Mittwoch, 22. Juni 2022

243. Frankfurter Grafikbrief

Aus dem aktuellen Frankfurter Grafikbrief, den Interessenten heute im Briefkasten fanden, möchte ich diesmal einen kleinen Artikel zum Pirckheimer Michael Faber vorstellen:

"Viel ist ja vom einstmals berühmten Leipziger Verlagsviertel nicht mehr geblieben, da ist es gut, dass ambitionierte Arbeit am historischen Ort gewürdigt wird. Seit 2019 wird der von der damaligen Kulturstaatsministerin Monika Grütters geschaffene Preis an 60 Verlage verliehen, eine Förderung in der Breite ist das, bei der vor allem das Preisgeld von 15 000 Euro segensreich für kleinere Verlage wirkt. Wir gratulieren Faber & Faber aufs Herzlichste! Und eröffnen die Möglichkeit zur rechtzeitigen Vorbestellung der Neuerscheinungen zweier traditionsreiche Buchreihen des Hauses, die evtl. bei Erscheinen schon vergriffen sind."
(Wolfgang Grätz)

Das 44. Graphische Buch, Erstlingswerke deutscher Autoren des 20. Jahrhunderts: Artur Schnitzler/Thomas M. Müller - Anatol (auch als Vorzugsausgabe erhältlich)
Leipziger Liebhaberdruck 22: Jan Peter Tripp - Verdichtung. Schriftstellerporträts

mögliche Dürer-Illustration gefunden

In einem Buch aus dem Jahr 1502 haben Forschende in der Landesbibliothek Oldenburg eine Illustration gefunden, die mutmaßlich von Albrecht Dürer stammt.

Das kleine Kunstwerk ist 16,5 mal sechs Zentimeter groß und zeigt zwei Putten auf delfinähnlichen Meerestieren. In der Mitte prangt das Wappen des Nürnberger Gelehrten Willibald Pirckheimer (1470-1530), aus dessen Bibliothek das Buch stammt.
Mögliche Dürer-Illustration im Band vom Verleger Aldus Manutius

Dass das Bild sehr wahrscheinlich von Dürer (1471-1528) gemalt wurde, begründen die Forschenden mit der engen Verbindung des Renaissance-Künstlers mit Pirckheimer. Die beiden seien befreundet gewesen. 
Es ist belegt, dass Pirckheimers Erben im Jahr 1634 14 Bücher mit angeblichen Dürer-Illustrationen an einen Sammler in den Niederlanden verkauft hatten. Sechs dieser Bücher sind laut Landesbibliothek bekannt - das in Oldenburg gelagerte Buch gehöre nachweislich als siebtes in die Reihe. Eine vergleichende kunsthistorische Untersuchung stehe aber noch aus, hieß es.
"Die Nähe zu Dürer steht außer Frage", bewertet der Provenienzforscher Matthias Weniger vom Bayerischen Nationalmuseum den Fund. Dennoch hätte er zunächst die Untersuchung abgewartet, bevor er die mutmaßliche Entdeckung öffentlich gemacht hätte. Ob Dürer auch die Illustrationen in den Pirckheimer-Büchern gemalt hat, wird Weniger zufolge jedoch unter Fachleuten diskutiert.

(Quelle ndr.de)

