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Mittwoch, 25. Februar 2026

John Gerard im 261. Frankfurter Grafikbrief

John Gerard ist einer der renommiertesten Papierkünstler weltweit - und lebt und arbeitet in einem deutschen Dorf in der Vordereifel! Im 261. Frankfurter Grafikbrief stellt Wolfgang Grätz exemplarisch 4 Bücher vor, die John Gerard verlegt hat:
Goethes Zauberlehrling entstand nach der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021, die knapp an Gerards Wohnsitz vorbeiging. Es lebt von intelligenten Faltungen, durch die der Zauberbesen sichtbar wird, die Bütte, die Wellen des Wassers. Und absolut einzigartig: eine Bindung völlig ohne Leim, nur durch Faltung.
Fritz Best, englischer Künstler und Nachfolger von Karl-Georg Hirsch als Professor an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, hat ein Buch über die magische 7 - Todsünden, Tugenden, Wochentage usw. - mit dem Titel Last Judgements geschrieben und es mit 28 in Flachsbütten eingeschöpfte Wasserzeichen illustriert; meines Wissens das erste Buch weltweit, das mit Wasserzeichen illustriert wurde.
Schließlich 2 Bücher, deren orig.-grafische Illustration Prof. Thomas Rug aus Halle oblag: Edgar Allan Poes Kurzgeschichte The Pit and the Pendulum ist mit 12 Orig.-Radierungen veredelt, 5 sizilianischen Stanzen von Wilhelm Bartsch über Erlebtes an den Rändern Europas mit 6 Orig.-Schablithografien, einer pikanten Technik, interpretiert.

Montag, 16. Februar 2026

wiedergelesen: Graphik zur Literatur

div>Vor 44 Jahren erhielten die Teilnehmer am Jahrestreffen der Pirckheimer Gesellschaft in Leipzig (14. - 16. Mai 1982) eine Mappe mit 8 Blättern im Format 15 x 10,5 cm mit „Graphik zur Literatur“. Sie erschien, von der Bezirksgruppe Leipzig den Teilnehmern des Jahrestreffens gewidmet, in einer nummerierten Auflage von 500 Exemplaren mit Originalgraphiken von 
  • Christine Ebersbach zu G.E. Lessing Der Adler (Farbholzschnitt) 
  • Egbert Herfurth zu J. Jahn Der Krimi (Holzstich, handkoloriert) 
  • Karl-Georg Hirsch zu C.F. Meyer Der Schuß von der Kanzel (Holzstich) 
  • Christa Jahr zu Ch. Nodier Bibliomanen (Holzstich) 
  • Heiner Vogel zu J.P. Hebel Das seltsame Rezept. Aus dem 'Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes' (Holzstich)
  • Hans-Joachim Walch zu E. Hemingway Sturmfluten des Frühlings (Holzstich)
  • Newena Wendt-Jontschewa zu Mach dich nicht zum Gürtel fremder Hosen - ein bulgarischer Spruchbeutel (Holzschnitt) und
  • Volker Wendt zu Das Wetterbüchlein (Decelithstich).

Freitag, 15. Dezember 2023

Pirckheimer-Abend im Dezember

Handpressendruck von Bernd Friedrich
Gestern Abend fand der letzte Pirckheimer-Abend der Berlin Brandenburger Regionalgruppe statt, traditionell in der Büchergilde-Buchhandlung am Wittenbergplatz bei der Pirckheimerin Johanna Binger.
Und wie immer am letzten Abend des Jahres stellten die Teilnehmer, nach einem ersten Einblick in die Veranstaltungen des Jahres 2024 durch Ninon Suckow, ihre Lieblingserwerbungen der vergangenen Monate vor, so Christel Haacke Erwerbungen von Gerd Mackensen, was Gerhard Rechlin mit der Erwerbung einer Vorzugsausgabe aus dem Hause Jens-Fietje Dwars mit einem Titel ergänzte, dem ein Blatt von Karl-Georg Hirsch beilag, Carsten Wurm sprach über Neuerwerbungen für seine Sammlung Erstausgaben Deutscher Autoren, darunter einen in sorbischer Sprache verfassten Titel von Kito Lorenc, Manfred Kujau zeigte Bücher aus einem jüdischen Nachlass mit einem Exlibris von Heinrich Zille, Abel Doering präsentierte neben der Jahresgabe 2023 des Berliner Bibliophilen Abend seltene Neuzugänge für das BBA-Archiv und Ninon Suckow präsentierte Neuerwerbungen ihrer Inselbuchsammlung.
Als besonderes Bonbon gab es für alle Teilnehmer dieser Adventsveranstaltung von Bernd Friedrich Schulz einen von ihm geschaffenen Handpressendruck mit über 100 Jahren alten Bleilettern und einer Blindprägung: "Weihnachten vor 200 Jahren" von einem Druckstock aus seinem Besitz (Abb. oben).

