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Dienstag, 1. Juli 2025

Marginalien

Bibliophiles des Monats sind diesmal die Hefte 1 – 45 (1957 – Frühjahr 1972) der „Marginalien“, ab Heft 5 „Marginalien - Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie“, die vom damaligen Pirckheimer Walter Menge aus Leipzig als Liebhaber-Ausgabe in 8 Bänden mit einem Rücken aus Pergament und aufgeklebtem Rückenschild mit Goldprägung und mit Buntpapier bezogenen Buchdeckeln gebunden wurden.
Es ist bekannt, dass einige Pirckheimer, vor allem der ersten Stunde, die Marginalien für sich binden ließen, eine derartige Liebhaberausgabe ist also keineswegs einmalig. Was sie jedoch für mich auszeichnet, ist, dass diese Ausgabe sich schon in den Bibliotheken zweier Vorsitzender des Vorstands der Pirckheimer-Gesellschaft befand: beigelegte Notizen belegen, dass sie 1986 von Prof. Wolfram Körner (1920 - 2019) antiquarisch erworben wurde, am 31. Mai 1992 übereignete sie mir Hartmut Pätzke (1938-2023) - die Provenienz vor 1986 ist nicht mehr nachvollziehbar. Auch war bislang nicht zu ermitteln, ob eventuell weitere Bände dieser Ausgabe, mit der ich meine Marginalien-Sammlung bis zum Frühjahr 1972 vervollständigen konnte, existieren – ab 1975 erhielt ich diese Hefte als neues Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft im Kulturbund der DDR frei Haus.

Bei den ersten 7 Bände der Liebhaber-Ausgabe wurde der Heftumschlag mit eingebunden, im 8. Band wurde nur noch der Titelumschlag des Heftes 41 berücksichtigt. Zusätzlich enthält Band 1 ein von Hans-Joachim Rockar erstelltes Register der darin enthaltenen Hefte 1 – 10, in den weiteren Bänden in gleicher Stärke finden sich jeweils 5 Hefte.
Die von der Pirckheimer-Gesellschaft herausgegebenen „Marginalien“ erschienen anfangs in Redaktion von Heinrich F. Bachmair, später von Max Frank und wurden zuerst in der Betriebsberufsschule Rudi Arndt in Berlin hergestellt, das Heft 13 im Meißner Druckhaus und ab Heft 14 in der Offizin Andersen Nexö, Leipzig. Mit Heft 15 zeichnete Prof. Dr. Lothar Lang für die Redaktion verantwortlich, ab Heft 31 lt. Impressum gemeinsam mit Prof. Dr. Dr. Bruno Kaiser, Prof. Dr. Horst Kunze, Ludolf Koven. Die typografische Gestaltung lag in den Händen von Prof. Horst Erich Wolter.
Fotos © ad

