Donnerstag, 4. Juni 2026

illegal in die Ukraine gebrachte Bücher

Ende April fällte das Halytskyi-Bezirksgericht in Lwiw ein Urteil gegen einen Einwohner von Poltawa, der im März mit einer Lieferung russischer und belarussischer Bücher an der Grenze festgenommen worden war.
Der Fahrer wurde mit einer Geldstrafe belegt. Die 63 Bücher russischer und belarussischer Verlage, deren Einfuhr in die Ukraine gesetzlich verboten ist, hatten einen Wert von 140.000 Hrywnja (ca. 2.800 €) und wurden für staatliche Zwecke beschlagnahmt.
Unter den beschlagnahmten Büchern befanden sich Welt- und russische Klassiker, darunter Dostojewskis „Schuld und Sühne“ und „Die Brüder Karamasow“ und Tschechows „Erzählungen“, Machiavellis „Der Fürst“, Goethes „Faust“, Science-Fiction- und Horrorliteratur (darunter H. P. Lovecrafts „Der Ruf des Cthulhu“), Werke von Stephen King und Wadim Panow, sowie Fachliteratur wie die Memoiren des deutschen Generalfeldmarschalls Erich von Manstein, „Verlorene Siege“.
Alle Russen sind Feinde! ... Und ihre Literatur kann das Gehirn eines Ukrainers zerstören! kommentierte Oleh Pustovgar, ein Vertreter des Ukrainischen Instituts für Nationales Gedenken in der Oblast Poltawa.

(Michail Onufriyenko, Правда, 4. April 2026)

1 Kommentar(e):
04. Juni 2026: Abel Doering hat gesagt
Auch wenn es sich bei der Meldung aus der Правда offensichtlich um ein propagandistisch ausgeschlachtetes Zollvergehen bei der Einfuhr von Büchern russischer und belorussischer Verlage handelt, sollte die Aussage des Vertreters des „Instituts für Nationales Gedenken“, die sicher Einfluss auf die Strafzumessung hatte, zu denken geben.
Es erinnert mich an Zeiten, wo mir bundesdeutsche Freunde und Verwandte Titel von Ernst Fischer, Freud, Sartre, Horkheimer oder Adorno durch den „Schutzwall“ schmuggelten. Inwieweit das mein Gehirn zerstörte oder aber beflügelte, mag zukünftiges Geschehen beurteilen.

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