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Mittwoch, 27. Mai 2026

Börsenblatt: „Bibliophile trafen sich in Kassel“

Prof. Jürgen Wolf erklärt Klebebücher in der Fürstlich Waldeckschen Hofbibliothek, lks.: Ninon Suckow© Silvia Werfel
Die Gesellschaft der Bibliophilen hat vom 7. bis 10. Mai ihre 125. Jahresversammlung in Kassel abgehalten. Rund 25 Teilnehmende kamen in der documenta-Stadt sowie bei Ausflügen nach Höxter und Bad Arolsen zusammen.

Der Freitag begann mit einer Führung durch die GRIMMWELT Kassel. Dort erhielten die Teilnehmenden Einblick in das sprach- und kulturwissenschaftliche Erbe der Brüder Grimm, unter anderem Grimms Handexemplare der Volksmärchen, die zum Weltdokumentenerbe der UNESCO gehören, sowie die Präsentation der "Zettelwirtschaft" der Brüder.

Am Nachmittag führte das Programm nach Höxter zum UNESCO-Weltkulturerbe Schloss Corvey. Besichtigt wurde die Fürstliche Bibliothek, eine Privatbibliothek des 19. Jahrhunderts mit rund 74.000 Bänden. Als Bibliothekar wirkte dort Heinrich Hoffmann von Fallersleben.
In der Fürstlich Waldeckschen Hofbibliothek, © Kai Weber
Am Samstag öffnete das documenta-Archiv seine Türen. Martin Groh (Archiv) und Marlene Theinhardt (Bibliothek) führten durch Lesesaal und Aktenarchiv und präsentierten Rara zu Buchkunst und Künstlerbüchern.
Anschließend reiste die Gruppe nach Bad Arolsen. Dort führten Sina Degenhardt und Prof. Dr. Jürgen Wolf durch die Fürstlich Waldecksche Hofbibliothek. Kerstin Braun und Philipp Wecker stellten die Stiftung Bibliothek Brehm vor.

Höhepunkt des Sonntags war der Festvortrag des Buchgestalters Friedrich Forssman im Hof vor dem Antiquariat Jenior. Unter dem Titel "Buch und Schönheit. Ein Dialog mit dem Publikum" unterschied Forssman zwischen dem funktionalen Gebrauchsgegenstand Buch und besonders aufwendig gestalteten Büchern.
Den Abschluss bildete eine Führung von Dr. Bernhard Lauer durch Räume und Garten der Brüder-Grimm-Gesellschaft. Die Organisation des Programms lag bei Sebastian Eichenberg, Antiquar und zweiter Vorsitzender der Gesellschaft der Bibliophilen.

Die nächste Jahresversammlung soll voraussichtlich im Frühjahr 2027 in Potsdam stattfinden.

Montag, 11. Mai 2026

Bibliophilentage 2026 in Kassel (Sonntag)

Gestern war der Abschluss der Jahrestagung der Gesellschaft der Bibliophilen in Kassel. Am Morgen konnten wir im wunderbaren Antiquariat Jenior nach - Überraschung! - Büchern stöbern. Der ein oder die andere musste feststellen, dass irgendwann auch der größte Koffer endgültig voll ist. Ein aller letztes Buch passt aber dennoch rein.
Vor dem Antiquariat gab es anschließend einen inspirierenden Vortrag/Dialog des Buchgestalters Friedrich Forssman.
Zum Abschluss ging es zur Grimm-Gesellschaft, wo es einen letzten Einblick in die Welt dieser faszinierenden Brüder und ihrer nicht weniger faszinierenden Fans ging.
Danke für die große Gastfreundschaft, die wir in den vergangenen Tagen erleben durften und ganz herzlichen Dank unserem wunderbaren Organisator Sebastian Eichenberg vom Antiquariat Hamecher.

(Marc Strehler)

Samstag, 13. September 2025

Prof. Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann (1956 - 2025)

Foto © Andrea Fabry (mit freundlicher Genehmigung der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe)
Glück und Verstand – Minutenlektüren von Johann Peter Hebel lautet der Titel eines kleinen Büchleins, welches uns Hansgeorg Schmidt-Bergmann am 3. Juni 2018 auf der Jahrestagung in Freiburg beim Festabend schenkte. Es war ursprünglich eine Jahresgabe der Literarischen Gesellschaft/Scheffelbund 2010, welche Schmidt-Bergmann zusammen mit Franz Littmann bei Hoffmann und Campe herausgegeben und mit einem Nachwort versehen hat.

Dort heißt es: «Die Auswahl des vorliegenden Bandes versucht eine Antwort abseits der heute überlebten konventionellen Denkweisen. Mit Verstand glücklich werden hieß ja für Hebel […] nichts anderes als die Kunst, die Lebenskräfte durch eine Vergegenwärtigung des Todes zu stärken. Gleichberechtigt neben der ‹ars moriendi› findet der Leser zahlreiche Aufforderungen zur ‹ars vivendi›, deren Horizont die Gelassenheit und die Zufriedenheit mit sich und der Welt bilden.» Laut Hebel muss man beides können: Sich um die Zukunft sorgen, als auch sorglos in der Gegenwart leben, und – das Wichtigste dabei – seinen Humor und seine Heiterkeit nicht verlieren. Es allen recht zu machen, kann nicht gelingen.

