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Freitag, 3. November 2023

"Faber & Faber" stellte Insolvenzantrag

Zur Frankfurter Buchmesse war Faber & Faber noch mit einem Stand vertreten. Nun hat der Verlag hat einen Insolvenzantrag gestellt. ...
Der 1990 von Elmar Faber und seinem Sohn Michael gegründete Verlag Faber & Faber gehörte zu den wenigen Nachwende-Gründungen, die die gebeutelte Buchstadt auch überregional im Gespräch hielten. Nachdem Michael Faber ins Amt des Leipziger Kulturbürgermeisters gewechselt war (von 2009 bis 2016) und sich kein geeigneter Mehrheitseigner finden ließ, wurde die Verlagsproduktion 2014 eingestellt; im Dezember 2017 verstarb der Verlagsgründer Elmar Faber. Im Herbst 2019 brachte Michael Faber den Verlag wieder an den Start, als Mitgesellschafter fungierten sein älterer Bruder, der Arzt Renaldo Faber, und Peter Herbst. ...
In Schieflage geriet der Verlag offensichtlich vor allem mit der ausklingenden Pandemie, massiv im Jahr 2022: Die Novitäten reüssierten zwar bei der Kritik, konnten sich aber nicht im Handel durchsetzen, die Backlist-Verkäufe waren rückläufig. Die Konzentration im Handel tat ein Übriges; zuletzt soll sich die Zahl der Buchhandlungen, die Faber & Faber-Vertreter empfingen, nahezu halbiert haben. Und ausgerechnet Faber & Faber ging beim Sächsischen Verlagspreis, bei dem 20 Verlage mit jeweils 10.000 Euro bedacht wurden, leer aus. ,,, 2019 begleitete Michael Faber die Wiederbelebung von Faber & Faber mit dem alten Verleger-Scherz, er werde mit der Neugründung "ein kleines Vermögen" machen, da er ein großes darin einbringe. Zuletzt konnte auch das wiederholte Einschießen privaten Geldes nichts mehr heilen.
[Die Pirckheimer-Ge4sellschaft unterstützte die bei Faber & Faber herausgegebene Reihe bagatellen, eine Debüt-Reihe zur Förderung neuer Nachwuchsillustratoren, die ausschließlich Magisterstudenten der Buchillustration der Kunstakademien in Leipzig und Hamburg vorbehalten waren.]
Dass Faber sein Haus nun, nach – mit Unterbrechungen – 33 Jahren verlegerischer Arbeit zusperren muss, ist traurig – für den Unternehmer, aber auch für die Verlags- und Buchstadt Leipzig.

(Nils Kahlefendt, vollständig auf boersenblatt.net)

Donnerstag, 1. Juni 2023

Bibliophiles des Monats: Erich Mühsam

Am 6. April gedachte die literarische und dem Humanismus aufgeschlossene Welt des 145. Geburtstages von Erich Mühsam, dem von Faschisten ermordeten Schriftsteller, Bohemien und Anarchisten, dessen vielfach publizierten Texte schon immer auch Anregung für Graphiker und Buchkünstler zur Gestaltung bibliophiler Ausgaben waren.
Vorzugsausgabe mit Original-Graphik von Artur Dieckhoff 
Auch in dem, von den Pirckheimern Elmar (1934 – 2017) und Michael Faber gegründete Leipziger Verlag „Faber & Faber“ kam innerhalb der ansprechenden und aufwendig gestalteten Reihe „Die graphischen Bücher. Erstlingswerke deutscher Autoren des 20. Jahrhunderts“ als Band 28 ein Titel von Erich Mühsam als bibliophiles Sammlerstück heraus: „Billys Erdengang. Eine Elephantengeschichte für artige Kinder“.
Der Band, in 999 Exemplaren erschienen, enthält neben dem verkleinerten Neudruck der Originalausgabe dieses Kinderbuchs von 1904 mit Illustrationen von Paul Haase eine, vom Schriftsetzer und Graphiker Artur Dieckhoff (1948 – 2020) mit 8 farbigen Original-Holzschnitten und 34 Reproduktionen nach Holzschnitten ausgestattete Fassung; den ersten 100 Exemplaren ist zusätzlich ein signierter Original-Holschnitt beigelegt. Die Holzschnitte wurden unter Beaufsichtigung des Künstlers durch die Druckwerkstatt im Museum der Arbeit in Hamburg gedruckt.
eingebundener Original-Holzschnitt und Ill. von Artur Dieckhoff
Die Buchgestaltung lag in den Händen von Gert Wunderlich, den Liebhabern des Bibliophilen mit Sicherheit kein Unbekannter, so stellte auch ich 2021 als „Bibliophiles des Monats März“ im Pirckheimer-Blog schon einmal ein von ihm gestaltetes Buch vor, damals den ersten der „Leipziger Drucke“ des 1991 wiedergegründeten Leipziger Bibliophilen-Abend „Rote Wut und Schwarze Galle“.
Im Atelier für grafische Gestaltung gesetzt, wurde „Billys Erdengang. Eine Elephantengeschichte für artige Kinder“ in der Offizin Jütte-Messedruck in Leipzig gedruckt und in der Buchbinderei Lachenmaier in Reutlingen gebunden.
Für den Text kam Futura zum Einsatz. Das holzfreie Werkdruckpapier »Fly« 120 g/qm für den Text lieferte die Papierfabrik Schleipen und das Papier »Countryside« für die Holzschnitte die Firma Römerturm, Frechen. Für den farbig illustrierter Orig.-Leinenband wurde Leinen Brillianta Calandräi der Firma Van Heek Scholco verwendet.
Ill. von Paul Haase, alle Abb. © ad

