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Dienstag, 22. September 2026
Terminabsage
Die für Donnerstag, 24. September 2026, geplante Veranstaltung des Berliner Bibliophilen Abend mit Bernd Friedrich zu „Totentänzen des 15. Jahrhunderts und die Weiterentwicklung bis zur Gegenwart“ muss aus gesundheitlichen Gründen leider abgesagt werden.
Sonntag, 24. Mai 2026
Frohe Pfingsten ...
Donnerstag, 21. Mai 2026
555. Geburtstag von Albrecht Dürer
Heute, am 21. Mai 2026, ist der 555. Geburtstag von Albrecht Dürer, dem deutscher Maler und Grafiker, dessen Kupferstiche und Holzschnitte maßgeblich auch für die Buchillustration waren.
Aus Anlass der 400. Wiederkehr seins Todestages erschien 1928 im Verlag Hendel Leipzig eine Jubiläumsausgabe, gedruckt für die Freunde des Verlages „Albrecht Dürers sämtliche Kupferstiche in Größe der Originale Gebundene Ausgabe“, herausgegeben von Hildegard mit einem Text von Heyne.
Aus Anlass der 400. Wiederkehr seins Todestages erschien 1928 im Verlag Hendel Leipzig eine Jubiläumsausgabe, gedruckt für die Freunde des Verlages „Albrecht Dürers sämtliche Kupferstiche in Größe der Originale Gebundene Ausgabe“, herausgegeben von Hildegard mit einem Text von Heyne.
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Anlässlich seines 555sten soll hier jedoch auf den Titel „Dürer-Spielbuch“, 1971 herausgegeben von Fridhelm Klein und Wolfgang Zacharias im Münchener Parabel-Verlag, verwiesen werden, der Albrecht Dürers Werke aus den Museen in die Kinderzimmer bringt. Durch die intensive und spielerisch vielseitige Beschäftigung mit Dürer wird den Kindern überlieferter Kunst auf eine Weise näher gebracht, die über passives Aufnehmen hinausgeht.
Freitag, 24. April 2026
zur Geschichte des Bilddrucks
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Als Künstler, Drucker und Kunsterzieher sammelte Bernd Friedrich zahlreiche Objekte des manuellen Bildrucks, mit denen er dessen Entwicklung seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte nicht nur anschaulich darstellen, sondern auch seine kunstgeschichtlichen Thesen begründen konnte, die einen bislang wenig beachtete Sichtweise auf die Geschichte des Bilddrucks ermöglichten, wie z.B. die Bedeutung von Farbigkeit in frühen Abbildungen, das Entstehen und der Wandel von Techniken der Illustration oder die Ablösung des Handwerkers als Illustrator durch den Künstler (siehe Abbildungen der Weltchronik).
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Sonntag, 12. April 2026
Glückwünsche an Bernd Friedrich zum 80.
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| Bernd Friedrich auf einer Veranstaltung des BBA im September 2025 |
Der Sammler von gedruckten Stundenbüchern, Weltchroniken, Kräuterbücher und illustrierte botanische Werke vor 1900, Totentanz und Holzschnittbüchern des 15. - 17. Jahrhunderts, ist vor allem Berlinern durch seine Vorträge vor der Pirckheimer-Gesellschaft und dem Berliner Bibliophilen Abend, sowie durch Ausstellungen und Drucke bekannt; sein Künstlerbuch zum Gedenken an den Bombenanschlag in der Bücherstrasse Al-Mutanabbi-Street vom 7. März 2007 wurde weltweit in Ausstellungen gezeigt.
Dienstag, 7. April 2026
zur Geschichte des manuellen Bilddrucks
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Gäste sind an der Veranstaltung wie immer herzlich willkommen.
23. April 2026, 19 Uhr, Treffpunkt 18:50 Uhr am Diensteingang
Staatsbibliothek zu Berlin
Konferenzraum 4
10117 Berlin, Unter den Linden 8
Samstag, 7. März 2026
Aktionen zum Tag der Druckkunst
Der jährlich am 15. März stattfindende »Tag der Druckkunst« fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag – und bereits jetzt sind über 300 Aktivitäten auf der entsprechenden Webseite gelistet. Zahlreiche Mitglieder des Vereins für die Schwarze Kunst sind wieder dabei, nur wenige Beispiele: In München Offene Werkstatt beim Fliegenkopf und der Offizin August & Stehsatz, im Schwarzwald die Alpirsbacher Offizin und in der Alten Kaserne in Pirna zwei Gründungen von ehemaligen Walzstipendiatinnen: die Officina Arcana von Heike Schnotale und die Steindruckwerkstatt Tiziana von Olivia Christen. Bei der Vorbereitung dieses Newsletters stieß unsere Berliner Redakteurin auf eine Schauvorführung des Käthe-Kollwitz-Museums: Der Steindrucker Dietmar Liebsch hat die Steindruckpresse von 1866 sowie zwei Lithografiesteine von Käthe Kollwitz – ›Brot‹ (1924) und ›Mutter mit Jungen‹ (1933) – wiederentdeckt und druckfähig gemacht.
