Samstag, 21. Februar 2026

Mein Morgenstern in Mainburg

Ab März wird die Wanderausstellung des Vereins für die Schwarze KunstMein Morgenstern“ in Mainburg zu sehen sein. Mit dabei auch ein Faksimile der "B42" Gutenbergbibel und ein Schwarzes Gebetbuch aus der Lichtdruckwerkstatt des Museums für Druckkunst in Leipzig.
Bleisätze im Schließrahmen, Satzschiff,
Typometer und Winkelhaken
Foto: Willi Bexk
Möglich gemacht hat die Ausstellung vor Ort Horst Pinsker, Drucktechniker und leidenschaftlicher Typograph aus Mainburg. Als Mitglied des Vereins für die Schwarze Kunst bereichert er „Mein Morgenstern“ auch noch mit etwas ganz Persönlichem, womit keiner der anderen deutschen Ausstellungs-Standorte aufwarten kann: Pinsker bringt aus seiner persönlichen Werkstatt für die Schwarze Kunst eine Mini-Druckmaschine, einen kleinen „Boston-Tiegel“, mit und besondere Schmankerl traditioneller Druckkunst. Auf einer sogenannten „Nudel“ dürfen die Besucher Bleisatz und Buchdruck selbst ausprobieren und das Ergebnis – natürlich ein Morgenstern-Zitat – mit nach Hause nehmen.

1. März - 3. Mai 2026
Stadtmuseum
Abensberger Str. 15, 84048 Mainburg

Blick auf die Bleisätze im Schließrahmen, Satzschiff, Typometer und Winkelhaken.

Wie die Truckerey erfunden ist worden.

Aus dem Bestand der Bibliothek „Altes Buch, ins Leben gerufen von Tassilo Schweiger im April 2019, werden auf Instagram im Konto der Gesellschaft der Bibliophilen zwei interessante Artikel von Johannes Aventinus (i.e. Turmair, Johann Georg) vorgestellt, zwischen 1506 und 1517 geschrieben, posthum 1554 auf Latein und 1566 auf Deutsch erschienen.
Wie die Truckerey erfunden ist worden.
Im oben erwähnten Jahr [1450] wurde auch die Druckerei in Mainz erfunden, von einem gewissen Hans Faust. Er hat zwei Jahre damit verbracht, mithilfe seines Gefährten Peter Schäfer aus Gärenßheim, dem er seine eigene Tochter Christina zur Ehe gab. Die zwei haben diese Kunst lange geheim gehalten, niemand durfte zusehen, und haben allen Gesellen und Knechten zu solcher Arbeit und Kunst einen Eid schwören lassen, dass sie es niemanden verraten oder lehren durften. Doch nach zehn Jahren hat der Diener des oben erwähnten Schäfer diese Kunst offenbart und öffentlich ans Licht gebracht, Hans Gutenberg aus Straßburg in Deutschland. Seine Landsleute Ulrich Han und Sixt Reiß brachten sie als erstes ins Welschland und nach Rom, so wurde sie zu unseren Zeiten so bekannt, dass nirgendwo ein Ort ist, in dem man sie nicht kennt. Man druckt Lateinisch, Griechisch und Hebräisch. Dadurch wurden die Bücher erschwinglich. Während einer ein Buch an einem Tag druckt, brächte ein anderer ein ganzes Jahr, um sie zu schreiben. Peter Schäfer, der Enkel des oben genannten Faust, dem Erfinder dieser Kunst, druckt jetzt in Mainz und Straßburg. Diese Kunst wäre nicht erfunden worden, wenn die alten Bücher nicht verloren gegangen worden wären. Man will in den Stiften und Klöstern nicht mehr schreiben. Dort wurden zuvor die Bücher geschrieben, die die Schule aufhielten.
Wie das Pergamen erfunden / und die Lateinisch und Römisch Sprach in eine rechte maß gebracht sey worden.
Oben habe ich erwähnt, wie das Papyrus, das damals verwendet wurde, insgesamt aus Ägypten importiert wurde. Man habe sonst keines gefunden. So hatten auch die Ägyptischen Kaiser eine große, mächtige Bibliothek in ihrer Hauptstadt Alexandria täglich verbessert und vergrößert, und einen Gelehrten einbestellt, der sie stets pflegte. Zu dieser Zeit pflegte die Bücher Aristarchus. Und die oben erwähnten Attalus, sein Sohn Emenes, und Attalus, der König in Asien, das bei den Alten das "Trojanische Königreich" genannt wurde, bei uns jetzt "Groß-Türkei" heißt, wollten dem Kaiser von Ägypten in nichts nachstehen, und wollten der Welt auch einen großen Nutzen bringen, und auch einen ewigen Ruhm und Lob empfangen. Sie richteten die vorzüglichsten Buchkammern der Welt in ihrer Hauptstadt Pergamon ein, und bestellten auch einen Gelehrten namens Crates Malates ein. So hatten die Könige einen Streit, bei dem einer den anderen mit der Menge und dem Wert der Bücher übertreffen wollte. Die ägyptischen Kaiser wollten nicht nachgeben, wollten auch die größte Bibliothek der ganzen Welt haben. Deshalb liesen sie kein Papyrus mehr aus Ägypten den oben erwähnten Königen zukommen. Diese aber fanden einen anderen Weg, indem sie Kälberhaut zurichteten, und beizten nur den Ausschuss, auf dem man auch schreiben konnte, und forderten garkein Papyrus mehr an. Das nennt man heute noch Pergament, nach der Hauptstadt, wo es oben genannte Könige erfunden haben. Und bevor Crates von seinen Königen zum Römischen Rat nach Rom geschickt worden ist, war er es, der der Lateinischen Sprache und Römischen Dialekten Art und Weise gegeben hat, wie die Wörter enden und wie man sie schreiben und aussprechen muss.