Dienstag, 29. August 2023

Die kleinen Leidenschaften der großen Bücherfreunde

In der Leipziger Zeitung vom 28. August erschien eine Besprechung von Ralf Julke der Marginalien Nr. 249 ...
Marginalien 249, Mitglieder-Ausgabe, Foto © ad
"... welche die Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft ... zugesandt bekamen. Und weil sie Mitglieder sind, bekamen sie auch gleich noch die Grafik „Engel“ des in Leipzig lebenden Grafikers Karl-Georg Hirsch dazu. Der in diesem Heft der „Marginalien“ auch eine Rolle spielt, denn er ist einer der spannendsten und emsigsten Illustratoren von Büchern. Und deshalb sind die von ihm illustrierten Bücher auch ein begehrtes Sammlerobjekt. Auf 110 Titel kommt Gerhard Rechlin als ausgewiesener Hirsch-Sammler.
In diesem Beitrag geht es einfach einmal um Vollständigkeit. Sammler können ja einfach nicht mehr schlafen, wenn sie wissen, dass ihre schöne Sammlung immer noch Lücken aufweist.
...
Andere Buchbesitzer können aus anderen Gründen nicht schlafen. Etwa, wenn sie der Spur der Mini-Bücher durch die menschliche Buchgeschichte folgen – wie das Kurt Freyer in seinem 1929 veröffentlichten Essay „Über das Sammeln kleiner Bücher“ tat. Die er natürlich selbst auch sammelte. Aber er wollte zugleich wissen, warum es überhaupt so winzige Bücher gab, die eben nicht nur für Bibliophile hergestellt wurden von Druckern, die einmal ihr ganzes Können zeigen wollten. Dagegen sprechen die vielen kleinen Bücher, die als Kalender, Gebetbuch, Bibel auch für Leute gedruckt wurden, die diese Bücher aus ganz praktischen Bedürfnissen kauften.
Aber Kurt Freyer wird mit diesem Beitrag auch deshalb gewürdigt, weil Rainer Stamm dieses Heft dazu nutzt, um die Lebensgeschichte des Kunsthistorikers und Antiquars zu skizzieren, der Deutschland schon 1933 verließ, weil er sah, was die an die Macht gekommenen Nationalsozialisten den Juden im Land antun würden. Was aber auch das Ende seiner Buchhandlung „Utopia“ bedeutete, die auch durch ihre Buchkataloge bis heute unter Sammlern bekannt ist. Kataloge, die selbst bibliophile Begeisterung auslösen.
So wie ein 1929 erschienenes Fotobuch, das Jan Tschichold und Franz Roh herausgaben, um die Avantgarde-Fotografie ihrer Zeit einmal in einem gebundenen und hochwertig gestalteten Buch mit dem Titel „foto-auge“ zu versammeln. ...
berichtet Jens-Fietje Dwars in seinem Beitrag „Der Verleger Gerhard Wolf“, in dem es zuerst um den 2023 verstorbenen Gerhard Wolf geht, der fast im Schatten seiner Frau Christa (1929–2011) verschwindet, obwohl er selbst als Autor und Verleger wichtige Beiträge zur kritischeren DDR-Literatur beitrug. Ein Beitrag, den er nach der Vereinigung mit der Janus-Press fortsetzen wollte, nur um zu merken, dass man mit einem anspruchsvollen Kleinverlag immer nur am Minimum vorbeischrammt. ...
Und bei der Gelegenheit würdigt Dwars auch die von Gerhard Wolf seit 1988 im Aufbau Verlag herausgegebene Reihe „Außer der Reihe“, mit der Wolf Autorinnen und Autoren aus der Underground-Szene im Buchhandel verfügbar machte – Bert Papenfuß-Gorek, Jan Faktor und Gabriele Kachold zum Beispiel. Im Jahr 1988 noch ein echter Tabubruch. Erstmals waren die unangepassten Stimmen in richtigen, typografisch auffällig gestalteten Büchern erhältlich, merkten auch die Leser im Land, was alles möglich war. Doch die deutsche Vereinigung überlebte auch diese Reihe nicht lange.
...
Buchgeschichte ist immer auch Gesellschaftsgeschichte. Bis in die Illustrationen hinein, die oft noch deftiger sind als der Inhalt. Ein Thema, das der als Karikaturist bekannt gewordene Harald Kretzschmar anreißt, wenn er in einem Beitrag über seine Leidenschaft für den Siebdruck erzählt. ..."

Freitag, 4. August 2023

wiedergelesen: Kleine Holzstichmappe

Oder besser, wieder einmal aus dem Regal genommen: Die Kleine Holzstichmappe im Format A4 wurde von Lothar Lang als Jahresgabe 1971 der Pirckheimer-Gesellschaft in einer Auflage von 400 Exemplaren herausgegeben.
Sie enthält die Blätter (v.l.n.r.) 
Karl Georg Hirsch zu Arie des Kammermädchens Catharina aus Reinhard Keiser, Le Bon Vivant Oder die Leipziger Messe
Gerhardt Kurt Müller zu Balzac, Scharlatan
Christa Jahr zu des Brentanos Des Knaben Wunderhorn
Heiner Vogel zu Tabakiana
Hans Joachim Walch zu Aristophanes - Der Frieden
sowie Holzstiche von Hans-Joachim Behrendt, Egbert Herfurth (koloriert), Werner Klemke, Klaus Magnus und Werner Wittig.

