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Dienstag, 1. September 2026

Theodor Körners erster Brief ...

Bibliophiles des Monats September ist der Faksimile-Druck „Theodor Körners erster Brief vom 26. März 1811 an seine Eltern nach seiner Ankunft in Berlin“.
Damit wurde in diesem Monat eine Schrift gewählt, die den Teilnehmern der Gründungsveranstaltung des Berliner Bibliophilen-Abend am 12. Januar 1905 überreicht wurde und die einen Monat zuvor den Teilnehmern der Generalversammlung der Gesellschaft der Bibliophilen aus Anlass ihrer Generalversammlung in Berlin am Sonntag, dem 18. Dezember 1904 von Ernst Frensdorff, dem späteren Schriftführer des BBA, gewidmet wurde.
Sie erschien 1904 in Berlin und besteht aus 2 broschierten Blättern in Kordelbindung im Format 8° (21 x 13,5 cm).
Dieser Titel ist die erste Gabe des Berliner Bibliophilen-Abend, zu dessen Gründung sich 27 Mitglieder in den Frederichs Weinstuben in der Potsdamer Str. zusammengefunden haben und wird zur internationalen Antiquariatsmesse, der Rare Books Berlin, im Kronprinzenpalais gezeigt.

Mittwoch, 27. Mai 2026

Börsenblatt: „Bibliophile trafen sich in Kassel“

Prof. Jürgen Wolf erklärt Klebebücher in der Fürstlich Waldeckschen Hofbibliothek, lks.: Ninon Suckow© Silvia Werfel
Die Gesellschaft der Bibliophilen hat vom 7. bis 10. Mai ihre 125. Jahresversammlung in Kassel abgehalten. Rund 25 Teilnehmende kamen in der documenta-Stadt sowie bei Ausflügen nach Höxter und Bad Arolsen zusammen.

Der Freitag begann mit einer Führung durch die GRIMMWELT Kassel. Dort erhielten die Teilnehmenden Einblick in das sprach- und kulturwissenschaftliche Erbe der Brüder Grimm, unter anderem Grimms Handexemplare der Volksmärchen, die zum Weltdokumentenerbe der UNESCO gehören, sowie die Präsentation der "Zettelwirtschaft" der Brüder.

Am Nachmittag führte das Programm nach Höxter zum UNESCO-Weltkulturerbe Schloss Corvey. Besichtigt wurde die Fürstliche Bibliothek, eine Privatbibliothek des 19. Jahrhunderts mit rund 74.000 Bänden. Als Bibliothekar wirkte dort Heinrich Hoffmann von Fallersleben.
In der Fürstlich Waldeckschen Hofbibliothek, © Kai Weber
Am Samstag öffnete das documenta-Archiv seine Türen. Martin Groh (Archiv) und Marlene Theinhardt (Bibliothek) führten durch Lesesaal und Aktenarchiv und präsentierten Rara zu Buchkunst und Künstlerbüchern.
Anschließend reiste die Gruppe nach Bad Arolsen. Dort führten Sina Degenhardt und Prof. Dr. Jürgen Wolf durch die Fürstlich Waldecksche Hofbibliothek. Kerstin Braun und Philipp Wecker stellten die Stiftung Bibliothek Brehm vor.

Höhepunkt des Sonntags war der Festvortrag des Buchgestalters Friedrich Forssman im Hof vor dem Antiquariat Jenior. Unter dem Titel "Buch und Schönheit. Ein Dialog mit dem Publikum" unterschied Forssman zwischen dem funktionalen Gebrauchsgegenstand Buch und besonders aufwendig gestalteten Büchern.
Den Abschluss bildete eine Führung von Dr. Bernhard Lauer durch Räume und Garten der Brüder-Grimm-Gesellschaft. Die Organisation des Programms lag bei Sebastian Eichenberg, Antiquar und zweiter Vorsitzender der Gesellschaft der Bibliophilen.

Die nächste Jahresversammlung soll voraussichtlich im Frühjahr 2027 in Potsdam stattfinden.

