Ein (ganz) kleiner Teil seines gewaltigen Oeuvres besteht aus Exlibris. [... Oft führt der] als geflügelter Putto dargestellte Genius der Kunst (als übernatürlicher Schutzgeist) einen jungen bildenden Künstler, der durch seine Malerutensilien als solcher ausgewiesen ist, zu einem weiblichen Halbakt, der von einem Baum beschattetet wird. Eine nackte Frauengestalt taucht in der Kunstgeschichte häufig als Allegorie der Natur auf. Als „Mutter Natur“ steht sie für die Mannigfaltigkeit der Schöpfung und Fruchtbarkeit der Erde. Seit je wird sie immer wieder als Gebärerin, Ernährerin, Erzieherin dargestellt. Wobei oftmals die antike Fruchtbarkeitsgöttin Diana Ephesia als Vorbild diente, die – mit vielen Brüsten versehen – die Produktivität und Vielfalt der Natur symbolisieren sollte. Der junge Künstler mochte so lange an den Brüsten von Mutter Natur saugen, bis er die Wahl treffen konnte, für welche Kunst er sich entscheiden wolle.
Sonntag, 1. Februar 2026
Exlibris des Monats Februar 2026 – Daniel Chodowiecki
Unternimmt man in der Geschichte des gedruckten Exlibris einen Parforceritt, stellt sich die Zeit zwischen der deutschen Renaissancekunst und der zum Ende des 19. Jahrhunderts auftretenden Buchkunstbewegung stilistisch, motivisch und thematisch als eine lange Ära geradezu erdrückender Heraldik-Dominanz dar. Allerdings mit einer ganzen Reihe höchst bemerkenswerter Ausnahmen. Zu diesen gehört der bedeutende deutsche Grafiker und Illustrator Daniel Chodowiecki (Danzig 1726 – 1801 Berlin), dessen Todestag sich am 7. Februar 2026 zum 225. Mal jährt, Anlass genug, seiner großartigen Kunst an dieser Stelle zu gedenken.
Chodowiecki gilt mit seinen mehr als 2.000 Druckgrafiken und einer noch weitaus höheren Anzahl von Handzeichnungen als einer der führenden Vertreter der „künstlerischen Aufklärung“, die sich von dem Dekorationsstil des Rokoko löste, der sich durch große Prachtentfaltung und überbordende Verspieltheit ausgezeichnet hatte. Mittels klarer Struktur und Ordnung in der Darstellung ging es dabei u. a. nachdrücklich um die Vermittlung von Idealen der Aufklärung wie Vernunft, Recht auf individuelle Freiheit und Selbstbestimmung, Gleichheit aller Menschen und Fortschritt dank Wissenschaft und Bildung. Chodowieckis Ruhm gründete sich auf moralisierenden Zyklen (die an Hogarth erinnern), Modedarstellungen und Folgen historischer Ereignisse sowie nicht zuletzt auf seinen Illustrationen zahlreicher literarischer Klassiker von Goethe bis Schiller und Cervantes bis Voltaire.
Ein (ganz) kleiner Teil seines gewaltigen Oeuvres besteht aus Exlibris. [... Oft führt der] als geflügelter Putto dargestellte Genius der Kunst (als übernatürlicher Schutzgeist) einen jungen bildenden Künstler, der durch seine Malerutensilien als solcher ausgewiesen ist, zu einem weiblichen Halbakt, der von einem Baum beschattetet wird. Eine nackte Frauengestalt taucht in der Kunstgeschichte häufig als Allegorie der Natur auf. Als „Mutter Natur“ steht sie für die Mannigfaltigkeit der Schöpfung und Fruchtbarkeit der Erde. Seit je wird sie immer wieder als Gebärerin, Ernährerin, Erzieherin dargestellt. Wobei oftmals die antike Fruchtbarkeitsgöttin Diana Ephesia als Vorbild diente, die – mit vielen Brüsten versehen – die Produktivität und Vielfalt der Natur symbolisieren sollte. Der junge Künstler mochte so lange an den Brüsten von Mutter Natur saugen, bis er die Wahl treffen konnte, für welche Kunst er sich entscheiden wolle.
Ein (ganz) kleiner Teil seines gewaltigen Oeuvres besteht aus Exlibris. [... Oft führt der] als geflügelter Putto dargestellte Genius der Kunst (als übernatürlicher Schutzgeist) einen jungen bildenden Künstler, der durch seine Malerutensilien als solcher ausgewiesen ist, zu einem weiblichen Halbakt, der von einem Baum beschattetet wird. Eine nackte Frauengestalt taucht in der Kunstgeschichte häufig als Allegorie der Natur auf. Als „Mutter Natur“ steht sie für die Mannigfaltigkeit der Schöpfung und Fruchtbarkeit der Erde. Seit je wird sie immer wieder als Gebärerin, Ernährerin, Erzieherin dargestellt. Wobei oftmals die antike Fruchtbarkeitsgöttin Diana Ephesia als Vorbild diente, die – mit vielen Brüsten versehen – die Produktivität und Vielfalt der Natur symbolisieren sollte. Der junge Künstler mochte so lange an den Brüsten von Mutter Natur saugen, bis er die Wahl treffen konnte, für welche Kunst er sich entscheiden wolle.
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