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Freitag, 10. Juli 2026

Verdienstorden des Freistaats Thüringen für Prof. Dr. Peter Arlt

Foto © Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin
Seit vielen Jahrzehnten prägt Prof. Dr. Peter Arlt das kulturelle Leben Thüringens auf besondere Weise – als Kunstwissenschaftler, Publizist, Hochschullehrer, Schriftsteller und engagierter Begleiter zahlreicher Künstler. Schon während seines Studiums engagierte er sich in literarischen Zirkeln und Autorenvereinigungen und entwickelte jene wissenschaftliche und künstlerische Neugier, die sein weiteres Wirken prägen sollte. Auch später brachte er sich in bedeutende Künstler-, Wissenschafts- und Kulturvereinigungen ein und wurde zu einer festen und hochgeschätzten Persönlichkeit der Thüringer Kunst- und Kulturlandschaft.

Seine wissenschaftlichen Arbeiten und Publikationen zur Kunstgeschichte und Kunsttheorie haben weit über Thüringen hinaus Beachtung gefunden. Insbesondere seine Veröffentlichungen zur bildenden Kunst der DDR und zur Methodik der Kunstwissenschaft in der DDR haben Generationen von Schülern und Studierenden geprägt und einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Kunstentwicklung in Ostdeutschland geleistet. Dabei zeichnete ihn stets eines besonders aus: die Fähigkeit, immer einen offenen Horizont innerhalb der Kunst- und Kulturpolitik zu bewahren.

Professor Arlt blieb Thüringen stets eng verbunden. Besondere Verdienste erwarb er sich auch als Hochschullehrer an der Universität Erfurt. Viele seiner Studierenden erinnern sich an einen Professor, der Wissen nicht nur vermittelte, sondern Begeisterung weckte. Der Kunst nicht als Gegenstand verstand, sondern als Einladung zum Nachdenken, zum Entdecken und zum Gespräch. Darüber hinaus hat er als Kurator, Autor zahlreicher Ausstellungskataloge und Monografien sowie als Lyriker und Schriftsteller künstlerische Lebenswege dokumentiert und kulturelle Zeugnisse für kommende Generationen bewahrt.

Mit seinem publizistischen, wissenschaftlichen und kulturellen Lebenswerk hat sich Professor Arlt in herausragender Weise um Kunst und Kultur in Thüringen verdient gemacht.
Für diese außergewöhnlichen Verdienste verleihe ich Prof. Dr. Peter Arlt den Verdienstorden des Freistaats Thüringen.

(Laudatio Mario Voigt, Ministerpräsidenten des Freistaats Thüringen)

Donnerstag, 9. April 2026

Roland Berger (1942 - 2026)

Roland Berger (14.11.1942 - 4.4.2026), Foto 2019 © ad
Am 4. April 2026 ist Prof. Dr. Roland Berger nach langer Krankheit gestorben.

Bücherfreunden ist Prof. Dr. Roland Berger nicht nur als zeitweiliges Vorstandmitglied der Pirckheimer-Gesellschaft bekannt, wir kennen ihn durch seine Vorträge zur Bildenden Kunst und aus Ausstellungen eigener Werke, durch seinen originellen Neujahrsgrüße, die u.a. in der Edition Schwarzdruck erschienen, und andere Grafiken, wie z.B. zu Jahrestreffen oder den Marginalien.

Die junge Welt veröffentlichte am 9. April einen Nachruf auf Roland Berger von Peter Michel:
Roland Berger gehörte in der DDR zu den aktivsten Mitgestaltern der Grafikedition der jungen Welt. Geboren 1942 in Weinböhla bei Dresden, erwarb er 1972 sein Diplom als Maler und Grafiker an der Kunsthochschule Berlin, wurde 1983 zum Dozenten mit künstlerischer Lehrtätigkeit an der Humboldt-Universität berufen und bestimmte seitdem das hohe Niveau grafischer Techniken im Osten Deutschlands mit: in der freien Zeichnung, der Lithographie, dem Holz- und Linolschnitt, dem Farblinoldruck, der Frottage, der Farbaquatinta und anderem. Auch plastische Gestaltungen gehörten zu seinen Arbeitsmethoden. Bergers Werke wurden in Berlin, Rotterdam, Mainz, Am-heim, Warschau, Moskau, Banska Bystrica und vielen weiteren Orten gezeigt. Bekannt wurde er mit Arbeiten zu den Werken von Anna Seghers und Franz Fühmann und mit seinen Beiträgen zur Kunst des Exlibris. Seine letzte große Einzelausstellung fand erst vor zwei Jahren im Schloss Oranienburg statt. Am 4. April 2026 verstarb Berger im Alter von 83 Jahren in Hohen Neuendorf. Vielleicht erinnert sich. mancher Leser, der die junge Welt aus den DDR-Jahren kennt, an seine frischen Editionsgrafiken.

