| Klaus Märtens (1937–2026) vor seinem unergründlichen Grafikschrank in seiner Wilmersdorfer Galerie Taube, © Archi Galentz |
Märtens bekannte bei vielen Gelegenheiten, nach dem Mauerfall auch als aktives Mitglied in der nunmehr auch im Westen wirkenden Pirckheimer-Gesellschaft, wer sein Vorbild in Sachen Haltung zu Figur und Gegenständlichkeit war: „Karl Hofer ist mein Prophet!“
Bis zum 30-jährigen Galerie-Jubiläum hatte Märtens 189 durchnummerierte Ausstellungen auf die Beine gestellt und dabei darauf geachtet, dass er Bilder zeigte, die er „selber gerne gemalt hätte“. Da waren Namen wie die des jüdischen Stillleben-Malers Pavel Feinstein, des kauzigen Schweizers Rudolf Stüssi, des Bildhauers Robert Metzkes aus dem Berliner Osten und des Landschaftsradierers Walter Herzog aus Dresden dabei. Und selbstredend Urgesteine der Galerie wie der Stadtmaler Klaus Jurgeit, dessen Motive Lokalkolorit versprühen. Oder Edwin Dickmann, dessen 1960 entstandenes, dunkles Ölbild „Die Hinrichtung“ heute, in Zeiten von neuen Machtkämpfen und Kriegen wieder erschreckend aktuell wirkt.
Corona-Pandemie und Krankheit zwangen den Galeristen 2022, sein Lebens- und Herzensprojekt aufzugeben.
(Ingeborg Ruthe, Berliner Zeitung)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen