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Montag, 14. September 2026

Grenzgänge der Fantasie

Sich E.T.A. Hoffmann als Zerrissenen vorzustellen, fällt leicht, sagte er doch selbst von sich: Die Wochentage bin ich Jurist und höchstens etwas Musiker, Sonntags am Tage wird gezeichnet und Abends bin ich ein sehr witziger Autor bis in die späte Nacht.
Foto: Bernd Hesse
Viele Talente, zwingende Abhängigkeiten und wirtschaftliche Nöte machen oft sehnsüchtige Träumer aus den Menschen. Die Dichterin, Filmschaffende und Performerin Nora Gomringer stellt Texte zusammen, die rund um den träumenden, fantastischen Blick in Vergangenheit und Gegenwart geschaffen wurden und ein Panoptikum rund um E.T.A. Hoffmann entstehen lassen sollen. In ihrer eigenen Schreibstube ist sie hier und da ebenfalls zum Thema fündig geworden. Die technologische Entwicklung wie auch die - heute an KI geknüpfte - Hoffnung und Skepsis gegenüber dem Fortschritt, Fragen der Ethik oder der Ökologie spiegeln sich in Texten, bei denen man solche Hintergründe vielleicht nicht erwartet. Eine vergnügliche, kommentierte Auswahl von Gedichten lädt ein, den Fantasten und Fantasmen der Literatur als den Grenzgängern zu begegnen, die sie sind.

Nora Gomringer, Schweizerin und Deutsche, lebt in Bamberg, wo sie das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia als Direktorin leitet. Ihr lyrisches Werk wurde mit zahlreichen Preisen geehrt und in mehrere Sprachen übersetzt. Sie gilt als eine der wichtigsten Vertreterinnen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur und ist - wie E.T.A. Hoffmann - im Zeichen des Wassermanns geboren.

Ausstellung: 14. September - 5. Dezember 2026
Staatsbibliothek Bamberg
Neue Residenz
Domplatz 8, Bamberg

Sonntag, 9. August 2026

Tag des Buchliebhabers

Zum heutigen Tag des Buchliebhabers beginne ich – ich weiß nicht, zum wievielten Male – die Lektüre von E. T. A. Hoffmanns Das fremde Kind.
Diesmal begleitet mich eine besonders schöne, inzwischen mehr als hundert Jahre alte bibliophile Ausgabe: erschienen um 1921/22 im Wiener Verlag Paul Knepler, Wallishaussersche Buchhandlung, und ausgestattet mit zehn Original-Lithographien des Wiener Künstlers Ernst Huber.
Das winzige Bändchen, kaum größer als eine Handfläche, ist schon für sich ein kleines Kunstwerk. Besonders schön sind Hubers dunkelbraun gedruckte Lithographien: geheimnisvolle, fast traumartige Bilder, in denen die Grenzen zwischen Wald, Nacht, Wirklichkeit und Phantasie ebenso unsicher werden wie in Hoffmanns Märchen selbst.
Einen schöneren Anlass, Das fremde Kind wieder einmal aufzuschlagen, kann es für einen Buchliebhaber eigentlich kaum geben.

(Bernd Hesse, Erstveröffentlichung siehe hier)

Freitag, 20. März 2026

Schnurrpfeifenkarussell - eine Buchempfehlung

Vor wenigen Tagen lud der Berliner Bibliophilen Abend in der Staatsbibliothek zu Berlin zur Vorstellung des Buches „Schnurrpfeifenkarussell. E.T.A. Hoffmann. Eine Biographie in Gedichten von Bernd Hesse, kommentiert von Jörg Petzel und illustriert von Stephan Klenner-Stephan Klenner-Otto“ ein, welches 2025 in der Edition Noack & Block erschien.
Dieses Buch verdient besondere Beachtung, denn hier kommt Dreierlei, chronologisch und gemischt in harmonischer Einheit, zusammen. Da sind zum einen die Erläuterungen aus berufenem Munde des Vizepräsidenten der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft Jörg Petzel, Germanist und Literaturwissenschaftler, zu Lebensstationen des Multitalents E.T.A. Hoffmann, der neben seinem Wirken als Schriftsteller als Jurist, Komponist und Karikaturist tätig war, Erläuterungen, die Zusammenhänge zwischen der Biografie und dem Werk E.T.A. Hoffmann aufzeigen und damit Hintergründe erhellen, um dessen literarisches Schaffen und den Gehalt seiner Texte wirklich verstehen zu lernen. Und dieses erweiterte Verständnis der Hoffmannschen Texte zeigt sich in einer zweiten Abteilung des Buches, in Interpretationen aus heutiger Sicht mittels Gedichten von Bernd Hesse, Kulturwissenschaftler und, wie auch Hoffmann Jurist, häufig mit hintergründigem Humor in Versformen von der Romantik bis zum Dada verpackt, immer aber mit dem Effekt, das Hoffmannsche Erbe darzubieten. Dieses Ansinnen der beiden Autoren, welches das Buch nebenbei nicht nur zu vergnüglichen Lektüre des Hoffmann-Liebhabers macht, sondern durchaus geeignet ist, diesen Literaten auch dem Leser schmackhaft zu machen, der bislang keinen Zugang zu E.T.A. Hoffmann fand, wird ergänzt durch einen dritten Inhalt des Büchleins, die kongenialen Illustrationen von Stephan Klenner-Otto, dessen zeichnerische Auseinandersetzung mit den phantastischen, skurrilen und teils märchenhaften, dennoch ernsthaften Texten von E.T.A. Hoffmann bereits in vielen Ausstellungen und auch Künstlerbüchern zu sehen waren.

Der Titel erschien als Taschenbuch mit 164 Seiten und ist unter der ISBN 978-3-86813-217-3 für 18 € im Buchhandel erhältlich.

Freitag, 13. März 2026

Schnurrpfeifenkarussell beim BBA

Bernd Hesse und Jörg Petzel stellten am 12. März in der Staatsbibliothek zu Berlin dem Berliner Bibliophilen Abend bei einem Gläschen Wein ihr Buch „Schnurrpfeifenkarussell. E.T.A. Hoffmann. Eine Biographie in Gedichten, illustriert von Stephan Klenner-Stephan Klenner-Otto“ (Edition Noack & Block, 2025) vor.
Dr. Fritz Jüttner, Dr. Dr. Bernd Hesse, Steffen Faust, Abel Doering, Jörg Petzel
Inspirierend und amüsant!

Freitag, 27. Februar 2026

Inventing E.T.A. Hoffmann

v.l.n.r.: Steffen Faust, Jörg Petzel, Dr. Dr. Bernd Hesse, Prof. Dr. Bettina Wagner
Freunde und Mitglieder des Berliner Bibliophilen Abend und der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft wohnten Gestern der Vernissage im Stabi Kulturwerk „Inventing E.T.A. Hoffmann (1776–2026)“ bei und konnten einen ersten Blick in die Ausstellung zu werfen.
Dr. Christina Schmitz, Prof. Dr. Bettina Wagner, Anna Rozenfeld, Jörg Holzmann, Dennis Schäfer
Unter den gezeigten Exponaten findet sich übrigens auch eine Widmungspublikation des Berliner Bibliophilen Abend.
Bernd Hesse und Jörg Petzel vor einer Abb. von Stephan Klenner-Otto (Foto bearb.)
Nach Begrüßung durch Dr. Christina Schmitz, Staatsbibliothek zu Berlin und einer Einführung durch die Vorsitzende der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, Prof. Dr. Bettina Wagner von der Staatsbibliothek Bamberg rezitierte Anna Rozenfeld „Knacknisl un moyznkayser E.T.A. Hoffmann auf jiddisch“ (Nussknacker und Mäusekönig), musikalisch umrahmt von Jörg Holzmann auf einer 1823 gebauten Gitarre. Der Kurator der Ausstellung Dennis Schäfer, selbst ein ausgewiesener Bibliophile, sprach anschließen zu „Curating E.T.A. Hoffmann: Grillen eines Bibliophilen“.
Michael Bensman, Ralf Parkner, Fotos © ad

Mittwoch, 18. Februar 2026

Bibliophilen-Abend zu E.T.A. Hoffmann

Der nächste Abend der Berliner Bibliophilen steht in Zeichen von E.T.A. Hoffmann, dem auch die derzeitige Ausstellung „Inventing E.T.A. Hoffmann (1776–2026)“ im Stabi Kulturwerk gewidmet ist.
Im Zentrum des Abends steht der bei Noack & Block 2025 erschienene Titel „SCHNURRPFEIFENKARUSSELL. E.T.A. Hoffmann. Eine Biografie in Gedichten“ von Bernd Hesse und Jörg Petzel, illustriert von Stephan Klenner-Otto, der von den Autoren vorgestellt wird.
Gäste sind wie immer willkommen.

