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Mittwoch, 5. August 2026

Exlibris-Ausstellung: In Memoriam Gernot Blum

Gernot Blum, Psychiater, Exlibris-Sammler und langjähriger Präsident der Deutschen Exlibris Gesellschaft ist am 26. Mai 2026 im Alter von 86 Jahren verstorben. 
Das Internationale Exlibris-Zentrum Mönchengladbach (IEZ-MG) entstand in direkter Folge der großzügigen Schenkung seiner Exlibris-Sammlung an die Stadt. 2013 wechselten über 150.000 Graphiken den Besitzer und umgehend machte das neu gegründete IEZ-MG sich an die Arbeit, die zahlreichen Graphiken der Kollektion zu digitalisieren und seit 2016 im Rahmen der Internetdatenbank „Exlibrisportal“ der Öffentlichkeit zur Recherche und Forschung zur Verfügung zu stellen. Gernot Blum sammelte jedoch nicht nur Exlibris, er beauftragte im Laufe seines langen Lebens dutzende von Künstlern, Exlibris für sich und auf seinen Namen zu kreieren. Ausgehend vom ersten Exlibris, das der Sammler 1965 für sich selbst schuf, kamen auf diese Weise über 500 Graphiken zusammen, die den Namen Gernot Blum oder den seiner Familienangehörigen tragen. Die Ausstellung fokussiert die wesentlichen Bildwelten der Exlibris des Gernot Blum und zeigt eine Auswahl von etwa 100 Graphiken, die zwischen 1965 und 2015 entstanden sind. Maßgebliche Themen sind neben dem Beruf des Eigners, alte Kulturen, Erotik, seine Familie und natürlich die Deutsche Exlibris Gesellschaft, der Blum von 1992 bis 2012 vorstand.

Ein Nachruf auf Gernot Blum, der im Rahmen der Schriften des Internationalen Exlibris-Zentrums Mönchengladbach entstanden ist, liegt zur kostenfreien Abgabe aus.

Ausstellung: 7. August - 23. Oktober 2026

Gladbachkabinetts im Carl Brandts Haus
Mönchengladbach

Freitag, 26. Juni 2026

„Schatten auf dem Mond“

Unter diesem Titel präsentiert das 3 Königinnen Palais in Mirow (Mecklenburg-Vorpommern) eine Ausstellung des ukrainischen Grafikkünstlers Konstantin Kalynovych.
In der Ausstellung werden rund 100 Werke der Druckgrafik präsentiert – Exlibris, Radierungen und PF verschiedener Jahre – sowie etwa 30 Aquarelle, Gouachen und Arbeiten in Mischtechnik. Die Ausstellung ermöglicht es, die Entwicklung des künstlerischen Schaffens nachzuvollziehen und dessen Vielfalt kennenzulernen.

Das Werk Konstantin Kalynovychs zeichnet sich durch höchste technische Meisterschaft, virtuose Beherrschung der Radierung und eine enge Verbindung zur europäischen Kunsttradition aus. In seinen Arbeiten finden sich Anklänge an die Ästhetik alter Meister wie Pieter Bruegel, Jan Vermeer, Hendrick Avercamp, Rembrandt und Albrecht Dürer.
Gleichzeitig sind Kalynovychs Werke unverwechselbar und eigenständig, geprägt von feinem Humor, Poesie und einer besonderen Atmosphäre, die sie auch für das heutige Publikum zugänglich macht.

Dabei ist der Mond ist in Kalynovychs Arbeiten nicht nur ein Himmelskörper, sondern ein Symbol für Ruhe, Traum und die Distanz zum Alltag.

