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Samstag, 19. September 2026

Isabel Kittler zu Gast beim LBA

Der Leipziger Bibliophilen Abend lädt in Kooperation mit der Buchhandlung und dem MMKoehn Verlag Leipzig zur Buchvorstellung Isabel Kittler, Vergiss mein nicht! Die letzten Ostfrauen ein. 

16. Oktober 2026, 19 Uhr, Einlass 18.30 Uhr
Connewitzer Verlagsbuchhandlung in Specks Hof

Montag, 24. August 2026

die Wiederauferstehung des Sherlock Holmes

Thomas Franke, seines Zeichens Pirckheimer, zelebriert wieder einmal mit einem szenischen überkandidelten Vortrag in der Zone Bluesbar Bonn als Fortsetzung des im Mai dortselbst vorgetragenen Berichtes von Dr. Watson über den Tod des Sherlock Holmes stimmspielend die überaus spannende, von Arthur Conan Doyle über die ‚Wiederauferstehung‘ des Sherlock Homes genial geschriebene Kriminalerzählung „Im leeren Haus“.
die legendäre Wiederauferstehung des überaus
berühmten Meisterdetektivs Sherlock Holmes
Um sich selbst und seine schriftstellerischen Intentionen zu retten, hatte Conan Doyle mit dem in der Erzählung „Das letzte Problem“ erzählten Tod des Sherlock Holmes diesen Zyklus 1893 an ein Ende bringen wollen, was ihm jedoch aufgrund der Proteste und Anfeindungen seiner Leserschaft mißlang. Im Jahr 1901 erregte ein Freund (nicht Dr. Watson!) sein Interesse an einer Legende, nach der eine Familie im Dartmoor von einem geheimnisvollen Geisterhund verfolgt wurde. Diese Sage entflammte Doyle, so daß er sich entschloß, daraus einen neuen Roman mit Sherlock Holmes als Protagonisten zu schreiben, der vor Holmes‘ Tod spielen sollte. Der unglaubliche Erfolg des „Der Hund von Baskerville“ und die zu dieser Zeit enorme Summe Geldes, die Doyle von seinem Verleger in Aussicht gestellt bekam, veranlaßte ihn schließlich, Sherlock Holmes‘ Tod literarisch zu revidieren.

6. September 2026, 19 Uhr
Zone Bluesbar Bonn
Maxstraße 2a, 53111 Bonn

Samstag, 15. August 2026

Oh, du Grimmische Welt ...

Im Verlauf der 20. Lesereise durch die Bonner Altstadt trägt Thomas Franke, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, in einem szenischen Vortrag unter dem Thema "Oh, du Grimmische Welt - Hans Dumm, Bruder Lustig und Fundevogel" einige Märchen der Brüder Grimm vor.
„Oft wird von den Leuten die Behauptung weitererzählt, viele Märchen hätten die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm gesammelt, indem sie den Erzählungen alter Bäuerinnen sowie einsiedlerischen Köhlern und Hirten in düsteren Katen und auf stürmischen Bergwiesen lauschten, jedoch stellten sich solche Berichte als dahinphantasierte heraus. Mittlerweile wissen wir, daß die Grimms nicht im Volk kursierende Märchen zusammentrugen, sondern daß die Märchen vor allem von jungen, gebildeten Frauen erzählt wurden und oftmals aus französischen Quellen resultierten. So findet man zum Beispiel einige dieser Märchen wie „Der Blaubart“ ein wenig anders erzählt um 1697 im Märchenbuch des Charles Perrault. Durch die mündliche Weitergabe der Familie Hassenpflug kam es als „Blaubart“ in die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm.
In ihren ursprünglichen Versionen, die – oft düster und verstörend – Themen wie Konkurrenz um Schönheit, der nagende Hunger, der unerfüllte Kinderwunsch, untergeschobene oder sich gegenseitig abschlachtende Kinder ausbreitend, sind sie eher Geschichten für Erwachsene denn für Kinder. Allerdings gibt es auch Geschichten über Kindheit, Jugend oder das Heiraten in oft lustigen Formen, bis zu einer Reihe von Zaubermärchen, in denen die Erzählungen zum glücklichen Ende kommen. Bekannte Märchen sind „Rotkäppchen“, „Brüderchen und Schwesterchen“, „Rapunzel“, „Rumpelstilzchen“, „Schneewittchen“, „Hänsel und Gretel“ und viele andere, die sich immer wieder als zeitlose, also auch heute noch aktuelle Parabeln erweisen, weil jede »ächte Poesie niemals ohne Beziehung auf das Leben seyn kann« (Wilhelm und Jacob Grimm in ihrer Vorrede).
Aber spannender werden die unbekannten Texte sein, von denen der Schauspieler Thomas Franke – selbstverständlich neben einigen bekannten Märchen – am heutigen Abend eine Auswahl vortragen wird, wie sie in der Ausgabe letzter Hand von 1857 zu finden sind und nur minimal sprachlich angepaßt wurden. Es wird also gereist, es werden Abenteuer bestanden, man schlägt sich mit Riesen, es wird meisterhaft gestohlen und selbst der eine und der andere Spuk geistert vorbei.
“
(Thomas Franke)