1 Kommentar:
15. April 2026: Peter Arlt hat gesagt…
In den vielen Jahrzehnten unserer Bekanntschaft als Kollegen von Einrichtungen, die Kunsterzieher ausbildeten, die wir in unserem Leben der DDR viel zu danken haben, als verlässliche Neujahrsgruß-Verfasser waren wir befreundete Pirckheimer, die auch beim Meißener-Staucha-Treffen zur Freude vieler gemeinsam Grafiken versteigerten. Seine künstlerischen Arbeiten schätze ich, besonders seinen am Stuhl gefesselten "Ikarus" von 1980!

Freitag, 8. August 2025

Trauer um Jens Henkel

Jens Henkel an seinem letzten Arbeitstag auf Schloss Heidecksburg, Foto: Peter Lahann
Wir trauern um den langjährigen Jens Henkel. Der 72-Jährige ist am Donnerstag, 7. August 2025, nach langer schwerer Krankheit verstorben.
[...]
Jens Henkel konzipierte und realisierte eine Reihe von hochwertigen Büchern (zwischen 120 und 250 Seiten mit Pappband und Schutzumschlag) „Künstler in Thüringen“ und widmete sich damit dem zeitgenössischen Kunstschaffen in Thüringen, wie es vorher noch nicht und nachher nicht wieder geschehen ist. Jeder Titel enthält ein Werkverzeichnis des betreffenden Künstlers. Die Bände erschienen anlässlich der jeweiligen Personalausstellungen im Museum Heidecksburg, in der Kunsthalle Erfurt und im Schlossmuseum Sondershausen. Mit der Schriftenreihe lieferte Jens Henkel im Laufe einer Dekade eine thüringenweit bedeutsame Dokumentation über zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler, die weit über die anlassgebenden Ausstellungen und den Rahmen des Landesmuseums hinausgeht.
[,,,]
Von 1991 bis 2020 erschienen in der von Jens Henkel 1990 gegründeten burgart-presse 49 Pressendrucke, 8 bibliophile Drucke und 27 weitere Druckerzeugnisse in limitierten Auflagen. Es entstanden Künstlerbücher und bibliophile Kostbarkeiten, die gemeinsam mit bedeutenden bildenden Künstlern, wie Alfred Traugott Mörstedt, Steffen Volmer, Moritz Götze, Max Thalmann und mit Schriftstellern wie Walter Jens, Adolf Endler, Christa Wolf, Kerstin Hensel u. a. entstanden.

(Nachruf auf rudolstadt.de lesen)

5 Kommentare:
8. August 2025: Annerose Kirchner hat gesagt…
Ich bin so traurig... Jens ging es schon seit Jahren nicht gut.
9. August 2025: Helge Leiberg hat gesagt ...
RIP lieber Jens!

9. August 2025: Armin Schubert hat gesagt…
Welch ein Verlust. Unser Buch "Vom Aufstehen" hat uns ja tolle Impulse durch ihn gegeben. Ich habe ihn einmal in seinem Museum mit dem Bundesverband der JuKu- Schulen erlebt. Warum kann man nicht in Würde 103 werden und bis zum Schluss auch arbeiten.
10. August 2025: Peter Arlt hat gesagt…
Uns Thüringer Pirckheimern hat Jens Henkel in Rudolstadt großartige, sachkundige und temperamentsdurchdrungene Führungen angedeihen lassen, für die wir ihm weiterhin Dank sagen wollen.

