Sonntag, 2. Februar 2025

Druckgrafik - Präzision und Freiheit

Ein Tipp für Kunstliebhaber und Kurzentschlossene aus Berlin und Umgebung:
Die Galerie Wolf&Galentz ist heute von 14:30 bis 17:30 geöffnet. Es wird die letzte Möglichkeit sein die Ausstellung "Druckgrafik - Präzision und Freiheit", die ausgesuchte Beispiele sowohl Papierarbeiten als Auflagen als auch Originalkunstwerke vereint zu besuchen.
Näheres durch KIick auf die Abb.

(Archi Galentz)

2. Februar 2025

Wolf & Galentz Kunstgalerie
Wollankstraße 112a, 13187 Berlin

Exlibris für Frau Johann Strauß

Exlibris des Monats Februar 2025: Maria Pateani (1888–1962): Exlibris für Frau Johann Strauß, