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Freitag, 30. Mai 2025

Dialog in Schwarz und Weiß

Der Holzschneider und Grafiker Frans Masereel (1889-1972) illustrierte unzählige literarische Werke, wobei das poetische Werk Emile Verhaerens eine besondere Bedeutung in seinem Œuvre einnahm. 1977 war Verhaeren Quinze poèmes Masereels erstes illustriertes Buch. Und die Erzählbände Cinq récits (1920) und Le Travailleur étrange (1921) gehören in ihrem charakteristischen expressionistischen Stil zu den Höhepunkten im Schaffen des Künstlers, ein Verhaeren-Porträt aus dem Jahr 1920 gilt als fast ikonisches Bild des Dichters.
Abb.: Frans Masereel, Le Canal, 1921
In einer Ausstellung werden die verschiedenen von Masereel illustrierten Bücher von Verhaeren ausgestellt, teilweise mit den originalen Entwurfszeichnungen. Darüber hinaus werden wir auch eine Reihe von Holzschnitten, Zeichnungen und Aquarellen präsentieren, die sich mit den Themen befassen, die Verhaeren und Masereel verbinden: die Stadt, das Land und das flämische Land. Der wunderschön illustrierte Katalog zur Ausstellung enthält Beiträge von Paul Aron, Christophe Meurée und Hans Vandevoorde.

Der bedeutenden belgische Antikriegskünstler, der vor allem mit seinen Holzschnitten soziale Missstände und Krieg anprangerte und dessen Werk der Pirckheimer-Gesellschaft vor allem in den sechziger Jahren durch den Züricher Pirckheimer Theodor Pinkus mit einer Jahresgabe, einem Neujahrsgruß und diversen graphischen Beilagen in den Marginalien näher gebracht wurde.
Er schuf Hunderte von Karikaturen, in denen er die rücksichtslose Gewalt des Krieges und die soziale Ungerechtigkeit anprangerte. Mit 25 images de la passion d'un homme (1918) schuf er die erste Graphic Novel überhaupt. Es folgten Mon livre d'heures, L'Idée, Souvenirs de mon pays, L'Oeuvre, La Sirène...
Masereel erfand die Kunst des Holzschnitts gleichsam neu: In seinen kraftvollen Schwarz-Weiß-Kompositionen gelang es ihm, einen gewissen Realismus mit einer expressionistischen Ausdrucksform zu verbinden. Neben seinen vielen Holzschnitten fertigte Masereel auch Zeichnungen, Gemälde, Aquarelle, Entwürfe für Mosaike, Bühnenbilder usw. an.

Zur Ausstellung erscheint ein illustrierter Katalog.

Vernissage: 8. Juni 2025, um Anmeldung wird gebeten
Ausstellung: 8. Juni - 7. September 2025

Emile Verhaeren Museum
Émile Verhaerenstraat 71, 2890 Puurs-Sint-Amands

Mittwoch, 21. August 2024

Der 255. Frankfurter Grafikbrief

Der, diesmal etwas umfangreichere Leitartikel des Frankfurter Grafikbriefs widmet sich dem Thema "100 Jahre Büchergilde und die Kunst: Der Büchergilde artrclub".

„Empörung und Gestaltung“ – so betitelte der legendäre Büchergilde-Schriftleiter Erich Knauf (*1895, 1944 von den Nazis wegen „zersetzender Reden“ zum Tode verurteilt und hingerichtet) sein 1928 erschienenes Buch, mit dem er die damals noch weitgehend proletarische Mitgliedschaft der Büchergilde mit engagierter Gegenwartskunst konfrontieren wollte. Vorgestellt wurden u.a. Frans Masereel, Max Liebermann, Heinrich Zille, Ernst Barlach, Otto Dix und George Grosz. Die zeitgenössische Kunst war von Anfang an selbstverständlicher Teil einer Buchgemeinschaft, die sich zwar hauptsächlich der Verbreitung guter wie klassenbewusstseinsfördernder Literatur verschrieben hatte, aber auch die anregende Kraft des Bildes sehr zu schätzen wusste, was sich zunächst in hochwertiger Buchillustration zeigte.

Aus dieser Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern sollte aber erst 1971 eine freie Grafik-Edition entstehen, die an das von Knauf vorgegebene Niveau anknüpfte. Es erschienen Grafiken z.B. von Karl Hubbuch, Karl Rössing, HAP Grieshaber, Alfred Hrdlicka, Horst Antes und Gerhard Altenbourg. 1996 startet dann der „Büchergilde artclub“, der systematisch die zeitgenössische Druckgrafik in Szene setzte, die Büchergilde mit den eigenen Kunst-Editionen auf Buch- wie Kunstmessen präsentierte und Atelier- und Werkstatt-Besuche anbot.

(Wolfgang Grätz)

Samstag, 30. März 2024

Ein Blick zurück ...

Das vor wenigen Tagen hier vorgestellte Plakat am Stand des Leipziger Bibliophilen-Abend rief Erinnerungen an einen Neujahrsgruß der Pirckheimer-Gesellschaft hervor, die das Werk dieses belgischen Künstlers, dank auch eines Österreichischen Antiquars und Freund der Pirckheimer-Gesellschaft, in der DDR bekannt gemacht hat und einen Holzschnitt des Künstlers 1965 an alle Mitglieder verschickte. Der LBA war damals eine Bezirksgruppe der Pirckheimer.
Frans Masareel, Der Optimist, 1965, Holzschnitt, ca. 20 x 14 cm, das Passepartout ca. 21 x 15 cm, unten rechts in Tinte monogrammiert "F.M."
Frans Masareel (geboren 1889 in Blankenberge; gestorben 1972 in Avignon) zählt zu den bedeutendsten belgischen Malern und Grafikern und Holzschneidern der Klassischen Moderne der Nachkriegszeit.

Dienstag, 26. März 2024

Ein Blick zurück ...

Vor gut zwanzig Jahren veranstaltete der Leipziger Bibliophilen-Abend gemeinsam mit der Frans-Masereel-Stiftung Saarbrücken im Leipziger Haus des Buches eine Ausstellung mit Illustrationen und Graphik von Frans Masereel - das Plakat dieser Ausstellung schmückte am vergangenen Wochenende den Stand des LBA auf der Leipziger Buchmesse.

Montag, 26. September 2016

Führung „Frans Masereel“

Das Museum für Druckkunst wird eine öffentliche Führung durch die Ausstellung des belgischen Zeichners, Maler und Grafiker „Frans Masereel und seine Arbeiten für die Presse“ veranstalten.
In der Ausstellung dieses bedeutenden Antikriegskünstler des 20. Jahrhundert, der vor allem mit seinen Holzschnitten soziale Missstände und Krieg anprangerte und dessen Werk der Pirckheimer-Gesellschaft vor allem in den sechziger Jahren durch den Züricher Pirckheimer Theodor Pinkus mit einer Jahresgabe, einem Neujahrsgruß und diversen graphischen Beilagen in den Marginalien näher gebracht wurde, werden rund 100 seiner zwischen 1913 und 1970 entstandenen Illustrationen, vorrangig aus der Sammlung des Pirckheimers Karl-Heinz Kles, gezeigt.

Führung: 16. Oktober 2016
Ausstellung: 18. September - 27. November 2016

è Museum für Druckkunst Leipzig
Nonnenstraße 38
04229 Leipzig

Montag, 22. August 2016

Frans Masereel und seine Arbeiten für die Presse

Frans Masereel, Zeitungskolporteur, In Kunst Opbouwen, 1931, Nr. 5/6
© Frans Masereel Stiftung-Sammlung Karl-Heinz Kles
Dem belgischen Zeichner, Maler und Grafiker Frans Masereel (1889-1972), einem der bedeutendsten Antikriegskünstler des 20. Jahrhundert, der vor allem mit seinen Holzschnitten soziale Missstände und Krieg anprangerte und dessen Werk der Pirckheimer-Gesellschaft vor allem in den sechziger Jahren durch den Züricher Pirckheimer Theodor Pinkus mit einer Jahresgabe, einem Neujahrsgruß und diversen graphischen Beilagen in den Marginalien näher gebracht wurde, widmet das Druckkunst-Museum Leipzig eine Ausstellung.
In der Schau werden rund 100 seiner zwischen 1913 und 1970 entstandenen Illustrationen, vorrangig aus der Sammlung des Pirckheimers Karl-Heinz Kles, gezeigt.

