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Montag, 12. Februar 2024

Trauerstunde für Elke Lang

Egbert Herfurth:
Ill. zu Paul Gerhardt, "Deutsche Lieder"

Am 16. Januar 2024 ist Elke Lang für immer eingeschlafen.

Wir wollen ihrer in einer Trauerstunde gedenken und laden ein für Sonnabend, den 2. März, 11 Uhr, in die Kirche „Zum guten Hirten" in Grünheide (Mark). Im Anschluss findet die Bestattung auf dem Friedhof Spreeau-Spreewerder statt.

Juliane Burbaum, Till Sailer,
Steffen Dehnel und Familie

Freitag, 27. Oktober 2023

Till Sailer - Der Krieg meines Vaters

Nach Till Sailers Roman „Haus mit der Madonna“, 2021 im Mitteldeutschen Verlag erschienen, in dem der Schriftsteller den schweren Weg seiner eigenen Mutter ab 1945 beschrieben hat, sich von der Nazi-Ideologie zu lösen und als Kriegerwitwe mit drei schulpflichtigen Kindern einen angemessenen Platz im Leben zu finden, liegt nun von ihm mit „Der Krieg meines Vaters. Eine Annäherung“, ebenfalls Mitteldeutscher Verlag, ein dokumentarischer Band über seinen Vater Herbert Sailer (1912 – 1945) vor, den Erzieher einer Nazi-Eliteschule und Lyriker mit zahlreichen Veröffentlichungen schon zu Lebzeiten. Er basiert auf Tagebucheintragungen, Briefen und Gedichten aus den Jahren vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis 1945, als der Erzieher in den letzten Kriegstagen in treuer Erfüllung seiner vermeintlichen Pflicht für das Vaterland fiel. Das Buch geht der Frage nach, wie ein intelligenter, feinfühliger, musisch begabter und leidenschaftlicher Lehrer letztendlich durch seine ideologische Unterstützung eines verbrecherischen Systems selbst zum Täter werden konnte.

Till Sailer, Foto © Elke Lang
Die Buchpremiere fand im Oktober, musikalisch unterstützt durch seine Tochter, die Pianistin Juliane Sailer, im Kleist-Museum Frankfurt / Oder statt und löste dort einen regen Gedankenaustausch aus, dessen Quintessenz der Psychologe Roland Kant so formuliert: „Till Sailers Buch greift auf die sehr persönlichen Dokumente aus dem leben seiner Vaters von 1939 bis 1945 zurück. Er ergänzt die aus gutem Grund vielfältig beschriebene Opferperspektive um eine Täterperspektive. Und insofern beschreibt das Buch nicht nur einfach Vergangenheit. Es ist besonders wichtig für unsere gesellschaftliche Gegenwart und Zukunft. Kein Täter werden! Das bleibt eine menschliche Herausforderung. Und, wie vermitteln wir das einer Generation, die, zu unser aller Glück, ohne eigene Diktaturerfahrung aufgewachsen ist?

Nächste Buchvorstellung: 16. November, 19 Uhr in der Gemeindebibliothek Bad Saarow. Es wird der Verleger Roman Pliske anwesend sein.

(Elke Lang)

Montag, 21. August 2023

mit Bücherfreunden in Spreewerder

Es war eine wunderbare Veranstaltung mit Natur, Harfenmusik, Pflaumenkuchen vom Blech, Anekdoten, vorzüglichem Käse, Rotwein, Widmungsexemplaren und Künstlerbüchern.

Danke an die Pirckheimer Elke Lang und Till Sailer.

Einen ersten Eindruck vermitteln vielleicht diese Bilder.

Mittwoch, 2. August 2023

Literarisch-musikalischen Nachmittag

Literarisch-musikalischer Nachmittag in Spreewerder 2018, Foto © ad
Im Mittelpunkt des 6. literarisch-musikalischen Nachmittags in Spreewerder, zu dem Berlin-Brandenburger Pirckheimer und Mitglieder des Berliner Bibliophilen Abend eingeladen sind, stehen in diesem Jahr Künstlerbücher. Das Thema ist aber nicht zu eng gefasst, Vorzugsausgaben und durch ihre besondere typographische Gestaltung hervorstechende Editionen dürfen natürlich auch vorgestellt werden. Ebenso Ausgaben die durch besondere Illustrationen oder Einbandgestaltungen ins Auge fallen. Für die musikalische Umrahmung konnte in diesem Jahr eine Harfenistin gewonnen werden.

