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Samstag, 5. September 2026

Angela Hampel - Malerei und Grafik

Nach einer erfolgreichen Ausstellung in der Brandenburger Kinder- und Jugendgalerie „Sonnensegel“ sind die Werke Angela Hampels anlässlich ihres 70. Geburtstages noch bis Anfang Oktober in Kamenz zu sehen.
Widmung mit Einzeichnung anlässlich der Ausstellung in Brandenburg a.d. Havel
Die Schau bietet einen Querschnitt durch Figurenwelten, Techniken, Themen und Materialien, die Hampels Œuvre prägen. Vor allem zwei Themenkomplexe, die auch in der Ausstellung mit prominenten Arbeiten vertreten sind, gewannen besondere Bedeutung in ihrem Werk: die antike, griechisch-römische Mythologie und die Bibel mit ihren markanten Gestalten besonders des Alten Testaments. Hier ließen sich exemplarisch menschliche Höhe und Tiefen, Leidenschaften und Irrungen, Liebe und Kampf, Tod und Neubeginn ausloten. Zentraler Anknüpfungspunkt für Hampel waren und sind dabei wie auch in ihrem Œuvre generell die Frauengestalten, geheimnisvolle, starke Frauen, aktiv handelnd, auch im Leiden nicht passiv-erduldend. In vielen Arbeiten der Künstlerin spiegeln sich Träume, Sehnsüchte, Ängste, Visionen, Befürchtungen, Grenz- und Verlusterfahrungen, die über die ausdrucksstarken Gesichter erfahrbar werden, ohne dass es umfangreicher Attribute oder detailliert ausgestalteter Umgebungen bedürfte.
Angela Hampel, Menükarte der Pirckheimer-Gesellschaft 2015, Algrafie
Die Lieblingsfarbe Rot, leuchtend, intensiv, verleiht dem kongenial, geradezu zeichenhaft Ausdruck, changiert zwischen Wärme, Lebenslust, Aggression und blutiger Bedrohung. Und manchmal blitzt, wenn auch vielfach gebrochen, eine im Œuvre der Künstlerin eher seltene Leichtigkeit des Seins auf. Eine Serie zur Laokoon-Gruppe, die sich in das Themenfeld der Mythologie einordnet, ist extra für diese Schau geschaffen worden, angeregt durch den Kamenzer Abguss dieser Plastik. Ein weiterer Teil der Schau ist den von Hampel gestalteten Künstlerbüchern gewidmet. Neben einem Buch zu einem Werk des spanischen Dichters Federico García Lorca ist ein Künstlerbuch zu Heinrich von Kleists Drama „Penthesilea“ zu sehen. 

Ausstellung: 24. Juli - 4. Oktober 2026
Malzhaus, Sonderausstellungsbereich
Pulsnitzer Str. 6, 01917 Kamenz

Sonntag, 28. Juni 2026

Werkschau der Kinder- und Jugendgalerie Sonnensegel

Die Sommerausstellung, wahrscheinlich ist es die bunteste Bilderschau im jährlichen Galeriebetrieb, zeigt rund 200 Arbeiten aus den Kursen von Steffi Möbius, Nancy Jahns, Janine Wentorf und Sven Märkisch, darunter Malerei, Plastiken und Grafiken.
Die bildnerischen Arbeiten belegen nicht nur den unerschöpflichen Einfallsreichtum und das handwerkliche Können der jungen Leute, sondern reflektieren auch die Auseinandersetzung mit Werken namhafter Künstlerinnen und Künstler, die den Kursteilnehmern in „Sonnensegel“- Ausstellungen begegneten. So werden dem aufmerksamen Betrachter erfrischende Adaptionen der Bilder von Angela Hampel und Olaf Hajek begegnen, die oft heiter oder manchmal auch ernster das künstlerische Vorbild kommentieren.
Auf Einladung des Jugend-Kunst-Galerie Sonnensegel e.V. nimmt Oberbürgermeister Daniel Keip an der Eröffnung der Sommerausstellung teil.

Ausstellungseröffnung mit Sommerfest: 2. Juli 2026, 16.30 Uhr

Galerie Sonnensegel
Gothardtkirchplatz

Sonntag, 15. März 2026

Tag der Druckkunst in Brandenburg an der Havel

Zum Tag der Druckkunst zog es Freunde der Schwarzen Kunst unter anderem in den Brandenburger Druckladen Gutenberg der Kinder und Jugend- Kunst- Galerie "Sonnensegel" zur öffentlichen Druckvorführung.
Sven Märkisch mit dem frisch aus der Presse kommenden 5. Brandenburger Bilderbogen
Sven Märkisch druckte des 5. Brandenburger Bilderbogen, der, diesmal unter dem Motto „voyage voyage“, wie immer in einer einmaligen Auflage von 100 Exemplaren gedruckt, zweifarbige Linolschnitte in Postkartengröße von 16 Künstlern vereint.
in der Ausstellung „Roter Faden“, Foto: Nora Doering
Während der Druckvorführung öffnete Matthias Frohl die Türen der „Sonnensegel“-Galerie am Gotthardtkirchplatz, so dass auch die Möglichkeit bestand, kostenfrei die laufende Ausstellung „Roter Faden“ mit Malerei und Graphik der Dresdener Künstlerin Angela Hampel zu besuchen, die nur noch bis zum 23. März zu sehen sein wird.