Samstag, 21. Juni 2025

Exlibris im Pirckheimer-Kabinett

Im Pirckheimer-Kabinett von Schloss Burgk, auf Initiative des ehemaligen Vorsitzenden der Pirckheimer-Gesellschaft im Kulturbund der DDR, Lothar Lang (1928 - 2013), eingerichtet, werden seit Kurzem die Besucher auf die Deutsche Exlibris-Gesellschaft aufmerksam gemacht. Der eine oder andere Pirckheimer erinnert sich gewiss noch an die Burgk-Tüten, die Lothar Lang als damaliger „Burgk-Herr“ in den 1980er Jahren herauszugeben begann.
Dieses Kabinett der Pirckheimer-Gesellschaft, die 1956 in der DDR Bibliophilen-Gesellschaft gegründet wurde und zu der bis 1990 auch eine Arbeitsgemeinschaft Exlibris gehörte, war ursprünglich für bibliophile und druckgraphische Ausstellungen gedacht, widmete sich aber schon seit Ende der 70ger aufgrund der relativ kleinen Fläche vorrangig dem Exlibris, während die Pirckheimer-Gesellschaft für Ausstellungen häufig auch andere Räume des Museums nutzte.
Pirckheimer-Kabinett mit Banner der DEG,
Foto © DEG
Mit inzwischen über 200.000 Blättern ist die Exlibris-Sammlung des Museums Schloß Burgk die größte Spezialsammlung des Museums und eine der größten Europas in öffentlicher Hand. Der Bestand erhöhte sich im November 2023 durch eine großartige wie großzügige Schenkung der Dänischen Exlibris Stiftung um mehr als 100.000 Exlibris auf die heutige Größe. Damit ist die Exlibris-Sammlung auf Schloß Burgk eine der wichtigsten Sammlungen weltweit und durch die unterschiedlichen Sammlungsprofile interessant für Wissenschaft und Forschung. Darüber hinaus verwahrt das Museum Schloß Burgk das Vereinsarchiv des Deutsche Exlibris-Gesellschaft e.V., welches im Sommer 2023 mit mehr als 36.000 Exlibris sowie einer großen Spezialbibliothek von Mönchengladbach in Nordrhein-Westfalen nach Burgk in Thüringen umgezogen ist. Ein Teil der Sammlungen wird den Besuchern regelmäßig in der Exlibris-Ausstellung des Museums zugänglich gemacht.
(Frau Klötzing, Leiterin Schloß Burgk)

è Museum Schloss Burgk
07907 Burgk/Saale

Montag, 28. April 2025

aus dem Kunstkabinett von Lothar Lang

Mich erreichte ein Angebot folgender kostbarer Grafikmappen aus dem Kunstkabinett von Lothar Lang incl. aller Faltblätter/Kataloge und Programme zu den Ausstellungen in Pankow von Künstlern der DDR von Altenbourg bis Zickelbein:
  • Vietnam-Prozess, von 1966
  • 2. Mappe: Tangenten zur Literatur, 1966
  • 7. Mappe: Märchenmappe , 1968
  • 10. Mappe: Ergebnis, 1968
  • 12. Mappe: Künstler sehen Künstler, 1969
  • 13. Mappe: Lothar Sell, Märchen, 1969
Interesse bitte per E-Mail bekunden, diese wird an den Anbieter weitergeleitet.

Freitag, 19. Januar 2024

Elke Lang (1942 - 2024)

Elke Lang aus Grünheide ist mit 81 Jahren am 16. Januar gestorben.
Elke Lang zum literarisch-musikalischen Sommerfest in Spreewerder  August 2022
Foto © Ralf Parkner
Elke Lang, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, hat in den vergangenen Jahren einige Bücher publiziert, nicht nur zur bildenden Kunst der DDR, zu Gerhard Altenbourg und Carlfriedrich Claus im Zusammenhang mit dem Wirken ihres Mannes Lothar Lang (1928 - 2013) - zur Sammlung erster Bücher nach 1945 ihres Mannes schuf sie eine Jahresgabe der Pirckheimer-Gesellschaft. Zuletzt erschien bei Faber & Faber der von ihr zusammengestellte Titel "Kalkulation und Wagnis", eine Publikation mit bislang weitgehend unveröffentlichten Texten von Lothar Lang.
Elke Lang berichtete in regionalen Zeitungen, vor allem in der MOZ, aber auch hier im Blog und auf der Seite der Pirckheimer-Gesellschaft über das kulturelle Leben in Brandenburg und verfasste zahlreiche Beiträge für die Marginalien. Seit 6 Jahren zählten die literarisch-musikalischen Nachmittage in Spreewerder zu den Höhepunkten bei den Berlin-Brandenburger Bücherfreunden.

Ein Nachruf in der MOZ ist hier nachzulesen: Elke Lang ist tot.

Freitag, 15. September 2023

Marginalien #250

Das 250ste Heft der Marginalien ist erschienen!
Als graphische Beilage lag für Mitglieder der Kupferstich Il Bulino von Baldwin Zettl bei, ein Kupferstecher, der die Pirckheimer-Gesellschaft mit seinen Arbeiten seit Jahrzehnten begleitet, u.a. mit der Jahresgabe von 1988 mit den Illustrationen zur Jahresgabe Willibald Pirckheimer Vom Selbstlob der Gicht, und dessen 80. Geburtstag in 14 Tagen bevorsteht. Die im Künstlerhaus Hohenossig gedruckte Graphik erschien in einer Auflage von 650 nicht nummerierten Exemplaren.

" ... Das 250. Heft fällt zufällig auch ins zehnte Todesjahr einer für die Marginalien prägenden Person: Lothar Lang. Wir erinnern uns an den langjährigen Chefredakteur in unserer typografischen Beilage mit drei Beispielen seiner bis heute anregenden Atelierbesuche. Wir geben noch einmal Klaus Walther Platz, dem kürzlich verstorbenen Leseverführer und Pirckheimer, mit seinem Text über Bücherdiebstahl aus eigener Erfahrung - als Bestohlener und Dieb. Wir schauen auf alle Grafischen Beilagen seit dem ersten Blatt im Jahr 1970. Und Peter Arlt durchpflügt Neujahrsgrafiken aus sechs Jahrzehnten, auch solche der Pirckheimer-Gesellschaft. Jenseits des engeren Marginalien-Kosmos reichen die Beiträge von Pergamenten aus dem Jahr 1200 über Asbestpapiere des 17. Jahrhunderts, Edmund Edels buchgrafisches Werk im 20. Jahrhundert, Berliner Lyrikanthologien seit 1961 und Städteexlibris Andreas Raubs bis zum experimentellen Siebdruck im Jetzt - auf Kombucha-Teepilzen oder mit dem Schlamm der Schwarzen Elster. Einmal quer durch neun Jahrhunderte.  ..."

(Till Schröder, aus dem Editorial) 

Freitag, 4. August 2023

wiedergelesen: Kleine Holzstichmappe

Oder besser, wieder einmal aus dem Regal genommen: Die Kleine Holzstichmappe im Format A4 wurde von Lothar Lang als Jahresgabe 1971 der Pirckheimer-Gesellschaft in einer Auflage von 400 Exemplaren herausgegeben.
Sie enthält die Blätter (v.l.n.r.) 
Karl Georg Hirsch zu Arie des Kammermädchens Catharina aus Reinhard Keiser, Le Bon Vivant Oder die Leipziger Messe
Gerhardt Kurt Müller zu Balzac, Scharlatan
Christa Jahr zu des Brentanos Des Knaben Wunderhorn
Heiner Vogel zu Tabakiana
Hans Joachim Walch zu Aristophanes - Der Frieden
sowie Holzstiche von Hans-Joachim Behrendt, Egbert Herfurth (koloriert), Werner Klemke, Klaus Magnus und Werner Wittig.

Donnerstag, 20. Juli 2023

10. Todestag von Lothar Lang

Heute vor 10 Jahren verstarb im 84. Lebensjahr in Grünheide Lothar Lang, langjähriges Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft.

Zum Lebenswerk des Kunstwissenschaftlers wird im September bei Faber & Faber von Elke Lang unter dem Titel "Kalkulation und Wagnis" eine neue Publikation mit bislang weitgehend unveröffentlichten Texten von Lothar Lang erscheinen. 
Elke Lang, Kalkulation und Wagnis. Eine neue Künstlergeneration wird geboren
mit zahlreichen Abbildungen, ca. 208 S.,
Format 16,5 x 24,5 cm Hardcover
ca. 34 Euro
ISBN 978-3-86730-255-5

Montag, 10. Juli 2023

Disparate Freunde

Die 53. Veranstaltung „Aus dem deutschen Kunstarchiv“ am 5. Juli im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg stand unter der Überschrift „Disparate Freunde: Der Kunsthistoriker Lothar Lang und der Künstlerphilosoph Carlfriedrich Claus“ statt.
Brigitta Milde bei ihrem Vortrag, Foto Elke Lang
Das Archiv beherbergt den schriftlichen Nachlass von Lothar Lang, zu dem die rund 250 Briefe gehören, die er von Carlfriedrich Claus erhalten hat. Den Vortrag mit vielen bisher unveröffentlichte Fotos aus dem Bestand des Archivs Nürnberg und des Claus-Archivs Chemnitz hielt die bestens mit dem Thema vertraute Kunsthistorikerin Brigitta Milde. Sie war von 1999 bis 2021 Leiterin des Claus-Archivs in den Kunstsammlungen Chemnitz und hat sowohl den Kunsthistoriker als auch den Künstler persönlich gekannt und geschätzt und ein interessantes Bild von Leben und Schaffen beider geboten.
v.l.n.r.: Juliane Sailer, Brigitta Milde, Elke Lang und Susanne Brogi
Die Pianistin Juliane Sailer, die künftige Nachlassverwalterin von Lothar Lang, verstärkte die Eindrücke durch eine Improvisation zu Claus' beidseitiger Zeichnung auf Transparentpapier, „Blickworte reflektierende Studie“ von 1962/63, indem sie unter anderem die für Claus typischen Schichtungen musikalisch deutlich werden ließ.

Archivleiterin Susanne Brogi hatte zu diesem Anlass drei Vitrinen mit Material aus dem Kunstarchiv zu Claus – Lang gestaltet. Diese wird ein Vierteljahr in der Archivabteilung zu sehen sein. Das Jahr 2023 ist das Jahr des 10. Todestages von Lothar Lang und seines 95. Geburtstages.

(Elke Lang)

Montag, 22. Mai 2023

Carlfriedrich Claus (1930-1998)

Heute vor 25 Jahren starb der Schrift-Zeichner, Grafiker und Lautpoet Carlfriedrich Claus.

„Carlfriedrich Claus. Lothar Lang. Der Briefwechsel“
192 Seiten,
Leipzig: Faber & Faber, 1921
ISBN 978-3-86730-220-3
 
Claus gilt als Mitbegründer der visuellen Poesie und wird heute international hoch geschätzt. Bekannt ist er vor allem für seine kleinformatigen, filigranen Arbeiten auf Transparentpapier. Die Blätter sind dicht bezeichnet und beschrieben. In den entstandenen Linien kann man Figuren oder Landschaften erkennen.
Das Carlfriedrich Claus-Archiv ist ein wesentlicher Bestandteil der Kunstsammlungen Chemnitz und umfasst den gesamten Nachlass sowie den Großteil seines Werkes.
Das Archiv bewahrt neben Handzeichnungen und Druckgrafiken auch die akustischen Arbeiten von Claus. Hinzu kommt seine Bibliothek, Tagebücher und Briefe des Künstlers.
Das Archiv kann nach Anmeldung besucht werden.
Carlfriedrich Claus in seinem Arbeitszimmer in Annaberg, 1979
© Christine Stephan-Brosch
Sonderausstellung: »Zwischen Weiß und Schwarz. Carlfriedrich Claus und die Fotografie« ab 11.Juni 2023

Kunstsammlungen Chemnitz
Theaterplatz 1, 09111 Chemnitz

Dienstag, 21. März 2023

Schloss Burgk

Schloss Burgk | Jens-Fietje Dwars (r.)
Dass sich Detlef Ignasiak und Jens-Fietje Dwars Schloss Burgk ausgesucht haben, um hier ihre Jubiläumsausstellung „Im Zeichen der Palme“ zu 30 Jahren Literaturzeitschrift „Palmbaum“ zu zeigen, ist kein Zufall. Seit 1981, als Lothar Lang die Neue Galerie und das Pirckheimer-Kabinett eingerichtet hatte, wird hier Kunst gezeigt, die auf dem Territorium der DDR entstanden ist. Der Museumsdirektorin Sabine Schemmrich ist es zu verdanken, dass diese Tradition bis heute weiterlebt. Jens-Fietje Dwars hatte die von Detlef Ignasiak gegründete Zeitschrift 2005 als Redakteur übernommen und die Einbände mit Arbeiten von Künstlern gestalten lassen, unter denen sich beispielsweise Gerhard Altenbourg, Max Uhlig, Angela Hampel, Moritz Götze, Gerda Lepke, Gerd Mackensen, Uwe Pfeifer und Baldwin Zettl befinden. Diese Buchumschläge sind nun auf Schloss Burgk zu sehen und dazu die Originalarbeiten der Künstler, auch originale handschriftliche Künstlerbriefe sind darunter, Manuskripte und Autografen. Da es sich um eine Literaturzeitschrift handelt, sind auch Autografen von Volker Braun, Reiner Kunze und Wulf Kirsten sowie erstpublizierte Autografen von Gottfried Benn, Gabriele Reuter und Paul Scheerbart dabei. Grafik-Mappen und Beilagen der Marginalien sind im Pirckheimer-Kabinett zu sehen, und es gibt ein erotisches Kabinett, das Zeichnung von Gerd Mackensen präsentiert.
Schloss Burgk | Sabine Schemmrich und Jens-Fietje Dwars
Zur Eröffnung der Ausstellung durch Sabine Schemmrich führten Matthias von Hintzenstern und Jens-Fietje Dwars mit viel Humor in die Literatur und Musik des Dada ein.

(Elke Lang, Text und Fotos)
  • Ausstellung: 11. März - 25. Juni 2023
  • 1. Mai 2023: Das neue Palmbaum-Heft „Reichtum für alle!“ mit Henning Hacke, der das Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“ spielt, sowie Frieder W. Bergner mit der Jazzposaune. Anschließend Buchpremiere "Ateliergespräche. Porträts ostdeutscher Bildermacher".
  • 18. Juni 2023: „Entdeckung eines kastrierten Klassikers“ mit Romy Gehrke, der aus Goethes „Erotica“ liest, und Gespräch mit Gerd Mackensen über erotische Kunst. Matthias von Hintzenstern spielt Cello.
è Museum Schloss Burgk
07907 Burgk/Saale

Dienstag, 20. Juni 2017

Am Rande der Metamorphosen

In der Berliner Galerie art.concept wird das Werk Rolf XAGO Schröders präsentiert. Eines umtriebigen Geistes, der sich biographisch wie künstlerisch eine sehr spezielle Nische schöpferischer Individualität in der DDR schaffen konnte. Dessen Weg ihn vom Heizer zum Philosophiestudium bei Wolfgang Heise, über Tarkowksi und Strawalde in den 1960ern in die Filmhochschule Babelsberg und im Streit über Paul Klee aus der Bauakademie führte. Der als Autodidakt in den 1970ern in den Verband Bildender Künstler kam und letztlich 1990 zu dessen ersten und letzten frei gewählten Präsidenten wurde. Dessen Malerei und Zeichnung sich aus der Rezeption von William Turner, ETA Hoffmann, Paul Klee und Lautréamont zu einem grotesk-­‐ surrealen Stil formte, der sich auch in über 200 gestalteten und illustrierten Büchern niederschlug. Über den Lothar Lang in seinem Buch »Berliner Montmartre. Künstler vom Prenzlauer Berg« (1991) schrieb: »In seiner Kunst amalgamieren sich phantastische Traumvorstellungen mit Zeichenhaftem, Irrationalität gebiert Bildlogik. Malerei lässt das möglich sein.« Der bis heute in Berlin aktiv ist. Der weiter zeichnet, malt und bibliophile Bücher macht. Dessen Metamorphose nach 75 Jahren immer noch der Vollendung harrt. Die Autorin Jutta Voigt eröffnet am Freitag, dem 30.06. 2017, um 19:00 Uhr, die Ausstellung im Gespräch mit XAGO. Ein Hinundher über Sinn und Unsinn der Kunst, und warum beide nicht ohne einander funktionieren.
(Hilde Gräfe)