Montag, 11. Mai 2026

Bibliophilentage 2026 in Kassel (Sonntag)

Gestern war der Abschluss der Jahrestagung der Gesellschaft der Bibliophilen in Kassel. Am Morgen konnten wir im wunderbaren Antiquariat Jenior nach - Überraschung! - Büchern stöbern. Der ein oder die andere musste feststellen, dass irgendwann auch der größte Koffer endgültig voll ist. Ein aller letztes Buch passt aber dennoch rein.
Vor dem Antiquariat gab es anschließend einen inspirierenden Vortrag/Dialog des Buchgestalters Friedrich Forssman.
Zum Abschluss ging es zur Grimm-Gesellschaft, wo es einen letzten Einblick in die Welt dieser faszinierenden Brüder und ihrer nicht weniger faszinierenden Fans ging.
Danke für die große Gastfreundschaft, die wir in den vergangenen Tagen erleben durften und ganz herzlichen Dank unserem wunderbaren Organisator Sebastian Eichenberg vom Antiquariat Hamecher.

(Marc Strehler)

Sonntag, 10. Mai 2026

notabene: Bibliophilentage 2026

Auch das erfuhr man beim Ausflug der Gesellschaft der Bibliophilen zur Fürstlich Waldeckschen Bibliothek im Schloss Bad Arolsen:
Die mit roten Fähnchen versehenen Bücher waren Teil eines beispiellosen Diebstahls: Ein Mitarbeiter einer hessischen Wissenschaftsbibliothek wurde dabei erwischt, wie er 80 Bücher aus der Fürstlich Waldeckschen Bibliothek in sein Privatauto lud. Als die Polizei sein Haus durchsuchte, fand sie 20.000 Bücher, die er aus Bibliotheken aus ganz Mitteleuropa gestohlen hatte. Außerdem auch einen Saurierknochen aus dem Senckenbergmuseum
Er wurde (lediglich) zu neun Monaten auf Bewährung verurteilt.


1 Kommentar(e):
10. Mai 2026: Bernd Friedrich Schulz hat gesagt…
Absolut rekordverdächtig, oder? Pure Kleptomanie oder reine Wissbegierde, das noch wäre hier die Frage...

Bibliophilentage 2026 in Kassel (Sonnabend)

Gestern ging es mit der Gesellschaft der Bibliophilen zunächst in das documenta archiv, wo es eine sehr kurzweilige Führung mit Schätzen aus der documenta-Geschichte gab.
Danach ging es nach Bad Arolsen, wo wir zwei wunderschöne Bibliotheken besichtigen durften: Die Fürstlich Waldecksche Hofbibliothek und die Bibliothek Brehm, beide nur ein Bücherregal voneinander entfernt.
In ersterer haben wir gelernt, dass manch Adeliger sich prächtige Bibliotheken aufbauen konnte, weil er schlicht die Rechnungen für die gekauften Bücher nicht beglich.
In der Brehm Bibliothek wurde klar, welch unfassbare Bibliothek ein Mensch allein aufbauen kann, wenn er nur besessen genug ist. Und natürlich das nötige Kleingeld dafür hat (außer natürlich, er ist Adeliger, siehe oben).
Das letzte Foto zeigt übrigens, wie ich mir im Traum meinen Arbeitsplatz vorstelle.

(Marc Strehler)

Freitag, 8. Mai 2026

Bibliophilentage 2026 in Kassel (Freitag)

Im Museum Grimmwelt begann heute die Jahrestagung der Gesellschaft der Bibliophilen.
Im Ernst: Unfassbar, was die Brüder in ihrem Leben geleistet haben. Da fühlt man sich plötzlich sehr klein. Bis man dann neben ihnen steht.
Station 2 heute bei der Jahrestagung der Jahrestagung der Gesellschaft der Bibliophilen in und um Kassel:
Das ehemalige Kloster Corvey mit der Fürstlichen Bibliothek. 75 000 Bände, fein säuberlich weggeschlossen und nicht zur Benutzung gedacht. Beeindruckend, aber irgendwie auch eine deprimierende Vorstellung: Schöne alte Bücher, die nicht gelesen und gefühlt werden.
Schloss und ehemaliges Benediktinerkloster zu Corvey
(Marc Strehler)

