Donnerstag, 12. Februar 2026

Pergament

M. Wildbrett wurde als „der Letzte seines Standes, der Pergamenter” bezeichnet. Die historische Verwendung von Pergament ist durch Blätter in Büchern, also mittelalterlichen Handschriften, überliefert und reicht durch handgeschriebene Urkunden bis in die Neuzeit. Pergament ist spanngetrocknete Tierhaut, die seit dem Altertum als Beschreibstoff verwendet wird.
Die Firma Wildbrett, die 2012 aus Altersgründen den Betrieb aufgegeben hat, wird im Augsburger Textil- und Hauswirtschaftsmuseum den Mitgliedern und Freunden der Bayerischen Regionalgruppe der Pirckheimer-Gesellschaft einen Einblick in die ehemalige Pergamentherstellung geben. Die Teilnehmer der Führung werden alle Schritte kennenlernen, angefangen bei der Rohware über das Äschern/Einweichen und das Enthaaren bis hin zum Spannen der Häute, dem Trocknen und der Lagerung. Es werden Werkzeuge zur Herstellung vorgestellt, darunter das Halbmondformschabeisen. Zu sehen sind unter anderem auch der Zunftsiegelstock, Musterbücher, Urkunden, Werbematerialien und Kalligraphen.

(Hans Rabenbauer)

26. Februar 2026 - 15 Ihr Anmeldung erforderlich
Textil- und Hauswirtschaftsmuseum
Pestalozzistraße 1, 86399 Bobingen

„Das Buch aufschlagen“, eine Redewendung

Im Mittelalter standen Bücher aufgrund der für den Buchblock verwendeten Materialien (Pergament und Holz) zumeist unter Spannung. Das Buch klappte häufig auf, denn das Papier der Seiten nahm Feuchtigkeit aus der Umgebung auf und wurde damit im Laufe der Zeit zu dick für die Buchdeckel.
Damit das Buch trotzdem zusammenhielt und um die Seiten vor weiterer Feuchtigkeit und vor Schmutz zu schützen, besaßen Bücher seitlich eine oder zwei Schließen aus Metall. Die Feuchtigkeit im Buch und seiner Umgebung sorgte allerdings auch dafür, dass die Schließen im Laufe der Zeit rosteten und somit immer schwerer zu öffnen waren.
Das Buch ließ sich am leichtesten öffnen, indem man es auf den Tisch legte und mit der Faust auf den Deckel schlug. So sprang der Bügel der Schließen auf und man hatte das Buch aufgeschlagen.

(Quelle: Universitätsbibliothek Erfurt)

Mittwoch, 11. Februar 2026

AAIP. Artists as Independent Publishers

Eine Ausstellung in Offenbach wird internationale junge Buchkunst zeigen. Das Ausstellungsprojekt, durch das verschiedene Kunsthochschulen weltweit vernetzt sind, wurde an der Hochschule für Künste Bremen von Prof. Katrin von Maltzahn initiiert und ist als Wanderausstellung konzipiert.

Zu sehen ist eine große Bandbreite von buchkünstlerischen Arbeiten, die an den verschiedenen Hochschulen in den letzten Semestern entstanden sind. Die Studierenden nähern sich – aus verschiedenen Studienschwerpunkten kommend – dem Buch als Medium der zeitgenössischen Kunst und arbeiten dabei mit unterschiedlichen Materialien und Drucktechniken.
Foto Carla Nagel
Dabei entstanden auch Buchkunstwerke aus Materialien, die man nicht unbedingt mit dem Buch in Verbindung bringt, wie Leinwand oder Metall. Im Klingspor Museum werden über 100 Bücher präsentiert. Auch raumgreifende Arbeiten sind zu sehen.

Die Ausstellungsarchitektur wurde ebenfalls von Studierenden gestaltet. Eigens für die Ausstellung haben Studierende der HfG Offenbach eine Rauminstallation aus Pappe gestaltet
Zu mehreren Terminen sind Studierende in der Ausstellung, um mit Besuchenden ins Gespräch zu kommen. Die Ausstellung wird von einem Veranstaltungsprogramm begleitet.

Vernissage 28. März 2026 18 Uhr
Ausstellung 28. März – 26. April 2026

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Die Schwierigkeit, Marx zu übersetzen

In der Reihe „IndieStabi“ stellt sich an jedem dritten Mittwoch im Monat in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg ein Verlag aus der Liste unabhängiger Verlage Hamburg (LuV) vor, im Februar der VSA: Verlag mit David Harvey’s „Marx Grundrisse lesen“. 
Wie viele Arten von Kapital und Lohn kann es geben? Was ist der Unterschied zwischen „labor capacity“ und „labor power“? Wie übersetzt man „lumpen elements“?
In seinem Buch „Marx ‘Grundrisse’ lesen“ begleitet David Harvey Einsteiger wie Fortgeschrittene bei der Aneignung von Marx’ berühmten Notizbüchern, die zu neuen Einsichten führen können und zugleich heftige Kontroversen ausgelöst haben. Mit seinem „companion“ will David Harvey – ähnlich wie in seinen auch im VSA: Verlag erschienen Begleitbüchern zum ersten und zweiten Band des „Kapitals“ – diesen nicht leicht erschließbaren Text einem möglichst breiten Publikum nahebringen.
Mareike Borger und Leo Koch berichten über die Herausforderungen bei der Übersetzung des englischen Originals ins Deutsche.

18. Februar 2026, 19 Uhr
Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg
Vortragsraum

Dienstag, 10. Februar 2026

Bert Brecht, * 10. Februar 1898

Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!

„Brecht bibliophil“ aufrufen durch Klick auf die Abb.
Zu seinem heutigen Geburtstag sei hiermit an Einiges zu Bertolt Brecht in der Rubrik „Bibliophiles des Monats“ erinnert.