Ausstellung: 30. Juni - 26. August 2017

Gräfe art.concept
Dr. Hildegard Gräfe
Kollwitzstr. 72, 10435 Berlin

Donnerstag, 16. Februar 2017

Elke Lang und Till Sailer bei den Magdeburger Pirckheimern

Viele Erinnerungen wurden bei den Magdeburger Pirckheimern wach, als Elke Lang am 15. Februar im Literaturhaus das Buch Lothar Lang: „Begegnung und Reflexion. Kunstkritik in der Weltbühne“, vorstellte. 
Von den anwesenden Gästen konnte sich so mancher an den Besuch des in der DDR wohl bekanntesten und vielleicht einflussreichsten Kunstkritikers in Magdeburg erinnern. Historische Fotos von diesem Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft in Magdeburg im November 1973, hatte Elke Lang mitgebracht. Sie ist die Witwe des 2013 verstorbenen Pirckheimers, Kritikers, Wissenschaftlers und Publizisten Lothar Lang. 
Er war von 1956 bis 1981 Vorsitzender der Pirckheimer-Gesellschaft, aus deren Regionalgruppe Magdeburg sich 1990 der Verein der Bibliophilen und Grafikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e.V. „Willibald Pirckheimer“ (kurz Magdeburger Pirckheimer) wiedergründete.
Diese Erinnerung an das Jahrestreffen 1973 sorgte für viel Diskussionsstoff und für angenehme Rückblicke.
Im Mittelpunkt des Abend standen jedoch die Kunstkritiken, die Lothar Lang in der traditionsreichen „Weltbühne“ veröffentlicht hatte und die 2016 gesammelt als Buch erschienen.
Der Schriftsteller Till Sailer las Passagen aus dem Buch, während Elke Lang mehr aus dem persönlichen Umfeld ihres Mannes plauderte und so einen kleinen aber höchst interessanten Einblick in das Kunst-und damit auch Alltagsleben von Lothar Lang ermöglichte.

Samstag, 4. Februar 2017

Lothar Langs Kunstkritiken

Die Journalistin und Publizistin Elke Lang wird auf Einladung der Magdeburger Bibliophilen und Grafikfreunde das Buch Lothar Lang: „Begegnung und Reflexion. Kunstkritik in der Weltbühne vorstellen. An ihrer Seite der Schriftsteller Till Sailer, der aus dem Buch lesen wird.
Die Kunst der Klassischen Moderne bis zum Ende des 20. Jahrhunderts hatte in dem Kunsthistoriker Lothar Lang (1928-2013) einen ihrer profiliertesten Kritiker. Insbesondere seine mitunter persönlich gefärbten Anschauungen zur bildenden Kunst, die von 1957 bis 1993 in der renommierten Weltbühne erschienen, gaben durchaus Anlass zu heftigen Diskussionen. Lothar Lang kam es besonders darauf an, die Arbeit der ostdeutschen Künstler seiner Generation zu fördern. Er wollte zudem seine Leser mit der europäischen Moderne vertraut machen und die „ältere Generation“, an welcher er seine Qualitätsmaßstäbe geschult hatte, vor dem Vergessen bewahren.

Gespräch und Lesung: 15. Februar 2017, 19 Uhr

Literaturhaus Magdeburg, Thiemstraße 7

Mittwoch, 9. November 2016

Lust, Instinkt und Spürsinn

In der »Weltbühne« eine Instanz: Lothar Langs Kunstkritiken in einem Buch
zum Lesen der Rezension von Klaus Bellin im ND vom 9.11.2016 bitte anklicken
Lothar Lang: Begegnung und Reflexion. Kunstkritik in der Weltbühne.
Hg. von Elke Lang,
Quintus Verlag, 246 S., geb., 20 €

Dienstag, 20. September 2016

75 Beiträge für die "Weltbühne" in einem Band

Elke Lang gibt Buch über ihren verstorbenen Ehemann und Kunsthistoriker und -kritiker Lothar Lang heraus
Vor wenigen Tagen wurde hier auf die Herausgabe des Sammelbandes "Begegnung und Reflexion" von Elke Lang mit Texten von Lothar Lang verwiesen - die Marginalien 223 werden eine Rezension dieses Bandes von Jürgen Engler enthalten.
Auch die Märkischer Oderzeitung machte am 20. September auf dieses Buch aufmerksam, illustriert mit einem Foto von Ralph Parkner.
Der Text kann hier oder durch Klick auf den Ausriss nachgelesen werden.