Eröffnung: 16. September 2016
Ausstellung: 18. September - 27. November 2016

è Museum für Druckkunst Leipzig
Nonnenstraße 38
04229 Leipzig

Sonntag, 26. Juni 2016

Fahndung nach einem Ehrenbürger: Johannes R. Becher

Aus Anlass des 125. Geburtstag von Johannes R. Becher wird in Jenaer Literaturmuseum eine vom Pirckheimer Jens-Fietje Dwars kuratierte Sonderausstellung über Glanz und Elend dieses zerrissenen Dichters gezeigt.
Johannes R. Becher galt jahrzehntelang als der berühmteste Student der Friedrich-Schiller-Universität, die ihren Ehrensenator bis 1989 mit „Becher-Tagen“ geehrt hat und an der EOS „JRB“, dem heutigen Anger-Gymnasium, gab es „Becher-Wochen“.
einige Becher-Ausgaben zwischen 1928 (Roderich Fechner) und 1981 (Aufbau),
ill. von Frans Masereel (lks.) und Peter Nagengast zu Abschied
1891 als Sohn eines Staatsanwaltes geboren, wurde Becher zum aufbegehrenden „Dichter der Jugend“, zum Sprachrebellen, der vor dem Weltkrieg in exzessiven Morphiumrausch floh, 1917/18 in der Jenaer Psychiatrie behandelt wurde (kalter Entzug statt Therapie), sein Medizinstudium fortsetzen wollte, mitten in den Revolutionswirren 1919 jedoch wegen Fehlen eines polizeilichen Führungszeugnisses abgewiesen wieder zu schreiben begann. Er träumt mit Majakowski von der Weltrevolution, steht auf Hitlers Todeslisten und lernt bei Stalin das Fürchten, organisiert in Paris 1935 einen Kongress zur Verteidigung der Kultur und schreibt im Exil berührende Gedichte auf deutsche Städte, darunter auch auf Jena. Er versucht nach 1945 mit dem Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands einen Neubeginn, wird Kulturminister und scheitert an Janka und Harich, als diese Reformen fordern.

Ausstellung: 25. Juni - 06. November 2016

Unterm Markt 12a
07743 Jena

Freitag, 12. Februar 2016

Der Holzschnitt im Buch

Karl Schmidt-Rottluff
Der Holzschnitt ist die älteste Technik der Buchillustration und fasziniert Künstler bis heute. Seine harten Kontraste von Schwarz und Weiß und die oft reduzierten Formen geben ihm eine besondere Qualität, die vor allem am Anfang des 20. Jahrhunderts eine neue Blüte erlebte.
Das Antiquariat Atlas zeigt im Februar 2016 eine Auswahl illustrierter Bücher aus der Geschichte des Holzschnitts mit Illustrationen von Dürer bis Frans Masereel, darunter eine Holzschittfolge von HAP Grieshaber, die er The Lord's Black Nightingale gewidmet hat. Alle 6 Drucke vom Stock gedruckt.
Vor allem der weniger bekannte Göttinger Holzschneider Johannes Lebek ist mit einem größeren Konvolut vertreten, darunter frühe Studienarbeiten und Entwürfe.

Ausstellung: 17. - 27. Februar 2016

Antiquariat Atlas
Hoheluftchaussee 29, 20253 Hamburg

Dienstag, 17. November 2015

... es ist angerichtet!


Der erste Koffer für den Stand der Pirckheimer-Gesellschaft auf der artbook.berlin ist gepackt. Wie der Kenner unschwer erkennt, ist vieles aus der Geschichte dieser Bibliophilen-Organisation dabei: Jahresgaben, darunter die erste von 1958 und die aktuelle aus diesem Jahr, Marginalien einschließlich des Reprints des Heftes 1 und sogar einige der legendären Speisekarten zu den Jahrestreffen. Und als Namen der Autoren und Künstler sind unter anderem zu lesen: Jürgen Kuczynski, Bruno Kaiser, Horst Kunze, Hans-Georg Sehrt, Lothar Lang, Alexander Olbricht, Frans Masereel, Werner Klemke, Axel Bertram, Egbert Herfurth, Matthias Gubig,  Angela Hampel und Karl-Georg Hirsch.
(ad)

