuch, die Katalogangaben des Buches anzeigen zu lassen, ging die Suche aber ins Leere. Erst mehrere Anläufe mit veränderten Eingaben führten zum Erfolg, bei dem sich zeigte, dass die Autorin und ihr Buch unter dem Namen Konradine Stinde (Vorname mit „K“) im Katalog der Staatsbibliothek zu Berlin verzeichnet war.
Flugs kamen auch Erinnerungen an die bibliothekarische Ausbildungszeit hinzu, in der die „Preußischen Instruktionen“ (Auch PI genannt, im vollen Titel „Instruktionen für die alphabetischen Kataloge der preussischen Bibliotheken und für den preussischen Gesamtkatalog, vom 10. Mai 1899“) ein bedeutender Teil des Lernstoffes waren. In diesem Regelwerk wird in § 101 und 102 vorgeschrieben, dass abweichende Vornamensformen auf dem Titelblatt wie Adolph, Curth und Hellmuth in die gebräuchlichen Formen Adolf, Kurt und Helmut umzuwandeln seien. So wurde aus Conradine Konradine und ihr rätselhaftes Verschwinden klärt sich auf: Das Büchlein stammt aus dem Jahre 1905 und wurde seinerzeit nach PI mit umgewandelter Vornamensform katalogisiert. Übrigens scheint es ein Unikat zu sein. Es ist aber auch ein Unicum, denn es handelt sich um eine Ausgabe in der Kurzschrift vom Typ Stolze-Schrey, deren Entzifferung nur noch Spezialisten gelingt. Ein elektronisches Programm zur Lesbarmachung der alten Schrift gibt es derzeit noch nicht.

(Ulrich Goerdten)

Sonntag, 25. Januar 2026

Ehrung am Grab von E.T.A. Hoffmann

Jörg Petzel, Vors. der Berliner Sektion der Internationalen E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, sprach einführende Worte. Am Ehrengrab bereits ein Kranz des Bürgermeisters.
Zu seinem 250. Geburtstag ehrten gestern Mitglieder der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft und weitere Freunde, u.a. vom Berliner Bibliophilen Abend, mit einer Libation am Grab des Universalkünstlers der Romantik.
Fotos © ad
v.l.n.r.: Ulrich Goerdten, Jörg Petzel, Ralf Parkner, darunter Dr. Dr. Bernd Hesse

Freitag, 12. Dezember 2025

Adventsabend der Berlin-Brandenburger Pirckheimer

Die Berlin-Brandenburger Pirckheimer kamen heute im Antiquariat Carl Wegner bei ihrem Mitglied Mathias Proksch zusammen und stellten sich traditionell an diesem letzten Abend im Jahr interessante Erwerbungen vor.
Darunter z.B. das erste FDJ-Liederbuch von 1946 (Manfred Kujau), eine neue Edition von Karl-Georg Hirsch (Gerhard Rechlin), ein letzter noch fehlender und lang gesuchter Raubdruck Klopstocks (Dr. Fritz Jüttner) oder bislang unbekannte Drucke von Wilhelm Rudolph aus dessen Zyklus Dresden 1945 (Robert Wolf), die Jahresgabe des BBA, den 4. Brandenburger Bilderbogen (Abel Doering), sowie Editionen ehemaliger Vorsitzender bibliophiler Gesellschaften, so vom 80jährigen Reinhard Wittmann, Gesellschaft der Bibliophilen, und dem 90jährigen Ulrich Goerdten, Pirckheimer-Gesellschaft, (Carsten Wurm).  
Fotostrecke des Abends aufrufen durch Klick auf die Abb.
Die bisherige Vorsitzende der Regionalgruppe, Ninon Suckow, die das Amt gut 10 Jahre engagiert ausübte, wofür sich die Vorständler der Pirckheimer Robert Grieger und Till Schröder bedankten, übergab diese Funktion an Marina Fritzsche.
Die neue Vorsitzende der Regionalgruppe konnte den Teilnehmern des Abends erste Programmpunkte des Jahres 2026 vorstellen, die künftig wieder wie bewährt in der Staatsbibliothek zu Berlin und häufig gemeinsam mit dem Berliner Bibliophilen Abend stattfinden werden.