Sonntag, 28. August 2016

Begegnung und Reflexion.

Kunstkritik in der Weltbühne, so lautet der Titel des neuen Buches des Mitgliedes der Pirckheimer-Gesellschaft Elke Lang mit Texten von Lothar Lang, dem langjährigen Chefredakteur der Marginalien, die dieser von 1953 bis 1993 in der Weltbühne veröffentlichte.
"Die Kunst der Klassischen Moderne bis zum Ende des 20. Jahrhunderts hatte in dem Kunsthistoriker Lothar Lang einen ihrer profiliertesten Kritiker. Seine mitunter persönlich gefärbten Anschauungen zur bildenden Kunst, gaben mitunter Anlass zu heftigen Diskussionen." Wie schrieb Elmar Faber so treffend über LL "Überall, wo Lang ist, geht etwas aus...".
"Lang kam es besonders darauf an, die Arbeit der ostdeutschen Künstler seiner Generation zu fördern. Er wollte zudem seine Leser mit der europäischen Moderne vertraut machen und die „ältere Generation“, an welcher er seine Qualitätsmaßstäbe geschult hatte, vor dem Vergessen bewahren."

Lothar Lang - Begegnung und Reflexion. Kunstkritik in der Weltbühne
Quintus Verlag, Berlin 2016 (Inh. André Förster)
248 Seiten, 9 Abbildungen

Hardcover, Fadenheftung
Format: 13,5 x 21,2 cm
ISBN: 978-3-945256-77-0 € 20,00

Dienstag, 26. Juli 2016

Gerenot Richter

Der eine oder andere Pirckheimer erinnert sich gewiß noch an die „Burgk-Tüten“, die Lothar Lang als damaliger Burgk-Herr in den 1980er Jahren herauszugeben begann. Als Burgk-Tüte No. 2 erschien 1981 – eigentlich keine Tüte – ein kleines, postkartengroßes Album mit fünf zauberhaften Burgk-Miniaturen von Professor Gerenot Richter.
Gerenot Richter- Gleichnis 3 Eustachius, 1987
Am 5. Dezember 2016 jährt sich der Geburtstag von Gerenot Richter zum 90. Mal und am 5. Januar war sein 25. Todestag. Anlässlich dieser Jahrestage wird eine von Angehörigen und Freunden geförderte Ausstellungsreihe in Berlin und Umgebung einen weit gefassten Überblick über das graphische Oeuvre Richters bieten. Als Katalog zu diesen Ausstellungen soll ein illustriertes Werkverzeichnis (Druckgraphik & Handzeichnungen) erscheinen.
Einen Überblick über die unter dem übergreifenden Titel „Gerenot Richter – Werkschau in 6 Kapiteln“ zeitversetzt bis zum 28. April 2017 (zuletzt: „Die Miniaturen“) in Berlin, Templin, Fürstenberg und Gransee-Dannenwalde vorgesehenen Ausstellungen bietet die im Aufbau befindliche Webseite, welcher auch der obige Text zwischen den Tüttelchen entnommen ist.
Auf Schloß Burgk wird weiter im Geiste Lothar Langs gearbeitet. Sabine Schemmrich, die Leiterin des Burgk-Museums, hatte noch unter Langs Leitung dort zu arbeiten begonnen. Die Quantität der Exlibris-Sammlung des damaligen Pirckheimer-Kabinetts hat sich verdreifacht; die Ausstellungs- und Veranstaltungstätigkeit zur Buchkunst und Bibliophilie wird, so gut es unter den gegebenen Umständen eben gehen will, aufrechterhalten. Auf dem Schloß lasten (jetzt, im Juni 2016) noch erhebliche Restitutionsansprüche, die zusätzliche, kräftezehrende Arbeit mit sich bringen. Auch die Bausubstanz bereitet immer wieder große Sorgen. Doch es gibt auch großartige Lichtblicke. Vor wenigen Wochen wurde bei einem Wanddurchbruch originale Bausubstanz mit Bemalung aus dem 15. Jahrhundert entdeckt.
(Bernd-Ingo Friedrich)

