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Freitag, 11. September 2026

Marginalien #262

Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft, die am Jahrestreffen in Nürnberg teilnehmen, haben die Zeitschrift heute mit den Tagungsunterlagen erhalten, alle anderen finden+ die „Marginalien, Zeitschrift für Buchkunst & Bibliophilie“ heute oder in den nächsten Tagen im Briefkasten.
Marginalien # 262 mit einem Siebdruck von Pinselzeichnung von Christofer Kochs
Der Vorstand des Leipziger Bibliophilen-Abend ließ dem Heft, wie bereits berichtet, ein von Thomas Glöß gestaltetes Heft „Für Herbert Kästner zum 90. Geburtstag“ mit einem mehrfarbiger Holzschnitt von Stephanie Marx, beilegen, womit die Pirckheimer mit diesen Marginalien gemeinsam mit einem Siebdruck von Christofer Kochs gleich zwei Originalgraphiken erhalten.
Thomas Glöß gestaltete auch die typografische Beilage „Marlene Dietrich: ABC meines Lebens", die von Sibylle Kaldewey bearbeitet wurde. Zusammen mit dem Beitrag von ihr „Ein Blick in die Bibliothek von Marlene Dietrich“ eine schöne Einstimmung auf die Rare Books Berlin.
Remo Hug schreíbt über Erich Kästners „Emil und die Detektive“ und Jens-Fietje Dwars über Karel Čapeks „Der Krieg mit den Molchen“. Erwähnenswert ist auch ein Artikel von Maria Bogdanovich über den Einbandmeister Eduard Taskas.
Leider konnte auch im aktuellen Heft nicht auf weitere Nachrufe verzichtet werden, diesmal für Christian Ewald und Klaus Raasch.

Donnerstag, 4. Dezember 2025

Berliner Bibliophiler Adventsabend

Abel Doering und Maria Bogdanovich
Heute kam der Berliner Bibliophilen Abend traditionell bei Susanne Rothe und seinem Mitglied Ulrich Goerdten zur Adventsveranstaltung zusammen, um sich über die beglückendsten Momente im Sammlerleben 2025 auszutauschen.
Bernd Illigner und Bernd Friedrich
Das waren z.B. für Jürgen Wilke die Zeitschrift „Der Mensch“ mit Original-Holzschnitten von Conrad Felixmüller, „Rilke zeichnet“ aus der Anderen Bibliothek und ein bemerkenswerter Flohmarktfund für Ulrich Goerdten, bei Abel Doering die Rohbögen eines nicht komplett erschienenen Pressendrucks von Brechts „Tao-te-king“, für Wilhelm Lehberger die Kassette „Typoeten“ der Officina Ludi oder seltene „Raubdrucke“ aus dem 18. Jahrhundert, die Fritz Jüttner in seine Sammlung einreihen konnte.
Manfred Funke, Fritz Jüttner, Irmtraud Jüttner, Detlef Porth
vorn: Bernd Illigner, stehend: Ulrich Goerdten
Neben der Jahresgabe 2025 des BBA erhielten die Teilnehmer des Abends auch ein PF von Bernd Friedrich.
Bernd Friedrich, Maria Bogdanovich, Dr. Fouquet-Plümacher, Günter Reichl, Wilhelm Lehberger, Jürgen Wilke

Donnerstag, 23. Oktober 2025

Die Bibliothek des Kammergerichtes

Heute fand die Veranstaltung der Berliner Gruppe der Pirckheimer-Gesellschaft "Die schönen Unbekannten – Bibliotheken die nicht jeder kennt. Die Bibliothek des Kammergerichtes" statt, an der auch Mitglieder des Berliner Bibliophilen Abends teilnahmen.
Katja Dühlmeyer, Leiterin der Bibliothek, führte uns durch das prächtige Gerichtsgebäude und die Bibliothek des Kammergerichts. Wir besichtigten die neuen Bestände sowie die historischen Sammlungen der Bibliothek.
Vielen Dank an die Organisatoren für die interessante Veranstaltung!
(Maria Bogdanovich)

