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Dienstag, 24. September 2024

Neues von Quintus

Nun kommt er mit Macht, der Herbst - und mit ihm unsere Herbst-Bücher! Unsere Herbstvorschau, deren Cover zu einem Oktober-Titel gehört, ist "voll gepackt mit tollen Sachen" - einige sind sogar schon da.
(André Förster)

Darunter auch zwei neue Titel der Gerhart Hauptmann-Edition, Die Hochzeit auf Buchenhorst und
Der Narr in Christo Emanuel Quint und natürlich der Band VIII der Bibliotheca Fraengeriana "Eurydike".

Sonntag, 25. August 2024

"Eurydike", Mannheimer Bibliophilen-Gesellschaft/Wilhelm-Fraenger-Gesellschaft

Pünktlich als Wochenendlektüre fand ich die Neuauflage einer bedeutenden Anthologie in meinem Briefkasten.

Die Anthologie "Eurydike", eine Sammlung von Wilhelm Fraenger, 1933 als 3. und letzte Jahresgabe der Mannheimer Bibliophilen-Gesellschaft (1930 - 1932) herausgegeben, wurde aus Anlass des 60. Todestages Fraengers, ausführlich zu Hintergründen der damaligen Ausgabe kommentiert, durch die Wilhelm-Fraenger-Gesellschaft im Quintus-Verlag, bibliophil anspruchsvoll neu herausgegeben - eine wichtige Ergänzung zu meiner Sammlung zu bibliophilen Gesellschaften in Deutschland.

Herzlichen Dank an Wolfgang Hempel und auch an Sophie Bentzien.

Baier, Christof / Czapla, Ralf Georg
Eurydike - Beschworene Schatten abgeschiedener Frauen
Bibliotheca Fraengeriana, Bd. VIII
ISBN: 978-3-96982-097-1
20,00 €
(nähere Angaben hier)

Dienstag, 20. August 2024

Aus dem Dunkel des Kartons ans Licht meines Schreibtisches

"EURYDIKE" IST DA!

Wieder einmal klingelt DHL Express. Heute schon um kurz nach 11 Uhr. Die Nachbarn gucken, als der Fahrer das offenbar nicht ganz leichte Paket auf die Sackkarre stemmt. In einer Wohngegend, in der ein beträchtlicher Teil der Briefzustellungen in gelbe und blaue Umschläge gehüllt ist, erregen das Fahrzeug und seine Fracht naturgemäß Aufsehen.
Der Erhalt der Belegexemplare ist stets der letzte große Akt im Schauspiel des Bücherschreibens. Das retardierende Moment des Versands ist überwunden, das Moment der letzten Spannung tritt ein und löst sich beim Öffnen des Kartons.
Gegen André Förster und sein Team war Christo bei allem Respekt ein Waisenknabe. Pappe, Papier, Luftpolsterfolie - alles schützt die Bände vorzüglich vor Beschädigungen durch Stöße, wie sie auf dem Transportweg an der Tagesordnung sind.
Das Auspacken erinnert mich ein wenig an die Suche nach dem figuralen Kern in der hölzernen Matroschka, auf die ich mich als Kind in unserer deutsch-polnischen Familie des Öfteren begab. Man öffnet und schaut, öffnet wieder und schaut weiter, bis man ans Ziel gelangt ist. Ein paar Enthüllungen später liegt das Buch vor mir. Schön ist es geworden, wirklich schön. Dem bibliophilen Anspruch Wilhelms Fraengers entspricht die Neuausgabe voll und ganz. Es war ein großes Stück Arbeit, nicht zuletzt auch gegen die Zeit. Danke an Wolfgang Hempel, der das Projekt maßgeblich zu realisieren half, danke an André Foerster, der einmal mehr bewies, welch wunderbare Bücher der Quintus Verlag macht.
So halte ich es denn mit den Römern und lasse die Bücher in die Welt ziehen: "Ite, libelli!"

(Ralf Georg Czapla)

Montag, 19. Juni 2023

Berliner Bücherfest

Die Büchergilde Gutenberg stellte für intersessierte Besucher des nach 15jähriger Pause erstmals wieder stattfindenden Berliner Bücherfestes eine Sonderveröffentlichung zum Gedenken an die Bücherverbrennung im Mai 1933 mit Texten von Erich Kästner zur Verfügung - vor 90 Jahren brannten Bücher bedeutender Autoren hier auf dem heutigen Bebelplatz, der jetzt wieder Ort der Begegnung von Literatur und Leser wurde.

Auf früheren Berliner Bücherfesten begegnete man traditionell auch der Pirckheimer-Gesellschaft, die sich gemeinsam mit dem Hinterhof-Antiquariat vorstellte.
Steffen Marciniak, Verlag der 9 Reiche
Qintus Verlag, André Förster
Das fehlte in diesem Jahr, aber Pirckheimer waren dennoch vertreten, mit einem eigenen Stand, so André Förster mit dem Quintus-Verlag, Steffen Marciniak mit dem Verlag der 9 Reiche, Catharine Nicely mit PalmArtPress oder Johanna Binger mit der Büchergilde Buchhandlung am Wittenbergplatz.
Johanna Binger, Büchergilde Buchhandlung am Wittenbergplatz
Abel Doering, Foto Steffem Marciniak
Wagenbach, Matthes & Seitz, März, Galiani, u.a. mit einem von Kat Menschik illustrierten Titel von Puschkin, Edition Faust mit wunderbar illustrierten Titeln von E.T.A. Hoffmann, kopf & kragen mit dem Künstlerbuch Metamorphosis von Christian Weber - man könnte ewig schwärmen.
kopf & kragen, Metamorphosis von Christian Weber
Catharine J. Nicely, PalmArtPress, Fotos © ad

Freitag, 16. Juni 2023

Deutschsein fünfmal anders

Dr. Irene Selle, Foto © ad
Gestern sprach Dr. Irene Selle als Gast der Berlin-Brandenburger Regionalgesellschaft der Pirckheimer im Friedrichshagener Antiquariat von Katrin Brandel gemeinsam mit Prof. Christa Ebert in einem brillanten Vortrag über ihren Vater Rudolf Schottlaender (1900 - 1988), Philosoph, Altphilologe, Übersetzer, Publizist, Zeitzeuge aller politischen Systeme Deutschlands in 100 Jahren, zuletzt mit der Hoffnung auf einen Brückenschlag zwischen Ost und West ...
Seine Erinnerungen unter dem Titel „Deutschsein fünfmal anders“ wurden von dem Pirckheimer André Förster in einer erweiterten Neuausgabe neu aufgelegt und mit dem neuen Untertitel „Erinnerungen eines Unangepassten“ versehen.
Ninon Suckow und Dr. Irene Selle, Foto © ad
Für viele ist der Name Rudolf Schottlaender 35 Jahre nach seinem Tod trotz seiner ungebrochenen humanistischen und systemübergreifenden Haltung kaum ein Begriff, obwohl Generationen von DDR-Schülern seine hervorragende Neuübersetzung von SophoklesAntigone aus der Schule kennen und Proust-Liebhaber vielleicht auch die ersten beiden Bände („Der Weg zu Swann“) „Auf den Spuren der verlorenen Zeit“ in der Übersetzung von Schottlaender gelesen haben..

1921 aus der jüdischen Gemeinde ausgetreten, studierte Schottlaender Philosophie in Heidelberg (bei Jaspers und Hoffmann), in Marburg (bei Hartmann) und in Freiburg im Breisgau (bei Husserl und Heidegger), er hatte Kontakt zum George-Kreis, lernte Günther Stern (später: Günther Anders) kennen und heiratete dessen Schwester. Nach der Promotion in Heidelberg übersetzte er als Erster Proust ins Deutsche.

Nur mit Glück überstand er die NS-Zeit.

Nach 1945 unterrichtete er in Berlin. 1947 auf einen Lehrstuhl für Philosophie in Dresden berufen, wurde er bereits zwei Jahre später aus politischen Gründen wieder entlassen. Er kehrte nach West-Berlin zurück, wo er erneut als Lehrer tätig war. Aus Sorge vor einer Verschärfung des Kalten Krieges bemühte er sich um einen Dialog mit der DDR und wurde daraufhin suspendiert. Das bewog ihn, 1959 einem Ruf als Professor für römische Literatur an die Ost-Berliner Humboldt-Universität zu folgen, wo er aufgrund seiner Weigerung, sich politisch vereinnahmen zu lassen, und infolge seiner Sympathie mit Systemkritikern sowie nach einem 1979 ohne Genehmigung erteilten Interview im Westfernsehen bis zu seinem Tod 1988 geheimdienstlich überwacht wurde.

Schottlaender, Rudolf
Deutschsein fünfmal anders, Erinnerungen eines Unangepassten
Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin 2017
Broschur, 224 S., ill.
ISBN: 978-3-945256-39-8
20 €