Ehrung für Horst Brandenburg

Die altehrwürdige „Society of Wood Engravers“ verlieh dem Mitglied der Deutschen Exlibris-Gesellschaft Horst Brandenburg den „First-Time Exhibitor Price“.
Verliehen wurde der Preis für seinen Holzstich „Despair“, der einen palästinensischen Jungen auf Trümmern hockend im Gazastreifen zeigt.

Montag, 9. Februar 2026

Graphik zum Pirckheimer-Treffen 2025

Von einer Sammlerin erreichte mich eine Bitte um Hilfe bei der Frage des Schöpfers der abgebildeten Graphik, die ich an dieser Stelle kurzzeitig mit dem Hinweis „Wer kann helfen?“ eingestellt habe.
Das hat sich jedoch schnell erledigt.
Es handelt sich um ein Blatt, auf dem unter anderem Nana-Figuren von Niki de Saint Phalle zu sehen sind, die auch im öffentlichen Raum zu finden sind. Die Jahreszahl 2025 und die Tatsache, dass diese Figuren z.B. neben in Frankfurt am Main, in Wiesbaden, in Köln eben auch in Hannover stehen, waren die entscheidenden Hinweise, was ein Blick in die Marginalien Heft 259 bestätigte:
Es handelt sich um einen Farbholzschnitt zum Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft 2025 in Hannover von der aus der Region stammenden Künstlerin Heike Küster, unter anderem bekannt für Illustratorin für Moloko-Print und die Achilla-Presse, wie auch für ihre ironischen Künstlerbücher.

Bücherbox im Mark Twain Park

Allein in Deutschland gibt es aktuell 4.152 öffentliche Bücherschränke, die meisten in Baden-Württemberg (810), die wenigsten u.a. in Bremen, in Berlin und im Saarland.

In Odessa wurde jetzt die "Bibliothek", eine der weiteren weltweit existierenden Bücherboxen am Schwarzen Meer, restauriert. Ursprünglich war sie in einen Baumstamm eingearbeitet, aber der alte Stamm ist verwittert und auseinandergefallen. Deshalb haben Freunde des Buches einen neuen Schrank gezimmert.
Nun kann wieder jeder, der seine Bücher weitergeben oder tauschen möchte, das in einer neuen Bücherbox im Mark Twain Park in Odessa tun. Es wurden auch schon beobachtet, dass sogar Kinder dort ihr Spielzeug zur Nutzung durch andere zurückgelassen haben.
Man lässt etwas dort und ein anderer nimmt es und freut sich ...
(Наталья Чмир)

Sonntag, 8. Februar 2026

Immer wieder zurück zum Buch

Tanja Leonhardt, 1966 geboren, studierte in Mainz Germanistik und Freie Bildende Kunst und schloss als Meisterschülerin in der Schriftklasse von Prof. Alban Grimm und Pamela Stokes mit dem Schwerpunkt Schriftkunst ab. Danach gründete sie im Rhein-Main-Gebiet ihr Atelier Leonhardt, heute wohnt sie im Vogelsberg/Hessen. Neben Auftragsarbeiten und Lehrtätigkeiten (u.a. am Mainzer Institut für Buchwissenschaft) entsteht seit dem Studium auch ein umfangreiches freies Werk, in dem Sprache und ihre Erscheinungsformen eine Rolle spielen.
© Tanja Leonhard

Immer schon begleitet das Künstlerbuch die unterschiedlichen Schaffensphasen. Eine Ausstellung in Mainz gibt seit November 2025 einen Einblick in das Werk der vielseitigen Künstlerin.

12. November 2025 - 13. März 2026
Künstlerinnengespräch: 25. Februar 2026, 16.30 Uhr: Beim gemeinsamen Gang durch die Ausstellung erläutert Tanja Leonhardt ihre Werke, den Entstehungs- und Schaffensprozess.

Wissenschaftliche Stadtbibliothek Mainz
Rheinallee 3 B, 55118 Mainz

Samstag, 7. Februar 2026

Künstlergespräch mit Wolfgang Buchta

Susanne Padberg lädt herzlich zu einem Künstlergespräch mit Wolfgang Buchta im Rahmen der derzeitigen Ausstellung BEST OF 2025 über seine neue Unikatbuch-Serie zu Lewis Carroll "The Hunting of the Snark" ein.
Die phantastische und tatsächlich rückwärts erzählte Ballade von Lewis Carroll ist der Ausgangspunkt für Wolfgang Buchtas neueste Unikat-Künstlerbuchserie. Er fertigte Druckgrafiken an die ihm aber ausschliesslich zum Übermalen dienen!
Wir sprechen über diesen Prozess, über das phantastische Vergnügen und sehen die verschiedenen Zustände.
.... und von 12. - 27. Februar 2026 gibt es in der Galerie neben der Ausstellung aktueller Künstlerbücher einen Flohmarkt von alten/tollen/seltenen Kunst- und Künstlerbüchern.
Künstlergespräch: 12. Februar 2026, 19 Uhr
Galerie DRUCK & BUCH
Susanne Padberg
Berggasse 21/2, A - 1090 Wien

Freitag, 6. Februar 2026

Glückwünsche an Ralf Parkner zum 75.

Ralf Parkner auf einer Veranstaltung zu E.T.A. Hoffmann in der Staatsbibliothek zu Berlin, 19. August 2025, Foto © ad
Ralf Parkner
, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft seit 1982, aktiv in der der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft und leidenschaftlicher Sammler u.a. von Gerhard Goßmann, Günter Kunert, sowie Christoph Meckel, der seine Sammlungen bereits in Ausstellungen zeigte, feiert heute seinen 75. Geburtstag.
Und wenn hier steht: „unter anderem“, so ist das ganz gewiss überaus zutreffend😀!
Herzlichen Glückwunsch!

