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Mittwoch, 25. März 2026

Verschwundene Verlage

Die Staatsbibliothek zu Berlin bot interessierten Zuhörern, darunter auch Pirckheimer und Mitglieder des Berliner Bibliophilen Abend, gestern in einer restlos ausgebuchten Buchvorstellung ein Podiumsgespräch mit Christoph Links zu dessen Titel "Verschwundene Verlage. Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte (1945 – 1990)“.
Dr. Christoph Links, Fotos © ad
Vorgestellt wurden durch Christoph Links, eingeleitet durch Achim Bonte, Generaldirektor der Staatsbibliothek, und moderiert von Jana Fröbel, Leitende Lektorin des Ch. Links Verlag, beispielhaft 10 der insgesamt 150 in der SBZ und der DDR bis 1972 verschwundenen privat geführten Verlage, darunter der Chery-Modeverlag, der Karl Baedeker Reisebuch-Verlag, die Büchergilde Gutenberg, der Petermänken-Verlag oder der Ossietzky Verlag, wobei der der Autor interessante, teils tragische, teils skurrile Anekdoten und Hintergrundinformationen zum besten gab. Objektiv und ohne dabei die Erfolge der Verlagsarbeit in der DDR klein zu reden, bot Christoph Links einen Einblick in die Kulturpolitik der SED, ihre ideologisch determinierten desaströsen wie positiven Aspekte, was sicher auch bestehenden Vorurteile ausräumt.
Der Klarinettist Jan Hermerschmidt begleitet den Abend mit Schlagermelodien des verschwundenen Musikverlages Kurt Grabau.

Christoph Links: Verschwundene Verlage
Ch. Links Verlag 2026
ISBN 978-3-96289-241-8
35,00 €

Donnerstag, 19. Februar 2026

Verschwundenen Verlage der DDR

Zum Ende der DDR gab es nur noch 78 zugelassene Verlage, obwohl von der Sowjetischen Militäradministration nach 1945 mehr als 200 eine Genehmigung erhalten hatten.
Der Verlagshistoriker Christoph Links hat die Geschichte von 150 verschwundenen Verlagen recherchiert und geht der Frage nach, warum und wie sie verschwanden. Er stellt sein Buch im Gespräch erstmals vor und präsentiert außergewöhnliche Fälle.

Der Klarinettist Jan Hermerschmidt begleitet den Abend mit Schlagermelodien des verschwundenen Musikverlages Kurt Grabau.

24. März 2026, 18.30 Uhr, um Anmeldung wird gebeten

Staatsbibliothek zu Berlin
Wilhelm-von-Humboldt-Saal
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Freitag, 18. April 2025

200 Jahre Börsenverein - Buch. Buchbranche. Freies Wort.

In der Geschichte haben Bücher immer wieder ihre gesellschaftsverändernde Kraft gezeigt. Wie gestaltet das Buch heute noch die Gesellschaft mit – in einer Zeit, die von Informationsflut, Pluralität und Polarisierung geprägt ist? Und wie erreichen Autoren, Verlage und Buchhandlungen in Zukunft die Menschen? Was bedeuten der wachsende Einfluss großer Internetplattformen, von KI und Desinformation für die Debatte von morgen? Darüber sprechen zum 200. Jubiläum des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels im Rahmen des Themenjahres „Mehr als eine Geschichte. Buchstadt Leipzig“ Gäste aus der Buchbranche, der Soziologie und der historischen Forschung.
Mit:
Maja Göpel (Politökonomin)
Annika Bach (Verlegerin E. A. Seemann Henschel Verlagsgruppe, Leipzig)
Bijan Moini (Autor)
Christoph Links (Mitglied Historische Kommission des Börsenvereins)
Karin Schmidt-Friderichs (Vorsteherin des Börsenvereins) und einem Grußwort von Skadi Jennicke (Bürgermeisterin der Stadt Leipzig)
Moderation: Katrin Schumacher (MDR)

30. April 2025, 19 Uhr

Schaubühne Lindenfels
Karl-Heine-Str. 50
04229 Leipzig

Dienstag, 25. Februar 2025

Wie funktionierte das „Leseland DDR“?

Buchbasar Unter den Linden, Berlin, Anfang der 1950er Jahre; Quelle unbekannt © Archiv der Berliner Buchhandelsgesellschaft
Über zehn Jahre hinweg haben 52 Forschende das „Leseland DDR“ erkundet. Ihr vierbändiges Werk mit 2.000 Seiten liegt nun vor. In einem Podiumsgespräch präsentieren die Herausgeber wichtige Erkenntnisse zu den politischen Rahmenbedingungen, über Buchkunst und -herstellung.

Zusammen mit dem Schriftsteller Volker Braun, der Wissenschaftlerin Luise Tönhardt und der Bibliotheksexpertin Claudia Lux blicken sie auf die bewegte Zeit zurück. Einführung und Moderation durch den Mitherausgeber Christoph Links.

Nach dem Podiumsgespräch besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und einige Originale aus den Sammlungen der Staatsbibliothek und der persönlichen Sammlung des Herausgebers anzuschauen.