Donnerstag, 16. Oktober 2025

Die Bachsammlung der Staatsbibliothek

In kleinster Runde traf sich heute der Berliner Bibliophilen Abend mit der Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst zu einem Vortrag von Frau Dr. Martina Rebmann, Leiterin der Musikabteilung der Staats­bibliothek zu Berlin zu einem Abend zur Vorstellung der „Bachsammlung der Staatsbibliothek – Carl Philipp Emanuel Bach und die Bach-Quellen in Berlin“.
1 Kommentar:
16. Oktober 2025: Rainer Schulze hat gesagt…
der BBA berappelt sich wieder

Sonntag, 6. April 2025

Fotos von der BuchDruckKunst 2025 in Hamburg

Die Pirckheimer-Gesellschaft war mit ihren Hamburger Mitgliedern Rudolf Angeli, Peter Engel und Elke Rehder auf der BuchDruckKunst 2025 vertreten und an einem weiteren Stand präsentierte Armin Schubert die Ergebnisse der Arbeit der Bücherkinder Brandenburg. Auch der Berliner Bibliophilen Abend war mit Maria Bogdanovich und Abel Doering auf der Hamburger Messe vertreten.
durch Klick auf die Abbildung können einige Fotos von der  aufgerufen werden
Fotos © ad (47), © Armin Schubert (1)
1 Kommentar:
9. Mai 2025, Ralf Plenz ...

Freitag, 4. April 2025

20. BuchDruckKunst Hamburg

Die Pirckheimer-Gesellschaft wird auf der 20. BuchDruckKunst durch Rudolf Angeli und Peter Engel vom Verlag Angeli und Engel, sowie Elke Rehder vertreten, am Sonnabend findet man dort auch Maria Bogdanovich und Abel Doering vom Berliner Bibliophilen Abend.
An einem weiteren Stand: die Bücherkinder Brandenburg mit Armin Schubert, unter den Besuchern  
Foto: Rudolf Angeli
Foto Armin Schubert
BuchDruckKunst: 4. – 6. April 2025

Stiftung Historische Museen Hamburg | Museum der Arbeit
Wiesendamm 3, 22305 Hamburg

Mittwoch, 19. März 2025

Marginalien #256 - neugestaltet

Mit dem ersten Heft der Marginalien 2025 kommen diese in neuem Design, 2015 übernahm Matthias Gubig die bis dahin in den Händen von Heinz Hellmis liegende Gestaltung, jetzt wurde diese in die Hände von Thomas Glöß gegeben.
Nicht nur die Covergestaltung wurde geändert, auch der Satzspiegel, wobei die Abbildungen jetzt häufig bis zum Seitenrand gehen.
Als ungünstig empfinde ich, dass die Paginierung jetzt an der Innenseite angebracht ist, was bei dem ohnehin schlechten Aufschlagverhalten des Heftes das Auffinden einer bestimmten Seitenzahl erschwert.
Beim vorliegenden Heft ist in Einzelfällen dem Buchbinder leider beim Zuschnitt der typografische Beilage, ab sofort ebenfalls von Thomas Glöß gestaltet, ein Fehler unterlaufen: sie wurde oben nicht aufgeschnitten ist und man muss diese somit vor dem ersten Durchblättern selbst aufschneiden.

Im Heft finden sich u.a. Beiträge von Roland Jaeger über Hermann Seewald, Matthias Haberzettl über Werner Klemke, Rainer Schmidt über Johannes Gutenberg und Helmut Garritzmann über Christan Ewald. Weiterhin berichtet Maria Bogdanovich über die 400jährige Reise eines Buches durch Europa und Till Schröder schreibt über die MaroHefte,
Für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft liegt dem Heft eine, in der Werkstatt für Satz und Druck aus Augsburg in einer 650ger nummerierten und signierten Auflage gedruckte, dreifarbige Offsetlithographie von Ulrike Steinke mit dem Titel "Glücksbringer" bei.

Montag, 29. Januar 2024

Ein Buch nach seinem Einband beurteilen

Die Ausstellung Judging a Book by Its Cover: Bookbindings from the Collections of the Grolier Club, 1470s–2020 zeigt mehr als 100 Einbände, die dem Club im Laufe seiner 140-jährigen Geschichte von seinen Mitgliedern geschenkt wurden (oder die von Mitgliedern hergestellt wurden).

