Donnerstag, 30. Juli 2026

Illuminierte Fragmente aus mittelalterlichen Handschriften

Eine Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg zeigt derzeit illuminierte Fragmente aus mittelalterlichen Handschriften.
Das Museum zählt mit rund 400 Fragmenten mittelalterlicher Handschriften zu den bedeutendsten Sammlungen im deutschen Sprachraum. Es sind teilweise ganze Seiten oder ausgeschnittene, kunstvolle und farbenfrohe Initialen. Sie entstanden zwischen dem 9. und 15. Jahrhundert und stammen aus Gradualen, Antiphonarien, Missalien, Bibeln, religiösen Texten und Heiligenlegenden. Damit eröffnen sie einen faszinierenden Einblick in die Vielfalt und Schönheit der mittelalterlichen Buchkunst.

Nach der Revolution von 1789 in Frankreich wurde es zunehmend üblich, alte Kodizes zu zerlegen – eine Art kultureller „Vandalismus“. Zwar wurden die einzelnen Blätter aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gerissen. Trotzdem zeigen sie weiterhin ihre chronologische, regionale und thematische Vielfalt. Durch umfangreiche Forschungsarbeiten in den letzten Jahren konnte eine Rekonstruktion ursprünglicher Zusammenhänge erreicht und somit bislang Aspekte aufgedeckt werden.

Die intensive Farbigkeit, die präzise Naturbeobachtung sowie die fantasievollen Randverzierungen und Initialen verleihen den Blättern eine außergewöhnliche erzählerische Lebendigkeit. Obwohl die meisten dieser Blätter bereits 1903 veröffentlicht wurden, gab es bislang keine umfassende Präsentation, die einen vollständigen Überblick bot.

1. Juli 2026 – 31. Januar 2027, um die empfindlichen Originale zu schützen, werden sie Anfang Nov. durch andere Exemplare ersetzt

Germanisches Nationalmuseum
Kartäusergasse 1, 90402 Nürnberg

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