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Montag, 16. März 2026

Marginalien #260

Der Titel verweist auf bereits auf einen Schwerpunkt des Heftes: die Artikel von Till Schröder „Im Satire-Eldorado“ über den pardon-Verlag und die von ihm beigesteuerte typographische Beilage aus „Das Beste aus pardon“, sowie von Norbert Grewe „pardon. Eine Liebeserklärung“.
Daneben natürlich Beiträge zur kürzlich verstorbenen Núria Quevedo von Gunnar Decker, Michael Faber, Armin Schubert und Xago, oder von Ralf Plenz über „Das Verschwinden von Buchhandlungen“.
Die graphische Beilage, eine dreifarbige Offsetlithographie mit dem Titel „Lundi“ für die "Pirckheimer", stammt diesmal von Olga Prader, zu dieser Schweizer Illustratorin findet sich im Heft ein Artikel, ebenfalls von Till Schröder.

Sonntag, 14. September 2025

Marginalien #258

Mit der № 258 ist, pünktlich zum Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft, das 3. Heft 2025 der Marginalien erschienen.
Heft 258 mit dem handkolorierten Holzschnitt Akt 25 von Peter Zaumseil
Darin berichtet u.a. Erik Glossmann unter dem Titel „Avantgardistisch, anarchistisch oder kommunistisch“ über Erich Mühsam und seine Verleger, Jürgen Overhoff über Sklaverei und Sklavenhandel in den Bilderbüchern der Aufklärung, Norbert Grewe zu Briefmarken aus der Hand von Künstler und von Wolfgang Schmitz stammt der Beitrag „Die Marseillaise der Bauern“, der u.a. näher auf die beigegebene typografische Beilage eingeht.
Unter den Rezensionen findet sich ein fundierter Überblick über „Die Bücherfrucht des Klopstock-Jahres“ vom ausgewiesenen Sammler und Kenner dieses bedeutenden Literaten, Fritz Jüttner.

Die vom Gestalter der Marginalien Thomas Glöß geschaffene typografische Beilage gibt im Bauernkriegsjahre „Die zwölf Artikel“ von 1525 unter Verwendung der Schwabacher nach dem Schnitt der Genzsch und Heyse Schriftgießerei AG Hamburg und München wieder, wobei als Grundschrift der Beilage die Maxima von Gert Wunderlich verwendet wurde. Nebenbei war erfreut zur Kenntnis zu nehmen, dass die u.a. auch von mir beanstandete Paginierung im inneren Seitenrand praktischerweise wieder an den Außenrand verlegt wurde.

Peter Zaumseil, der im Heft von Uwe Klos interviewt wird, schuf für das Heft die, nur für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft vorgesehene originalgrafische Beilage, 4 Holzschnitte in einer Auflage von jeweils 165 Exemplaren: Akt 25, Buchartist, Das kleine Geschenk und Baumgruppe, die beiden erstgenannten handkoloriert.

In diesem Jahr wird die Pirckheimer-Gesellschaft wieder einmal eine Jahresgabe an ihre Mitglieder ausgeben - der Sendung lagen dazu nähere Hinweise bei.

Dienstag, 12. September 2023

Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft in der Presse

In "Oscar am Freitag", einem Magazin für die Stadt und den Landkreis Gotha, informierte Ulrike Tröger über kommende Veranstaltungen der Forschungsbibliothek Schloss Friedenstein, darunter auch ein erster Hinweis in der Presse auf das kommende Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft:

Am Sonnabend, dem 23. September, beginnt um 14.30 Uhr im Spiegelsaal die Einführung in die Ausstellung „p.f. – Neujahresgrafik” von Prof.
Peter Arlt (Gotha). Um 15.30 Uhr spricht unter dem Titel „Ein Blick in die Bibliothek Grewe” Till Schröder (Chefredakteur der Zeitschrift „Marginalien”) mit den Sammlern Christiane und Prof. Dr. Norbert Grewe (Darmstadt). Beide Veranstaltungen finden im Rahmen des Jahrestreffens der Pirckheimer Gesellschaft statt.
Aufgrund begrenzter Kapazitäten bitten wir um Anmeldung bis 15. September unter veranstaltungen.fb@uni-erfurt.de. ...

Mittwoch, 21. Juni 2023

50. Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft

In der alten Residenzstadt Thüringens, in Gotha, wird das 50. Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft stattfinden, organisiert von Prof. Dr. Peter Arlt.

