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Dienstag, 17. Juni 2025

Marginalien #257

Vorschau auf das in Auslieferung befindliche Heft der Marginalien, Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, 257. Heft · 2025/2:
  • Stefan Soltek: Bernhard Jäger. Buchkunst. Grafik
  • FUNDSACHE – Bernd Friedrich Schulz: Leonhard Thurneyssers Bebaiōsis agōnismou von 1576 – ein Unikat in der Bayerischen Staatsbibliothek
  • Ekkehard Schulreich: Peter Hinkes Connewitzer Verlagsbuchhandlung in Leipzig führt seit 35 Jahren eine Tradition fort: Bücher verkaufen und Bücher machen
  • Till Schröder: Der Maler Hannes Möller im Interview über sein Bibliotheken-Projekt beschädigter und verbrannter Bücher
  • Joachim Möller: Überlegungen zu Möglichkeiten der literarischen Illustration am Beispiel von Jonathan Swifts Gulliver’s Travels (1726)
  • Peter Arlt: In der Buchsammlung Otto Kaysers auf der Suche nach Leben und Werk des Künstlers
  • Sebastian Fitzner: Eine vergessene Sternkarte aus dem Jahr 1893
  • Jens-Fietje Dwars: Fontane – Ein Emaille-Buch von Moritz Götze.
  • Matthias Haberzettl: Zum Tod des Illustrators und Grafikers Wolfgang Würfel
Als typographische Beilage enthält das Heft: Jonathan Swift, Die Bücherschlacht (1704) – Schlaglichternd dezimiert von Till Schröder. Gestaltet und kommentiert von Thomas Glöss.
Als graphische Beilage ist dem Heft für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft die zweifarbige Offsetlithografie von Bernhard Jäger: Schauspieler, 650 sign. und num. Exemplare, gedruckt von Stephan Rosentreter, beigelegt.

(nach einer Information von Sven Uftring)

Freitag, 23. Juni 2023

Die Ex Libris des LBA

Ein bibliophiler Verein ist ohne eigenes Ex Libris nur schwer vorstellbar. Mit der Jahresgabe 2023 des LBA wird die bisher kaum beachtete Geschichte der Ex Libris des Leipziger Bibliophilen-Abends aufgearbeitet und mit einer Neuschöpfung aktualisiert.

Noch im Gründungsjahr des alten LBA 1904 wurde das Vereinsmitglied Bruno Héroux (1868-1944) mit Entwurf und Ausführung eines Ex Libris beauftragt. Héroux war Professor an der Königlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe Leipzig. Seine druckgrafische Präferenz lag in der Tiefdrucktechnik der Radierung, welche er auch für das erste Ex Libris des LBA (lks.) nutzte. Der illustrative Stil seines Blattes ist vom Symbolismus geprägt, den in Leipzig exemplarisch sein älterer Kollege Max Klinger verkörperte. 
Es kann nicht mehr nachvollzogen werden, warum dieses Blatt nicht weiter verwendet wurde, doch bereits drei Jahre später schuf Walter Tiemann (1876 - 1951) ein neues Ex Libris (oben). Als Kollege von Héroux und ebenfalls Professor an der Akademie war Tiemann im gleichen Jahr 1907 gemeinsam mit Carl Ernst Poeschel Gründer der Janus-Presse. Sein zweifarbiger Holzschnitt nimmt sehr deutlich Elemente der englischen Buchkunstbewegung auf. Das Signet rechts unten ist zudem eine Reminiszenz an das sogenannte Allianz-Signet der beiden deutschen Frühdrucker Fust & Schöffer.
Der 1991 neugegründete LBA hat nicht nur mit dem Namen an den von 1904-1933 existierenden Vorgängerverein angeknüpft, auch ein neues Ex Libris wurde in Auftrag gegeben. Oswin Volkamer (1930 - 2016) hatte an der Leipziger Akademie studiert, die inzwischen in Hochschule für Grafik und Buchkunst umbenannt wurde. Sein Ex Libris (rechts) von 1996 greift mit der strengen Symmetrie Formen eines geschlossenen Signets auf. 
Um die Tradition durch eine zeitgemäße Formsprache zu begleiten, hat sich der LBA ein neues Ex Libris entwerfen lassen (mitte). Mit dem Leipziger Grafiker Robert Schmiedel schließt sich der Kreis, da er ebenfalls an der HGB studierte. Auch seine bevorzugte Drucktechnik ist die Radierung, die er technisch höchst anspruchsvoll als Strichätzung mit Reservage und Aquatinta in mehreren Ätzstufen ausführte. Das Buch als unabdingbares Attribut bibliophiler Darstellungen kommt auf den vier Varianten in unterschiedlicher Größe vor, bei Robert Schmiedel steht es in seiner charmant-ironischen Darstellung im Mittelpunkt. Der LBA führt mit der Kontinuität eines eigenen Ex Libris die Tradition originalgrafischer Drucktechniken in aktueller Form weiter.

