Aus dem Bestand der
Bibliothek „Altes Buch“, ins Leben gerufen von
Tassilo Schweiger im April 2019, werden auf Instagram im Konto der
Gesellschaft der Bibliophilen zwei interessante Artikel von
Johannes Aventinus (i.e. Turmair, Johann Georg) vorgestellt, zwischen 1506 und 1517 geschrieben, posthum 1554 auf Latein und 1566 auf Deutsch erschienen.
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Wie die Truckerey erfunden ist worden. Im oben erwähnten Jahr [1450] wurde auch die Druckerei in Mainz erfunden, von einem gewissen Hans Faust. Er hat zwei Jahre damit verbracht, mithilfe seines Gefährten Peter Schäfer aus Gärenßheim, dem er seine eigene Tochter Christina zur Ehe gab. Die zwei haben diese Kunst lange geheim gehalten, niemand durfte zusehen, und haben allen Gesellen und Knechten zu solcher Arbeit und Kunst einen Eid schwören lassen, dass sie es niemanden verraten oder lehren durften. Doch nach zehn Jahren hat der Diener des oben erwähnten Schäfer diese Kunst offenbart und öffentlich ans Licht gebracht, Hans Gutenberg aus Straßburg in Deutschland. Seine Landsleute Ulrich Han und Sixt Reiß brachten sie als erstes ins Welschland und nach Rom, so wurde sie zu unseren Zeiten so bekannt, dass nirgendwo ein Ort ist, in dem man sie nicht kennt. Man druckt Lateinisch, Griechisch und Hebräisch. Dadurch wurden die Bücher erschwinglich. Während einer ein Buch an einem Tag druckt, brächte ein anderer ein ganzes Jahr, um sie zu schreiben. Peter Schäfer, der Enkel des oben genannten Faust, dem Erfinder dieser Kunst, druckt jetzt in Mainz und Straßburg. Diese Kunst wäre nicht erfunden worden, wenn die alten Bücher nicht verloren gegangen worden wären. Man will in den Stiften und Klöstern nicht mehr schreiben. Dort wurden zuvor die Bücher geschrieben, die die Schule aufhielten. |
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Wie das Pergamen erfunden / und die Lateinisch und Römisch Sprach in eine rechte maß gebracht sey worden. Oben habe ich erwähnt, wie das Papyrus, das damals verwendet wurde, insgesamt aus Ägypten importiert wurde. Man habe sonst keines gefunden. So hatten auch die Ägyptischen Kaiser eine große, mächtige Bibliothek in ihrer Hauptstadt Alexandria täglich verbessert und vergrößert, und einen Gelehrten einbestellt, der sie stets pflegte. Zu dieser Zeit pflegte die Bücher Aristarchus. Und die oben erwähnten Attalus, sein Sohn Emenes, und Attalus, der König in Asien, das bei den Alten das "Trojanische Königreich" genannt wurde, bei uns jetzt "Groß-Türkei" heißt, wollten dem Kaiser von Ägypten in nichts nachstehen, und wollten der Welt auch einen großen Nutzen bringen, und auch einen ewigen Ruhm und Lob empfangen. Sie richteten die vorzüglichsten Buchkammern der Welt in ihrer Hauptstadt Pergamon ein, und bestellten auch einen Gelehrten namens Crates Malates ein. So hatten die Könige einen Streit, bei dem einer den anderen mit der Menge und dem Wert der Bücher übertreffen wollte. Die ägyptischen Kaiser wollten nicht nachgeben, wollten auch die größte Bibliothek der ganzen Welt haben. Deshalb liesen sie kein Papyrus mehr aus Ägypten den oben erwähnten Königen zukommen. Diese aber fanden einen anderen Weg, indem sie Kälberhaut zurichteten, und beizten nur den Ausschuss, auf dem man auch schreiben konnte, und forderten garkein Papyrus mehr an. Das nennt man heute noch Pergament, nach der Hauptstadt, wo es oben genannte Könige erfunden haben. Und bevor Crates von seinen Königen zum Römischen Rat nach Rom geschickt worden ist, war er es, der der Lateinischen Sprache und Römischen Dialekten Art und Weise gegeben hat, wie die Wörter enden und wie man sie schreiben und aussprechen muss. |
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