è Museum Schloss Burgk
07907 Burgk/Saale

Freitag, 18. März 2016

„Marginalien“ erscheinen jetzt im quartus-Verlag

Die „Marginalien“ erscheinen jetzt im quartus-Verlag. Damit findet die traditionsreiche Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie mit ihrem 220. Heft eine neue verlegerische Heimat. Zuvor erschien sie bei Harrassowitz. Die „Marginalien“ werden seit 1957 von der Pirckheimer-Gesellschaft e.V. herausgegeben. Sie ist die derzeit einzige regelmäßig erscheinende bibliophile Fachzeitschrift in Deutschland.
„Mit dem quartus-Verlag haben wir den Partner gefunden, der anspruchsvolle Buchreihen für ein breites Publikum entwickelt und bereits eine kunstverbundene Zeitschrift im Programm hat, deshalb ist er der kongeniale Verlag für eine bibliophile Vereinigung“, sagte Pirckheimer-Vorsitzender Ralph Aepler anlässlich der Vorstellung der aktuellen Ausgabe der Marginalien auf der Leipziger Buchmesse am 18. März. Es ist das 220. Heft der Marginalien, das die Gesellschaft herausgibt und das erste, das im quartus-Verlag erscheint.
„Ich schätze die Marginalien und bin Mitglied der Pirckheimer. Originalgrafik, bibliophile Ausstattung und ein exzellenter Druck sind auch die Maxime meiner eigenen Edition Ornament und der Zeitschrift ,Palmbaum’. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, so Verlagsmitarbeiter Jens-Fietje Dwars.
Die erste Ausgabe der Marginalien erschien 1957. Lothar Lang hat ihr über Jahrzehnte ein unverkennbares Profil verliehen. Seit 1998 leitet Carsten Wurm die Redaktion, 2015 übernahm der Typograf Matthias Gubig die Gestaltung. Die Zeitschrift veröffentlicht Porträts von Buchkünstlern, stellt Verlage, Bibliotheken und Sammlungen vor und gibt Bibliophilen das Wort. Die Beiträge beschäftigen sich mit Buchkunst, Grafik und Exlibris in Vergangenheit und Gegenwart. Rezensionen und Berichte aus der Welt des Buches und der grafischen Kunst sowie aus dem Leben der Pirckheimer-Gesellschaft und befreundeter bibliophiler Vereinigungen geben dem Leser Information und Orientierung. Jedem Heft für die Mitglieder der Gesellschaft liegt eine signierte Originalgrafik bei.  17 20 März 2016 Leipzig

Dienstag, 17. November 2015

... es ist angerichtet!


Der erste Koffer für den Stand der Pirckheimer-Gesellschaft auf der artbook.berlin ist gepackt. Wie der Kenner unschwer erkennt, ist vieles aus der Geschichte dieser Bibliophilen-Organisation dabei: Jahresgaben, darunter die erste von 1958 und die aktuelle aus diesem Jahr, Marginalien einschließlich des Reprints des Heftes 1 und sogar einige der legendären Speisekarten zu den Jahrestreffen. Und als Namen der Autoren und Künstler sind unter anderem zu lesen: Jürgen Kuczynski, Bruno Kaiser, Horst Kunze, Hans-Georg Sehrt, Lothar Lang, Alexander Olbricht, Frans Masereel, Werner Klemke, Axel Bertram, Egbert Herfurth, Matthias Gubig,  Angela Hampel und Karl-Georg Hirsch.
(ad)

Hinweis: Die Pirckheimer-Gesellschaft ist in der Kulturfabrik am Flutgraben in der 1. Etage an Stand 23 zu finden und teilt sich den Stand mit dem Berliner Bibliophilen Abend.