Sonntag, 16. Juli 2023

Prometheus & Co

Rund 20 Mitglieder der Pirckheimer-Regionalgruppe Berlin-Brandenburg folgten dem Ruf des Kurators Ulrich Röthke, am 15. Juli die Ausstellung "Prometheus & Co" im Dieselkraftwerk Cottbus zu besuchen. Es ist eine von drei Ausstellungen zu grafischen Mappenwerken aus der DDR, eine weiter gibt es in Eisenhüttenstadt unter dem Thema "Revolutionen" und in Frankfurt (Oder) unter der Überschrift "Zwischen Arkadien und Wohngebiet".
im Foyer des ehem. Dieselkraftwerkes
Ulrich Röthke war zwar leider verhindert, wurde in der Führung aber sehr gut durch eine junge Mitarbeiterin vertreten. Als erstes stellte Frau Kühne das Depot des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst (BLMK) vor, welches erst vor Kurzem aus den zu eng gewordenen und konservatorisch ungünstigen Räumlichkeiten eines Teppich-Ladens am Markt in das ehemalige Dieselkraftwerk Cottbus umgezogen ist. Die Bestände des Museums bestehen zum größten Teil aus Druckgraphik aus dem Zeitraum der DDR, enthalten zu 15 Prozent aber auch Werke zeitgenössischer deutscher Künstler, weiter 10 Prozent stammen von weiteren Künstlern, z.B. aus Osteuropa oder den USA. Neben den vorgestellten Mappenwerken findet sich im Bestand neben Malerei, vor allem aus dem Dresdener Raum, unterschiedlichste künstlerische Ausdrucksformen bis hin zur Plakatkunst. Für die Exkursionsteilnehmer war insbesondere die vielfach unbekannte Faltkunst interessant, eine von DDR-Künstlern gern genutzte Technik, bei der Faltrollos als Malgrund verwendet wurden. 
im Depot, die vorgestellte Faltmalerei wurde verpixelt, um Urheberrechte zu wahren
Nach der Ergründung des Depots hatten die Pirckheimer die Möglichkeit zur Besichtigung seltener Blätter von Illustratoren und die Besichtigung von Künstlerbüchern aus dem Bestand des BLMK, ergänzt durch regem Wissensaustausch mit den Pirckheimern zu  den vorgestellten Werken, nicht verwunderlich, wenn z.B. die Blätter von Conrad Felixmüller seinem langjährigen Drucker, dem Pirckheimer Jürgen Wilke, vorgestellt werden.
Präsentation von Originalen der Buchillustration
Der Besuch der Ausstellung "Prometheus und Co", in der u.a. Arbeiten von Karl-Georg Hirsch und Josef Hegenbarth zu Bertolt Brecht oder auch von Carlfriedrich Claus und Núria Quevedo zu Christa Wolf zu sehen sind, erfolgte dann individuell durch die Exkursionsteilnehmer.
in der Ausstellunng, Fotos © ad
In der Ausstellung waren weiterhin Werke zu sehen von u.a. Manfred Butzmann, Hubertus Giebe, Constanze Göbel, Dieter Goltzsche, Günter Grass, Ulrich Hachulla, Angela Hampel, Horst Hussel, Wolfgang Mattheuer, Michael Morgner, Rolf Münzner, Sigrid Noack, Manfred Paul, A.R. Penck, Christine Perthen, Max Schwimmer, Willi Sitte, Volker Stelzmann und Werner Tübke.
Illustrationen von Núria Quevedo zu Christa Wolf, Kassandra

Mittwoch, 28. Juni 2023

»Turbulenzen« auf Schloss Burgk

Die nächste Station der »Turbulenzen« der 37. Leipziger Grafikbörse ist das Museum Schloß Burgk.

Karl-Georg Hirsch, "Schwofen", Holzschnitt, 2017
Zu diesem Thema hatten 90 Künstlerinnen und Künstler Arbeiten eingereicht. Die Interpretationen sind vielfältig. Es geht um gesellschaftliche Themen wie Wetter, Klima, Politik oder Wirtschaft, aber auch private, zwischenmenschliche oder gedankliche Turbulenzen. Die Ausstellung zeigt die Vielfalt zeitgenössischen druckgrafischen Schaffens.
Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Vereins Leipziger Grafikbörse gibt es eine Grafik-Edition mit 6 eingebundenen Originalgrafiken. 
Unter den beteiligten Künstlern ist auch Karl-Georg Hirsch, dessen Holzschnitt "Schwofen", 2017,  in einer Aufl. von 75 nummerierte und signierte Exemplare für die Pirckheimer-Gesellschaft erschien und dessen Holzschnitt "Engel" von 2023 dem letzten Heft der Marginalien beilag.

Eröffnung: 1. Juli 2023, 16 Uhr, Begrüßung: Sabine Schemmrich, Museumsleiterin, Grußwort: Steffen Böttcher, Vorsitzender Leipziger Grafikbörse, Musikalische Umrahmung: Christina Meißner, Violoncello 
Ausstellung: 1. Juli - 15. Oktober 2023