7. August - 31. Oktober 2026

3 Königinnen Palais
Schlossinsel 2a
17252 Mirow

Mittwoch, 18. Februar 2026

Nürnberg, China und gemalte Musik

Das Ex-Libris-Kabinett auf Schloss Burgk zeigt zur Erinnerung an Eugen F. Strobel-Matza (1931-2018) die Gedenkausstellung der Deutschen Exlibris Gesellschaft „Nürnberg, China und gemalte Musik – Die Kunst des Eugen F. Strobel-Matza“.
Eugen Franz Strobel wurde 1931 in München geboren und hatte später seinen Lebensmittelpunkt in Nürnberg. Den Namenszusatz Matza (Geburtsname) fügte er später als Künstlername hinzu. Nach Gymnasium, Berufsschule und Fachschule studierte Strobel-Matza an der Fachhochschule für angewandte Grafik, freie Grafik und Malerei bei Georg Weidenbacher und A. Gehring. Ab 1965 arbeitete er als freischaffender Kunstmaler und Grafik-Designer in Nürnberg.
Eine große Leidenschaft waren E. F. Strobel-Matza der nahe und der ferne Osten und dessen Kulturen. Er sprach Chinesisch, Japanisch und etwas Indonesisch. Die auf seinen zahlreichen Reisen gesammelten Eindrücke und Erfahrungen verarbeitete er in seinen Werken, in denen er Europa und Asien miteinander verband.
E. F. Strobel-Matza war Synästhet. Das heißt, er konnte Töne sehen. Aufgrund dieser Begabung entstanden viele Kunstwerke, in denen er das malte, was er beim Hören der Musik (z. B. „Parsival“ von Richard Wagner) sah. Eine erste Ausstellung mit diesen Werken fand 1971 auf Schloss Ratibor in Roth statt. Einige dieser „Klangbilder“ sind in der Ausstellung auf Schloss Burgk zu sehen.
Seit Mitte der 1960er-Jahre schuf er für seine tausende Bände zählende Bibliothek Exlibris, die er als Gebrauchsgrafiken in seine Bücher einklebte. Seit 1986 war er Mitglied der Deutschen Exlibris- Gesellschaft. Insgesamt gestaltete er 433 Exlibris, von denen fast 200 in der Ausstellung auf Schloss Burgk gezeigt werden.
Komplettiert wird die Ausstellung mit Exlibris, die andere Künstler für ihn schufen und einem Einblick in die Arbeitsweise Strobel-Matzas. Es wird gezeigt, welche Arbeitsschritte er zur Anfertigung seiner Exlibris absolvierte.

(Juergen K. Klimpke)

1. März bis 26. September 2026
Museum Schloss Burgk
07907 Schleiz

Samstag, 10. Januar 2026

Mensch und Tod

Die Grafiksammlung 'Mensch und Tod' der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ist eine der umfassendsten und qualitativ hochwertigsten Grafiksammlungen zu den Themen Sterben, Tod und Totentanz. Sie umfasst ca. 6.000 Originale aus der Zeit des 15. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Darunter auch einige Exlibris die insbesondere aus der großzügige Schenkung von Exlibris-Blättern durch unser Mitglied Wolfgang Wissing stammen. Die Sammlung ermöglicht einen breiten Überblick über die Entwicklung der Todesdarstellungen in der europäischen Kunst.
Horst Janssen, 1984
Zu den vertretenen Künstlerinnen und Künstlern zählen unter anderem Albrecht Dürer, Hans Holbein, Rembrandt, Thomas Rowlandson, Edvard Munch, James Ensor, Ernst Barlach, Käthe Kollwitz und Gertrude Degenhardt.

Besuch nach Vereinbarung:
Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin
Grafiksammlung "Mensch und Tod" der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf 
Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf

Donnerstag, 11. Dezember 2025

Exlibris mit Fragezeichen

Das nebenstehende Exlibris befindet sich in dem Buch von Johan, Leonhard Rost: „Die Leichteste Art Teutsche Briefe zu schreiben…“, Nürnberg 1725. Gesucht wird der Eigner, der sein Buchzeichen dort eingeklebt hat.

Wer kennt das benutze Wappen, das den Weg zum Eigner öffnen könnte? Wer kann das Namenskürzel entschlüsseln?
Jedweder Hinweis zu dem Blatt und dem Eigner kann wichtig sein. Wenden Sie sich bitte an

Boris Oppermann
Pfisterstr. 13
89584 Ehingen/Do.