Freitag, 20. Februar 2026

Fälschungen des „ND“ in der DDR

In der Reihe „Im Fokus: Auf Entdeckungsreise durch unsere Sammlungen“ wird jeden Monat in der Staatsbibliothek zu Berlin ein ausgewähltes besonderes Objekt vorgestellt.
Neues Deutschland 1988-03-19 (Sonnabend) Nr-39. Fälschung
Die Tageszeitung „Neues Deutschland“ war von 1946 bis 1990 nicht nur die Parteizeitung der SED, sondern als Organ ihres Zentralkomitees auch offizielle Regierungszeitung der DDR. Weil es keine echte „Oppositionszeitung“ zum ND gab, wurden zu Propaganda- und Agitationszwecken Fälschungen dieser Zeitung in der DDR in Umlauf gebracht. Im Fokus stellt Christoph Albers diese Fälschungen vor und erläutert deren Hintergründe und politische Auswirkungen.

25. März 2026, 16 Uhr, Anmeldung erforderlich

Staatsbibliothek zu Berlin
Raum Oxford
Unter den Linden 8
10117 Berlin

Donnerstag, 19. Februar 2026

Ein DDR-Comic, der zum bibliophilen Sammelobjekt wurde

Bibliophile der Pirckheimer-Gesellschaft und des Berliner Bibliophilen Abend schwelgten heute in Erinnerungen aus Kindheit und Jugend. Nach seinem bibliophilen Whiskey-Vortrag und einem Abend über Alexandre Dumas sprach Robert Grieger heute in der Staatsbibliothek zu Berlin zu seiner dritten Sammelleidenschaft, dem Mosaik von Hane4s Hegen mit den Digedags und Abrafaxen.
Es zeigte sich wieder einmal, dass sich wahre bibliophile Sammlerleidenschaft, natürlich neben einer gewissen Besessenheit für das bedruckte Papier, vor allem durch das tiefe Verständnis für Hintergründe, die Einzigartigkeit und Besonderheiten des Sammelobjekts auszeichnet.

Verschwundenen Verlage der DDR

Zum Ende der DDR gab es nur noch 78 zugelassene Verlage, obwohl von der Sowjetischen Militäradministration nach 1945 mehr als 200 eine Genehmigung erhalten hatten.
Der Verlagshistoriker Christoph Links hat die Geschichte von 150 verschwundenen Verlagen recherchiert und geht der Frage nach, warum und wie sie verschwanden. Er stellt sein Buch im Gespräch erstmals vor und präsentiert außergewöhnliche Fälle.

Der Klarinettist Jan Hermerschmidt begleitet den Abend mit Schlagermelodien des verschwundenen Musikverlages Kurt Grabau.

24. März 2026, 18.30 Uhr, um Anmeldung wird gebeten

Staatsbibliothek zu Berlin
Wilhelm-von-Humboldt-Saal
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Mittwoch, 18. Februar 2026

Bibliophilen-Abend zu E.T.A. Hoffmann

Der nächste Abend der Berliner Bibliophilen steht in Zeichen von E.T.A. Hoffmann, dem auch die derzeitige Ausstellung „Inventing E.T.A. Hoffmann (1776–2026)“ im Stabi Kulturwerk gewidmet ist.
Im Zentrum des Abends steht der bei Noack & Block 2025 erschienene Titel „SCHNURRPFEIFFENKARUSSEL. E.T.A. Hoffmann. Eine Biografie in Gedichten“ von Bernd Hesse und Jörg Petzel, illustriert von Stephan Klenner-Otto, der von den Autoren vorgestellt wird. Eventuell bleibt auch noch Zeit für einen Blick auf eine Publikation von Jörg Petzel über Jean Paul - lassen wir uns überraschen. Gäste sind wie immer willkommen.

Ausstellung: 27. Februar – 17. Mai 2026
Berliner Bibliophilen Abend: 12. März 2026

Staatsbibliothek zu Berlin
Treffpunkt am Diensteingang
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Nürnberg, China und gemalte Musik

Das Ex-Libris-Kabinett auf Schloss Burgk zeigt zur Erinnerung an Eugen F. Strobel-Matza (1931-2018) die Gedenkausstellung der Deutschen Exlibris Gesellschaft „Nürnberg, China und gemalte Musik – Die Kunst des Eugen F. Strobel-Matza“.
Eugen Franz Strobel wurde 1931 in München geboren und hatte später seinen Lebensmittelpunkt in Nürnberg. Den Namenszusatz Matza (Geburtsname) fügte er später als Künstlername hinzu. Nach Gymnasium, Berufsschule und Fachschule studierte Strobel-Matza an der Fachhochschule für angewandte Grafik, freie Grafik und Malerei bei Georg Weidenbacher und A. Gehring. Ab 1965 arbeitete er als freischaffender Kunstmaler und Grafik-Designer in Nürnberg.
Eine große Leidenschaft waren E. F. Strobel-Matza der nahe und der ferne Osten und dessen Kulturen. Er sprach Chinesisch, Japanisch und etwas Indonesisch. Die auf seinen zahlreichen Reisen gesammelten Eindrücke und Erfahrungen verarbeitete er in seinen Werken, in denen er Europa und Asien miteinander verband.
E. F. Strobel-Matza war Synästhet. Das heißt, er konnte Töne sehen. Aufgrund dieser Begabung entstanden viele Kunstwerke, in denen er das malte, was er beim Hören der Musik (z. B. „Parsival“ von Richard Wagner) sah. Eine erste Ausstellung mit diesen Werken fand 1971 auf Schloss Ratibor in Roth statt. Einige dieser „Klangbilder“ sind in der Ausstellung auf Schloss Burgk zu sehen.
Seit Mitte der 1960er-Jahre schuf er für seine tausende Bände zählende Bibliothek Exlibris, die er als Gebrauchsgrafiken in seine Bücher einklebte. Seit 1986 war er Mitglied der Deutschen Exlibris- Gesellschaft. Insgesamt gestaltete er 433 Exlibris, von denen fast 200 in der Ausstellung auf Schloss Burgk gezeigt werden.
Komplettiert wird die Ausstellung mit Exlibris, die andere Künstler für ihn schufen und einem Einblick in die Arbeitsweise Strobel-Matzas. Es wird gezeigt, welche Arbeitsschritte er zur Anfertigung seiner Exlibris absolvierte.

(Juergen K. Klimpke)

1. März bis 26. September 2026
Museum Schloss Burgk
07907 Schleiz

Dienstag, 17. Februar 2026

Schätze des Wissens – arabische Handschriften im Dialog

Unter dieser Überschrift starten das Arabische Kulturhaus „Der Divan“ und die Staatsbibliothek zu Berlin eine gemeinsame Veranstaltungsreihe, die sich diesem bedeutenden kulturellen Erbe aus der arabischen Welt widmet. In Vortrags- und Diskussionsrunden veranschaulichen renommierte Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen die Welt der arabischen Handschriften aus historischer, sozialgeschichtlicher, literaturgeschichtlicher sowie naturwissenschaftlicher Perspektive.
Schlussseite einer Handschrift von Kalila und Dimna (Wetzstein II 672) © Stabi Berlin
Den Auftakt macht Prof. Beatrice Gründler (FU Berlin), die ihren Vortrag den verschlungenen Wegen der Überlieferung der arabischen und weltweit in über 40 Sprachen übersetzten Fabelsammlung „Kalila und Dimna“ widmen wird. Sie stellt zudem spannende digital-gestützte Forschungsansätze dazu vor.
Zu sehen ist eine kleine Auswahl von Originalhandschriften.

gemeinsamer Iftar: 12. März 2026, 19:15 Uhr, um Anmeldung wird gebeten
Vortrag: 12. März 2026, 19:15 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin
Wilhelm-von-Humboldt-Saal
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Schlussseite einer arabischen Handschrift von Kalila und Dimna (Wetzstein II 672) © Stabi Berlin, Orientabteilung

Offener KunstSalon Wiede-Fabrik

Zu einem Rundgang durch Ateliers lädt der KunstSalon ein und öffnet 10 Ateliers.

Jedes davon wird zu einem offenen Treffpunkt, an dem in gemütlicher Atmosphäre zu Gesprächen einladen wird: über die Werke, die Arbeitsweisen der Künstlerinnen und Künstler, Kunst, Kultur und Politik…
Begleitet von kleinen kulinarischen Überraschungen und Getränken.

H1 DaxlDiana DrubachSimon JamesAndreas JungkBiljana MandicMilan MihajlovicValeska von BraseHC Ohl, Patrick ÖxlerOskar Rahe und Katarina Sopcic.

28. Februar / 1. März 2026

Wiede-Fabrik
Rambaldistr. 27, 81929 München

Montag, 16. Februar 2026

wiedergelesen: Graphik zur Literatur

div>Vor 44 Jahren erhielten die Teilnehmer am Jahrestreffen der Pirckheimer Gesellschaft in Leipzig (14. - 16. Mai 1982) eine Mappe mit 8 Blättern im Format 15 x 10,5 cm mit „Graphik zur Literatur“. Sie erschien, von der Bezirksgruppe Leipzig den Teilnehmern des Jahrestreffens gewidmet, in einer nummerierten Auflage von 500 Exemplaren mit Originalgraphiken von 
  • Christine Ebersbach zu G.E. Lessing Der Adler (Farbholzschnitt) 
  • Egbert Herfurth zu J. Jahn Der Krimi (Holzstich, handkoloriert) 
  • Karl-Georg Hirsch zu C.F. Meyer Der Schuß von der Kanzel (Holzstich) 
  • Christa Jahr zu Ch. Nodier Bibliomanen (Holzstich) 
  • Heiner Vogel zu J.P. Hebel Das seltsame Rezept. Aus dem 'Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes' (Holzstich)
  • Hans-Joachim Walch zu E. Hemingway Sturmfluten des Frühlings (Holzstich)
  • Newena Wendt-Jontschewa zu Mach dich nicht zum Gürtel fremder Hosen - ein bulgarischer Spruchbeutel (Holzschnitt) und
  • Volker Wendt zu Das Wetterbüchlein (Decelithstich).

Sonntag, 15. Februar 2026

Jahresgabe 2025 der Wiener Bibliophilen

Die Wiener Bibliophilen-Gesellschaft stellte jetzt auf ihrer Webseite ihre Jahresgabe 2025 vor:
Franz J. Gangelmayer (Hg.): Das Wanderbuch des Buchbindegesellen Franz Jarosch

Gesamtherstellung: Druckerei Janetschek, Heidenreichstein 2025

Hardcover, Leinenband:
Munken Pure Rough (1,4faches Volumen) 120 g/m2,
Überzug: Viennaleinen, blau/1110, sichtbare Fadenhaftung
Schriftart: Adobe Geremond Pro

Wanderbuch:
Material Lehnur (strapazierfähiges Naturpapier, mit Textilcharakter) 150 g/m², Steppstichheftung verknüpft

Auflage: 150 Exemplare

Maximilianer-Frühjahrstreffen Rhein-Main-Gebiet 2026

Nach mehreren erfolgreichen Veranstaltungen im letzten Jahr lädt Sibylle Wieduwilt, Antiquarin „Tresor am Römer“, Ende Februar zum nächsten Regionaltreffen im Rhein-Main-Gebiet der Maximilian-Gesellschaft ein.
Geplant ist wieder ein gemütlicher Austausch über das Sammeln von Büchern, Grafiken, Arbeiten auf Papier, Handschriften usw. Auch Nichtmitglieder sind herzlich willkommen.

Um Anmeldung wird gebeten.

