Montag, 17. Februar 2025

Alles Gute zum Ehrentag, Matthias Frohl

Matthias Frohl mit dem Entwurf des 2. Brandenburger
Bilderbogen, März 2023,Foto © ad
Matthias Frohl, Leiter der Kinder- und Jugend. Kunst- Galerie Sonnensegel und Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, feiert heute seinen 65. Geburtstag - Herzlichen Glückwunsch!

Dem Jubilar ist es mit zu verdanken, dass die Galerie „Sonnensegel“ ein ansehnliches Deputat an Bildnerischem besitzt, das derzeit, noch bis zum 1.. Juni 2025, auszugsweise in der Ausstellung "Hello Again" gezeigt wird.
Viele Künstlerinnen und Künstler fanden das Konzept der Verbindung von Kunstrezeption und -produktion in einer entstehenden Kunstschule so interessant sowie überzeugend, dass sie aufgeschlossen auf die Bitten der Galerie-Gründer um Unterstützung reagierten. Zahlreiche Kunstspenden trafen in Brandenburg an der Havel ein, so dass die junge Galerie noch bevor sie über eigene Räumlichkeiten verfügte, schon eine ansehnliche Kunstsammlung vorweisen konnte. 
Die Begegnung mit originalen Kunstwerken ist vor allem Impulsgeber für das eigene bildnerische Tun der Kinder und Jugendlichen im Haus. Sie lernen, dass Kunst zu den Grundfragen des Lebens Stellung nimmt und nutzen die entdeckte Sprache der Formen und Farben, um ihr eigenes Lebensumfeld zu kommentieren.

Kinder- und Jugend- Kunst- Galerie "Sonnensegel"
Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg
 
1 Kommentar:
Matthias hat gesagt… (18. Februar 2025)

Sonntag, 16. Februar 2025

Stabi Journal 2024

Nach Erlöschen des Bibliotheksmagazins erschien jetzt zum ersten Mal das Stabi Journal.

Die Staatsbibliothek zu Berlin blickt zurück – und richten den Blick dabei nach vorn: Welche Themen und Angebote werden uns in den kommenden Jahren besonders beschäftigen? In ausführlicheren Berichten werden im Stabi Journal unter anderem unser Forschungsprojekt zur Betrachtung der Sammlungen im Rahmen kolonialer Kontexte vorgestellt.
Besonders im Fokus: die Chancen, die digitale Methoden bieten, um ein tieferes Verständnis für die Geschichten hinter den Objekten zu gewinnen. Technologisch nächste Schritte werden auch bei Entwicklung und Einsatz von Künstlicher Intelligenz und anderer Spezialsoftware gegangen, die handschriftliche und gedruckte Quellen liest und daraus durchsuchbare Volltexte erstellt.
Weitere Highlights: Ein Blick hinter die Kulissen des Stabi Kulturwerks sowie Rückblicke auf Veranstaltungen wie den Tag der Offenen Tür und die Reihe „IndieStabi“, die besondere Eindrücke hinterlassen haben.Bei all dem lassen wir diejenigen zu Wort kommen, die hinter der innovativen wie alltäglichen Arbeit der Stabi stecken – in Interviews zu Social Media und User Experience an der Stabi, aber auch zu weniger beleuchteten Themen wie den möglichst reibungslosen Abläufen in unseren Magazinen.

Samstag, 15. Februar 2025

Rudolf Angeli feiert 75sten Geburtstag

Heute geltem die besten Wünsche dem Pirckheimer aus Hamburg zu seinem heutigen Ehrentag.
Rudolf Angeli auf der Leipziger Buchmesse 2024, Foto © ad
Mit diesen Zeilen wird ein Bücherfreund und Schachspieler geehrt, den Bibliophile nicht nur als Initiator einer bemerkenswerten Weltreise von Stefan Zweigs Schachnovelle kennen, sondern vor Allem als Mitbegründer der Regionalgesellschaft Nord der Pirckheimer-Gesellschaft, als Mitherausgeber des Hamburger Bothen und verdienstvollen bibliophilen Titeln zu aktuellen Illustratoren und Graphikern bei "Angeli & Engel".