27. August 2026, 19.30 Uhr
Altstadtbuchhandlung Büchergilde
Breite Straße 47, 53111 Bonn

Freitag, 5. Juni 2026

„Er wollte einmal Maler werden“

Wolfgang Borchert ist als Schriftsteller unvergessen – doch wer kennt ihn als Maler und Zeichner? Das im Verlag Angeli & Engel im Juni erscheinende Buch „,Er wollte einmal Maler werden‘. Farbige Zeichnungen und Bilder von Wolfgang Borchert“ präsentiert erstmals einen umfassenden Überblick über seine bildkünstlerischen Versuche, die im Nachlass des Autors in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg bewahrt werden. Der Band ist ein außergewöhnliches Porträt: Es zeigt den Schriftsteller als Doppelbegabten, der in Wort und Bild existenzielle Erfahrungen festhielt – und dessen Werk bis heute nichts von seiner Dringlichkeit verloren hat.
Die Herausgeber Peter Engel und Konstantin Ulmer stellen das Buch gemeinsam mit dem mitwirkenden Borchert-Forscher Hans-Gerd Winter vor. Gezeigt werden auch einige Originalbilder des zeichnenden Autors.

16. Juni 2026, 18 Uhr, Anmeldung erforderlich

Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky
Von-Melle-Park 3, 20146 Hamburg

Dienstag, 31. März 2026

Nacht der Museen in Offenbach

Das Ausstellungsprojekt AAIP. Artists as Independent Publishers, durch das verschiedene Kunsthochschulen weltweit vernetzt sind, zeigt om einer Wanderausstellung im Klingspor Museum buchkünstlerische Arbeiten, die an den teilnehmenden Hochschulen in den letzten Semestern entstanden sind.
Artists as Independent Publishers. © Ilya Kirshin, Quirin Fürbeck, Minsang Kim
Zur Nacht der Museen laden rund 60 Kulturinstitutionen in Frankfurt, Offenbach und Eschborn gibt es im Klingspor Museum Führungen, Workshops und Konzert sowie Getränke und Snacks von der Vereinigung Freunde des Klingspor Museums.

Ausstellung: 28. März - 26. April 2026
Führungen: 1. April 2026, 17 Uhr, 10. April 2026, 18:30 Uhr
Lesung: 17. April 2026, 18:30 Uhr
Nacht der Museen: 25. April 2026, 19 Uhr

Klingspor Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Freitag, 27. März 2026

Ausradiert?

Carsten Gansel, Vorsitzender der Christa Wolf Gesellschaft, stellt sein soeben erschienenes Buch "Ausradiert?" in seiner Geburtsstadt Güstrow vor.
Der Literaturwissenschaftler beleuchtet darin das Verschwinden der DDR-Literatur nach dem Mauerfall und wirbt für einen anderen Blick auf sie. Von Christa und Gerhard Wolf bis Uwe Johnson, von Werner Bräunig bis Gerti Tetzner, von Brigitte Reimann bis Fritz Rudolf Fries, von Irmtraud Morgner bis Ulrich Plenzdorf, von Volker Braun bis Jenny Erpenbeck.