Museum Schloß Burgk
Burgk 17, 07907 Schleiz 

Samstag, 17. Juni 2023

Marginalien #249

Heft 2/2023 der Marginalien, der von der Pirckheimer-Gesellschaft herausgegebenen Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, ist erschienen.
"Gewollte und nicht gewollte Neuanfänge stehen im Mittelpunkt dieser Marginalien-Ausgabe. Ernst Falk betrachtet die Anfänge der Pop Art. ... Kurt Freyer dagegen fing dreimal neu an: erst als Kunsthistoriker, dann als Antiquar und letztlich vor den Nazis geflüchtet als Bibliothekar in einem Kibbuz in Israel. Rainer Stamm erinnert an sein Antiquariat »Utopia« im Berlin der Weimarer Zeit .... Roland Jaeger ... erzählt die komplexe Geschichte hinter dem Reprint ... von Jan Tschicholds Fotobuchklassiker fotoauge ... Ruth Tesmar dagegen erschuf das »Menzel-Dach«, indem sie Druckmaschinen und Atelierutensilien in die Mansardenräume des ehemals kriminaltechnischen Labors der Humboldt-Universität Berlin wuchtete. Ein universelles Angebot künstlerischen Arbeitens für Studenten aller Fachrichtungen... Renate Reschke berichtet über die Künstlerin und deren Arbeiten fürs Buch. Harald Kretzschmar teilt seine Erfahrungen mit dem Siebdruck ... Jens-Fietje Dwars würdigt den kürzlich verstorbenen Gerhard Wolf als Herausgeber. Erst hob er die literarische Sub- und Gegenkultur mit Außer der Reihe in den Mainstream der späten DDR und versuchte nach der Wende mit seiner Janus Presse erneut, für die Avantgarde ein nun gesamtdeutsches Publikum zu finden. Und letztlich [gratuliert] Gerhard Rechlin ... Karl-Georg Hirsch zum 85. Geburtstag mit einer Fortführung dessen buchgrafischer Bibliografie."
(Till Schröder im Editorial)

Wie immer enthält das Heft eine von Matthias Gubig gestaltete typografische Beilage, diesmal Kurt Freyer "Über das Sammeln kleiner Bücher", sowie, nur für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft den Holzschnitt von Karl-Georg Hirsch "Engel" in einer 650ger signierten, nicht nummerierten Auflage, gedruckt von Bettina Haller.

Samstag, 13. Mai 2023

Loriot sagte einmal ...

... "Ein Leben ohne Möpse ist möglich, aber sinnlos" und wer ihn kennt, weiß, dass er nicht die Möpse meinte, die mir in den Sinn kamen, was aber für Wolfgang Wissing, Menschenrechtler, unter anderem Sammler und Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, Motto war und für mich wiederum Anlass, auch, um auf andere Gedanken am heutigen, vom ESC geprägten Tag zu kommen, ein Exlibris dieses Eigners von Karl-Georg Hirsch aus dessen "Hofstaat" vorzustellen, womit ich diesem Künstler ganz persönlich recht herzlich zum 85. gratulieren möchte.

Verwirrt? Dann seid froh, dass ich in diesem Satz nicht auch noch mein Bedauern unterbrachte, nicht an der Tagung der DEG in Paderborn teilnehmen zu können.

Karl-Georg Hirsch zum 85.

Durchsucht man den Pirckheimer-Blog, gegründet vor 15 Jahren, ab Mitte 2017 auf die Pirckheimer-Homepage angesiedelt und ab Mitte letzten Jahres als "Informationen eines Pirckheimers" hier weitergeführt, nach Hinweisen auf den Jubilar, kommt man auf 84 Einträge zu Karl-Georg Hirsch mit Verweisen auf Ausstellungen, Beteiligungen an Buchprojekten, neuen Graphiken und Illustrationen, auf Jubiläen und weiteres.
Die Zusammenarbeit von Karl-Georg Hirsch mit der burgart-presse begann 1989, hier die zehnte gemeinsame Edition, der 45. Druck der burgart-presse
Ein Indiz für die Bedeutung dieses Graphikers, der als einer der letzten Meister des Holzstichs gilt, dessen Œuvre aber auch den Holzschnitt, die Radierung, Zeichnungen und Schabblätter umfasst. Und ein Beleg dafür, dass es hieße, Eulen nach Athen zu tragen, wenn an dieser Stelle auf den Lebens- und Schaffensweg dieses bedeutenden Künstlers hingewiesen würde.
Karl-Georg Hirsch "Schwofen", 2017, Holzschnitt für die Pirckheimer-Gesellschaft, Aufl. 75 nummerierte und signierte Exemplare
Deshalb sei zur Würdigung des 85. Geburtstag von Karl-Georg Hirsch lediglich auf die Einführung zu „Erster Gutenberg Pressendruck" in einer einmaligen Ausgabe und Auflage von 95 nummerierten und signierten Exemplaren der Büchergilde Gutenberg, Frankfurt/M. und Wien, 1992 hingewiesen, die Gültigkeit des Textes hat in den letzten 30 Jahren nicht gelitten.
ein Blatt von Karl-Georg Hirsch aus der Ausstellung
mit Hans-Meid-Preisträgern 1994 -2009

Sonntag, 1. Januar 2023

Es gieng ein schäffer undern bäumen

Bibliophiles des Monats ist eine sog. Pugillaria mit dem Titel "es gieng ein schäffer undern bäumen" mit Holzstichen von Karl-Georg Hirsch, eine Auswahl aus einer Anthologie derbdreister Volkslieder, die der Musikhistoriker Lukas Richter (1923 - 2000) 1968 unter dem Titel "Mein Liebchen hat ein Etwas" herausgab.
Faber & Faber, Leipzig 2003, Foto: ad
Der Titel erschien erstmals 1977 mit Original-Holzstichen, darunter einem handkolorierten, in der Edition Leipzig, eine Nachauflage erlebte er vor 20 Jahren im Leipziger Verlag Faber & Faber.
Für diese Nachauflage übernahm die Leipziger Fa. ScanColor die Reproduktion der Holzstiche, der Satz erfolgte im Atelier für die grafische Gestaltung, Leipzig. Gedruckt wurde bei Thomas Druck, die Handaufbindung erfolgte durch die Kunst und Verlagsbinderei Leipzig.

