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Dienstag, 1. Juli 2025

Marginalien

Bibliophiles des Monats sind diesmal die Hefte 1 – 45 (1957 – Frühjahr 1972) der „Marginalien“, ab Heft 5 „Marginalien - Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie“, die vom damaligen Pirckheimer Walter Menge aus Leipzig als Liebhaber-Ausgabe in 8 Bänden mit einem Rücken aus Pergament und aufgeklebtem Rückenschild mit Goldprägung und mit Buntpapier bezogenen Buchdeckeln gebunden wurden.
Es ist bekannt, dass einige Pirckheimer, vor allem der ersten Stunde, die Marginalien für sich binden ließen, eine derartige Liebhaberausgabe ist also keineswegs einmalig. Was sie jedoch für mich auszeichnet, ist, dass diese Ausgabe sich schon in den Bibliotheken zweier Vorsitzender des Vorstands der Pirckheimer-Gesellschaft befand: beigelegte Notizen belegen, dass sie 1986 von Prof. Wolfram Körner (1920 - 2019) antiquarisch erworben wurde, am 31. Mai 1992 übereignete sie mir Hartmut Pätzke (1938-2023) - die Provenienz vor 1986 ist nicht mehr nachvollziehbar. Auch war bislang nicht zu ermitteln, ob eventuell weitere Bände dieser Ausgabe, mit der ich meine Marginalien-Sammlung bis zum Frühjahr 1972 vervollständigen konnte, existieren – ab 1975 erhielt ich diese Hefte als neues Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft im Kulturbund der DDR frei Haus.

Bei den ersten 7 Bände der Liebhaber-Ausgabe wurde der Heftumschlag mit eingebunden, im 8. Band wurde nur noch der Titelumschlag des Heftes 41 berücksichtigt. Zusätzlich enthält Band 1 ein von Hans-Joachim Rockar erstelltes Register der darin enthaltenen Hefte 1 – 10, in den weiteren Bänden in gleicher Stärke finden sich jeweils 5 Hefte.
Die von der Pirckheimer-Gesellschaft herausgegebenen „Marginalien“ erschienen anfangs in Redaktion von Heinrich F. Bachmair, später von Max Frank und wurden zuerst in der Betriebsberufsschule Rudi Arndt in Berlin hergestellt, das Heft 13 im Meißner Druckhaus und ab Heft 14 in der Offizin Andersen Nexö, Leipzig. Mit Heft 15 zeichnete Prof. Dr. Lothar Lang für die Redaktion verantwortlich, ab Heft 31 lt. Impressum gemeinsam mit Prof. Dr. Dr. Bruno Kaiser, Prof. Dr. Horst Kunze, Ludolf Koven. Die typografische Gestaltung lag in den Händen von Prof. Horst Erich Wolter.
Fotos © ad

Dienstag, 12. Januar 2016

wiedergelesen: Kleinod der Buchkunst

Ein Miniaturbuch von Erhard Walter aus dem Fachbuchverlag Leipzig 1979, 8,4 x 6,2 cm, lang gesucht, obwohl Mini- und Midibücher eigentlich nicht mehr zu meinem Sammelgebiet gehören, konnte ich auf einem Flohmarkt am letzten Wochenendes für weniger als für einen Kurzstreckenfahrschein erwerben (ich gebe allerdings zu, dort in den letzten 25 Jahren einiges im Gegenwert einer weitreichenden Reise erstanden zu haben).
Diese Hommage an das Miniaturbuch enthält neben Beiträgen von Johannes R. Becher "Lob des kleinen Formats" und "Freude an den kleinen Büchern" von Erhard Walter Beiträge von Horst Erich Wolter, Siegfried Hempel, dem Kosmonauten Sigmund Jähn, einen reich illustrierten Abriss "Miniaturbuchherstellung in Leipzig", einen Beitrag "Streit um "kleinste" Formate" und "Miniaturbücher - gestern und heute" und die eben lang gesuchte "Bibliographie der in der DDR von 1959-1978 gedruckten Miniaturbücher" von Karl Wiegel nebst einer Zusammenfassungen in Russisch und Englisch. Hier findet sich u.a. bestätigt, dass weltweit das in der DDR gefertigte Bilder-ABC von Egon Pruggmayer mit 2 x 2 mm von 1971 (bis 2000) das kleinste maschinell hergestellte Buch war, in der Bibliographie als Position 12 gelistet.
Neben ausklappbaren Tafeln zu den Artikeln sind viele Titel auf den zahlreichen Fotos abgebildet. Die Buchbindearbeiten übernahm die Offizin Andersen Nexö in Leipzig.
382 S., hellbrauner Ganzlederband, goldgeprägter Titel und rotem Rückenschild in marmoriertem Schmuckschuber mit Buntpapierbezug.
(ad)