Dienstag, 18. November 2025

Exlibris von Ephraim Moses Lilien

Eine Ausstellung des Internationalen Exlibris-Zentrums Mönchengladbach zeigt bis Ende Februar 2026 Exlibris des jüdischen Künstlers Ephraim Moses Lilien.

Vor hundert Jahren starb mit Ephraim Moses Lilien ein Künstler, der im europäischen Jugendstil ebenso prägend war wie in der künstlerischen Umsetzung der frühen zionistischen Idee. Seine Arbeit verknüpfte symbolische Ausdruckskraft mit feiner Ornamentik und prägte die Bildwelt einer Generation. Die Ausstellung widmet sich einem besonderen Teil seines Schaffens: den Exlibris. Diese kleinen, kunstvoll gestalteten Besitzzeichen sind weit mehr als grafische Zier. Sie öffnen den Blick auf die Menschen, die sie in Auftrag gaben – Persönlichkeiten, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts Großes entwarfen, an kulturellen und gesellschaftlichen Umbrüchen beteiligt waren oder deren Lebenswege im Verborgenen blieben.
Rund 45 ausgewählte Blätter zeigen die Vielfalt von Liliens Exlibris und verknüpfen Kunst mit Biografie. Sie führen vor Augen, wie die Ereignisse der 1930er Jahre viele dieser Lebensgeschichten in dramatischer Weise prägten. Kaum ein anderes Medium erlaubt es, eine so unmittelbare Verbindung zwischen grafischer Gestaltung und persönlicher Geschichte nachzuvollziehen.

Ausstellung: 7. November 2025 - 27. Februar 2026
Carl-Brandts-Haus
Historischen Kabinett der Stadtbibliothek Mönchengladbach
Hilde-Sherman-Zander-Straße 6, 41061 Mönchengladbach

Montag, 1. September 2025

Betrachtungen eines Unpolitischen

Während des Lesens des „Zauberberg“s kam mir die Idee, als Bibliophiles des Monats diese schöne bibliophile Ausgabe von Thomas Manns „Betrachtungen eines Unpolitischen“ vorzustellen, für die der Autor, genau wie ich meine Lektüre, die Arbeiten am „Zauberberg“ unterbrochen hatte.
In den Betrachtungen eines vermeintlich Unpolitischen setzt sich Mann u.a. mit seinem namentlich ungenannten Bruder Heinrich Mann auseinander, dem „Zivilisationsliteraten“, der sich mit seinem „Untertan“ gegen den ersten Weltkrieg wandte; anders als damals noch Thomas Mann.
Thomas Mann sah die Notwendigkeit der Unterbrechung an anderen Arbeiten, wie dem „Zauberberg“. „Die Einsicht, aus der es erwuchs, die seine Herstellung als unumgänglich erschienen ließ, war vor allem die, dass jedes Werk sonst intellektuell wäre überlastet worden ...
Cissarz: Hermann Hans Mayer. Stehender männlicher Akt (David von Michelangelo) und Bücher vor Landschaft mit Bergsiedlung im Hochoval, daneben Sign. Thomas Mann
Die Bildern zeigen die schöne alte und von Thomas Mann signierte Ausgabe der „Betrachtungen“, ledergebunden und mit Goldschnitt, von S. Fischer 1922 aus Familienbesitz, mit einem Exlibris von Hermann Hans Mayer, welches Cissarz (1873 - 1942) gefertigt hatte, der an der Kunstakademie Dresden bei Leon Pohle, Georg Hermann Freye und Ferdinand Pauwels studierte, zwischen 1903 und 1906 Mitglied der Darmstädter Künstlerkolonie war und später an der Akademie der Bildenden Künste lehrte.