Sonntag, 11. Juni 2023

Bibliophile und Bibliophiles auf dem Lyrikmarkt

Quintus-Verlag, u.a. mit André Förster
Für den Freund des Bibliophilen gab es einiges zu entdecken auf dem Lyrikmarkt des 24. Berliner Poesiefestival, nicht nur, weil Lyrik traditionell in kleineren Auflagen erscheint, für Verlage, die sich diesem Gebiet widmen auch häufig Anlass, ihre Ausgaben auch mit besonderer buchkünstlerischen Sorgfalt zu gestalten.
Petrus Akkordeon am Maro Verlag
Zu den Entdeckungen zählte z.B. das Verlagskollektiv hochroth, die ihre Editionen generell in Handarbeit als nummerierte Einzelstücke herstellt, sowie die in anspruchsvoller Reihengestaltung oder die in recyceltem schwarzen Leder gebunden, in der Wiener Edition Korrespondenzen herausgegebenen, Titel von Franz Dodel.
Versensporn Jena, Tom Riebe
So ist es nicht verwunderlich, dass sich nicht nur unter den Besuchern Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft fanden, sondern auch unter den Ausstellern.
Verlag Matthes & Seitz
Steffen Marchiniak, Verlag der 9 Reiche
Catharine J. Nicely, PalmArtPress, Fotos © ad
Und am Rande (wörtlich zu nehmen!) auch der Straßen-Poet Christian Hopp, inzwischen für Touristen ein "Berliner Original", normalerweise anzutreffen in der Friedrichstraße.

Donnerstag, 12. Januar 2023

Letzte Möglichkeit ...


Noch bis zum Sonntag, 15. Januar 2023, besteht die Möglichkeit, die  Crowdfunding-Kampagne des Quintus-Verlags für Christian Rothenhagens Buch "Für immer ist morgen vorbei" zu unterstützen.

Vor knapp 2 Monaten wurde hier auf diese Kampagne hingewiesen.

"FÜR IMMER IST MORGEN VORBEI", ca. 160 Buchseiten in 19 Kapiteln, die als kurze Episoden aus und von Christian Rothenhagens Leben erzählen und die mit Zeichnungen versehen sind.

Mittwoch, 23. November 2022

Christian Rothenhagen – Vom Künstler zum Autor

Der Quintus-Verlag des Pirckheimers André Förster. startete eine Crowdfunding-Kampagne für das Buch "FÜR IMMER IST MORGEN VORBEI" mit ca. 160 Buchseiten in 19 Kapiteln, die als kurze Episoden aus und von Christian Rothenhagens Leben erzählen, und die mit Zeichnungen versehen sind.

Die Kampagne läuft noch bis zum 15. Januar 2023 und ist hier auf startnext.com zu erreichen.

Dienstag, 15. November 2022

Gerhart-Hauptmann zum Geburtstag

Heute vor 160 Jahren wurde Gerhart Hauptmann geboren.

Die letzte Exkursion der Berlin-Brandenburger Regionalgruppe der Pirckheimer-Gesellschaft galt dem Gerhart-Hauptmann-Museum in Erkner, ein Ziel auch für individuelle Ausflüge.
Einer der wenigen Verlage, die sein Werk "pflegen", ist der von André Förster geleiteten Quintus-Verlag. Vor wenigen Wochen erschien dort eine Neuausgabe seiner turbulenten Novelle "Der Schuss im Park" in der von Oda Ruthe originell gestalteten bibliophilen Reihe "Erkneraner Ausgabe" des vom Gerhart-Hauptmann-Museums Erkner und der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft. Die Gerhart-Hauptmann-Reihe wird herausgegeben von Stefan Rohlfs, der seit 2000 das Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner leitet.

In der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz wird es im November eine Tagung zum Thema "Gerhart Hauptmann und die Natur" geben, mehr dazu hier.

Tagung: 17. und 18. November 2022

Sonntag, 28. August 2016

Begegnung und Reflexion.

Kunstkritik in der Weltbühne, so lautet der Titel des neuen Buches des Mitgliedes der Pirckheimer-Gesellschaft Elke Lang mit Texten von Lothar Lang, dem langjährigen Chefredakteur der Marginalien, die dieser von 1953 bis 1993 in der Weltbühne veröffentlichte.
"Die Kunst der Klassischen Moderne bis zum Ende des 20. Jahrhunderts hatte in dem Kunsthistoriker Lothar Lang einen ihrer profiliertesten Kritiker. Seine mitunter persönlich gefärbten Anschauungen zur bildenden Kunst, gaben mitunter Anlass zu heftigen Diskussionen." Wie schrieb Elmar Faber so treffend über LL "Überall, wo Lang ist, geht etwas aus...".
"Lang kam es besonders darauf an, die Arbeit der ostdeutschen Künstler seiner Generation zu fördern. Er wollte zudem seine Leser mit der europäischen Moderne vertraut machen und die „ältere Generation“, an welcher er seine Qualitätsmaßstäbe geschult hatte, vor dem Vergessen bewahren."

Lothar Lang - Begegnung und Reflexion. Kunstkritik in der Weltbühne
Quintus Verlag, Berlin 2016 (Inh. André Förster)
248 Seiten, 9 Abbildungen

Hardcover, Fadenheftung
Format: 13,5 x 21,2 cm
ISBN: 978-3-945256-77-0 € 20,00