Für Speis und Trank werden wie immer die Gastgeber Elke Lang und Till Sailer sorgen.

Der Garten ist mit dem Zug RE 1(73772) und anschließender Autofahrt zu erreichen, 13.50 ab Potsdam, 14.08 Berlin Zoo, 14.14 Hbf., 14.17 Friedrichstr., 14.21 Alexanderplatz, 14:25 Ostbahnhof. Der Zug hält nicht in Ostkreuz! 14:51 Ankunft in Fangschleuse. Autofahrer werden Zugfahrende am Bahnhof Fangschleuse mit nach Spreewerda zu nehmen.

Veranstaltung: 20. August 2023, Anmeldung bitte per E-Mail bis spätestens zum 12. August

Spreeauer Str. 29, 15537 Grünheide-Spreewerder

Dienstag, 4. April 2023

Thomas Ranfts SCHWINGUNGEN und Sprachblätter von Carlfriedrich Claus

Die Ausstellung von Thomas Ranft, „Wish you were here, unikate Radierungen“ und Carlfriedrich Claus, „Starting Point. Sprachblätter“ in der Galerie Weise im Chemnitzer Rosenhof bot am 30. März das passende Ambiente für einen Gesprächsabend über Thomas Ranft, Carlfriedrich Claus und die Künstlervereinigung Clara Mosch mit Elke Lang, Thomas Ranft, Brigitta Milde und als Moderator Philipp Freytag, dem neuen Leiter des Claus Archivs Chemnitz nach Brigitta Milde.
Rund 30 Gästen waren versammelt, und einige nahmen die Möglichkeit wahr, sich am Gespräch zu beteiligen.
Elke Lang, Dagmar Ranft-Schinke, Bernd Weise, Foto © Till Sailer
Grundlage bot anlässlich des 95. Geburtstages und des 10. Todestages von Lothar Lang das von Elke Lang 2021 im Verlag Faber & Faber in Leipzig herausgegebene Buch „Carlfriedrich Claus und Lothar Lang. Der Briefwechsel“, in dem von Claus' Seite Clara Mosch eine große Rolle spielt. Es wurden die Auseinandersetzungen mit den offiziellen Kulturfunktionären der DDR um die politische und künstlerische Anerkennung des Annaberger Künstler-Philosophen Claus angesprochen. Anekdoten aus den persönlichen Begegnungen heraus konnten Brigitta Milde und Thomas Ranft, die beide Briefpartner persönlich kannten, ebenso zum Besten geben wie die Autorin Elke Lang. Die Kunsthistorikerin Brigitta Milde trug außerdem mit ihrem fundamentalen Wissen als erste Leiterin des Claus-Archivs bis 2022 viel zum Verständnis der Kunst von Carlfriedrich Claus bei.

(Till Sailer)

Ausstellung: 1. März - 29. April 2023

Weise Galerie und Kunsthandel
Kunstsalon Rosenhof
Rosenhof 4, 09111 Chemnitz

„Carlfriedrich Claus. Lothar Lang. Der Briefwechsel“
192 Seiten,
Leipzig: Faber & Faber, 1921
ISBN 978-3-86730-220-3

Mittwoch, 28. September 2022

ver.di-Literaturpreis 2022 ging an einen Pirckheimer

Jana Weinert, Susanne Stumpenhausen, Till Sailer und Henning Kreitel (v. l. n. r.)
Pirckheimer sammeln nicht nur Gedrucktes und Bücher, einige machen sie auch selbst, illustrieren oder schreiben sie. So auch Till Sailer, dessen 2021 im Mitteldeutschen Verlag erschienener Roman "Haus mit der Madonna" (ich berichtete hier) gestern mit dem diesjährigen ver.di-Literaturpreis ausgezeichnet wurde.
Till Sailer