In Berlin beginnt die Würdigung des Tags der Druckkunst bereits heute mit einer Vernissage in der Berliner Grafik Studio Galerie, die auch Drucke der Pirckheimer Linde Bischof, Matthias Gubig und Bernd Friedrich vorstellt.
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Freitag, 23. Januar 2026
Ernst Busch zum 126. Geburtstag
Wenn Bibliophile und Liebhaber der Schwarzen Kunst zum 126. Geburtstag eines Nonkonformisten, wie dem Brecht-Schauspieler, Sänger der Brigadas Internationales Ernst Busch zusammenkommen, liegt natürlich auch Gedrucktes auf den Tisch; Altes und, wie die Papierservietten, frisch aus der Presse von Bernd Friedrich und Lesezeichen von Christoph Geyer, letzteres selbstverständlich nummeriert (hier № 00627).
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Freitag, 2. Januar 2026
Sonntag, 21. Dezember 2025
Freitag, 5. Dezember 2025
P.F. 2026
Donnerstag, 4. Dezember 2025
Berliner Bibliophiler Adventsabend
| Abel Doering und Maria Bogdanovich |
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| Bernd Illigner und Bernd Friedrich |
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| Manfred Funke, Fritz Jüttner, Irmtraud Jüttner, Detlef Porth |
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| vorn: Bernd Illigner, stehend: Ulrich Goerdten |
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| Bernd Friedrich, Maria Bogdanovich, Dr. Fouquet-Plümacher, Günter Reichl, Wilhelm Lehberger, Jürgen Wilke |
Montag, 17. November 2025
BBA auf der artbook.berlin
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Besucher der artbook, die sich für eine künftige Mitgliedschaft im BBA entscheiden, können diese Jahresgabe zur Begrüßung sofort mitnehmen.
Zu finden ist der BBA an gewohntem Platz in der 1. Etage (Raum B) am Stand 62.
22. - 25. November 2025
artbook.berlin
Kunstquartier Bethanien
Mariannenplatz 2, 10997 Berlin
artbook.berlin
Kunstquartier Bethanien
Mariannenplatz 2, 10997 Berlin
Freitag, 31. Oktober 2025
Geister sind unter uns
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| Probeexemplar vom 21. Sept. 2025 |
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| Bernd Friedrich mit dem ersten Buch der BFS-Edition „SCHUTZZONE, Harzreise Mai ´89“ |
„AVRAH ´K DAVRA“, geschaffen in drei unterschiedlichen Exemplaren mit jeweils 16 Seiten im Format 19,5 x 14 cm, wurde aus Anlass der Präsentation von Künstlerbüchern der BFS-Edition am 26. September vor dem Berliner Bibliophilen Abend fertiggestellt und das Probeexemplar kann am Tisch des BBA auf der artbook.berlin 2025 angesehen werden.
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Freitag, 26. September 2025
BFS EDITION BERLIN – der kleinste und unbekannteste Verlag der Welt
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| Bernd Friedrich mit dem ersten Buch der BFS-Edition „SCHUTZZONE, Harzreise Mai ´89“, Original-Lithographien, Berlin 1992 |
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| Bernd Friedrich, BFS-Edition Berlin (lks.) und Ulrich Goerdten |
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| ein selbstgedrucktes Blatt zur Erinnerung |
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| Heike Haedicke entfaltet ein Faltbuch, im Hintergrund Ninon Suckow und Carsten Wurm |
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| ein Leporello zum Gedenken an den Bombenanschlag in der Bücherstrasse Al-Mutanabbi-Street vom 7. März 2007, ein Künstlerbuch, das weltweit in Ausstellungen gezeigt wurde, Fotos © ad |
Freitag, 29. August 2025
Treffen des Berliner Bibliophilen Abend
Der Berliner Bibliophilen Abend wird im September Bernd Friedrich Schulz zu einer Präsentation mit einem kleinen Einblick in die Werkstatträume besuchen. Der Abend steht unter dem Titel “BFS EDITION BERLIN – der kleinste und unbekannteste Verlag der Welt”.
Die Bücher der BFS EDITION BERLIN erschienen in minimalen Auflagen, oft auch nur in einem einzigen Exemplar.
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| Blick in die Druckwerkstatt der BFS EDITION BERLIN |
Vorgestellt wird auch die neueste Edition, ein noch im Entstehen begriffenes Geisterbuch. Dieses hat einen unmittelbaren Bezug zum ersten, von Bernd Friedrich mit Lettern gedruckten, Titel.
Da der Platz begrenzt ist, ist eine Teilnahme an der Veranstaltung nur einem kleinen Personenkreis und nach Anmeldung möglich.
25. September 2025, 19 Uhr
Ort auf Anfrage
Dienstag, 15. Juli 2025
Neuzugang zum BBA-Archiv
Als Bibliophiles außer der Reihe wird heute ein aktueller Neuzugang zum Archiv des Berliner Bibliophilen Abend vorgestellt - das Exemplar 161 von 175, welches die Reichsdruckerei dem BBA zu seinem 25jährigen Bestehen 1930 widmete:
Die großformatige Mappe (55,2 x 34,8 cm) »Vergilausgaben grosser Drucker. Dem Andenken Vergils zum 2000. Geburtstage des Dichters« von Dr. phil. Ernst Crous (1882-1967), Kirchenhistoriker und seinerzeit Bibliotheksrat an der Staatsbibliothek zu Berlin, wurde 1930 in der Reichsdruckerei Berlin gedruckt und enthält neben einem 6seitigen fadengehefteten Begleitheft mit einer Einführung des Herausgebers 16 Tafeln mit Strichätzungen in Lichtdruck, wobei eine Tafel (#3) 6farbig ist.
Die Mappe wurde aus Beständen des Hinterhof-Antiquariats gestiftet, welches Januar 2017 aufgrund der Kündigung des Mietvertrages und damit einhergehendem Ruhestand des Inhabers aufgelöst wurde.
1 Kommentar:![]() |
| Tafel 5: Paris, Estienne, 1532, Tafel 3: Antwerpen, Plantin, 1575, Tafel 10: London, Roycroft, 1658 |
- 15. Juli 2025: Bernd Friedrich Schulz hat gesagt… Wunderbar wunderbar!
Dienstag, 17. Juni 2025
Marginalien #257
Vorschau auf das in Auslieferung befindliche Heft der Marginalien, Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, 257. Heft · 2025/2:
- Stefan Soltek: Bernhard Jäger. Buchkunst. Grafik
- FUNDSACHE – Bernd Friedrich Schulz: Leonhard Thurneyssers Bebaiōsis agōnismou von 1576 – ein Unikat in der Bayerischen Staatsbibliothek
- Ekkehard Schulreich: Peter Hinkes Connewitzer Verlagsbuchhandlung in Leipzig führt seit 35 Jahren eine Tradition fort: Bücher verkaufen und Bücher machen
- Till Schröder: Der Maler Hannes Möller im Interview über sein Bibliotheken-Projekt beschädigter und verbrannter Bücher
- Joachim Möller: Überlegungen zu Möglichkeiten der literarischen Illustration am Beispiel von Jonathan Swifts Gulliver’s Travels (1726)
- Peter Arlt: In der Buchsammlung Otto Kaysers auf der Suche nach Leben und Werk des Künstlers
- Sebastian Fitzner: Eine vergessene Sternkarte aus dem Jahr 1893
- Jens-Fietje Dwars: Fontane – Ein Emaille-Buch von Moritz Götze.
- Matthias Haberzettl: Zum Tod des Illustrators und Grafikers Wolfgang Würfel
Als typographische Beilage enthält das Heft: Jonathan Swift, Die Bücherschlacht (1704) – Schlaglichternd dezimiert von Till Schröder. Gestaltet und kommentiert von Thomas Glöss.
Als graphische Beilage ist dem Heft für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft die zweifarbige Offsetlithografie von Bernhard Jäger: Schauspieler, 650 sign. und num. Exemplare, gedruckt von Stephan Rosentreter, beigelegt.
Dienstag, 1. April 2025
Bibliophiles des Monats - Die Erstausgaben der Grimm’schen Märchen
Zu den bedeutendsten und am meisten verbreitetsten Werken der deutschen Literatur zählen wohl unangefochten Grimms Kinder- und Hausmärchen. Übersetzt wurden diese Märchen in weit mehr als 100 Sprachen, und seit 2005 gehören sie mit zum Weltdokumentenerbe.
