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Montag, 31. August 2026

7. Aschaffenburger BuchKunstSalon

Messen sind für die Buchkunst weit mehr als reine Verkaufsveranstaltungen. Sie sind wichtige Treffpunkte für Künstlerinnen und Künstler, Sammlerinnen und Sammler, Verlage und alle, die sich für besondere Bücher, Grafik und Druckkunst begeistern. Hier entstehen Kontakte, neue Projekte und nicht selten langjährige Verbindungen.
Aus diesem Gedanken heraus riefen die Künstlerin Susanne Theumer, der Künstler Frank Eißner und Bernhard Hench im Jahr 2020 den Aschaffenburger BuchKunstSalon ins Leben. Seitdem findet er jedes Jahr parallel zur Frankfurter Buchmesse von Freitag bis Sonntag statt. Der BuchKunstSalon setzt bewusst auf persönliche Begegnungen, handwerkliche Qualität, künstlerische Individualität und den direkten Austausch zwischen Kunstschaffenden und Publikum.

Der 7. Aschaffenburger BuchKunstSalon zieht vom bisherigen Ort im Café Krèm in die frühere Pumpenfabrik, der nun für kulturelle Zwecke genutzt wird. Auch die Teilnehmer-Liste ist noch ein bisschen illustrer geworden. So kommt Katrin Stangl, die aktuelle Hans-Meid-Preisträgerin aus Köln, und aus Leipzig kommt der Bibliophilen-Abend mit seinen hochwertigen Pressendrucken. Mit The Bear Press, dem Verlag Thomas Reche, der Berliner edition wasser im turm, dem Papierkünstler John Gerard und der Sascha Juritz-Pawel-Pan-Presse ist die Buchkunst bestens vertreten, ebenso wie von Künstlern Urte von Maltzahn-Lietz und Inka Grebner.
Die Büchergilde Gutenberg ist ebenfalls vertreten und zeigt Arbeiten von Peter Zaumseil, Antje Wichtrey, Gerda Lepke, Hans Ticha, Klaus Süß und Klaus Raasch.

9. - 11. Oktober 2026
Pumpenfabrik
Podium 30A, Würzburger Straße 30 A, Aschaffenburg

Mittwoch, 10. Dezember 2025

Hans Ticha: Graphik & Plakate

Die Galerie der Berliner Graphikpresse lädt ein zum Ausstellungsbesuch „Hans Ticha: Graphik & Plakate“.
Der Katalog zur Ausstellung des ehemaligen Pirckheimers kann durch Klick auf die Abb. aufgerufen werden.

Einführendende Worte: Sabine Ulber.
Passend zur Vorweihnachtszeit gibt es Glühwein und Lebkuchen, sowie weihnachtliche Musik.

Eröffnung: 11. Dezember 2025, 18.30 Uhr
Ausstellung: 11. Dezember 2025 - 6. Februar 2026

Sabine Ulber
Galerie der Berliner Graphikpresse
Am Falkenberg 25, 12524 Berlin

Sonntag, 12. Oktober 2025

Künstlerportraits von Bertolt Brecht

In Ergänzung des Beitrages im Hamburger Bothen „Mitteilungen aus dem Sammlerleben“ werden drei Porträts von Bertolt Brecht aus der Sammlung von Abel Doering als „Bibliophiles außer der Reihe“ vorgestellt, die jeweils in einem Abstand einer Generation, davon in einem Fall von einem Künstler, der den Dichte zu Lebzeiten befreundet war, entstanden.
Horst Janssen – Bertolt Brecht
Gustav Seitz – Portraitstudie Bert Brecht
Bodo W. Klös – Berthold Brecht
Die Liste der Brecht-Portraits von Künstlern ist lang, einige, wie Herbert Sandberg, der sein Schaffen am Berliner Ensemble begleitet, der mit ihm befreundet Arno Mohr, oder Bernhard Heisig kannten Brecht noch persönlich, andere wie Hans Ticha, oder der in den Informationen eines Pirckheimers früher schon vorgestellte Hanfried Wendland oder Steffen Büchner mussten auf überlieferte Abbildungen zurückgreifen.
Das wird zum Teil auch in den ausgewählten Drucken deutlich – Künstler, die persönlich Brecht kennenlernen durften, legen den Fokus mehr auf seine Wesensart, diejenigen, die ihn lediglich aus seinen Werken kennen, setzen seine Person eher in Beziehung zu seinem Schaffen.