(Bernd Hesse)

Montag, 18. August 2025

Österreichisches Jahrbuch für Exlibris und Gebrauchsgrafik, Band 72

Österreichisches Jahrbuch für Exlibris und Gebrauchsgrafik, Band 72 (2022–2025)
Die Österreichische Exlibris-Gesellschaft setzt mit diesem exquisiten Band "Exlibris und Gebrauchsgrafik von Max Kislinger" die seit 1903 bestehende Tradition ihrer "Jahrbücher" fort. Genießen Sie diesen Katalog zur Ausstellung, die 2023 im Schloss Pöggstall stattfand. Der Verfasser dieser Künstler-Monografie, Mag. Georg Nemeth (Vorsitzender der ÖEG), war auch Kurator der Ausstellung und erforschte das Leben des Künstlers und seiner Auftraggeber.

Max Kislinger <1895–1982> war ein bedeutender österreichischer Grafiker, Sammler sowie Forscher und Dokumentator bäuerlicher Volkskultur. Was die neue Publikation besonders auszeichnet, ist der Blick auf die vielen Auftraggeber und Freunde Kislingers während der Zwischenkriegs- und Nachkriegszeit. Das Buch ist damit auch ein interessantes „Who is who?“-Nachschlagewerk der österreichischen Exlibris-Geschichte. Hintergründe, Details und Zusammenhänge der in der Ausstellung präsentierten Exlibris und Grafik Max Kislingers werden, zusammen mit über 200 meist farbigen Abbildungen, aufgezeigt und erläutert.

Hardcover-Ausgabe in limitierter Auflage von 250 Stück, mit einer Originalgrafik.
Herausgeber: Österreichische Exlibris-Gesellschaft (ÖEG), 192 S., Wien 2025.
Einführungspreis bis 30.9.2025: € 50, danach €60
Sonderkondition f. ÖEG-Mitglieder: € 35, danach € 45

Montag, 2. Juni 2025

Exlibris für Bibliotheken

Die Deutsche Exlibris-Gesellschaft stellt allen Interessenten ein Artikel aus dem DEG-Jahrbuch 2025 von Hans Joachim Genge zur Verfügung.
Dieser kann auf der Seite der DEG oder auch durch Klick auf die untenstehende Abb. aus dem Beitrag aufgerufen werden.
Eduard Doecker: Exlibris für Eduard Dillmann, um 1900, Lichtdruck, 128 x 96 mm

Mittwoch, 21. Mai 2025

Österreichische Exlibris − Künstlerinnen und Künstler

Glückliche Umstände führten dazu, dass die Österreichische Exlibris-Gesellschaft auf Einladung der Marktgemeinde Pöggstall im alten Schloss Rogendorf wieder eine Ausstellung präsentieren darf. Diesmal sogar im Rahmen des Niederösterreichischer Museums-Frühling 2025!
 Bauerngarten von Franz Traunfellner, 1945, Holzstich, Abb. der Einladung
Glückliche Umstände ermöglichen es auch, dass der Altvorsitzender schon lange seine „Caféhaus-Ausstellung“ im Café Ministerium im letzten Jahr sukzessive erweitert hat. Aber es ist auch so, dass er nur jenes Material bieten kann, welches er auch besitzt.
Es werden daher ausschließlich Arbeiten österreichischer Exlibris-Schaffender (mit zwei Ausnahmen) gezeigt. In Anlehnung des künstlerischen Werkes von Franz Traunfellner, das im Schloss Pöggstall in einer Dauerausstellung zu sehen ist, wird die ÖEG-Sonderausstellung vor allem Holzschnittdrucke von 36 Künstlern präsentieren. Es werden schon deswegen in der Mehrzahl Holzschnitte gezeigt, um dem interessierten Publikum den Charakter des Exlibris anschaulich näher zu bringen.
Auch diesmal wurde die Ausstellungsmöglichkeit durch die nimmermüde Tochter Franz Traunfellners, Frau Irmgard Linke-Traunfellner, und durch weiterführende Gespräche des Vorsitzenden der ÖEG, Mag. Georg Nemeth, ermöglicht. Dazu kommt das großzügige Entgegenkommen des Bürgermeisters von Pöggstall Herrn Helmut Hahn, der die operationellen Kräfte seiner Gemeinde zur Vorbereitung der Ausstellungsräume zur Verfügung stellte. Zu dieser Ausstellung wurde von Kurator Dr. Tillfried Cernajsek auch ein Begleitheft erstellt. Dieses Begleitheft werden alle Mitglieder der ÖEG erhalten. 