Hinweis: Die Pirckheimer-Gesellschaft ist in der Kulturfabrik am Flutgraben in der 1. Etage an Stand 23 zu finden und teilt sich den Stand mit dem Berliner Bibliophilen Abend.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Kinderbuch im Gespräch

Der als deutsch-französisches Gemeinschaftsprojekt entstandene Comic erzählt die authentischen Erlebnisse von René Lucot und Lucien Laby aus Frankreich und von Agnes Kiendl und Walter Bärthel aus Deutschland in der Zeit des Ersten Weltkriegs. Auf der Grundlage von Tagebücjhern und Memoiren wird das Schicksal dieser Zeitzeugen geschildert und gezeigt, wie die anfängliche Kriegsbegeisterung angesichts der Realität auf den Schlachtfeldern in Ernüchterung umschlägt und das Weltbild der jungen Leute nachhalktig erschüttert wird.
An dem Gespräch nehmen der Autor des Buches Dr. Alexander Hogh, der Illustrator Jörg Mailliet und die Verlegerin Julie Cazier teil.

Gesprächsabend: 10. November 2014, 18:00 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Dietrich-Bonhoeffer-Saal
Potsdamer Straße 33
10785 Berlin


1 Kommentar:
BloggerPeter Verheyen hat gesagt...
Danke für den Hinweis zu diesem Buch. Mein Exemplar kam heute in den USA an.
Wenn auch in der Tradition vom Tintin und Asterix, würde ich dies keines Wegs ein Kinderbuch nennen, eher ein Grafischer Roman in der Tradition von Art Spiegelmanns
Maus. Gut fand ich die Einbeziehung von den Tagesbucheinträgen, wünschte mir eigentlich mehr davon, war aber in Ordnung. Das ganze war auch sehr ausgewogen was die Ursachen des Krieges und den Einstellungen der Zeitzeugen betrifft - doch nicht so anders. Interessant wäre dies auch zweisprachig.
Wäre gerne beim Vortrag dabei, ist aber etwas Weit. Das Buch werde ich aber als Beispiel des Genres Buchkunststudenten an der Uni vor ich arbeite zeigen. Graphische Romane sind hier hoch im Kurs. Dazu werden die von Otto Nückel, Frans Masereel, Lynd Ward, John McCabe gezeigt. Aber Auch Tintin.
Danke für diesen Blog.
Peter Verheyen
28 Oktober, 2014

Dienstag, 1. April 2014

Frans Masereel. Der Schrecken des Krieges

Vor 125 Jahren wurde Frans Masereel (1889 – 1972) im belgischen Blankenberghe geboren. Vor allem sein expressionistisches Frühwerk machte ihn zu einem der bedeutendsten Graphiker des 20. Jahrhunderts. Sein immenses graphisches Werk ist durch die Sammlung Paul Ritter beinah vollständig im Klingspor-Museum vertreten. Masereel blieb die Einberufung im Ersten Weltkrieg erspart. 1916 ging er nach Genf, um beim Internationalen Roten Kreuz mitzuarbeiten. Dort traf er Romain Rolland, über den er sich der pazifistischen Bewegung anschloss. Er arbeitete für die Zeitschrift „Les Tablettes“, in der er mit Holzschnitten Stellung gegen Krieg und Militarismus bezog. 1917 gründete er mit Claude L. Maguet die Tageszeitung „La Feuille“. Aus dieser Zeit stammen auch seine ersten Holzschnitt-Alben „Debout les Morts„ und „Les Morts parlent“. Der Humanist und Sozialist setzte sich zeitlebens für Frieden und Völkerverständigung ein. Martina Weiß beleuchtet das Engagement des Künstlers und zeigt Bücher und Graphiken, die mit leidenschaftlichen Anklagen die Grausamkeit von Kriegen schonungslos offenlegen.