Nähere Angaben zu den vorgestellten Arbeiten können im Blog „Bibliophiles des Monats“ nachgelesen werden.

1 Kommentar:
15. Oktober 2025: Bücherfreundin hat gesagt…
Eine schöne Ergänzung zu deinem Artikel im Hamburger Bothen. Danke!

Montag, 29. September 2025

259. Frankfurter Grafikbrief

Der Grafikbrief wurde an Interessenten per Post verschickt, kann aber auch bis zur Veröffentlichung der nächsten Ausgabe durch Klick auf die Abb. aufgerufen werden.

In ihm würdigt der Pirckheimer Wolfgang Grätz auf den ersten 3½ Seiten Hans Ticha, der bis 1990 Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft war, aus Anlas dessen 85. Geburtstag.
Außerdem enthält der Grafikbrief Beiträge zu Charlotte Hornung und Eva Schwanitz, sowie zum 6. Aschaffenburger Buchkunstsalon.
Der am 7. August verstorbene Buchkünstler Jens Henkel wird in einem Nachruf geehrt.

Donnerstag, 4. Juli 2024

Buch des Monats: "Der Krieg mit den Molchen"

Das Buch des Monats Juli der Schweizerischen Bibliophilen-Gesellschaft ist eine Würdigung der Buchproduktion der DDR. Es ist die 1987 in opulenter Aufmachung und mit "atemberaubenden Illustrationen" von Hans Ticha erschienene Neuauflage des Romans "Der Krieg mit den Molchen" von Karel Čapek (1890-1938).
Ausgewählt von Sabine Bierich, seinerzeit Schauspielerin am Landestheater Altenburg, ist diese Auswahl auch eine letzte Ehrung für Peter Sodann.

"Der 1936 entstandene Roman fügt sich aus fiktiven Erzählungen, Zeitungsartikeln, wissenschaftlichen Berichten, Protokollen von Tagungen und Nachrichten, spielerisch zusammen, ist eine Parabel, eine Vorahnung und Warnung angesichts des sich abzeichnenden 2. Weltkriegs.
Ein westdeutscher Verlag hätte sich ein solches Buch auf Grund des drucktechnischen Aufwands vermutlich nicht leisten können. Um so verstörender ist es, dass es 1991 kurz nach der deutschen Wiedervereinigung auf der Müllhalde landete.
1990 gab die Büchergilde Gutenberg eine lizenzierte Ausgabe des von Ticha illustrierten Der Krieg mit den Molchen heraus und 2016 wurde das Buch mit seinen Illustrationen von der Büchergilde im Stil des Originals wieder aufgelegt.
"
Weiterlesen ...

(Sabine Bierich, Schaffhausen)

Freitag, 1. September 2023

Bibliophiles des Monats: Flüchtlingsgespräche, gestaltet von Gert Wunderlich

Bibliophiles des Monats ist diesmal, in ehrendem Erinnern, ein von Gert Wunderlich gestalteter Band, der 1997 aus Anlass des 100. Geburtstages vom Leipziger Bibliophilen-Abend als erster Band der Reihe Leipziger Drucke erschien: die von Hans Ticha mit 12 Holzschnitten illustrierte Ausgabe der „Flüchtlingsgesprächen“ von Bertolt Brecht.
Der von Herbert Kästner herausgegebene Band erschien in 150 arab. num. und sign. Exemplaren, sowie 30 röm. num. und sign. Künstler- bzw. Verlegerexemplare, hat 151 Seiten und 12 eingebundenen Originalholzschnitten. Die Bände 1 - 10 erschienen als Vorzugsausgabe in Leder mit einer zusätzlich eingelegten Originalgrafik. Als Schrift wurde Rockwell verwendet.
Die Holzschnitte wurden vom Stock in der Offizin Haag-Drugulin, Leipzig gedruckt, den Handeinband übernahm die Buchbinderei Albrecht Adler, Leipzig.

Der Band erhielt nicht nur eine Lobende Anerkennung als "Die schönstes deutsches Buch 1997", eine Silbermedaille als "Schönstes Buch aus aller Welt" 1998, sondern belegte auch den 2. Platz des Walter-Tiemann-Preises 1998.