Sonntag, 1. Januar 2023

Es gieng ein schäffer undern bäumen

Bibliophiles des Monats ist eine sog. Pugillaria mit dem Titel "es gieng ein schäffer undern bäumen" mit Holzstichen von Karl-Georg Hirsch, eine Auswahl aus einer Anthologie derbdreister Volkslieder, die der Musikhistoriker Lukas Richter (1923 - 2000) 1968 unter dem Titel "Mein Liebchen hat ein Etwas" herausgab.
Faber & Faber, Leipzig 2003, Foto: ad
Der Titel erschien erstmals 1977 mit Original-Holzstichen, darunter einem handkolorierten, in der Edition Leipzig, eine Nachauflage erlebte er vor 20 Jahren im Leipziger Verlag Faber & Faber.
Für diese Nachauflage übernahm die Leipziger Fa. ScanColor die Reproduktion der Holzstiche, der Satz erfolgte im Atelier für die grafische Gestaltung, Leipzig. Gedruckt wurde bei Thomas Druck, die Handaufbindung erfolgte durch die Kunst und Verlagsbinderei Leipzig.

Im Original enthält das Mini-Buch 9 Faltblätter (aufgefaltet 14,6 x 16,8 cm) mit Gedichten und 26 Illustrationen in der Größe 16°, (5,2 x 11,3 cm) und ist in rotes Leder mit durchgezogenen Lederriemchen gebunden. Die Buchgestaltung lag in den Händen von Kurt Stein.
Angelehnt an diese Gestaltung erschien die Nachauflage bei den Pirckheimern Michael und und dem 2017 verstorbenen Elmar Faber in der Größe 5,3 x 11,1 cm mit 18 dreifach aufklappbare Seiten mit 25 Holzstichwiedergaben und mit einem farbig illustriertem Papp-Schmuckschuber.

Samstag, 1. April 2017

Die Büchermacher

Von Verlegern und ihren Verlagen

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts „produzierte“ der Buchmarkt einen neuen Typ des Verlegers, den des Kultur- oder Individualverlegers. Zwar gab es schon im 19. Jahrhundert Verleger-Autoren-Beziehungen, die weit über die Vermarktung des geschriebenen Wortes hinausreichten. Doch erst als mit dem Strukturwandel der Öffentlichkeit und mit neuen Druckverfahren das Buch zur Massenware und zugleich zu wertgeschätztem Kulturgut wurde, konnte sich eine Vielzahl von Verlagen etablieren, die für einige Zeit oder jahrzehntelang Autoren groß machten und Debatten bestimmten. Berühmte Namen, große Verlage. Unter ihnen Samuel Fischer, Albert Langen, Peter Suhrkamp, Ernst Rowohlt, Elmar Faber. Sie scheinen mehr und mehr vergessen, aber ihre Namen finden sich auf den Titelseiten unvergessener Bücher. Von ihren Lebenswegen, ihrem Büchermachen erzählt Klaus Walther.

Walther, Klaus - Die Büchermacher, Von Verlegern und ihren Verlagen
Quintus Verlag, Berlin 2017
160 Seiten, 61 Abbildungen
Hardcover mit Schutzumschlag,
Fadenheftung, Format: 12,5 x 20,5 cm ISBN: 978-3-945256-89-3 € 20

Freitag, 10. Februar 2017

Marginalien # 224

Im kommenden Heft findet sich auch ein Beitrag zu untenstehendem Thema, für den durch Klick auf das Pirckheimer-Logo eine Leseprobe aufgerufen werden kann.

Elmar Faber  Verlegerbriefe zu einem Dichterleben
Zum 90. Geburtstag von Werner Heiduczek

Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft erhalten das Heft kostenlos, für diese wird dem Heft 224 zusätzlich eine Originalgraphik beiliegen.
Abo pro Jahr (4 Hefte) 74 € zzgl. Versandkosten. Bestellung bitte per E-Mail.

Montag, 7. November 2016

Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft in der Pirckheimer-Gesellschaft an Herbert Kästner übergeben

Der Leipziger Bücher- und Grafiksammler Herbert Kästner wurde anlässlich seines 80. Geburtstages zum Ehrenmitglied der Pirckheimer-Gesellschaft ernannt. Die Ehrenmitglieds-Urkunde überreichte der Pirckheimer-Vorsitzende Ralph Aepler am heutigen Montag, 7. November, im Rahmen eines Empfangs im Leipziger Hotel „Fürstenhof“.
Als Gäste waren neben dem gesamten Pirckheimer-Vorstand unter anderen Dr. Thomas Glöß anwesend, Vorsitzender des Leipziger Bibliophilen-Abends, der Typograf Prof. Gert Wunderlich, der Grafiker Egbert Herfurth, der Verleger Elmar Faber, der Schriftsteller Prof. Helmut Richter sowie weitere langjährige Weggefährten von Herbert Kästner.
Mit der Ehrenmitgliedschaft würdigt die Pirckheimer-Gesellschaft Herbert Kästners „langjährige außerordentlichen Verdienste um die Entwicklung der Bibliophilie in Deutschland, sein unermüdliches Wirken für die Pirckheimer-Gesellschaft und seinen wegweisenden und tatkräftigen Einsatz im Redaktionskollegium der Marginalien.
Herbert Kästner ist seit 1972 Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft. 1980 wurde er in den Vorstand der Leipziger Pirckheimer-Gruppe gewählt und übernahm die Aufgabe des stellvertretenden Vorsitzenden, ab 1988 des Vorsitzenden. Am 1. August 1990 schlug Herbert Kästner die (Wieder-)Gründung des Leipziger Bibliophilen Abends vor, die am 8. Januar 1991 erfolgte. Als Förderer der Buchkunst, überzeugter Freund des Buches und der Grafik engagiert sich Herbert Kästner weiterhin in der Pirckheimer-Gesellschaft. Als Mitglied des Redaktionskollegiums der Mitglieder-Publikation „Marginalien“ prägt er bis heute das Gesicht der Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, die die Pirckheimer-Gesellschaft viermal im Jahr herausgibt.
(Ralf Wege)

Sonntag, 28. August 2016

Begegnung und Reflexion.

Kunstkritik in der Weltbühne, so lautet der Titel des neuen Buches des Mitgliedes der Pirckheimer-Gesellschaft Elke Lang mit Texten von Lothar Lang, dem langjährigen Chefredakteur der Marginalien, die dieser von 1953 bis 1993 in der Weltbühne veröffentlichte.
"Die Kunst der Klassischen Moderne bis zum Ende des 20. Jahrhunderts hatte in dem Kunsthistoriker Lothar Lang einen ihrer profiliertesten Kritiker. Seine mitunter persönlich gefärbten Anschauungen zur bildenden Kunst, gaben mitunter Anlass zu heftigen Diskussionen." Wie schrieb Elmar Faber so treffend über LL "Überall, wo Lang ist, geht etwas aus...".
"Lang kam es besonders darauf an, die Arbeit der ostdeutschen Künstler seiner Generation zu fördern. Er wollte zudem seine Leser mit der europäischen Moderne vertraut machen und die „ältere Generation“, an welcher er seine Qualitätsmaßstäbe geschult hatte, vor dem Vergessen bewahren."

Lothar Lang - Begegnung und Reflexion. Kunstkritik in der Weltbühne
Quintus Verlag, Berlin 2016 (Inh. André Förster)
248 Seiten, 9 Abbildungen

Hardcover, Fadenheftung
Format: 13,5 x 21,2 cm
ISBN: 978-3-945256-77-0 € 20,00

Samstag, 11. Juni 2016

Eröffnung in Staucha: Haus zum guten Buch

Das Anliegen der Bibliothek, dem Haus des Vergessens ist, dass man eben nichts vergisst, dass man sich vieler Dinge erinnert, denn die Erinnerung ist eine mysteriöse Macht und bildet den Menschen um. Wer vergisst, was schön war, wird böse. Wer das vergisst, was schlecht war, wird dumm. Und so habe ich manchmal den Gedanken, ich lebe nur unter bösen oder schlechten oder dummen Menschen, aber das stimmt ja nicht. Es gibt ja immer die Ausnahme und die ist ziemlich groß.
(Peter Sodann)
Peter Sodann (links), hier mit Elmar Faber, Foto © Peter Arlt
Nach seinem 80. Geburtstag eröffnet Peter Sodann – Schauspieler, Regisseur und Theater-Intendant, Tatort-Kommissar, Ex-Bundespräsidentenkandidat, Ehrenbürger der Stadt Halle und Bücher-Sammler – in Staucha, dem neuen Lebensdomizil und Ort für seine DDR-Bibliothek, am 18. Juni 2016 ein "Haus zum guten Buch“. Das Haus soll ein Haus gegen das Vergessen und eine Herberge für Menschen sein, die ihn in seinem letzten großen Vorhaben unterstützen wollen oder einfach nur lesen.
(MDR Kultur)

Dienstag, 12. April 2016

Marginalien 220

Freuen Sie sich auf das 220. Heft der Marginalien. Die aktuellen Exemplare sind heute vom quartus-Verlag auf den Postweg gebracht worden und sollten in den nächsten Tagen bei allen Mitgliedern und Abonnenten im Briefkasten sein. Viel Spaß beim Lesen!
Falls die Marginalien bis kommende Woche nicht eingetroffen sind, melden Sie sich bitte beim Vorstand. Wir kümmern uns darum.
(Ralf Wege)


aus dem Inhalt:
Hans Marquardt, von Westen gesehen | Erinnerung an den Verleger (Hans Altenhein)
Eine Generation auf ihrem Weg durch Kunst und Politik | Betrachtet am Beispiel Joachim John und Lothar Lang
(Elke Lang)
Im Grusel- und Kuriositätenkabinett der Zensur (Elmar Faber)
Angela Hampel für die Pirckheimer und Peter Sodann (Peter Arlt)


Anstelle der typografischen Beilage enthält das Heft das Handschriften-Faksimile mit Aquarellen "Joachim John Vier Gedichte".

Donnerstag, 3. März 2016

Aus für einen anspruchsvollen Verlag

Faber & Faber: Zum letzten Mal verlagsfrische Exemplare!

Nun ist es wirklich vorbei: Als ich kürzlich auf die immer noch „aktive“ Website von Faber & Faber gehen wollte, kam das berühmte „404: not found“. Mein Anruf in Leipzig bestätigte: Nun ist der Verlag auch juristisch aufgelöst, man kann nichts mehr nachbestellen bei dem Legende gewordenen Buchkunst-Verlag, hier die letzten verlagsfrischen Bücher, die es gibt!
Nachdem das Auftauchen von Drucken vor allem aus der Reihe der „Graphischen Bücher“ im Modernen Antiquariat die treuen Anhänger der Faber‘schen Buchkunst ganz schön vergrätzt (sic!) hatte, ist dieser Markt nun verlaufen, die Bücher werden wieder ihrem Wert entsprechend bzw. zu steigenden Preisen im Antiquariatsmarkt gehandelt.
Als Schlussschmankerl und Hommage an diese großartige Sammlung von „Erstlingswerken deutscher Autoren des 20. Jahrhunderts“ haben wir je ein Exemplar von 3 der 4 Supplement-Kassetten zu der Buchreihe.
(Wolfgang Grätz im 202. Grafikbrief)

Montag, 26. Oktober 2015

Angela Hampel und die Pirckheimer bei Peter Sodann

Mit Büchern – so sagt Angela Hampel – „halte ich auch Zeitgeschichte in der Hand“. Bei der „Kleopatra“ von Theophile Gautier erinnert sie sich an die herrlichen Tage, als sie dafür Illustrationen schuf, doch ebenso an die „Zeit der Container vor den Buchhandlungen“, als sie das weggeworfene frischgedruckte Büchlein entdeckte. Auch deshalb schätzt sie die Arbeit von Peter Sodann als Buchfreund und Verteidiger kultureller Leistungen der DDR, der viele Bücher vor dem Müllkippenschicksal bewahrt hat und jetzt in seiner Bibliothek in Staucha sammelt. Zu den aktuellen Befürchtungen von Spiegel online: Staucha steht! Doch die noch nicht eingearbeiteten und ausgelagerten Bücher in Oschatz sollen aus ihrer Räumlichkeit heraus, weil der freundliche Holländer als Besitzer davongeflogen ist. Doch wohin mit der Büchermenge?
Die Sammlung der Bibliothek in Staucha umfasst in zunehmender Vollständigkeit die 40jährige Buchproduktion der DDR von vier Millionen Büchern. Die kompakte Buchproduktion eines Landes kann sinnlich wahrgenommen werden. Woanders muss man wissen, was man sucht. Doch bei Sodann findet man Ungesuchtes, Überraschendes, stößt auf Bücher und Verlage, von denen man schon viel oder noch nie etwas gehört hat. Jeder kann im Angebot der Bibliothek für seine eigene Büchersammlung, ob er sich für Belletristik, Lyrik, Biologie, Mathematik oder Rechtswissenschaft, Statistik, für Philosophie und Kunst oder für Religion, Geschichte oder Politik interessiert, vielfältige Anregungen bekommen. Das komplexe Publikationsgebiet eines Landes lässt Möglichkeiten und Beschränkungen der DDR erkennen und nähert sich zur deutschen Geschichte nach 1945 in gewissem Sinn der historischen Wahrheit an. Das ist kein Anliegen nur einer Partei, denn es geht darum, die Bücher der DDR, ob herausragende Buchkunst oder schreckliche Druckerzeugnisse als eine Verkörperung dieses Staates geschlossen vorzuweisen.
Peter Sodann (links), hier mit Elmar Faber, Foto © Peter Arlt
Die Pirckheimer-Gesellschaft, die anregt, schöne, wertvolle Bücher und Grafik zu sammeln, steht dem bewundernswerten Anliegen Peter Sodanns, der selbst ein „Pirckheimer“ ist, nahe. Sie nutzte ihr Jahrestreffen im September, um dieses Kulturdenkmal ersten Ranges zu besuchen, und versprach mit dem neuen Vorsitzenden Ralph Aepler, zur öffentlichen Resonanz und Unterstützung beizutragen. Manche Pirckheimer wünschen den Sammlungsbestand der Peter-Sodann-Bibliothek zu vervollständigen und, soweit Lust dazu besteht, mit wissenschaftlicher und sammlerischer Potenz den Bestand zu durchforschen, um neue Aspekte darzulegen und die Bücher einer Nutzung in die Zukunft hinein zuzuführen. Zum Jahrestreffen widmete der Verleger und Publizist Elmar Faber Peter Sodann seine historisch weitgreifende Festrede, mit welcher er die Zensur in der Weltgeschichte kompakt erfasste und die verschiedensten Formen in der DDR im Licht der scharfen Analyse grell bis satirisch hervortreten ließ.
Angela Hampel (1956) stattete die Jahresmappe für jeden Teilnehmer mit Grafiken aus, über eine Doppelseite hinweg eine farbige Buffet-Grafik mit Liebespaar aus Faun und Nymphe beim Schmaus von Weintrauben unterm Flötenspiel eines Faunes, und eine Grafik zu Christa Wolfs „Kassandra“, ein Fall bibliophiler Buchkunst. Mit der Schriftstellerin auf das freundschaftlichste verbunden, erarbeitete die Dresdener Malerin und Grafikerin Angela Hampel 1984 parallel zur Auseinandersetzung mit deren Buch sieben Blätter zu „Kassandra“, Kopfstudien einer jungen Frau mit ekstatischen Gebärden in Lithographien. Bei ihr wird Kassandra zu einer ganz und gar gegenwärtigen, jugendlichen Frau, einer Punkerin. Sie wird zum Synonym einer ausgesprochen individuellen Lebensart, gegen die das gesellschaftliche Leben – gegen das es aufmüpfig zu provozieren gilt – einförmig und spießig erscheint. Die Künstlerin zeichnete eine fackeltragende Heroin mit Tusche auf Alu-Platte zu einer Algrafie, ein Flachdruck und Lithographie-Variation (vgl. Lothar Lang: „Der Graphiksammler“, Berlin 1979). Darunter schrieb sie Zeilen aus dem Roman „Kassandra“ von Christa Wolf: „Wohin ich blicke oder denke, kein Gott, kein Urteil, nur ich selbst.“ Ein symptomatischer Monolog aus Christa Wolfs Erzählung, der die souveräne Selbstbehauptung dieser Frau und, attribuiert mit der Fackel, ihren prometheischen Geist erleben lässt.
In der kurzzeitigen Stauchaer Ausstellung in den Regalen eines Bibliothekteiles, mit den Bildern vor den Büchern, ließ Hampel den funktionalen Aspekt deutlich hervortreten und betonte die Beziehung, welche die Bilder oft zur Literatur eingehen. Die kleinen Grafiken und Leinwände zeigten mit expressiver Bildsprache und exaltiertem Bewegungsausdruck und Farbkontrasten zwischen rot und schwarz, ihre Themen: Minotaurus, Amazone, Medusen, Frauen mit Tieren, Kain und Abel, Rapunzel ... In vereinfachter, fast hieroglyphischer, Gestalt merkwürdige Paarungen, gefleckte Frauen mit Raubtieren oder im „gewand einer schlange“, wie es die sorbische Dichterin Róža Domašcyna bildhaft fasste. Fische und Vögel umspielen die Köpfe der Frauen mit wehendem Haarschopf, wie Organe, von denen Schutz und Gefahr ausgeht. Hampels „Physiologus“ versammelt keine Darstellungen von Tieren, sondern diese verkörpern Eigenheiten bei Frauen wie Männern, wie das Starke und Verletzende, das Schutzsuchende und Zärtliche, die rasende Leidenschaft und besänftigte Wildheit. Frauen zu Frauen und zu Männern, sinnlich zugeneigt, wie Distanz gebietend. Muster abgründiger Triebe und extremer Lebenssituationen, von einer sich mit ungezügelter Leidenschaft durchsetzenden Selbstbestimmtheit in einer menschen- und tierfeindlichen Umwelt. Als Meisterstück wirkte ihr großes magisches Triptychon „Minotaurus“, Mischtechnik auf Leinwand, je 140 x 120 cm. Unter den dolchartigen Hörnern weist sein Blick aus rötlichem Auge zurück und erschreckt; sein animalischer Körper ist mit ihrem Leib, voll zarter Weiblichkeit, vereint, sie wollen ewig Liebe spüren, ein Totentanz, in beängstigender Unmittelbarkeit.
(Peter Arlt)