Eröffnung: 17. Mai 2025, 15 Uhr
Ausstellung: 17. Mai - 26. Oktober 2025

Ausstellungsäumen des Schlosses Pöggstall

Sonntag, 13. April 2025

Die Kunst der Kleingrafik

Das Exlibris als besondere Form der Kleingrafik hat eine lange, bis ins Mittelalter reichende Tradition: Sie diente im Zuge des Buchdrucks als künstlerisch gestaltete Besitzanzeige in Büchern zur Kennzeichnung des Eigentümers und wurde auch in den nachfolgenden Jahrhunderten immer wieder in künstlerisch unterschiedlicher Form umgesetzt. Insbesondere unter dem Einfluss von Künstlern wie Max Klinger, Emil Orlik, Heinrich Vogeler oder Willi Geiger erlebte die Tradition des Exlibris Ende des 19. und mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts noch einmal einen neuen Aufschwung.

So erfreute sich die Gattung des Exlibris bei Künstlern und Publikum vor allem im Jugendstil und im Expressionismus großer Beliebtheit. Es entstanden Kleingrafiken mit vielfältigen Themen und Motiven sowie in unterschiedlichen Ausführungen, woraus sich in der Folge Untergattungen entwickelten und Exlibris zum Gegenstand eigener Sammlungen von Kunstkennern wurden.

Sämtliche Exponate in der Ausstellung stammen aus Privatbesitz.

7. März – 18. Mai 2025

Ostholstein-Museum Eutin, Schloßplatz 1

Donnerstag, 6. März 2025

Reise ins ICH & ANDERSWO

Die Lutherstadt zeigt in den Stadtwerken Wittenberg eine Ausstellung mit Exlibris und anderen Werken der russischen Künstlerin Elena Kieseljowa, die jetzt in Wittenberg wohnt und arbeitet.
Die Kunstwerke von Elena Kiseleva-Arendt, die unter dem Thema „Reise ins ICH & ANDERSWO“ präsentiert werden. finden nicht nur deutschlandweit, sondern auch international große Beachtung.

Ausstellung:11. Februar -11. Juli 2025

Stadtwerke Wittenberg
Lucas-Cranach-Straße 22, 06886 Lutherstadt Wittenberg

Montag, 23. Dezember 2024

Was ich zeichne, muss ich nicht sagen

Fast alle kennen ihre Bücher, die irische Grafikerin und Kinderbuchautorin mit der Wahlheimat DDR, Elizabeth Shaw (1920-1992), schuf 23 Bilderbücher, von denen z.B. „Der kleine Angsthase“, „Bella Belchaud und ihre Papageien“ oder „Die Schildkröte hat Geburtstag“ von Generationen von Kindern geliebt wurden und inzwischen Kultstatus genießen. Neben ihren eigenen Werken illustrierte sie außerdem die Gedichte und Geschichten Bertolt Brechts sowie Texte von Mark Twain, Hans Fallada, Erich Kästner, James Krüss und Astrid Lindgren.

Elisabeth Shaw, Exlibris, mit dem Bildnis
Prof. Dr. Dr. h.c. Bruno Kaiser (1911 - 1982)
Elizabeth Shaw wuchs in Belfast, damals einer der blutigsten Schauplätze des Nordirlandkonflikts, auf. Aus ihrer bürgerkriegsgeschüttelten Heimatstadt zog die Familie 1933 nach London, wo Elizabeth Shaw ab 1938 bei Graham Sutherland und Henry Moore an der Chelsea School of Art studierte. Anfang der 1940er Jahre lernte sie in London verschiedene Künstlergruppen und deutsche Exilkünstler kennen. Inspiriert von diesen Bekanntschaften entstanden bereits erste satirische Zeichnungen für die linke Kulturzeitschrift „Our time“ sowie Plakate und Flugblätter u.a. für die KP Großbritanniens.

In London heiratete sie 1944 den deutschen Bildhauer, Grafiker und Maler René Graetz (1908-1974). 1946 entschied sich das Paar, nach Berlin zu ziehen und für Elizabeth Shaw brach eine künstlerisch hochproduktive Zeit an: Sie arbeitete als Karikaturistin und Illustratorin für die damals renommiertesten Zeitungen und Zeitschriften, darunter „Eulenspiegel“, „Berlin am Mittag“, „Aufbau“, „Neues Deutschland“, und „Das Magazin“. und begann Anfang der 1950er Jahre mit der Illustration von Büchern für Kinder und Erwachsene, die sie bis in die 1980er Jahre fortsetzte. Ihr künstlerisches Werk mehrfach mit den wichtigsten Preisen der DDR geehrt; allein die Auszeichnung „Schönstes Buch“ der DDR wurde ihr insgesamt zehnmal zuerkannt.
Die Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin beheimatet über 1000 Originalillustrationen, über 150 Entwürfe, mehrere Skizzenbücher und unzählige Skizzen aus dem künstlerischen Nachlass von Elizabeth Shaw, sowohl zu ihren veröffentlichten Werken als auch unveröffentlichtes Material. In unserer Reihe „Kinderbuch im Gespräch“ stellen wir die vielseitige Künstlerin und ihr Werk vor lädt die Staatsbibliothek zu Berlin zur Veranstaltung „‚Was ich zeichne, muss ich nicht sagen.‘ Elizabeth Shaws Weg in die Bilderbuchwelt für Kinder“ zu einem Vortrag von Prof. Dr. Eva Maria Kohl und eine Podiumsdiskussion mit der Tochter von Elizabeth Shaw, Anne Schneider ein, moderiert von Carola Pohlmann. Die Veranstaltung wir durch eine kleine Ausstellung von Originalillustrationen von Elizabeth Shaw abgerundet.

10. Januar 2025, 18 Uhr, um Anmeldung wird gebeten

Staatsbibliothek zu Berlin
Humboldt-Saal
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Montag, 14. Oktober 2024

35. Berliner Exlibris-Treffen

Gestaltung: Utz Benkel

Das 35. Berliner Exlibris-Treffen findet im Vorfeld einer Vernissage der Ausstellung „Der Globus / die Weltkugel im Exlibris“  statt.

Exlibris-Treffen:  2. November 2024, 12 - 19 Uhr
Ausstellung: 2. November bis 29. November 2024 

RUDI Nachbarschaftszentrum
Modersohnstraße 55, 10245 Berlin

Montag, 23. September 2024

Exlibris für Ralf Parkner

Das Exlibris Parkener Pegasus vor Parkverbotsschild von Peter Sottmeier, einem bei Frankfurt an der Oder lebenden und arbeitenden Gebrauchsgrafiker, entstand ca. 1988, dieses Motiv findet sich später noch auf weiteren Arbeiten des Künstlers.

Das Exlibris für Ralf Parkner mit einem Hinweis auf den beruflichen Hintergrund und die Sammelleidenschaft des Pirckheimers von Karl Koppe entstand in den 80ern.
Am Beginn der 70er Jahre begann der 1938 in Jena geborene Gebrauchswerber Karl Koppe mit Tusche und Feder Karikaturen zu zeichnen, seit 1974 veröffentlichte er im Eulenspiegel. Sein besonderes Markenzeichen waren die aus Punkten geformten Zeichnungen. Karl Koppe verstarb am 23. März 2006.

Ein weiteres Exlibris für Ralf Parkner von Steffen Faust findet sich hier.

Mittwoch, 27. Dezember 2023

Jahresgabe des Schweizerischen Ex Libris Clubs

Im Herbst 2023 legte der Schweizerische Ex Libris Club anlässlich seiner Jahrestagung im September 2023 in Basel seine 61. Jahresgabe vor, "Die Exlibris des Basler Künstlers Burkhard Mangold"
[...]
In der Einleitung wird Mangolds Leben und Werk beschrieben. Dabei fällt vor allem ins Auge, wie eng verbunden Mangolds Werk mit seiner Heimatstadt Basel war und blieb. Bis auf wenige Jahre in seiner Jugend, die er vorwiegend in München verbrachte, lebte und arbeitete Mangold immer in Basel. Seinen Ruf verschaffte er sich vor allem als „Pionier des Schweizer Künstlerplakats“ (Jahresgabe, S. 3), vor allem mit sehr großen, auch mehrteiligen Werken wie dem 5-teiligen Tourismusplakat für Davos, das eine hohe künstlerische Qualität und einen großen Einfallsreichtum aufweist. Auch seine Glasmalerei erhielt großen Zuspruch. Für die Basler Fasnacht schuf er die beliebten Laternen. Sein Leben in Basel, wo er als bekannter einheimischer Künstler großen Zuspruch genoss, hatte vielleicht auch eine kleine negative Folge: Die Qualität seiner ersten großen Plakate blieb ein Maßstab, den er nicht unbedingt überholen konnte. Dass Mangold nicht nur im Bereich der angewandten Kunst tätig war, sondern auch freischaffend wirkte, wurde erst drei Jahrzehnte nach seinem Tod durch eine Ausstellung in Liestal und darauf folgende Veröffentlichungen bekannt. Der Künstler Mangold stand also immer im Schatten des Gebrauchskünstlers Mangold. [...]

(Ulrike Ladnar)

...gesamten Artikel lesen.

Montag, 4. September 2023

wiedergelesen: Exlibris-Mappe

Gerhard Beyer, Exlibris für M. Höhnk, Holzstich
Zu DDR-Zeiten waren die Exlibris-Sammler, wie auch die Minibuchsammler nicht in eigenen Verbänden organisiert, sondern als Arbeitsgemeinschaften innerhalb der Pirckheimer-Gesellschaft im Kulturbund der DDR.
Diese Arbeitsgemeinschaften beteiligten sich auch an internationalen Kongressen, zu denen auch heute begehrte Sammlerstücke entstanden. Als Beispiel sie hier eine Mappe der Arbeitsgemeinschaft Grafiksammler der Pirckheimer-Gesellschaft angeführt, die zum Internationalen Exlibris-Congress in 
Budapest 1970 herausgegeben wurde.

Die von Albrecht v. Bodecker gestaltete Mappe im Format 8° (20,7 x 15 cm) wurde im Oktober selben Jahr in Berlin herausgegeben, enthält 10 Tafeln und erschien in einer Auflage von 300 nummerierten Exemplaren.

Eine kleine Anmerkung: Der als Gohliser Schlößchen bezeichnete Kopferstich von Oswin Volkamer zeigt in Wirklichkeit das Schillerhaus in Leipzig.

Sonntag, 6. August 2023

No more Hiroshimas


Heute am 6. August ist Gedenktag für Hiroshima.

Dass Gedenken und die Mahnung dieses Tages ist aktueller denn je.

Das passende Exlibris wurde von Jochen Kublik gestaltet.

(Deutsche Exlibris-Gesellschaft)

Freitag, 23. Juni 2023

Die Ex Libris des LBA

Ein bibliophiler Verein ist ohne eigenes Ex Libris nur schwer vorstellbar. Mit der Jahresgabe 2023 des LBA wird die bisher kaum beachtete Geschichte der Ex Libris des Leipziger Bibliophilen-Abends aufgearbeitet und mit einer Neuschöpfung aktualisiert.