Donnerstag, 5. Februar 2026

Inventing E.T.A. Hoffmann (1776–2026)

Wie kaum ein anderer Schriftsteller ist E.T.A. Hoffmann (*1776, †1822) in seiner Rezeption aufgegangen. Seit über zweihundert Jahren übersetzt man seine Werke in neue Sprachen und Kulturen; seine Texte werden illustriert und in vielfältige Formen übertragen. Noch heute inspiriert sein facettenreiches Werk Künstler aus aller Welt, die sich Hoffmann mit einer besonderen Liebe und Kreativität widmen.
Zur Feier seines 250. Geburtstages würdigt „Inventing E.T.A. Hoffmann (1776–2026)“ daher die inspirierende Energie einer weltweiten Buchkultur, die seit fast einem Vierteljahrtausend den Blick auf Hoffmann prägt und immer wieder neu erfindet.
Die Ausstellung präsentiert einzigartige Illustrationen und Künstlerbücher, erzählt Geschichten des Exils und des Verlusts und erschließt, mit einem Seitenblick auf den Kater Murr, die Ursprünge des cat contents.

Die Eröffnung findet gemeinsam mit dem Berliner Bibliophilen Abend statt.

Eröffnung: 26. Februar 2026, Grußworten und Einführung des Kurators Dennis Schäfer, um Anmeldung wird gebeten
Ausstellung: 27. Februar – 17. Mai 2026
Gespräch: 4. März 2026, 18 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin / Stabi Kulturwerk
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Mittwoch, 4. Februar 2026

Frisch gedruckt: Stabi Journal 2025

40 reich bebilderte Seiten geben einen Einblick in den Arbeitsalltag der Staatsbibliothek zu Berlin und berichten unter anderem über neue Serviceangebote, über digitale Neuerungen und über einen anstehenden, für November 2026 vorgesehenen Webrelaunch.
Von den Kurzmeldungen seien drei erwähnt: Die Stabi hat 2025 eine umfangreiche Sammlung zum Spanischen Bürgerkrieg mit zeitgenössischen Broschüren, Erlebnisberichten, Flugblättern und Periodika aus dem Umfeld der Internationalen Brigaden, sowie Tarnschriften, sowie Musikalien wie Schellack- und Vinylplatten übernommen. Innerhalb einer Restitution wurden 221 Bücher an die Erben des französischen Rechtsanwalts Henry Torrès zurückgegeben und die Universitätsbibliothek Lund gab eine nach 1945 als verschollen gegoltene französischsprachige Buchhandschrift aus dem späten 14. Jhdt. an die Stabi zurück.
Die Broschüre ist durch Klick auf die Abb. nachzulesen.

Save the Date: Ein Tag des Buches

Die Pirckheimer im Norden treffen sich zum dritten Mal in der Schnittke-Akademie zu einem Tag mit Vorträgen, Ausstellungen sowie einer Büchertauschbörse.

Zu sehen gibt es Bibliophiles, Druckkunst, lesefreundliche Typografie und Kalligrafie ... – Und zu hören sind Bücherliebhaber, Sammler, Verleger, Künstler. Neben je zehnminütigen Vorträgen der Aussteller entsteht im Beiprogramm eine kostenlose Büchertauschbörse für alle Besucher und Aussteller mit maximal sieben Büchern pro Person.
Im Anschluss findet von 15.30 bis 17.30 Uhr eine Veranstaltung der Hamburger Autorenvereinigung statt. Ein ganzer Tag des Buches also!

Die Organisation liegt in den Händen des Pirckheimer-Freundes Ralf Plenz. Die Aussteller wenden sich bitte wegen einer Tischbuchung für Ausstellungsgut ab sofort an den Organisator, Deadline 2. April 2026.

9. Mai 2026, 11 Uhr, um Anmeldung wird gebeten

Schnittke-Akademie
Max-Brauer-Allee 24, 22765 Hamburg

Countdown bis zum Hamburger Pirckheimer-Treffen

Dienstag, 3. Februar 2026

Graphische Kunst 1+2 / 2025

Das Warten auf die soeben erschienenen beiden Hefte der Graphischen Kunst des Jahres 2025, die, wie Rainer Stec mitteilen musste, krankheitsbedingt als Doppelnummer ausgeliefert wurden, hat sich gelohnt. Das Doppelheft gestattet bereits einen ersten Blick auf die artGRAFIK Ahrenshoop 2026, ist doch dort neben Henry Günther, der mit dem Farbholzschnitt „Raum und Zeit“ in Ausgabe A und einem Beitrag von Reinhard Grüner im Heft zu finden ist, auch Rainer Stec mit der Graphischen Kunst vertreten. Und Mitglieder des Berliner Bibliophilen Abend werden Skadi Engeln von der in Ausgabe A/B der 4-Platten Linolschnitt „Kühe“ stammt, im Juni in ihrem Atelier besuchen.
Oleg Dergachov, Farbradierung mit Prägung / Henry Günther / Paul Egedius, Farbradierung / Pius Haug, 2-Platten Linolschnitt
Der Ausg. A (90 num. Exemplare) liegt neben der genannten und den Graphiken der Ausgabe B jeweils eine Originalgraphik von Paul Egidius, Oleg Dergachov und Pius Haug bei, der Ausg. B (160 num. Exemplare) die untenstehend abgebildeten.
oben: Marco Gerke, Linolschnitt / Wolfgang Eberlein, 2 Linolschnitte
Hans Wiedemann, Farbholzschnitt / Skadi Engeln / Franca Bartholomäi, Holzschnitt
Dem Heft lag außerdem eine Ankündigung von Martin Furtwängler zum Druck „Walter Benjamin und Friedrich Hölderlin, Dichtermut + Blödigkeit“ (erscheint in 66 Exemplaren) bei.