24. Februar 2026, 18:30 Uhr
Tresor am Römer
Buch- und Kunstantiquariat
Braubachstraße 32, 60311 Frankfurt

Samstag, 14. Februar 2026

Digedags und Abrafaxe

Robert Grieger stellt sich in einer gemeinsamen Veranstaltung der Regionalgruppe Berlin/Brandenburg der Pirckheimer-Gesellschaft und des Berliner Bibliophilen Abend als Mosaik-Sammler vor. 
Nicht wenige Pirckheimer der zweiten Generation, also diejenigen, die ihre Kindheit und Jugend in den ersten Jahrzehnten des Bestehens der Pirckheimer-Gesellschaft erlebten, verdanken der von Hannes Hegen mit dem am 23. Dezember 1955 erschienenen 1. Heft der Zeitschrift den Beginn ihrer Sammelleidenschaft.
Es finden sich damit Parallelen dieser erfolgreichen Zeitschrift zu der einen Monat später ins Leben gerufenen bibliophilen Gesellschaft; beide hatten ein ähnlich gelagertes Problem, sich in der Kulturlandschaft der frühen DDR zu etablieren, beide erstarkten entgegen Unverständnis und häufiger ideologischer Widerstände und trotzdem gefördert in diesem Staat und konnten ebenfalls nach 1990 in der BRD, nunmehr ohne staatliche Unterstützung, erfolgreich Fuß fassen.

19. Februar 2026, 19 Uhr
Staatsbibliothek zu Berlin
Haus Unter den Linden 8

Gerenot Richter - Tiefdrucke

Zum 100. Geburtstag von Gerenot Richter veranstaltet die Galerie der Berliner Graphikpresse eine Ausstellung mit Tiefdrucken des Künstlers.

Richter, seit 1966 Dozent für Theorie und Praxis der künstlerischen Gestaltung am Institut für Kunsterziehung der Humboldt-Universität und seit 1971 außerordentlicher Professor und seit 1979 bis zu seiner Emeritierung 1989 Professor mit künstlerischer Lehrtätigkeit für Malerei und Grafik an der Humboldt-Universität, sowie Mitherausgeber der Originalgraphik-Editionsreihe der Zeitung „Junge Welt“.

6. März - 10 April 2026

Sabine Ulber
Galerie der Berliner Graphikpresse
Am Falkenberg 25, 12524 Berlin

Freitag, 13. Februar 2026

Relaunch: »Verein für Schwarze Kunst«

Der »Verein für Schwarze Kunst«, 2013 gegründet, ist seit 2014 im Internet präsent, ursprünglich unter dem Gründungsnamen »Verein für Schwarze Kunst Dresden«.

Nach 12 Jahren wurde jetzt diese Seite umgestaltet und den geänderten Erfordernissen des Internets angepasst.
Dabei verzichtete man in der Gestaltung zugunsten der Übersichtlichkeit weiter auf grafisch spielerische Elemente - die Seite ist klar strukturiert und stellt dem Interessenten ohne Umwege alle gesuchten Information zur Arbeit und Aktivitäten des Vereins, sowie, was als besonders positiv hervorzuheben ist, zu seinen Mitgliedern zur Verfügung.

Die Seite kann durch Klick auf die nebenstehende Abb. aufgerufen werden.

Künstlerbücher aus dem Verlag Rothe Drucke

Michael Rothe vom Verlag Rothe Drucke wird uns die in seinem Verlag erschienenen Künstlerbücher präsentieren. Die Künstlerbücher sind limitierte, handgefertigte Originaleditionen, die in enger Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern und Kunstwissenschaftlern entstehen. Sie verbinden Originalgrafik, Text und Gestaltung zu künstlerischen Buchobjekten. Die Künstlerbücher werden in einer kleinen, limitierten Auflage mit handgefertigtem Einband veröffentlicht, oft begleitet von signierten Grafikeditionen. Nach der Präsentation ist Zeit gegeben zu diskutieren und das Werk anzuschauen.
Im Anschluss bleiben die Teilnehmer des Abends für die Diskussionen und zum gemütlichen Abschluss beim Abendessen am gleichen Ort.

(Gian-Reto Schulthess)

9. März 2026, 18 Uhr
Hotel Engimatt
Engimattstr. 14, 8002 Zürich

Donnerstag, 12. Februar 2026

Pergament

M. Wildbrett wurde als „der Letzte seines Standes, der Pergamenter” bezeichnet. Die historische Verwendung von Pergament ist durch Blätter in Büchern, also mittelalterlichen Handschriften, überliefert und reicht durch handgeschriebene Urkunden bis in die Neuzeit. Pergament ist spanngetrocknete Tierhaut, die seit dem Altertum als Beschreibstoff verwendet wird.
Die Firma Wildbrett, die 2012 aus Altersgründen den Betrieb aufgegeben hat, wird im Augsburger Textil- und Hauswirtschaftsmuseum den Mitgliedern und Freunden der Bayerischen Regionalgruppe der Pirckheimer-Gesellschaft einen Einblick in die ehemalige Pergamentherstellung geben. Die Teilnehmer der Führung werden alle Schritte kennenlernen, angefangen bei der Rohware über das Äschern/Einweichen und das Enthaaren bis hin zum Spannen der Häute, dem Trocknen und der Lagerung. Es werden Werkzeuge zur Herstellung vorgestellt, darunter das Halbmondformschabeisen. Zu sehen sind unter anderem auch der Zunftsiegelstock, Musterbücher, Urkunden, Werbematerialien und Kalligraphen.

(Hans Rabenbauer)

26. Februar 2026 - 15 Ihr Anmeldung erforderlich
Textil- und Hauswirtschaftsmuseum
Pestalozzistraße 1, 86399 Bobingen

„Das Buch aufschlagen“, eine Redewendung

Im Mittelalter standen Bücher aufgrund der für den Buchblock verwendeten Materialien (Pergament und Holz) zumeist unter Spannung. Das Buch klappte häufig auf, denn das Papier der Seiten nahm Feuchtigkeit aus der Umgebung auf und wurde damit im Laufe der Zeit zu dick für die Buchdeckel.
Damit das Buch trotzdem zusammenhielt und um die Seiten vor weiterer Feuchtigkeit und vor Schmutz zu schützen, besaßen Bücher seitlich eine oder zwei Schließen aus Metall. Die Feuchtigkeit im Buch und seiner Umgebung sorgte allerdings auch dafür, dass die Schließen im Laufe der Zeit rosteten und somit immer schwerer zu öffnen waren.
Das Buch ließ sich am leichtesten öffnen, indem man es auf den Tisch legte und mit der Faust auf den Deckel schlug. So sprang der Bügel der Schließen auf und man hatte das Buch aufgeschlagen.

