Montag, 13. Juli 2026

Mozart-Fake aus dem 20. Jahrhundert


Die Musikgeschichte ist voller Fälschungen, "gestohlener" Melodien und sogar vollständig frei erfundener Komponisten. Auch das aktuelle "besondere Objekt" im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek veranschaulicht dies eindrucksvoll: das Violinkonzert in D-Dur (KV Anh. C 14.05) aus dem Jahr 1933 stammt von einem musikalischen "Trittbrettfahrer".
Marius Casadesus arrangierte 1931 einige Mozart-Fragmente zu einem Violinkonzert und gab es als neu entdeckte Komposition des zehnjährigen Wolfgang Amadé Mozart aus. Auch, dass es am Versailler Hof entstanden und Prinzessin Adelaide von ihrem "sehr ergebenen und sehr kleinen Diener" gewidmet sein soll, ist reine Erfindung. Der Schwindel flog erst 1977 bei einem Urheberrechtsstreit auf – denn auf die Tantiemen wollte Casadesus dann doch nicht verzichten.

Expertenvortrag: 14. Juli 2026, 18 Uhr, Dr. Julia Ackermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek
Ausstellung: 14. Juli - 11. Oktober 2026
Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek

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