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Sonntag, 10. Mai 2026

zum Gedenken an die Bücherverbrenung 1933

Die Universitätsbibliothek Augsburg bewahrt die Bibliothek der verbrannten Bücher von Georg P. Salzmann.
Bibliothek der verbrannten Bücher - Sammlung Georg P. Salzmann
Jahrzehntelang sammelte Georg P. Salzmann (1929-2013) jene deutschsprachige Literatur in Erstausgaben, die in der Zeit des Nationalsozialismus verboten war und 1933 in deutschen Städten öffentlich verbrannt wurde. Hunderte Regalmeter mit Romanen, Gedichten und Theaterstücken - geschrieben von Jüdinnen und Juden, politisch Andersdenkenden und vielen weiteren, die in den Augen der neuen Machthaber keine Daseinsberechtigung mehr hatten. In dieser einzigartigen, einst privaten Büchersammlung ist somit ein großer Teil jener Autorinnen und Autoren dokumentiert, die auf den Schwarzen Listen der Nazis standen, die ins Exil flüchten mussten, teilweise inhaftiert und ermordet wurden. 
Diese beeindruckende Schau deutscher Literatur des 20. Jahrhunderts lädt ein, die zusammengetragenen Texte und Kontexte, die literarischen Schätze und Schicksale dieser Epoche zu entdecken.

Samstag, 10. Mai 2025

Gedenken an die Bücherverbrennung - z.B. Augsburg oder Berlin

Die Bücherverbrennungen 1933 – Auftakt zu Terror und Völkermord 

Die Bücherverbrennungen waren keine spontanen Aktionen. Sie wurden akribisch geplant und dienten der propagandistischen Inszenierung der nationalsozialistischen Machthaber. Ab März 1933 brannten in über 120 deutschen Städten und später auch in besetzten Ländern Bücher. Besonders spektakulär inszeniert wurde die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 auf dem Münchner Königsplatz. Rund 50.000 Menschen, vorwiegend aus akademischen Kreisen, nahmen daran teil. Verbrannt wurden Bücher von Autorinnen und Autoren, die für Frieden, Gerechtigkeit, Freiheitsrechte, Menschenwürde und gegen Nationalismus, Antisemitismus, Rassenwahn, Militarismus und Rechtsextremismus geschrieben hatten. 

»Alles, was Freiheit, was Friedenswillen, was menschlichkeitsverbindende Kultur bedeutet, wird auf lange Zeit hinaus von der Bildfläche verschwunden sein.« Brief im Dortmunder Generalanzeiger 29.1.1933 – Helene Stöcker (1869 - 1943)

Anna Seghers, Albert Einstein, Sigmund Freud, Alexandra Kollontai, Erich Kästner, Bertolt Brecht, Agnes Smedley, Erich Mühsam, Marie Juchacz, Erich Maria Remarque ...

Auch in Berlin wird an die Bücherverbrennungen am 10. Mai 1933 gedacht. An der Veranstaltung, die ein Zeichen gegen Hass und Rassismus setzt und an Schriftstellerinnen und Schriftsteller, deren Bücher am 10. Mai 1933 in 22 deutschen Universitätsstädten öffentlich verbrannt wurden, erinnert, beteiligte sich auch der Berliner Bibliophilen Abend.
Abel Doering (BBA), Foto: Wilfried Platzek
10. Mai 2025 15:00 - 17:00 Uhr
Berlin Mitte, Bebelplatz (an der Staatsoper unter den Linden)

Freitag, 10. Mai 2024

Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.

Der 10. Mai erinnern Freunde humanistischer Literatur und Bibliophilen an den Höhepunkt der Kampagne »wider den undeutschen Geist«, bei der 1933 in insgesamt 70 Städten in Deutschland Scheiterhaufen für Bücher aufgerichtet wurden.
In diesem Jahr gedenken wir das 91. Mal dieses Verbrechens, der Verfolgung von Schriftstellern, deren Werke als »undeutsch« eingestuft wurden, der Berliner Bibliophilen Abend widmete dem Gedenken an dieses Ereignis seine Jahresgabe.