(Quelle: Universitätsbibliothek Erfurt)

Mittwoch, 11. Februar 2026

AAIP. Artists as Independent Publishers

Eine Ausstellung in Offenbach wird internationale junge Buchkunst zeigen. Das Ausstellungsprojekt, durch das verschiedene Kunsthochschulen weltweit vernetzt sind, wurde an der Hochschule für Künste Bremen von Prof. Katrin von Maltzahn initiiert und ist als Wanderausstellung konzipiert.

Zu sehen ist eine große Bandbreite von buchkünstlerischen Arbeiten, die an den verschiedenen Hochschulen in den letzten Semestern entstanden sind. Die Studierenden nähern sich – aus verschiedenen Studienschwerpunkten kommend – dem Buch als Medium der zeitgenössischen Kunst und arbeiten dabei mit unterschiedlichen Materialien und Drucktechniken.
Foto Carla Nagel
Dabei entstanden auch Buchkunstwerke aus Materialien, die man nicht unbedingt mit dem Buch in Verbindung bringt, wie Leinwand oder Metall. Im Klingspor Museum werden über 100 Bücher präsentiert. Auch raumgreifende Arbeiten sind zu sehen.

Die Ausstellungsarchitektur wurde ebenfalls von Studierenden gestaltet. Eigens für die Ausstellung haben Studierende der HfG Offenbach eine Rauminstallation aus Pappe gestaltet
Zu mehreren Terminen sind Studierende in der Ausstellung, um mit Besuchenden ins Gespräch zu kommen. Die Ausstellung wird von einem Veranstaltungsprogramm begleitet.

Vernissage 28. März 2026 18 Uhr
Ausstellung 28. März – 26. April 2026

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Die Schwierigkeit, Marx zu übersetzen

In der Reihe „IndieStabi“ stellt sich an jedem dritten Mittwoch im Monat in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg ein Verlag aus der Liste unabhängiger Verlage Hamburg (LuV) vor, im Februar der VSA: Verlag mit David Harvey’s „Marx Grundrisse lesen“. 
Wie viele Arten von Kapital und Lohn kann es geben? Was ist der Unterschied zwischen „labor capacity“ und „labor power“? Wie übersetzt man „lumpen elements“?
In seinem Buch „Marx ‘Grundrisse’ lesen“ begleitet David Harvey Einsteiger wie Fortgeschrittene bei der Aneignung von Marx’ berühmten Notizbüchern, die zu neuen Einsichten führen können und zugleich heftige Kontroversen ausgelöst haben. Mit seinem „companion“ will David Harvey – ähnlich wie in seinen auch im VSA: Verlag erschienen Begleitbüchern zum ersten und zweiten Band des „Kapitals“ – diesen nicht leicht erschließbaren Text einem möglichst breiten Publikum nahebringen.
Mareike Borger und Leo Koch berichten über die Herausforderungen bei der Übersetzung des englischen Originals ins Deutsche.

18. Februar 2026, 19 Uhr
Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg
Vortragsraum

Dienstag, 10. Februar 2026

Bert Brecht, * 10. Februar 1898

Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!

„Brecht bibliophil“ aufrufen durch Klick auf die Abb.
Zu seinem heutigen Geburtstag sei hiermit an Einiges zu Bertolt Brecht in der Rubrik „Bibliophiles des Monats“ erinnert.

Ehrung für Horst Brandenburg

Die altehrwürdige „Society of Wood Engravers“ verlieh dem Mitglied der Deutschen Exlibris-Gesellschaft Horst Brandenburg den „First-Time Exhibitor Price“.
Verliehen wurde der Preis für seinen Holzstich „Despair“, der einen palästinensischen Jungen auf Trümmern hockend im Gazastreifen zeigt.

Montag, 9. Februar 2026

Graphik zum Pirckheimer-Treffen 2025

Von einer Sammlerin erreichte mich eine Bitte um Hilfe bei der Frage des Schöpfers der abgebildeten Graphik, die ich an dieser Stelle kurzzeitig mit dem Hinweis „Wer kann helfen?“ eingestellt habe.
Das hat sich jedoch schnell erledigt.
Es handelt sich um ein Blatt, auf dem unter anderem Nana-Figuren von Niki de Saint Phalle zu sehen sind, die auch im öffentlichen Raum zu finden sind. Die Jahreszahl 2025 und die Tatsache, dass diese Figuren z.B. neben in Frankfurt am Main, in Wiesbaden, in Köln eben auch in Hannover stehen, waren die entscheidenden Hinweise, was ein Blick in die Marginalien Heft 259 bestätigte:
Es handelt sich um einen Farbholzschnitt zum Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft 2025 in Hannover von der aus der Region stammenden Künstlerin Heike Küster, unter anderem bekannt für Illustratorin für Moloko-Print und die Achilla-Presse, wie auch für ihre ironischen Künstlerbücher.

Bücherbox im Mark Twain Park

Allein in Deutschland gibt es aktuell 4.152 öffentliche Bücherschränke, die meisten in Baden-Württemberg (810), die wenigsten u.a. in Bremen, in Berlin und im Saarland.