Honoré Daumier - Spiegel der Gesellschaft

Im Jahr 2026 begeht die ALBERTINA das 250-jährige Jubiläum ihrer Gründung. Dieses bedeutende Ereignis bietet Anlass, um einerseits auf die bewegte Geschichte der Sammlung und des Hauses zurückzusehen und andererseits mit Zuversicht und Begeisterung in die Zukunft zu blicken.
In dieses Konzept ordnet sich die Ausstellung „Spiegel der Gesellschaft“ mit Arbeiten von Honoré Daumier ein. Die erste große Daumier-Schau präsentierte doe Albertina 1936 im Angesicht des aufkommenden Nationalsozialismus. 90 Jahre später und unterstützt durch Leihgaben des Städelschen Museumsvereins wird der französische Künstler nun in neuem Licht gezeigt. Neben zahlreichen Lithografien und Zeichnungen sind auch seine berühmten Gemälde und Skulpturen ausgestellt – sowie ein Animationsfilm zum Werk Daumiers.
Honoré Daumier: Europäisches Gleichgewicht, Le Charivari, 03.04.1867, 28,7 × 22 cm, Lithografie, Zeitungsdruck
Die politische Lage ist instabil, eine ruchlose Clique missbraucht ihre Macht, die Wirtschaft kriselt und die gesellschaftliche Situation wird immer komplexer und unübersichtlicher. Die Schilderung der Verhältnisse im nachrevolutionären Frankreich des 19. Jahrhunderts scheint merkwürdig gegenwärtig und so ist es auch mit der zeitlos aktuellen Kunst des großen Honoré Daumier.
Mit spitzer Feder und unbestechlichem Humor hält er seiner Zeit den Spiegel vor, prangert Machtmissbrauch und soziale Missstände an. Seine schonungslose Kritik bringt ihn immer wieder in Konflikt mit der Zensur, für die Freiheit der Kunst geht er sogar ins Gefängnis. Als scharfsinniger Beobachter zeigt Daumier darüber hinaus aber auch das alltägliche Leben in der modernen Großstadt Paris.


Ausstellung: 6. Februar - 25. Mai 2026

Albertina
Albertinaplatz 1, 1010 Wien

Montag, 2. Februar 2026

Bibliophiles des Monats: Mary W Shelleys Frankenstein

Am 1. Februar vor 175 Jahren verstarb Mary W. Shelley, die Autorin von „Frankenstein oder Der moderne Prometheus“, Tochter des Begründers desphilosophischen Anarchismus William Godwin und der Verfasserin der grundlegenden Arbeit „Verteidigung der Rechte der Frau“, Mary Wollstonecraft.

Dieser Roman, 1818 erschienen, ist seitdem nicht nur fester Bestandteil in internationalen Verlagsprogrammen, sondern beeinflusste immer wieder das Schaffen von Künstlern, insbesondere natürlich Illustratoren, sowie auch Autoren und ist seit Veröffentlichung auch im Theater, bei Komponisten oder der Filmindustrie präsent.

Vor sieben Jahren, anlässlich des 200.Jahrestag der Erstveröffentlichung, erschien in der Büchergilde Gutenberg ein modern gestalteter illustrierter Druck, der hier stellvertretend für die bislang zehnmal allein ins Deutsche übersetzten Ausgaben als Bibliophiles des Monats vorgestellt wird. Der Titel wurde von Karl Bruno Leder und Gerd Leetz übersetzt, ihren bibliophilen, von Cosima Schneider gestalteten Charakter verdankt diese Ausgabe jedoch dem Illustrator Martin Stark
Der Illustrator wurde 1973 in Offenbach am Main geboren, wo er visuelle Kommunikation an der Hochschule für Gestaltung studierte. Neben Buchgestaltung zeichnet er für Zeitschriften, so für das Wrap Magazine, London, oder das Onlinemagazin Paternoster und zeichnet Comics für die Kulturfabrik Mainz.

Der Titel, der mit der Goldmedaille (Book& Editorial Illustration) des European Design Award ausgezeichnet wurde, ist in Leinen in 8° (158 x 220mm) mit Gold- und Blindprägung gebunden, gesetzt aus der Bodoni und gedruckt auf Werkdruckpapier Fly (natur) und hellblauem Papier Popset (eisblau), hat eine farbige Fadenheftung und Lesebändchen und enthält auf 388 Seiten neben 55 Illustrationen zum Text des „Frankenstein“ eine Nachbemerkung des Illustrators.

Save the Date: 11. /12. April

Die BuchDruckKunst 2026 bietet Besuchern wie gewohnt das gesamte Spektrum rund um das künstlerisch hochwertige Buch: Druckgrafik, Künstlerbuch, Druckhandwerk, nicht mehr durch Klaus Raasch ausgerichtet, der Konzeption und Organisation er von 2017 bis 2025 übernahm, sondern erstmals durch Annette Kübel und Matthize Taube. Klaus Raasch wird 2026 selbst als Aussteller an der Messe teilnehmen.
Neben dem Live-Papierschöpfen, den neuesten Grafik- und Buch-Editionen namhafter Künstlern erwarten den Besucher viele weitere Highlights in der Alten und der Neuen Fabrik des Museums der Arbeit in Barmbek, so die „Meister der Einbandkunst“ oder die „Grafische Gruppe“ des Museums und die „Pirckheimer-Gesellschaft“, die mit Armin Schubert das letzte Buchprojekt der „Bücherkinder Brandenburg“ vorstellen wird.

Messe: 11./12. April 2026
Museum der Arbeit
Wiesendamm 3, 22305 Hamburg

Countdown bis zur BuchDruckKunst

Sonntag, 1. Februar 2026

Exlibris des Monats Februar 2026 – Daniel Chodowiecki

Unternimmt man in der Geschichte des gedruckten Exlibris einen Parforceritt, stellt sich die Zeit zwischen der deutschen Renaissancekunst und der zum Ende des 19. Jahrhunderts auftretenden Buchkunstbewegung stilistisch, motivisch und thematisch als eine lange Ära geradezu erdrückender Heraldik-Dominanz dar. Allerdings mit einer ganzen Reihe höchst bemerkenswerter Ausnahmen. Zu diesen gehört der bedeutende deutsche Grafiker und Illustrator Daniel Chodowiecki (Danzig 1726 – 1801 Berlin), dessen Todestag sich am 7. Februar 2026 zum 225. Mal jährt, Anlass genug, seiner großartigen Kunst an dieser Stelle zu gedenken.
Chodowiecki gilt mit seinen mehr als 2.000 Druckgrafiken und einer noch weitaus höheren Anzahl von Handzeichnungen als einer der führenden Vertreter der „künstlerischen Aufklärung“, die sich von dem Dekorationsstil des Rokoko löste, der sich durch große Prachtentfaltung und überbordende Verspieltheit ausgezeichnet hatte. Mittels klarer Struktur und Ordnung in der Darstellung ging es dabei u. a. nachdrücklich um die Vermittlung von Idealen der Aufklärung wie Vernunft, Recht auf individuelle Freiheit und Selbstbestimmung, Gleichheit aller Menschen und Fortschritt dank Wissenschaft und Bildung. Chodowieckis Ruhm gründete sich auf moralisierenden Zyklen (die an Hogarth erinnern), Modedarstellungen und Folgen historischer Ereignisse sowie nicht zuletzt auf seinen Illustrationen zahlreicher literarischer Klassiker von Goethe bis Schiller und Cervantes bis Voltaire.
Ein (ganz) kleiner Teil seines gewaltigen Oeuvres besteht aus Exlibris.
[... Oft führt der] als geflügelter Putto dargestellte Genius der Kunst (als übernatürlicher Schutzgeist) einen jungen bildenden Künstler, der durch seine Malerutensilien als solcher ausgewiesen ist, zu einem weiblichen Halbakt, der von einem Baum beschattetet wird. Eine nackte Frauengestalt taucht in der Kunstgeschichte häufig als Allegorie der Natur auf. Als „Mutter Natur“ steht sie für die Mannigfaltigkeit der Schöpfung und Fruchtbarkeit der Erde. Seit je wird sie immer wieder als Gebärerin, Ernährerin, Erzieherin dargestellt. Wobei oftmals die antike Fruchtbarkeitsgöttin Diana Ephesia als Vorbild diente, die – mit vielen Brüsten versehen – die Produktivität und Vielfalt der Natur symbolisieren sollte. Der junge Künstler mochte so lange an den Brüsten von Mutter Natur saugen, bis er die Wahl treffen konnte, für welche Kunst er sich entscheiden wolle. [...]

Bernd Illigner zum 85. Geburtstag



Ein herzlichen Glückwunsch geht heute an Bernd Illigner, Vorsitzender des Berliner Bibliophilen Abend von 2006 bis 2014, zu seinem 85. Geburtstag!

Abb.: Bernd Illigner auf der Adventsveranstaltung 2025 des Berliner Bibliophilen Abend, Foto © ad

Hamburger Bothe # 32

lesen durch Klick auf die Abb.

Samstag, 31. Januar 2026

Zemaria Pinto, Folia no seringal: ensaios sobre a literatura do Amazonas

Buch des Monats Februar der Schweizerische Bibliophilen-Gesellschaft ist Zemaria Pintos Folia no seringal: ensaios sobre a literatura do Amazonas. Von Francisco de Orellana zum Liebhaber der Amazonen - ein literarisches Panorama des größten Regenwaldes auf Erden.

Das irdische Paradies ist der in der Genesis beschriebene Garten Eden. Obwohl es auf der Erde lokalisiert ist, verspricht es neben sinnlichen Genüssen und Kostbarkeiten das ewige Leben, wobei hier die Einschränkung gilt, dass das ewige Leben auf den Aufenthalt im Garten beschränkt ist. Es gibt dort keine Kälte und keine Hitze, nur gemäßigtes Klima. In der Mitte entspringt eine Quelle und teilt sich in vier Flüsse. Das irdische Paradies wird in fast allen Quellen als nicht zugänglich beschrieben. Dennoch war die Suche danach ein beliebtes Thema, wurde immer als strapaziös und gefährlich geschildert und nach der Entdeckung Amerikas in die Neue Welt verlegt.
Der Spanier Gaspar de Carvajal (1504-1584) war der erste Chronist, der sich für die Landschaft Amazoniens begeisterte und dort das irdische Paradies zu lokalisieren versuchte. Auf einer Reise mit Francisco de Orellana von den Anden bis zum Atlantik (1541-1542) beschrieb er die Bewohner der Region und schuf dabei den Mythos der Amazonen, kriegerischen Indianerinnen – weiße, große Frauen mit langen Haaren - die den spanischen Dominikaner an den griechischen Mythos von den männergleichen Kämpferinnen erinnerten. Ein europäischer Mythos wurde in die Neue Welt verpflanzt und verlieh dem größten tropischen Regenwald auf der Erde seinen Namen.
Hundert Jahre später befuhr der spanische Jesuit Cristóbal de Acuña (1597-1675) ebenfalls den Amazonas auf der Route von Carvajal als Chronist der Expedition von Pedro Teixeira und widmete neben den Beschreibungen von Flora und Fauna auch ein Kapitel den Riten und Gottheiten seiner Bewohner, wenn auch aus einer eurozentrischen Perspektive.
Erst Euclides da Cunha (1866-1909), Begründer der modernen brasilianischen Literatur, und sein Freund Alberto Rangel (1871-1945) stellten unter dem Eindruck des Kautschukbooms und den sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen der Gummi-Zapfer das Bild des irdischen Paradieses auf den Kopf: Inferno verde (1908), eine Sammlung von 11 Erzählungen von Alberto Rangel schildern den Menschen Amazoniens als Opfer eines grausamen Schicksals.
Zemaria Pinto, Professor für brasilianische Literatur an der Universidade Federal do Amazonas (UFAM), rekonstruiert in seinem Buch das Bild Amazoniens in der europäischen Geistesgeschichte seit der Entdeckung Amerikas. Forscher, Reisende und Abenteurer formten das ambivalente Vexierbild einer Region, die als Experimentierfeld für Utopien aller Art ökonomisch und ideologisch umkämpft geblieben ist, so bei Jules Verne.
Doch wie reagierten die Schriftsteller und Intellektuellen Amazoniens selbst auf diese Stereotypen? Darauf gibt diese Monographie eine Antwort und zeichnet das Bild einer Region, die Opfer wirtschaftlicher Ausbeutung und zugleich Projektionsfläche europäischer Phantasien und exotischer Träume geblieben ist, wie sie im Roman Der Liebhaber der Amazonen (3) parodiert werden, einer Allegorie des Kautschukbooms.