Thomas Offhaus, Foto privat
Wie Till Schröder im aktuellen Heft der Marginalien mitteilt, stehen auf dem Programm eine Führung in der Origami-Ausstellung in der Stadtbibliothek, eine musikalisch improvisierte Ausstellung: »(Ein)Klang mit Bildender Kunst, Gitarre, Theremin und Elektronik« des Künstlers Thomas Offhaus, Schöpfer der Grafikgabe zum Jahrestreffen, eine Führung durch die Altstadt Gothas und im Schloss Friedenstein und ein Konzert mit Sabine Lindner unter dem Motto Eyn neues Lied wir heben an«.
Sabine Lindner, alias Klara vom Querenberg
Am nächsten Tag steht die Forschungsbibliothek im Schloss Friedenstein auf dem Programm. Auch die von Peter Arlt kuratierte Ausstellung »p.f. -Neujahrsgrafik« mit originalgrafischen Neujahrsgrüßen aus nahezu 6o Jahren und eine virtuelle Tour von Christiane und Norbert Grewe durch ihre gemeinsame, über mehrere Jahrzehnte und in verschiedenen Ländern gewachsene Sammlung von Buchkunst und Grafik erwartet die Teilnehmer.
Das traditionelle Festessen wird im Cranach-Saal des Hotels Der Lindenhof eingenommen, in welchem am letzten Tag des Treffens auch die Mitgliederversammlung abgehalten wird. Auf der Tagesordnung steht u.a. die Wahl des Vorstandes, zu der, lt. Till Schröder "Teile des derzeitigen Vorstands nicht mehr antreten".

Jahrestreffen: 22. bis 24. September 2023
Mitgliederversammlung: 24. September 2023, 9 Uhr

Gotha
Schloss Friedenstein, Cranach-Saal im »Lindenhof«

Montag, 8. Mai 2023

50. Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft

In Gotha feiert die Pirckheimer-Gesellschaft in diesem Jahr ein Jubiläum, das 50. Jahrestreffen.
Es wird organisiert durch Prof. Peter Arlt. Das erste Jahrestreffen dieser, 1956 in der DDR gegründeten Bibliophilen-Gesellschaft, fand 1972 in Dresden statt.
Die Residenzstadt Gotha, in der der vor 300 Jahren geborene Melchior Grimm verstarb (siehe Bibliophiles des Monats April), "bietet Führungen durch die Forschungsbibliothek Gotha, eine musikalische Reise in der Schlosskirche zu Willibald Pirckheimer und seinen Zeitgenossen mit Sabine Lindner, Bildende Kunst und Musik von Thomas Offhaus, eine Ausstellung im Spiegelsaal mit Neujahrsgrafiken aus fünf Jahrzehnten der Sammlung Peter Arlt und das Sammlerpaar Christiane und Norbert Grewe geben im Vortrag und Gespräch Einblicke in ihre Buch- und Grafikschätze.
Das Programm und die Modalitäten der Anmeldung werden im Frühsommer auf der Internetseite der Pirckheimer und in Heft 249 der Marginalien veröffentlicht", so der stellv. Vorsitzende der Pirckheimer-Gesellschaft Till Schröder.

Im Rahmen des Jahrestreffens wird am 24. September um 9 Uhr im Cranach-Saal des Hotels "Der Lindenhof" eine Mitgliederversammlung mit Wahl des Vorstandes stattfinden. (Ergänzungen zur  Tagungsordnung waren bis zum 10. April 2023 einzureichen, wie dem Heft 248 der Marginalien zu entnehmen war.)