Zu den Aspekten der Ausstellung gehören: die Geschichte der verzierten Einbände, der Einband als Gegenstand der dreidimensionalen Kunst sowie mithin die Besonderheiten des Einbands als Sammlerstück. Ein ganz besonderes Augenmerk wird auf die Geschichte der Entwicklung dieser dekorativen angewandten Kunst durch den Verein gelegt. Der Kurator der Ausstellung H. George Fletcher, Mitglied des Grolier Clubs, schreibt dazu im Vorwort des von ihm verfassten und zusammengestellten Katalogs zur Ausstellung:

Katalog zur Ausstellung:
H. George Fletcher, Judging a
Book by Its Cover
Bookbindings from the
Collections of The Grolier Club,
1470s–2020
„Bucheinbände üben seit jeher eine starke Anziehungskraft auf Bibliophile aus und stellen eine wichtige Gattung in Sammlungen von Handschriften und gedruckten Büchern dar. Dies gilt insbesondere für den Grolier Club. Unsere Gründungsmitglieder, die vor genau 140 Jahren, im Januar 1884, mit der Gründung des Clubs begannen, waren motiviert, den Club zu gründen und zu fördern, weil sie das Gefühl hatten, unter Gleichgesinnten bibliophile Gleichgesinnte zu finden. Aus den historischen Aufzeichnungen geht hervor, dass ihnen die zeitgenössische Situation in Bezug auf die Bekleidung von Büchern besonders am Herzen lag. Die häusliche Szene war entmutigend: Bei den (...) Produktionen wurde säurehaltiges Papier verwendet, und die Einbände spiegelten nur zu gut den schwerfälligen Stil der damaligen Zeit wider. Der Umgang mit seltenen Büchern (...) war wesentlich schlimmer – der Stil überwog die Substanz, die Buchblöcke waren in Zwangsjacken verpackt, die von der Nutzung des Inhalts abhielten, und das Dekor war oft unsympathisch.“

Trotz der Möglichkeit, in Europa zu binden, waren die Sammler bestrebt, diese Kunst auch in der Neuen Welt zu entwickeln. Mehrere Clubgründer riefen die Club Bindery ins Leben und luden mehrere Meister aus Frankreich nach New York ein. Es wurden historische Exemplare gesammelt, Flüge organisiert und Ausstellungen veranstaltet. Zu den Glanzstücken der Ausstellung gehören Book of Hours mit Silberfiligran und Juwelen (1673), ein burgunderfarbener, vergoldeter Ziegenledereinband aus einer vatikanischen Buchbinderei, der Kardinal Basadonna geschenkt wurde (1674), und ein leuchtend grüner Seideneinband mit Blumenstickerei, der von May Morris (1862–1938), der Tochter von William Morris (1834–1896), etwa um 1888 entworfen wurde.

(Maria Bogdanovich)

Ausstellung: 17. Januar - 13. April 2024
Alle Exponate können hier aufgerufen werden

1 Kommentar:
 Bernd Friedrich Schulz hat gesagt… (30. Januar 2024)
Danke für die Möglichkeit Einblick in diese Ausstellung zu erhalten

Donnerstag, 7. Dezember 2023

Adventsveranstaltung des BBA

Thomas Döring wartete als Gast mit einem Quizz auf, der offensichtlich einiges Kopfzerbrechen verursachte: Dr. Jürgen Ziegler, Matthias Proksch und Jürgen Wilke
Der Berliner Bibliophilen Abend kam am 7. Dezember zu seiner traditionellen Adventsveranstaltung zusammen, diesmal wieder wie vor der Corona-Pause bei Susanne Rothe und dem BBA-Mitglied Ulrich Goerdten.
Thomas Döring, Günter Reichl
Abel Doering zog eine erfolgreiche Bilanz der vergangenen sechs Monate und stellte die Jahresgabe vor, einen Titel von Erich Kästner mit vier Texten zur Bücherverbrennung 1933, gestiftet von der Büchergilde-Buchhandlung von Johanna Binger und als Jahresgabe getrüffelt mit einem (aus einer Serie von drei) Linolschnitten von Steffen Büchner.