Dienstag, 28. April 2026

Bibliophilentage 2026

Programm aufrufen durch Klick auf die Abb.
Die 125. Jahresversammlung der Gesellschaft der Bibliophilen findet in Kassel statt.
Am Freitag steht das Museum Grimmwelt und eine Führung durch das Schloss und ehemalige Benediktinerkloster mit Besichtigung der Fürstlichen Bibliothek zu Corvey auf dem Programm.
Samstags folgt eine Führung durch das documenta archiv. Danach geht´s zum Residenzschloss Arolsen mit einem Besuch der Fürstlich Waldeckschen Hofbibliothek und der Stiftung Bibliothek Brehm.
Und am Sonntag folgt ein Festvortrag von Friedrich ForssmanBuch und Schönheit“ im Antiquariat Jenior und danach eine Führung und Ausstellungsbesuch der Brüder-Grimm-Gesellschaft.

Bibliophilentage: 7. bis 10. Mai 2026
Kassel

Montag, 30. März 2026

Wandelhalle 2026-1

Die Wandelhalle 2026-Frühjahr der Gesellschaft der Bibliophilen ist erschienen und sollte noch diese Woche bei allen Mitgliedern eintreffen.
Hier kann man schon mal einen Blick ins Inhaltsverzeichnis werfen.
(Silvia Werfel)

Montag, 23. Februar 2026

Bibliophile Gesellschaften auf Instagram

Vor einem viertel Jahr startete der Berliner Bibliophilen Abend einen Instagram-Account, dem Beispiel der Gesellschaft der Bibliophilen folgend, welche seitdem an allen 365 Tagen des Jahres nach dem Muster eines Abreißkalenders einen Beitrag rund um das Thema Buch veröffentlichen wollte. Die Gesellschaft der Bibliophilen beendete dieses durchaus löbliche Vorhaben leider vor einem Monat und hat inzwischen alle Einträge (auch auf Facebook) gelöscht.
Auch der Leipziger Bibliophilen-Abend hat bislang nach dem Neustart seines Kontos vor einem Jahr noch keine Beiträge auf Instagram geteilt, die Pirckheimer-Gesellschaft veröffentlichte seit September 2025 immerhin sechs Beiträge, die im Schnitt sogar 50 "Likes" bekamen.
Die Bilanz des Berliner Bibliophilen Abend sieht folgendermaßen aus: es findet sich hier eine bunte Mischung aus 31 Beiträgen seit dem Start auf Instagram, die jeweils von durchschnittlich 25 Personen "geliked" wurden. Dieses Ergebnis bestärkt den BBA darin, nach einem Testzeitraum von einem viertel Jahr weiterhin auf Instagram präsent zu bleiben.
der BBA auf Instagram - aufzurufen durch Klick auf die Abb.

Samstag, 21. Februar 2026

Wie die Truckerey erfunden ist worden.