Freitag, 4. April 2014, 14 Uhr
Eintritt: 2,50 €

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Freitag, 29. April 2011

Geld im Umschlag

Bücher * Zeitschriften * Notenblätter

Über Geld spricht man nicht? Wir schon! Sogar über einen anrüchigen Aspekt von Geld. Wir interpretieren ihn schöngeistig: Geld im Umschlag. So heißt diese Ausstellung, deren über 70 Exponate - Bücher, Zeitschriften und Notenblätter aus mehr als einem Jahrhundert - das Thema künstlerisch visualisieren - in Grafik und Fotografie, in Fotocollage und Typografie.
Weit reicht die Spanne der Werke: Am Anfang steht die preußische Solidität von „Soll und Haben" (G. Freytag), die im „Großen Krach" der Gründerjahre mündet. Zwischen den Weltkriegen folgt der Inflation („Wir versaufen unser Oma ihr klein Häuschen") die Deflation; in den Kriegen haben „Dollar's, Dirnen, Divisionen" Vorrang. Auch die Giganten des Geldes tauchen auf dem Umschlag auf: Nathan M. Rothschild, John D. Rockefeller, Henry Ford, Hugo Stinnes - Dollar's und Mark und wie sie gemacht werden („Mr. Moneymaker").
Money makes the world go around: an der Börse („La Bourse") und im Casino („Im Spielerparadies"), als Schmiergeld und als Trinkgeld, durch Wucherer und Fälscher, in der Kunst („Geld schreibt") und in der Politik („Millionen stehen hinter mir"), an der Ladenkasse und in der Erotik („Valuta-Mizzy") - „Das Geld liegt auf der Straße".
Ein Stück aus dem Tollhaus der Geldgeschichte: Emile Zolas Klassiker „Geld" aus der Zeit Napoleons III., zugleich Gegenwart pur, so auch für manchen schwächelnden Zeitgenossen Balzacs „Die Kunst seine Schulden zu bezahlen". G. B. Shaw hingegen droht mit „Sozialismus für Millionäre". Und wo bleiben „Die Retter des Kapitalismus"?
Namhafte Illustratoren haben sich immer wieder von der Welt des Geldes inspirieren lassen und die Umschläge phantasievoll illustriert, darunter John Heartfield, George Grosz, Peter Behrens, Frans Masereel, Max Schwimmer, Thomas Theodor Heine, Walter Trier, Paul Simmel, Francois Kupka, Ronald Searle. Für sie alle galt: Über Geld spricht man nicht, aber man setzt es plakativ ins Bild - seine Macht, seine Magie, seine Moral, gestern wie heute.
Bertolt Brecht kannte die wahre Bedeutung des Geldes schon immer: „...denn die Freunde gehen in die Binsen und die Weiber fallen in die wärmeren Betten. Aber das Geld ist's, was zu Dir hält." (Chanson vom Geld).
Jakob Schmitz

Ausstellung: 1. bis 31. Mai 2011
Die Ausstellungsstücke stammen aus der Sammlung von Jakob Schmitz aus Düsseldorf.

è Rotes Antiquariat und Galerie Christan Bartsch
Knesebeckstr. 13/14
10623 Berlin

Dienstag, 1. März 2011

Buch des Monats

Der Totentanz − ein Motiv im Wandel der Zeit 
siehe hier
Seit dem ausgehenden Mittelalter ist der Totentanz ein Sujet in der Kunst. Leitmotive waren der Vanitas-Gedanke und das memento mori. Wurden anfangs Rund- und Reihentänze der Toten dargestellt, begann mit Holbeins berühmten Totentanz die  Personifizierung des Todes, der als Gleichmacher durch alle Stände geht. Die Grafikfolge war so populär, dass zahlreiche Nachahmungen entstanden. Die meisten Totentänze entstanden zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert, Zeiten die von Seuchen, Kriegen, sozialen und geistlichen Revolten geprägt waren. In Vergessenheit geriet das Motiv jedoch nie. Im zwanzigsten Jahrhundert griffen zahlreiche Künstler das Thema unter dem Eindruck der Schrecken der Weltkriege auf. Martina Weiß gibt einen historischen Abriss des Totentanzes und zeigt Arbeiten aus dem Museumsfundus unter anderem von Alfred Kubin, Frans Masereel, Hermann Schardt und HAP Grieshaber.

4. März 2011, 14 Uhr
Eintritt: 2,50 €, Mtgl. 1,50 €

Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Dienstag, 30. März 2010

Max Lingner (1888 – 1959)

Ein Abend im Rahmen der Ausstellung "Grafik und Zeichnungen aus den Beständen der Max-Lingner-Stiftung" am Sonntag, d. 18. April 2010 um 18.00.