In den Vorstand des BBA wurde Maria Bogdanovich gewählt, die damit die bislang nicht besetzte Stelle der stellvertretenden Vorsitzenden ausfüllt.
Matthias Proksch, Detlef Porth, Fotos © ad
1 Kommentar:
09. Dezember 2023: Ulrich Goerdten gesagt…
Die "Möpse von Frau Loriot" stehen auf der Dezemberseite des Widerdruckkalenders von 2023, der vom Schwarzdrucker Marc Berger herausgegeben wurde.

Dienstag, 28. November 2023

Bibliophiles von Alfred Richard Meyer

Der Verleger, Schriftsteller und Bohemian Alfred Richard Meyer (1882–1956), auch unter dem Pseudonym „Munkepunke“ benannt, gründete 1907 seinen „Ein-Mann-Verlag“. Ein erster Schritt war der Privatdruck Ahrenshooper Abende (Untertitel: Fünf lyrische Pastelle) in 500 nummerierten Exemplaren. Sich in expressionistischen Kreisen bewegend, veröffentlichte A. R. Meyer die Werke von Dichtern wie Heinrich Lautensack, Paul Zech und Gottfried Benn, der großen und allseits bewunderten Else Lasker-Schüler, Alfred Lichtenstein oder des zweisprachigen Yvan Goll. Die ersten Dokumente von Futurismus und Orphismus im deutschsprachigen Raum – darunter F. T. Marinettis Futuristische Dichtungen (1912) und Guillaume Apollinaires Gedichtzyklus Zone (1912) – würden in diesem Umkreis in der Reihe der Lyrischen Flugblätter (1907–1924) erscheinen.
Unter seinem Pseudonym schrieb er auch eigene Werke: Munkepunkes Malzbonbons (1918), Des Herrn Munkepunkes Gastronomische Bücherei (1919), Des Herrn Munkepunkes Cocktail- und Bowlenbuch (1920), Munkepunkes Dionysos (1921, mit Lithographien von George Grosz, bei Gurlitt). Neben anderen schönen Publikationen veröffentlichte Meyer 1920 ein großformatiges Buch im Pappband mit Buntpapier-Bezug: Paul Gavarni: Die Schule der Pierrots. Titel und 8 lithographische Tafeln nach Gavarni. Berlin-Wilmersdorf: A. R. Meyer 1920. Einmalige Auflage von 60 Exemplaren, davon 10 auf Japanpapier. Handdrucke von A. Rogall, Berlin N. W. 52.
Gavarni, die Schule des Pierrots
A. R. Meyer, Berlin 1920
Abbn. © Staatsbibliothek zu Berlin
Die Lithografien sind eine Auswahl aus der originalen Serie der L’école des Pierrots, die zwischen 1851 und 1853 entstand. Der Pierrot ist eine Figur aus der zu Zeiten des französischen Zeichners, Grafikers und Karikaturisten Paul Gavarni (1804–1866) Lebzeiten populären Pantomime- und Maskenkultur. Die Protagonisten machen unter dem Deckmantel einer „Persona“ derbe Witze, missbrauchen Alkohol und benehmen sich auch sonst zügellos. Die komplette Serie besteht aus 20 Lithografien, die alle signiert (in der Meyer-Ausgabe natürlich nicht mehr möglich) sind. Realisiert wurden die Blätter vom berühmten Berliner Drucker Arthur Rogall, mit dem Meyer mindestens noch eine bibliophile Ausgabe produzierte: Empire von Henry Moses, und 14 Tafeln, die der Maler, Grafiker, Illustrator Moritz Retzsch zu Balladen von Goethe und von Schiller in Kupfer stach.
Nach Herbert Günthers Erinnerung (Alfred Richard Meyer (Munkepunke), der Mensch, der Dichter, der Verleger. In: Imprimatur) wurden viele der wertvollen künstlerischen Blätter in Alfred Richard Meyers persönlicher Bibliothek aufbewahrt, aber am Ende des letzten Krieges verbrannte seine Sammlung "... eine: „Bibliothek voller Rara, Rarissima, Unika, Widmungen, bibliophiler Kostbarkeiten, Dokumente, Erinnerungsstücke aller Art.“

(Maria Bogdanovich)

Samstag, 18. November 2023

Mittelalter am laufenden Meter

Am 22. November findet in der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek Mainz die Eröffnung der Ausstellung Mittelalter am laufenden Meter statt.
Die Sammlung der Stadtbibliothek Mainz enthält 850 mittelalterliche Bücher, das macht sie zu einer der fünfzehn größten Kollektionen ihrer Art in Deutschland. Über 360.000 Seiten der mittelalterlichen Handschriften wurden in intensiver Forschungsarbeit seit 1980 katalogisiert, 2024 soll die Erfassung abgeschlossen sein. Dabei finden sich immer wieder herausragende Buchmalereien und andere Überraschungen.