Herzlichen Glückwunsch, lieber Rudolf Angeli!

DADA-Abend in Leipzig

Anlässlich der Wiedereröffnung ihrer historischen Lesesäle lädt die Deutsche Nationalbibliothek zu einem DADA-Abend in ihren großen Lesesaal ein. Wo im Lektürealltag eigentlich andächtige Stille herrscht, wird das Ensemble „Fümms Bö Brass“  mit dem berühmten Lautgedicht „Ursonate“ von Kurt Schwitters ordentlich einheizen.
 Thomas Krüger & Anke Lucks Fümms Bö Brass, Foto © Sergei Gavrylov
Das spektakuläre, so stilbildende wie sinnentleerte Lautgedicht, hat auch hundert Jahre nach seiner Erfindung nichts von seiner Sprengkraft eingebüßt: Immer noch spannt dieser Schlüsseltext der Avantgarde den Bogen zwischen Ordnung und Irrationalität, Witz und Unsinn, sprachkünstlerischer Experimentierfreude und Perfektion. Die erste Version des Textes ist unwesentlich jünger als die Deutsche Nationalbibliothek und mitten in einer kulturell und gesellschaftlich enorm aufbruchsbereiten Zeit entstanden. Zugleich bündelt das Lautgedicht die drei Sammlungsschwerpunkte der Deutschen Nationalbibliothek: Schrift, Bild und Ton.

(Johannes Neuer und Stephanie Jacobs)

25. Februar 2025, 18 Uhr 

Deutsche Nationalbibliothek
Deutscher Platz 1, 04103 Leipzig

Freitag, 14. Februar 2025

Frösche, Vögel, Elefanten ....

Eine Themenführung in der Ausstellung „Wilhelm Höpfners Bilder“ im Stendaler Winckelmann-Museum wirft Dr. Kathrin Schade einen Blick in die große Tierwelt bei Wilhelm Höpfner mit bisher nie gezeigte Skizzenbüchern des Künstlers mit Fröschen, Vögeln, Elefanten.
Wilhelm Höpfner hatte eine besondere Affinität zu Tieren – oder besser: zur Beobachtung und Darstellung derselben. Zahlreiche Skizzenbücher, die heute im Besitz des Museums sind, dokumentieren seine exzellenten Tierstudien, die er vor allem in den 1920er und 1930er Jahren im Zoologischen Garten Berlin anfertigte. Sie zeugen zugleich von seiner souveränen Zeichentechnik. Den Besuchern werden Einblicke in sonst im Museumsdepot eingeschlossene Skizzenbücher gewährt. Höpfner verwendete die Tierdarstellung dann in künstlerisch abgewandelter Form für seine Fabelbilder, Tierparabeln oder satirischen Grafiken.
Kuratorin Dr. Kathrin Schade wird Sie durch die Ausstellung führen und mit Ihnen auf eine künstlerische „Safari“ gehen..

(Agnes Kunze)

19. Februar 2025, 17:30 Uhr

Winckelmann-Museum
Winckelmannstr. 36-38, 39576 Stendal

Donnerstag, 13. Februar 2025

Wilhelm Rudolph: Dresden 1945

Vor 80 Jahren wurde das historische Dresden kurz vor Kriegsende durch Bombenangriffe westlicher Alliierter zerstört. Die Galerie der Berliner Graphikpresse erinnert daran mit einer Ausstellung von Werken des Dresdner Altmeisters Wilhelm Rudolph (1889 – 1982).

Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf seinen Holzschnitten zum Thema des kriegszerstörten Dresdens, an das wir 80 Jahre nach den verheerenden Bombenangriffen auf die Stadt erinnern möchten. Eindrucksvoll zeigen die Graphiken die Schrecken des Krieges für die überlebenden und versehrten Menschen sowie die Verwüstungen in der Stadtlandschaft. Dieser Zyklus gehört zweifelsohne zu den wichtigsten Werken Rudolphs, seine mahnende Botschaft berührt auch den heutigen Betrachter noch sehr.