Max Lingner: Mutter und Kind, Pinsel und Tusche, Paris 1943, Handdrucke der Max-Lingner-Stiftung, 2009, Aufl. je 20 Stück, mit rücks. Stempel. Davon sind noch wenige Exemplare vorrätig.In Leipzig 1888 geboren, hat er von 1908-1914 Malerei bei Professor Carl Bantzer in Dresden studiert. Für das Gemälde „Abendlied/Singendes Mädchen“ erhielt er den Sächsischen Staatspreis.
Von 1914-1918 ist er Soldat im Ersten Weltkrieg, wird zum „Asienkorps“ und später zur Seefliegerabteilung versetzt und mehrfach verletzt. Er nimmt am Kieler Matrosenaufstand teil, zieht sich kurzzeitig auf den Bauernhof in Born/Darß zurück, um 1922 dann nach Weißenfels, der Geburtsstadt seiner Frau Lisa Arsand, zu ziehen, die er 1913 geheiratet hatte. Er malt, was er sieht: Bauern, Fischer, Fabrikarbeiter, Landarbeiter und Frauen bei der Arbeit.
Auf Anraten von Käthe Kollwitz siedelt er 1928 mit seiner Frau nach Paris über. In den Jahren 1931-1935 zeichnet er für die Wochenzeitung „Monde“ und von 1936 - 1939 für die kommunistische Jugend-Zeitung L’Avant-Garde sowie für l’Humanité. Mit dem „Kopf eines sterbenden französischen Soldaten greift Lingner zunehmend politische Themen auf und wird 1934 Mitglied der französischen kommunistischen Partei. Im Jahre 1933 hat er seine erste, 1939 seine zweite Personalausstellung in Paris. “Seinen Schwarz-Weiß-Arbeiten sind von jenem sozialen Unterton getragen, wie er einer Kollwitz, einem Masereel und Grosz eigentümlich ist“ (Pariser Illustrierte Zeitung).
1940 Verhaftung und Internierung in französischen Lagern Cépoy, Les Milles und Gurs, kann dort entkommen und schließt sich der französischen Résistance an.
Nach 1945 wendet er sich intensiv der Malerei zu. Es entstehen ca. 50 Gemälde. Bekannt werden seine Bilder französicher Frauen, die für Lingner sehr aktiv, sehr charmant und sehr umworben sind, aber auch mutig und kämpferisch.
Max Lingner kehrt 1949 in die DDR zurück (Berlin) und übergibt 40 Gemälde und Zeichnungen als „Schenkung an das Volk“. 1950 wird er Professor für Malerei an der Kunsthochschule Weißensee. 1952 zieht er in das Wohn- und Atelierhaus in
Niederschönhausen, heute Sitz der 2007 gegründeten Max-Lingner-Stiftung. Er beteiligt sich an zahlreichen Ausstellungen, z.B. in Moskau, London, Helsinki, Stockholm, Erfurt.
Die Akademie der Künste, deren Gründungsmitglied er war, veranstaltet eine Ausstellung zum 70. Geburtstag.
Am 14. März 1959 stirbt Max Lingner in Berlin.

Einführung: Martin Groh, Vorstandsmitglied der Max-Lingner-Stiftung, im Gespräch mit Zeitzeugen
Helus Hercygier und Alexandra Gotthardt singen und spielen Texte und Lieder von Kurt Tucholsk (1890 – 1935)

Anschließender Umtrunk, ein Kostenbeitrag von 10,-- € ist willkommen. Wegen des begrenzten Platzes wird unbedingt um rechtzeitige Anmeldung gebeten.


Stubengalerie KunstStücke Grunewald

Gaby und Konrad Kutt
Stubengalerie KunstStücke Grunewald
Trabener Str. 14 b
14193 Berlin (nahe S-Bhf. Grunewald)
Tel.: 030-891 51 24 oder 0173 601 491 2
è
E-Mail

Dienstag, 29. Dezember 2009

zwei Ausstellungen im Roten Antiquariat

Liebe Buch- und Kunstfreunde,

wir wünschen Euch einen erholsamen Jahreswechsel und einen guten Start in das neue Jahr.