26. März, 19.30 Uhr
Uwe Johnson-Bibliothek
Markt 1, 18273 Güstrow

3 Kommentar(e):
27. März 2026: BuchKunstBalance hat gesagt
In den Künstlerbüchern der Edition Balance / BuchKunstBalance wurden nach der Wende Erstausgaben von bedeutenden DDR-Autoren verlegt: Christa Wolf, Kerstin Hendel, Wilhelm Bartsch, Rainer Kirsch, Johannes Jansen, Karl Mickel, Sarah Kirsch, Durs Grünbein, Volker Braun u.a. (siehe auch Katalog der Ausstellung in der Deutschen Nationalbibliothek 2006 „Buch Kunst Balance. Die Künstlerbücher der Edition Balance 1990 – 2006“). In den Poetischen Miniaturen der BuchKunstBalance die seit 2012 bis heute erscheinen, finden sich u.a. Texte von Uwe Kolbe, Sarah Kirsch oder auch Reiner Kunze (siehe internationale Fachzeitschrift GRAPHISCHE KUNST 1+2/2o25).
28. März 2026: Michael Hametner hat gesagt
Carsten Gansels Buch „Ausradiert“, in dem der Schriftsteller nach den Gründen der Delegitimierung der Literatur in der DDR sucht.
28. März 2026: Armin Schubert hat gesagt
Wir haben alle unsere Erfahrungen mit dem Ausradieren. So habe ich einen Juror aus Karlsruhe bei einem Jugendprojekt zu "Lebenskunst lernen" in Goslar erlebt.Wir wurden mit der Mauthausenkantate von Mikis Theodorakis und Bildern zu Pablo Neruda als Hommage an HAP Griesshaber übergangen. Zu links. Wortlos. Ausradiert./ Ich mache im Ehrenamt ohne Trotz mit Qualität weiter und pflege das kulturelle Erbe zu Christa Wolf, Franz Fühmann, Anna Seghers, Jurek Becker, Metzkes, Ensikat, Herfurth,Quevedo etc.- Henry Günther und die Christa Wolf Gesellschaft/ die Pirckheimer-Gesellschaft- alle an der Seite der Bücherkinder Brandenburg.

Mittwoch, 25. März 2026

Verschwundene Verlage

Die Staatsbibliothek zu Berlin bot interessierten Zuhörern, darunter auch Pirckheimer und Mitglieder des Berliner Bibliophilen Abend, gestern in einer restlos ausgebuchten Buchvorstellung ein Podiumsgespräch mit Christoph Links zu dessen Titel "Verschwundene Verlage. Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte (1945 – 1990)“.
Dr. Christoph Links, Fotos © ad
Vorgestellt wurden durch Christoph Links, eingeleitet durch Achim Bonte, Generaldirektor der Staatsbibliothek, und moderiert von Jana Fröbel, Leitende Lektorin des Ch. Links Verlag, beispielhaft 10 der insgesamt 150 in der SBZ und der DDR bis 1972 verschwundenen privat geführten Verlage, darunter der Chery-Modeverlag, der Karl Baedeker Reisebuch-Verlag, die Büchergilde Gutenberg, der Petermänken-Verlag oder der Ossietzky Verlag, wobei der der Autor interessante, teils tragische, teils skurrile Anekdoten und Hintergrundinformationen zum besten gab. Objektiv und ohne dabei die Erfolge der Verlagsarbeit in der DDR klein zu reden, bot Christoph Links einen Einblick in die Kulturpolitik der SED, ihre ideologisch determinierten desaströsen wie positiven Aspekte, was sicher auch bestehenden Vorurteile ausräumt.
Der Klarinettist Jan Hermerschmidt begleitet den Abend mit Schlagermelodien des verschwundenen Musikverlages Kurt Grabau.

Christoph Links: Verschwundene Verlage
Ch. Links Verlag 2026
ISBN 978-3-96289-241-8
35,00 €

Sonntag, 22. März 2026

Lesung „50 Jahre unterwegs mit Büchern“

Wolfgang Neubert
Gestern wurden in Leipzig unter Anwesenheit des Autors die Erinnerungen des Pirckheimers und langjährige Aussteller der Leipziger Antiguariatsmesse Wolfgang Neubert "50 Jahre unterwegs mit Büchern. Erinnerungen eines Antiquars und Sammlers." vorgestellt.
Diese Erinnerungen wurden von der Pirckheimer-Gesellschaft 2025 als Jahresgabe in 750 Exemplaren herausgegeben, darunter 60 Exemplare als nummerierte Vorzugsausgab mit einem handkolorierten Acrylstich von Egbert Herfurth.

Samstag, 14. März 2026

Revolution im Leseland

In einer Veranstaltung der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin stellt Michael Knoche sein Buch „Revolution im Leseland. Wissenschaftliche Bibliotheken der DDR nach der Wende“ vor.
© Portrait privat, Cover Wallstein Verlag
Nach dem Mauerfall 1989 standen auch die Bibliotheken der DDR vor einer radikalen Neuausrichtung. Gerade den Staats-, Landes- und Universitätsbibliotheken gelang jedoch —mit Unterstützung aus dem Westen — eine rasche und beispiellose Modernisierung. Die Lücken in den Sammlungen wurden geschlossen, die Gebäude saniert und mit zeitgemäßer Informationstechnologie ausgestattet. Diese Erneuerungsoffensive löste einen Schub aus, von dem das gesamtdeutsche Bibliothekssystem profitiert hat. Auch in personeller Hinsicht verlief die Umgestaltung bemerkenswert: Zwar wurde das Personal auf Leitungsebene streng evaluiert, aber anders als in vielen Bereichen der Hochschulen gab es keinen starken Elitenaustausch von West nach Ost. Die Personalstärke der Belegschaften blieb relativ konstant — auch wenn die Übernahme der Angestellten in das bundesdeutsche Tarifsystem konfliktträchtig war und viele Erwartungen enttäuschte. Immerhin blieb der Großteil der Arbeitsplätze erhalten. Während andernorts nur von Versäumnissen und Verlierern die Rede ist, belegt dieses Buch: Die wissenschaftlichen Bibliotheken nicht nur im Osten, sondern auch im Westen gehören zu den Gewinnern der Einheit.

16. März 2026, 18 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin
Wilhelm-von-Humboldt-Saal
Haus Unter den Linden 8 • 10117 Berlin

Freitag, 24. Oktober 2025

Schiffe fröhlich über deinen verdünstenden Tropfen Zeit!

In einer Veranstaltung der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin anlässlich des 200. Todestages von Jean Paul (1763–1825) liest Hans-Jürgen Schatz Passagen aus Werken und Briefen sowie der Jean Paul-Biographie Günter de Bruyns unter dem Thema Schiffe fröhlich über deinen verdünstenden Tropfen Zeit! Jean Paul, Karl Philipp Moritz und das „Schulmeisterlein Wutz“.
Dieser schildert, welche Umstände dazu geführt haben, dass der Nachlass dieses Johann Paul Friedrich Richter nach Berlin gelangte und nicht in Bayern geblieben war. Und hätte Jean Paul seinem Idol, Karl Philipp Moritz, in Berlin nicht im rechten Moment geschrieben, wäre er vielleicht nie gedruckt worden oder erst sehr viel später. Dessen Begeisterung für das „Schulmeisterlein Wutz“ war der Startschuss für die Karriere des bis dahin unbekannten und ungedruckten jungen Schriftstellers aus Wunsiedel im Fichtelgebirge. Auf den kurzen Briefwechsel von Jean Paul und Karl Philipp Moritz folgt der rührend-komische Mittelteil aus dem „Schulmeisterlein Wutz“, der unter der Überschrift „Verliebt, verlobt, verheiratet“ stehen könnte.

„Die Geschichte vom Schulmeisterlein Wutz, in der gefühlvoll und heiter ein armseliges, aber glückliches Leben erzählt wird, gehört zu den schönsten Dichtungen deutscher Sprache. Noch besser als beim leisen Lesen erschließt sich die Schönheit von Jean Pauls Sprache beim Hören. Weder des Lächelns noch der Tränen sollte man sich dabei enthalten oder ihrer gar schämen“, meinte der unübertroffene Jean Paul-Biograph Günter de Bruyn.

Hans-Jürgen Schatz debütierte mit der Hauptrolle in dem Spielfilm „Flamme empor“ (1979). Seither wirkte er in zahlreichen Theater- und Musicalinszenierungen sowie Kino- und Fernsehfilmen mit. Einen exzellenten Ruf als Rezitator erwarb er sich mit Texten von Erich Kästner, Jean Paul und Thomas Mann.

Begrüßung Susanne Schüssler, Vorstand der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V.
Vitrinenschau von Werken Jean Pauls aus dem Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin

11. November 2025, 18 Uhr, um Anmeldung wird gebeten

Wilhelm-von-Humboldt-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin
Haus Unter den Linden 8 · 10117 Berlin

Freitag, 10. Oktober 2025

„Nachrichten aus der Verlagswelt“

Der Berliner Bibliophilen Abend traf sich gestern im Antiquariat Carl Wegner zu einer Plauderei mit Ulrich Goerdten über neue Entwicklungen im Publikationswesen mit jüngsten Beispielen aus seiner eigenen Produktion. So publizierte er in Buchform oder auch ausschließlich „elektronisch“ im Refubium der FU Berlin Julius Stinde 24 unbekannte Aufsätze zum Spiritismus von 1874 bis 1902 oder „Das Universalkochbuch des 18. Jahrhunderts und sonstigen trophologisch relevanten Abhandlungen“ aus dem „Zedler“.
Ulrich Goerdten stellte nicht nur seine Gedanken zu aktuellen Tendenzen der Publikationstätigkeit vor, er las auch kurze Passagen aus seinem Schaffen, so eine Episode aus „Teuchern 1940 - 1950, Erinnerungen“ an seine Kindheit.
Fast erschreckend aktuell geworden sind auch die, ursprünglich in satirische Überhöhung vor gut zwanzig Jahren geschriebenen „Nachrichten aus der Verlagswelt“ mit dem Titel „Verbesserte Schreibprogramme“, die Ulrich Goerdten zum Besten gab, ein Auszug aus seiner Erzählung „Im Netz“ aus dem Buch "Bargfeld. Texte", erschienen im Bücherhaus Bargfeld des Antiquars Hermann Wiedenroth.
Natürlich verlas der Autor der „Lürischen Ybungen“ auch eine Gedicht aus einem noch in Planung befindlichen 3. Band, der wieder bei Marc Berger erscheinen wird.
Im Anschluss zeigte der Gastgeber Mathias Proksch, Mitglied des BBA, noch ein besonderes Stück aus seinem Antiquariat, die „Hochzeitsschürze“, 1990 entstanden im Berliner Tacheles als Symbol der Deutschen Einheit aus zusammen gehefteten Buchrücken.

2 Kommentare:
16. Oktober 2025: Bücherfreundin hat gesagt…
Klingt interessant. Ich wäre an einem Hinweis zu künftigen Veranstaltungen des Berliner Bibliophilen Abend interessiert, wen müsste ich ansprechen?

16. Oktober 2025: Abel Doering hat gesagt…
Mitglieder und Freunde des BBA erhalten regelmäßig Veranstaltungsinformationen, wer daran interessiert ist, schreibt bitte an doering@berliner-bibliophilen-abend.org. Ich habe deine E-Mail-Adresse in den Verteiler aufgenommen.
Alle Veranstaltungen können auch unter Berliner Bibliophilen Abend | Veranstaltungen nachgelesen werden.

Donnerstag, 2. Oktober 2025

Matthias Gubig in der Kunstbibliothek

Matthias Gubig
Moderiert von Michael Lailach, Leiter der Sammlung Buch- und Medienkunst der Kunstbibliothek, sprach Matthias Gubig über seine "Spätdrucke".
PF 2025, Näheres durch Klick auf die Abb.
Der Titel der Veranstaltung „Nah dran“ war seinem 25. Spätdruck entlehnt, den Matthias Gubig im November letzten Jahres auf der artbook.berlin vorgestellt hatte.
2014 hieß es hier: „Seit 2003 widmet er sich als "Spätdrucker" eigenen Büchern (Edition "Spätdruck") oder gemeinsam mit Karl-Georg Hirsch (Edition "Zwiedruck") in exklusiven Auflagen. Mit den "Spätdrucken" fungiert er als Herausgeber, Verleger, Buchgestalter, Schriftsetzer für Blei- und Computersatz und Buchdrucker.
Matthias Gubig, Preußische Tugenden, Ein Heldenlied in zehn Strophen, 2020
Vor allem aber sucht er nach Bildern zu Texten, die ihm wichtig sind. Illustrationen entstehen dabei in der Regel nicht, sondern kommentierende Grafiken, welche in der Sprache der Bilder das Ihrige hinzufügen. Der gelernte Setzer läßt gern Schriftzeichen in seinen Bildern mitspielen und erinnert so an deren bildhafte Ursprünge. Stets druckt er die Grafiken von den Originaldruckstöcken, zumeist auf einer Buchdruck-Andruckpresse. Die Texte setzt er mittels Blei- oder Holzlettern, mitunter auch mit eigens hierfür geschnittenen Zeichen. Mit dem Buchbinder Michael Knop fand er einen außerordentlich kompetenten und kooperativ mitwirkenden Partner.
“
Matthias Gubig, Karel Capek, Die Strafe des Prometheus, 2021
Abbn. © Matthias Gubig, Fotos: ad

Mittwoch, 24. September 2025

"Die Zweite: Von Dr. Johann Fausten und weiteren Teufelspaktierern"

Unter diesem Titel teufelt Thomas Franke ein zweites Mal anhand dieses Themas durch die Weltkultur.
Thomas Franke, Mutter Hudson, Cherub V, Holzstichcollage
Mit dem Aufkommen der Religionen krochen, aus der Fantasie geboren, verschiedenartige Teufel in die Welt, und auf Vorteile jeglicher Art besonnene Menschen standen im Verdacht, auch ein Bündnis mit ihnen, den Bösen - ob der nun Schaitan, Beelzebub oder andere Namen trug - einzugehen, um solches zu erreichen. Faust ist in unserer Mythologie die Urgestalt eines solchen Menschen. Eigenschaften des Fauststoffs sind sein Erkenntnis- oder Machtstreben, sein Pakt mit dem Teufel und ebenso seine erotischen Ambitionen, die in den unterschiedlichsten Versionen erzählt werden.
Der russischen Symbolisten Waleri Brjussow (1873 – 1924) läßt in seinem Roman „Der feurige Engel“ den Protagonisten Ruprecht in Köln Bekanntschaft mit einem gewissen Johann Georg Faust und seinem Begleiter Johann Müllin, der sich Mephistopheles nennt, schließen.
Adalbert von Chamisso (1781 – 1838) erzählt in seinem Kunstmärchen „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“ die gruseligen Ereignisse um ein solches Bündnis zuerst sehr humorvoll, bis nach und nach eine melancholische Stimmung aufkommt: Es ist die Geschichte eines Menschen, der seinen Schatten verkauft, und als er diesen eines Tages zurückfordert, offenbart sich ihm die wahre Natur des Mannes, dem er ihn verkaufte: Er ist der Teufel, freilich ein sehr höflicher.
Einen moderneren Blick auf das Teufelsbündnis warf Thomas Mann (1875 - 1955) im Roman „Doktor Faustus“. Das vermutlich in syphilitischer Halluzination geführte Gespräch des Tonsetzers Adrian Leverkühn mit dem Teufel legte Thomas Mann in die Mitte des Romans, in das 25. Kapitel, weil es auch von zentraler Bedeutung ist, denn die Unterhaltung ist Kunstgespräch und Paktszene in einem, was mich besonders berührte, da es in meinem sonderlichen Interessen begründet liegt, daß ich Zeit meines Berufslebens als Schauspieler, als bildender Künstler wie auch in meinen Dichtungen von eben diesen Teufelspaktierern fasziniert war und eingedenk dessen einen privaten Mephistopheles erfand, dem ich den Namen Modest Krabser gab.


(Thomas Franke und Modest Krabser)

1. Oktober 2025, 19:30 Uhr

Haus der Bonner Theatergemeinde
Bonner Talweg 10, 53113 Bonn

Montag, 15. September 2025

Thomas Franke liest Sir Arthur Conan Doyle

Zum Abschluss der 19. Lesereise durch die Bonner Altstadt zelebriert der Pirckheimer Thomas Franke mit einem szenischen überkandidelten Vortrag die überaus spannende, von Sir Arthur Conan Doyle genial geschriebene Kriminalerzählung „Das Ritual der Familie Musgrave“ aus dem Universum des überaus berühmten Detektivs Sherlock Holmes.
Anders als in den meisten Holmes-Geschichten ist nicht Doktor Watson der Erzähler, sondern Sherlock Holmes selbst, - aber selbstverständlich übernahm Watson die Einleitung dieses Abenteuers. Holmes berichtet Watson mit dieser Geschichte über einen seiner ersten Fälle, in den sein alter Studienfreund Reginald Musgrave verwickelt war. 
Hinsichtlich des Vortrags des für diesen Abend ausgewählten Kriminalfalles des fiktiven Detektivs Sherlock Holmes liegt das Hauptaugenmerk auf Spannung, Moritätlichem und Humor, denn Franke gelingt es nur selten, ernst zu bleiben.

Nebenbei erwähnt und präsentiert Franke im Verlauf der Veranstaltung das von ihm bibliophil gestaltete Künstlerbuch „Die Gelehrtenrepublik“ mit dem Roman von Arno Schmidt.

21. September 2025, 19 Uhr

Zone Bluesbar Bonn
Maxstraße 2a, 53111 Bonn

Donnerstag, 4. September 2025

Rare Bookselling and Resistance

Michael Solder beim BBA auf der
Bücherlust Berlin 2023, Foto © ad
Zur Tagung „Bookselling as Resistance“ erklärt der Antiquar und Pirckheimer Michael Solder in einem öffentlichen Vortrag, was alte Bücher mit politischem Widerstand zu tun haben.

Die englischsprachige Keynote ist Teil der Tagung, die sich mit Buchhandel als eine Form des Widerstands beschäftigt, beispielsweise mit Buchläden zwischen Zensur und Meinungsfreiheit, mit der Rolle von Raubkopien, aber auch mit Kleinstverlagen kultureller Minderheiten.

10. September 2025, Anmeldung erforderlich

Universität Münster
Englische Seminar, Raum ES 203
Johannisstraße 12-20, Münster

Mittwoch, 3. September 2025

Franke feat H.H. Schmitz, / es lebe der derbe, der garstige Witz

Zur Finissage der Ausstellung seiner Holzstichcollagen "Schrödingers Känguru und majestante Raupkunst (Neues aus Thomas Frankes zerschnipselter Welt)" liest Thomas Franke aus dem Werk von Hermann Harry Schmitz und zelebriert zur Ergänzung von Schmitzens katastrophischem Witz selbstgereimte Moritätlichkeiten.

Thomas Franke, Mutter Hudson (Cherub IV),
Holzstichcollage, 11,5x18,7, 2014
Wenn die Amateur-Literaturkritikerin Elke Heidenreich und der Kabarettist Frank Meyer ihn nicht des Öfteren erwähnt und sein literarisches Werk gelobt hätten, wäre der gebürtige Düsseldorfer Verfasser erschröcklicher Grotesken und Einakter, Hermann Harry Schmitz (1880 – 1913), wohl mittlerweile vergessen oder lediglich in einem kleinen Interessentenkreis bekannt, denn er nimmt aufgrund der radikal-surrealen Gestaltung seiner Grotesken innerhalb dieses in Deutschland wenig entwickelten literarischen Genres eine Sonderstellung ein. In bewusst naiv gewählter Erzählhaltung zielte er mit seinen Attacken auf die Welt des Kleinbürgers im Industriezeitalter. Seine Protagonisten enden mit ihrer sinnentleerten Genußfähigkeit, den Statusproblemen, ihrem Technik-Fetischismus, aber auch mit ihren Fluchtbewegungen wie Reisedrang oder falsch verstandenem Naturkult zumeist tödlich. Um Schmitzens solcherart grotesken Gestus zu übertrumpfen, zelebriert Thomas Franke seine eigenen Gedichtereien, in denen die Protagonisten ebenfalls meistens zu Tode kommen. Bezüglich dieser dramaturgischen Strategie ähneln sich die Werke von Schmitz und Franke.