Die Buchhändlerin Christiane Fritsch-Weith

Die Frau in der eleganten grünen Jacke in der Bildmitte ist Christiane Fritsch-Weith, auch bekannt als "die Buchhändlerin". Gestern veranstaltete sie ihre eigene offizielle Verabschiedung und Übergabe des famosen Buchladen Am Bayerischen Platz in Berlin. (siehe hier). Der Laden ist beliebt und geliebt bei seinen Kundinnen und Kunden von nah und fern. Wer einmal am Bayerischen Platz wohnte, kaufte auch zukünftig da seine Bücher, und wenn er (bzw. in dem Fall: sie) dafür aus Schweden anreisen oder anrufen musste. Hunderte waren gestern da und verabschiedeten die Buchhändlerin voller Fröhlichkeit und Wehmut.
Christiane besitzt eine endlose Liebe für Bücher jeglicher Couleur, nur lesbar sollen sie sein.
Mich hat bleibend beeindruckt, wie ein Kunde zu ihr kam und in Vorfreude sagte: "Ich fahre übermorgen in den Urlaub ...". Daraufhin Jane: "Ach, das freut mich aber Herr Poldziek! Sicher geht es wieder in die Bretagne? Dann nehmen sie doch hier diesen Krimi, gut geschrieben, spannend, inhaltsreich, damit geht der Urlaub richtig los. Und dann hier dieses Buch, eine wunderbare Darstellung von Peter Frankopan, das wird sie interessieren. Und zum Ausklang dieses Buch hier, ein Roman, wie man ihn in seiner Kühnheit nur selten findet. Und das hier noch für Ihre Frau.". Der Kunde holte anstandslos seine Karte hervor und bezahlte den Bücherhaufen völlig beglückt über so guten Service.
Natürlich funktionierte diese Nummer nur, weil sie echt war. Hätte Christiane ihre Kunden schlechter gekannt oder ihnen einfach nur teuren Mist verkauft, wären die ja nicht wiedergekommen. Aber sie kamen. Und kamen und kamen und kamen. Völlig zurecht ist die Buchhandlung mehrfach mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet worden.

Der Laden existiert seit 1919 und hat jetzt in Joachim Fürst seinen 4. Besitzer gefunden. Ich wünsche ihm und seinen Kundinnen und Kunden einen weiterhin glücklichen Weg und Jane wünsche ich eine schöne nächste Lebensphase. Wer sie kennt, weiß, dass ein Wort mit "Ruhe" darin nicht gut zu ihr passt.

(Jakob Hein)

Dienstag, 21. Juni 2022

Olesya Dzhuraeva und Freunde

Nato Ingorokva über Worte und Wahrheit
mit Graphiken von Olesya Dzhuraeva, Corvinus Presse

Eine Ausstellung in Berlin zeigt Radierungen, Holzschnitte und Linolschnitte der in Kiew lebenden Künstlerin Olesya Dzhuraeva und Arbeiten ihrer Freunde, die in einem Solidaritätsprojekt von Gudrun Daum und Hendrik Liersch entstanden.
 
Es ist ihre dritte Ausstellung in Berlin.

Dazu liest die in Berlin lebende georgische Autorin Iunona Guruli aus dem in der Corvinus Presse erschienen Buch „Mohnfelder“ über ihre Kindheit im Krieg in Tiblissi.

Vernissage: 6. Juli 2022, 19 Uhr
Ausstellung: 6. Juli - Ende September 2022

Petrus Kirche Lichterfelde
Oberhofer Platz 2 in 12209 Berlin

Paul Ching Bor: Der blaue Baum

In eine intensiven Arbeitswoche in der Neuhauser Kunstmühle des Pirckheimers Nikolaus Topic-Matutin mit Paul Ching Bor wurde ein schon vor Jahren begonnenes und durch die Pandemie unterbrochenes Radierprojekt fertiggestellt. 

Von drei Kupferplatten haben Elisabeth und Nikolaus Topic-Matutin im Lauf dieser Tage ein sehr aufwendiges und technisch vielfältiges Blatt entwickelt:

Paul Ching Bor: Der blaue Baum, Radierung 2022, Auflage 20, 76 x 93 cm

Abgebildet ist hier das Exemplar, das der Künstler zum Auflagendruck freigegeben hat. In den nächsten Wochen wird nun die Auflage von 20 Exemplaren gedruckt.

Bei Bestellung der Druckgraphik bis zum 1. Juni 2022 wird das Blatt zum Subskriptionspreis von € 390 angeboten, danach kann es zum Preis von € 480 erworben werden.

Horizonte

In einer Ausstellung “Horizonte” zeigt das Druckgraphik-Atelier in Prenzlauer-Berg über 40 Arbeiten von 10 Künstlern dieses Ateliers: Mila Albrecht, Alberto Gobber, Eberhard Hartwig, Ralf Hentrich, Andreas Patzak, Yvette Röske, Sylvie Saudan, Christian Schellenberger, Keren Shalev und Oliver Siebe.

Es sind Arbeiten in verschiedenen Drucktechniken von der klassischen Kaltnadel-Radierung über Lithographie bis hin zur Cyanotypie zu sehen. Thematisch reichen die Motive von detaillierten Insektendarstellungen bis zu abstrahierter Kunst.


Alberto Gobber wird ein paar einführende Worte sprechen. Im Anschluss hält Peter Liebers von der Märkischen Oderzeitung eine Laudation. Anschließend gibt es einen kleinen Sektempfang.

Eröffnung: 1. Juli 2022, 19 Uhr
Ausstellung: 1. Juli - 26. August 2022

Haus der Demokratie
Robert-Havemann-Saal
Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin

Montag, 20. Juni 2022

Christine Becker bei den Bücherkindern

Heute wird die Märkische Allgemeine einen Artikel über das letzte Arbeitstreffen der Bücherkinder Brandenburg mit Christine Becker, Witwe von Jurek Becker, veröffentlichen. Ich hatte im Blog auf der Homepage der Pirckheimer-Gesellschaft am 9. Juni 2022 über diese Begegnung informiert.

Die nächste Zusammenkunft mit der Literaturwissenschaftlerin mit den Bücherkindern in Vorbereitung des aktuellen Buchprojekts zur Kindheit von vier deutschen Autoren "Die Farben der Kindheit" wird am 23. Juni stattfinden. An diesem Donnerstag wird Frau Becker dann mit einem Strohhut von Manfred Krug erscheinen und die Bücherkinder der Ev. Grundschule Lose ziehen lassen.
Damit bekommen alle Kinder eine originales Buch von Jurek Becker. Seine Witwe wird das für die Kinder auch signieren.

Um den Beitrag zu lesen, bitte anklicken, im neuen Tab öffnen und durch Klick auf die Lupe vergrößern.

Mark Bashmakov (1937 - 2022)

Mark Bashmakov, ein leidenschaftlicher Sammler seltener bibliophiler Ausgaben prominenter Mathematiker und Mitglied der Russischen Akademie für Bildung ist am 31. März 2022 verstorben.

Alles begann mit Gedichtbänden, Almanachen und Zeitschriften der 1900-20er Jahre. Dann folgten Werke russischer emigrierter Autoren und schließlich Künstlerbücher. Bashmakovs Faszination für Künstlerbücher entwickelte sich aus einer breiten Palette von Interessen: Moderne und Avantgarde-Kunst, russische und französische Poesie und Fragen des visuellen Denkens, die eng mit seinen eigenen Bildungsbemühungen verbunden sind.

Seine Sammlung, eine der besten in Russland zur Zeit, enthält Hunderte von Büchern mit Illustrationen von Künstlern von Pierre Bonnard und Maurice Denis bis hin zu Antoni Tàpies, Pierre Alechinsky und Eduardo Chillida.

Im Jahr 2013 wurde in der Staatlichen Eremitage eine Ausstellung von Büchern aus der Sammlung von Mark Bashmakov eröffnet. Es folgten mehr als ein Dutzend weiterer Ausstellungen, sowohl monografische (illustrierte Bücher von Alexandre Alexeïeff, Pablo Picasso, Max Ernst, Joan Miro, Salvador Dalí) als auch thematische. Die letzte Ausstellung, Surrealistische Impressionen, fand von Juni bis Oktober 2021 statt. Zur gleichen Zeit fanden Ausstellungen in anderen Museen, Galerien und Bibliotheken in St. Petersburg und anderen Orten statt.

Und Ausstellungen waren auch Bashmakovs Leidenschaft. Er mochte es nicht, als "Sammler" bezeichnet zu werden und verstand sich in erster Linie als Forscher und Publizist. Nicht selten kaufte er Bücher speziell für eine Ausstellung. Immer mit Ausstellungskatalog, von denen er viele selbst zusammenstellte.

2017 spendete Mark Bashmakov zwanzig Bücher mit Illustrationen von zwanzig Künstlern (Bonnard, Rouault, Dufy, Picasso, Miro, Dalí) an die Eremitage. Zwei Jahre später folgte eine weitere Schenkung der gleichen Anzahl hochklassiger Bücher. Auf seine Initiative hin wurde ein Kabinett der Künstlerbücher eröffnet, in dem Meisterwerke des Bildbandes des XX. Jahrhunderts zum ersten Mal in der Geschichte der Eremitage dauerhaft ausgestellt wurden.