Nach einer Begrüßung durch den Direktor der Bibliotheken der Stadt, Dr. Stephan Fliedner, wird Dr. Christoph Winterer, Handschriftenbearbeiter der Stadtbibliothek und den Kurator der Ausstellung, den Eröffnungsvortrag halten.
Während der Ausstellungszeit werden jeweils donnerstags um 16 Uhr im Lesesaal Handschriftenführungen.

Es erscheint eine Begleitpublikation zur Ausstellung mit zahlreichen Abbildungen diverser ausgewählter Handschriften zum Preis von 10 €.

(Maria Bogdanovich)

Ausstellung: 22. November 2023 - 15. März 2024

Stadtbibliothek Mainz
Rheinallee 3b · 55116 Mainz

Montag, 16. Oktober 2023

Schönstes Buch der Renaissance

Zur Sotheby’s-Versteigerung am 12. Oktober 2023 (Bibliotheca Brookeriana: A Renaissance Library. The Aldine Collection A–C) wurde die hochberühmte Inkunabel von Aldus Manucius, Hypnerotomachia Poliphili von Colonna (Venedig, Aldus, 1499. Lot 381) für 381.000 US-Dollar verkauft.
Diese Ausgabe gilt als das schönste Buch der Renaissance. Dibdin schrieb über dieses Buch: „... das perfekteste Beispiel für die Presse von Aldus und für den Geschmack der Holzschnitte im XV. Jahrhundert ... Die Sprache, so barbarisch sie auch sein mag, verdient nicht die Aufmerksamkeit des philologischen Antiquars; denn wir finden darin (wie mir ein scharfsinniger Freund mitteilte), neben anderen eigenartigen Wörtern, das früheste Exemplar des Cameo ... Das vorliegende Exemplar ist, obwohl es auf Papier gedruckt ist, in seiner Größe und Schönheit vielleicht unübertroffen. Es befand sich früher in der Bibliothek von Grolier und ist in der gewöhnlich geschmackvollen Weise der Bücher dieses angesehenen Sammlers gebunden ...“ (Bibliotheca Spenceriana IV, S. 145).

Von besonderem Interesse ist der Ganzledereinband von Estienne Gomar, dem Buchbinder von König Heinrich II. von Frankreich. Er wurde von dem legendären Bibliophilen und Liebhaber der Einbände Jean Grolier in Auftrag gegeben. Im Zentrum des oberen Deckels findet sich der Titel Poliphilo, weiter unten Jean Groliers Motto („Portio mea do / mine sit in / terra vi / vent / ium“).
Grolier hatte eine enge Beziehung zur Aldine-Werkstatt; fast die Hälfte der erhaltenen Bände aus seiner Bibliothek sind Aldine-Ausgaben, es gab sogar Bücher aus der Presse, die ihm gewidmet waren. Der vorliegende Band ist eines von fünf Exemplaren dieser Ausgabe aus dem Besitz Groliers und eines von neun Büchern aus der Bibliothek Jean Groliers in der Sammlung von Earl Spencer. Es sei daran erinnert, dass die weltweit größte Sammlung von Grolier-Einbänden (56 Exemplare) in der französischen Nationalbibliothek aufbewahrt wird. Auf dem Vorsatzblatt des vorliegenden Exemplars befinden sich in einer frühen Handschrift folgende Zeilen: „Opera tutta Inamorata / e un Libro degno et pien di molto ornato / che ibi chi non Lege havera La mente Ingrata.“

Alle Informationen, umfangreiche geschichtliche Anmerkungen, Zitate und Expertisen sowie viele weitere Bilder zur Hypnerotomachia Poliphili finden sich auf der Webseite des Auktionshauses. Dort sind auch alle weiterführenden Kenntnisse zur tieferen Provenienz (Stempel, Signets etc.), zum Status der Verarbeitung und zum Weg des Buches durch die Hände der Sammler verzeichnet.