Kinder und Jugend- Kunst- Galerie "Sonnensegel"
Gotthardtkirchplatz 4, 14770 Brandenburg an der Havel

Dienstag, 24. Februar 2026

Das Einhorn auf der Leipziger Buchmesse

Die Pirckheimer-Gesellschaft stellt auf der Leipziger Buchmesse den Bücherkindern Brandenburg mit Armin Schubert ein Podium zur Vorstellung ihres Buchprojekts des letzten Jahres „Vom Mehrwert des Einhorns. Das mythische Wesen in der Kunst“ zur Verfügung.
In Kooperation mit dem Museum Barberini und dem Museé de Cluny in Paris haben die Bücherkinder Brandenburg ein Jahr lang zu Kunstwerken über das Einhorn aus verschiedenen Jahrhunderten Erzählungen und Gedichte geschrieben und sind dabei zu phantastischen, utopischen, sozialen, umweltschützenden und kreativen Texten und Bildlösungen gekommen.
Zum Buch schufen die Malerin und Grafikerin Angela Hampel aus Dresden und der Berliner Künstler Petrus Akkordeon Illustrationen, ein Filmteam von ARTE / ZDF hat die Arbeit an diesem Buchprojekt begleitet.

21. März 2026,15 Uhr

Leipziger Buchmesse
Messegelände
Forum Sachbuch: Kontexte (Halle 5, E604)

Montag, 15. Dezember 2025

4. Brandenburger Bilderbogen

Bibliophiles außer der Reihe ist ein ganz aktueller Druck - die Jahresgabe 2025 des Berliner Bibliophilen Abend - ein separat gedrucktes Blatt eines BRANDENBURGER BILDERBOGENs.

Dieser, in der Galerie Sonnensegel e.V. gedruckte Bilderbogen, traditionell im Format 50 x 70 cm, vereint wieder von 16 Künstlern geschaffene originalgrafischen Postkartenmotive, diesmal zum Thema "Chapeau", welche am 15. März 2025, dem Tag der Druckkunst zum „Vierten BRANDENBURGER BILDERBOGEN 2025“ vereint wurden.
Die einzelnen Motive, die auf der Rückseite den Namen des Künstlers tragen, können auch ausgeschnitten und als Postkarten verwendet werden.
Bei den zweifarbigen Linolschnitten handelt es sich um Arbeiten von (zeilenweise von lks. oben nach rechts unten):

 
Hagen Bäcker - 14,
Frank Eißner - 4,
Matthias Frohl - 12,
Irmela Gertsen - 13,
Moritz Götze - 9,
H. Hoffmann - 15,
Ikosidio - 3,
Nancy Jahns - 6,
Phillip Janta - 11,
Erwin Leber - 2,
Sven Märkisch - 10,
Steffi Möbius - 1,
Janine Wentorf - 5,
Moïra Swan - 7,
G. Westermann - 8,
Jana Wilsky - 16.

Die 30 Exemplare des Bilderbogens für den BBA wurden als separate Auflage mit einem entsprechenden Vermerk gedruckt und nummeriert, davon jeweils 15 Exemplare in einem eigenen Farbton.
Der Brandenburger Bilderbogen, dessen 4. Edition gleichzeitig Jahresgabe 2025 des BBA ist, führt seit 2021 die alte Tradition weiter, mittels manueller Druckverfahren aktuelle oder allgemein interessierende Themen in der Öffentlichkeit zu behandeln und zu verbreiten.
Vorgabe für die dazu zum vierten mal von der Galerie Sonnensegel eingeladenen Künstler ist ein Thema, die Technik (zweifarbiger Linolschnitt), das Format (Postkarte) und die jährlich wechselnde Druckfarbe. Beim Ersten Brandenburger Bilderbogen war dies das Thema "KARAMBOLAGE", beim Zweiten Brandenburger Bilderbogen das Thema "RENDEZVOUS" und beim Dritten Brandenburger Bilderbogen das Thema "SOMNAMBUL".

Bislang waren neben den oben genannten folgende Künstlern an den Brandenburger Bilderbogen beteiligt:
Jan Beumelburg
, Dietmar Block, Marina Block, Jeannette Goldmann, Frieder Heinze, Sabine Herrmann, Tobias Jacob, Constanze Kreiser, Ruth Loibl, Paul Pribbernow, Christian Radeke, Martina Stein, Gertrud Zucker, Anne Deuter, Inka Grebner, Lydia Lander, Urte von Maltzahn-Lietz, Martina Stein, Anya Triestram, Annegret Frauenlob, Angela Hampel, Ulrike Jänichen, Katja Labedzki, Rita Lass, Lars Peterson, Thomas Rabisch, Anke Tippelt, Hanneke van der Hoeven, Katja Zwirnmann.