Donnerstag, 4. Dezember 2025

Berliner Bibliophiler Adventsabend

Abel Doering und Maria Bogdanovich
Heute kam der Berliner Bibliophilen Abend traditionell bei Susanne Rothe und seinem Mitglied Ulrich Goerdten zur Adventsveranstaltung zusammen, um sich über die beglückendsten Momente im Sammlerleben 2025 auszutauschen.
Bernd Illigner und Bernd Friedrich
Das waren z.B. für Jürgen Wilke die Zeitschrift „Der Mensch“ mit Original-Holzschnitten von Conrad Felixmüller, „Rilke zeichnet“ aus der Anderen Bibliothek und ein bemerkenswerter Flohmarktfund für Ulrich Goerdten, bei Abel Doering die Rohbögen eines nicht komplett erschienenen Pressendrucks von Brechts „Tao-te-king“, für Wilhelm Lehberger die Kassette „Typoeten“ der Officina Ludi oder seltene „Raubdrucke“ aus dem 18. Jahrhundert, die Fritz Jüttner in seine Sammlung einreihen konnte.
Manfred Funke, Fritz Jüttner, Irmtraud Jüttner, Detlef Porth
vorn: Bernd Illigner, stehend: Ulrich Goerdten
Neben der Jahresgabe 2025 des BBA erhielten die Teilnehmer des Abends auch ein PF von Bernd Friedrich.
Bernd Friedrich, Maria Bogdanovich, Dr. Fouquet-Plümacher, Günter Reichl, Wilhelm Lehberger, Jürgen Wilke

Montag, 10. November 2025

Berliner bibliophiler Advent

Der Berliner Bibliophilen Abend trifft sich in der Adventszeit zu seinem traditionellen Jahresausklang mit Mitgliederversammlung bei Ulrich Goerdten und Dr. Susanne Rothe.
Bei dieser Gelegenheit können die Mitglieder wieder eine besondere Jahresgabe in Empfang nehmen.

4. Dezember 2025, 18 Uhr
Ort auf Anfrage

Freitag, 10. Oktober 2025

„Nachrichten aus der Verlagswelt“

Der Berliner Bibliophilen Abend traf sich gestern im Antiquariat Carl Wegner zu einer Plauderei mit Ulrich Goerdten über neue Entwicklungen im Publikationswesen mit jüngsten Beispielen aus seiner eigenen Produktion. So publizierte er in Buchform oder auch ausschließlich „elektronisch“ im Refubium der FU Berlin Julius Stinde 24 unbekannte Aufsätze zum Spiritismus von 1874 bis 1902 oder „Das Universalkochbuch des 18. Jahrhunderts und sonstigen trophologisch relevanten Abhandlungen“ aus dem „Zedler“.
Ulrich Goerdten stellte nicht nur seine Gedanken zu aktuellen Tendenzen der Publikationstätigkeit vor, er las auch kurze Passagen aus seinem Schaffen, so eine Episode aus „Teuchern 1940 - 1950, Erinnerungen“ an seine Kindheit.
Fast erschreckend aktuell geworden sind auch die, ursprünglich in satirische Überhöhung vor gut zwanzig Jahren geschriebenen „Nachrichten aus der Verlagswelt“ mit dem Titel „Verbesserte Schreibprogramme“, die Ulrich Goerdten zum Besten gab, ein Auszug aus seiner Erzählung „Im Netz“ aus dem Buch "Bargfeld. Texte", erschienen im Bücherhaus Bargfeld des Antiquars Hermann Wiedenroth.
Natürlich verlas der Autor der „Lürischen Ybungen“ auch eine Gedicht aus einem noch in Planung befindlichen 3. Band, der wieder bei Marc Berger erscheinen wird.
Im Anschluss zeigte der Gastgeber Mathias Proksch, Mitglied des BBA, noch ein besonderes Stück aus seinem Antiquariat, die „Hochzeitsschürze“, 1990 entstanden im Berliner Tacheles als Symbol der Deutschen Einheit aus zusammen gehefteten Buchrücken.

2 Kommentare:
16. Oktober 2025: Bücherfreundin hat gesagt…
Klingt interessant. Ich wäre an einem Hinweis zu künftigen Veranstaltungen des Berliner Bibliophilen Abend interessiert, wen müsste ich ansprechen?

16. Oktober 2025: Abel Doering hat gesagt…
Mitglieder und Freunde des BBA erhalten regelmäßig Veranstaltungsinformationen, wer daran interessiert ist, schreibt bitte an doering@berliner-bibliophilen-abend.org. Ich habe deine E-Mail-Adresse in den Verteiler aufgenommen.
Alle Veranstaltungen können auch unter Berliner Bibliophilen Abend | Veranstaltungen nachgelesen werden.

Montag, 6. Oktober 2025

Abend der Berliner Bibliophilen

Die Berliner Bibliophilen treffen sich zu ihrem nächsten Abend am Donnerstag bei Mathias Proksch zu einer Plauderei mit Ulrich Goerdten über neue Entwicklungen im Publikationswesen mit jüngsten Beispielen aus seiner eigenen Produktion.
Weitere Veranstaltungen des BBA der nächsten Monate auf dessen Homepage.

9. Oktober 2025, 19 Uhr
Antiquariat Carl Wegner
Martin-Luther-Straße 113, 10825 Berlin

Freitag, 26. September 2025

BFS EDITION BERLIN – der kleinste und unbekannteste Verlag der Welt

Bernd Friedrich mit dem ersten Buch der BFS-Edition „SCHUTZZONE, Harzreise Mai ´89“, Original-Lithographien, Berlin 1992
Die BFS EDITION BERLIN – der „kleinste und unbekannteste Verlag der Welt“ des Grafikers, Buchkünstlers und Malers Bernd Friedrich lud zur Präsentation der Künstlerbücher ein, die er in den letzten gut 20 Jahren im Verlag und bereits seit einem Jahrzehnt zuvor kreierte und selbst in Kleinstauflagen, mitunter als Unikate, druckte und gab einen kleinen Einblick in die Werkstatträume mit der Möglichkeit, sich selbst an einer Presse zu versuchen. Dieser Abend wurde nicht nur von Mitgliedern des BBA, sondern auch der Pirckheimer-Gesellschaft und dem Freundeskreis Miniaturbuch Berlin besucht.
Bernd Friedrich, BFS-Edition Berlin (lks.) und Ulrich Goerdten
ein selbstgedrucktes Blatt zur Erinnerung
Heike Haedicke entfaltet ein Faltbuch, im Hintergrund Ninon Suckow und Carsten Wurm
ein Leporello zum Gedenken an den Bombenanschlag in der Bücherstrasse Al-Mutanabbi-Street vom 7. März 2007, ein Künstlerbuch, das weltweit in Ausstellungen gezeigt wurde, Fotos © ad

Mittwoch, 2. Juli 2025

Treff im „Grünen Baum“ mit Ulrich Goerdten

Eine Zeitreise ins Teuchern der 1940er Jahre gibt es beim nächsten „Treff im Grünen Baum“ des Heimatvereins Teuchern.
Abb. unter Verwendung eines Fotos von Ralf Parkner
Der Pirckheimer und Berliner Bibliophile Ulrich Goerdten, als Sohn des damaligen Pfarrers Johannes Goerdten 1935 in Teuchern geboren, erinnert sich an seine Kindheit in seiner Geburtsstadt. Dabei liest er aus seinem neusten Buch „Teuchern 1940 - 1950, Erinnerungen“. 
Der Eintritt ist frei.

10. Juli 2025, 18:30 Uhr

Kultur und Vereinshaus „Zum Grünen Baum“
Heimatverein Teuchern e.V.
Straße des Friedens 30, 06882 Teuchern

Donnerstag, 22. Mai 2025

Bargfeld. Texte

Ein Wochenende in Bargfeld bei Hermann Wiedenroth und Denis Lakey. Zum Wind in den alten Eichen war von fern der Kuckuck zu hören.

Am 11. Mai dann, einem Sonntag, im Büchersaal des Antiquariats Wiedenroth Präsentation eines Büchleins von Ulrich Goerdten mit dem schlichten Titel "Bargfeld. Texte", erschienen im Bücherhaus Bargfeld. Der Autor las ein paar Geschichten, die junge Geigerin Victoria Wenzel hat Musik dazu gemacht. Die etwa 30 anwesenden Bargfelder und Zugereisten lohnten mit anhaltendem Beifall.
Und wer sich den Termin schon einmal vormerken will - dem Berliner Bibliophilen Abend wird Ulrich Goerdten diesen und weitere Publikationen am 9. Oktober 2025 vorstellen.