Die Erstausgabe davon erschien 1812 in Reimers Realschulbuchhandlung in Berlin unter dem Titel „Kinder- und Haus-Märchen gesammelt durch die Brüder Grimm“, und 1814, vordatiert auf 1815, ein ergänzender Zweite Band. Jedoch der erhoffte kommerzielle Erfolg stellte sich nicht ein, und von etlichen Seiten gab es recht harsche Kritik.
Heutzutage gehören diese beiden Bände mit zu den seltensten und teuersten deutschen Büchern. Im Auktionshaus Venator & Hanstein aus Köln zum Beispiel wurden sie unlängst für 120.000,00 Euro angeboten, und der Zuschlag erfolgte erst bei 170.000,00 Euro. Allerdings Auktionsgebühren und Mehrwertsteuer sind darin noch nicht mit enthalten.
In jener Erstausgabe von 1812 wurde auf Seite 147 an 33. Stelle das Märchen über einen Gestiefelten Kater aufgenommen. Dieses wurde ihnen neben etlichen anderen von den Geschwistern Hasenpflug aus Hessen erzählt.
Jedoch nachdem sich herausstellte, dieses Märchen sei unter Le Maître Chat ou le Chat botté schon in der französischen Sammlung Charles Perraults von 1697 mit enthalten, entfernten die Grimms den Gestiefelten Kater kurzentschlossen aus ihrer Sammlung.
Ab der zweibändigen stark überarbeitete zweite Auflage von 1819, die dann maßgeblich für alle folgenden autorisierten Veröffentlichungen der Kinder- und Hausmärchen wurde, taucht dieses Märchen bei ihnen nicht mehr mit auf.
Und uns erscheint es daher verwunderlich, wie oft der Gestiefelten Kater unkritisch dennoch bis hin zur Gegenwart für ein Grimm’sches Märchen gehalten wird.
Die Auflagenhöhe dieser zweiten vermehrten und verbesserten Auflage umfasste maximal 1500 Exemplare in einem veränderten fast quadratischen Format.1822 erschien im selben Format noch ein dritter Band, der ausschließlich wissenschaftliche Anmerkungen sowie Quellenangaben zu den jeweiligen Märchen enthält. Dessen Auflagenhöhe soll sogar nur halb so hoch wie die Auflage der Märchen gewesen sein. Erst 34 Jahre später wurde davon eine weitere Auflage gedruckt.
Die Abbildung zeigt das Titelblatt eines seltenen unbeschnittenen Exemplars aus Privatbesitz. Auf den ersten Blick erscheinen die Angaben dieses Titelblattes irreführend, bedeuten jedoch: Es ist der dritte, die Märchenbände der zweiten Auflage ergänzende Band.
Ab 1825 wurde bei Reimer eine so genannte „Kleine Ausgabe“ mit der Auswahl von 50 Märchen verlegt, die auch wegen der beigefügten Illustrationen breiten Anklang fand. Ihrem Duktus nach war sie durch Überarbeitungen ganz speziell auf Kinder ausgerichtet. Und die Nachfrage war so enorm, dass selbst zu Grimms Lebzeiten noch zehn weitere Auflage gedruckt werden mussten.
Unbestritten verdienen es die Brüder Grimm auf vielfältigste Weise postum geehrt zu werden, für ihr Deutsches Wörterbuch nicht minder wie für ihre Märchensammlung.
Erfreulich daher die 1986 in der DDR vorgenommene offizielle Würdigung durch Prägung einer attraktiven Gedenkmünze aus Anlass des 200. Geburtstages der Brüder Grimm. Was jedoch die dafür Verantwortlichen dazu bewog, als Bildmotiv - und das ist kein Aprilscherz – völlig unpassend den Gestiefelten Kater zu wählen, bleibt im Verborgenen.
Fazit: Wenn man Unwahrheiten nur oft genug als wahrhaftig deklariert, dann hat die Wahrheit kaum noch eine Chance.
Die Erstausgabe davon erschien 1812 in Reimers Realschulbuchhandlung in Berlin unter dem Titel „Kinder- und Haus-Märchen gesammelt durch die Brüder Grimm“, und 1814, vordatiert auf 1815, ein ergänzender Zweite Band. Jedoch der erhoffte kommerzielle Erfolg stellte sich nicht ein, und von etlichen Seiten gab es recht harsche Kritik.