Dienstag, 17. Juni 2025

Marginalien #257

Vorschau auf das in Auslieferung befindliche Heft der Marginalien, Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, 257. Heft · 2025/2:
  • Stefan Soltek: Bernhard Jäger. Buchkunst. Grafik
  • FUNDSACHE – Bernd Friedrich Schulz: Leonhard Thurneyssers Bebaiōsis agōnismou von 1576 – ein Unikat in der Bayerischen Staatsbibliothek
  • Ekkehard Schulreich: Peter Hinkes Connewitzer Verlagsbuchhandlung in Leipzig führt seit 35 Jahren eine Tradition fort: Bücher verkaufen und Bücher machen
  • Till Schröder: Der Maler Hannes Möller im Interview über sein Bibliotheken-Projekt beschädigter und verbrannter Bücher
  • Joachim Möller: Überlegungen zu Möglichkeiten der literarischen Illustration am Beispiel von Jonathan Swifts Gulliver’s Travels (1726)
  • Peter Arlt: In der Buchsammlung Otto Kaysers auf der Suche nach Leben und Werk des Künstlers
  • Sebastian Fitzner: Eine vergessene Sternkarte aus dem Jahr 1893
  • Jens-Fietje Dwars: Fontane – Ein Emaille-Buch von Moritz Götze.
  • Matthias Haberzettl: Zum Tod des Illustrators und Grafikers Wolfgang Würfel
Als typographische Beilage enthält das Heft: Jonathan Swift, Die Bücherschlacht (1704) – Schlaglichternd dezimiert von Till Schröder. Gestaltet und kommentiert von Thomas Glöss.
Als graphische Beilage ist dem Heft für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft die zweifarbige Offsetlithografie von Bernhard Jäger: Schauspieler, 650 sign. und num. Exemplare, gedruckt von Stephan Rosentreter, beigelegt.

(nach einer Information von Sven Uftring)

Mittwoch, 11. September 2024

>Marginalien... # 254

Wie gewohnt zum Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft, welches am kommenden Wochenende in Magdeburg stattfindet, erscheint das neue, in diesem Fall das dritte Heft des Jahres, der Marginalien.
Einige Mitglieder halten es bereits in den Händen, andere finden es in den nächsten Tagen im Briefkasten, die Teilnehmer des Jahre3streffens bekommen es vor Ort ausgehändigt.
Im aktuellen Heft spricht Volker Probst die Historie seiner Walt Whitman-Sammlung und Moritz Lampe beschreibt das Nachleben der Whitmans-Texte am Weimarer Bauhaus. Den ersten 10 Jahren der Büchergilde Gutenberg widmet sich aus Anlass ihres diesjährigen 100sten Geburtstages Ernst Falk. Jens-Fietje Dwars porträtiert Oskar Wolff (1799–1851), dessen "Die nobeln Passionen" in einer Kurzfassung als von Matthias Gubig gestaltete typografische Beilage ist. Peter Arlt würdigt Werner Oechslin und Thorsten Ahrend stellt den Verlag Das Kulturelle Gedächtnis vor.
Harald Kretzschmar, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, der am 27. Juni, wenige Wochen nach seinem 93. Geburtstag starb, wird in zwei Nachrufen gewürdigt.
Für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft liegt dem Heft eine zweifarbige Originalgraphik (Abb..) von Henrik Schrat in verschiedenen Varianten und einer Gesamtauflage von 650 Exemplaren im Stempel- und Körperdruck bei.

Montag, 20. Mai 2024

Der den Bettel schleppt

Das Angermuseum Erfurt zeigt Malereien und Grafiken des fantastischen Realisten Heinz Zander.
Mit der Formel „moderne Kunst“ kann wenig von Kunst erfasst werden. Wie Künstler Schüler von vorangegangenen Künstlern geworden sind, nimmt Goethes Verständnis von Kunst in den Griff: „Es geht durch die ganze Kunst eine Filiation“. Was es heißt, sich als Künstler in die Tradition zu begeben, zeigt etwa ein Selbstbildnis Heinz Zanders (*1939) mit dem bekennenden Titel Selbst mit herbstlicher Palette als ein Schüler des Hyacinthe Rigaud, das sich in Privatbesitz befindet. In ihrer Traditionsbezogenheit und altmeisterlichen Virtuosität spottet Zanders Kunst der Schwemme an selbstreferentiellen und kurzzeitigen Innovationen „moderner Kunst“. Zander wurde von Grazien aus der Frührenaissance, dem Manierismus und dem Symbolismus besucht, von des Künstlers eigener Grazie lächelnd eingelassen. Mit der sich ständig erneuernden Imaginationskraft seiner Bildsprache, mit der prallen sinnlichen Präsenz der gestreckten und gebogenen Figuren, mit spannend inszeniertem Geschehen in leuchtenden Farben und einer faszinierenden Stofflichkeit der Dinge begeistert der Leipziger fantastische Realist, der in Wolfen geboren wurde, nach wie vor.