Eine der von ihm konzipierten Ausstellungen hieß Encounters on the Page. Mark Bashmakov liebte diese Begegnungen – mit Büchern, Poesie und Kunst – und wusste, wie man sie verwirklicht.

(Mikhail Balan, Kurator für Drucke der Staatliche Eremitage)

Wort- und Bilderlust im Zeichen der Palme

Der Verein der Bibliophilen und Grafikfreunde Magdeburg und Sachsen Anhalt zeigt, gefördert durch das Kulturbüro der Landeshauptstadt Magdeburg und unterstützt durch den Verein Literaturhaus Magdeburg 34 signierte Andrucke der Einbände und Originalgrafiken der Thüringer Literaturzeitschrift Palmbaum. Die Ausstellung war seit 2010 u.a. in Jena, Weimar und Berlin zu sehen.

Die Zeitschrift „Palmbaum. Literarisches Journal aus Thüringen“ besteht seit 1993 und erscheint zweimal jährlich im quartus-Verlag Bucha bei Jena. Sie wird vom Thüringer Literaturrat herausgegeben und von der Thüringer Staatskanzlei gefördert.
Ihr Vorbild ist die „Fruchtbringende Gesellschaft“, die erste deutsche Literaturvereinigung, die 1617 in Weimar gegründet wurde und sich die vielfach nutzbringende Palme als ihr Erkennungszeichen gewählt hat.
Seit 2005 werden die Einbände der Zeitschrift von Künstlern aus Mitteldeutschland gestaltet. Der Reigen der Beteiligten reicht von Gerhard Altenbourg über Moritz Götze, Angela Hampel, Karl-Georg Hirsch, Horst Hussel, Gerda Lepke, Gerd Mackensen, Wolfgang Petrovsky, Uwe Pfeifer, Strawalde, Klaus Süß, Susanne Theumer, Ulrike Theusner, Hans Ticha, Max Uhlig und Kay Voigtmann bis zu Baldwin Zettl. So vereinen die Hefte beste Literatur und Grafik aus dem Osten.
Palmbaum-Titel von Hans Ticha, Uwe Pfeifer, Angela Hampel,
Baldwin Zettl, Horst Hussel, Ulrike Theusner (v.l.n.r.)

An den Heften lässt sich Buchgestaltung exemplarisch nachvollziehen, denn oft gilt es den geeigneten Ausschnitt einer Grafik auszuwählen und mit den typografischen Bausteinen abzustimmen, damit ein Umschlag entsteht, der Neugier auf das Titelthema weckt und ästhetischen Genuss gewährt.

Zur Eröffnung der Ausstellung stellen der Chefredakteur des Palmbaum, Jens-Fietje Dwars, und der Chefredakteur von Ort der Augen, André Schinkel, das aktuelle Heft des Palmbaum zu Novalis vor. Der eine ist , der andere von . Beide lesen aus ihren jüngsten Büchern „Goethes Erotica“ mit Zeichnungen von Gerd Mackensen und dem Erzählband „Die Stadt, die ich verlasse“.

Vernissage: 25 Juni 2022, 15 Uhr, Musikalische Begleitung: Christian Döhler, Saxophon.
Ausstellung: 27. Juni - 12. August 2022

Literaturhaus Magdeburg
Thiemstraße 7, 39104 Magdeburg

mein letzter Eintrag bei den Pirckheimern wurde gelöscht

Vor gut 20 Jahren kreierte ich eine Homepage für die Pirckheimer-Gesellschaft. Diese Seite wurde 2017 neu designt, dabei zog auch der Blog auf die Homepage dieser Gesellschaft um, bis zu diesem Zeitpunkt war er dort nur verlinkt.
Da dieser Umzug erhebliche Fehler generierte, entschloss ich mich vorgestern, den Blog (vorläufig, wie ich dachte) hier an gewohnter Stelle weiterzuführen. Auf diese Wiedereinsetzung der ursprünglichen Blog-Adresse wies ich auch auf der Seite der Pirckheimer-Gesellschaft mit folgendem "letzten Eintrag" hin:

"Leider sehe ich mich gezwungen, meine Tätigkeit hier [auf der Homepage der Gesellschaft] im Pirckheimer-Blog niederzulegen. 
Interessantes für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft und Freunde von Bibliophilie und Druckgraphik wird von mir künftig nicht mehr an dieser Stelle [auf der Homepage der Gesellschaft] im Pirckheimer-Blog, sondern wie bis 2017 hier [bei blogspot] im "Blog eines Pirckheimers" gepostet. 
Mitglieder, die interessiert sind, Beiträge an meiner statt hier im Pirckheimer-Blog zu posten, senden bitte eine Bewerbung oder ihren Post an den Vorstand oder den Pressesprecher Ralf Wege. 
(ad)"

Dieser Hinweis wurde (ich hatte nicht einmal die Gründe angegeben, die mich dazu veranlassten) umgehend gelöscht, genau wie meine Administrationsrechte für den Blog.

Ich bedanke mich für diese Anerkennung meiner jahrzehntelangen Arbeit für die Pirckheimer-Gesellschaft. (Ironie aus)

ad

Sonntag, 19. Juni 2022

Lubok 13

Viele Graphiksammler werden die Reihe noch nicht oder nicht mehr kennen: 2007, auf dem Höhepunkt des internationalen Hypes um die „Neue Leipziger Schule“, erschien in Leipzig ein als Broschur gebundenes Buch, das völlig ohne Text 71 schwarz-weiße Orig.-Linolschnitte enthielt, u.a. von Rosa Loy, Volker Pfüller, Christoph Ruckhäberle und Sebastian Speckmann. Das Ganze für 50 Euro, natürlich streng unsigniert. Das Heft ist heute unbezahlbar bzw. im Sekundär-Buchhandel gänzlich unauffindbar...

In recht schneller Folge kamen bis 2015 elf weitere Hefte heraus, immer nach dem gleichen Prinzip, daneben Lubok Spezial- und Lubok Solo-Hefte, die Arbeiten nur eines Künstlers versammelten.

Dann wurde es still um die originalgrafische Reihe. Nun feiert der Verlag sein schon 15-jähriges Bestehen und wurde passend dazu mit dem Deutschen Verlagspreis 2022 ausgezeichnet. Und kündigt ein opulentes neues Heft der Lubok-Reihe an: Lubok 13

(Wolfgang Grätz)

Lubok 13 im Druck
Künstlerbuch mit 44 schwarz-weißen und 32 dreifarbigen Original-Linolschnitten von Katrin Stangl, Luke Carter, Benjamin Dittrich, Max Hechinger, Bastian Muhr, Maren Oehling, Christoph Ruckhäberle, Alexander Schulz, Mike Swaney und Johannes Unger.
80 S., 32 x 24 cm, Auflage 500 Exemplare, Broschur
bis 20. Juni EUR 50, danach EUR 70

Neues aus der Brecht-Buchhandlung

Kurt Idrizovic, Pirckheimer und Inhaber der Augsburger Buchhandlung am Obstmarkt, verlost für den Juli insgesamt zehn 9-Euro-Tickets. Wer in den Verlosungstopf kommen will, muss vorher per Mitmach-Karte, E-Mail oder als Kommentar auf der Facebook-Seite der Buchhandlung einen deutschen Reise-Ort nennen, den er gerne mit dem 9-Euro-Ticket besuchen will.

Neben den Büchern und Plakaten, die auf das Reisen und das Gewinnspiel aufmerksam machen, sind im Schaufenster noch zwei Modell-Eisenbahnen zu bewundern: der historische Orient-Express mit Dampf-Lokomotive von Paris über Augsburg bis Istanbul (im Einsatz von 1889 bis 1975) und Lok und Wagen des "South Chief Santa Fe"-Trains, der von Chicago bis Los Angeles fuhr (im Einsatz von 1939 bis 1973). "Das 9-Euro-Ticket ist ja eine Supersache", meint Kurt Idrizovic, selbst ein begeisterter Bahnfahrer. "Für mich und sicher auch für viele andere Menschen ist ein Sitzplatz im Zug, zusammen mit einem Buch, ein großartiges Lese-Glück!"

Samstag, 18. Juni 2022

In eigener Sache

In den letzten fünf Jahren habe ich diesen, jetzt wieder hierher umgezogenen Blog auf der Seite der Pirckheimer-Gesellschaft betreut.
Nach reiflicher Überlegung habe ich mich nun entschlossen, diesen Blog als "Blog eines Pirckheimers" an dieser Stelle wieder zu beleben.
Gern poste ich hier auch Beiträge von anderen Mitgliedern der Pirckheimer-Gesellschaft und weiteren Bibliophilen, sowie allen Freunden des Buches und der Druckgraphik.

Abel Doering

Samstag, 28. Mai 2022

Bäume | Böden | Natur

miley, Ein Feuerschein dimmert durchs
Unterholz, Holzschnitt, 2022,
Blattgröße 34 x 48 cm
Mit einer Verzögerung von zweieinhalb Jahren, verursacht durch Pandemie und Krieg, wird in vier Wochen endlich eine Ausstellung zu Bäumen, Bodenversiegelung und Stadtklima stattfinden, die dem Pirckheimer Michael Ley Herzensangelegenheit ist.

Wenn einem auch die Zeilen Bertolt Brechts aus den 30ern des letzten Jahrhunderts in den Sinn kommen:
"Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!"
(An die Nachgeborenen),
das Gespräch über Bäume bleibt ebenfalls wichtig.

Vorangegangen ist der kommenden Ausstellung u.a. eine Aktion, bei der durch Autos verursachte Abriebspuren auf in der Fahrspur platzierten Zinkplatten mittels einer Tiefdruckpresse sichtbar gemacht wurden, diese werden kombiniert mit in anderen Verfahren entstandenen Drucken präsentiert.
Zur Vernissage der vom Kantor Eggers kuratierten Ausstellung in der Berliner Heilandskirche wird miley in einer Druckdemo ebenfalls einige Radierungen drucken - in der Ausstellung selbst wird dann hauptsächlich eine Auswahl von Holzschnitten zum Thema zu sehen sein, aber auch Zeichnungen, Digitaldrucke und, und, und ...

Zur Ausstellung erscheint ein 16seitiges Künstlerbuch im Buchdruck in einer Auflage von 18 Exemplaren im Format 10,5 x 15 cm zum Preis von 18 Euro.

Vernissage: 24. Juni 2022, 19 Uhr, einführende Worte Udo Würtenberger

Heilandskirche
Berlin-Moabit, Thusneldaallee 1, 10555 Berlin

Dienstag, 29. März 2022

artbook nachlese

Der Pirckheimer miley ist künstlerisch in verschiedenen graphischen Techniken unterwegs, u.a. auch mit digital nachbearbeiteten Fotos.
miley: Abel und Petrus, bearbeitete Fotografie 2022
Hier eine derartige Graphik nach einem Foto, welches miley von Abel Doering, der die Präsentation der Pirckheimer-Gesellschaft betreute und dessen Standnachbarn Petrus Akkordeon vor wenigen Tagen auf der artbook.berlin nord machte.

Samstag, 19. März 2022

1. artGRAFIK Ahrenshoop

Jahres_Zeiten und Boden_Los von Sarah Kirsch, BuchKunstBalance (© Henry Günther) 
Im dritten Anlauf soll die 1. artGRAFIK AHRENSHOOP Messe für zeitgenössische Druckgrafik , Fotografie, Zeichnung und BuchKunst vom stattfinden.

Zum ersten Mal findet im Künstlerort Ahrenshoop eine Messe für zeitgenössische Kunst statt, die Künstler aus dem gesamten Bundesgebiet vereint.

Durch die künstlerische Praxis befindet sich die Druckkunst in einem stetigen Prozess. Neue künstlerische Ausdrucksformen werden durch immer neue technische Möglichkeiten präsentierbar. Die Tradition der künstlerischen Drucktechnik wird aktuell vor allem von Bildenden Künstlern gepflegt. Hoch-, Tief-, Flach- und Durchdruck und deren Mischformen ermöglichen grafische Werke von hoher Qualität.

Teilnehmer: Angelika-Christina Brzóska / Gerlinde Creutzburg / Rainer Ehrt / Tina Flau / Hans Götze / Henry Günther / Volkmar Herre / Linde Kauert / Rita Lass / Fred Lautsch / Urte von Maltzahn-Lietz / Britta Matthies / Thomas Offhaus / Klaus Raasch / Gudula Zientek / Katja Lang / Susann Hoch.

... siehe auch hier

Messe: 26. - 29. Mai 2022

Strandhalle Ahrenshoop
Dorfstraße 16 b, 18347 Ahrenshoop

Montag, 28. Februar 2022

Bäume

Eine bereits seit Jahren geplante, sehr komplexe Ausstellung des Pirckheimers miley (Michael Ley) in der Moabiter Heilandkirche wird nunmehr endlich stattfinden und im Mai zu sehen sein.
Das zentrale Thema sind Bäume und in diesem Zusammenhang geht der Künstler mit seiner Installation auf zunehmende Bodenversiegelung, Raubbau durch Abholzung von Urwäldern, Waldsterben, erhöhte CO2-Immission, ausufernden Verkehr und anderen Faktoren ein.
An einer Wand werden auf einem gestalteten Hintergrund Holzschnitte präsentiert, gegenüber gerahmte Bilder unterschiedlicher Technik und eine freie Fläche für Videoprojektionen. In Vitrinen sind dann noch Künstlerbücher von miley zu sehen.
Weitere Aktionen innerhalb der Ausstellung sind noch im Gespräch.

Bäume, auch Bücher, Kunst, ihre Unverzichtbarkeit und das, was sie uns bedeuten, sind hochaktuell, leider auch die Mahnung von Bertolt Brecht An die Nachgeborenen:

Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!

Samstag, 26. Februar 2022

Tiere im Garten der Kunst

Archi Galentz (lks.) und Andreas Wolf
In der Pankower Galerie Wolf & Galentz wurde gestern eine umfangreiche Ausstellung mit unterschiedlichsten künstlerischen Positionen zum Thema Tier, zur Beziehung des Menschen zum Tier, auch dessen Mythos, eröffnet. Präsentiert werden Werke verschiedener Techniken, von der Druckgraphik, Zeichnung, Malerei bis hin zu Plastiken und Fotografie von rund 20 Künstlern, darunter auch vom Pirckheimer miley oder Holzschnitte von Conrad Felixmüller aus der Sammlung des Pirckheimers Jürgen Wilke.
Marina Koldobskaja, Acryl auf Karton, (2020 ?)
Michael Ley, Il Drago, Farb-Linoldruck 2019
Die in St. Petersburg lebende Künstlerin Marina Koldobskaja z.B. malt in einem reduziert expressiven Gestus Bilder von Tieren, die eigentümlich grimmig und teilweise gefährlich und dann doch auch wieder freundlich wirken. Die im ersten Moment an Kinderbilder und Marimekko erinnernde Formsprache gibt den Tieren einen sehr charaktervollen Ausdruck, die Darstellungen bleiben aber rätselhaft. Der finnische Künstler Sampsa Indrén dagegen zeichnet und malt seit einigen Jahren tote Tiere, die er auf der Sommerhaus­insel oder am Straßenrand findet. Auf den Zeichnungen verlieren die Tiere dennoch nie an Würde. Die Berliner Künstlerin Ina Sangenstedt beschäftigt sich in ihren Tierplastiken und Tierskulpturen mit dem Verhältnis zwischen Menschen und Tieren. Und die Bildsprache von Jakob Roepke erinnert sowohl an Steampunk als auch an Surrealismus.