(Maria Bogdanovich, Mtgl. des Berliner Bibliophilen Abend)

1 Kommentar:
18. Oktober 2023: Bernd Friedrich Schulz hat gesagt…

Da entsteht große Sehnsucht nach diesem Werk - jedoch nicht minder schön erscheint mir der Theuerdanck von Johannes Schönsperger in jener schwer nachvollziehbaren Weise für Maximilian I. gedruckt.

Mittwoch, 17. Mai 2023

Bücherschatz im Kirchturm

Bereits im September des letzten Jahres berichtete die Biblioteca Batthyaneum, einer Zweigstelle der rumänischen Nationalbibliothek, über einen spektakulären Fund einer mittelalterlichen Bibliothek im Turm einer Kirche in Zentralrumänien.
In der St.-Margarethen-Kirche in Median entdeckte ein Team von Spezialisten unter der Leitung von Professor Dr. Adinel C. Dinca der Babeș-Bolyai-Universität eine umfangreiche Sammlung von Büchern, Manuskripten und Dokumenten.

Der Fund besteht aus etwa 139 Bänden, die um 1470 - 1600 gedruckt wurden, zwei Manuskriptbände aus dem 16. Jhdt., etwa 60 Originalunterlagen aus dem 14. bis 16. Jhdt., Verwaltungsregister der Gemeinde Median aus dem 17. und 18. Jhdt. und erhalten gebliebene Fragmente mittelalterlicher Manuskripte aus dem 9. bis 15. Jhdt.

Die Biblioteca Batthyaneum bezeichnet diesen Fund als "eine Entdeckung wie aus den Geschichten des Indiana Jones, in denen ein vergessenes Archiv wieder geöffnet wird. Diese Bücherschatz hat eine große Bedeutung für die Geschichte der Ideenzirkulation im Mittelalter in Transsylvanien".
Fotos © Biblioteca Batthyaneum / Adinel C. Dinca
Die Forschungstätigkeiten laufen auf Hochtouren und werden mindestens zwei Jahre dauern.

(mit Dank an Maria Bogdanovich)

Samstag, 25. Februar 2023

550 Jahre „Philobiblon“

Vor 550 Jahren, 1473, erschien in Köln erstmals Bischof Richard de Burys (1287–1345) Abhandlung Philobiblon – das erste Werk der europäischen Literatur, das sich speziell der Buchliebe widmet. Die zweite Auflage erschien 1483 in Speyer, in Frankreich 1500, in England 1599. Bereits im 14. und 15. Jahrhundert wurde der Text hunderte Male umgeschrieben, insgesamt sind etwa 40 Skripte erhalten [...]

EA von Philobiblon, Bild: Uni Düsseldorf
.
Philobiblon darf zu Recht
[...] als Erstlingswerk der Bibliothekswissenschaft gelten, denn das vom Autor vorgeschlagene Projekt zur Gründung einer öffentlichen Bibliothek war nicht nur neu, sondern für seine Zeit auch erstaunlich originell. Das Schicksal der Bibliothek von Richard de Bury war indes unglücklich. Er plante, ein spezielles Seminar an der Universität Oxford zu errichten, [...] hatte jedoch nicht die Mittel, [... es] einzurichten. Die Bücher wurden dennoch nach Oxford geschickt, wo sie lange Zeit in Kisten im Durham College des Benediktiner-Ordens aufbewahrt wurden. Erst unter König Heinrich IV. (1399–1413) wurden sie den Lesern, zumindest teilweise wohl, zugänglich gemacht.[...] Heute sind nur noch zwei Bücher aus der Sammlung de Bury bekannt – eines in der Bodleian Library in Oxford, eines im British Museum in London.

Richard de Bury ist in der Kathedrale der englischen Stadt Durham begraben,
[...] Das Denkmal über seinem Grab wurde zerstört. Und so errichteten ihm im Jahr 1911 [...] Mitglieder eines der ältesten Buchclubs – The Grolier Club – der Welt ein neues Grabdenkmal. [...]