1965 brachte der Kunsthistoriker Dieter Gleisberg im Lindenau-Museum von Altenburg Zanders „magisches Zauberspiel“ in der ersten Einzelausstellung zur Aufführung. Nun, anlässlich seines 85. Geburtstags, zeigt das Angermuseum Erfurt nun erstmals komplett die Malereien, Grafiken und Handzeichnungen von Heinz Zander, unter anderem das Bildnis Sonja Kehlers, das Selbstporträt von 1981 und Gebirgslandschaften. Keinem anderen Künstler der Leipziger Schule wurde vor 1989 in dieser Institution so viel Aufmerksamkeit und Wertschätzung zuteil wie Heinz Zander. Diesem Thema widmet sich Kuratorin Cornelia Nowak, die dem Katalog auch eine ausführliche Biografie mit fundierter Schaffensdarstellung beisteuerte. Wieder abgedruckt ist auch Hans Bruckschlegels Erläuterung Nicht mischen, sondern lasieren (1984) über die Maltechnik als Ausdruckswert von Zanders Malerei, ebenso Zanders Text Aus der Zeit der frühen Mütter. Theseus und Perseus (1982).

Die großartige Ausstellung, bereichert mit Bildern aus etlichen Orten und aus der Sammlung des Unterstützers Peter Thoms aus Mühlhausen, sowie der gewichtige Katalog würdigen Zanders Werk in den ersten Jahrzehnten seines Schaffens zu literarischen Stoffen von Johann Wolfgang Goethe, Thomas Mann (Dr. Faustus, 1964–1967) bis zu Bertolt Brecht (Anachronistischer Zug, 1984). Durch staatliche Aufträge befördert, spielten in Zanders Werk historische Ereignisse eine wichtige Rolle – etwa die Thüringer Bauernaufstände 1525 oder die unter dem Begriff Tolles Jahr von Erfurt in die Geschichte eingegangene Revolte der Stadtbevölkerung von Erfurt gegen ihre Ratsherren von 1509. Der Kunsthistoriker Thomas von Taschitzki erläutert außerdem die bildgewordene Opposition des Augustinermönchs Martin Luther gegen das Ablassunwesen. Da der große Reformator in der bereits 1525 evangelisch gewordenen Barfüßerkirche in Erfurt eine Predigt hielt, besitzt Heinz Zanders Luther-Triptychon zu dessen Biografie einen direkten Bezug.

Im Panorama-Museum von Bad Frankenhausen bewahrt Gerd Lindner einen umfangreichen Sammlungsbestand. Im Katalog untersucht er weitgreifend und tiefgründig Zanders Lebensfahrt, und auch, wie der Künstler den Ausdruck in gleichnishafter, antithetischer Verdichtung subtil steigert und die geistige Durchdringung gekonnt mit den Mitteln der Ironie zu verfeinern weiß. Der Autor dieses Textes führt an Theseus, Perseus und Kentauren Zanders innovativen Mythologiebezug vor, etwa wie Apollon mit feinem Messer den weiblichen Marsyas tranchiert und die textile Haut entfernt. „Das Literarische ist das Vornehmste in der Kunst“, so lautet ein Aphorismus Zanders, der nicht das literarische Schaffen an sich meint, das er ebenso beherrscht, sondern das Literarische in der bildenden Kunst. Darunter versteht Zander nie die „plumpe Abbildung eines vorgeschriebenen Gedankens“, sondern eine Bilddichtung in gestalthafter Sinnfindung. Demjenigen, der, vom Reinlichkeitsgedanken beschränkt, Literarisches in der bildenden Kunst für eine unerlaubte Mischung hält, entgeht etwas. Diese Haltung reicht als Kunstform bis weit ins Mittelalter zurück.

Bevor er ein Protagonist der gegenwärtigen realistischen Kunst in Europa wurde, begeisterte Heinz Zander bereits während des Studiums in Leipzig (1959–1964) und als Meisterschüler bei Fritz Cremer mit herausragender Leistung. Sogar der Lehrkörper in Leipzig ließ sich, über die Schulter dieses Studenten blickend, über Zeichenkunst belehren. Der Ausstellungsbesucher staunt: Etwa darüber, dass der, der den Bettel schleppt, doch glaubt, die Welt belehren zu können (in einem Gemälde von 1989), und ebenso über die Farbkunst ... – wie im schwarzen Grund Krapplack und Pariserblau schimmern.

Zur Ausstellung erschien ein Katalog - für 30 Euro.

(Peter Arlt)

Ausstellung: 12. Mai - 28. Juli 2024

Angermuseum Erfurt
Fischmarkt 1, 99084 Erfurt

Samstag, 2. Dezember 2023

Wandelhalle Herbst 2023

Die Ausgabe Herbst 2023 der Wandelhalle für Bücherfreunde ist soeben erschienen.

Darin berichtet unter dem Titel "Schatzsuche auf Schloss Friedenstein" Ralf Wege auch über das 50. Jahrestreffen der Pirckheimer in Gotha, an welchem rund 60 Mitglieder und Freunde teilnahmen.