Ausstellung: 27. Februar - 24. April 2022

Wolf & Galentz Kunstgalerie
Wollankstraße 112a, 13187 Berlin

Samstag, 18. Dezember 2021

Bibliophiles des Monats

Das erste Jahr, in welchem im Blog der Pirckheimer-Gesellschaft "Bibliophiles des Monats" vorgestellt wurde, geht zu Ende.
Ein Überblick über das Jahr 2021 findet sich hier - vorgestellt wurden in diesem Jahr
Januar - Edition Schwarzdruck: BWL-Reihe (1999ff)
Februar - Pirckheimer-Gesellschaft: 29. Januar 1956 (1955)
März - LBA: Rote Wut und schwarze Galle (1991)
April - Bertolt Brecht: Gegen Verführung (2017)
Mai - BBA: Tellers Trauungsrede für Herrn von Itzenplitz und Fräulein von Friedland, 1792 (1928)
Juni - Klaus Waschk: Vor&NachBilder (2021)
Juli - Schweizerische Bibliophilen-Gesellschaft: Bibliophilie (2021)
August - Ulrich Tarlatt: abschied von sara (1992)
September - miley: Ein Tagebuch (2002)
Oktober - Ingo Schulze: Kakoj Koschmar oдer You Are Welcome (2021)
November - Frans Masereel und das Buch (1961)
Dezember - Jacobus Schnellpfeffer: Stecknadeln im Sofa (1997)
Das Spektrum der ersten mit diesem Ehrentitel bedachten Bücher ist zwar bereits annähernd breit gefächert, doch sollte durchaus auch Besonderes aus anderen Sammlungen, wie z.B. Buchobjekte, historisch Wertvolles oder Raritäten der Druckgraphik in dieser Rubrik auftauchen. Wir wissen, die Regalen der Pirckheimer beherbergen viele Schätze und auch Kuriosa.

Obwohl alle Freunde des Bibliophilen aufgerufen waren, Lieblingstitel für diese Rubrik vorzuschlagen und es auch einige Bekundungen gab das zu tun, fehlte es doch an der Tat. Damit nun nicht weiterhin ausschließlich Titel aus der Bibliothek des Blogbetreibers Bibliophiles des Monats werden, ist hiermit jeder (was jede einschließt) angesprochen, entsprechende Vorschläge einzureichen.

Freitag, 26. November 2021

Druckgrafik - Umrisse einer Kunstgattung

Blick in die Ausstellung
Heute eröffnete in der Pankower Galerie Wolf & Galentz die Ausstellung "Druckgrafik - Umrisse einer Kunstgattung" mit historischen und zeitgenössischen Werken von Michail Wercholantsew, frühen Bücher mit Originalgrafiken von Wassili Masjutin und Pawel Schillingowski sowie ein berühmtes Picasso-Porträt von Georgi Echeistow von 1934. Die Familie von Arkadi Kolchanow vertraute den Galeristen mehrere sehr seltene Holzstiche des Meisters an. Der langjährige Drucker von Konrad Felixmüller, Hans-Jürgen Wilke, leiht Werke aus seiner Sammlung. Zu sehen sind einige Blätter aus dem Nachlass von Jürgen Wittdorf, sowie u.a. auch experimentelle Ansätze wie Drucke von Swetlana Wedernikowa aus Sankt Petersburg, die in einer einzigartigen Technik entstanden sind. Da der Künstlerin nach dem Ende der Sowjetunion keine Lithografiewerkstatt mehr zur Verfügung stand, entwickelte sie eine Drucktechnik mit ölgetränkten Pappen.
miley, Buchsammlung des Orchis Verlags
Unter den Exponaten auch die Installation Buchsammlung des Orchis Verlags in einem Kubus aus Druckstöcken von miley und die Vitrine mit Druckgrafik und Künstlerbüchern von ihm zu "Schnittstellen / Interfaces zwischen analoger Druckgraphik und digitaler Technik".
Vitrine mit Druckgrafik und Künstlerbüchern von miley
Das Begleitbuch zur Ausstellung, welches den Katalog zur Ausstellung "Holzstich - Ausgewählte Druckgrafik aus Russland und Deutschland" (Artbear Books, 2020, ISBN: 978-3-946957-03-4) ergänzt, erscheint leider erst im 1. Hj. 2022.

Ausstellung: 28. November 2021 - 6. Februar 2022

Wolf & Galentz Kunstgalerie
Wollankstraße 112a, 13187 Berlin