Noch im Gründungsjahr des alten LBA 1904 wurde das Vereinsmitglied Bruno Héroux (1868-1944) mit Entwurf und Ausführung eines Ex Libris beauftragt. Héroux war Professor an der Königlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe Leipzig. Seine druckgrafische Präferenz lag in der Tiefdrucktechnik der Radierung, welche er auch für das erste Ex Libris des LBA (lks.) nutzte. Der illustrative Stil seines Blattes ist vom Symbolismus geprägt, den in Leipzig exemplarisch sein älterer Kollege Max Klinger verkörperte. 
Es kann nicht mehr nachvollzogen werden, warum dieses Blatt nicht weiter verwendet wurde, doch bereits drei Jahre später schuf Walter Tiemann (1876 - 1951) ein neues Ex Libris (oben). Als Kollege von Héroux und ebenfalls Professor an der Akademie war Tiemann im gleichen Jahr 1907 gemeinsam mit Carl Ernst Poeschel Gründer der Janus-Presse. Sein zweifarbiger Holzschnitt nimmt sehr deutlich Elemente der englischen Buchkunstbewegung auf. Das Signet rechts unten ist zudem eine Reminiszenz an das sogenannte Allianz-Signet der beiden deutschen Frühdrucker Fust & Schöffer.
Der 1991 neugegründete LBA hat nicht nur mit dem Namen an den von 1904-1933 existierenden Vorgängerverein angeknüpft, auch ein neues Ex Libris wurde in Auftrag gegeben. Oswin Volkamer (1930 - 2016) hatte an der Leipziger Akademie studiert, die inzwischen in Hochschule für Grafik und Buchkunst umbenannt wurde. Sein Ex Libris (rechts) von 1996 greift mit der strengen Symmetrie Formen eines geschlossenen Signets auf. 
Um die Tradition durch eine zeitgemäße Formsprache zu begleiten, hat sich der LBA ein neues Ex Libris entwerfen lassen (mitte). Mit dem Leipziger Grafiker Robert Schmiedel schließt sich der Kreis, da er ebenfalls an der HGB studierte. Auch seine bevorzugte Drucktechnik ist die Radierung, die er technisch höchst anspruchsvoll als Strichätzung mit Reservage und Aquatinta in mehreren Ätzstufen ausführte. Das Buch als unabdingbares Attribut bibliophiler Darstellungen kommt auf den vier Varianten in unterschiedlicher Größe vor, bei Robert Schmiedel steht es in seiner charmant-ironischen Darstellung im Mittelpunkt. Der LBA führt mit der Kontinuität eines eigenen Ex Libris die Tradition originalgrafischer Drucktechniken in aktueller Form weiter.

Der Druck der Original-Radierung von Robert Schmiedel erfolgte durch Jeanette und Reinhard Rössler im Künstlerhaus Hohenossig. Text und Gestaltung lagen in den Händen von Thomas Glöss. Alle grafischen Blätter wurden in der Originalgröße reproduziert.

Samstag, 10. Juni 2023

Exlibris der Pirckheimer-Gesellschaft

Die Pirckheimer-Gesellschaft gab anlässlich der Europäischen Exlibris-Kongresse zahlreiche Mappen mit Exlibris von Künstlern der DDR heraus, gab aber auch Exlibris für die Gesellschaft selbst in Auftrag.
Elisabeth Shaw
Viele kennen das Exlibris der Pirckheimer-Gesellschaft von Elisabeth Shaw, welches vermutlich anlässlich eines Jahrestreffens der Gesellschaft entstand. Es war zwar in keiner dieser Mappen enthalten, schmückte aber jahrzehntelang verschiedene Faltblätter, welche auf die Pirckheimer-Gesellschaft aufmerksam machte. Leider ist diese Exlibris, auf dem meines Wissens der damalige Vorsitzende der Pirckheimer-Gesellschaft, Prof. Dr. Dr. h.c. Bruno Kaiser (1911 - 1982) abgebildet ist, nicht im von Hartmut Pätzke erstellten Verzeichnis der "Veröffentlichungen und Gaben der Pirckheimer-Gesellschaft ... 1956 - 1991" aufgeführt.
Oswin Volkamer, Kupferstich, ca. 10,9 x 8,9 cm (Blattgröße), signiert
Nicht ganz so bekannt ist vermutlich das von Oswin Volkamer, 1970 nach Albrecht Dürer geschaffene Exlibris, welches ebenfalls im oben erwähnten Verzeichnis nicht aufgeführt wird. Auch diesen Exlibris war in den erwähnten Mappen zu Europäischen Exlibris-Kongressen nicht enthalten, andere Arbeiten dieses Künstlers sind dort jedoch mehrfach vertreten.