Podiumsgespräch: 18. März 2025, 18 Uhr, um Anmeldung wird gebeten.

Staatsbibliothek zu Berlin
Wilhelm-von-Humboldt-Saal
Unter den Linden 8 · 10117 Berlin

Sonntag, 15. September 2024

Herzlichen Glückwunsch, Christoph

Der Berliner Verleger und Publizist Christoph Links feiert heute seinen 70. Geburtstag.
Christoph Linke bei der Vorstellung der neuern Bände "Geschichte des Deutschen Buchhandels im 19. und 20. Jahrhundert" vor der Pirckheimer-Gesellschaft, Foto © ad
Mit seinem Verlag, direkt nach der Wende aus der Taufe gehoben, hat sich Christoph Links insbesondere auf Themen rund um die DDR, den Kalten Krieg und die Wiedervereinigung spezialisiert. Mit mehr als 1000 veröffentlichten Büchern ist der Verlag zu einer festen Größe geworden, wenn es um die Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte und Gegenwart, um politische Debatten und Aufklärung geht.

Später öffnete Christoph Links sein Programm auch für Werke zur NS-Geschichte sowie zur deutschen Kolonialgeschichte und nahm stärker die internationale Politik in den Blick.

2018 wurde der Verleger, der sich auch intensiv für Meinungsfreiheit engagierte, mit der Goldenen Nadel des Börsenvereins geehrt: „In seinem Verlag, der Historischen Kommission und als Sprecher der IG Meinungsfreiheit hat Christoph Links die gesellschaftliche Bedeutung des Buches nachhaltig gestärkt,“ hieß es damals in der Laudatio.

In den letzten Jahren berichtete Links von zunehmenden Drohungen gegen den Verlag und von gezielten Störungen bei Veranstaltungen – so konnten 2017 zum Beispiel Lesungen aus dem Band „Unter Sachsen. Zwischen Wut und Willkommen“ nur unter Polizeischutz stattfinden. Auch Angriffe juristischer Art aus organisierten rechtsextremistischen Kreisen nähmen zu.

Christoph Links hat als Sachbuchautor selbst zahlreiche Werke herausgegeben und veröffentlicht, darunter vielbeachtete Bücher wie "Das Schicksal der DDR-Verlage", das sich mit der Privatisierung der 78 Buchverlage in der DDR um 1989 und deren Konsequenzen auseinandersetzt.

2019 wurde der Ch. Links Verlag Teil der Aufbau-Gruppe und zog in die Räume des Aufbau-Hauses in Berlin Kreuzberg. Bis Ende 2020 blieb Christoph Links alleiniger Geschäftsführer, bevor er sich in den Ruhestand verabschiedete.

(boerrsenblatt,net)

Freitag, 13. Oktober 2023

Geschichte des Deutschen Buchhandels im 19. und 20. Jahrhundert, Band 5: DDR

Christoph Links (lks.) und Carsten Wurm, Foto © ad
Die Berlin-Brandenburger Pirckheimer und auch Gäste, ehemalige Pirckheimer und Mitglieder des BBA, erhielten gestern im Kleinen Säulensaal der Stadtbibliothek eine fundierte Einführung in den Band 5 der im Auftrag der Historischen Kommission des Börsenvereins herausgegebenen Geschichte des Deutschen Buchhandels.

Vor 40 Jahren waren die Referenten, Dr. Christoph Links, ehemaliger Inhaber des Chr. Links Verlags und neben Siegfried Lokatis und Klaus G. Saur einer der Herausgeber, und der mit ihnen zusammen arbeitende Dr. Carsten Wurm, ehemaliger Chefredakteur der Marginalien, gemeinsam im Aufbau-Verlag tätig, den Pirckheimern sind beide ohnehin seit langem keine Unbekannten.
Und mit den Pirckheimern fanden beide damit ein obwohl selbst sachkundiges, trotzdem äußerst wissbegieriges Publikum, welches sich gern in Anekdoten, die der Buchvorstellung eingestreut waren, an die kleinen und größeren Besonderheiten, an die Vorzüge und Schwachstellen des Buchhandels in der DDR erinnerte.

Grund genug, wieder einmal eine Bibliothek zu besuchen, denn bei dem Preis von rund 170 € für jeden der bisher erschienenen 3 Teilbände wird dieses wichtige Werk selten den Weg in den privaten Bücherschrank finden.