In Odessa wurde jetzt die "Bibliothek", eine der weiteren weltweit existierenden Bücherboxen am Schwarzen Meer, restauriert. Ursprünglich war sie in einen Baumstamm eingearbeitet, aber der alte Stamm ist verwittert und auseinandergefallen. Deshalb haben Freunde des Buches einen neuen Schrank gezimmert.
Nun kann wieder jeder, der seine Bücher weitergeben oder tauschen möchte, das in einer neuen Bücherbox im Mark Twain Park in Odessa tun. Es wurden auch schon beobachtet, dass sogar Kinder dort ihr Spielzeug zur Nutzung durch andere zurückgelassen haben.
Man lässt etwas dort und ein anderer nimmt es und freut sich ...
(Наталья Чмир)

Sonntag, 8. Februar 2026

Immer wieder zurück zum Buch

Tanja Leonhardt, 1966 geboren, studierte in Mainz Germanistik und Freie Bildende Kunst und schloss als Meisterschülerin in der Schriftklasse von Prof. Alban Grimm und Pamela Stokes mit dem Schwerpunkt Schriftkunst ab. Danach gründete sie im Rhein-Main-Gebiet ihr Atelier Leonhardt, heute wohnt sie im Vogelsberg/Hessen. Neben Auftragsarbeiten und Lehrtätigkeiten (u.a. am Mainzer Institut für Buchwissenschaft) entsteht seit dem Studium auch ein umfangreiches freies Werk, in dem Sprache und ihre Erscheinungsformen eine Rolle spielen.
© Tanja Leonhard

Immer schon begleitet das Künstlerbuch die unterschiedlichen Schaffensphasen. Eine Ausstellung in Mainz gibt seit November 2025 einen Einblick in das Werk der vielseitigen Künstlerin.

12. November 2025 - 13. März 2026
Künstlerinnengespräch: 25. Februar 2026, 16.30 Uhr: Beim gemeinsamen Gang durch die Ausstellung erläutert Tanja Leonhardt ihre Werke, den Entstehungs- und Schaffensprozess.

Wissenschaftliche Stadtbibliothek Mainz
Rheinallee 3 B, 55118 Mainz

Samstag, 7. Februar 2026

Künstlergespräch mit Wolfgang Buchta

Susanne Padberg lädt herzlich zu einem Künstlergespräch mit Wolfgang Buchta im Rahmen der derzeitigen Ausstellung BEST OF 2025 über seine neue Unikatbuch-Serie zu Lewis Carroll "The Hunting of the Snark" ein.
Die phantastische und tatsächlich rückwärts erzählte Ballade von Lewis Carroll ist der Ausgangspunkt für Wolfgang Buchtas neueste Unikat-Künstlerbuchserie. Er fertigte Druckgrafiken an die ihm aber ausschliesslich zum Übermalen dienen!
Wir sprechen über diesen Prozess, über das phantastische Vergnügen und sehen die verschiedenen Zustände.
.... und von 12. - 27. Februar 2026 gibt es in der Galerie neben der Ausstellung aktueller Künstlerbücher einen Flohmarkt von alten/tollen/seltenen Kunst- und Künstlerbüchern.
Künstlergespräch: 12. Februar 2026, 19 Uhr
Galerie DRUCK & BUCH
Susanne Padberg
Berggasse 21/2, A - 1090 Wien

Freitag, 6. Februar 2026

Glückwünsche an Ralf Parkner zum 75.

Ralf Parkner auf einer Veranstaltung zu E.T.A. Hoffmann in der Staatsbibliothek zu Berlin, 19. August 2025, Foto © ad
Ralf Parkner
, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft seit 1982, aktiv in der der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft und leidenschaftlicher Sammler u.a. von Gerhard Goßmann, Günter Kunert, sowie Christoph Meckel, der seine Sammlungen bereits in Ausstellungen zeigte, feiert heute seinen 75. Geburtstag.
Und wenn hier steht: „unter anderem“, so ist das ganz gewiss überaus zutreffend😀!
Herzlichen Glückwunsch!

Donnerstag, 5. Februar 2026

Inventing E.T.A. Hoffmann (1776–2026)

Wie kaum ein anderer Schriftsteller ist E.T.A. Hoffmann (*1776, †1822) in seiner Rezeption aufgegangen. Seit über zweihundert Jahren übersetzt man seine Werke in neue Sprachen und Kulturen; seine Texte werden illustriert und in vielfältige Formen übertragen. Noch heute inspiriert sein facettenreiches Werk Künstler aus aller Welt, die sich Hoffmann mit einer besonderen Liebe und Kreativität widmen.
Zur Feier seines 250. Geburtstages würdigt „Inventing E.T.A. Hoffmann (1776–2026)“ daher die inspirierende Energie einer weltweiten Buchkultur, die seit fast einem Vierteljahrtausend den Blick auf Hoffmann prägt und immer wieder neu erfindet.
Die Ausstellung präsentiert einzigartige Illustrationen und Künstlerbücher, erzählt Geschichten des Exils und des Verlusts und erschließt, mit einem Seitenblick auf den Kater Murr, die Ursprünge des cat contents.

Die Eröffnung findet gemeinsam mit dem Berliner Bibliophilen Abend statt.

Eröffnung: 26. Februar 2026, Grußworten und Einführung des Kurators Dennis Schäfer, um Anmeldung wird gebeten
Ausstellung: 27. Februar – 17. Mai 2026
Gespräch: 4. März 2026, 18 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin / Stabi Kulturwerk
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Mittwoch, 4. Februar 2026

Frisch gedruckt: Stabi Journal 2025

40 reich bebilderte Seiten geben einen Einblick in den Arbeitsalltag der Staatsbibliothek zu Berlin und berichten unter anderem über neue Serviceangebote, über digitale Neuerungen und über einen anstehenden, für November 2026 vorgesehenen Webrelaunch.
Von den Kurzmeldungen seien drei erwähnt: Die Stabi hat 2025 eine umfangreiche Sammlung zum Spanischen Bürgerkrieg mit zeitgenössischen Broschüren, Erlebnisberichten, Flugblättern und Periodika aus dem Umfeld der Internationalen Brigaden, sowie Tarnschriften, sowie Musikalien wie Schellack- und Vinylplatten übernommen. Innerhalb einer Restitution wurden 221 Bücher an die Erben des französischen Rechtsanwalts Henry Torrès zurückgegeben und die Universitätsbibliothek Lund gab eine nach 1945 als verschollen gegoltene französischsprachige Buchhandschrift aus dem späten 14. Jhdt. an die Stabi zurück.
Die Broschüre ist durch Klick auf die Abb. nachzulesen.

Save the Date: Ein Tag des Buches

Die Pirckheimer im Norden treffen sich zum dritten Mal in der Schnittke-Akademie zu einem Tag mit Vorträgen, Ausstellungen sowie einer Büchertauschbörse.