Donnerstag, 20. November 2025

„Roter Faden“

Wie bereits berichtet, eröffnet die Galerie „Sonnensegel“ am Wochenende in der St. Gotthardtkirche die Ausstellung "Roter Faden" der Dresdener Künstlerin Angela Hampel, wozu hiermit der Flyer nachgereicht werden kann.
durch Klick auf die Abbn. kann der Flyer aufgerufen werden
Hampel arbeitet seit 1982 freischaffend und setzt sich in ihrem Werk kontinuierlich mit Beziehungen und Begegnungen auseinander. Menschen, Tiere und Pflanzen bilden in ihren Arbeiten immer wieder neue Konstellationen – ausdrucksstark in Farbe und Komposition. Kennzeichnend sind intensive Farbakzente in der Malerei sowie kontrastreiche Hell-Dunkel-Nuancen in der Grafik.
Die Künstlerin ist der Galerie seit mehr als drei Jahrzehnten verbunden. Bereits 2002 erhielt sie den Ehrenring der Einrichtung.

Geplant ist, dass Angela Hampel zur Eröffnung gemeinsam mit den Gästen ein originalgrafisches Künstlerplakat drucken wird, welches in der Galerie Sonnensegel erworben werden kann..

Vernissage: 22. November 2025, 16 Uhr
Ausstellung: 22. November 2025 - 27. März 2025

Galerie „Sonnensegel“
Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg

Freitag, 7. November 2025

Angela Hampel stellt in der Galerie Sonnensegel aus

Pirckheimer kennen die Arbeiten von Angela Hampel nicht erst seit dem letzten Buchprojekt der Bücherkinder Brandenburg, in welches ein signierter Gicleédruck der Künstlerin eingebunden ist, sie lieferte auch schon eine originalgraphische Beilage für die Marginalien #206 oder die Speisekarte zum Jahrestreffen 2015.
Angela Hampel, Menükarte zum Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft 2015, Algrafie
Ab Ende November wird nun in der Brandenburger Kinder- und Jugendgalerie Sonnensegel eine Ausstellung ihres Schaffens zu sehen sein. Die Eröffnung findet in der gegenüberliegenden St. Gotthardtkirche statt.

Vernissage: 22. November 2025, 16 Uhr
Ausstellung: 23. November 2025 - 27. März 2026

Galerie „Sonnensegel“
Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg

Samstag, 1. November 2025

Vom Mehrwert des Einhorns

Seit 2008 widmen sich die Bücherkinder Brandenburg unter Betreuung durch ihren „Büchervater“ Armin Schubert jährlich einem Buchprojekt, wobei sie zu einem gemeinsamen Thema forschen, eigene Gedanken und Geschichten schreiben und Graphiken schaffen, unterstützt durch Künstler.
S. 44: Beschwerde der Fische, Mattis, 10 Jahre / S. 45: Petrus Akkordeon, Einhorn als Pegasus
So entstand seit 2016 z.B. ein Buch zum 100. Geburtstag des Buchgestalters und Illustrators Werner Klemke, „Du liebe Hühnerkastanie. Auf den Spuren von Jurek Beckers Postkarten-Poesie“, „Arno Mohr von hinten oder Nichts geht verloren“, „Metzkes & Metzkes / Ein Pferd für den König und den Prinzen“, zu Ehren von Franz Fühmanns „Egbert Herfurt. Bücher fallen nicht vom Himmel“, „Die Farben der Kindheit“, das Friedensbuch “Pax questuosa”, „Vom Aufstehen mit Eva, mit Abel, mit Noah und mir“ und in diesem Jahr „Vom Mehrwert des Einhorns“.
Dieses Buch ist Bibliophiles des Momats. Den Titel des in bewährter Weise von Henry Günther (BuchKunstBalance) gestalteten und gebundenen, in 65 Exemplaren erschienen Titels ziert eine Graphik von Angela Hampel, die auch als signierter Gicleédruck, gedruckt von Klaus Raasch, in das Buch eingebunden ist, auf dem Rücktitel eine Zeichnung von Pètrus Akkordéon. Auf den 72 Seiten finden sich u.a. weitere Illustrationen als Radierungen von den Bücherkindern Brandenburg, die unter Leitung von Dietmar Block und Armin Schubert in der AG Grafik/Buchillustration, entstanden., Satz und Layout übernahm Sven Märkisch vom Gutenberg-Druckladen Brandenburg.
erstes und letztes Bild: Pètrus Akkordéon, mittig: Bücherkinder

Sonntag, 14. September 2025

Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst

Im Oktober 2025 wird das Buch der Bücherkindern Brandenburg mit dem Titel „Vom Mehrwert des Einhorns“ erscheinen.
Pètrus Akkordéon, Abb. auf dem Titel „Vom Mehrwert des Einhorns“
Wie kein anderes Tier hat das Einhorn die Phantasie angeregt. Seit Jahrhunderten ist es in vielen Kulturen belegt. Seine Faszination hält bis heute an. Das mythische Tier ist ein vielschichtiges Zeichen, von dem eine assoziative Energie ausgeht. Die Spur des Einhorns zeigt sich in der christlichen und außereuropäischen Kunst, in Naturwissenschaft und Medizin und einer vielfältigen Symbolik. Die Beschäftigung mit der Ikonographie des Einhorns lädt ein zu Reflexionen über Phantasie, Weltwissen, Ambivalenzen und Projektionen.