Donnerstag, 7. Dezember 2023

Jahresgabe des Berliner Bibliophilen Abend

Heute wird die Jahresgabe des Berliner Bibliophilen Abend auf der Adventsveranstaltung vorgestellt.
Die diesjährige Jahresgabe des BBA, vier Texte von Erich Kästner Über das Verbrennen von Büchern, greift zurück auf eine Ausgabe der Büchergilde Gutenberg, gestiftet von der Büchergilde-Buchhandlung am Wittenbergplatz unseres Mitglieds Johanna Binger.
Der Titel erschienen aus Anlass der vor 90 Jahren erfolgten Bücherbrennung. Auf Seite 40 verweist Erich Kästner auf die Bemühungen von Fedor von Zobeltitz, dem Begründer des BBA, schlichtend nach der Auflösung des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller bei der Vorstandswahl des neu eingesetzten Reichsverbandes zu vermitteln. Es war jedoch bereits fünf Minuten nach Zwölf.
Der Dresdener Künstler Steffen Büchner schuf für diese auf 25 Exemplare limitierten und nummerierten Jahresgabe eine Suite von 3 Porträts des Autors in einer Auflage von jeweils 15 Exemplaren, die von Hendrik Liersch (Corvinus Presse Berlin) gedruckt wurde und von denen ein nummeriertes und signiertes Original der Jahresgabe beiliegt. Mitglieder haben die Möglichkeit, die zwei nicht beiliegenden Porträts zu erwerben, um dann alle drei Linolschnitte der Jahresgabe zu besitzen.

Mittwoch, 10. Mai 2023

In Erinnerung: 10. Mai 1933

«Die Ereignisse von 1933 bis 1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen. Später war es zu spät. Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt wird.»
Erich Kästner Über das Verbrennen von Büchern, 10. Mai 1953
90 Jahre nach den Bücherverbrennungen vom 10. Mai 1933 setzt die Staatsbibliothek zu Berlin auf dem Bebelplatz ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Hass. Wo 1933 Tausende Menschen Scheiterhaufen aus Büchern entzündeten, erklingen 2023 die verbrannten Werke selbst und laden Passanten zum Innehalten und Zuhören ein, bevor sie ihren Alltag fortsetzen.

Claudia Roth, Klaus Lederer, Tessa Ganserer, Claudia Michelsen, Natalia Wörner und Wissenschaftler der Humboldt-Universität zu Berlin lesen Literatur, die während der NS-Zeit indiziert und verbrannt wurde. Nasir Ahmad Nadeem und Meral Şimşek ergänzen den Blick in die Vergangenheit mit ihren eigenen Texten. Die musikalische Begleitung übernehmen Ensembles der Barenboim-Said-Akademie und der Staatsoper Unter den Linden.

10. Mai 2023, 11:30 - 13:30 Uhr

Abends wird in einer weiteren Veranstaltung an Schriftstellerinnen und Schriftsteller erinnert, deren Bücher vor 90 Jahren in 22 deutschen Universitätsstädten – beginnend auf dem heutigen Bebelplatz in Berlin – öffentlich verbrannt wurden.
Es lesen und singen Jens-Uwe Bogadtke, Knut Elstermann, Anita Prestes, Christian Grashof, Gregor Gysi, Tania Concha Hidalgo, Beate Klarsfeld, Studenten der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Petra Pau, Alejandro Soto Lacoste, Ingo Schulze und Robert Stadlober.
Zum 50. Jahrestag des Putsches in Chile sind chilenische Künstler und Politiker eingeladen. Es wird u. a. aus dem Canto General von Pablo Neruda gelesen – eines der Bücher, die durch die chilenische Militärjunta massenhaft verbrannt wurden.

10. Mai 2023, 17 - 18:30 Uhr

Bebelplatz
Unter den Linden
10117 Berlin

Montag, 9. Mai 2016

Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.

