Sonntag, 14. Juni 2026

Unter Druck. Politische Plakate 1918 bis 1933

Das politische Plakat tritt in Europa erstmals massiv als Propagandaplakat im Ersten Weltkrieg auf. Die Kriegsparteien agieren dabei sehr verschieden. Von sachlich faktischer Argumentation bis hin zur Lüge und emotionaler Ansprache, ein Spektrum, das sich in den politischen Plakaten der Folgejahre weiterentwickelt. Nach Ende des Ersten Weltkriegs scheinen expressionistische Plakate den traumatisierten Zustand einer ganzen Nation widerzuspiegeln. Die wachsende Brutalität der politischen Auseinandersetzung in den 1920er und 1930er Jahren spiegelt sich auch in der Rohheit der Plakatmotive wider, vor allem solcher, die von extrem linken und rechten politischen Rändern verbreitet wurden. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten endet die Vielfalt der politischen Stimmen auf den Plakaten im öffentlichen Raum.
Der reich bebilderte, den Zeitraum 1918 bis 1990 umfassende Katalog enthält lesenswerte Beiträge von Peter Forster, René Grohnert, Petra Eisele und Nikolas Werner Jacobs (144 S., Deutscher Kunstverlag, 28 €); darüber hinaus gibt es im Landesmuseum eine postkartengroße, 46-seitige Werkübersicht mit den Plakaten 1918 bis 1933 zum Mitnehmen.

Ausstellung: noch bis 9. August 2026

Museum Wiesbaden - Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur
Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden

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