Die Vollendung des Buchprojekts der Brandenburger Bücherkinder unter ihrem Mentor Armin Schubert erfolgt zur Eröffnung einer Ausstellung im Museum Barberini in Potsdam mit fast 150 Werke aus einem Zeitraum von etwa 4000 Jahren, darunter Gemälde, Zeichnungen, Druckgraphiken, illuminierte Manuskripte, Plastiken und Tapisserien. Viele dieser Werke werden nur selten ausgeliehen.
Angela Hampel, Abb. auf dem Titel „Vom Mehrwert des Einhorns“
Die Bandbreite der Exponate bildet eine Zeitspanne vom zweiten Jahrtausend vor Christus bis in die Gegenwart ab und umfasst neben Gemälden und Grafiken auch Skulpturen, Manuskripte, Tapisserien und Kunstkammerobjekte. Gezeigt werden dabei Werke von Künstlerinnen und Künstlern wie Arnold Böcklin, Albrecht Dürer, Angela Hampel, Gustave Moreau, Joachim Sandrart oder Marie Cecile Thijs.

Ausstellung: 25. Oktober 2025 – 1. Februar 2026
Museum Barberini, Potsdam

Ausstellung: 13. März - 12. Juli 2026
Musée de Cluny - musée national du Moyen Âge, Paris

Dienstag, 2. September 2025

Vom Mehrwert des Einhorns

Im Oktober 2025 wird das diesjährige Buchprojekt der von der Pirckheimer-Gesellschaft unterstützten Bücherkindern Brandenburg als Buch erscheinen, wie der „Vater der Bücherkinder“ Armin Schubert gestern bekanntgeben konnte.
Das Buch mit dem Titel „Vom Mehrwert des Einhorns“ enthält Graphiken und Texte der Bücherkinder zu den Themen:
  • Einhornteppich von Sankt Gotthardt
  • Die Burgunder 
  • Rilke - Ein Tier, das es nicht gibt
  • Der Physiologus
  • Pegasus und Einhörner
  • Brandenburger Stadtmusikanten
  • Gedichte
  • Konferenz der Einhörner
  • Gobelin aus Paris
  • Ein Lied von Marlene D.
  • Ein Filmteam
  • Vorfreude auf eine Ausstellung im Museum Barberini
Hiermit kann bereits der Einband, im bewährter Weise gestaltet von Henry Günther (BuchKunstBalance), vorgestellt werden.
Rücktitel: Pètrus Akkordéon, Titel: Angela Hampel

Freitag, 30. Mai 2025

258. Frankfurter Grafikbrief

Neben dem Hinweis auf die letzte Ausstellung der Büchergilde Buchhandlung in den Räumen An der Staufenmauer mit Werken von Angela Hampel, sowie zu Albert Kapr enthält dieser Grafikbrief eine Information zu Tomi Ungerers "America", zu Peter Brauns Bronzen, Bernhard Jägers 90. Geburtstag. 
Und, auch ein Wolfgang Grätz ist noch zu überraschen, wie er in einem Atelierbesuch bei Ursula Strozynski konstatieren musste, als er von der grafischen Technik Chine.collé erfuhr.

Den gesamten Grafikbrief lesen durch Klick auf die Abb.

Mittwoch, 28. Mai 2025

Angela Hampel – Intensität und Sinnlichkeit

Die Büchergilde Buchhandlung & Galerie Frankfurt/Main zeigt gegenwärtig eine Ausstellung unter dem Thema „Intensität und Sinnlichkeit“ mit Malerei, Zeichnung, Druckgrafik von Angela Hampel – 
Statt einer Vernissage wird es mit Angela Hampel eine „Midissage“ geben.
Angela Hampel, Menükarte zum Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft 2015, Algrafie
Es ist die letzte Ausstellung, die wir hier in unseren 2007 bezogenen Räumen An der Staufenmauer in Frankfurt/Main zeigen, vor dem Umzug ins Goethe-Haus Ende Juli, und es war mir sehr wichtig, die Ära von 125 Ausstellungen an diesem Ort mit einem Paukenschlag zu beenden – ein solcher ist eine Ausstellung mit neuen Arbeiten von Angela Hampel, einer der bedeutendsten deutschen Malerinnen der Gegenwart!

Angela Hampel zu Róza Domascyna:
Mittagsfrau. Beil. Marginalien 206
Ich kenne wenige Künstler/innen, die so leidenschaftlich um die Wahrheit in ihrem Leben wie in ihrer Kunst ringen wie Angela Hampel, die dazu auch noch über die absolut außergewöhnlichen zeichnerischen, malerischen und grafischen Fähigkeiten verfügt, um ihrem Ringen eine, wie ich glaube, zeitlos gültige Form zu geben.

Da sich durch die vielen Brückentags-Wochenenden und die späten Pfingstfeiertage kein plausibler Termin für eine Vernissage finden ließ, haben wir uns mit Angela Hampel und Peter Braun darauf verständigt, am Samstag etwa zur Mitte der Ausstellung, eine „Midissage“ zu veranstalten, bei der Sie Gelegenheit haben, Künstlerin und Künstler persönlich zu treffen und Abschied zu nehmen von diesem Ort, an dem wir seit 2007 achtzehn Jahre lang wunderbare Begegnungen mit Ihnen, den Künstler/inne/n und großartiger Kunst genießen konnten!

(Wolfgang Grätz)

24. Mai - 19. Juli 2025
Midissage: 14. Juni 2025, 17 Uhr

Büchergilde Buchhandlung & Galerie Frankfurt/Main
An der Staufenmauer

Samstag, 10. Mai 2025

Einhörner in Brandenburg

weitere Bilder durch Klick auf die Abb.
Armin Schubert stellt en neues Blatt von Angela Hampel aus Dresden für das aktuelle Buchprojekt der Bücherkinder Brandenburg vor, gedruckt im Museum der Arbeit Hamburg, auch Pètrus Akkordéon aus Berlin schickte Post nach Brandenburg an der Havel zur Unterstützung der Bücherkinder.

Anm.: Noch immer werden Sponsoren für das Projekt gesucht!

Montag, 17. März 2025

Hello Again in der Galerie Sonnensegel

Die Idee einer Kinder- und Jugend-Kunstgalerie in Brandenburg an der Havel hat von der ersten Stunde an von Künstlerinnen und Künstlern aus Ost und auch West Unterstützung erhalten.
Diese fanden das Konzept der Verbindung von Kunstrezeption und -produktion in einer entstehenden Kunstschule so interessant sowie überzeugend, dass sie aufgeschlossen auf die Bitten der Galerie-Gründer um Unterstützung reagierten. Zahlreiche Kunstspenden trafen in Brandenburg an der Havel ein. So konnte die Galerie in den letzten Jahrzehnten ein ansehnliches Deputat an Bildnerischem sammeln.
In einer Ausstellung werden derzeit einige dieser Kunstwerke, zumeist Druckgraphik in der noch bis zum 1. Juni laufenden Ausstellung „Hello Again“ gezeigt und damit  nicht nur die breite Unterstützung durch Kunstschaffende gezeigt, sondern auch ein Überblick über das anspruchsvolle Spektrum des Kunstbetriebes der letzten Jahrzehnte, insbesondere der DDR, offeriert.
Die erste Graphik, die man beim Betreten der Galerieräume zu Gesicht bekommt, eine Radierung von Reinhard Minkewitz, gab der Kinder- und Jugend-Kunstgalerie 1989 ihren Namen, „Das Sonnensegel“.
Reinhard Minkewitz, Das Sonnensegel, Radierung
Was dann folgt, ist eines Museums würdig - Graphiken von Käthe Kollwitz, Arno Mohr, HAP Grieshaber, Heidrun Hegewald oder Nuria Quewedo bis Moritz Götze, das sind nur einige der ausgestellten, in der von Matthias Frohl , dem Galerieleiter, kuratierten Ausstellung findet der Besucher an die 70 weitere Namen bedeutender Künstler aus der Sammlung.
Arno Mohr
Angela Hampel, lks.: Meine beiden Schatten. Kunterbu7nt bin ich, Algrafie, 1986
Max Uhlig, Kleines Selbstporträt, Litho, 1985
Wolfgang Mattheuer
Ellen Fuhr, Mann mit Kindern, Litho
Reinhard Minkewitz, Die ungleichen Schwestern, Radierung, 1997
Heidrun Hegewald, Das Gesicht, Ätzradierung, 1986
Moritz Götze, Fotos © as
Ausstellung: noch bis 1. Juni 2025

Kinder- und Jugend- Kunst- Galerie "Sonnensegel"
Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg

Donnerstag, 20. April 2023

3. Brandenburger Bilderbogen

Der 3. Brandenburger Bilderbogen ist fertiggestellt und kann ab sofort in der Brandenburger Galerie Sonnensegel zum Preis von 35 € bestellt werden.
Die Motive sind auch als Postkarte oder in einer Box erhältlich.

An dem, von Sven Märkisch im Gutenberg DRUCK-LADEN an der Handpresse gedruckten Bogen zum Thema "Somnambul", sind jeweils mit mehrfarbigen Linolschnitten beteiligt (in Leserichtung):

Anke Tippelt | Steffi Möbius Ehrlich | Ulrike Jänischen | Janine Wentorf
Katja Zwirnmann
 | Angela Hampel | Matthias Frohl
Sven Märkisch | Katja Lebedzki
Rita Lass
 | Martina Stein | Annegret Frauenlob
Lars Petersohn | Thomas Rabisch
| Hanneken van der Hoeven | Nancy Jahns

Dienstag, 21. März 2023

Schloss Burgk

Schloss Burgk | Jens-Fietje Dwars (r.)
Dass sich Detlef Ignasiak und Jens-Fietje Dwars Schloss Burgk ausgesucht haben, um hier ihre Jubiläumsausstellung „Im Zeichen der Palme“ zu 30 Jahren Literaturzeitschrift „Palmbaum“ zu zeigen, ist kein Zufall. Seit 1981, als Lothar Lang die Neue Galerie und das Pirckheimer-Kabinett eingerichtet hatte, wird hier Kunst gezeigt, die auf dem Territorium der DDR entstanden ist. Der Museumsdirektorin Sabine Schemmrich ist es zu verdanken, dass diese Tradition bis heute weiterlebt. Jens-Fietje Dwars hatte die von Detlef Ignasiak gegründete Zeitschrift 2005 als Redakteur übernommen und die Einbände mit Arbeiten von Künstlern gestalten lassen, unter denen sich beispielsweise Gerhard Altenbourg, Max Uhlig, Angela Hampel, Moritz Götze, Gerda Lepke, Gerd Mackensen, Uwe Pfeifer und Baldwin Zettl befinden. Diese Buchumschläge sind nun auf Schloss Burgk zu sehen und dazu die Originalarbeiten der Künstler, auch originale handschriftliche Künstlerbriefe sind darunter, Manuskripte und Autografen. Da es sich um eine Literaturzeitschrift handelt, sind auch Autografen von Volker Braun, Reiner Kunze und Wulf Kirsten sowie erstpublizierte Autografen von Gottfried Benn, Gabriele Reuter und Paul Scheerbart dabei. Grafik-Mappen und Beilagen der Marginalien sind im Pirckheimer-Kabinett zu sehen, und es gibt ein erotisches Kabinett, das Zeichnung von Gerd Mackensen präsentiert.
Schloss Burgk | Sabine Schemmrich und Jens-Fietje Dwars
Zur Eröffnung der Ausstellung durch Sabine Schemmrich führten Matthias von Hintzenstern und Jens-Fietje Dwars mit viel Humor in die Literatur und Musik des Dada ein.