"Organisator Peter Arlt begrüßte im KunstForum Hannah Höch die Teilnehmer. An seiner Seite war Thomas Offhaus [...], der Künstler, der die Grafik zum Jahrestreffen gestaltet hat: die Kupferradierung «Ein Buch, das ich träumte». Zugleich präsentierte er sich als Musiker, improvisierte mit Gitarre, Theremin und Elektronik. [...]
Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch [führte] durch seine Stadt. In der Schlosskirche trafen sich die Pirckheimer am Abend zu einem speziellen Konzert. Dort nahm sie Sabine Linder mit auf eine musikalische Reise in die Epoche Willibald Pirckheimers und seiner Zeitgenossen. [... Gotha gilt] mit seiner Bibliothek als eine «Goldgrube für die geistes- und kulturwissenschaftliche Forschung». Kreuch erinnerte auch an die Bedeutung Gothas als namhaften Verlagsstandort, der auf eine über 375-jährige Geschichte zurückblicken kann.
[... die Forschungsbibliothek] ... bewahrt etwa eine Million physische Bibliotheksobjekte. Darunter rund 350000 Drucke bis zum Erscheinungsjahr 1900, 8200 mittelalterliche, frühneuzeitliche und neuzeitliche Handschriften sowie 3500 orientalische Handschriften, 185000 Karten, 1650 Kupferplatten sowie 62 frühneuzeitliche und neuzeitliche Globen. Dazu kommt eine Sammlung von 11130 Briefen deutscher Auswanderer nach Amerika aus dem 19.Jahrhundert. [... Die Teilnehmer besuchten auch die] von Peter Arlt kuratierten Ausstellung «p.f. – Neujahrsgrafik» im Spiegelsaal. [...]
Der Beitrag enthält auch den Hinweis auf das nächste Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft, welches vom 13. bis 15. September 2024 in Magdeburg stattfinden wird.

Mittwoch, 4. Oktober 2023

Thüringer Allgemeine berichtet über Pirckheimer-Gesellschaft in Gotha

Peter Arlt führt durch die Ausstellung "p.f. - Neujahrsgrafik" in der Forschungsbibliothek Gotha ...

(der Screenshot kasnn durch Klick vergrößert werden, der Artikel befindet sich leider hinter einer Paywall)

Dienstag, 26. September 2023

»p.f. - Neujahrsgrafik«

Pirckheimer in der Ausstellung, Fotos: ad
Herbert Kästner und Kurator Peter Arlt eröffneten im Rahmen des Jahrestreffens der Pirckheimer-Gesellschaft eine Sonderausstellung im Spiegelsaal des Gothaer Schlosses mit originalgrafischen Neujahrsgrüßen aus nahezu 6o Jahren.
Vitrinen mit Neujahrsgraphiken von Heinz Plenk, Foto: Peter Arlt
Zur Eröffnung wurden innerhalb der Ausstellung auch Graphiken zu Willibald Pirckheimer gezeigt, darunter zum ersten mal gemeinsam Baldwin Zettls »Melancholie II (Bahnhof)« und Albrecht Dürers »Melencolia I«, letzteren natürlich nur in einem ausgezeichneten Druck der Bundesdruckerei.
An die Stelle des abgebauten Teiles der Ausstellung hat Peter Arlt mit Frau Albrecht sechs große p. f.- Neujahrsgrüße von Heinz Plank platziert.

Ausstellung: 23. September - 31. Oktober 2023

Forschungsbibliothek Gotha
Schloss Friedenstein
Schlossplatz 1, 99867 Gotha

Samstag, 23. September 2023

Pirckheimer-Treffen - Neujahrsgrafik

Peter Arlt
Eröffnung der Ausstellung "p.f. - Neujahrsgrafik" durch Herbert Kästner und Kurator Peter Arlt im Spiegelsaal der Forschungsbibliothek auf Schloss Friedenstein in Gotha.
Herbert Kästner
Ralf Parkner
Matthias Haberzettl, Fotos © ad

Freitag, 22. September 2023

Start des Pirckheimer-Jahrestreffen 2023

Das Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft 2023 hat begonnen. 63 Teilnehmer besuchen in den nächsten 3 Tagen in Gotha die Stadtbibliothek, das KunstForum, das Rathaus und die Historische Altstadt, Schloss Friedenstein mit der Schlosskirche und der Forschungsbibliothek, das Schlosstheater und führen ihre Mitgliederversammlung mit einer Neuwahl des Vorstandes durch.

In der Tagungsmappe finden sich neben einer Graphik von Thomas Offhaus eine Karte pour féliciter vom Organisator des Treffens Prof. Peter Arlt.
Peter Arlt, Thomas Offhaus
Vom Kunstforum gingen die Pirckheimer zum Alten Rathaus. Dort erwartete sie Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch. Er führte informativ, faktenreich, humorvoll und mt Augenzwinkern durch die Altstadt. Ein Erlebnis! (Text und Foto: Ralf Wege)
Schloss Friedensstein, Schlosskirche
Sabine Lindner, "Eyn neues Lied wir heben an" - Musikalische Reise zu Pirckheimer und zu seinen Zeitgenossen (Fotos © ad)

Dienstag, 19. September 2023

Graphik zum Pirckheimer-Jahrestreffen

In wenigen Tagen findet das 50. Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft statt. Es wird vom Gothaer Kunstwissenschaftler Prof. Peter Arlt organisiert.
Die Thüringische Landeszeitung veröffentlichte in einem Gastbeitrag von Till Schröder am 19. September ein Foto der Graphik, einem Tiefdruck des Gothaer Künstlers Thomas Offhaus, die an alle Teilnehmer des Treffens ausgereicht werden, womit diese Graphik zum ersten mal bereits vor dem Jahrestreffen bekannt gegeben wurde.
Der Beitrag selbst ist durch eine Paywall geschützt.
Thomas Offhaus, "ein Buch, das ich träumte", Tiefdruck, Foto © Thomas Offhaus

Jahrestreffen: 22. - 24. September 2003

Gotha

Freitag, 15. September 2023

Marginalien #250

Das 250ste Heft der Marginalien ist erschienen!
Als graphische Beilage lag für Mitglieder der Kupferstich Il Bulino von Baldwin Zettl bei, ein Kupferstecher, der die Pirckheimer-Gesellschaft mit seinen Arbeiten seit Jahrzehnten begleitet, u.a. mit der Jahresgabe von 1988 mit den Illustrationen zur Jahresgabe Willibald Pirckheimer Vom Selbstlob der Gicht, und dessen 80. Geburtstag in 14 Tagen bevorsteht. Die im Künstlerhaus Hohenossig gedruckte Graphik erschien in einer Auflage von 650 nicht nummerierten Exemplaren.

" ... Das 250. Heft fällt zufällig auch ins zehnte Todesjahr einer für die Marginalien prägenden Person: Lothar Lang. Wir erinnern uns an den langjährigen Chefredakteur in unserer typografischen Beilage mit drei Beispielen seiner bis heute anregenden Atelierbesuche. Wir geben noch einmal Klaus Walther Platz, dem kürzlich verstorbenen Leseverführer und Pirckheimer, mit seinem Text über Bücherdiebstahl aus eigener Erfahrung - als Bestohlener und Dieb. Wir schauen auf alle Grafischen Beilagen seit dem ersten Blatt im Jahr 1970. Und Peter Arlt durchpflügt Neujahrsgrafiken aus sechs Jahrzehnten, auch solche der Pirckheimer-Gesellschaft. Jenseits des engeren Marginalien-Kosmos reichen die Beiträge von Pergamenten aus dem Jahr 1200 über Asbestpapiere des 17. Jahrhunderts, Edmund Edels buchgrafisches Werk im 20. Jahrhundert, Berliner Lyrikanthologien seit 1961 und Städteexlibris Andreas Raubs bis zum experimentellen Siebdruck im Jetzt - auf Kombucha-Teepilzen oder mit dem Schlamm der Schwarzen Elster. Einmal quer durch neun Jahrhunderte.  ..."

(Till Schröder, aus dem Editorial) 

Dienstag, 12. September 2023

Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft in der Presse

In "Oscar am Freitag", einem Magazin für die Stadt und den Landkreis Gotha, informierte Ulrike Tröger über kommende Veranstaltungen der Forschungsbibliothek Schloss Friedenstein, darunter auch ein erster Hinweis in der Presse auf das kommende Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft:

Am Sonnabend, dem 23. September, beginnt um 14.30 Uhr im Spiegelsaal die Einführung in die Ausstellung „p.f. – Neujahresgrafik” von Prof.
Peter Arlt (Gotha). Um 15.30 Uhr spricht unter dem Titel „Ein Blick in die Bibliothek Grewe” Till Schröder (Chefredakteur der Zeitschrift „Marginalien”) mit den Sammlern Christiane und Prof. Dr. Norbert Grewe (Darmstadt). Beide Veranstaltungen finden im Rahmen des Jahrestreffens der Pirckheimer Gesellschaft statt.
Aufgrund begrenzter Kapazitäten bitten wir um Anmeldung bis 15. September unter veranstaltungen.fb@uni-erfurt.de. ...