Peter-Sodann-Bibliothek, Thomas-Müntzer-Platz 8, 01594 Staucha
Dienstag bis Freitag 8 – 14 Uhr und auf Anfrage 035268 – 949574
Geldspenden an: DE35 850550003150005000, Sparkasse Meißen

In: Ossietzky. Zweiwochenschrift für Politik / Kultur / Wirtschaft, hrsg. von Matthias Biskupek, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke, Otto Köhler und Eckart Spoo. Interdruck Berger + Herrmann Hannover, 18. Jg., 2015, Heft 21, S. 776-777

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Ein ganzes Land in einer Lagerhalle

Vor wenigen Tagen fand das Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft bei ihrem Mitglied Peter Sodann in Staucha statt und die Teilnehmer bewunderten eine einzigartige Sammlung der in der DDR und zuvor in der SBZ erschienenen Bücher, die durch den "Verein zur Förderung, Erhaltung und Erweiterung einer Sammlung von 1945-1990 im Osten Deutschlands erschienener Literatur" ausgebaut wird. Und in wenigen Tagen wird die Initiative Buchkultur diese, nicht nur kulturgeschichtlich wichtige, Sammlung in der Vortragsreihe "Buch, Kultur & Gesellschaft" würdigen.
Peter Sodann (links), hier mit Elmar Faber, Publizist, ehemaliger Cheflektor und Verlagsleiter bei Edition Leipzig, Direktor des Aufbau-Verlags und Verleger von Faber & Faber, Foto © Peter Arlt
Im Spiegel erschien jetzt ein Artikel über diese Sammlung, in welchem Peter Sodann als "trotziger Nachlassverwalter der DDR" vorgestellt wird, der als "linker Querkopf" in Sachsen, ähnlich dem bekannten gallischen Dorf, der Realität des "kollektiven Wandels" widersteht, es ist die Rede, von "West-Literatur, die hier keiner braucht", wie ein Mitarbeiter zitiert wird, die Rote Armee wird zum "Iwan" und die traurigen Wahrheit, dass in Staucha "das Wissen des Ostens in den Bananenkisten des Westens schlummert" wird als Treppenwitz der Geschichte bezeichnet.
Aber vielleicht lese ich den Text einfach zu genau und dem Autor Adrian-Basil Müller ist selbst gar nicht bewusst, wessen Sprache er dort spricht.
Der Grund, hier auf diesen Artikel hinzuweisen, ist ohnehin ein anderer, allerdings ein noch bedrückenderer: In Oschatz gibt es ein noch nicht erschlossenes Außenlager, hier stapeln sich 25 LKW-Ladungen mit Bananenkisten voller Bücher.
Ein niederländischer Investor mit Adresse auf der Karibikinsel Curaçao ... versprach dem Büchersammler Sodann angeblich (weiß es der Autor besser?) lebenslanges Nutzungsrecht für dieses Lager. "Nun wird der Holländer mit internationalem Haftbefehl gesucht, und ich soll weg hier." wird Sodann zitiert.