Zu sehen gibt es Bibliophiles, Druckkunst, lesefreundliche Typografie und Kalligrafie ... – Und zu hören sind Bücherliebhaber, Sammler, Verleger, Künstler. Neben je zehnminütigen Vorträgen der Aussteller entsteht im Beiprogramm eine kostenlose Büchertauschbörse für alle Besucher und Aussteller mit maximal sieben Büchern pro Person.
Im Anschluss findet von 15.30 bis 17.30 Uhr eine Veranstaltung der Hamburger Autorenvereinigung statt. Ein ganzer Tag des Buches also!

Die Organisation liegt in den Händen des Pirckheimer-Freundes Ralf Plenz. Die Aussteller wenden sich bitte wegen einer Tischbuchung für Ausstellungsgut ab sofort an den Organisator, Deadline 2. April 2026.

9. Mai 2026, 11 Uhr, um Anmeldung wird gebeten

Schnittke-Akademie
Max-Brauer-Allee 24, 22765 Hamburg

Countdown bis zum Hamburger Pirckheimer-Treffen

Dienstag, 3. Februar 2026

Graphische Kunst 1+2 / 2025

Das Warten auf die soeben erschienenen beiden Hefte der Graphischen Kunst des Jahres 2025, die, wie Rainer Stec mitteilen musste, krankheitsbedingt als Doppelnummer ausgeliefert wurden, hat sich gelohnt. Das Doppelheft gestattet bereits einen ersten Blick auf die artGRAFIK Ahrenshoop 2026, ist doch dort neben Henry Günther, der mit dem Farbholzschnitt „Raum und Zeit“ in Ausgabe A und einem Beitrag von Reinhard Grüner im Heft zu finden ist, auch Rainer Stec mit der Graphischen Kunst vertreten. Und Mitglieder des Berliner Bibliophilen Abend werden Skadi Engeln von der in Ausgabe A/B der 4-Platten Linolschnitt „Kühe“ stammt, im Juni in ihrem Atelier besuchen.
Oleg Dergachov, Farbradierung mit Prägung / Henry Günther / Paul Egedius, Farbradierung / Pius Haug, 2-Platten Linolschnitt
Der Ausg. A (90 num. Exemplare) liegt neben der genannten und den Graphiken der Ausgabe B jeweils eine Originalgraphik von Paul Egidius, Oleg Dergachov und Pius Haug bei, der Ausg. B (160 num. Exemplare) die untenstehend abgebildeten.
oben: Marco Gerke, Linolschnitt / Wolfgang Eberlein, 2 Linolschnitte
Hans Wiedemann, Farbholzschnitt / Skadi Engeln / Franca Bartholomäi, Holzschnitt
Dem Heft lag außerdem eine Ankündigung von Martin Furtwängler zum Druck „Walter Benjamin und Friedrich Hölderlin, Dichtermut + Blödigkeit“ (erscheint in 66 Exemplaren) bei.

Honoré Daumier - Spiegel der Gesellschaft

Im Jahr 2026 begeht die ALBERTINA das 250-jährige Jubiläum ihrer Gründung. Dieses bedeutende Ereignis bietet Anlass, um einerseits auf die bewegte Geschichte der Sammlung und des Hauses zurückzusehen und andererseits mit Zuversicht und Begeisterung in die Zukunft zu blicken.
In dieses Konzept ordnet sich die Ausstellung „Spiegel der Gesellschaft“ mit Arbeiten von Honoré Daumier ein. Die erste große Daumier-Schau präsentierte doe Albertina 1936 im Angesicht des aufkommenden Nationalsozialismus. 90 Jahre später und unterstützt durch Leihgaben des Städelschen Museumsvereins wird der französische Künstler nun in neuem Licht gezeigt. Neben zahlreichen Lithografien und Zeichnungen sind auch seine berühmten Gemälde und Skulpturen ausgestellt – sowie ein Animationsfilm zum Werk Daumiers.
Honoré Daumier: Europäisches Gleichgewicht, Le Charivari, 03.04.1867, 28,7 × 22 cm, Lithografie, Zeitungsdruck
Die politische Lage ist instabil, eine ruchlose Clique missbraucht ihre Macht, die Wirtschaft kriselt und die gesellschaftliche Situation wird immer komplexer und unübersichtlicher. Die Schilderung der Verhältnisse im nachrevolutionären Frankreich des 19. Jahrhunderts scheint merkwürdig gegenwärtig und so ist es auch mit der zeitlos aktuellen Kunst des großen Honoré Daumier.
Mit spitzer Feder und unbestechlichem Humor hält er seiner Zeit den Spiegel vor, prangert Machtmissbrauch und soziale Missstände an. Seine schonungslose Kritik bringt ihn immer wieder in Konflikt mit der Zensur, für die Freiheit der Kunst geht er sogar ins Gefängnis. Als scharfsinniger Beobachter zeigt Daumier darüber hinaus aber auch das alltägliche Leben in der modernen Großstadt Paris.


Ausstellung: 6. Februar - 25. Mai 2026

Albertina
Albertinaplatz 1, 1010 Wien

Montag, 2. Februar 2026

Bibliophiles des Monats: Mary W Shelleys Frankenstein

Am 1. Februar vor 175 Jahren verstarb Mary W. Shelley, die Autorin von „Frankenstein oder Der moderne Prometheus“, Tochter des Begründers desphilosophischen Anarchismus William Godwin und der Verfasserin der grundlegenden Arbeit „Verteidigung der Rechte der Frau“, Mary Wollstonecraft.

Dieser Roman, 1818 erschienen, ist seitdem nicht nur fester Bestandteil in internationalen Verlagsprogrammen, sondern beeinflusste immer wieder das Schaffen von Künstlern, insbesondere natürlich Illustratoren, sowie auch Autoren und ist seit Veröffentlichung auch im Theater, bei Komponisten oder der Filmindustrie präsent.