Zum 103. Geburtstag von Bertolt Brecht 2001 gab der Pirckheimer Volkmar Häußler gemeinsam mit einer separat gedruckten typografischen Beilage der Marginalien 2/1998 in 7/88 Exemplaren nochmals die Original-Holzschnitte der Flüchtlingsgespräche einschließlich eines weiteren 13. Blattes, welches für die Leipziger Druck abgelehnt wurde, von Hans Ticha signiert, heraus,

Die in den frühen vierziger Jahren geschriebenen Dialoge handeln vom Alltag der aus Deutschland Vertriebenen, vertreten durch den Intellektuellen Ziffel und den Arbeiter Kalle, die sich im Restaurant des Hauptbahnhofs von Helsinki über die internationale Lage und die eigene Situation unterhalten. Sie führen ausgesprochen subversive Dialoge, etwa über die deutsche Herrschaft und Geschichte oder die Machtverhältnisse in ihrem Exil, die bis heute nichts von ihrer sprachlichen Kraft eingebüßt haben.

Mittwoch, 12. Juli 2023

Speisekarten zum Jahrestreffen

Eine schöne Tradition in der Pirckheimer-Gesellschaft war es, dass die Teilnehmer am Jahrestreffen neben einer Original-Graphik zum Treffen auch eine exklusiv zum Festessen gefertigte Speisekarte mit nach Hause nehmen können.

Diese Speisekarten wurden z.B. von Manfred Bofinger, Matthias Gubig, Albrecht von Bodecker, 2013 von Horst Hussel, 2017 von Rainer Ehrt und 2018 von Hanif Lehmann gestaltet.

Die Abbildung zeigt die von Hans Ticha zum Jahrestreffen 1995 geschaffene Speisekarte zum Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft in Mainz, eine Klappkarte, 20,9x14,8 cm, damals im Offset gedruckt und nicht signiert.

Montag, 6. Februar 2023

grafische Mappenwerke aus der DDR

Hans Ticha, Vorzugsausgabe aus MARGINALIEN
(2001 zum 103. Geburtstag von Bertolt Brecht)
sign. und num., hrsg: Volkmar Häußler
Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst in Cottbus bereitet eine Ausstellung mit grafischen Mappenwerken aus der DDR vor, die sich mit literarischen Themen auseinandersetzen. Den Schwerpunkt bilden dabei Blätter zu Werken von Bertolt Brecht, Johannes R. Becher und Christa Wolf.
Die Ausstellung wird vom Kustos der Sammlung "Malerei, Grafik, Skulptur“, Dr. Ulrich Röthke, kuratiert.

In der Schau werden auch Bücher aus DDR-Verlagen gezeigt, für die Künstlerinnen und Künstler Illustrationen beigesteuert haben. Die Bücher werden auf Tischen ausliegen und die Besucher zum Blättern und Lesen anregen.

Ausstellung: 3. Juni - 28. August 2023

Dieselkraftwerk Uferstraße
Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus

Sonntag, 30. Oktober 2022

Hans Ticha – Werkverzeichnisse

Die Büchergilde Gutenberg hat eine Vorzugsausgabe der Werkverzeichnisse von Hans Ticha, der zu DDR-Zeiten Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft war, herausgegeben.
Im Schuber erschienen zwei signierten Titel (Auflage: je 50 / eins mit zwei eingebundenen Originalholzschnitten) und zwei zusätzlichen Farb-Originalgrafiken in einem Mäppchen zum Preis von 160 Euro:
Werkverzeichnis der Grafik und Buchillustration 1969 – 2000,
Werkverzeichnis Malerei, Zeichnung, Grafik 2000 – 2012 (Nachtrag)

Anlässlich der Ausstellung 2015 VORZEICHNUNG UND ZEICHNUNG erschien im „Frankfurter Grafikbrief“ eine Beitrag von Wolfgang Grätz:

"Hans Ticha hat insgesamt 5 Bücher für die Büchergilde illustriert, Gedichte von Ernst Jandl und Joachim Ringelnatz, von Erich Kästner, Christian Morgenstern und Kurt Tucholsky. Er ist damit der wichtigste Illustrator der Büchergilde der letzten 20 Jahren. Aber hauptsächlich ist Ticha Maler und Zeichner…
Ich kam aus dem Staunen nicht heraus: In der ersten Ausstellung, die ich im Mai 1993 mit Arbeiten von Hans Ticha in der Frankfurter Büchergilde Buchhandlung im damaligen BfG-Hochhaus, dem späteren Domizil der Europäischen Zentralbank, ausrichtete, befand sich ein wunderbares Aquarell, das in Rot und Blau ein tanzendes Paar zeigte. Das Blatt war schnell verkauft, und so war ich mehr als verblüfft, als Ticha ein Jahr später für die Olympische Sportbibliothek München eine großformatige Farb-Lithografie von 5 Steinen mit exakt diesem Motiv schuf. Wie konnte das sein, wo ihm die „Vorlage“ doch gar nicht mehr zur Verfügung stand?
Des Rätsels Lösung fand ich bald: Der Künstler, der wenig Aufhebens macht von der Akribie, mit der er seine Arbeiten durchkomponiert, entwickelt praktisch jedes Bild aus einer Fülle von Skizzen und Entwürfen, bis er zu der für ihn richtigen Bildlösung gelangt ist. So gibt es zu beinahe jeder Grafik, jedem Ölbild eine oder mehrere, teilweise perfekt ausgearbeitete Vorzeichnungen. Nichts ist zufällig in seinen Arbeiten. Die gefundene Bildlösung steht ihm nach diesem Arbeitsprozess zur Verfügung, und er vermag es, sie in jeder künstlerischen Technik umzusetzen, als Aquarell, als Lithografie oder auch, wie in diesem Fall ebenfalls geschehen, als großformatiges Ölbild. (Ihm selbst erscheint das so selbstverständlich, dass er es für nicht weiter erwähnenswert erachtet.)
Das gehört zum Selbstverständnis des Künstlers als Konstruktivisten, einer Richtung der modernen Malerei, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zwar vor allem in der Sowjetunion durch Künstler wie Malewitsch, Rodtschenko und El Lissitzky entwickelt, aber bereits durch Lenin diskreditiert und verboten wurde. In Tichas Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee (1965 – 1970) galt der Konstruktivismus als übelste Sorte des verteufelten Formalismus: „Nicht mal um Realismus ging es, naturalistisch sollten wir arbeiten…“. Nun, dieses Plansoll wurde beim Absolventen Ticha gründlich verfehlt.
Der konstruierte hinter hermetisch geschlossenen Ateliertüren aus den Versatzstücken einer erstarrten Partei- und Staatssymbolik der DDR-Bilder, die durch geometrische Reduktion von dabei eingesetzten Körpergliedmaßen – beifallklatschenden Händen, gereckten Fäusten, aufgerissenen Parolen-Schreihälsen – das Serielle enthüllten, aus dem jede Emotion, alles wirklich Lebendige schon lange entwichen war. Sichtbar wurde die Leere der Hüllen eines einstmals kämpferischen Pathos (das aber wohl auch nicht gerade Tichas „Ding“ gewesen wäre…).
Wenn man ein Buch mit durchschnittlich nur 25 Illustrationen rechnet (zu Karel Capeks Der Krieg mit den Molchen schuf Ticha aber allein deren 168!), kommt man schnell auf mehr als 2000 Bildideen des Künstlers für Bücher schon bis 1990, es folgten bis heute annähernd 30 weitere Buchillustrationen, unter anderem zuletzt für die Büchergilde Gutenberg Christian Morgensterns Alle Galgenlieder. 
Tichas Zeichnungen sind ein wahres Fest von Farben und Formen, oft so plausibel, dass einen die Lösung geradezu anspringt, ein Feuerwerk an Bildideen und ungewöhnlichen Bildmetaphern, die auch durch die Reduktion auf geometrisch wirkende Formen dem Betrachter jede Freiheit lässt, mit dem Bild in einen der den eigenen Lebens-erfahrungen entsprechenden Dialog zu treten. Aufregende Qualität in dieser Breite und Vielfalt ist absolut selten.
Grob kann man sagen, der Kerl ist ein unverbesserlicher Nestbeschmutzer, eigensinnig, undankbar und systemübergreifend skeptisch.
Dabei denkt man das gar nicht, wenn man diesen feinsinnigen, ironisch blinzelnden, leisen Künstler persönlich trifft, wozu aber eben auch nicht so oft Gelegenheit ist.
"

Mittwoch, 15. April 2015

Hans Ticha in Magdeburg

Unter dem Titel Grafik / Illustration / Buchkunst haben die Bibliophilen und Grafikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e. V. „Willibald Pirckheimer“ heute Abend zur Eröffnung einer Ausstellung in das Literaturhaus Magdeburg eingeladen.
Der Künstler war anwesend. Auf dem Cello spielt Matthias Marggraff. Es sprach der stellv. Vorsitzende der Magdeburger Bibliophilen Dr. Peter Labuhn.
Hans Ticha, 2000,
Farbholzschnitt (4 Platten)

Hans Ticha wurde 1940 geboren. Er studierte von 1958 - 1962 in Leipzig Pädagogik und arbeitete dann zwei Jahre als Lehrer. In den Jahren 1965 - 70 schloß sich ein Studium an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee an. Zu seinen Lehrern zählen die Professoren Kurt Robbel, Werner Klemke, Arno Mohr und Klaus Wittkugel.
Prof. Robbel, für den Malerei eine Kunst der Fläche war, lehrte ihn die strenge Statik und Tektonik des Bildaufbaus, wobei dies auch die Verwendung intensiv-leuchtender Farben mit einschloß.
Seit 1970 arbeitet der Künstler freiberuflich. Er lebt jetzt in Maintal (Hessen).
Der Künstler erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise, von denen stellvertretend nur zwei genannt werden sollen: 1982 die Silbermedaille auf der Internationalen Buchausstellung Leipzig und 1998 den Walter-Tiemann-Preis.
Dabei muß man sich stets vor Augen halten, daß Hans Ticha nicht nur der Buchillustrator wirkte, sondern auch als Maler, als Schöpfer plastischer Objekte, Gestalter architektur-bezogener Werke und vor allem auch als Graphiker. Im Jahr 1971 schuf der Buchkünstler für die einst äußerst populäre Reihe "Poesiealbum" des Verlages Neues Leben Berlin zwei Federzeichnungen.

Bereits die beiden nachfolgenden Illustrationsarbeiten (Karinthy: Ich weiß nicht, aber meine Frau.../ Fallada: Geschichten aus der Murkelei) wurden als "Schönste Bücher" ausgezeichnet.
Bis zum Jahr 2000 hatte der Künstler bereits 83 Bücher illustriert. Hinzu kommen noch 64 gestaltete Einbände und Umschläge, 36 Illustrationsbeteiligungen und 33 Plakate!
Hans Ticha 1990, Ill. zu Bertolt Brecht
Die besondere Vorliebe Hans Tichas gilt dem Kinder- und Jugendbuch. Das Spektrum reicht dabei vom Hartpappebilderbuch für die Jüngsten bis zum science-fiction-Almanach für jugendliche (und erwachsene) Leser.
Von Anfang an hat das Schaffen von Hans Ticha die Betrachter zu polarisiert. Einer begeisterten Fan-Gemeinde steht die Allianz der konsequenten Ablehner gegenüber.
Die in der Tradition von Oskar Schlemmer, Fernand Léger sowie unter Aufnahme der Traditionslinien des sowjetisch-russischen Konstruktivismus und des Bauhauses entstandenen Arbeiten verletzten schon die Sehgewohnheiten des "normalen" DDR-Graphikliebhabers, scheinen aber auch in Gesamtdeutschland noch unterschiedliche Aufnahme zu finden.
Seit dem Ende der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts schuf Hans Ticha vorwiegend großformatige grafische Blätter, die bereits durch ihre Titel wie z. B. "Hurra" und "Die Klatscher" darauf hinweisen, daß hier Themen dargestellt wurden, die sorgsam vor der DDR-Öffentlichkeit verborgen wurden und erst ab November 1989 offen gezeigt wurden. Die häufig auf geometrische Grundformen reduzierten Figuren, immer verbunden mit einer wohl eigenwillig zu nennenden Komposition des Themas, provozieren eine Abwendung von eingefahrenen Sehgewohnheiten und verlangen die Herausbildung eines neuen, eines eigenen Standpunktes zum Sujet.
Eine simplifizierende Einordnung des Schaffens von Hans Ticha in die Schublade "Pop art-Künstler" wird der Vielfalt seiner Ausdrucksformen nicht gerecht. Seine Arbeiten sind stilistisch nicht leicht einzuordnen. Man darf wohl ohne Übertreibung feststellen, daß er als Solitär imponiert.
(Dr. Peter Labuhn)

Ausstellung: 15. April - 17. Juli 2015

Literaturhaus Magdeburg

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Hans Ticha

Hans TichaDie Galleri Heike Arndt DK möchte Sie gerne darauf hinweisen, dass die museale Hans Ticha-Ausstellung è „Bilder aus der BRD“ auf Grund des großen Interesses bis zum 24. November verlängert wird (Bilder der Ausstellungseröffnung). Haben Sie es noch nicht geschafft, die Bilder vom ersten Teil der Ausstellung „Bilder aus der DDR“ zu sehen, können wir Ihnen eine Möglichkeit in Süddänemark anbieten: am 7. November wird die Ausstellung in der Galleri Heike Arndt DK in Kettinge (DK) um 13 Uhr eröffnet, wo auch der Künstler und die Galeristin präsent sein werden.
(Heike Arndt)

è Galeri Heike Arndt DK
Voigtstr.12
10247 Berlin-Friedrichshain
Tel. 030 / 48 62 41 52

Dienstag, 1. September 2009

Hans Ticha

Aus Anlass des 20. Jahrestages des Endes der DDR präsentiert die Büchergilde Gutenberg nacheinander Hans Tichas gemalte Kritik an beiden deutschen Gesellschaftssystemen. Ticha, der sicher als Buchillustrator und Graphiker bekannter ist, kann in der Doppelausstellung auch als formidabler Maler erlebt werden.
Hans Ticha, 1940 geboren in Tetschen-Bodenbach, Hans Ticha - Holzschnitt der Vorzugsausgabe des Katalogs zur Ausstellung der Deutschen Nationalbibliothek, Rückseite: Den Teilnehmern der Exkursion der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg der Pirckheimer-Gesellschaft e.V. LEIPZIG 23. Juni 2007studierte an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee u.a. bei Kurt Robbel und unserem verstorbenen Mitglied Werner Klemke. Bis 1989 lebte er als freischaffender Künstler und Illustrator in der Hauptstadt der DDR, seit 1990 in der Nähe von Frankfurt/Main.
Seit 1990 gelten seine skeptischen Bildprotokolle nun nicht mehr nur dem Pathos der Staatsführung und dem angepassten Leben in der DDR, sondern der Alltagskultur des ganzen Deutschland. Vermutlich wegen dieser treffenden Ironie Tichas und seiner gemalter Skepsis gegeüber dem goldenen Kalb gibt es auch heute trotz der hohen Wertschätzung vieler Sammler für diesen Künstler wenig Galerie-Interesse.
Hans Ticha - Bilder aus der DDR 11. 9. - 30. 9.2009
Hans Ticha - Bilder aus der BRD 2.10. - 24.11.2009


Hans Ticha und der Kurator der Ausstellung Wolfgang Grätz (Frankfurter Verlagsbuchhandlung der Büchergilde Gutenberg) sind zu den Ausstellungseröffnungen anwesend.

è Galerie Heike Arndt DK
Voigtstr.12
10247 Berlin-Friedrichshain
Tel. 030 / 48 62 41 52
siehe auch: è Vorzugsausgabe Brecht/Ticha

Montag, 13. Juli 2009

Vorzugsausgabe Brecht/Ticha

Bertolt Brecht - Buckower Elegien
mit 3 Brecht-Porträts und Original-Holzschnitten von Hans Ticha

Diese, bereits im Jahre 2001 zum 103. Geburtstag von Bertolt Brecht herausgegebene, nummerierte und von Hans Ticha signierte Vorzugsausgabe der MARGINALIEN-Beilage aus Heft 2/1998 in 7/88 Exemplaren wurde von unserem Mitglied Volkmar Häußler betreut.
Dem Druck liegen signierte Original-Holzschnitte von Hans Ticha einer Edition des Leipziger Bibliophilen Abends zu Bertolt Brecht - Flüchtlingsgespräche bei.


Näheres und Bestellmöglichkeiten auf der Homepage der è Pirckheimer-Gesellschaft.

Mittwoch, 27. Mai 2009

Die Sprache der Bilder

Hans-Meid-Preis für Buchillustration 1994 – 2009
Karl-Georg Hirsch, ANRUF – drunter + drüber, 2004, Acrylstich, 13 x 12 cm (Plattenmaß), © Karl-Georg Hirsch, Eigentum des Künstlers

1993 gründete der Architekt Max Meid eine Stiftung zur Förderung der Buchillustration. Sie trägt den Namen seines Vaters, des Graphikers Hans Meid. Die Hans-Meid-Stiftung vergibt regelmäßig Preise und Förderpreise, herausragende Lebenswerke werden mit Ehrenmedaillen ausgezeichnet.
Gezeigt werden Arbeiten von Eckhard Froeschlin, Bernhard Heisig, Egberth Herfurth, Karl-Georg Hirsch, Horst Hussel, Rolf Münzner, Núria Quevedo, Otto Rohse, Tobias Teschner, Hans Ticha, Klaus Waschk, Jürgen Wölbing und Baldwin Zettl.