(Albert von Brunn, Zürich)

MIELE G 5611 SC MIT SEXY GERÜSTBAUER

Im Hybriden-Verlag erschien das MMM-DIARIUM vom 1. August bis zum 31. Oktober 2025 von Hartmut Andryczuk mit Originalarbeiten von Cristian Forte, Freddy Flores Knistoff, Patricio Álvarez Aragon, Hartmut Robert Andryczuk und Egon Günther.
Stationen: Endstation Bremerhaven – „Verstorbene können keinen Kontakt mit uns aufnehmen“ – NIX FÜR DIE KATZ (für Jens Henkel) – Verkäufer 19279 berät mich – Thomas Kellein – Beatrice Hernad in der Schlossstraße – ZWISCHEN WELLNESS UND WAHNSINN. DR. LEVINSTEINS MASISON DE SANTÉ – Die Kunst des Sammelns: Schlangengift & Streichhölzer – Dopamin-Vorfall am Rathaus Friedenau – Akzente Dorn: E-ROLLATOR MIT EINGEBAUTEM VIBRATOR und DER SCHREI VON DEICHHAUSEN – Seniorendemo mit Pali-Tüchern – Schloss Britz – Staub auf Steckdosenleisten.
Stempeldruck von Cristian Forte
Auflage: 30 Exemplare
300 €

Werkstattbesuch des LBA

Der Leipziger Bibliophilen-Abend besucht innerhalb seiner Reihe Werkstattbesuche das Zentrum für Bucherhaltung.
Wegen der begrenzten Besucherzahl ist eine Anmeldung bis 10. Februar erforderlich (0178-6789583 oder eberhard.patzig@gmail.com)

17. Februar 2026, 17.30 Uhr
Zentrum für Bucherhaltung
Bücherstraße 1, 04347 Leipzig

Freitag, 30. Januar 2026

Save the Date: 6. Juni 2026

Am 6. Juni 1901 beschloss die Berliner Stadtverordnetenversammlung die Gründung der Berliner Stadtbibliothek. Der Gründungsgedanke basierte auf dem demokratischen Reformansatz der Jahrhundertwende, weiten Teilen der Bevölkerung Bildung zu ermöglichen. Zu der Zeit existierten bereits 27 „städtische Volksbibliotheken“ sowie wenige öffentliche Lesehallen. Was fehlte, war eine zentrale Institution, die die Berliner Sammlungen bündelte und das kulturelle Interesse der gesamten Stadt bedienen konnte, also eine Zentral- und Landesbibliothek für Berlin.
Die Geschichte der Bibliothek ist untrennbar mit den Umbrüchen der Stadt verbunden: Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Zerstörung im Krieg, die Teilung der Stadt und schließlich die Wiedervereinigung prägten die Entwicklung der Bibliothek.
Portal der Berliner Stadtbibliothek von Fritz Kühn, 60ger Jahre, © ZLB
Schon früh wurde die Frage nach einem geeigneten Standort für die Zentralbibliothek Berlins diskutiert. 1995 wurde die Berliner Stadtbibliothek mit der 1954 eröffneten Amerika-Gedenkbibliothek aus dem ehemaligen West-Berlin zusammengeführt und unter der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin vereint.

Gemeinsam mit unserem Publikum feiern wir am 6. Juni 2026 125 Jahre Bibliothek für Berlin. Es erwarten Sie Lesungen, Führungen und vielfältige Angebote für Groß und Klein. 
Weitere Informationen zum Programm folgen in Kürze.

Countdown bis zum Start des Hoffests zu 125 Jahre Bibliothek für Berlin

Aschermittwochtreffen der Wiener Bibliophilen

Die Mitglieder der Wiener Bibliophilen-Gesellschaft treffen sich wie gewohnt zu Beginn der vorösterliche Fastenzeit zu ihrem Aschermittwochtreffen am 18. Februar 2026 um 18 Uhr im Café Museum, Operngasse 7, 1010 Wien.