Franz Masereel, Flüchtlingsfrau, Gouache auf Velin, 1942Für den Januar 2010 möchten wir auf zwei Ausstellungen hinweisen, die wir in unserem Antiquariat in Berlin-Mitte und in unserer Galerie in Berlin-Charlottenburg durchführen:

Plakate von KPD und Rote Hilfe aus den 20er Jahren. Verkaufsausstellung des Roten Antiquariat in der Galerie Kraftwerk im Cafe Kohi Rungestraße 20, 10179 Berlin vom 7. bis 10. Januar. Vernissage am Donnerstag, den 7. Januar um 19 Uhr in der Rungestraße.

Soziale Kunst und politische Agitation. Bilder, Grafiken, Plakate von Baluschek, Grundig, Grosz, Heartfield, Masereel u.a. Verkaufsausstellung vom 15. Januar bis 7. Februar in unserer Galerie in der Knesebeckstraße 13/14, 10623 Berlin.
Vernissage mit musikalischem Programm von Lennard Körber und Natalia Smotritskaia nach Brecht, Eisler, Weill u.a. am Freitag, den 15. Januar 2010 um 19 Uhr in der Knesebeckstraße.

Wir würden uns freuen, Euch bei den Ausstellungseröffnungen begrüßen zu können.

Mit besten Grüßen,
Christian Bartsch und die Kollegen vom Roten Antiquariat

è
Rotes Antiquariat
und Galerie C. Bartsch
Knesebeckstr. 13/14
10623 Berlin

Dienstag, 11. August 2009

Theo Pinkus (1909–1991)

Buchhändler – Kommunist – Querdenker

Unter diesem Titel dokumentiert die Stiftung „Studienbibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung“ zum 100. Geburtstag von Theo Pinkus vom 18. August bis 19. Dezember 2009 im Katalogsaal der Zentralbibliothek Zürich Leben und Wirken des „roten Büchernarrs“. Der 1909 in Zürich geborene Sohn einer jüdischen Theo Pinkus ist der Schweizer „Fichenkönig“: Am 8. April 1991 erhält er ein Paket mit 252 „Fichen“. © KeystoneFamilie entwickelte entsprechend den politischen und literarischen Neigungen der Eltern den Berufswunsch, Buchhändler und Verleger zu werden. Als Verlagslehrling bei Ernst Rowohlt in Berlin und als Mitarbeiter in Willi Münzenbergs Verlagsimperium erlebte er die letzten Jahre der Weimarer Republik in Berlin, das er 1933, wenige Wochen nach dem Reichtagsbrand, verlassen mußte, nachdem ihm die Polizei bei einer Hausdurchsuchung den Paß abgenommen hatte. Zurück in Zürich, stürzte er sich in die Arbeit der kleinen Kommunistischen Partei der Schweiz, leistete politische Agitation vor Ort. Als Mitarbeiter der von Moskau kontrollierten Nachrichtenagentur „Runa“ blieb er in engem Kontakt mit der Kommunistischen Internationale. Der Querdenker geriet schon bald in Kollision mit der Parteilinie und wurde 1942 aus dem Partei ausgeschlossen.
1940 gründete Theo Pinkus in der Froschaugasse 17 einenHolzschnitt von Frans Masereel zum Jubiläum 25 Jahre „Büchersuchdienst“, 1965. © Stiftung Studienbibliothek Büchersuchdienst. 1948 kam die auf Sozialismus und Arbeiterbewegung spezialisierte Buchhandlung an der Predigergasse 7 hinzu, die für die Linke in Zürich jahrzehntelang ein Begegnungsort war. Von 1948 bis 1987 gab er als linkes Diskussionsforum die Wochenzeitschrift Zeitdienst heraus. Eine weitere Gründung von ihm war der Limmat Verlag, den er 1974 an eine Autorengruppe abtrat. Im Glauben an die Wirkung des geschriebenen Wortes bauten sich Theo und Amalie Pinkus mit der „Studienbibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung“, die sie in eine Stiftung überführten, ein Denkmal. Die 50 000 Titel umfassende Sammlung des legendären Zürcher Ehepaares ging im Jahr 2000 zusammen mit der vorwiegend belletristischen Privatbibliothek und dem Nachlaß von Pinkus an die Zentralbibliothek Zürich.
(Carsten Wurm)

è Zentralbibliothk Zürich
Zähringerplatz 6, 8001 Zürich