(Elke Lang, Text und Fotos)
  • Ausstellung: 11. März - 25. Juni 2023
  • 1. Mai 2023: Das neue Palmbaum-Heft „Reichtum für alle!“ mit Henning Hacke, der das Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“ spielt, sowie Frieder W. Bergner mit der Jazzposaune. Anschließend Buchpremiere "Ateliergespräche. Porträts ostdeutscher Bildermacher".
  • 18. Juni 2023: „Entdeckung eines kastrierten Klassikers“ mit Romy Gehrke, der aus Goethes „Erotica“ liest, und Gespräch mit Gerd Mackensen über erotische Kunst. Matthias von Hintzenstern spielt Cello.
è Museum Schloss Burgk
07907 Burgk/Saale

Dienstag, 23. August 2022

gezeichnet

In der Büchergilde Buchhandlung & Galerie Frankfurt/M. werden bis zum Oktober Zeichnungen von sechs Künstlerinnen aus drei Generationen und sehr unterschiedlichen west- und ost-deutschen künstlerischen Milieus.
Angela Hampel, Menükarte zum Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft 2015, Algrafie
Normalerweise widmen sich die Ausstellungen der Büchergilde Buchhandlung schwerpunktmäßig Druckgrafik wie die hier von zwei Künstlerinnen vorgestellt werden, ein klar umrissenes künstlerisches Genre. Die in diesem Metier tätigen Künstler müssen neben dem zeichnerischen Talent auch Kenntnisse und Fähigkeiten in der Bearbeitung von Druckträgern wie Kupferplatte, Lithografie-Stein oder Holzstock mitbringen sowie ggfs. wissen, wie sich übereinander gedruckte Farben zu neuen Tönen vermischen.
Nadine Respondek, 2019 in der Ausstellung sonnen:falter der Brandenburger Kinder- und Jugendgalerie Sonnensegel
Diese Ausstellung mit Handzeichnungen von sechs Künstlerinnen, die alle auch ein bedeutendes druckgrafisches Werk geschaffen haben, ist daher die berühmte Ausnahme, die die Regel vielleicht noch deutlicher konturiert.

(Wolfgang Grätz)

Beteiligt sind Bele Bachem, Angela Hampel, Regina Ouhrabka, Nadine Respondek, Elfriede Weidenhaus, Dagmar Zemke!

... nähere Informationen hier.

Ausstellung: 22. August - 1. Oktober 2022

Montag, 20. Juni 2022

Wort- und Bilderlust im Zeichen der Palme

Der Verein der Bibliophilen und Grafikfreunde Magdeburg und Sachsen Anhalt zeigt, gefördert durch das Kulturbüro der Landeshauptstadt Magdeburg und unterstützt durch den Verein Literaturhaus Magdeburg 34 signierte Andrucke der Einbände und Originalgrafiken der Thüringer Literaturzeitschrift Palmbaum. Die Ausstellung war seit 2010 u.a. in Jena, Weimar und Berlin zu sehen.

Die Zeitschrift „Palmbaum. Literarisches Journal aus Thüringen“ besteht seit 1993 und erscheint zweimal jährlich im quartus-Verlag Bucha bei Jena. Sie wird vom Thüringer Literaturrat herausgegeben und von der Thüringer Staatskanzlei gefördert.
Ihr Vorbild ist die „Fruchtbringende Gesellschaft“, die erste deutsche Literaturvereinigung, die 1617 in Weimar gegründet wurde und sich die vielfach nutzbringende Palme als ihr Erkennungszeichen gewählt hat.
Seit 2005 werden die Einbände der Zeitschrift von Künstlern aus Mitteldeutschland gestaltet. Der Reigen der Beteiligten reicht von Gerhard Altenbourg über Moritz Götze, Angela Hampel, Karl-Georg Hirsch, Horst Hussel, Gerda Lepke, Gerd Mackensen, Wolfgang Petrovsky, Uwe Pfeifer, Strawalde, Klaus Süß, Susanne Theumer, Ulrike Theusner, Hans Ticha, Max Uhlig und Kay Voigtmann bis zu Baldwin Zettl. So vereinen die Hefte beste Literatur und Grafik aus dem Osten.
Palmbaum-Titel von Hans Ticha, Uwe Pfeifer, Angela Hampel,
Baldwin Zettl, Horst Hussel, Ulrike Theusner (v.l.n.r.)