Ausstellung: 27. Februar – 17. Mai 2026
Berliner Bibliophilen Abend: 12. März 2026, 18 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin
Treffpunkt am Diensteingang
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Sonntag, 25. Januar 2026

Ehrung am Grab von E.T.A. Hoffmann

Jörg Petzel, Vors. der Berliner Sektion der Internationalen E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, sprach einführende Worte. Am Ehrengrab bereits ein Kranz des Bürgermeisters.
Zu seinem 250. Geburtstag ehrten gestern Mitglieder der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft und weitere Freunde, u.a. vom Berliner Bibliophilen Abend, mit einer Libation am Grab des Universalkünstlers der Romantik.
Fotos © ad
v.l.n.r.: Ulrich Goerdten, Jörg Petzel, Ralf Parkner, darunter Dr. Dr. Bernd Hesse

Sonntag, 5. Oktober 2025

Töne im Tumult

Heute trafen sich Mitglieder der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft mit weiteren Bibliophilen im Berliner Ännchen von Tharau zur Buchpremiere „Töne im Tumult“ von Lydia Schieth, illustriert von Steffen Faust.
Die Erzählung, „die Hoffmann zu historischen Schauplätzen, in die Wirtshäuser voller Debatten, zur riskanten Liaison mit der so ehrgeizigen wie dubiosen Sopranistin Clarissa folgt“ (aus dem Klappentext), erschien bei Noack & Block, Berlin.
Bernd Hesse, Lydia Schieth, Jörg Petzel
Steffen Faust, Lydia Schieth, Abel Doering | Lydia Schieth, Ralf Parkner

Montag, 1. September 2025

Betrachtungen eines Unpolitischen

Während des Lesens des „Zauberberg“s kam mir die Idee, als Bibliophiles des Monats diese schöne bibliophile Ausgabe von Thomas Manns „Betrachtungen eines Unpolitischen“ vorzustellen, für die der Autor, genau wie ich meine Lektüre, die Arbeiten am „Zauberberg“ unterbrochen hatte.
In den Betrachtungen eines vermeintlich Unpolitischen setzt sich Mann u.a. mit seinem namentlich ungenannten Bruder Heinrich Mann auseinander, dem „Zivilisationsliteraten“, der sich mit seinem „Untertan“ gegen den ersten Weltkrieg wandte; anders als damals noch Thomas Mann.
Thomas Mann sah die Notwendigkeit der Unterbrechung an anderen Arbeiten, wie dem „Zauberberg“. „Die Einsicht, aus der es erwuchs, die seine Herstellung als unumgänglich erschienen ließ, war vor allem die, dass jedes Werk sonst intellektuell wäre überlastet worden ...“
Cissarz: Hermann Hans Mayer. Stehender männlicher Akt (David von Michelangelo) und Bücher vor Landschaft mit Bergsiedlung im Hochoval, daneben Sign. Thomas Mann
Die Bildern zeigen die schöne alte und von Thomas Mann signierte Ausgabe der „Betrachtungen“, ledergebunden und mit Goldschnitt, von S. Fischer 1922 aus Familienbesitz, mit einem Exlibris von Hermann Hans Mayer, welches Cissarz (1873 - 1942) gefertigt hatte, der an der Kunstakademie Dresden bei Leon Pohle, Georg Hermann Freye und Ferdinand Pauwels studierte, zwischen 1903 und 1906 Mitglied der Darmstädter Künstlerkolonie war und später an der Akademie der Bildenden Künste lehrte.

(Bernd Hesse)

Sonntag, 18. Mai 2025

Traumtänzer & Glücksgötter

Das war heute wieder eine gelungene Vernissage in der Spectrum Galerie Kunigam in Frankfurt (Oder)!
Rainer Ehrt stellt dort ab dem 17. einen schönen Querschnitt seiner Werke aus. Der Andrang war groß; die Sitzplätze haben nicht ausgereicht. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Uwe Stroner und Jule Novelle.
Eine schöne Gelegenheit, viele Freunde und Bekannte aus der Frankfurter und Berliner Kulturszene zu begrüßen.
(Bernd Hesse)

lks.: Rainer Ehrt, daneben: Steffen Faust & Ralf Parkner, Fotos © Bernd Hesse
17. Mai - 15. Juni 2025

Spectrum Galerie Kunigam
Baumschulenweg 48, 15236 Frankfurt /O