Neben Heringsschmaus oder sonstig frei gewählter Stärkung ist der Abend reich garniert mit einem Vortrag unseres Mitglieds Prof. Peter MULACZ, Oberst aD und em. Lektor an der Sigmund Freud Privat-Universität. Herr Mulacz wird, unterstützt von Lichtbildern zur einschlägigen Literatur, sprechen über das Thema: „Franz Anton Mesmer - animaler Magnetismus und Somnambulismus. Von Mesmer zu Freud“. Wir freuen uns schon sehr auf Vortrag und Treffen! Sollten Sie in Ihren Buchbeständen etwas finden, was mit dem Vortragsthema oder auch im weiteren Sinne mit Hypnose, Parapsychologie, Okkultismus und Esoterik zu tun hat, bringen Sie es bitte gerne mit!

Donnerstag, 29. Januar 2026

corn.elius zum siebzigsten

Heute begeht corn.elius, allen Freunden des Künstlerbuches und der Druckgraphik als Initiator und Organisator der artbook.berlin bekannt, seinen 70. Geburtstag - herzlichen Glückwunsch.

Cornelius Brändle ist Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft und die von ihm verlegten bibliophilen Kostbarkeiten stehen in Regalen von Mitgliedern dieser und vieler anderen bibliophilen Vereinigungen.
Berliner Bücherfreunde werden, vermutlich im Mai, die Gelegenheit haben, seine Wirkungsstätte wasser im turm in Kreuzberg bei einer Werkstattführung zum Thema Siebdruck kennenzulernen. 

Die Abb. zeigt corn.elius bei der Vernissage einer Gemeinschaftsausstellung mit eigenen Drucken am 4. Januar 2026 im Kunstsalon am Weißen See, Foto © ad

70 Jahre Pirckheimer-Gesellschaft

Am 29. Januar 1956 wurde die Pirckheimer-Gesellschaft gegründet.

Bereits 8 Monate vor dem offiziellen Gründungsdatum, am 23. Mai 1955, verkündet im Berliner Club der Kulturschaffenden ein Initiativkomitee die Gründung einer »Pirckheimer-Gesellschaft zur Pflege des deutschen Buches im Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands«, doch die Gründungsveranstaltung konnte nicht wie geplant 1955 anlässlich einer Ausstellung zum 150. Todestag Friedrich Schillers in der Bibliothek des Kulturbundes stattfinden, sondern erst im Folgejahr.
von Werner Klemke gestaltetes Logo, lks 1955, rechts seit 1972
Da nach 1945 hatte die bisherigen überregional bibliophil tätigen Organisationen ihren Sitz in der späteren BRD hatten, wurde damit auch in der DDR eine bibliophile Vereinigung ins Leben gerufen. Die »Pirckheimer-Gesellschaft zur Pflege des deutschen Buches im Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands«, der dann auch regional tätige bibliophilen Zusammenschlüsse angehörten, wurde 1990 zur »Pirckheimer-Gesellschaft e.V.«; die »Sektion Exlibris« wurde in die entsprechende BRD-Gesellschaft integriert und der »Leipziger Bibliophilen-Abend«, die »Minibuchfreunde«, sowie der »Verein der Graphikfreunde Magdeburg« als eigenständige Gesellschaften wieder aus der Pirckheimer-Gesellschaft ausgegliedert.
Als erste Publikation der Pirckheimer-Gesellschaft erschien zur offiziellen Gründungsveranstaltung am 29. Januar 1956 und mit neuer Umschlaggestaltung die zur Gründung der Gesellschaft anlässlich der Schiller-Ausstellung vorgesehene Schrift von Friedrich Schiller: „Herzog von Alba bei einem Frühstück auf dem Schlosse zu Rudolstadt im Jahre 1547“. Das Design dieser Schrift wurde dann wiederum ein Jahr später, im Januar 1957, zur Vorlage der äußeren Gestaltung des 1. Heftes der Marginalien.
lks.: Gabe zum Gründungstreffen
oben: Marginalien #1 (1957), #48 (1972), #47 (1972), #75 (1979)
untere Reihe: #125 (1992), #217 (2015), #256 (2025)

Mittwoch, 28. Januar 2026

„Märkische Allgemeine“ berichtet über die Bücherkinder

Die Märkische Allgemeine bringt einen Artikel über den Besuch von Armin Schubert mit seinen Bücherkindern im Potsdamer Museum Barberini und die Beschäftigung der Bücherkinder Brandenburg mit dem „Einhorn“.
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Wiener Bibliophile in der Theatermuseums-Bibliothek

Die Wiener Bibliophilen-Gesellschaft unternahm am 21. Januar eine Führung durch die Bibliothek des Wiener Theatermuseums.
Damit begann das Veranstaltungsprogramm 2026. Die Bibliothekarin Mag.a Claudia Mayerhofer, MSc. macht die Teilnehmer mit den Beständen vertraut, die wohl mit Recht zu „Wiens verborgenen Bücherschätzen“ gerechnet werden dürfen.
Für die Wiener Bibliophilen haben diese Schätze besondere Bedeutung, lieferte doch die großartige, 1922 vom Theatermuseum erworbene Sammlung des k.k. Hof-Burgtheaterdirektors Hugo Thimig den Grundstock dafür - Thimig war 1912 Mitbegründer und bis 1917 erster Präsident der Wiener Bibliophilen-Gesellschaft!

(Ernst Fischer)

Dienstag, 27. Januar 2026

Frans Masereel, ein Einblick in sein Schaffen

Bereits zu Lebzeiten war der Belgier Frans Masereel (1889–1972) international bekannt, auch die Pirckheimer-Gesellschaft widmete ihm vor allem in den 70gern etliche Aktivitäten, eine Ausstellung in Frankreich stellt nun sein künstlerisches Werk in einer Ausstellung vor.
Sein Œuvre ist vielfältig: Der humanistische Künstler, dessen Kunst sich in die Kämpfe seiner Zeit einbrachte und der sich für eine friedliche Welt eingesetzt hat, war vor Allem für seine Holzschnitte bekannt, aber auch als Illustrator zahlreicher Bücher, wie die seiner Freunde Stefan Zweig und Romain Rolland. Durch die regelmäßige Veröffentlichung einiger seiner Geschichten in Bildern ohne Worte (er gilt als der Schöpfer des Graphic Novels ohne Text 1918) bleibt er unvergessen.