Am 10. Mai erinnern Literaturliebhaber wie auch die Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft und andere Bibliophilen an den Höhepunkt der Kampagne »wider den undeutschen Geist«, bei der 1933 in insgesamt 70 Städten in Deutschland Scheiterhaufen für Bücher aufgerichtet wurden und gedenken der Verfolgung von Schriftstellern, deren Werke als »undeutsch« eingestuft wurden.
Nicht nur Berlin gegenüber der Friedrich-Wilhelm-Universität (heute: Humboldt-Universität) auf dem Opernplatz (heute: Bebelplatz), wird das Lesen gegen das Vergessen unter dem prophetischen Satz von Heinrich Heine stehen: »Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.«. Überall in der BRD finden 2016 im Umfeld des 83. Jahrestages der Bücherverbrennung wieder Veranstaltungen statt - die Abbildung verweist beispielhaft auf eine Lesung in Bielefeld.
Eine (keineswegs komplette) Liste, in der weitere Veranstaltungen zur Mahnung und zum Gedenken an die Bücherverbrennung eingetragen werden können, findet sich hier.

Montag, 12. Mai 2014

Lese-Zeichen gegen Rechts

Am Donnerstag, den 15. Mai 2014, findet in Hamburg die 14. Marathonlesung aus den verbrannten Büchern statt, genau dort, wo am 15. Mai 1933 Studenten und Burschenschaftler Bücher ver­brannten. Esther Bejarano, Vorsitzende des Auschwitz-Komitees und Wolfgang Rose werden den Lesemarathon eröffnen. Von 11 bis 18 Uhr lesen Schülerinnen und Schüler der Schule an der Isebek, der Ida-Ehre-Schule, des Kaifu-Gymnasiums. Und Peggy Parnass, Steffi Wittenberg, Rolf Becker, Sylvia Wempner, Abi Wallenstein, den Klezmerlech-Chor der Liberalen Jüdischen Gemeinde, Klaus Robra, Thomas Ebermann und viele andere mehr. Besucher können selbst vorlesen vor oder einfach nur zuhören: Ein Gedicht oder einen Text aus einem der verbrannten Bücher. Es liegen ausgewählte Lesetexte bereit.

Lesung: 15. Mai 2014

Platz der Bücherverbrennung
Hamburg-Eimsbüttel
Kaiser-Friedrich-Ufer/Ecke Hey­mannstraße

Deutsche Freiheitsbibliothek / Exilliteratur

Die Eröffnung der Ausstellung im Stadtmuseum Ludwigshafen der Initiative Buchkultur mit verschiedenen Installationen, die die ›Deutsche Freiheitsbibliothek‹ zum Thema haben, hat geradezu überschwengliche Kommentare ausgelöst: nicht nur Ausstellung und Programm, sondern auch das anwesende Publikum haben beeindruckt. „Dieses ist nicht nur interessant, sondern interessiert, und zwar außerordentlich und vielseitig, offen, belesen, informiert, unprätentiös, wesentlich, positiv, freundlich, geradeaus. Wo findet man sonst noch so eine Anhäufung von ausgeprägten Leuten?” (M.R.) Möchten Sie auch zu diesem erlesenen Kreis gehören? Dann kommen Sie zu unseren nächsten Veranstaltungen. Wir können versichern, daß es bei den Referenten genauso spannend weitergeht.
Am kommenden Mittwoch finden wir uns im Ernst-Bloch-Zentrum wieder, das als Kooperationspartner zu einer Führung mit Sofie Sonnenstatter über Leben und Werk von Ernst Bloch einlädt und im Anschluß zum Vortrag ›Verbrannte Bücher 1933. Mit Feuer gegen die Freiheit des Geistes‹ von Dr. Werner Treß. Treß (Humboldt-Universität zu Berlin) gilt als der Experte für das Thema Bücherverbrennung, er beleuchtet die Vorgeschichte der Freiheitsbibliothek und ordnet die Gegengründung historisch ein.