Eröffnung: 1. März 2025, 11 Uhr, einführende Worte: Dr. Martin Schmidt, Kunsthistoriker
Ausstellung:  2. März - 17. April 2025

Galerie der Berliner Graphikpresse
Am Falkenberg 25, 12524 Berlin

Mittwoch, 12. Februar 2025

Wiener Bibliophile besuchen die Bibliothek der ÖAW

Heute besuchen Mitglieder und Freunde der Wiener Bibliophilen-Gesellschaft die Bibliothek der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Das Zentrum des Hauptgebäudes der Österreichischen Akademie der Wissenschaften bildet der einzigartige Festsaal mit dem kunstvollen Deckengemälde von Gregorio Guglielmi.© ÖAW/Klaus Pichler
Die Teilnehmer erwartet eine Bibliotheksführung, in der – neben einem Blick auf das bemerkenswerte Deckengemälde – der Akzent auf der Vorstellung einer wissenschaftshistorisch außergewöhnlichen Sammlung liegen wird, nämlich der Sammlung des Wiener Privatgelehrten Erich Woldan, einer fast lückenlosen Dokumentation der abendländischen Reise- und Entdeckerliteratur vom 15. bis ins 20. Jahrhundert, darunter zahlreichen wertvollen Karten, Atlanten, Globen und Ansichtenwerken. Eingeleitet wird der Besuch von einer ca. halbstündigen Vorführung des KI-gestützten Texterkennungssystems Transkribus, das sowohl handgeschriebene historische Dokumente wie auch gedruckte Texte entziffert – ein auch für den Buchliebhaber hochinteressantes, allgemein zugängliches Werkzeug.*)

(Ernst Fischer)

12. Februar 2025, 16:30 Uhr

Bibliothek der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
„Collegium“, der neuen „Campus Akademie“
Bäckerstraße 13 / Stiege B (frühere Bibliothek des Jesuitenordens)

*) „Transkribus hilft, alte Briefe, Dokumente und Chroniken aus alten deutschen Schriften wie Kurrent, Sütterlin, Fraktur oder Antiqua in lesbaren Text umzuwandeln. Die Transkribus-Software ermöglicht es Ihnen, alte Handschriften mit Hilfe von künstlicher Intelligenz automatisch zu übersetzen.“

2. Stuttgarter Buchmesse

Auf der zweiten Stuttgarter Buchmesse erwartet Euch ein vielfältiges Programm: 273 Aussteller mit verschiedenen Genres entführen Euch in die Welt ihrer Bücher.

Es wird Lesungen, ein Autorenquiz, eine Podiumsdiskussion, einen Workshop und eine Live Aufzeichnung eines Podcasts geben.
weitere Inf.ormationen Klick auf die Abb.
Das Highlight des Tages folgt um 18 Uhr: eine Tanzshow wird die Verleihung des ersten Stuttgarter Buchpreises einleiten!

22. Februar 2025

Schwabenlandhalle
Kultur-, Kongress- und Tagungszentrum
Guntram-Palm-Platz 1, 70734 Fellbach