Der Druck der Original-Radierung von Robert Schmiedel erfolgte durch Jeanette und Reinhard Rössler im Künstlerhaus Hohenossig. Text und Gestaltung lagen in den Händen von Thomas Glöss. Alle grafischen Blätter wurden in der Originalgröße reproduziert.

Donnerstag, 23. März 2017

Pirckheimer sagen in Leipzig Hallo

Der erste Tag kann nur so beschrieben werden: Ein voller Erfolg!
Diese Resonanz auf den Pirckheimer-Auftritt auf der Leipziger Buchmesse hat sich wohl niemand erträumt. Den ganzen Tag war der Pirckheimer-Stand dicht umlagert von Pirckheimer-Mitgliedern und solchen, die 1990 die Verbindung zu den Pirckheimern verloren hatten, von Bücherfreunden, die schon mal auf diese Gesellschaft aufmerksam wurden aber diese nicht so recht einschätzen konnten und von anderen, die erst beginnen, sich mit Buchkunst und Graphik zu beschäftigen.
Der einladend gestaltete Stand half auch Jüngeren, Berührungsängste mit so etwas "altehrwürdigem wie Bibliophilie" zu überwinden. An den Wänden finden sich Proben der graphischen Beilagen der Marginalien, die den Mitgliedern vorbehalten sind, auch zwei Arbeiten von Susanne Theumer, die noch in diesem Jahr eine Beilage für Mitglieder schaffen wird und die Besucher studierten die ausgelegten Marginalien und andere Proben unserer Tätigkeit, wie die "Jubelrufe", Hinweise zu Werner Klemke (der Film Treffpunkt Erasmus lief in Dauerschleife), Proben der Donkey-Press und wollten von den anwesenden Pirckheimern Ralph, Katrin und auch Charlotte Aepler, Matthias Haberzettl und Abel Doering wissen, was die Pirckheimer so umtreibt, fragen nach Hintergründe dieser Bibliophilen-Vereinigung und - was besonders freute! - ob man Mitglied in dieser Bibliophilen-Gesellschaft werden kann. Und die Möglichkeit einen Antrag auszufüllen nutzten einige!
Pirckheimer fand man allerdings nicht nur am Stand der Gesellschaft, sondern auch unter den anderen Ausstellern und auf der Antiquariatsmesse, so die Neuhauser Kunstmühle, Christian Bartsch und Riewert Q. Tode, Matthias Wagner, der im Eingangsbereich der Antiquariatsmesse eine wunderbare kleine Ausstellung zu Werner Klemke aufgebaut hat, die GIAQ, Thomas Glöss, der den LBA vorstellte ...


Morgen dann werden sich die Pirckheimer auf der Lesebühne in der Halle für Buchkunst und Graphik am Rahmenprogramm der Buchmesse präsentieren.
Einige Fotos finden sich auf Facebook, klick hier, weitere werden folgen ...