(Maria Bogdanovich, kompletter Beitrag hier.)
... weitere Informationen hier.

Donnerstag, 19. Januar 2023

Marginalien 247

Marginalien mit dem Blatt
Petra Schuppenhauer, Blumen
Christiane und Norbert Grewe führen uns durchs »Goldene Zeitalter der fantastischen Buchillustration« genannten Hochzeit der Prunkbände für Märchen und Schauergeschichten zwischen Jugendstil und Art déco. Eine Zeit künstlerischer Opulenz mit wohlklingenden Namen wie Rackham, Dulac, Clarke, Bilibin, Nielsen und vielen mehr. Maria Bogdanovich bringt uns eine weitere goldene Ära nahe: Die Zeit bibliophiler Fülle in Deutschland zwischen 1899 und 1933. Ihr Blick auf jene gut 30 produktiven Jahre mit unzähligen, bis heute nachwirkenden Publikationen, Ausstellungen und
Inka Grebner, Stillleben mit Dame
Gesellschaftsgründungen erzählt sie entlang eines Mannes:
G. A. E. Bogeng - und erinnert an seinen Klassiker Die Großen Bibliophilen, der dieses Jahr sein 100-jähriges Jubiläum erfährt. Auf die eigentliche bibliophile Bonanza aber stößt Matthias Wehry in unserer Reihe Berühmte Bücher. In den 1830ern erschien in England eine kostbare Bibel: Der Drucker De La Rue veröffentlichte das New Testament auf mit Gold bedrucktem Porzellanpapier. 
Und letztlich ist unsere Grafische Beilage diesmal ein wahres Füllhorn: Die Künstlerinnengruppe »augen:falter« schuf für uns gleich ganze sieben Motive.

(Till Schröder, aus dem Editorial)

augen:falter, Persephones Wintergarten, Auflage 1.260 Expl., davon 770 für die Pirckheimer-Gesellschaft, gedruckt im Atelier carpe plumbum, Leipzig
  • Inka Grebner (Stillleben mit Dame)
  • Urte von Maltzahn-Lietzt (Gartenmondvioline)
  • Franziska Neubert (Zicke, Zacke ...)
  • Julia Penndorf (Still Alive)
  • Nadine Respondek (Fruchtig, fuchtig & verblichen)
  • Petra Schuppenhauer (Blumen)
  • Katja Zwirnmann (Totenkopfschwärmer)

Sonntag, 4. Dezember 2022

Hamburger Bothe #13

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Der „Hamburger Bothe“, wie wir unser Mitteilungsorgan für die norddeutschen Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft benannt haben und dafür im „Wandsbecker Bothen“ des Matthias Claudius ein anregendes Vorbild fanden, geht mit der Nr. 13 in den dritten Jahrgang und hat mittlerweile viele Leser über den ursprünglichen regionalen Bereich hinaus gefunden. Das freut die beiden Herausgeber [Rudolf Angeli, Peter Engel] sehr, und sie erhielten für ihre bisherige Arbeit auch eine Art Bestätigung von quasi offizieller Seite. Die Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek sammelt nämlich künftig die Ausgaben unseres Blattes und stellt auch die bisher erschienenen Nummern den interessierten Forschern zur Verfügung. 

Es gehört ja zu den gewohnten „Highlights“ jeder Nummer, dass wir darin unveröffentlichte literarische Texte durchweg bekannter Autoren vorstellen. Diesmal sind es drei Gedichte und Überlegungen zur Zeit von Mirko Bonné, die wir den Lesern zur Lektüre empfehlen.
Auch unsere Reihe, in der sich „Pirckheimer“ selbst vorstellen und ihre bibliophilen Interessen darlegen, setzen wir in dieser Ausgabe fort. Diesmal berichtet die russische Wissenschaftlerin
Maria Bogdanovich, die ihre Heimat verlassen musste, über ihr Engagement in Sachen Bibliophilie in ihrem Ursprungsland und jetzt auch in Deutschland.
Hinzuweisen ist ferner auf eine neue Rubrik, in der wir über bemerkenswerte Ereignisse im Bereich der Bibliotheken, der Kunstzeitschriften oder des Druckwesens informieren.

(Peter Engel)

Hamburger Bothe #13