Mittwoch, 23. September 2015

Resümee: Pirckheimer-Jahrestreffen und Mitgliederversammlung 2015

Ralph Aepler, Foto: privat
Der 45-jährige Unternehmer Dr. Ralph Aepler aus Mannheim wurde am 18. September durch die Mitgliederversammlung zum Vorsitzenden der Pirckheimer-Gesellschaft gewählt. Er löste damit den Germanisten Ulrich Goerdten ab, der, wie auch die bisherigen Vorstandsmitglieder Ferdinand Puhe, Prof. Dr. Roland R. Berger und Abel Doering, nicht mehr zur Wahl angetreten waren. Neu in den Vorstand wurden für die Mitgliederbetreuung Jutta Osterhof (Berlin), für die Koordinierung der Regionalgruppen Matthias Haberzettl (Augsburg) und für die Öffentlichkeitsarbeit Ralf Wege (Magdeburg) gewählt, wiedergewählt wurde der bisherige Schriftführer Ernst Reif (Reichertshofen) als Schatzmeister.
Begrüßt wurden die Teilnehmer des Jahrestreffens durch den Landrat des Landkreises Meißen im historischen Ratssaal des Meißener Rathauses, in dem auch die Mitgliederversammlung stattfand. Das zentrale Thema des Jahrestreffen war der Besuch der Peter-Sodann-Bibliothek in Staucha.
Tagungsmappe
Für die Unterstützung dieses Anliegens bedankte sich der Organisator des Jahrestreffen Prof. Dr. Peter Arlt beim Landrat Arndt Steinbach u.a. mit folgenden Worten: "... herzlichen Dank! Dieses Entgegenkommen von Ihnen ist sicher nicht allein ein Ausdruck, sich der dringlichen Bitte Peter Sodanns zu entledigen, wie Sie scherzhaft gesagt haben, sondern ein Ausdruck Ihrer großen Achtung für Peter Sodann, für den Theatermann, Buchfreund und Verteidiger kultureller Leistungen der DDR ... und für Ihre Bewunderung seiner Bibliothek in Staucha. Uns ist es ein Ausdruck dafür, dass der Landrat damit rechnet, dass wir als Pirckheimer-Gesellschaft den Aufbau und die Arbeit der Bibliothek unterstützen.
Alle unsere Mitglieder mit unterschiedlicher politischer Einstellung könnten in der allmählichen Vollständigkeit des Bibliothekbestandes, die Möglichkeiten und Beschränkungen der DDR erkennen und sich so der historischen Wahrheit annähern."
Foto © Ralf Parkner
Der Pirckheimer Peter Sodann führte die Teilnehmer durch die Bibliothek. Auf großes Interesse stießen ebenso die Ausstellung mit Werken der Dresdener Malerin und Illustratorin Angela Hampel und das Theaterstück „Speer“ von Esther Vilar, aufgeführt durch Peter Sodann und Schauspielkollegen. Den Festvortrag hielt Elmar Faber, Publizist und ehemaliger Cheflektor und Verlagsleiter bei Edition Leipzig, Direktor des Aufbau-Verlags und Verleger von Faber & Faber. Das traditionelle Festessen mit einer Auktion von Graphiken aus Sammlungen der Mitglieder beendete den offiziellen Teil des Treffens in der Winzergenossenschaft Meißen.
Die Teilnehmer einigten sich darauf, dass das Jahrestreffen 2016 Anfang September in München stattfinden wird.
(ad)

Montag, 21. September 2015

Fotos vom Pirckheimer-Treffen

Herbert Kästner im Gespräch mit Prof. Dr. Peter Arlt, der das Treffen organisierte
Ralf Parkner hat die ersten Fotos vom Jahrestreffen 2015 der Pirckheimer-Gesellschaft in Meißen und Staucha in seinem Facebook-Konto zur Verfügung gestellt, darunter auch die oberen hier abgebildeten.
Ralf Parkner im Gespräch mit Peter Sodann
Auch Peter Arlt hatte seine Kamera dabei - hier eine Aufnahme anlässlich des Festvortrags von Elmar Faber mit Peter Sodann am Rednerpult in der Bibliothek.

Donnerstag, 23. Juli 2015

eine Veranstaltung der Initiative Buchkultur

REIHENWEISE Die Sammlung Klimmt

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Buch, Kultur & Gesellschaft hatten wir gestern Herrn Reinhard Klimmt zu Gast. Viele kennen Reinhard Klimmt nur als Politiker, ehemaliger Bundesminister und Ministerpräsident des Saarlandes, aber weit gefehlt, er sammelt Bücher von Kindesbeinen an. So entstand „Das Tollhaus im Saarland“, wie der CICERO einst sein Haus bezeichnete - eine beeindruckende Sammlung. Unsere Pirckheimerfreunde Klaus Walther und Dieter Lehnhardt stellten in ihrem Band „Haben Sie das alles gelesen? (erschienen im Mironde-Verlag), neben anderen bedeutenden Sammlern, wie Wulf D. und Akka v. Lucius, Elmar Faber oder Carsten Wurm, auch die Sammlung Klimmt vor.
Gestern Abend standen allerdings die Taschenbücher im Vordergrund. Reinhard Klimmt führte unser Publikum durch die Zeitgeschichte in Ost und West, zeigte die vielen Gemeinsamkeiten und die Unterschiede auf und stellte sie versiert in den historischen Kontext. Er berichte über die Jagd nach Informationen, über Gestalter und Illustratoren, die heute keiner mehr kennt, deren Werke aber bewahrt werden müssen! Die Sammelei mündet bis zur Leipziger Buchmesse 2017 in einem zwei bändigen Werk über die Taschenbuchlandschaft bis zum Ende der fünfziger Jahre mit ihren Reihen und Verlagen. Natürlich möchten er und seine Mitstreiter danach mit den 60er weitermachen… Dieses Projekt wird meiner Meinung nach die gleiche Bedeutung erlangen wie der Blickfang von Jürgen Holstein, ein unersetzbares und einzigartiges Nachschlagewerk und bibliophiles Sahnestück!
Unser Publikum war sehr interessiert und Herr Klimmt schwelgte gemeinsam mit den Anwesenden zwischen den toll gestalteten Taschenbüchern und den darin eingepackten Geschichten.
Unseren Dank an Herrn Klimmt äußerten unsere Mitglieder Katrin Kirchner und Günther Berlejung mit einem deutsch, französischen Buch: Liebesgedichte, die Distanzen überwinden, die Nähe und Intimität vermitteln, die Unsagbares in Worte fassen, in denen Leidenschaft sich nicht zurückhält. Erotik wird im Sprachspiel umschrieben, Sinnlichkeit und Gefühl im Erlebnis unmittelbar.
Katrin Kirchner dringt vor zum eigentlichen Anliegen der Poesie. Ihre Gedichte sind berührend und anrührend. Und eine Liebeserklärung, in Prosa, an Ludwigshafen, eine spröde Stadt, deren Reiz sich nicht dem ersten Blick erschließt. Die Radierungen von Günther Berlejung, beidseitig und durchscheinend, wurden exklusiv für diesen Band geschaffen. Sublim und eindringlich zugleich stehen sie als eigenständige Kunstwerke in assoziativer Beziehung zu den Gedichten.
Zur bibliophilen Kostbarkeit wird das Buch neben seiner feinen Ausstattung auch durch die außergewöhnliche Typografie von H.-J. Kotarski. Sie integriert Text, Bild und Übersetzung buchstäblich transparent. Die einfallsreiche Konzeption übersetzt die künstlerische Aussage noch einmal visuell. Ein Buch, in dem man blättern möchte, ein Buch zum gemeinsamen Lesen.
Natürlich wurde die Ausgabe durch ein Original von Günther Berlejung „angereichert“! Wir hoffen, dass Herr Klimmt noch Wandfläche in seinem „Tollhaus“ frei hat, um dieses wunderbare Blatt anzubringen.
Am 24.Juli feiern wir unser Sommerfest mit verschiedenen Künstlern, einer Buchvorstellung und natürlich mit kulinarischen Highlights! Jeder, der kommen möchte, ist herzlich eingeladen.
Nach der Sommerpause endet unsere Reihe in diesem Jahr am 13. Oktober um 19. Uhr im Bassermann Haus, C4, 9 mit Peter Sodann und seiner Bibliothek.