12. September 2025, 20 Uhr

Buchhandlung & Galerie Böttger
Maximilianstraße 44, 53111 Bonn

Sonntag, 31. August 2025

Wie konnte das geschehen?

Peter Altmaier, Vors. der „Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin“ spricht auf einer Veranstaltung der Staatsbibliothek mit Götz Aly über dessen neueste Publikation.
links © S. Fischer Verlage / rechts © Susanne Schleyer
Götz Aly zählt zu den bekanntesten Autoren zur Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust – hier stellt er die zentrale Frage: Wie konnte das geschehen?

Götz Aly (geb. 1947), Historiker und Journalist, arbeitete für die „taz“, die „Berliner Zeitung“ und als Gastprofessor. Seine Bücher werden in viele Sprachen übersetzt, er selbst mit zahlreichen Preisen geehrt. Zu seinen wichtigsten Werken gehört 2011 „Warum die Deutschen? Warum die Juden?“, sowie 2013 „Die Belasteten. ›Euthanasie‹ 1939-1945“. 2017 erschien seine große Studie über die europäische Geschichte von Antisemitismus und Holocaust „Europa gegen die Juden 1880–1945“. 2020 verliehen die „Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.“ den Max-Herrmann-Preis an Götz Aly für seine profunden Analysen der ökonomischen Rahmenbedingungen des Nationalsozialismus und seine Mahnung, über dem Mitgefühl für die Opfer die Täter nicht zu vergessen.

29. September 2025, 19 Uhr, um Anmeldung wird gebeten.

Staatsbibliothek zu Berlin
Wilhelm-von-Humboldt-Saal
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Samstag, 16. August 2025

Gullivers dritte Reise

Die fliegende Gelehrtenrepublik Laputa und die Akademie von Lagado
Der Pirckheimer Thomas Franke zelebriert das witzigste Reiseerlebnis Gullivers von Jonathan Swift mit einem szenischen Vortrag.
Das bekannteste Werk Jonathan Swifts ist unbestritten sein satirischer Roman „Gullivers Reisen“, womit die meisten Menschen jedoch nur die erste und die zweite Reise assoziieren, obwohl Swift darüber hinaus von einer dritte und einer vierte Reise berichtet. Durch die Verkürzung dieser Reiseberichte, in der die sozialkritischen und satirischen Positionen fehlen, entstand eine anschauliche Erzählweise, welche die Geschichten zu einem weltbekannten Jugendbuch werden ließ.

Auf seiner dritten Reise, in der er von Piraten überfallen und in einem kleinen Boot ausgesetzt wird, begibt er sich auf einer Insel an Land, über welcher er die fliegende Stadt Laputa entdeckt, wo sich die Bewohner vornehmlich für Mathematik und Musik interessieren. ...
Gulliver trifft einige dieser Neudenker: einen Mann, der versucht, Sonnenlicht aus Gurken zu extrahieren, einen weiteren Forscher, der daran forscht, menschlichen Kot in Nahrung zurück zu verwandeln, einen Architekten, der ein Haus vom Dach her nach unten bauen will; ein Arzt plant, Patienten zu heilen, indem er Luft durch sie hindurchbläst. Er lernt ein Sprachprojekt kennen, das den Zweck verfolgt, Verben und Partizipien zu beseitigen. Ziel eines weiteren Projekts ist es, alle Wörter abzuschaffen, - und er lernt weitere sehr eigenwillige Wissenschaftler und deren Projekte kennen … Diese dritten Reise erkor in Auszügen zum Thema dieses Lese-Events.

27. August 2025, 19.30 Uhr, Eintritt 9 €

Altstadtbuchhandlung & Büchergilde
Breite Straße 47, 53111 Bonn