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| Alfons Mucha |
Weniger bekannt bei uns ist die Buchkunst der Prager Avantgardebewegungen, die sich ab den 1910er Jahren entwickelten. Der Kubismus erfuhr in Prag eine besondere Ausformung in Architektur und Design mit kristallinen Formen. Die Buchkunst dieser Zeit nahm die Formensprache auf, Protagonisten des Prager Kubismus wie František Kysela, Vratislav Hugo Brunner, Method Kaláb sind in der Ausstellung vertreten. Zu den wichtigsten Künstlern der tschechischen Moderne gehört Karel Teige, der auch als Kunsttheoretiker und Publizist Einfluss nahm und zu den Gründern des Poetismus, einer reintschechischen Kunstrichtung gehörte. Seine Fotomontagen und typographischen Montagen machten ihn international bekannt.
Mit Ladislav Sutnar wird eine weitere wichtige Position der Avantgarde präsentiert. Auch der tschechische Surrealismus hatte seine ganz eigene Ausprägung. Zu den wichtigsten Künstlern und Künstlerinnen gehören hier Jindřich Štyrský und Toyen. In der Nachkriegszeit setzten Zdenek Seydl und Jaroslav Šváb Maßstäbe mit ihren farbigen Umschlaggestaltungen. In dieser Zeit erlebte das Bilderbuch eine Blüte, die phantasievollen Illustrationen erlangten internationale Aufmerksamkeit.Jiří Trnka und besonders Zdeněk Milerwaren weit über die Grenzen hinaus bekannt und beliebt. Die farbenfrohen, surrealen Illustrationen der Malerin Květa Pacovská zeigen höchstes künstlerisches Niveau. Auch die experimentellen Kunstrichtungen der sechziger Jahre fanden ihren Niederschlag in der tschechischen Buchkunst, Jiří Kolář gehört mit seinen Montagen zu den wichtigen europäischen Künstlern seiner Zeit.
Ein bei uns eher unbekanntes Kapitel dürften die Bücher des Samisdat, der inoffiziellen Kultur sein. Abseits der geförderten Kultur entstand im Untergrund eine vitale Szene. Ein weiteres Kapitel zeigt die kreative Energie, die die Revolution von 1989 in der Kunst freisetzte. Schließlich wirft die Ausstellung auch einen Blick auf das zeitgenössische tschechische Buchdesign.
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| Ladislav Sutnar |
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| Jaroslav Šváb |
Vernissage: 4. September 2026, 18 Uhr
Ausstellung: 5. September – 29. November 2026
Klingspor Museum
Herrnstraße 80, 63065 Offenbach am Main



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