P.S. Die Planungen für 2016 laufen und wir versprechen erneut ein ansprechendes Programm für alle Interessierte an der Reihe „Buch, Kultur & Gesellschaft“.

(Dr. Ralph Aepler)
è Initiative Buchkultur: Das Buch e.V. c/o Llux
Postfach 25 02 09
67034 Ludwigshafen
Tel. (06 21) 68 50 275

Samstag, 16. Mai 2015

Ausschreibung 22. Antiquaria-Preis

Am 28. Januar 2016 wird der Antiquaria-Preis zum 22. Mal verliehen, wofür Vorschläge an den Verein für Buchkultur e.V. bis 30. Juli 2015 eingereicht werden können.
Diese Vorschläge können das gesamten Spektrum Buchkultur betreffen: besondere Leistungen aus den Bereichen Buchrestaurierung, Buchkunst, Buch- und Schriftgraphik, Buchgeschichte und buchgeschichtliche Forschungen, wissenschaftliche Arbeiten zur Buchgeschichte, Verlagswesen / verlegerische Leistungen, Ausstellungen, Pflege von Sammlungen sowie Projekte und Aktionen, die das Buch fördern. Preisträger können natürliche und juristische Personen sein.
Seit 1995 wird der jährlich vergebene Antiquaria-Preis während der Antiquaria - Antiquariatsmesse Ludwigsburg vergeben. Stifter ist der “Verein der Freunde antiquarischer Bücher“, den die ausstellenden AntiquarInnen der Messe gründeten. Sie wollen neben dem Handel mit antiquarischen Büchern, Autographen und Graphiken ihren kulturpolitischen Auftrag wahrnehmen und das Umfassende der Buchkultur bewusst machen. Seit 1997 ist die Stadt Ludwigsburg Mitstifterin des Preises.
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Bisherige Preisträger waren u.a. Albert Kapr, die Büchergilde Gutenberg, Eckehart SchumacherGebler, Herbert Jacob, Josua Reichert, Faber & Faber, Wulf D. von Lucius, Katharina Wagenbach-Wolff, Reinhard Öhlberger, Bernhard Fischer, Jürgen Holstein, Das Autorenteam des Kataloges "Geraubte Bücher. Die Österreichische Nationalbibliothek stellt sich ihrer NS-Vergangenheit". Hans Ries, D.E. Sattler und KD Wolff, Gangolf Ulbricht, Ines Geipel und Joachim Walther, Clemens-Tobias Lange, Lothar Müller.

Weitere Informationen unter antiquaria-preis.de und bei Petra Bewer, 1. Vorsitzende Buchkultur e.V.

Freitag, 24. April 2015

„Ich sage dem Buch eine grandiose Zukunft voraus!“

Darin ist sich der Pirckheimer und Gast der Initiative Buchkultur im Rahmen der Reihe „Buch, Kultur & Gesellschaft“ Elmar Faber sicher! Zweckoptimismus? - Nein, Statement eines der bedeutendsten Verleger Deutschlands.
Ein Mann der sehr genau weiß, wovon er spricht. Stets hat er mit seiner Arbeit die Verlagslandschaft geprägt. Fabers Produktionen sind begehrte Stücke der deutschen Buchkultur.
Elmar Faber führte am 21. April die Hörer durch seine wechselhafte Biographie „Verloren im Paradies“ und nahm sie mit seinem aktuellen Buch mit auf eine Reise durch die deutsche Kulturgeschichte. Je länger man ihm zuhört, desto stärker wird der Wunsch, dass dieser Mann sich wieder hinsetzt und schreibt. Thema: Unsere Geschichte - seine pointierten Analysen und Betrachtungen verhelfen dem geneigten Zuhörer bekanntes zu überdenken und den eigenen Gedanken neue, Fabers Gedanken, hinzuzufügen, Gedanken, die nicht spalten, sondern integrativ und sachlich und keine schwarz-weiß Schemata sind, sondern das bunte Leben treffend beschreiben. Die Schule des Lebens brachte uns an diesem Abend einen seiner besten Absolventen nach Mannheim. Sein Lebenswerk ist jetzt schon beachtlich, vielleicht fügt er ja den gewünschten Band der Reihe seiner bedeutenden Bücher noch hinzu.
Renate und Elmar Faber im Gespräch mit Senior Chef Hans-Peter Heeg
Am Tag nach der Veranstaltung nutzten Frau und Herr Faber noch die Gelegenheit, der Buchhandlung Bender in Mannheim einen Besuch abzustatten. Der Mannheimer Hort für (nicht nur!) bibliophile Kostbarkeiten führt eine umfangreiche Auswahl der Bücher Fabers. Es war ein angeregtes Gespräch zwischen Buchhändler und Verleger und der Schulklasse, die anlässlich des Welttages des Buches durch diese wunderschöne Buchhandlung im Herzen von Mannheim in O4, 2 geführt wurde. Wieder ein Beleg für die prognostizierte grandiose Zukunft des Buches. Nur, wer authentisch die Liebe zum Buch verkörpert, erreicht es, dass auch die Schulklasse ihm zuhört und zur Überraschung der Lehrerin absolut still sein kann!
(Dr. Ralph Aepler)