Dienstag, 1. August 2023

Hamburger Bothe #17

In der 17. Ausgabe des „Hamburger Bothen“ warten wir mit einer neuen Rubrik auf, die wir weiterhin pflegen wollen. Der Hamburger Zeichner und Illustrator Klaus Waschk hat auf unsere Bitte hin seinen Arbeitsalltag geschildert, den täglichen Blick auf die Elbe von seiner Wohnung aus und seinen peniblen Umgang mit Stift und Feder. Daraus ist ein neues Buch erwachsen, eine intensiv mit frischen Bildern versehene Sammlung deutscher Balladen von den Anfängen im Mittelhochdeutschen bis zu Peter Rühmkorf. Der Band wird noch in diesem Jahr bei Angeli & Engel erscheinen.
Hamburger Bothen aufrufen durch Klick auf die Abb.
Als Weiterführung unserer Beiträge über die bibliophilen Gesellschaften im deutschsprachigen Raum bringen wir einen Text von Abel Doering über den Berliner Bibliophilen Abend, der länger dahinsiechte, jüngst aber wiederbelebt werden konnte. Der „Pirckheimer“ Peter Arlt stellt anhand seiner eigenen Sammlung dar, welch große Bedeutung die Rezeption antiker Mythen in der DDR hatte.

Das Autorenporträt, das wir von Anbeginn an im „Hamburger Bothen“ geboten haben, gilt diesmal dem Hamburger Schriftsteller Herbert Hindringer.

(Peter Engel)

Dienstag, 4. Juli 2023

Unsere Schönsten...

Im September 2023 werden die Teilnehmer des Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft eine Sonderausstellung von Peter Arlt im Spiegelsaal des Gothaer Schlosses unter dem Titel »p.f. -Neujahrsgrafik« mit originalgrafischen Neujahrsgrüßen aus nahezu 6o Jahren sehen.

Aber auch im Gutenberg-Museum in  Mainz läuft in der Reihe "Unsere Schönsten..." derzeit eine Ausstellung "Neujahrsgrüße aus Europa und Ostasien".
© Gutenberg-Museum, Mainz
Die Ausstellung zeigt wahre Schätze einer Schenkung aus dem Jahr 2019. Ein Frankfurter Sammler übergab dem Gutenberg-Museum eine umfassende Sammlung dieser farbigen Holzdrucke aus China, die in der Chinesischen Volkskunst eine beliebte Tradition sind, um sich während des neuen Mondjahres gegen böse Geister zu schützen. Aber auch Glück sollen die bunten Karten bringen, die mit ihren floralen Motiven Haustüren verzieren.
In der Ausstellungsreihe „Unsere Schönsten…“ stellt das Gutenberg-Museum sowohl Nianhuas als auch eine Auswahl besonders gestalteter - teils als Originaldruck gefertigter - europäischer Grußkarten vor.

Mittwoch, 21. Juni 2023

50. Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft

In der alten Residenzstadt Thüringens, in Gotha, wird das 50. Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft stattfinden, organisiert von Prof. Dr. Peter Arlt.

Thomas Offhaus, Foto privat
Wie Till Schröder im aktuellen Heft der Marginalien mitteilt, stehen auf dem Programm eine Führung in der Origami-Ausstellung in der Stadtbibliothek, eine musikalisch improvisierte Ausstellung: »(Ein)Klang mit Bildender Kunst, Gitarre, Theremin und Elektronik« des Künstlers Thomas Offhaus, Schöpfer der Grafikgabe zum Jahrestreffen, eine Führung durch die Altstadt Gothas und im Schloss Friedenstein und ein Konzert mit Sabine Lindner unter dem Motto Eyn neues Lied wir heben an«.
Sabine Lindner, alias Klara vom Querenberg
Am nächsten Tag steht die Forschungsbibliothek im Schloss Friedenstein auf dem Programm. Auch die von Peter Arlt kuratierte Ausstellung »p.f. -Neujahrsgrafik« mit originalgrafischen Neujahrsgrüßen aus nahezu 6o Jahren und eine virtuelle Tour von Christiane und Norbert Grewe durch ihre gemeinsame, über mehrere Jahrzehnte und in verschiedenen Ländern gewachsene Sammlung von Buchkunst und Grafik erwartet die Teilnehmer.
Das traditionelle Festessen wird im Cranach-Saal des Hotels Der Lindenhof eingenommen, in welchem am letzten Tag des Treffens auch die Mitgliederversammlung abgehalten wird. Auf der Tagesordnung steht u.a. die Wahl des Vorstandes, zu der, lt. Till Schröder "Teile des derzeitigen Vorstands nicht mehr antreten".

Jahrestreffen: 22. bis 24. September 2023
Mitgliederversammlung: 24. September 2023, 9 Uhr

Gotha
Schloss Friedenstein, Cranach-Saal im »Lindenhof«

Montag, 8. Mai 2023

50. Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft

In Gotha feiert die Pirckheimer-Gesellschaft in diesem Jahr ein Jubiläum, das 50. Jahrestreffen.
Es wird organisiert durch Prof. Peter Arlt. Das erste Jahrestreffen dieser, 1956 in der DDR gegründeten Bibliophilen-Gesellschaft, fand 1972 in Dresden statt.
Die Residenzstadt Gotha, in der der vor 300 Jahren geborene Melchior Grimm verstarb (siehe Bibliophiles des Monats April), "bietet Führungen durch die Forschungsbibliothek Gotha, eine musikalische Reise in der Schlosskirche zu Willibald Pirckheimer und seinen Zeitgenossen mit Sabine Lindner, Bildende Kunst und Musik von Thomas Offhaus, eine Ausstellung im Spiegelsaal mit Neujahrsgrafiken aus fünf Jahrzehnten der Sammlung Peter Arlt und das Sammlerpaar Christiane und Norbert Grewe geben im Vortrag und Gespräch Einblicke in ihre Buch- und Grafikschätze.
Das Programm und die Modalitäten der Anmeldung werden im Frühsommer auf der Internetseite der Pirckheimer und in Heft 249 der Marginalien veröffentlicht", so der stellv. Vorsitzende der Pirckheimer-Gesellschaft Till Schröder.

Im Rahmen des Jahrestreffens wird am 24. September um 9 Uhr im Cranach-Saal des Hotels "Der Lindenhof" eine Mitgliederversammlung mit Wahl des Vorstandes stattfinden. (Ergänzungen zur  Tagungsordnung waren bis zum 10. April 2023 einzureichen, wie dem Heft 248 der Marginalien zu entnehmen war.)

Jahrestreffen: 22. - 24. September 2023

Gotha

Dienstag, 17. Januar 2023

Pirckheimer-Jahrestreffen 2023

Das Jahrestreffen 2023 der Pirckheimer-Gesellschaft wird in Gotha, wie gewohnt im September, stattfinden.

Dieses Jahrestreffen, es ist das 50. dieser Gesellschaft, wird organisiert von Prof. Dr. Peter Arlt.

Auf dem Programm stehen, so informiert der stellv. Vorsitzende der Pirckheimer-Gesellschaft, Till Schröder, auf deren Homepage "Führungen durch die Forschungsbibliothek Gotha, eine musikalische Reise in der Schlosskirche zu Willibald Pirckheimer und seinen Zeitgenossen mit Sabine Lindner, Bildende Kunst und Musik von Thomas Offhaus, eine Ausstellung im Spiegelsaal mit Neujahrsgrafiken aus fünf Jahrzehnten der Sammlung Peter Arlt, und auch das Sammlerpaar Christiane und Norbert Grewe gibt im Vortrag und Gespräch Einblicke in ihre Buch- und Grafikschätze."

22. bis 24. September 2023

Residenzstadt Gotha

Montag, 9. Januar 2023

Pirckheimer bei Ossietzky

Die »Marginalien«, die von der Pirckheimer-Gesellschaft herausgegebene Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, ist sicher die wichtigste Zeitschrift für den bibliophilen Sammler, es gibt weitere, wie z.B. die von der Arbeitsgemeinschaft Antiquariat und Versandbuchhandel im Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit Unterstützung der Maximilian-Gesellschaft herausgegebene Zeitschrift »Aus dem Antiquariat«.Darüber hinaus publizieren Sammler, Mitglieder der bibliophilen Gesellschaften und Freunde des Gedruckten ihre Eindrücke und Erkenntnisse in zahlreichen Blogs, Zeitungen und Zeitschriften - hier konnte auf diese Beiträge häufig hingewiesen werden.

Prof. Dr. Peter Arlt, 2013
Foto © Ralf Parkner
Die Artikel der Pirckheimer Peter Arlt und Harald Kretzschmar, die häufiger für den Nachfolger der Weltbühne Ossietzky schreiben, wurden von dieser Zweiwochenzeitschrift für Politik, Kultur und Wirtschaft jetzt, wie man es von anderen Printmedien kennt, für den Zeitraum ab 2019 übersichtlich zusammengefasst und können hier (Peter Arlt) und hier (Harald Kretschmar) nachgelesen werden.
Artikel von Peter Arlt finden sich übrigens auch im Blättchen, einem weiteren Nachfolger der Weltbühne.