Die von Samuel Dégardin kuratierte Ausstellung bietet darüber hinaus die Möglichkeit, neben seinen Holzschnitten weitere Facetten des Künstlers zu entdecken, der auch zeichnete, malte, für die Druckerei und das Verlagswesen tätig war, für die dekorativen Künste arbeitet.

Eröffnung: 13. Februar 2026, 18 Uhr, Samuel Dégardin, Kunsthistoriker: Frans Masereel, Kunst zwischen Revolte & Träumerei
14. Februar - 20. September 2026

Musée de l'Image | Ville d'Épinal
42 quai de Dogneville, 88000 Épinal

Sigrid Wege zum 65.


Heute feiert Sigrid Wege, Vorsitzende des Vereins der Bibliophilen und Graphikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e.V.Willibald Pirckheimer“ und langjähriges Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft ihren 65. Geburtstag.

Herzlichen Glückwunsch!

Die Abb. zeigt Sigrid Wege auf der artbook.berlin 2025, Foto © ad

Montag, 26. Januar 2026

Einhorn - Das Fabeltier gesehen für Bibliophile

Noch bis zum 1. Februar ist in Potsdam die Ausstellung „Einhorn - Das Fabeltier in der Kunst“ zu sehen, eine Ausstellung, die durch die von Armin Schubert betreuten Bücherkinder Brandenburg mit ihrem Buchprojekt „Vom Mehrwert des Einhorns begleitet wurde.
Wandteppich aus der Gotthardt- und Christuskirchengemeinde Brandenburg a.d. Havel
Das ist jedoch nicht der einzige Aspekt, der die Ausstellung für Bibliophile interessant macht, denn Bücher bilden einen Großteil der mehr als 140 gezeigten Exponate, wovon hier auf einige Stücke hingewiesen wird.
Denn die Attraktivität des Einhorns reicht Jahrhunderte, sogar Jahrtausende zurück, so galt im Mittelalter das Einhorn als Symbol für Christus, später als Allegorie der Keuschheit, es war medizinisches Wundermittel und Forschungsobjekt der beginnenden Naturwissenschaft.
25. Oktober 2025 - 1. Februar 2026

Museum Barberini
Alter Markt, Humboldtstr. 5-6, 14467 Potsdam

Sonntag, 25. Januar 2026

Ehrung am Grab von E.T.A. Hoffmann

Jörg Petzel, Vors. der Berliner Sektion der Internationalen E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, sprach einführende Worte. Am Ehrengrab bereits ein Kranz des Bürgermeisters.
Zu seinem 250. Geburtstag ehrten gestern Mitglieder der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft und weitere Freunde, u.a. vom Berliner Bibliophilen Abend, mit einer Libation am Grab des Universalkünstlers der Romantik.
Fotos © ad
v.l.n.r.: Ulrich Goerdten, Jörg Petzel, Ralf Parkner, darunter Dr. Dr. Bernd Hesse

Samstag, 24. Januar 2026

Libation für E.T.A. Hoffmann

mittels KI erstellt von Bernd Hesse

Norbert H. Ott (1942 - 2026)

Norbert H. Ott, der am 10. November 1942 in Coburg geboren wurde, war 22 Jahre alt, als er Mitglied der Deutschen Exlibris-Gesellschaft wurde.
[...] Der Einfluss, den Norbert H. Ott auf die Entwicklung der Deutschen Exlibris-Gesellschaft und der Exlibriskunst nach den 1960er Jahren nahm, ist kaum hoch genug einzuschätzen. In zahlreichen Aufsätzen und sonstigen Beiträgen gab er entscheidende Impulse zur Überwindung älterer und eher konservativer Ausrichtungen und Geschmackstendenzen in der Exlibriskunst und bei Sammlern und Sammlerinnen sowie Künstlern und Künstlerinnen – hin zu progressiveren Auffassungen und Ausdrucksformen [...]. Womit er einer großen Anzahl zeitgenössischer Künstler und Künstlerinnen den Weg bahnte. Ott gehörte auch zu denen, die (an)erkannten, dass „fast alles Neue auf dem Gebiet der Exlibriskunst der siebziger und achtziger Jahre, neue Namen, Stilrichtungen und Techniken, aus den Ländern des [damaligen] Ostblocks stammten“. Folgerichtig war er es, der – neben Klaus Rödel – den Eisernen Vorhang für die Exlibriswelt weit öffnete. [...]
Wie wir erst jetzt erfuhren, ist der bedeutende Exlibrist und Mittelalterforscher Dr. Norbert H. Ott bereits am 28. August 2025 in München verstorben. Er wird einen Ehrenplatz im kollektiven Gedächtnis der DEG einnehmen.

(Henry Tauber, gesamten Nachruf auf der DEG-Homepage)

Freitag, 23. Januar 2026

Ernst Busch zum 126. Geburtstag

Wenn Bibliophile und Liebhaber der Schwarzen Kunst zum 126. Geburtstag eines Nonkonformisten, wie dem Brecht-Schauspieler, Sänger der Brigadas Internationales Ernst Busch zusammenkommen, liegt natürlich auch Gedrucktes auf den Tisch; Altes und, wie die Papierservietten, frisch aus der Presse von Bernd Friedrich und Lesezeichen von Christoph Geyer, letzteres selbstverständlich nummeriert (hier № 00627).