Begleitpublikation im Verlag è Faber & Faber Leipzig, 9,50 €.

Ermöglicht durch die Hans-Meid-Stiftung
Mit Unterstützung der Königlich Niederländischen Botschaft

Ephraim-Palais 2. Etage
3. Juli 2009 – 4. Oktober 2009

Freitag, 24. April 2009

Editionen des Leipziger Bibliophilen-Abends

Augenweide und Leselust

Ausstellung im Gutenberg-Museum Mainz
9. April bis 24. Juni 2009
Bertolt Brecht: Flüchtlingsgespräche, mit 12 Holzschnitten von Hans Ticha,
Leipzig 1997 (Reihe Leipziger Drucke des LBA)
Die Ausstellung bietet einen Überblick über die Edition bibliophiler Drucke aus den letzten 20 Jahren, originalgraphisch illustrierte und mit typographischer Noblesse gestaltete literarische Texte, unter denen mehr als die Hälfte Erstdrucke zeitgenössischer Autoren sind.
Gleichzeitig entsteht ein Überblick über die Arbeitsweise zahlreicher hochrangiger Illustratoren, Grafiker und Buchgestalter, wie Egbert Herfurth, Karl-Georg Hirsch, Günter Jacobi, Albert Kapr, Angelika und Rolf Kuhrt, Reinhard Minkewitz, Volker Pfüller, Walter Schiller, Hans Ticha, Gert Wunderlich und vieler anderer.Konzeption der Ausstellung durch den Vorsitzenden des Bibliophilen-Abends, Herbert Kästner.

Ausstellungskalalog: "Augenweide und Leselust"
Die Drucke des Leipziger Bibliophilen-Abends e. V.
Preis: 20 €
è Leipziger Bibliophilen-Abend
è Gutenberg-Museum Mainz
Museum für Buch-, Druck- und Schriftgeschichte
Liebfrauenplatz 5
55116 Mainz

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Brecht-Briefmarke

Von unserem Mitglied * Volkmar Häußler, Sammler von Bertolt Brecht, herausgegeben erschien bei der Österreichischen Post die zweite Briefmarke mit einem Motiv aus seiner Sammlung. Die Marke zeigt ein von Egbert Herfurth gestaltetes Exlibris von Volkmar Häußler, dieses Motiv lag auch der Einladung zur Ausstellung im Unteren Schloss Greiz bei (siehe è hier).

Die Auflage dieser Marke beträgt 100 Stück.

Egbert Herfurth, Bertolt Brecht

In gleicher Auflagenhöhe erschien im Juni 2006 anläßlich der Ausstellung seiner Sammlung in Augsburg eine von Volkmar Häußler herausgegebene Briefmarke, auf der eine Federzeichnung von Hans Ticha mit dem Porträt Bertolt Brechts abgebildet ist.

Hans Ticha, Bertolt Brecht

Freitag, 18. Januar 2008

Vierter Vogtländischer Kunstkalender 2008

Christine Ebersbach - Am FjordDer Kalender mit 13 originalen, signierten Druckgrafiken ist für 300 € bei den Künstlern erhältlich. Alle Arbeiten sind von den Künstlern persönlich gedruckt. Kalenderformat: 70 cm x 50 cm, gedruckt auf verschiedenen, hochwertigen Künstlerpapieren,Auflage: 65 Stück. Folgende Künstler sind in diesem Jahr beteiligt:

Ursula Mattheuer - Neustädt • Im Garten
Lothar Rentsch • Über der Stadt
Christine Ebersbach • Am Fjord
Günter Weiß • Rauhreifwiese
Stefan Knechtel • Der Borkenwächter
Peter Zaumseil • Traum
Andreas Rudloff • Die Last mit der Lust
Hanif Lehmann • Gegenüber
Hans Ticha • Gitarrist
Ralph Kunzmann • Die Zwei
Thomas Schlott • Ballons
Elke Wolf • Alter Baum
Erik Seidel • Fortuna.

Erik Seidel - Fortuna

è Erik Seidel
Nach den Drei Bergen 33
08527 Plauen
Telefon: +49 3741 220287
* mail@erikseidel.de