Heutzutage gehören diese beiden Bände mit zu den seltensten und teuersten deutschen Büchern. Im Auktionshaus Venator & Hanstein aus Köln zum Beispiel wurden sie unlängst für 120.000,00 Euro angeboten, und der Zuschlag erfolgte erst bei 170.000,00 Euro. Allerdings Auktionsgebühren und Mehrwertsteuer sind darin noch nicht mit enthalten.
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| Ansicht des 3. Bandes, aufgeschlagen, Foto bfs |
Jedoch nachdem sich herausstellte, dieses Märchen sei unter Le Maître Chat ou le Chat botté schon in der französischen Sammlung Charles Perraults von 1697 mit enthalten, entfernten die Grimms den Gestiefelten Kater kurzentschlossen aus ihrer Sammlung.
Ab der zweibändigen stark überarbeitete zweite Auflage von 1819, die dann maßgeblich für alle folgenden autorisierten Veröffentlichungen der Kinder- und Hausmärchen wurde, taucht dieses Märchen bei ihnen nicht mehr mit auf.
Und uns erscheint es daher verwunderlich, wie oft der Gestiefelten Kater unkritisch dennoch bis hin zur Gegenwart für ein Grimm’sches Märchen gehalten wird.
Die Auflagenhöhe dieser zweiten vermehrten und verbesserten Auflage umfasste maximal 1500 Exemplare in einem veränderten fast quadratischen Format.1822 erschien im selben Format noch ein dritter Band, der ausschließlich wissenschaftliche Anmerkungen sowie Quellenangaben zu den jeweiligen Märchen enthält. Dessen Auflagenhöhe soll sogar nur halb so hoch wie die Auflage der Märchen gewesen sein. Erst 34 Jahre später wurde davon eine weitere Auflage gedruckt.
Die Abbildung zeigt das Titelblatt eines seltenen unbeschnittenen Exemplars aus Privatbesitz. Auf den ersten Blick erscheinen die Angaben dieses Titelblattes irreführend, bedeuten jedoch: Es ist der dritte, die Märchenbände der zweiten Auflage ergänzende Band.
Ab 1825 wurde bei Reimer eine so genannte „Kleine Ausgabe“ mit der Auswahl von 50 Märchen verlegt, die auch wegen der beigefügten Illustrationen breiten Anklang fand. Ihrem Duktus nach war sie durch Überarbeitungen ganz speziell auf Kinder ausgerichtet. Und die Nachfrage war so enorm, dass selbst zu Grimms Lebzeiten noch zehn weitere Auflage gedruckt werden mussten.
Unbestritten verdienen es die Brüder Grimm auf vielfältigste Weise postum geehrt zu werden, für ihr Deutsches Wörterbuch nicht minder wie für ihre Märchensammlung.
Erfreulich daher die 1986 in der DDR vorgenommene offizielle Würdigung durch Prägung einer attraktiven Gedenkmünze aus Anlass des 200. Geburtstages der Brüder Grimm. Was jedoch die dafür Verantwortlichen dazu bewog, als Bildmotiv - und das ist kein Aprilscherz – völlig unpassend den Gestiefelten Kater zu wählen, bleibt im Verborgenen.
Fazit: Wenn man Unwahrheiten nur oft genug als wahrhaftig deklariert, dann hat die Wahrheit kaum noch eine Chance.
(Bernd Friedrich)
Dienstag, 7. Januar 2025
Exkursion „120 Jahre Berliner Bibliophilen Abend“
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handgedruckte Lesezeichen von Bernd Friedrich, 2024, mit einem Klischee, welches schon zum 100sten Gründungstag des BBA Verwendung fand, Aufl. 35 n.n. Expl. |
Anlässlich des Stiftungsfestes werden Mitglieder und Freunde dieser regionalen bibliophilen Vereinigung am 12. Januar 2025 eine Exkursion nach Templin unternehmen.
Wer mit dem Auto kommen möchtet, kann direkt zu 13 Uhr zur Gaststätte Grünling in Templin kommen, wo wir uns zu einem gemeinsames Mittagessen treffen und Mitglieder des BBA eine Graphik aus Anlass des Stiftungsfestes erhalten.
Um 15 Uhr werden wir dann die Ausstellung “Keine Bilder” von Marc Berger des Kulturvereins Templin im Neuen Rathaus, Prenzlauer Allee 7, besuchen, der uns einen Überblick über das aktuelle typographische Schaffen gibt. Marc Berger hat ebenfalls eine Überraschung für die Teilnehmer der Exkursion vorbereitet.
Nichtmitglieder sind zur Teilnahme an der Exkursion eingeladen, bei Interesse wird um Mitteilung per * E-Mail an den Vorstand des BBA gebeten.
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