Vor sieben Jahren, anlässlich des 200.Jahrestag der Erstveröffentlichung, erschien in der Büchergilde Gutenberg ein modern gestalteter illustrierter Druck, der hier stellvertretend für die bislang zehnmal allein ins Deutsche übersetzten Ausgaben als Bibliophiles des Monats vorgestellt wird. Der Titel wurde von Karl Bruno Leder und Gerd Leetz übersetzt, ihren bibliophilen, von Cosima Schneider gestalteten Charakter verdankt diese Ausgabe jedoch dem Illustrator Martin Stark
Der Illustrator wurde 1973 in Offenbach am Main geboren, wo er visuelle Kommunikation an der Hochschule für Gestaltung studierte. Neben Buchgestaltung zeichnet er für Zeitschriften, so für das Wrap Magazine, London, oder das Onlinemagazin Paternoster und zeichnet Comics für die Kulturfabrik Mainz.

Der Titel, der mit der Goldmedaille (Book& Editorial Illustration) des European Design Award ausgezeichnet wurde, ist in Leinen in 8° (158 x 220mm) mit Gold- und Blindprägung gebunden, gesetzt aus der Bodoni und gedruckt auf Werkdruckpapier Fly (natur) und hellblauem Papier Popset (eisblau), hat eine farbige Fadenheftung und Lesebändchen und enthält auf 388 Seiten neben 55 Illustrationen zum Text des „Frankenstein“ eine Nachbemerkung des Illustrators.

Save the Date: 11. /12. April

Die BuchDruckKunst 2026 bietet Besuchern wie gewohnt das gesamte Spektrum rund um das künstlerisch hochwertige Buch: Druckgrafik, Künstlerbuch, Druckhandwerk, nicht mehr durch Klaus Raasch ausgerichtet, der Konzeption und Organisation er von 2017 bis 2025 übernahm, sondern erstmals durch Annette Kübel und Matthize Taube. Klaus Raasch wird 2026 selbst als Aussteller an der Messe teilnehmen.
Neben dem Live-Papierschöpfen, den neuesten Grafik- und Buch-Editionen namhafter Künstlern erwarten den Besucher viele weitere Highlights in der Alten und der Neuen Fabrik des Museums der Arbeit in Barmbek, so die „Meister der Einbandkunst“ oder die „Grafische Gruppe“ des Museums und die „Pirckheimer-Gesellschaft“, die mit Armin Schubert das letzte Buchprojekt der „Bücherkinder Brandenburg“ vorstellen wird.

Messe: 11./12. April 2026
Museum der Arbeit
Wiesendamm 3, 22305 Hamburg

Countdown bis zur BuchDruckKunst

Sonntag, 1. Februar 2026

Exlibris des Monats Februar 2026 – Daniel Chodowiecki

Unternimmt man in der Geschichte des gedruckten Exlibris einen Parforceritt, stellt sich die Zeit zwischen der deutschen Renaissancekunst und der zum Ende des 19. Jahrhunderts auftretenden Buchkunstbewegung stilistisch, motivisch und thematisch als eine lange Ära geradezu erdrückender Heraldik-Dominanz dar. Allerdings mit einer ganzen Reihe höchst bemerkenswerter Ausnahmen. Zu diesen gehört der bedeutende deutsche Grafiker und Illustrator Daniel Chodowiecki (Danzig 1726 – 1801 Berlin), dessen Todestag sich am 7. Februar 2026 zum 225. Mal jährt, Anlass genug, seiner großartigen Kunst an dieser Stelle zu gedenken.
Chodowiecki gilt mit seinen mehr als 2.000 Druckgrafiken und einer noch weitaus höheren Anzahl von Handzeichnungen als einer der führenden Vertreter der „künstlerischen Aufklärung“, die sich von dem Dekorationsstil des Rokoko löste, der sich durch große Prachtentfaltung und überbordende Verspieltheit ausgezeichnet hatte. Mittels klarer Struktur und Ordnung in der Darstellung ging es dabei u. a. nachdrücklich um die Vermittlung von Idealen der Aufklärung wie Vernunft, Recht auf individuelle Freiheit und Selbstbestimmung, Gleichheit aller Menschen und Fortschritt dank Wissenschaft und Bildung. Chodowieckis Ruhm gründete sich auf moralisierenden Zyklen (die an Hogarth erinnern), Modedarstellungen und Folgen historischer Ereignisse sowie nicht zuletzt auf seinen Illustrationen zahlreicher literarischer Klassiker von Goethe bis Schiller und Cervantes bis Voltaire.
Ein (ganz) kleiner Teil seines gewaltigen Oeuvres besteht aus Exlibris.
[... Oft führt der] als geflügelter Putto dargestellte Genius der Kunst (als übernatürlicher Schutzgeist) einen jungen bildenden Künstler, der durch seine Malerutensilien als solcher ausgewiesen ist, zu einem weiblichen Halbakt, der von einem Baum beschattetet wird. Eine nackte Frauengestalt taucht in der Kunstgeschichte häufig als Allegorie der Natur auf. Als „Mutter Natur“ steht sie für die Mannigfaltigkeit der Schöpfung und Fruchtbarkeit der Erde. Seit je wird sie immer wieder als Gebärerin, Ernährerin, Erzieherin dargestellt. Wobei oftmals die antike Fruchtbarkeitsgöttin Diana Ephesia als Vorbild diente, die – mit vielen Brüsten versehen – die Produktivität und Vielfalt der Natur symbolisieren sollte. Der junge Künstler mochte so lange an den Brüsten von Mutter Natur saugen, bis er die Wahl treffen konnte, für welche Kunst er sich entscheiden wolle. [...]

Bernd Illigner zum 85. Geburtstag



Ein herzlichen Glückwunsch geht heute an Bernd Illigner, Vorsitzender des Berliner Bibliophilen Abend von 2006 bis 2014, zu seinem 85. Geburtstag!

Abb.: Bernd Illigner auf der Adventsveranstaltung 2025 des Berliner Bibliophilen Abend, Foto © ad

Hamburger Bothe # 32

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