Jahrestreffen: 22. - 24. September 2023

Gotha

Donnerstag, 19. Januar 2023

Marginalien 247

Marginalien mit dem Blatt
Petra Schuppenhauer, Blumen
Christiane und Norbert Grewe führen uns durchs »Goldene Zeitalter der fantastischen Buchillustration« genannten Hochzeit der Prunkbände für Märchen und Schauergeschichten zwischen Jugendstil und Art déco. Eine Zeit künstlerischer Opulenz mit wohlklingenden Namen wie Rackham, Dulac, Clarke, Bilibin, Nielsen und vielen mehr. Maria Bogdanovich bringt uns eine weitere goldene Ära nahe: Die Zeit bibliophiler Fülle in Deutschland zwischen 1899 und 1933. Ihr Blick auf jene gut 30 produktiven Jahre mit unzähligen, bis heute nachwirkenden Publikationen, Ausstellungen und
Inka Grebner, Stillleben mit Dame
Gesellschaftsgründungen erzählt sie entlang eines Mannes:
G. A. E. Bogeng - und erinnert an seinen Klassiker Die Großen Bibliophilen, der dieses Jahr sein 100-jähriges Jubiläum erfährt. Auf die eigentliche bibliophile Bonanza aber stößt Matthias Wehry in unserer Reihe Berühmte Bücher. In den 1830ern erschien in England eine kostbare Bibel: Der Drucker De La Rue veröffentlichte das New Testament auf mit Gold bedrucktem Porzellanpapier. 
Und letztlich ist unsere Grafische Beilage diesmal ein wahres Füllhorn: Die Künstlerinnengruppe »augen:falter« schuf für uns gleich ganze sieben Motive.

(Till Schröder, aus dem Editorial)

augen:falter, Persephones Wintergarten, Auflage 1.260 Expl., davon 770 für die Pirckheimer-Gesellschaft, gedruckt im Atelier carpe plumbum, Leipzig
  • Inka Grebner (Stillleben mit Dame)
  • Urte von Maltzahn-Lietzt (Gartenmondvioline)
  • Franziska Neubert (Zicke, Zacke ...)
  • Julia Penndorf (Still Alive)
  • Nadine Respondek (Fruchtig, fuchtig & verblichen)
  • Petra Schuppenhauer (Blumen)
  • Katja Zwirnmann (Totenkopfschwärmer)

Dienstag, 17. Januar 2023

Pirckheimer-Jahrestreffen 2023

Das Jahrestreffen 2023 der Pirckheimer-Gesellschaft wird in Gotha, wie gewohnt im September, stattfinden.

Dieses Jahrestreffen, es ist das 50. dieser Gesellschaft, wird organisiert von Prof. Dr. Peter Arlt.

Auf dem Programm stehen, so informiert der stellv. Vorsitzende der Pirckheimer-Gesellschaft, Till Schröder, auf deren Homepage "Führungen durch die Forschungsbibliothek Gotha, eine musikalische Reise in der Schlosskirche zu Willibald Pirckheimer und seinen Zeitgenossen mit Sabine Lindner, Bildende Kunst und Musik von Thomas Offhaus, eine Ausstellung im Spiegelsaal mit Neujahrsgrafiken aus fünf Jahrzehnten der Sammlung Peter Arlt, und auch das Sammlerpaar Christiane und Norbert Grewe gibt im Vortrag und Gespräch Einblicke in ihre Buch- und Grafikschätze."

22. bis 24. September 2023

Residenzstadt Gotha

Sonntag, 15. Januar 2023

Sinn und Form: Trollhafte Verwirrspiele


Im ersten Heft der Zeitschrift Sinn und Form des Jahres 2023 schreibt Gabriele Helen Killert unter dem Titel "Trollhafte Verwirrspiele" über ihre "Erinnerung an den vielfach begnadeten Buchkünstler Horst Hussel" (1934 - 2017):
3 Motive der Speisekarte 2013
"Hussel liebte die Irritation, das trollhafte Verwirrspiel, das die Verhältnisse hüpfen und aus der Spur springen läßt."

Für Bibliophile ist er kein Unbekannter, er begleitete als Freund der Pirckheimer-Gesellschaft aktiv die Buchgestaltung, erst in der DDR und später im gesamten Deutschland, stets ironisch und mit einem unverwechselbaren eigenen Strich.
Beispielhaft soll hier auf die Weiße Reihe aus dem Verlag Volk und Welt genannt werden, gefragte Hefte mit internationaler Lyrik, bibliophil mit Pergamentumschlag mit einer von Hussel geschaffene Vignette.
Zum Jahrestreffen 2013 der Pirckheimer-Gesellschaft gestaltete er eine originalgraphische Speisekarte, 3 Motive wurden in jeweils 30 Exemplaren gedruckt, auf der Abb. zusammen montiert.
Horst Hussel, o.T., Radierung 2017

Und der Pirckheimer Prof. Dr. Norbert Grewe gab vor einem Jahr die Anregung zu Bibliophiles des Monats: Die Reihe Reflexionen, ein Projekt von Jens Henkel, in der jeweils ein Künstler die Gelegenheit erhielt, sich in Wort und Bild zu sich selbst und zu seinen künstlerischen und ästhetischen Auffassungen zu äußern, in der Horst Hussel den Band VI gestaltete.