Dienstag, 11. Februar 2025

Antiquarisches für den Wiederaufbau des DBSM in der DDR

Zu den Mitteln der Buchbeschaffung, mit denen das Deutsches Buch- und Schriftmuseum in der DDR in den 1950er Jahren den Wiederaufbau seiner Sammlungen vorantreibt, zählen auch antiquarische Ankäufe, die im Ausland erfolgen Auf diesem Weg erwirbt das Deutsche Buch- und Schriftmuseum auf Auktionen der Westberliner Kunst- und Antiquariatshandlung Gerd Rosen seltene Bücher, aber auch ägyptische Kleinplastiken und südostasiatische Palmblatthandschriften.
Blick in den Katalog des Antiquariats Gerd Rosen, Berlin zur Versteigerung 27 (1956), Die Nr. 1688 ist mit der Zugangsnummer des Museums annotiert. Foto: DNB, Laura Stein
Gerd Rosen ist heute vor allem als Inhaber der ersten Kunstgalerie bekannt, die 1945 im kriegszerstörten Berlin neu eröffnet wird. Ihr Schwerpunkt sind die Klassische Moderne und zeitgenössische Kunst. Die wertvollen und seltenen Bücher, die der gelernte Antiquar im hinteren Teil seiner Geschäftsräume zeigt, finden anfangs wenig Beachtung. Erst als einige der von ihm vertretenen Künstler sich von ihm trennen, kehrt Rosen zu seinen Ursprüngen im Antiquariatshandel zurück.
Goethe, Johann Wolfgang von: West-oestlicher Divan. EA. Stuttgart, Cotta 1819, nach einem Foto der  DNB, Laura Stein
Die im Deutschen Buch- und Schriftmuseum aufbewahrten Kataloge dieser Auktionen sind gleichermaßen Sammlungsobjekt, Quelle zur Geschichte des Antiquariatshandels und Dokumentation der eigenen Erwerbungen. Als Handexemplare der Sammlungsleiter genutzt, enthalten sie annotierte Kaufpreise und Zugangsnummern des Museums. Über die Vorgeschichte der Objekte geben die Kataloge jedoch nur bedingt Aufschluss: Wer die Objekte bei Rosen in den Verkauf eingeliefert hat, wird im Katalog durch codierte Nummern angegeben, deren Auflösung bislang nicht entschlüsselt ist. In manchen Fällen verweist die Katalogbeschreibung auf Provenienzmerkmale, so etwa bei einer in der Auktion XXVII angekauften Erstausgabe von Goethes West-Oestlichem Divan: „Sauberes Exemplar. Exlibris. Vorsatz mit Widmungsgedicht, dat. 1842“.

Das Exlibris ermöglicht es, ein Verfolgungsschicksal aufzudecken: Seine Eigner Emil und Jenny Baerwald waren ein jüdisches Kaufmannsehepaar, dem nach den Novemberpogromen 1938 die Flucht in die USA gelang. Teile ihres Umzugsgutes wurden in Hamburg beschlagnahmt und dort mutmaßlich 1942 versteigert. Das Buch konnte im Sommer 2022 an die Erben zurückgegeben werden. Da das Museum es vor der Restitution digitalisieren durfte, ist es für die Öffentlichkeit in digitaler Form weiterhin zugänglich.

In anderen Fällen werfen die Katalogeinträge neue Fragen auf. Verschiedene Quellen deuten darauf hin, dass Rosen vor allem für Privatverkäufer aus der DDR ein beliebter Anlaufpunkt war und selbst Ankaufsreisen in die DDR unternahm. Sind die Erwerbungen des Deutschen Buch- und Schriftmuseums insofern das Ergebnis innerdeutscher Ost-West-Ost-Transfers? Dieser Spur ist weiter nachzugehen.

(Emily Löffler)

Montag, 10. Februar 2025

Exlibris in der Staatsbibliothek Berlin

Den Mitgliedern der Berlin-Brandenburger Regionalgruppe der Pirckheimer-Gesellschaft und des Berliner Bibliophilen Abend stellt Christiane Caemmerer und Felicitas Rink Ende Februar die Exlibrissammlung der Staatsbibliothek zu Berlin vor.
Anneliese Schmitt arbeizeze in der Staatsbibliothek zu Bln., Köhler & Amelang 1988
Die Staatsbibliothek besitzt eine über 50.000 Exlibris umfassende Sammlung, deren Schwerpunkt beim künstlerischen Exlibris aus dem deutschsprachigen Raum seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts liegt. Die Sammlung wurde viele Jahre von Christiane Caemmerer und derzeit von Felicitas Rink betreut.