An den Heften lässt sich Buchgestaltung exemplarisch nachvollziehen, denn oft gilt es den geeigneten Ausschnitt einer Grafik auszuwählen und mit den typografischen Bausteinen abzustimmen, damit ein Umschlag entsteht, der Neugier auf das Titelthema weckt und ästhetischen Genuss gewährt.

Zur Eröffnung der Ausstellung stellen der Chefredakteur des Palmbaum, Jens-Fietje Dwars, und der Chefredakteur von Ort der Augen, André Schinkel, das aktuelle Heft des Palmbaum zu Novalis vor. Der eine ist , der andere von . Beide lesen aus ihren jüngsten Büchern „Goethes Erotica“ mit Zeichnungen von Gerd Mackensen und dem Erzählband „Die Stadt, die ich verlasse“.

Vernissage: 25 Juni 2022, 15 Uhr, Musikalische Begleitung: Christian Döhler, Saxophon.
Ausstellung: 27. Juni - 12. August 2022

Literaturhaus Magdeburg
Thiemstraße 7, 39104 Magdeburg

Sonntag, 11. Dezember 2016

Angebot zum Weihnachtsfest

Zum 5. Todestag von Christa Wolf ist bei Suhrkamp gerade ein Band mit Briefen erschienen. darin auch einen Briefwechsel, den Sie mit Armin Schubert, dem Projektleiter der "Bücherkinder Brandenburg" und seinen Schülern geführt hat.
"Volle Kraft voraus oder Wohin soll denn die Reise gehen" ( II) , 6 / 15
Das ist Anlass vorm Weihnachtsfest noch einmal daran zu erinnern, dass zur Unterstützung der Arbeit zu "Bücherkinder Brandenburg" die beiden aktuellen Lithografien von Angela Hampel (siehe hier) für nur 250 € pro Blatt (früher 290 €) anzubieten.
Nach dem Text von Christa Wolf „Stadt der Engel oder The Overcoat od Dr. Freund“ haben die Bücherkinder Brandenburg Schuber eine Hommage für die Schriftstellerin "Da fing ich an zu singen" mit 20 Originalen der Künstlerfreunde Wolfs und 10 von den Bücherkindern geschaffen (siehe hier). Die meisten Grafiken entstanden durch die Malerfreunde von Christa und Gerhard Wolf. Dabei sind u.a. Manfred Butzmann, Angela Hampel, Barbara Henniger, Helge Leiberg, Gerda Lepke, Ronald Paris, Nuria Quevedo u.v.a. Alle Grafiken wurden von den Künstlern signiert. Vom ehemaligen Subskriptionspreis von 300,- werden zum Fest noch einmal 50 € Rabatt gewährt, so dass dieser Titel bis für 250 € erworben werden kann.
Bestellungen bitte an Armin Schubert.

Montag, 26. Oktober 2015

Angela Hampel und die Pirckheimer bei Peter Sodann

Mit Büchern – so sagt Angela Hampel – „halte ich auch Zeitgeschichte in der Hand“. Bei der „Kleopatra“ von Theophile Gautier erinnert sie sich an die herrlichen Tage, als sie dafür Illustrationen schuf, doch ebenso an die „Zeit der Container vor den Buchhandlungen“, als sie das weggeworfene frischgedruckte Büchlein entdeckte. Auch deshalb schätzt sie die Arbeit von Peter Sodann als Buchfreund und Verteidiger kultureller Leistungen der DDR, der viele Bücher vor dem Müllkippenschicksal bewahrt hat und jetzt in seiner Bibliothek in Staucha sammelt. Zu den aktuellen Befürchtungen von Spiegel online: Staucha steht! Doch die noch nicht eingearbeiteten und ausgelagerten Bücher in Oschatz sollen aus ihrer Räumlichkeit heraus, weil der freundliche Holländer als Besitzer davongeflogen ist. Doch wohin mit der Büchermenge?
Die Sammlung der Bibliothek in Staucha umfasst in zunehmender Vollständigkeit die 40jährige Buchproduktion der DDR von vier Millionen Büchern. Die kompakte Buchproduktion eines Landes kann sinnlich wahrgenommen werden. Woanders muss man wissen, was man sucht. Doch bei Sodann findet man Ungesuchtes, Überraschendes, stößt auf Bücher und Verlage, von denen man schon viel oder noch nie etwas gehört hat. Jeder kann im Angebot der Bibliothek für seine eigene Büchersammlung, ob er sich für Belletristik, Lyrik, Biologie, Mathematik oder Rechtswissenschaft, Statistik, für Philosophie und Kunst oder für Religion, Geschichte oder Politik interessiert, vielfältige Anregungen bekommen. Das komplexe Publikationsgebiet eines Landes lässt Möglichkeiten und Beschränkungen der DDR erkennen und nähert sich zur deutschen Geschichte nach 1945 in gewissem Sinn der historischen Wahrheit an. Das ist kein Anliegen nur einer Partei, denn es geht darum, die Bücher der DDR, ob herausragende Buchkunst oder schreckliche Druckerzeugnisse als eine Verkörperung dieses Staates geschlossen vorzuweisen.
Peter Sodann (links), hier mit Elmar Faber, Foto © Peter Arlt
Die Pirckheimer-Gesellschaft, die anregt, schöne, wertvolle Bücher und Grafik zu sammeln, steht dem bewundernswerten Anliegen Peter Sodanns, der selbst ein „Pirckheimer“ ist, nahe. Sie nutzte ihr Jahrestreffen im September, um dieses Kulturdenkmal ersten Ranges zu besuchen, und versprach mit dem neuen Vorsitzenden Ralph Aepler, zur öffentlichen Resonanz und Unterstützung beizutragen. Manche Pirckheimer wünschen den Sammlungsbestand der Peter-Sodann-Bibliothek zu vervollständigen und, soweit Lust dazu besteht, mit wissenschaftlicher und sammlerischer Potenz den Bestand zu durchforschen, um neue Aspekte darzulegen und die Bücher einer Nutzung in die Zukunft hinein zuzuführen. Zum Jahrestreffen widmete der Verleger und Publizist Elmar Faber Peter Sodann seine historisch weitgreifende Festrede, mit welcher er die Zensur in der Weltgeschichte kompakt erfasste und die verschiedensten Formen in der DDR im Licht der scharfen Analyse grell bis satirisch hervortreten ließ.
Angela Hampel (1956) stattete die Jahresmappe für jeden Teilnehmer mit Grafiken aus, über eine Doppelseite hinweg eine farbige Buffet-Grafik mit Liebespaar aus Faun und Nymphe beim Schmaus von Weintrauben unterm Flötenspiel eines Faunes, und eine Grafik zu Christa Wolfs „Kassandra“, ein Fall bibliophiler Buchkunst. Mit der Schriftstellerin auf das freundschaftlichste verbunden, erarbeitete die Dresdener Malerin und Grafikerin Angela Hampel 1984 parallel zur Auseinandersetzung mit deren Buch sieben Blätter zu „Kassandra“, Kopfstudien einer jungen Frau mit ekstatischen Gebärden in Lithographien. Bei ihr wird Kassandra zu einer ganz und gar gegenwärtigen, jugendlichen Frau, einer Punkerin. Sie wird zum Synonym einer ausgesprochen individuellen Lebensart, gegen die das gesellschaftliche Leben – gegen das es aufmüpfig zu provozieren gilt – einförmig und spießig erscheint. Die Künstlerin zeichnete eine fackeltragende Heroin mit Tusche auf Alu-Platte zu einer Algrafie, ein Flachdruck und Lithographie-Variation (vgl. Lothar Lang: „Der Graphiksammler“, Berlin 1979). Darunter schrieb sie Zeilen aus dem Roman „Kassandra“ von Christa Wolf: „Wohin ich blicke oder denke, kein Gott, kein Urteil, nur ich selbst.“ Ein symptomatischer Monolog aus Christa Wolfs Erzählung, der die souveräne Selbstbehauptung dieser Frau und, attribuiert mit der Fackel, ihren prometheischen Geist erleben lässt.
In der kurzzeitigen Stauchaer Ausstellung in den Regalen eines Bibliothekteiles, mit den Bildern vor den Büchern, ließ Hampel den funktionalen Aspekt deutlich hervortreten und betonte die Beziehung, welche die Bilder oft zur Literatur eingehen. Die kleinen Grafiken und Leinwände zeigten mit expressiver Bildsprache und exaltiertem Bewegungsausdruck und Farbkontrasten zwischen rot und schwarz, ihre Themen: Minotaurus, Amazone, Medusen, Frauen mit Tieren, Kain und Abel, Rapunzel ... In vereinfachter, fast hieroglyphischer, Gestalt merkwürdige Paarungen, gefleckte Frauen mit Raubtieren oder im „gewand einer schlange“, wie es die sorbische Dichterin Róža Domašcyna bildhaft fasste. Fische und Vögel umspielen die Köpfe der Frauen mit wehendem Haarschopf, wie Organe, von denen Schutz und Gefahr ausgeht. Hampels „Physiologus“ versammelt keine Darstellungen von Tieren, sondern diese verkörpern Eigenheiten bei Frauen wie Männern, wie das Starke und Verletzende, das Schutzsuchende und Zärtliche, die rasende Leidenschaft und besänftigte Wildheit. Frauen zu Frauen und zu Männern, sinnlich zugeneigt, wie Distanz gebietend. Muster abgründiger Triebe und extremer Lebenssituationen, von einer sich mit ungezügelter Leidenschaft durchsetzenden Selbstbestimmtheit in einer menschen- und tierfeindlichen Umwelt. Als Meisterstück wirkte ihr großes magisches Triptychon „Minotaurus“, Mischtechnik auf Leinwand, je 140 x 120 cm. Unter den dolchartigen Hörnern weist sein Blick aus rötlichem Auge zurück und erschreckt; sein animalischer Körper ist mit ihrem Leib, voll zarter Weiblichkeit, vereint, sie wollen ewig Liebe spüren, ein Totentanz, in beängstigender Unmittelbarkeit.
(Peter Arlt)

Peter-Sodann-Bibliothek, Thomas-Müntzer-Platz 8, 01594 Staucha
Dienstag bis Freitag 8 – 14 Uhr und auf Anfrage 035268 – 949574
Geldspenden an: DE35 850550003150005000, Sparkasse Meißen

In: Ossietzky. Zweiwochenschrift für Politik / Kultur / Wirtschaft, hrsg. von Matthias Biskupek, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke, Otto Köhler und Eckart Spoo. Interdruck Berger + Herrmann Hannover, 18. Jg., 2015, Heft 21, S. 776-777