(nach einer Information des Autors)

Freitag, 2. Mai 2025

Wiborada, Patronin der Bibliothekare und Bibliophilen

Wiborada, Federzeichnung, 15. Jhdt.
Der 2. Mai ist Tag der St. Wiborada.

Wenig ist über die Herkunft Wiboradas bekannt, obwohl sich mehrere Lebensbeschreibungen erhalten haben. Darin heißt es, dass sie 926 von den Heiden erschlagen wurde. Sie hatte sich geweigert, ihr Gelübde zu brechen und St. Gallen zu verlassen, wo sie seit zehn Jahren in einer Klause wohnte. Lebendig eingemauert. Allerdings sorgte sie dafür, dass der Abt das Kloster rechtzeitig evakuierte und die Bücherschätze in Sicherheit bringen ließ. Eine Vision hatte sie vor dem drohenden Überfall gewarnt.

Ihre Klause war angebaut an eine Kirche nahe dem Klosterbezirk, mit zwei kleinen Öffnungen, eine zum Altar hin und eine in der Außenwand. Nach ihrer feierlichen Einschließung 916 verließ sie den engen, unbeheizten Raum nie mehr.

Die Menschen kamen zu ihr wie zu einem Orakel, später dann pilgerten sie an ihr Grab. Man erzählte sich Wundergeschichten über die Reklusin und über die Rettung der Bibliothek. Sie galt als Inbegriff christlicher Tugend und weiblicher Gelehrsamkeit, lange vor Hildegard von Bingen. Was für ein trauriges Beispiel für eine Liebhaberin der Bücher.

(Marion Voigt, Lektorin und Literaturagentin)

Dank an Ulrich Goerdten für den Hinweis.
Gesamten Beitrag hier lesen,

Sonntag, 23. März 2025

Aus dem Antiquariat 01.25

Auch Aus dem Antiquariat, die "Hauszeitschrift" der Maximilian-Gesellschaft, erscheint mit dem ersten Heft des Jahres in neuem Gewand, weiterhin gestaltet von Carolin Kastner. Auf dem Titel jetzt, wie auch bei den Marginalien, ein bildlicher Hinweis auf den Inhalt des Heftes.
Neben Nachrichten aus Antiquariaten, Katalogbesprechungen und Rezensionen findet sich im Heft ein Beitrag zu Gerhard Thomas als Redakteur der Brüder Grimm, die Vorstellung einer unbekannten Widmung Frans Kafkas durch Dietrich Hakelberg und von David-Christopher Assmann eine Untersuchung über das Hantieren mit unbrauchbaren Büchern anhand des autofiktionalem Bandes von Arno Geigers ›Das glückliche Geheimnis‹.
Unter Berichte und Miszellen findet sich eine Anmerkung von Ulrich Goerdten zu einer unbekannten Episode aus der Geschichte des ›Kladderadatsch‹, einem Fundstück von ihm aus dem Trojan-Archiv in Flensburg.

Mittwoch, 22. Januar 2025

Julius Stinde - Spiritismus, Aberglaube, Magie, Geheimwissenschaften

Kaum 90, da habe ich schon das nächste Buch rausgebracht. Es sind Texte von Julius Stinde, ich habe nur ein kurzes Vorwort geschrieben. Ich wollte diesen elektronischen Publikationsweg einmal ausprobieren und bin begeistert, wie schnell und unkompliziert das ablief. Hier die Zugangsdaten:
Julius Stinde: Spiritismus, Aberglaube, Magie, Geheimwissenschaften. 24 unbekannte Aufsätze aus Zeitschriften und Zeitungen von 1874 bis 1902. Gesammelt und herausgegeben von Ulrich Goerdten. Refubium, Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin 2025. aufzurufen durch Klick auf die Abb.
Happy reading!

(Ulrich Goerdten)

Dienstag, 14. Januar 2025

Alles Gute zum 90., Ulrich Goerdten

Ulrich Goerdten, Schriftsteller, Kleinverleger und Bibliothekar. von 2012 bis 2015 Vorsitzender der Pirckheimer-Gesellschaft und langjähriges Mitglied des Berliner Bibliophilen Abend feiert heute seinen 90. Geburtstag - Herzlichen Glückwunsch!
Ulrich Goerdten am 16. November 2023 bei der Vernissage einer Ausstellung von Typografie, Letterpress & Grafik unter dem Thema DADA ruht nicht, Foto © ad