27. Februar 2025, 19 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin
Haus 1, Unter den Linden 8, 0117 Berlin

Sonntag, 9. Februar 2025

Erinnerungen an vergangene Tage ...

Wieder einmal kann Zuwachs zum Archiv des Berliner Bibliophilen Abend vermeldet werden.

Unser Mitglied Günter Reichl schickte mir heute einen USB-Stick mit Fotos, die er bei Zusammenkünften des BBA gemacht hatte, darunter auch an die einhundert Aufnahmen von der Festveranstaltung aus Anlass des 100. Gründungstages dieser bibliophilen Vereinigung. Einige dieser 20 Jahre alten Aufnahmen sind jetzt im Internet zu betrachten und können für privaten Nutzung heruntergeladen werden.
Album aufrufen durch Klick auf die Abb.
Ins Netz gestellt wurde eine Auswahl der vorhandenen Fotos zur Festveranstaltung, die teilweise leicht bearbeitet wurden, weitere Aufnahmen, die anlässlich anderer Zusammenkünfte entstanden, werden in den nächsten Tagen im Veranstaltungsarchiv des BBA eingestellt - bei Interesse können gern Informationen zur Veröffentlichung per * E-Mail angefordert werden.

Samstag, 8. Februar 2025

wiedergelesen: Katalog Scheinbücher

Scheinbücher – Die Kunst der bibliophilen Täuschung. Die Sammlung Armin Müller Winterthur.
Fake Books – the art of bibliophilic deceit. The collection Armin Müller Winterthur
Benteli-Verlag, 2020
CHF 78
ISBN 978-3-7165-1859-5

Sind dies nun Bücher oder nicht? Sie stehen in der Bibliothek im Büchergestell und sind doch nur Scheinbücher. Armin Müller, der 40 Jahre lang in der Zentralbibliothek Zürich als Leiter der Buchbinderei und der Bestandeserhaltung tätig war, vereinigt in seiner Sammlung Objekte, die alle wie ein Buch daherkommen, aber im Innern keinen Text, sondern immer wieder neue und überraschende Entdeckungen ermöglichen. Nun ist zu diesen Scheinbücher ein sehr schönes, echtes Buch entstanden.

Der Sammler hat in den letzten Jahren 1500 Buchattrappen zusammengetragen, von wertvollen, kulturhistorisch interessanten Objekten bis zu auf Flohmärkten gefundenen Alltagsobjekten. Armin Müller hat diese ganze Vielfalt der Scheinbücher in einem sehr schön gestalteten Buch als deutsch-englischen Katalog, der im Benteli-Verlag erschienen ist, publiziert und ermöglicht dadurch einem breiten Publikum, Einblick in diese wunderbare Scheinbibliothek zu bekommen.
Im Sammelkatalog finden sich Blechdosen in Buchform für Süssigkeiten oder Zigaretten, ‘Flachmänner’, die man ohne großes Aufsehen in der Bibliothek in der Stube stehen hatte, mehrere hundert Jahre alte Holzbibliotheken, die zur Kenntnis und zum Gebrauch der verschiedenen Hölzer Anschauung boten oder Kästchen, in denen die Freundschaftsbeweise nicht in ein Stammbuch mit Seiten, sondern in eine Schachtel in Buchform gelegt wurden. Das geht bis zu den Buchattrappen, die in die Wohnwand gestellt wurden, um die Gäste mit dieser Scheinbibliothek zu beeindrucken. Zu den Zimelien der Sammlung gehören Schmuckkästchen, auch ganz kleine, die als Schmuckanhänger am Hals getragen wurden. Für die Dame gab es Beauty-Cases und Notnähzeug in Buchform, für den Herrn den Feueranzünder oder die Zigarrendose, auch Würfelspiele oder Hilfsmittel für erotische Abenteuer fanden darin Platz. Wunderschöne Wachsbücher, als Gebetsbücher geformt waren beliebt, fromme Geschenke für spezielle kirchliche Feste.

