Samstag, 13. Juni 2026

Kunst für die SLB Potsdam

Der Ketziner Künstler Tobias Kielinger hat der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam mehrere besondere Drucke geschenkt.
In dieser Werkserie werden fundamentale Sätze der Philosophiegeschichte – von Descartes’ „Cogito ergo sum“ über Hegels „Das Wahre ist das Ganze“ bis hin zu Nietzsches „Gott ist tot“ und Wittgensteins Reflexion über die Grenzen der Sprache – einer radikalen Transformation unterzogen. Durch die physische Übereinanderschichtung der Buchstaben entstehen Schriftbilder, die den Text hinter sich lassen und zur eigenständigen Ikone werden.

Dieser Prozess vollzieht sich im Sinne der hegelschen Trias der Aufhebung:
1. Auflösung: Die lineare Lesbarkeit des Satzes wird zerstört. Die Information zerfällt in ihre graphischen Bestandteile und entzieht sich der rein rationalen Logik.
2. Bewahrung: Der philosophische Gehalt bleibt im Fundament des Werkes präsent. Der Satz verschwindet nicht, er bildet den unsichtbaren Kern der Form.
3. Transformation: Das Werk wird auf eine neue Ebene gehoben. Das ehemals sprachliche Konzept wird in den Raum der Kunst überführt und manifestiert sich als visuelle Wahrheit, die über das bloße Wort hinausweist.

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