Wenn Hansgeorg Schmidt-Bergmann seine Ehefrau, unsere Erste Vorsitzende Dr. Annette Ludwig, jährlich zu den Jahrestagungen begleitete, konnte man genau dieses Motto immer wieder bei ihm erleben. Gespräche, ernst in der Thematik, waren nie zynisch. Humorvolle Stunden wurden nie zum Unsinn. Es schien so, als ob Hansgeorg Schmidt-Bergmann genau diese, eigentlich recht schwierige Art der «Lebenskunst», nämlich mit Hilfe des Verstandes glücklich werden, durchdrungen hatte. Eine im wahrsten Sinne des Wortes logische Sache, wenn man dabei sein umfangreiches literarisches Wissen und seine Erfahrungen als kluger Analytiker in der Literaturwissenschaft berücksichtigt. Seine Teilnahmen waren stets eine große Bereicherung für die Tagungen.

Doch beim näheren Kennenlernen offenbarte sich die Symbiose zwischen Verstand und vor allem Herz. Wenn er etwas fragte, tat er dies nicht aus Gefälligkeit, sondern weil es ihn wirklich interessierte. Seine Ratschläge und Anmerkungen waren nicht belehrend, sondern immer Angebote, seine Ansichten und Erfahrungen in die persönlichen Überlegungen mit einzubeziehen. Dabei blieb er stets empathisch, offen und nahbar. Mit dieser Art hat er damit den Kreis der Lebenskunst ganz im Sinne Hebels geschlossen. Dieses Beispiel an «ars vivendi», die vielen klugen, schönen und empathischen Gespräche werden fehlen.

Am 3. September 2025 ist Hansgeorg Schmidt-Bergmann nun im Alter von 69 Jahren für alle überraschend in Weimar gestorben. Unser Mitgefühl gilt unserer Ersten Vorsitzenden Frau Dr. Annette Ludwig sowie der gesamten Familie.

(Sebastian Eichenberg)

Sonntag, 15. September 2024

BücherLust Berlin schoss die Pforten

Der zweite und letzte Tag der BücherLust Berlin ist mit eher mäßiger Bilanz zu Ende gegangen.
Vivaldi, gespielt von Dr. Liesbeth Bloemsaat (Florisatus Fine Books, Manuscripts & Musicalia) Edwin Bloemsaat & Den Haag
Antiquarin Elvira Tasbach
Unter den Ausstellern fanden sich Pirckheimer wie Volker Riepenhausen, Christan BartschReinhard Denecke vertrat die GIAQ vertrat, sowie Sebastian Eichenberg, der natürlich die Gesellschaft der Bibliophilen repräsentierte. Am von Abel Doering betreuten Stand des Berliner Bibliophilen Abend trafen sich Mitglieder und Freunde des BBA und Pirckheimer, darunter Irmtraud und Fritz Jüttner, Ulrich Goerdten, Thomas Schmiedeck, Michael Ley und auch Freunde, die sich für das bibliophile Leben in Berlin interessierten, es war dennoch ein schwindendes Interesse am Buch zu erkennen, nicht zuletzt daran ablesbar, dass ich einige Antiquare vermisste, die wohl nicht mehr so recht von Antiquariatsmessen überzeugt sind, und auch, weil Besucher unter 50 Jahren die absolute Ausnahme waren. Diese waren eher an der schlecht gemachten und uninspirierten bunten Massenware von Gedrucktem im angrenzenden Trödelmarkt interessiert.
Jasmin Fritz, Antiquariat DIDEROT und Sebastian Eichenberg, Antiquariat Hamecher, Naumburg-Altenstädt
Antiquare unter sich, Fotos © ad

Freitag, 22. Dezember 2023

Sebastian Eichenberg übernimmt die Geschäftsstelle der GdB

Sebastian Eichenberg, Foto © Koch
Ab Ende Dezember 2023 übernimmt Sebastian Eichenberg, zweiter Vorsitzender der Gesellschaft der Bibliophilen und Inhaber des Antiquariats Hamecher in Naumburg, die Geschäftsstelle.
Ursula Maier, die seit nahezu 25 Jahren die Geschäftsstelle geführt hat, geht in Rente und gibt deshalb ihre Funktion als Leiterin der Geschäftsstelle ab.

Sonntag, 10. September 2023

Bücherlust Berlin, Tag 2

Die zweite Bücherlust Berlin ist zu Ende gegangen, für die Pirckheimer-Gesellschaft erfolgreich Dank des Einsatzes von Gerhard Rechlin, Jürgen Wilke, Ninon Suckow, Abel Doering und Till Schröder. Der Berliner Bibliophilen Abend gewann neue Freunde.
Jürgen Wilke und Gerhard Rechlin
Elvira Tasbach
Doreen Langguth, dahinter Michael Banzhaf und Volker Riepenhausen
Jürgen Wilke am Stand von Volker Riepenhausen
die Pirckheimer Gerhard Rechlin, Ninon Suckow und Michael Solder
Sebastian Eichenberg, 2. Vors. der Gesellschaft der Bibliophilen