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Freitag, 3. Oktober 2025

Hamburger Bothe #30

Der Hamburger Bothe № 30 ist erschienen. In dieser Jubiläumsausgabe startet die neue Serie „Mitteilungen aus dem Sammlerleben“, zu der der Blogbetreiber den ersten Beitrag liefern durfte - leider wurden hier die Abbildungen falsch platziert.
Die „Empfehlung für den Bibliophilen“ verweist in der Nummer 30 sowohl auf Jean Paul, dessen Todestag sich am 14. November zum 200. Mal jährt, als auch auf die verdienstvolle „Bibliothek Deutscher Klassiker“, in welcher eine zweibändige Auswahl seiner Werke erschien. Und zur bibliophilen Empfehlung des letzten Hamburger Bothen machte Rainer Schmidt wertvolle Ergänzungen, die mir u.a. auch zeigten, dass Hinweise eines anderen Antiquars eigene Recherche nicht ersetzen sollten.
Des weiteren wird in der aktuellen Ausgabe der bedeutende Buchkünstler E. R. Weiß, der bis 1933 insbesondere das Erscheinungsbild des Berliner S. Fischer Verlags entscheidend geprägt hat, zu seinem 150. Geburtstag geehrt und es findet sich im Bothen ein erster Bericht über das Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft, über die Jahrestagung der Internationalen Stefan Zweig Gesellschaft, über die vor 125 Jahren gegründete „Steglitzer Werkstatt“ und über eine Publikation zum 100. Geburtstag des Buchkünstlers Otto Rohse. Auch diesmal konnte wieder eine Erstveröffentlichung in die Jubiläumsausgabe aufgenommen werden, diesmal vom Büchner-Preisträger Jan Wagner.

Alles kann wie immer durch Klick auf die obige Abb. mit den Blättern des Hamburger Bothen nachgelesen werden.
Ein Klick auf die untere Abb. zeigt den Artikel „Mitteilungen aus dem Sammlerleben“ mit der richtigen Anordnung der Bebilderung, wie er auf der Archiv-Seite des Berliner Bibliophilen Abend wiedergegeben wird.

Freitag, 1. August 2025

Hamburger Bothe #29

Hamburger Bothen lesen durch Klick auf die Abb.
Erstmals können wir in unserer Serie „Meister der Illustration“ eine Künstlerin präsentieren. Aus eingehender Kenntnis des Werks stellt der Schriftsteller André Schinkel die in Halle lebende und wirkende Illustratorin Susanne Theumer vor.
Auch die eigene Verlagsarbeit geht bei Angeli & Engel nach dem schönen Erfolg mit dem neuen Buch „Övelgönne – Zeichnungen gegen den Strich“ des Hamburger Zeichners Klaus Waschk kontinuierlich weiter. Die Vorzugsausgabe dieses Bandes ist restlos vergriffen, nur noch wenige Normalausgaben sind zu haben. Derweil steht ein Buch des Hamburger Malers Gustav Kluge mit dem Titel „Codex Delta“ kurz vor dem Druck.
Anläßlich seines hundertsten Todestages des Impressionist Lovis Corinth, dessen Handbuch „Das Erlernen der Malerei“ von 1920 sogar mehrere Auflagen erreichte und später häufig nachgedruckt wurde. wird an dieses Werk des Malers in einem Beitrag erinnert.
Seinen bibliophilen Hinweis hat Abel Doering der „Kleinen Malik-Bücherei“ gewidmet. 
Schließlich kommt auch unser Autor Urs Heftrich, von dem wir 2023 den Lyrikband „Gehäuseschutt - House of Rubble“ herausgebracht haben, mit neuen Gedichten zu Wort.

(Peter Engel)

1 Kommentar:

Kleine Malik-Bücherei

Als Bibliophiles des Monats (gleichzeitig die bibliophile Empfehlung im Hamburger Bothen) soll diesmal eine Reprint-Sammlung gelten, eine wieder aufgelegten Buchreihe des legendären Malik-Verlags. Es ist durchaus nachvollziehbar, dass der sammelnde Bibliophile bestrebt ist, keine Nachdrucke, sondern neben eventuellen Varianten vor allem Originale, am besten als Erstausgabe, in seine Bibliothek einzureihen, mitunter ist es jedoch auch reizvoll oder, speziell für angehende Sammler aus anderen Gründen angebracht, gut gemachte Reprints oder auch Neuauflagen zu erwerben. Das traf für mich speziell für Bücher des Malik-Verlags zu, für die ich mich zu Beginn meiner Sammelleidenschaft Anfang der 70er Jahre interessierte, damals waren die Originalausgaben des Verlags, der zwar vor gut 100 Jahren mit dem Anspruch auftrat, qualitativ hochwertige Bücher preiswert zu verlegen, mit heute teilweise sehr preisgünstigen Angeboten nicht zu vergleichen und zumindest für einen Studenten noch unerschwinglich.
In einer leinengebundenen roten Kassette mit Rückenschild wurden 1981 alle Bände der »Kleine(n) Malik-Bücherei«, die von 1924 bis 1926 in »Der Malik-Verlag, Herzfeld und Gumperz« erschienen sind, von Wieland Herzfelde (1996-1988) im Zentralantiquariat der DDR, Leipzig, neu herausgegeben. Damit wurde eine Auswahl an „künstlerischen und historischen Dokumenten der sozialen und kulturellen Kämpfe aller Völker in Vergangenheit und Gegenwart“, so der Hinweis im Band Eins des Reprints, neu aufgelegt. Diese Ausgabe ist nicht nur inhaltlich eine, zwar kleine, dennoch umfassende Zusammenstellung der proletarisch orientierten Literatur bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts, für den Bücherfreund erlaubt diese Ausgabe zugleich einen Einblick in die verschiedenen Gestaltungsvarianten des Verlags und die Arbeit der Druckereien dieser Zeit. Für die von John Heartfield in der Regel zweifarbig gestalteten Einbände wurden u.a. Zeichnungen von Honoré Daumier, George Grosz, Bob Minor, Rudolf Schlichter, Adolph Menzel, Theophile Steinlen oder Frans Masereel genutzt, der Druck erfolgte bei „Nobertus“ Buch- und Kunstdruckerei oder Koch & Werner, beide Wien, von der Buchdruckerei Gustav Ascher oder in den Brandenburgischen Druckwerkstätten, beide Berlin, von F. Ullmann, Zwickau, oder Julius Klinkhardt, der Spamerschen Buchdruckerei und J.B. Hirschfeld, alle Leipzig.
Die 20bändige Ausgabe enthält in fadengehefteten Pappbänden im Klein-Oktav-Format u.a. „Der Bürgerspiegel“, tschechische Lieder und französische Revolutionslieder, 3 Aufsätze von George Grosz und Wieland Herzfelde unter dem Titel „Die Kunst“ und von Majakowsky (Schreibweise des Originals) „150 Millionen“ in der Nachdichtung von Johannes R. Becher, Texte von Albert Ehrenstein, Victor Hugo, Wera Figner, Georg Herwegh, Upton Sinclair, Georg Forster und Maxim Gorki.
Bd 3 mit Signatur Stefan Hermelin
Die Neuausgabe der »Kleine(n) Malik-Bücherei«, die vom Reprintverlag, einer (mit dem vornehmlichen Ziel der Devisenerwirtschaftung geschaffenen) Abteilung des Zentralantiquariats der DDR gefertigt und im Nationalen Druckhaus in Berlin gedruckt wurde, „erschien“ 1981 in identischer Ausstattung auch in der BRD in der Athenäum Verlags GmbH, Königsstein, wobei in dieser Ausgabe der tatsächliche Ort der Herstellung, des Drucks und des Erscheinens im Impressum unerwähnt bleibt.
Bd. 19, Slang, Panzerkreuzer Potemkin, Fotos © ad
Der hier als bibliophile Empfehlung vorgestellte fotomechanische Reprint des Zentralantiquariats der vor 100 Jahren erstmalig publizierten Reihe »Kleine Malik-Bücherei« stellte, von mir allerdings erst in den 90ern auf dem Flohmarkt erworben, einen doppelten Glücksfall dar, habe ich doch nicht nur den ohnehin preisgünstigen Nachdruck billig erstandenen, ich fand darin als Zugabe in der bestens erhaltenen Sammlung noch eine originale Widmung des Herausgebers Wieland Herzfelde.

1 Kommentar:

Mittwoch, 19. März 2025

Marginalien #256 - neugestaltet

Mit dem ersten Heft der Marginalien 2025 kommen diese in neuem Design, 2015 übernahm Matthias Gubig die bis dahin in den Händen von Heinz Hellmis liegende Gestaltung, jetzt wurde diese in die Hände von Thomas Glöß gegeben.
Nicht nur die Covergestaltung wurde geändert, auch der Satzspiegel, wobei die Abbildungen jetzt häufig bis zum Seitenrand gehen.
Als ungünstig empfinde ich, dass die Paginierung jetzt an der Innenseite angebracht ist, was bei dem ohnehin schlechten Aufschlagverhalten des Heftes das Auffinden einer bestimmten Seitenzahl erschwert.
Beim vorliegenden Heft ist in Einzelfällen dem Buchbinder leider beim Zuschnitt der typografische Beilage, ab sofort ebenfalls von Thomas Glöß gestaltet, ein Fehler unterlaufen: sie wurde oben nicht aufgeschnitten ist und man muss diese somit vor dem ersten Durchblättern selbst aufschneiden.

Im Heft finden sich u.a. Beiträge von Roland Jaeger über Hermann Seewald, Matthias Haberzettl über Werner Klemke, Rainer Schmidt über Johannes Gutenberg und Helmut Garritzmann über Christan Ewald. Weiterhin berichtet Maria Bogdanovich über die 400jährige Reise eines Buches durch Europa und Till Schröder schreibt über die MaroHefte,
Für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft liegt dem Heft eine, in der Werkstatt für Satz und Druck aus Augsburg in einer 650ger nummerierten und signierten Auflage gedruckte, dreifarbige Offsetlithographie von Ulrike Steinke mit dem Titel "Glücksbringer" bei.