Als eine seiner letzten Arbeiten schuf Horst Hussel exklusiv für die Pirckheimer-Gesellschaft eine Graphik in einer Auflagenhöhe von 75 Exemplaren.

Freitag, 5. August 2022

John Ronald R. Tolkien - Der kleine Hobbit

Umschlaggestaltung: Klaus Ensikat
Wer im Internet nach Exemplaren des neben Der Herr der Ringe bekanntesten phantastischen Romans Der kleine Hobbit des akademischen Autors J. R. R. Tolkien sucht, wird bei den deutschen Ausgaben, neben Erzeugnissen der eigens für dieses Genre im Ernst Klett Verlag gegründeten Hobbit-Presse, zunächst auf das 1971 im Georg Bitter Verlag erschienene Buch treffen, welches von Klaus Ensikat in markanten Bildern illustriert wurde.

Weniger bekannt ist, dass die erste deutsche Übersetzung dieses in England schon 1937 publizierten phantastischen Märchens bereits 1957 im Recklinghausener Paulus Verlag unter dem Titel Kleiner Hobbit und der große Zauberer erschienen ist. Dieses in gelbes Leinen mit kleiner Deckelvignette gebundene und mit einem in weiß-blauen Farben bebilderten Schutzumschlag umkleidete Buch im Format 19,3 x 13,2 cm findet man tatsächlich nur recht selten, und es wird von Sammlern sehr gesucht.

Horus Engels hat den Umschlag und viele Federzeichnungen für den Textblock entworfen, welche mit schwarzen Teilflächen akzentuiert sind und insgesamt einen kindgerechten Stil pflegen. Satz und Druck wurden von W. Bitter besorgt, und es liegt nahe, dass die spätere Ausgabe im Georg Bitter Verlag, der auch in Recklinghausen beheimatet ist, darauf zurückgeht. Diese ist opulenter gestaltet, im größeren Format 22,1 x 15,2 cm als weißer Leinenband mit ornamental verzierter Deckelschrift und einem Schutzumschlag mit buntem Vollbild von Ensikat, und besitzt außerdem als Vorsatz eine Landkarte mit den Orten der Handlung.
Illustration von Horus Engels in der Ausgabe von 1957
Auch den in England oder den USA erschienenen Ausgaben des The Hobbit or There and Back Again ist meist Kartenmaterial beigegeben, das aber dekorativer ausgestaltet ist und auf Bildelemente von Tolkien selbst zurückgeht. In einer 1966 von der Houghton Mifflin Company in Boston gestalteten Prachtausgabe im Format 23,6 x 17,8 cm stammt der Buchschmuck gänzlich vom Autor selbst, unter Benutzung seiner überlieferten Zeichnungen zu der Geschichte. Der mit grünem Kunstleder überzogene Einband trägt auf dem Vorderdeckel eine breite Schriftumrandung in Rot und Gold mit den von Tolkien entworfenen Runensymbolen und eine bildliche Vignette im Zentrum sowie eine entsprechend verzierte Rückenbeschriftung. Ein gleichbezogener Schuber wiederholt das Vignettenmotiv im gelben Titelschild auf der Vorderseite.
Prachtausgabe der Houghton Mifflin Company, ill. von J.R.R. Tolkien, 1966 
Man merkt dieser Ausgabe deutlich an, dass Tolkiens Werke im englischen Sprachraum bereits zu dieser Zeit Kultstatus besaßen und bereitwillig von einer Liebhabergemeinde in gehobener Ausstattung gekauft wurden. Demgegenüber besitzen die erwähnten frühen deutschen Ausgaben einen eigenen, eher kindlich anmutenden Charme. Erst nachdem Heinz Edelmann für die Ausgabe des Der Herr der Ringe im Jahr 1969 seine Schutzumschläge im Pop-Art-Stil entworfen und damit die Weichen für die spätere Gestaltungsform der Hobbit-Presse gestellt hatte, änderte sich auch der Blick des deutschen Lesepublikums auf Tolkiens Erzählwelt.

(Christiane und Norbert Grewe)

Anm.: Dieser Text beschreibt im Pirckheimer-Blog Bibliophiles des Monats August.