Aus dem Bestand der Bibliothek „Altes Buch, ins Leben gerufen von Tassilo Schweiger im April 2019, werden auf Instagram im Konto der Gesellschaft der Bibliophilen zwei interessante Artikel von Johannes Aventinus (i.e. Turmair, Johann Georg) vorgestellt, zwischen 1506 und 1517 geschrieben, posthum 1554 auf Latein und 1566 auf Deutsch erschienen.
Wie die Truckerey erfunden ist worden.
Im oben erwähnten Jahr [1450] wurde auch die Druckerei in Mainz erfunden, von einem gewissen Hans Faust. Er hat zwei Jahre damit verbracht, mithilfe seines Gefährten Peter Schäfer aus Gärenßheim, dem er seine eigene Tochter Christina zur Ehe gab. Die zwei haben diese Kunst lange geheim gehalten, niemand durfte zusehen, und haben allen Gesellen und Knechten zu solcher Arbeit und Kunst einen Eid schwören lassen, dass sie es niemanden verraten oder lehren durften. Doch nach zehn Jahren hat der Diener des oben erwähnten Schäfer diese Kunst offenbart und öffentlich ans Licht gebracht, Hans Gutenberg aus Straßburg in Deutschland. Seine Landsleute Ulrich Han und Sixt Reiß brachten sie als erstes ins Welschland und nach Rom, so wurde sie zu unseren Zeiten so bekannt, dass nirgendwo ein Ort ist, in dem man sie nicht kennt. Man druckt Lateinisch, Griechisch und Hebräisch. Dadurch wurden die Bücher erschwinglich. Während einer ein Buch an einem Tag druckt, brächte ein anderer ein ganzes Jahr, um sie zu schreiben. Peter Schäfer, der Enkel des oben genannten Faust, dem Erfinder dieser Kunst, druckt jetzt in Mainz und Straßburg. Diese Kunst wäre nicht erfunden worden, wenn die alten Bücher nicht verloren gegangen worden wären. Man will in den Stiften und Klöstern nicht mehr schreiben. Dort wurden zuvor die Bücher geschrieben, die die Schule aufhielten.
Wie das Pergamen erfunden / und die Lateinisch und Römisch Sprach in eine rechte maß gebracht sey worden.
Oben habe ich erwähnt, wie das Papyrus, das damals verwendet wurde, insgesamt aus Ägypten importiert wurde. Man habe sonst keines gefunden. So hatten auch die Ägyptischen Kaiser eine große, mächtige Bibliothek in ihrer Hauptstadt Alexandria täglich verbessert und vergrößert, und einen Gelehrten einbestellt, der sie stets pflegte. Zu dieser Zeit pflegte die Bücher Aristarchus. Und die oben erwähnten Attalus, sein Sohn Emenes, und Attalus, der König in Asien, das bei den Alten das "Trojanische Königreich" genannt wurde, bei uns jetzt "Groß-Türkei" heißt, wollten dem Kaiser von Ägypten in nichts nachstehen, und wollten der Welt auch einen großen Nutzen bringen, und auch einen ewigen Ruhm und Lob empfangen. Sie richteten die vorzüglichsten Buchkammern der Welt in ihrer Hauptstadt Pergamon ein, und bestellten auch einen Gelehrten namens Crates Malates ein. So hatten die Könige einen Streit, bei dem einer den anderen mit der Menge und dem Wert der Bücher übertreffen wollte. Die ägyptischen Kaiser wollten nicht nachgeben, wollten auch die größte Bibliothek der ganzen Welt haben. Deshalb liesen sie kein Papyrus mehr aus Ägypten den oben erwähnten Königen zukommen. Diese aber fanden einen anderen Weg, indem sie Kälberhaut zurichteten, und beizten nur den Ausschuss, auf dem man auch schreiben konnte, und forderten garkein Papyrus mehr an. Das nennt man heute noch Pergament, nach der Hauptstadt, wo es oben genannte Könige erfunden haben. Und bevor Crates von seinen Königen zum Römischen Rat nach Rom geschickt worden ist, war er es, der der Lateinischen Sprache und Römischen Dialekten Art und Weise gegeben hat, wie die Wörter enden und wie man sie schreiben und aussprechen muss.

Sonntag, 18. Januar 2026

Wechsel im LBA-Vorstand

Der Leipziger Bibliophilen-Abend hat einen neuen Vorsitzenden: Nach 12 Jahren hat Dr. Thomas Glöß dieses Ehrenamt abgegeben und der LBA wählte einen neuen Vorstandsvorsitzenden, den Leipziger Architekten Gregor Fuchshuber.

Wie die Gesellschaft der Bibliophilen berichtet, konnte der bisherige Vorsitzende „mit 148 Veranstaltungen, 9 Messebeteiligungen, 25 Publikationen und einer Vereinsmitgliederzahl von über 200 ... auf der [vermutlich bereits vor über einem Monat stattgefundenen] Wahlveranstaltung eine sehr positive Bilanz“ ziehen.
Dr. Thomas Glöß, Foto © ad, Greogor Fuchshuber, Quelle: Christian Modla
Als weitere Mitglieder sind neu im Vorstand des Leipziger Bibliophilen-Abend Dr. Jens Katzek als Schatzmeister und Uwe Duckstein als Stellvertretender Vorsitzender.
Auch das Programm des LBA für 2026 ist ab sofort auf der Webseite dieser regionalen Bibliophilen-Gesellschaft abrufbar und wird in Kürze auch zum Download bereitstehen.

Mittwoch, 7. Januar 2026

Sonderdrucke des Antiquariats Schaper

Mit seinen Grüßen zum Neuen Jahr macht das Hamburger Antiquariat Scharper auf 2 bibliophile  Sonderpublikationen aufmerksam, die 2024 und 2025 erschienen sind. Die Bände können zum Preis von 10 € inkl. Versandkosten bestellt werden und durch Klick auf die Abbn. online betrachtet werden.

Die mörderischen Bibliomanen
Die wahre Geschichte über Magister Tinius und seinen bisher unbekannten Komplizen Johann Nepomuk Böckelmann nacherzählt. Hamburg 2025. 10 x 10 cm. 28 S. Original-Broschur.
Die Novelle »Die Bibliomanen« erschien erstmals 1979 als Privatdruck in dem Band »Provenienzen und Indiskretionen. Bibliophile Novelletten«. Geschrieben wurde sie von zwei jungen Antiquaren, die sie mit den Monogrammen D.S. und H.K. zeichneten. Die Gestaltung besorgte Johannes Nawrath unter Verwendung der Illustrationen von Emil Preetorius zu »Peter Schlemihl’s wundersame Geschichte« von Adalbert Chamisso, erschienen 1918 im Kurt Wolff Verlag, München.

Petrarca über die Bücher
[Reprint nach der Ausgabe Hamburg 1924]. Hamburg 2024. 24,5 x 17,5 cm. 8 S. Original-Broschur.- Erschienen anlässlich der Hamburger Tagung der Gesellschaft der Bibliophilen 1924. Der Text wurde von Otto Laubschat von Hand kalligraphiert und ist frei übersetzt aus »De remidiis utriusque fortunae« (Heilmittel gegen Glück und Unglück) von Francesco Petrarca (1304-1374). Das letzte und einzig vollendete große lateinische Werk Petrarcas gibt in 122 Dialogen zwischen Vernunft (Ratio) und Schmerz (Dolor) aus antiker und christlicher Lebensweisheit gespeiste Ratschläge, mit deren Hilfe die Launen Fortunas gemeistert werden sollen. Die Umschlagillustrationen zeigen Miniaturen von Riccardo di Nanni, Florenz um 1490 zu Petrarca »Trionfi« (begonnen vermutlich 1352), in der sechs allegorische Figuren an den Dichter vorüberziehen.

Freitag, 12. Dezember 2025

Adventsabend der Berlin-Brandenburger Pirckheimer

Die Berlin-Brandenburger Pirckheimer kamen heute im Antiquariat Carl Wegner bei ihrem Mitglied Mathias Proksch zusammen und stellten sich traditionell an diesem letzten Abend im Jahr interessante Erwerbungen vor.
Darunter z.B. das erste FDJ-Liederbuch von 1946 (Manfred Kujau), eine neue Edition von Karl-Georg Hirsch (Gerhard Rechlin), ein letzter noch fehlender und lang gesuchter Raubdruck Klopstocks (Dr. Fritz Jüttner) oder bislang unbekannte Drucke von Wilhelm Rudolph aus dessen Zyklus Dresden 1945 (Robert Wolf), die Jahresgabe des BBA, den 4. Brandenburger Bilderbogen (Abel Doering), sowie Editionen ehemaliger Vorsitzender bibliophiler Gesellschaften, so vom 80jährigen Reinhard Wittmann, Gesellschaft der Bibliophilen, und dem 90jährigen Ulrich Goerdten, Pirckheimer-Gesellschaft, (Carsten Wurm).  
Fotostrecke des Abends aufrufen durch Klick auf die Abb.
Die bisherige Vorsitzende der Regionalgruppe, Ninon Suckow, die das Amt gut 10 Jahre engagiert ausübte, wofür sich die Vorständler der Pirckheimer Robert Grieger und Till Schröder bedankten, übergab diese Funktion an Marina Fritzsche.
Die neue Vorsitzende der Regionalgruppe konnte den Teilnehmern des Abends erste Programmpunkte des Jahres 2026 vorstellen, die künftig wieder wie bewährt in der Staatsbibliothek zu Berlin und häufig gemeinsam mit dem Berliner Bibliophilen Abend stattfinden werden.