Führung Sofie Sonnenstatter: 14. Mai 2014, 18 Uhr,
Vortrag Dr. Werner Treß im Anschluß 19 Uhr

Ernst-Bloch-Zentrum
Walzmühlstraße 63
67061 Ludwigshafen
___________________

Gleichzeitig laden wir schon ein zum ›Internationalen Museumstag‹ am kommenden Sonntag, der passenderweise unter dem Motto ›Sammeln verbindet‹ steht. Zur Matinee haben wir Dr. Wolfgang Kaiser (Berlin) eingeladen. Von 2000 bis 2013 Vorsitzender der Pirckheimer-Gesellschaft (die lebendigste Bibliophilen-Gesellschaft der Republik) ist er ein ausgewiesener Experte für Exilliteratur, Buchillustration und Grafik, außerdem einer der Leihgeber unserer Ausstellung.
(Marita Hoffmann)

Sonntag, 18. Mai 2014, 11 Uhr ›Sammeln von Exilliteratur‹ Vortrag von Dr. Wolfgang Kaiser,
im Anschluß Gang durch die Ausstellung mit anwesenden Leihgebern
Unser ›Café Arago‹ ist anläßlich des Museumstages den ganzen Sonntag geöffnet

Stadtmuseum Ludwigshafen
Im Rathauscenter
Rathausplatz 20
67059 Ludwigshafen

Mittwoch, 7. Mai 2014

Menschen und Bücher im Widerstand gegen den Faschismus

Die Initiative Buchkultur zeigt zum Gedenktag der Bücherverbrennung bis zum 15. Juni 2014 im Stadtmuseum Ludwigshafen verschiedene Installationen, die die ›Deutsche Freiheitsbibliothek‹ zum Thema haben.
Am 10. Mai 1934 – ein Jahr nach den Bücherverbrennungen in Deutschland – begann in Paris die ›Deutsche Freiheitsbibliothek‹ ihre Arbeit, deren zentrale Figur der Publizist Alfred Kantorowicz war und an der sich zahlreiche Geistesgrößen im Exil beteiligten, darunter auch Heinrich Mann. Die Bibliothek war nicht nur Treffpunkt und Ort der Sammlung, sie war eine Institution, die gegen die Unterdrückung des freien Wortes, des freien Geistes kämpfte, über die Verbrechen der Nationalsozialisten aufklärte und das „andere Deutschland” in der Öffentlichkeit lebendig hielt.
Im Juni und Juli wird dann im Schillerhaus Oggersheim, wohl erstmals in der BRD, eine Ausstellung zu Heinrich Heine zu sehen sein, die 1956 in der DDR aus Anlaß seines 100. Todestages gezeigt wurde, ergänzt durch Originallithographien von Rahel Szalit-Marcus († 1942, Auschwitz) zu Heines Hebräischen Melodien.

Ausstellung: 10. Mai bis 15. Juni 2014
Stadtmuseum Ludwigshafen
Ausstellung: 1. Juni bis 20. Juli 2014
Schillerhaus Oggersheim
Führung und Vortrag: 14. Mai 2014
Ernst-Bloch-Zentrum (Ludwigshafen)

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Die Initiative Buchkultur startete hierzu eine Webseite mit dem Titel "Die Deutsche Freiheitsbibliothek - Der Mantel der Geschichte", auf der weitere Informationen zur den geplanten Ausstellungen, Vorträgen, Lesungen und weiteren Veranstaltungen vorgestellt werden.

Montag, 16. September 2013

Die Sammlung George Warburg

Die Mitglieder des Berliner Bibliophilen Abend besuchten heute die Bibliothek des Jüdischen Museums Berlin, die am 1. Juni 2013 zum ersten Mal ihre neu bezogenen Räumlichkeiten in der Kreuzberger Lindenstr. öffnete, ein auch architektonisch interessantes Gebäude, entworfen wie schon das Jüdische Museum von Daniel Libeskind.
Die Leiterin der Bibliothek, Frau Ulrike Sonnemann und Herr Ernst Wittmann berichtete über die Stiftung George Warburg, eine Sammlung derjenigen Bücher, die von den Deutschen Faschisten erst auf dem Scheiterhaufen und dann auf dem Index landeten. Diese Sammlung wird mit einigen ausgewählten Exemplaren zur Zeit in einer Sonderausstellung im Jüdischen Museum präsentiert. Die Teilnehmer des heutigen Abends hatte nicht nur Gelegenheit, die Ausstellung zu besuchen, sondern konnten auch weitere bibliophile Exemplare, so eine Erstausgabe von Kurt Tucholskys Schloss Gripsholm, Franz Kafkas Verwandlung im ersten Abdruck in den Weißen Blättern oder Elias Canettis Die Blendung mit Widmung des Autors bewundern, sowie in allen Ausgaben der Soncino-Gesellschaft blättern.

Mittwoch, 7. August 2013

Mit Feuer gegen die Freiheit des Geistes

Am 10. Mai 1933 gedenken Literaturliebhaber einer so genannten „Aktion wider den undeutschen Geist“, bei der in insgesamt 70 Städten in Deutschland öffentlich die Werke verfolgter Schriftsteller verbrannt wurden.
Unser Mitglied Manfred Kujau zeigte in Brandenburg zur Erinnerung an dieses unwürdige Ereignis vom 10. Mai bis zum 8. Juni 2013 in einer Ausstellung zeitgenössische Ausgaben der von den Nationalsozialisten verbotenen Werke aus seiner Sammlung, darunter z.B. eine Ausgabe von Erich Kästner mit Illustrationen von Erich Ohser, aber auch Bücher ausländischen Autoren wie Andersen Nexö, Jack London oder Maxim Gorki. Zeitgleich konnten diese Titel, die auf der schwarzen Liste der Nationalsozialisten standen, in neueren Ausgaben in der Fouqué-Bibliothek entliehen werden.

Da die Bücherverbrennung in Brandenburg erst am 27. Juni 1933 aus Anlass eines Besuchs der Nazi-Führungsriege "nachgeholt" wurde, wurde die Ausstellung am 18. Juni nochmals aufgebaut und wird noch bis zum 10. August 2013 gezeigt.

Ausstellung: noch bis 10.August 2013

Altstädtischer Markt 8
14770 Brandenburg an der Havel

Freitag, 10. Mai 2013

Gedenken an die Bücherverbrennung

In Berlin fanden sich heute gemeinsam mit hunderten anderer einige Pirckheimer auf dem Bebelplatz vor der Humboldt-Universität ein, um einem "Lesen gegen das Vergessen" zum Gedenken an den 80sten Jahrestag der Büchervebrennung beizuwohnen. Prominente Stimmen, wie Daniela Dahn, Dieter Mann, Gisela May, Gregor Gysi und viele andere lasen aus den Publikationen der Autoren, deren Bücher nicht nur in Berlin, sondern auch in fast zwei Dutzend weiterer Deutscher Städte in Rauch aufgingen. "Es war widerlich", lautet die zeitlose und unbestittene Einschätzung des damals anwesenden Erich Kästner, dessen Bücher auf dem Scheiterhaufen landeten. Beeindruckend an der heutigen Veranstaltung war vor allem der Auftritt der 102jährigen Schriftstellerin Elfriede Brüning, die als junge Frau selbst Zeugin dieses unwürdigen Ereignisses war.
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, seinerzeit nicht unbeteiligt am 10. Mai 1933, nutzte eine Veranstaltung zum 80. Jahrestag der Bücherverbrennung, um auf das Schicksal heutiger Schriftsteller und Künstler aufmerksam zu machen und rief mit einen Aufruf zur Solidarität mit dem unter Zensur stehenden chinesischen Schriftsteller Li Bifeng auf.

Montag, 9. Mai 2011

ein Ort zum Lesen

Mit der Intention die Erinnerung an das Ereignis der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 wachzuhalten, platzieren wir am Jahrestag auf dem Bebelplatz 100 Stühle mit jeweils einem Werk aus der Liste der verbrannten Bücher. “Ein Ort zum Lesen” symbolisiert die Rückholung und Übergabe der verbrannten Werke in die Hände der Menschen auf dem Platz. Die Installation im öffentlichen Raum ist Einladung und Aufforderung zugleich, an diesem Ort der Geschichte und Kultur einen Augenblick zu verweilen und selbst ein Teil von Kultur zu sein.
(Jürgen Breiter und Katja Cappelen)


è ein Ort zum lesen

Mittwoch, 21. Juli 2010

Bibliothek der verbrannten Bücher

Am 15. Juli 2010 wurde die für die bedeutende Sammlung "Bibliothek der verbrannten Bücher" von Georg P. Salzmann neu geschaffenen Räume in der Universitätsbibliothek Augsburg in Anwesenheit des Sammlers offiziell eröffnet. Dort werden zunächst die bereits erschlossenen ca. 4.000 Titel der insgesamt 12.000 Bände der Sammlung ausgestellt.

Salzmann inmitten seiner Bibliothek, Foto: DPA

Salzmann hatte die "Bibliothek der verbrannten Bücher" in mehr als 30 Jahren hinweg aufgebaut. Nahezu alle Erstausgaben sowie alle weiteren Werke jener rund hundert deutschen Schriftsteller und Publizisten, deren Bücher bei der von den Nazis organisierten Bücherverbrennungen am 10. Mai 1933 vernichtet wurden und in der NS-Zeit verboten waren, seien in der Sammlung vertreten.
Die Universität Augsburg kaufte die Sammlung vor einem Jahr, die Erschließung und Katalogisierung des Bestandes wird voraussichtlich noch zwei Jahre dauern. Über den aktuellen Stand dieser Arbeiten informiert die entsprechende è Sondersammlungseite der Universitätsbibliothek.

Montag, 24. Mai 2010

ein Ort zum Lesen

Im Netz finden Sie jetzt einen kleinen Eindruck von der Aktion am 10.05.2010 im Gedenken an die Bücherverbrennung.
Die Veranstalter der Aktion waren in der Zeit von 11- 19 Uhr mit 50 Stühlen und 50 Büchern vor Ort auf dem Bebelplatz. Es gab viele interessante und spannende Gespräche mit Besuchern und Passanten aller Altersgruppen.
Es wird bereits überlegt, wie sich "ein Ort zum Lesen" mit Blick auf das kommende Jahr weiterentwickeln könnte, um dann auch das Ziel der 100 Stühle und 100 Bücher, wie wir es für dieses Jahr vorgesehen war, erreichen zu können.

è ein Ort zum lesen

Freitag, 16. April 2010

Gedanken brennen

Margot Marquardt, GUERRE AUX PENSEES, 2008
Installation und Objekte
zur Bücherverbrennung
Margot Marquardt
und Präsentation
"Verbrannter Bücher"
die in der Staats- und Stadtbibliothek überlebt haben

23. April - 27. Mai 2010

ein Buch aus den Beständen der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, welches vor1933 gedruckt wurde und überlebt hat
è Staats- und Stadtbibliothek Augsburg
Schaezierstr. 25
86152 Augsburg

Dienstag, 6. April 2010

ein Ort zum lesen



Mit der Intention der Erinnerung an das Ereignis der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 platzieren die Initiatoren von „ein Ort zum lesen“ am Jahrestag auf dem Bebelplatz 100 orange und rote Stühle sowie 100 Bücher mit Werken aus der Liste der verbrannten Bücher. Die Installation symbolisiert die Rückholung der verbrannten Werke und direkte Übergabe in die Hände der Menschen auf dem Platz. Die Installation im öffentlichen Raum ist Einladung und Aufforderung zugleich - an diesem Ort der Kultur einen Augenblick zu verweilen und selbst ein Teil von Kultur zu sein - als stiller Teilnehmen für sich alleine einige Seiten zu lesen oder selbst zum Akteur zu werden und einen Text vorzutragen.



Jürgen Breiter (Urban Curator)
Malplaquetstr. 13a
13347 Berlin
0176 / 20662429
jbreiter@wedding-windows.de

è ein Ort zum lesen

1 Kommentar:
einortzumlesen hat gesagt...
Es gibt mittlerweile auch eine Homepage mit weiterführenden Informationen. Die Initiatoren freuen sich auch über Rückmeldungen und ggf. Bücherspenden. Hierzu befindet sich auf der Homepage unter der Rubrik Bücher eine Liste mit Buchtiteln aus der Liste der verbrannten Bücher zur Orientierung.

06 April, 2010

Samstag, 9. Mai 2009

10. Mai - Tag des Gedenkens

vor 77 Jahren brannten die Bücher von über 200 Autoren

... Walter Benjamin, Ernst Bloch, Bertolt Brecht, Max Brod, Otto Dix, Alfred Döblin, Albert Einstein, Lion Feuchtwanger, Marieluise Fleißer, Friedrich Wilhelm Foerster, Leonhard Frank, Sigmund Freud, Iwan Goll, George Grosz, Heinrich Heine, Ödön von Horvath, Heinrich Eduard Jacob, Franz Kafka, Georg Kaiser, Erich Kästner, Alfred Kerr, Egon Erwin Kisch, Karl Kraus, Theodor Lessing, Alexander Lernet-Holenia, Karl Liebknecht, Georg Lukács, Rosa Luxemburg, Heinrich Mann, Klaus Mann, Ludwig Marcuse, Karl Marx, Robert Musil, Carl von Ossietzky, Erwin Piscator, Alfred Polgar, Erich Maria Remarque, Ludwig Renn, Joachim Ringelnatz, Joseph Roth, Nelly Sachs, Felix Salten, Anna Seghers, Arthur Schnitzler, Carl Sternheim, Bertha von Suttner, Ernst Toller, Kurt Tucholsky, Jakob Wassermann, Franz Werfel, Grete Weiskopf, Arnold Zweig, Stefan Zweig ...

è
Rudolf Wolff - Bibliothek der Bücherverbrennung

Kommentar:

(9.5.2009)
Kaum eine Zeitung hat am 8. Mai an den Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus erinnert. Nun bin ich mal gespannt, ob zumindest unser Börsenverein [des Deutschen Buchhandels] auf den 10. Mai, den Tag der Bücherverbrennung in Nazideutschland, aufmerksam macht. Ich selbst werde an diesem Tag mein Schaufenster entsprechend gestalten.
è
Wolfgang Huste, Antiquar

Mittwoch, 16. April 2008

Zum Gedenken

Initiative Buchkultur
Freunde der Buchkultur,

Bücher sind eine dauerhaftere Form des gesprochenen Wortes, von Gedanken und Meinungen, Anschauungen und Empfindungen.
Bücherverbrennung(en) - sei es eher altertümlich in wirklichen Flammen oder auf andere zweckdienliche Weise - betrifft uns. Alle, immer, überall, jederzeit, in jeder Form, auf jede Weise und mit jeder besonderen, wie auch immer schöngeredeten 'guten' Absicht.
Wir möchten deshalb pars pro toto an ein in dieser Reihe herrausragendes Ereignis erinnern. Tue ein jeder [m/w], was ihm möglich ist. Daß man noch sagen, schreiben und veröffentlichen darf, was man denkt - und auch denkt, was man sagt, schreibt und publiziert.
Eine Reihe von Veranstaltungen in der Stadtbücherei (23./24./26. April 2008, 7. Mai 2008) hält die Erinnerung lebendig und das Bewußtsein wach.

Veranstaltungsplakat der Stadtbibliothek Ludwigshafen zur Bücherverbrennung 1933

Eine etwas ausführlichere Darstellung der Ereignisse vor 75 Jahren in Ludwigshafen am Rhein enthält Band 2 der Stadtgeschichte von 2003 (Geschichte der Stadt Ludwigshafen am Rhein, Kapitel 11, S.185ff; Abb. 1 und 13; Ludwigshafen a. Rh. 2003).
(Marita Hoffmann)

è Initiative Buchkultur: Das Buch e.V.
c/o Llux
Postfach 25 02 09
67034 Ludwigshafen