Genauso vielfältig wie die Gebrauchsform sind die Materialien, aus denen die Buchattrappen hergestellt wurden. Neben gebräuchlichen Buchbindematerialien wie Pergament, Leder, Karton kommen Holz, Blech, Wachs zum Einsatz. Wertvoll sind goldene, silberne Messing- und Keramik-Bücher. Nicht selten sind die Objekte mit Gold verziert, mit Samt überzogen oder bemalt.Schnupftabakdose oder Tabatiere aus Bein «1898, Johann Mühlmann».

(Alex Rübel, Zürich)

Freitag, 7. Februar 2025

ein Antiquar mit seinem fliegenden Bücherstand

Am Bücherstand des Antiquars Thomas Döring, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, im Rathaus-Center Pankow kann man seit einiger Zeit am Donnerstag von 14 bis 16 Uhr Grafiker treffen.

Am 23. Januar war Mathias Salomon zu Gast, am 30. Januar Christine Klemke, allen Pirckheimern gut bekannt, und gestern, am 6. Februar, Rita Bellmann.
Thomas Döring und Rita Bellmann
Die Fotografin und Graphikerin Rita Bellmann ist nicht nur durch ihre Fotos der im Weingarten-Verlag erschienenen Blumenkalender bekannt, Bücherfreunde, vor allem Sammler von Kinderbüchern, kennen sie auch durch ihre zahlreichen Illustrationen für den Karl Nitzsche Verlag Niederwiesa, im Verlag Jugend und Volk Wien, im Verlag für Lehrmittel Pössneck oder im Berliner Kinderbuchverlag.

Thomas Döring begeistert seine Kunden übrigens nicht nur für das schöne Buch, an seinem Stand wird der Besucher darüber hinaus auch die Lust am Bibliophilen nahe gebracht, die man als Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft oder des Berliner Bibliophilen Abend erlebt. 

Donnerstag, 6. Februar 2025

neu auf der Seite des Berliner Bibliophilen Abend

Auf der Seite des Berliner Bibliophilen Abend kann ab sofort ein Beitrag von Wieland Schmidt zur Geschichte dieser Vereinigung nachgelesen werden.
Prof. Dr. phil. Wieland Schmidt (1904 - 1959), seinerzeit Direktor der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin, ist Ehrenmitglieds des Berliner Bibliophilen Abend und war dessen Vorsitzender von 1960 bis 1977.
BBA-Archiv aufrufen durch Klick auf die Abb.
Die Loseblatt-Sammlung mit dem Titel "Zur Chronik des Berliner Bibliophilen Abends" fand sich im Archiv des Berliner Bibliophilen Abend ohne Hinweis darauf, zu welchem Zweck das vorliegende Exemplar gedruckt wurde, es entstand jedoch offensichtlich 1974 mit Blick auf den 100. Gründungstag des BBA (12. Januar 1975) und wurde inhaltlich identisch in Imprimatur, Ein Jahrbuch für Bücherfreunde (1973-1976), N.F. 8 (Frankfurt a.M.1976), S. 41ff abgedruckt und auf der Seite des BBA jetzt erstmals ins Internet gestellt.

Antiquariatsmesse Zürich

18 Aussteller aus dem In- und Ausland
9. März, 10 bis 17 Uhr

Vortragssaal Kunsthaus Zürich

Mittwoch, 5. Februar 2025

Von der Seite in den Raum - Grenzenlosigkeit im zeitgenössischen Comic

In einer von Tatjana Prenzel kuratierten Ausstellung zeigt das Klingspor Museum gezeichnete Geschichten, in Form von klassischen Buchformaten bis hin zu raumgreifenden Installationen und dreidimensionalen Objekten. Gezeigt werden originale Arbeiten von dreizehn zeitgenössischen Comiczeichner*innen, in denen Regeln gebrochen, gezeichnete und reale Räume kreiert werden.