Elmar Faber - Verloren im Paradies: Ein Verlegerleben
Geb. mit SchU., 398 Seiten
Aufbau Verlag, Berlin 2014
978-3-351-03572-3
22,99 €

Freitag, 17. April 2015

Verloren im Paradies – Ein Leben zwischen den Untergängen

Gestern stellte Elmar Faber, den seine berufliche Laufbahn vom Lektor und Verlagsassistent am Bibliographischen Institut Leipzig an die Spitze mehrerer großer Verlagshäuser wie die Edition Leipzig, den Aufbau-Verlag und Rütten & Loening führte, den Berlin/Brandenburger Pirckheimern sein 2014 erschienenes Buch "Verloren im Paradies: ein Verlegerleben" vor. Seine Erinnerungen begleiteten die Hörer von den Trümmern Weimars über den Zusammenbruch 1945 und das Ende der DDR, in welcher er sich sehr engagiert vor allem den Autoren dieses Staates widmete. Die meisten kannte er persönlich, viele verlegte er selbst bis vor wenigen Jahren, darunter Christoph Hein, Christa Wolf, Erwin Strittmatter, Wolfgang Hilbig und Heiner Müller, zuletzt in seinem gemeinsam mit Michael Faber gegründeten Verlag Faber & Faber, der sich auch durch seine buchkünstlerisch hervorragend ausgestatteten Titel auszeichnete. Die Graphischen Bücher, die DDR-Bibliothek und die Sisyphos-Presse stehen für die Liebe zum Buch und zur Literatur.
(Fotos Ralf und Dagmar Parkner)

Am kommenden Dienstag wird Elmar Faber der Initiative Buchkultur innerhalb des Vortragszyklus ›Buch, Kultur & Gesellschaft‹ diesen reichen Erfahrungsschatz eines bedeutenden Germanisten und Verlegers vorstellen.

Elmar Faber - Verloren im Paradies: Ein Verlegerleben
Geb. mit SchU., 398 Seiten
Aufbau Verlag, Berlin 2014
978-3-351-03572-3
22,99 €


Lesung: 21. April 2015, 19.00 Uhr
Es wird um rechtzeitige Anmeldung unter (0621) 293-3150 oder per E-Mail unter vortragsreihe at buchkultur.org gebeten

Museum Bassermannhaus, C 4, 9,
68159 Mannheim

Mittwoch, 18. März 2015

Pirckheimer auf der Leipziger Buchmesse

... Vor dem Sach­buch­fo­rum in der Halle 3 dräng­ten sich am Vor­mit­tag des 12. März die Besu­cher. Viele pro­mi­nente Freunde des Buches (so der Pirckheimer Elmar Faber, Mitte) waren unter ihnen.
(Die) Her­aus­ge­ber Die­ter Lehn­hardt (Mitte) ... (und) Dr. Klaus Walt­her (stellten gemeinsam mit) ... Buch­ge­stal­te­rin Bir­git Eich­ler das (beim Mironde-Verlag erschienene) Buch »Haben Sie das alles gele­sen? Ein Buch für Leser und Samm­ler« vor. ... 
Selbst­ver­ständ­lich signier­ten die Her­aus­ge­ber auch das Buch ...
Dr. Klaus Walt­her signierte gleich zwei Bücher. Nach »Haben Sie das alles gele­sen? ...« erschien eine Art von Fort­set­zung: »Roman­ti­sche Lie­der und eine Lei­che«. Der Form nach ein Bücher-Krimi. Man kann das Buch aber auch als eine Art Ein­füh­rung in das Bücher­sam­meln lesen. ...
(Johan­nes Eichenthal)
... gesamten
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Klaus Walt­her:
Roman­ti­sche Lie­der und eine Lei­che. Ein Bücher-Krimi.

160 Sei­ten, 12,5 × 21,5 cm,
gebun­den,
Schutz­um­schlag,
Lese­bänd­chen,
12,90 €
ISBN 978–3-937654–87-4

Mittwoch, 14. Januar 2015

Terminänderung bei der Initiative Buchkultur

Vor Kurzem konnte hier das Programm "Buch, Kultur und Gesellschaft" der Initiative Buchkultur vorgestellt werden. Der für Januar angekündigte Vortrag von Elmar Faber mußte auf April verlegt werden. Deshalb startet das Programm am 27. Januar mit Till Schröder und seinem vielfach ausgezeichneten Buch über Frans Haacken, einen Grenzgänger in mehrfacher Hinsicht, dessen Name weniger bekannt ist als sein Werk.
Auf der Terminseite der Pirckheimer-Gesellschaft finden sich alle Termine in der geänderten Reihenfolge.