Samstag, 6. Dezember 2025

Buchpersönlichkeiten, aktuell: Richard de Bury, Martin Bodmer

Die Gesellschaft der Bibliophilen stellt seit einem Monat „Buchpersönlichkeiten“ vor, bislang
Richard de Bury war einer der ersten großen Bibliophilen des Mittelalters. Als Autor des berühmten Werkes Philobiblon (1345) widmete er sich leidenschaftlich der Liebe zu Büchern und dem Wissen. In einer Zeit, in der Bücher noch seltene Schätze waren, sammelte er Manuskripte aus ganz Europa und förderte den Erhalt und die Verbreitung von Wissen.
Seine Begeisterung für Bücher ging weit über das Sammeln hinaus – er betrachtete sie als die wahren Bewahrer der Geschichte und Weisheit. Sein Erbe inspiriert Bibliophile bis heute. 📚✨

© CC BY-SA 4.0
Martin Bodmer
war ein leidenschaftlicher Schweizer Bibliophiler, der die beeindruckende Bibliotheca Bodmeriana in Cologny bei Genf gründete. Seine Sammlung umfasst wertvolle Manuskripte und seltene Drucke aus verschiedenen Epochen und Kulturen. Bodmers Ziel war es, die "Geistige Bibliothek der Menschheit" zu schaffen, indem er Werke sammelte, die die Entwicklung des menschlichen Denkens dokumentieren. Sein Engagement für das kulturelle Erbe spiegelt sich in der Vielfalt und Tiefe seiner Sammlung wider. 📚✨

(Quelle: Instagram)

Dienstag, 25. November 2025

Bibliophile Gesellschaften auf Instagram

Seit dem 1. November ist die Gesellschaft der Bibliophilen auf Instagram aktiv, künftig an allen 365 Tagen des Jahres. Die Beiträge folgen dabei dem Muster eines Abreißkalenders rund um das Thema Buch. Jedem Wochentag ist eine Kategorie zugeordnet. Wissenswertes und auch Überraschendes finden sich zu den Stichwörtern Buchzitat, Buchevent, Buchpersönlichkeit, Buchrekord, WörterBuch, Imprimatur und Überallbuch.
Größter Dank geht an Herrn Prof. Dr. Dr. Alexander Moutchnik und seine Studentinnen an der Hochschule RheinMain Wiesbaden für die Initiative und die Konzeption des Social-Media-Auftritts. Die Umsetzung übernahm die Agentur Mediagewerk aus Wiesbaden.

(Silvia Werfel)

Innerhalb der ersten 25 Tage folgen der Gesellschaft der Bibliophilen nunmehr 40 Leser.
Die Pirckheimer-Gesellschaft ist seit 7 Jahren auf Instagram und hat mit 124 Beiträgen nach 2.500 Tagen rd. 500 Follower. Der letzte Beitrag ist allerdings 2 Monate her.
Die Leipziger Bibliophilen sind ebenfalls auf Instagram zu finden und haben 55 Follower, das sogar bislang ohne Content.
Am heutigen Tag starteten nun auch die Berliner Bibliophilen einen Testballon auf Instagram, aufzurufen durch Klick auf die Abb., wobei hier der Nutzen dieses Versuchs angezweifelt wird, auch wenn die 3 Startbeiträge immerhin bereits über 80 Follower generierten.(ad)

Montag, 27. Oktober 2025

Save the Date

Neben dem Termin der Jahrestagung der Pirckheimer-Gesellschaft, die im September tagt, stehen jetzt auch die Termin und Orte der Jahresversammlung 2026 der beiden anderen überregional tätigen deutschen Bibliophilen-Gesellschaften fest.
Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst wird im Mai tagen, ihr Jahrestreffen findet am letzten Maiwochenende in Hamburg statt.
Die Hauptversammlung ist für Freitag, den 29. Mai im Spiegelsaal des Museums für Kunst und Gewerbe vorgesehen. Weitere Details zum Programm des Treffens folgen.
29. - 31. Mai 2026
Hamburg
Die Gesellschaft der Bibliophilen wird ebenfalls im Mai zu ihrem Jahrestreffen zusammenkommen, es findet vom in Kassel statt.
Das gedruckte Programm wird der Wandelhalle 2026-1 beiliegen.
7. - 10. Mai 2026
Kassel

Mittwoch, 15. Oktober 2025

Wandelhalle 2025-2

Die Herbst-Wandelhalle ist an alle Mitglieder der Gesellschaft der Bibliophilen unterwegs, wie Silvia Werfel mitteilen konnte, und der Blick auf die Titelseite verspricht wieder einen interessanten Inhalt.

Neben den Berichten über die Jahrestreffen dieser Gesellschaft und der Deutschen Exlibris-Gesellschaft finden sich u.a. mit dem Exlibris-Porträt № 17, dem Einband-Porträt № 2, den Erinnerungen an Otto Rohse und einer Information über die Schenkung an die Klassik-Stiftung Weimar von 18 Druckgrafiken von Lovis Corinth, sowie dem Beitrag von Marc StrehlerBücher sammeln: Eine Sucht, die glücklich macht“ erneut anregende bibliophile Notizen.

Samstag, 13. September 2025

Prof. Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann (1956 - 2025)

Foto © Andrea Fabry (mit freundlicher Genehmigung der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe)
Glück und Verstand – Minutenlektüren von Johann Peter Hebel lautet der Titel eines kleinen Büchleins, welches uns Hansgeorg Schmidt-Bergmann am 3. Juni 2018 auf der Jahrestagung in Freiburg beim Festabend schenkte. Es war ursprünglich eine Jahresgabe der Literarischen Gesellschaft/Scheffelbund 2010, welche Schmidt-Bergmann zusammen mit Franz Littmann bei Hoffmann und Campe herausgegeben und mit einem Nachwort versehen hat.

Dort heißt es: «Die Auswahl des vorliegenden Bandes versucht eine Antwort abseits der heute überlebten konventionellen Denkweisen. Mit Verstand glücklich werden hieß ja für Hebel […] nichts anderes als die Kunst, die Lebenskräfte durch eine Vergegenwärtigung des Todes zu stärken. Gleichberechtigt neben der ‹ars moriendi› findet der Leser zahlreiche Aufforderungen zur ‹ars vivendi›, deren Horizont die Gelassenheit und die Zufriedenheit mit sich und der Welt bilden.» Laut Hebel muss man beides können: Sich um die Zukunft sorgen, als auch sorglos in der Gegenwart leben, und – das Wichtigste dabei – seinen Humor und seine Heiterkeit nicht verlieren. Es allen recht zu machen, kann nicht gelingen.

Wenn Hansgeorg Schmidt-Bergmann seine Ehefrau, unsere Erste Vorsitzende Dr. Annette Ludwig, jährlich zu den Jahrestagungen begleitete, konnte man genau dieses Motto immer wieder bei ihm erleben. Gespräche, ernst in der Thematik, waren nie zynisch. Humorvolle Stunden wurden nie zum Unsinn. Es schien so, als ob Hansgeorg Schmidt-Bergmann genau diese, eigentlich recht schwierige Art der «Lebenskunst», nämlich mit Hilfe des Verstandes glücklich werden, durchdrungen hatte. Eine im wahrsten Sinne des Wortes logische Sache, wenn man dabei sein umfangreiches literarisches Wissen und seine Erfahrungen als kluger Analytiker in der Literaturwissenschaft berücksichtigt. Seine Teilnahmen waren stets eine große Bereicherung für die Tagungen.

Doch beim näheren Kennenlernen offenbarte sich die Symbiose zwischen Verstand und vor allem Herz. Wenn er etwas fragte, tat er dies nicht aus Gefälligkeit, sondern weil es ihn wirklich interessierte. Seine Ratschläge und Anmerkungen waren nicht belehrend, sondern immer Angebote, seine Ansichten und Erfahrungen in die persönlichen Überlegungen mit einzubeziehen. Dabei blieb er stets empathisch, offen und nahbar. Mit dieser Art hat er damit den Kreis der Lebenskunst ganz im Sinne Hebels geschlossen. Dieses Beispiel an «ars vivendi», die vielen klugen, schönen und empathischen Gespräche werden fehlen.

Am 3. September 2025 ist Hansgeorg Schmidt-Bergmann nun im Alter von 69 Jahren für alle überraschend in Weimar gestorben. Unser Mitgefühl gilt unserer Ersten Vorsitzenden Frau Dr. Annette Ludwig sowie der gesamten Familie.

(Sebastian Eichenberg)

Sonntag, 1. Juni 2025

Wege und Ziele der Bücherpflege

Bibliophiles des Monats Juni, gleichzeitig die bibliophile Empfehlung des Hamburger Bohten  ist ein in 350 Exemplaren von »M. DuMont Schauberg, Köln« gedruckter Vortrag von Rudolf Alexander Schröder, gehalten aus Anlass der Gründung der Kölner Bibliophilen-Gesellschaft am 23. März 1930: „Wege und Ziele der Bücherpflege“.
Der vielseitige Autor, Übersetzer, Architekt und Maler, der u.a. auch eine Ausgabe der Werke Jean Pauls betreute, war 1911 Mitbegründer der bibliophilen Privatpresse »Bremer Presse« und 1927 Gründungspräsident der Bremer Bibliophilen-Gesellschaft.

Das 27 x 19,5 cm große, fadengebundene, ursprünglich nicht aufgeschnittene 20seitige Heft, 1931 gedruckt, wurde von Kommerzienrat Dr. h.c. Alfred Neven DuMont gestiftet. Als Schrift wurde von Prof. Heinrich Hußmann aus Köln die Unger-Fraktur gewählt. Er gestaltete auch den Umschlag mit dem, von zwei Grazien gehaltenen Logo der Bibliophilen-Gesellschaft Köln (siehe Abb.). Das Papier für den Umschlag stiftete »Handgeschöpft Bütten J. W. Zanders, Bergisch Gladbach« und für den Text »« »Zerkall-Bütten Papierfabrik Renker & Söhne, Zerkall bei Düren«.

Als bibliophile Empfehlung wird hier das Exemplar Nr. 156 aus dem Archiv des Berliner Bibliophilen Abend vorgestellt. Dieser Druck wurde von den Kölner Bibliophilen den Teilnehmern zum 30. Stiftungsfest des Berliner Bibliophilen-Abend am 16. März 1935 überreicht. Dem BBA, der bereits 1933 mit Hitlers Machtergreifung unter das Dach der Gesellschaft der Bibliophilen eingegliedert wurde und der damit schon nicht mehr als eigenständige Bibliophilen-Vereinigung bestand, gehörten 1930, also in seinen besten Jahren, über 160 Mitglieder an, er hatte zum besagten Gründungsfest 1935 nur noch 44 Mitglieder. Trotzdem finden sich im Archiv eingeklebte Hinweise zu Stiftungen aus diesem Anlass in erstaunlich vielen anderen Exemplaren von bibliophilen Partnergesellschaften, Druckereien und Verlagen. Auch dieses Widmungsblatt machte den vorgestellten Druck zur bibliophilen Empfehlung, gibt es doch einen Hinweis auf das erste Logo des BBA.
1988 erschien ein Faksimile-Druck dieser Schrift der Bibliophilen-Gesellschaft Köln, die Gesellschaft selbst hat die Zeiten jedoch nicht überstanden. Sie löste sich nach 80 Jahren endgültig auf und ihre Tradition wird seitdem vom neugegründete »Studienkreis Buchkultur« der Kölnischen Bibliotheksgesellschaft fortgeführt.

Freitag, 2. Mai 2025

Wandelhalle Frühjahr 2025

Das Programm zu den Bibliophilentagen kann durch Klick auf die obige Abb. heruntergeladen werden
Die Frühjahrsausgabe der Wandelhalle wird gerade an die Mitglieder der Gesellschaft der Bibliophilen verschickt. Sie enthält unter anderem Beiträge zur tschechischen Buchkunst und den ersten Text einer neuen Reihe mit Einbandporträts. 
Außerdem liegt ihr das Programmheft zur 124. Jahresversammlung der Gesellschaft der Gesellschaft in Bamberg bei.

(Silvia Werfel)

19. - 22. Juni 2025

Bibliophilentage
124. Jahresversammlung
Bamberg