© Der-Grosse-Reset_Ika-Sperling
In einer begehbaren Arbeit aus Zelten von Jul Gordon wird die Geschichte auditiv und visuell erfahrbar, während Gabri Molist ein überdimensionales Objekt für die Ausstellung baut, entsprungen aus seiner gezeichneten Welt. Der Prozess des Bauens sowie das Objekt selbst sind Teil des ausgestellten Comics und die Geschichte wird in die reale Welt transformiert. Ika Sperling zeigt ihren preisgekrönten Comic Der große Reset in einer kleinen Ausstellung innerhalb der Ausstellung. Elemente aus ihrem Comic zum Zusammenhalt einer Familie in Zeiten polarisierender Meinungen und Verschwörungserzählungen werden in dreidimensionalen Objekten und einer Soundarbeit atmosphärisch vermittelt. Aisha Franz stellt eine Therapiesituation nach, indem sie Räume und Objekte aus ihrem Comic real nachbildet und eine zentrale Situation ihrer Arbeit Work-Life-Balance physisch nachempfunden werden kann. Elizabeth Pich bringt ihre gezeichnete Figur Fungirl aus dem gleichnamigen Comic in die Realität und auch Elemente aus der gemalten Welt rund um die Figur Mariposa der argentinischen Künstlerin Constanza Giuliani finden als begehbare Objekte in den Ausstellungsraum des Museums. Überdimensionale Steine und ein Fuß werden zu weichen Sitzobjekten.
© Elizabeth-Pich_Fungirl
Mia Oberländer zeichnet in ihrem Comic Anna eine Geschichte über groß und anders sein und damit über Selbstwahrnehmung. Malwine Stauss Arbeiten stehen zwischen Abstraktion und Konkretem, zwischen Malerei und Comic. Ihre gemalte Welt findet durch Keramikfiguren und Arbeiten auf Stoff in den realen Raum. Nino Bulling entwickelt Quilts mit Zeichnungen zu dem Buch abfackeln, das sich ambivalenten Erfahrungen zu Geschlecht und Körper widmet. Erlend Peder Kvams Zeichnungen gehen wortwörtlich über das Format hinaus und der Rahmen wird Teil des Bildes. Lina Ehrentrauts Zeichnungen handeln von zwischenmenschlichen Beziehungen, Identität und Selbstzweifeln, was durch atmosphärische Malereien greifbar wird. Zeichnungen aus dem Buch Fürchten lernen von Nando von Arb stellen Themen wie Angst und Einsamkeit auf eine zugängliche Art und Weise dar und ziehen dabei fast hypnotisch in ihren Bann. Seda Demiriz gibt Einblicke hinter ihren Prozess bei der Entstehung ihrer Webcomics.

Neben raumgreifenden Arbeiten gibt es eine Vielzahl an aktuellen Comics zu lesen und interaktive Arbeiten von Studierenden der Hochschule für Gestaltung und der FH Mainz. Die Ausstellung wird begleitet von einem vielseitigen Programm aus Workshops, Comic-Lesungen, Vorträgen und Führungen.

Eröffnung: 4. April 2025, 18 Uhr
Ausste4llung: 5. April – 27. Juli 2025

Klingspor Museum
Herrnstraße 80, 63065 Offenbach

Dienstag, 4. Februar 2025

Impressionen von den Antiquariatsmessen in Ludwigsburg und Stuttgart 2025

Drei wunderbare und erfolgreiche Tage auf der Antiquaria25 in der Musikhalle in Ludwigsburg gehen zu Ende. Riesen Dank an Petra Bewer und das Team (Thomas HeldPeter JakobeitDaniel OsthoffKatharina und Raimund Seidel), die wie immer alles perfekt organisiert hat und eine wunderbar offene und freundschaftliche Atmosphäre unter den Ausstellenden ermöglichte.
Die Kundinnen und Kunden habe uns mit ihrem lebhaftem Interesse und ihrer Kauflust begeistert, bis nächstes Jahr!