Geschichte des deutschen Buchhandels im 19. und 20. Jahrhundert
5 Bände in mehreren Teilbänden
Walter de Gruyter, Berlin 2004 ff

Dienstag, 8. Dezember 2015

Das Schicksal der DDR-Verlage

Die Privatisierung und ihre Konsequenzen

Im Januar 2010 stellte der Berliner Autor und Verleger Dr. Christoph Links den Berlin-Brandenburger Pirckheimern sein Buch "Das Schicksal der DDR-Verlage" vor. Dieser Titel, der inzwischen in einer zweiten, überarbeiteten Auflage vorliegt, wird nun durch den Autor auch in einer gemeinsamen Veranstaltung der RLS Sachsen-Anhalt mit dem Jenny Marx Forum Salzwedel in einer Lesung präsentiert.
Die Buchlandschaft in Ostdeutschland hat sich seit 1990 radikal verändert. Von den ehemals 78 staatlich lizenzierten Verlagen der DDR existiert in eigenständiger Form kaum noch ein Dutzend. Die Mitarbeiterzahl ist unter ein Zehntel gefallen. In dieser Region wird heute weniger als ein Prozent des deutschen Buchumsatzes erzeugt.
Wo liegen die Ursachen für diesen gewaltigen Umbruch? Lag es an Struktur und Profil der DDR-Betriebe, an der Privatisierungspolitik der Treuhandanstalt oder dem Vorgehen der neuen Eigentümer aus dem Westen?
Auf der Grundlage detaillierter Einzeluntersuchungen zu Geschichte, Eigentumsform, Produktionsvolumen, Beschäftigtenzahlen und zum Privatisierungsprozess aller 78 Verlage wird eine kritische Bilanz der Umgestaltung dieser Wirtschaftsbranche vorgelegt.

Lesung: 8. Dezember 2015 um 19:00

Stadt- und Kreisbibliothek
Vor dem Neuperver Tor 2, 29410 Salzwedel

Sonntag, 13. Mai 2012

DDR-Bibliothek in Staucha eröffnet

Peter Sodann hat mit dem Ziel der Vollständigkeit alle in der SBZ und der DDR erschienenen Bücher " ... gesammelt, die als «DDR»-Bücher ansonsten auf dem Müll gelandet ... wären. Staucha war bereit, ihn und seine Bücher aufzunehmen.
... Sodann sammelt alles, was zwischen 1945 und 1989 im Osten erschien. Marx und May, Tolstoi und Brecht, Seghers und Grass. «Wir bewahren es für unsere Nachkommen auf. Überall steckt Wahrheit in den Büchern, sie sind doch ein Stück Gedächtnis.» Er habe es nicht ausgehalten, dass Bücher vernichtet werden sollten, nur weil sie im Osten verlegt wurden. Die Zahl der Bücher in Staucha kann nur geschätzt werden: Eine Viertelmillion ist immerhin katalogisiert. Mehr als 500 000 sollen es insgesamt schon sein.
Noch ist vieles in Staucha improvisiert - so wie das kleine Theater- und Leseprogramm zur Eröffnung der Sammlung in der Scheune voller Bananenkisten mit Literatur. ...
«Die sind wirklich ein Schatz», sagt Verleger und Publizist Christoph Links ... Er hält die Sodannsche Sammlung unter wissenschaftlichen Aspekten für wichtig. Denn die Bücher in Staucha sind nach Verlagen sortiert. «Das ist in dieser Form einmalig. Eine umfassende Geschichte der DDR-Verlage muss erst noch geschrieben werden.»
"
(Petra Strutz, dpa)

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Montag, 26. März 2012

100 Jahre Liebhaberbibliothek Gustav Kiepenheuer

Einband von Max Schwarzer (1882-1955)
Der 1910 in Weimar gegründete Gustav Kiepenheuer Verlag gab ab 1912 als Krönung seiner Tätigkeit "Die Liebhaberbibliothek" heraus. Dieser bibliophile Reihe widmet sich zum 100jährigen Jubiläum eine Ausstellung.
Auf den guten Erfahrungen aufbauend, hat der Verlag bis zu seiner Einstellung 2010 vier Mal mit einer Gustav Kiepenheuer Bücherei versucht, das Erfolgsrezept wieder zu beleben. Ab 1936 verlegte Gustav Kiepenheuer trotz eingeschränkter Umstände zehn Titel einer Kiepenheuer Bücherei. Noa Kiepenheuer gab ab 1956 in Weimar 50 Titel heraus, die hoch beachtet humanistisches Gedankengut ("kleine Weltliteratur") reflektierten. Mit der Veräußerung des Verlages nach dem Tod von Noa Kiepenheuer begann die erfolgreichste Serie der Gustav Kiepenheuer Bücherei bis 1990 in Leipzig und Weimar. Auf insgesamt 100 Titel wurde das Programm mit spektakulären Nachauflagen der vorliegenden Jahrzehnte gestaltet. Nach dem Ende der DDR folgten in einer weiteren Gustav Kiepenheuer Bücherei 20 Titel nahezu unveröffentlichter Raritäten.
Das Druckgrafische Museum Pavillon-Presse Weimar hat in mehrjähriger Arbeit 2010 mit Kooperationspartnern Ausstellungen zum Gustav Kiepenheuer Verlag in Weimar und Leipzig erarbeitet, von denen die Pirckheimer eine bereits anläßlich des Jahrestreffens besuchen konnten. 2011 konnte das Museum eine Publikation "100 Jahre Kiepenheuer-Verlage" im Christoph Links Verlag befördern.

Ausstellung: 24. März bis 03. Juni 2012

Stadtmuseum Weimar
Karl-Liebknecht-Str. 5-9
99423 Weimar