Die Geschichte des seit 2005 vergebenen ver.di-Literaturpreises Berlin-Brandenburg verzeichnet Namen wie u.a. Christoph Hein, Volker Braun, Jenny Erpenbeck, Richard PietraßEva Strittmatter und Horst Bosetzky. Und jetzt also auch den Namen eines Pirckheimers.
Dieser mit der Auszeichnung versehene autobiographisch gefärbte Roman von Till Sailer, den man bislang vor Allem als Verfasser von Biographien bedeutender Komponisten kannte, zeigt anhand der eigenen Familiengeschichte, vermengt mit fiktiven Elementen, in Thüringen in den Jahren 1945 bis 1948 die Schwierigkeit bei der Anerkennung neuer Lebenseinstellung und Problemen beim Ablegen alter Anschauungen.
Jana Weinert bei der Laudatio
Nach einer Laudatio von Jana Weinert, man kann diese getrost auch eine ausführliche Analyse des Lebenswerkes Autors, insbesondere des prämierten Buchtitels nennen, wurde durch die Jury Susanne Stumpenhausen, Jana Weinert und Henning Kreitel der Literaturpreis 2022 an Till Sailer verliehen, der im Anschluss ein Kapitel aus dem Werk las. Dier Veranstaltung wurde würdig umrahmt mit dem Duo von Marie Luise Ludewig und Katharina Müller aus Querflöte und Harfe.
Marie Luise Ludewig und Katharina Müller, Fotos: ad

Dienstag, 23. August 2022

Jazz und Lyrik

Am vergangenen Sonntag fand im Garten der Pirckheimerin Elke Lang in Spreewerder zum fünften Mal das literarisch-musikalische Sommerfest statt. Der Nachmittag stand diesmal unter dem Motto "Jazz und Lyrik".

Der Pirckheimer Ralf Parkner lieferte hierzu wieder einige Fotos.
Elke Lang stellte den Briefwechsel von Carlfriedrich Claus mit Lothar Lang vor.
Als Musikerin konnte Prof. Ursula Dehler aus Weimar gewonnen werden. Nachdem sie in den Ruhestand ging, verlegte sie sich aufs Saxophon und erfreute mit Jazz-Standards.
Hier rezitierte Till Sailer "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland", die bekannte Ballade von Theodor Fontane. Anschließend trug er ein Gedicht von Volker Braun vor.
Der Potsdamer Pirckheimer Gerhard Rechlin stellte zwei Buchreihen vor, unter anderem "100 Gedichte" mit unterschiedlichen Illustratoren.

Donnerstag, 16. Februar 2017

Elke Lang und Till Sailer bei den Magdeburger Pirckheimern

Viele Erinnerungen wurden bei den Magdeburger Pirckheimern wach, als Elke Lang am 15. Februar im Literaturhaus das Buch Lothar Lang: „Begegnung und Reflexion. Kunstkritik in der Weltbühne“, vorstellte. 
Von den anwesenden Gästen konnte sich so mancher an den Besuch des in der DDR wohl bekanntesten und vielleicht einflussreichsten Kunstkritikers in Magdeburg erinnern. Historische Fotos von diesem Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft in Magdeburg im November 1973, hatte Elke Lang mitgebracht. Sie ist die Witwe des 2013 verstorbenen Pirckheimers, Kritikers, Wissenschaftlers und Publizisten Lothar Lang. 
Er war von 1956 bis 1981 Vorsitzender der Pirckheimer-Gesellschaft, aus deren Regionalgruppe Magdeburg sich 1990 der Verein der Bibliophilen und Grafikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e.V. „Willibald Pirckheimer“ (kurz Magdeburger Pirckheimer) wiedergründete.
Diese Erinnerung an das Jahrestreffen 1973 sorgte für viel Diskussionsstoff und für angenehme Rückblicke.
Im Mittelpunkt des Abend standen jedoch die Kunstkritiken, die Lothar Lang in der traditionsreichen „Weltbühne“ veröffentlicht hatte und die 2016 gesammelt als Buch erschienen.
Der Schriftsteller Till Sailer las Passagen aus dem Buch, während Elke Lang mehr aus dem persönlichen Umfeld ihres Mannes plauderte und so einen kleinen aber höchst interessanten Einblick in das Kunst-und damit auch Alltagsleben von Lothar Lang ermöglichte.