Im Original enthält das Mini-Buch 9 Faltblätter (aufgefaltet 14,6 x 16,8 cm) mit Gedichten und 26 Illustrationen in der Größe 16°, (5,2 x 11,3 cm) und ist in rotes Leder mit durchgezogenen Lederriemchen gebunden. Die Buchgestaltung lag in den Händen von Kurt Stein.
Angelehnt an diese Gestaltung erschien die Nachauflage bei den Pirckheimern Michael und und dem 2017 verstorbenen Elmar Faber in der Größe 5,3 x 11,1 cm mit 18 dreifach aufklappbare Seiten mit 25 Holzstichwiedergaben und mit einem farbig illustriertem Papp-Schmuckschuber.

Sonntag, 14. August 2022

66. Todestag von Bertolt Brecht

Guido Zingerl / KarlGeorg Hirsch
Am heutigen Tag vor 66 Jahren starb in Berlin, damals DDR-Hauptstadt, der vermutlich einflussreichste deutsche Dramatiker, Autor und Lyriker des 20. Jahrhunderts, Bertolt Brecht.

Seine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Menschen, dessen humanistischem Wirken wie dessen Untaten ist aktuell wie zu Brechts Zeiten, sie wird nicht nur nach wie vor auf Bühnen der Welt gezeigt und immer wieder neu verlegt, sein Werk und dessen Würdigung ist auch immer wieder Inspiration für zahlreiche Künstlerbücher und Graphiken und damit ein interessantes Sammelgebiet für einen Bibliophilen.

Benno Huth / Guido Zingerl
Deshalb soll Bertolt Brecht heute, am 14. August, auch in den "Informationen eines Pirckheimers" mit der Vorstellung eines Künstlerkalenders aus dem Jahre 1969 geehrt werden.

Der 1969 im 4. Jahrgang herausgegebene Kalender für Graphikfreunde mit Graphik zu Bertolt Brecht erschien im Selbstverlag in Karlsruhe in einer nummerierten Auflage von 150 Exemplaren mit einem signierten Original-Holzstich, sowie 16 Original-Holz- und Linolschnitten von Helmut Goettl, Karl-Georg Hirsch, Benno Huth, Guido Zingerl und Eberhard Dänzer.

Der Kalender für Graphikfreunde, auch in der Folge mehrfach zu Bertolt Brecht, erschien zuletzt 2006.

Freitag, 25. November 2016

Zehnter und letzter Zwiedruck

Zum zehnten Mal haben sich Karl-Georg Hirsch und der Künstler und emeritierte Buchgestaltungs-Professor Matthias Gubig einen Lyriker gesucht, dessen Gedichte Hirsch originalgrafisch illustriert, während Gubig für aus-gesuchte Typografie, Satz und Gestaltung sorgt. Unter dem Titel TROTZ sind Gedichte von Adel Karasholi versammelt, einem kurdisch-syrischen Autor, welcher Ende der fünfziger Jahre nach Deutschland emigrierte und in Leipzig lebt. Heimat und Fremde sind seine Themen. Er schreibt in deutscher Sprache, die Überschriften der Gedichte erscheinen auch auf Arabisch. Mit diesem Bändchen findet die Reihe ihren Abschluss.
(Wolfgang Grätz)

Adel Karasholi/Karl-Georg Hirsch/Matthias Gubig – TROTZ
Zwiedruck 10
mit 4 Orig.-Holzschnitten, vom Holzstock im Museum für Druckkunst Leipzig gedruckt,
Auflage 99 Exemplare, im Impressum nummeriert und von allen drei Beteiligten signiert,
Broschur, 20 S., Format 24 x 13,5 cm

Dienstag, 17. November 2015

... es ist angerichtet!


Der erste Koffer für den Stand der Pirckheimer-Gesellschaft auf der artbook.berlin ist gepackt. Wie der Kenner unschwer erkennt, ist vieles aus der Geschichte dieser Bibliophilen-Organisation dabei: Jahresgaben, darunter die erste von 1958 und die aktuelle aus diesem Jahr, Marginalien einschließlich des Reprints des Heftes 1 und sogar einige der legendären Speisekarten zu den Jahrestreffen. Und als Namen der Autoren und Künstler sind unter anderem zu lesen: Jürgen Kuczynski, Bruno Kaiser, Horst Kunze, Hans-Georg Sehrt, Lothar Lang, Alexander Olbricht, Frans Masereel, Werner Klemke, Axel Bertram, Egbert Herfurth, Matthias Gubig,  Angela Hampel und Karl-Georg Hirsch.
(ad)

Hinweis: Die Pirckheimer-Gesellschaft ist in der Kulturfabrik am Flutgraben in der 1. Etage an Stand 23 zu finden und teilt sich den Stand mit dem Berliner Bibliophilen Abend.

Dienstag, 16. September 2014

MARGINALIEN 215

Das Heft 3/2014 der MARGINALIEN wurde vom Verlag ausgeliefert und kann den teilnehmenden Pirckheimern zum Jahrestreffen übergeben werden, für nicht teilnehmende Mitglieder wird das Heft am 22.9. in die Post gehen.
Es enthält u.a. Beiträge über den Bibliothekar
Paul Raabe, über die Freundschaft von Herbert Tucholski und Lothar Lang, einen Beitrag unter dem Titel Adler & Pax von Karl-Georg Hirsch und Manfred Jendryschik, Li Portenlänger schildert das Erleben der Lithographie-Werkstadt Eichstädt, Hendrik Liersch berichtet über Victor Otto Stomps und die Erenmiten-Presse, es gibt Hinweise auf Otto Erich Hartleben und Carsten Wurm berichtet über Menschen, Orte, Wegmarken in der Edition A.B. Fischer. Als typographische Beilage sind einige Epigramme aus Der Halkonier von Otto Erich Hartleben, erschienen bei S. Fischer 1904, neu gesetzt in der Walbaum 11/15 Punkt, in das Heft eingebunden.

Freitag, 11. Juli 2014

neue Drucke der burgart-presse

Der Pirckheimer Jens Henkel informiert über zwei neue Pressendrucke der burgart-presse: Als 44. Druck erschien Der Teufel mit den drei goldenen Haaren und als 45. Druck Friss die Reste des Vergessens.
Der 44. Druck. Vor gut 200 Jahren erschienen erstmals die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Darunter auch diese Geschichte von Liebe und Habgier, von einem mutigen Jüngling, einem gierigen König und einem überlisteten Teufel nebst sympathischer Großmutter. Der hier wiedergegebene Text folgt der Ausgabe letzter Hand aus dem Jahr 1857 und wird von mehrfarbigen, expressiven Holzschnitten des Chemnitzer Künstlers Klaus Süß begleitet.
Der Druck erschien im 3. Quartal 2013 in einer einmaligen Auflage von 60 Exemplaren; 50 arabisch nummerierte Exemplare sind zum Verkauf bestimmt, 10 Künstler- und Verlegerexemplare werden römisch nummeriert. Das Impressum ist vom Künstler signiert. Format: ca. 24 x 33 cm, 30 Seiten, Pappband. Der Buchdruck erfolgt bei Hahndruck Kranichfeld. Den Handeinband fertigt Ludwig Vater, Jena.
Die Ausgabe A (Ex. 1-15 mit einer handbemalten Flachfigur aus Holz, alle Holzschnitte signiert, Kassette) ist, wie auch die Ausgabe B (Ex. 16-25 mit einer zusätzlich beigelegten farbigen Zeichnung) bereits vergriffen. Einige Exemplare der Ausgabe C (Ex. 26-50) können für 400,00 € noch erworben werden.
Der 45. Druck. Seit der Zusammenarbeit von Karl-Georg Hirsch mit der burgart-presse im Jahr 1989 sind zehn Editionen mit dem und über den Leipziger Künstler entstanden. Dieser Pressendruck stellt jedoch Karl-Georg Hirsch nicht als Illustrator eines Textes vor; er selbst tritt mit seiner „wohl letzten größeren Holzstichfolge“ in den Vordergrund. Angeregt durch Gedankensplitter von Yvan Goll bis Schalom Ben-Chorin belegen die zwölf „Lebensstiche“ seine besondere Affinität zur Lyrik und bieten Anlass zu einem Bilderkosmos, der die Verheißungen der von ihm durchlebten Gesellschaftssysteme hinterfragt. Ein wiedergegebener handschriftlicher Brief an den Verleger gibt Persönliches preis: Karl-Georg Hirsch schreibt von Anregungen für sein Tun und schafft Einblicke in seine Arbeitsweise.
Der Druck erscheint im III. Quartal 2014 in einer einmaligen Auflage von 75 Exemplaren; 60 arabisch nummerierte Exemplare sind zum Verkauf bestimmt, 15 Künstler- und Verlegerexemplare werden römisch nummeriert. Das Impressum ist vom Künstler signiert (die Abb. zeigt einen Gestaltungsentwurf).
Format: 24 x 30 cm, 38 Seiten. Bettina Haller, Chemnitz, übernimmt den Druck der Holzstiche. Der Buchdruck erfolgt bei Hahndruck Kranichfeld. Den Handeinband fertigt Ludwig Vater, Jena.
Ausgabe A: Exemplar 1-20 mit einer beigelegten Vorzeichnung zu einem der Stiche sowie mit der Suite aller Holzstiche (jeweils signiert), Ganzlederband im Schuber (vergriffen)
Ausgabe B: Exemplar 21-60, Halblederband im Schuber, im Impressum signiert: 350,00 €

Donnerstag, 17. April 2014

Pressendrucke zu zwei und vier Händen

Bücher der Editionen "Spätdruck" und "Zwiedruck", so lautete das Thema der Ausführungen von Matthias Gubig vor den Mitgliedern und zahlreichen Freunden der Regionlagruppe Berlin-Brandenburg im Kleinen Säulensaal der Zentral- und Landesbibliothek Berlin.
Matthias Gubig, gelernter Schriftsetzter und Drucker, studierte in Berlin und Leipzig, war im Auftrag verschiedener Verlage typografisch und grafisch tätig. Dabei entstanden viele Bücher, deren Gestaltung mit Preisen und Auszeichnungen geehrt wurden. Zuletzt lehrte Matthias Gubig als Professor im Fachgebiet Kommunikationsdesign an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee. Seit 2003 widmet er sich als "Spätdrucker" eigenen Büchern (Edition "Spätdruck") oder gemeinsam mit Karl-Georg Hirsch (Edition "Zwiedruck") in exklusiven Auflagen. Mit den "Spätdrucken" fungiert er als Herausgeber, Verleger, Buchgestalter, Schriftsetzer für Blei- und Computersatz und Buchdrucker. Vor allem aber sucht er nach Bildern zu Texten, die ihm wichtig sind. Illustrationen entstehen dabei in der Regel nicht, sondern kommentierende Grafiken, welche in der Sprache der Bilder das Ihrige hinzufügen. Der gelernte Setzer läßt gern Schriftzeichen in seinen Bildern mitspielen und erinnert so an deren bildhafte Ursprünge. Stets druckt er die Grafiken von den Originaldruckstöcken, zumeist auf einer Buchdruck-Andruckpresse. Die Texte setzt er mittels Blei- oder Holzlettern, mitunter auch mit eigens hierfür geschnittenen Zeichen. Mit dem Buchbinder Michael Knop fand er einen außerordentlich kompetenten und kooperativ mitwirkenden Partner. Seine "Spätdrucke" befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen, so in der Kunstbibliothek Berlin, dem Germanischen National-Museum Nürnberg und dem Museum van het Boek, Den Haag.
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Ralf Parkner hat die Veranstaltung mit dem Fotoapparat begleitet - weitere Aufnahmen aus seinem facebook-Auftritt können durch Klick auf untenstehende Thumbnails aufgerufen werden.
Fotos © Ralf Parkner

Mittwoch, 17. Juli 2013

Im Holzstich gebändigte Energie

Karl-Georg Hirsch und Andreas Brylka. Faszination Holzstich und Buchillustration.

Elemente, 1992
Ist dieser bereits seit 13. Mai Fünfundsiebzigjährige nun der klassische disziplinierte Illustrator, oder doch eher der frei eigene Themen gestaltende Grafiker? Diese schwer zu beantwortende Frage erledigt sich bei dieser Ausstellung von selbst, da sie im Museum für Druckkunst Leipzig als Heimstatt gediegenen Buchdrucks stattfindet. Karl-Georg Hirsch wird hier ausschließlich als der mit hochstilisierter Holzstichakribie arbeitende Buchkünstler gezeigt. Zudem ist sein Ausstellungskomplex mit dem eines zweiten dem Buch verpflichteten Holzstechers verflochten, dem des einst ebenfalls an der Hochschule für Graphik und Buchkunst Leipzig ausgebildeten Hamburgers Andreas Brylka. So entsteht im Vergleich zweier ganz unterschiedlicher Temperamente eine umfassende Schau zur bildkünstlerischen Ausdeutung von Literatur.
Dazu muss man sagen - der Ort der Ausstellung hat es schon in sich. Krabbelt man mühsam zur dritten Etage mit den Ausstellungssälen hoch, absolviert man schon ein Programm des Kennenlernens aller Varianten herkömmlicher handwerklicher Buchherstellung. Beginnend im Hochparterre ist die technische Ausstattung einer Druckwerkstatt alten Stils komplett erhalten. Was in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts noch als Offizin Haag Drugulin und Offizin Andersen-Nexö firmierte, war eine gute Adresse für das Herstellen von Büchern, die häufig genug das auszeichnende Prädikat »schönste« erhielten.
Da nun beide Künstler das im 19. Jahrhundert lediglich als schnöde Reproduktionstechnik verbreitete Stechen in Hirnholz (im Unterschied zum Schneiden in Langfaserholz) pflegen, sind sie hier gut aufgehoben. Und sie zeigen, welche ganz moderne Ausdrucksmöglichkeiten sich darin noch verbergen. Allerdings bleibt der sieben Jahre ältere Andreas Brylka in dem Punkt introvertiert bodenständiger. Sein Prä gilt in alter Kleinmeistertradition der Vignette. Verlässt er dieses ureigenste Terrain, wird er in größeren Formaten schnell mit anderen Meistern wie Werner Klemke oder Aristide Maillol verwechselbar.
Karl-Georg Hirsch dagegen hat nach einer Jugend mit Stukkateurberuf und Radrennsport seine enorme Energiepotenz erst mit der jahrzehntelangen Disziplinierung im akademischen Betrieb gezähmt. »Ich mag es, dass mir das Hirnholz so viel Kraft abnötigt«, meint er selbst dazu. Einerseits differenziert er meisterhaft die Grauwerte im Strichgespinst analog dem grafisch bewegten Schriftbild des von ihm illustrierten Buches. Andererseits birst die Welt seiner oft bizarren Menschengestalten oft geradezu im verqueren Zu- und Gegeneinander. Kontrovers jeder Idylle gegenüber reißt er kuriose bis dämonische Konfliktsituationen auf. Allein der feste Umriss der Buchseite begrenzt die unbändige Bewegungslust der Akteure seiner fast dramatisch zu nennenden Kompositionen.
All das lässt sich, anschaulich verteilt auf vielfältige Rahmungen und Arrangements von Buchbeispielen, in Vitrinen betrachten. Die immer wiederkehrende Anmerkung »Leihgabe Dr. Peter Labuhn« deutet an: Hier zeigt mit dem nun bereits im Ruhestandsalter angekommenen Arbeitsmediziner aus Stendal ein passionierter Sammler von Buchgrafik eine Auswahl aus seinen Beständen. Der enge Kontakt zu dem Künstler entstand, als dieser 1976 bis 2003 vom Dozenten und Werkstattleiter zum Professor und Prorektor der Leipziger Kunsthochschule wurde, und dennoch ununterbrochen selbst entwarf und zeichnete, stach und gestaltete. Allein 24 Exlibris entstanden in der Zeit für das Ehepaar Labuhn.
Mit hier gezeigten Entwurfsskizzen, unveröffentlichten Druckbögen und dem Briefwechsel rundet sich das Bild einer engen Beziehung. Jedes Mal unverwechselbar Hirsch, und immer im nuancenreichen Schwarz-Weiß klassischer Grafik. Welch kritisch-aufklärerischer Geist die für LUBOK, die edition burgart, die Büchergilde Gutenberg oder vor allem für die bibliophile Edition Zwiedruck geschaffenen brandaktuellen Blätter prägt, kommt allerdings hier kaum zum Ausdruck. Holzstich hat doch über alles Technische hinaus eine geistige Dimension.
(Harald Kretzschmar in Neues Deutschland, 17.7.2013)
 
Ausstellung: 9. Juni bis 25. August 2013
 
Museum für Druckkunst Leipzig
Nonnenstraße 38


siehe auch: Karl-Georg Hirsch und Andreas Brylka

Donnerstag, 30. Mai 2013

Karl-Georg Hirsch und Andreas Brylka

Faszination Holzstich und Buchillustration
 
Ausstellung aus Anlass des 75. Geburtstages des Leipziger Künstlers und Grafikers Karl-Georg Hirsch.

A. Brylka Holzstich zu Th. Mann
Der Kleiderschrank 1991 © Künstler
Zwei Künstler - eine grafische Technik: mit Werken von Karl-Georg Hirsch und Andreas Brylka aus fünf Jahrzehnten zeigt die Ausstellung im Museum für Druckkunst erstmals zwei der wichtigsten deutschen Buchillustratoren in einer gemeinsamen Schau. Die im heutigen Polen geborenen Künstler studierten knapp zeitversetzt an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und arbeiten später in Hamburg (Brylka) und Leipzig (Hirsch) freischaffend als Illustratoren u.a. für verschiedene Verlage. Dabei nutzen beide vornehmlich die heute nur noch selten verwendete Technik des Holzstichs, um Texten der Weltliteratur eine visuelle Dimension zu verleihen. Die Ausstellung lädt ein zu einer eindrucksvollen visuellen Reise in zwei Positionen der analogen Illustrationskunst der letzten 50 Jahre.
Der Ende des 18. Jahrhunderts in England aufkommende Holzstich entwickelte sich im 19. Jahrhundert zum vorherrschenden Illustrationsverfahren für Bücher und Zeitungen. Seit dem 20. Jahrhundert widmen sich dem Holzstich hauptsächlich Künstler. Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten von Hirsch und Brylka ermöglichen einen Einblick in die vielfältigen Ausdrucksformen dieser filigranen Bildtechnik, die auch in der museumseigenen „Holzstichwerkstatt“ nachvollzogen werden kann.
K.-G. Hirsch handkolorierter Holzstich zu J. P. Hebel Kannitverstan 1989 © Künstler
Alle ausgestellten Werke von Karl-Georg Hirsch entstammen der Sammlung Dr. Peter Labuhn.
Karl-Georg Hirsch (geb. 1938 in Breslau) studierte von 1960 bis 1965 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (Diplom bei Gerhard Kurt Müller), wo er seit 1976 als Dozent und von 1989 bis 2003 als Professor wirkte. Seit 1967 freischaffend tätig als Illustrator und Grafiker für renommierte Verlage wie Aufbau-Verlag Berlin und Insel Verlag Leipzig (heute Berlin). Auszeichnung mit zahlreichen Preisen, u.a. Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig 2011. Über 100 Einze- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. Lebt und arbeitet in Leipzig und Dölitzsch-Narsdorf.
Andreas Brylka (geb. 1931 in Myslowitz) studierte von 1952 bis 1957 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Egon Pruggmayer. 1959 übersiedelte er nach Hamburg und arbeitete freischaffend als Illustrator und Buchgestalter für zahlreiche Verlage, u.a. C.H. Beck München, Insel Verlag Frankfurt/Main (heute Berlin) und Christians Verlag Hamburg. 1972 gründete er mit der Edition AB einen Eigenverlag. Mehrere Preise erhielt er für Buchgestaltungen, u.a. im Wettbewerb „Schönste Bücher“. Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland. Lebt und arbeitet in Hamburg.
 
Eröffnung am 7. Juni 2013, 18 Uhr, in Anwesenheit beider Künstler
Ausstellung vom 9. Juni bis 25. August 2013
 
Museum für Druckkunst Leipzig
Nonnenstraße 38 . 04229 Leipzig

Donnerstag, 25. April 2013

Palmbaum zum Thema Buchkust

Das 56. Heft der Zeitschrift Palmbaum, welche ihren 20. Geburtstag begeht, ist der Buchkunst gewidmet. Das Heft enthält Antworten zu einer Umfrage, worin denn ein schönes Buch besteht, u.a. von unseren Mitgliedern Herbert Kästner, Carsten Wurm, Peter Arlt, Elmar Faber, sowie von Gerd Sonntag, Baldwin Zettl, Peter Gosse, Wilhelm Bartsch und Alexandra Sender. Im Heft finden sich Beiträge zur Geschichte der Thüringer Buchkunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart u.a. zu Titelblättern von Barock bis van de Velde von unserem Mitglied Jens-Fietje Dwars. Matthias Hageböck schreibt über Bucheinbände der Reformation, unser Mitglied Jens Henkel über Max Thalmann, Matthias Biskupek zum Greifenverlag und Johannes Mangei über den DDR-Untergrund. Karl-Georg Hirsch verrät, was er unter Buchkunst versteht. Er schuf für den Einband des Heftes einen Holzschnitt nach Peter Gosses Gedicht "Todin" und stach als Vorzugsgraphik zum Jubiläum der Zeitschrift das Blatt "Am Palmbaum".

Palmbaum