(Michael Solder)
Ursula Saile-Haedicke, Versandantiquariat Tills Bücherwege, Braunschweig, stellt den Lesern dieses Blogs Impressionen der 39. antiquaria Ludwigsburg, 23. bis 25. Januar 2025 in der Musikhalle Ludwigsburg, sowie von der 62. Stuttgarter Antiquariatsmesse, 24. bis 26. Januar 2025 im Württembergischen Kunstverein, zur Verfügung. 

Künstlerbuchpreis der Herzog August Bibliothek für Clifton Meador

Die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und die Curt Mast Jägermeister Stiftung zeichnen den Buchkünstler und Fotografen Clifton Meador mit dem Künstlerbuchpreis 2024/2025 aus. Auf Grundlage seines prämierten Konzepts hat Clifton Meador das Künstlerbuch »Endloser Krieg/Endless War« geschaffen. Ausgehend vom Dreißigjährigen Krieg werden darin die weitreichenden Folgen von Krieg reflektiert.
Die Laudatio auf Clifton Meador wird Susanne Padberg, Galerie DRUCK & BUCH, Wien halten.

Preisverleihung und die Präsentation:19. Februar 2025, 18 Uhr, um Anmeldung wird gebeten: ed.bah@grprutluk oder telefonisch 05331/808-203

Zeughaushalle der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel

Montag, 3. Februar 2025

Bücherkinder Brandenburg stellen sich in Stendal vor

Armin Schubert, Mentor der Bücherkinder Brandenburg, spricht innerhalb der STENDALER HOCHSCHULVORTRÄGE

Merkwürdigerweise müssen wir nicht glauben, was wir wissen." Christa Wolf
Beispiele der kulturellen Bildung aus der Arbeit mit den Bücherkindern Brandenburg und deren Unterstützern 
Unser Heute geht gespeist durch das Gestern in das Morgen. b.b.

Eine Unruhe hat den Lehrer und Kultur-Pädagogen Armin Schubert aus Brandenburg a.d. Havel schon immer begleitet und inspiriert. Als Gründer einer Jugendkunstschule und als Mentor der Bücherkinder Brandenburg waren Bücher und Kunstwerke wichtige Lebensmittel und Begleiter dieser Arbeit, um die Welt zu verstehen und vielleicht ein wenig zu ändern.
Kann man das ?, mit Kindern in digitaler Zeit?, mit Büchern und Bildern?
An Beispielen von zehn Büchern, die Kinder zusammen mit Künstlern i.w.S. geschrieben haben, wird mit vielen Bildern und Texten berichtet, was und warum etwas in digitaler Zeit doch auch analog mit Büchern und Kindern machbar sein sollte und auch ist.

5. Februar 2025, 15 Uhr

Hochschule Stendal
Haus 3, Raum 0.05, Osterburger Str. 25

Finissage einer Ausstellung "Druckgrafik"

Archi Galentz vor einer Skulptur aus Lindenholz von Edvardas Racevicius
Gestern endete die Ausstellung "Druckgrafik - Präzision und Freiheit" in der Galerie Wolf & Galentz. Bereits im November 2021 loteten Wolf & Galentz bei der Ausstellung "Druckgrafik, Umrisse einer Kunstgattung" die Grenzen der Disziplin mit einem anspruchsvollen Katalog aus, den die Galerie in einigen Exemplaren einem Pirckheimer-Jahrestreffen stiftete, und stellten neben Auflagenwerke Unikate und neben Kunstwerken in traditionellen Techniken auch Digitaldrucke vor. Das weckte selbstredend bereits damals die Aufmerksamkeit von Sammlern dieser Drucke.
Irina Batyrova (lks.), "Betreuerin des Galeriebetreibers" (Archi Galentz), im Gespräch mit Anett Lau
So fanden bei der Finissage bei Andreas Wolf und dem Pirckheimer Archi Galentz auch Mitglieder bibliophilen Vereinigungen zusammen, wie der Ausrichter der artbook.berlin, corn.elius oder die Pirckheimerin Anett Lau.
Archi Galentz und corn.eliusm Fotos © ad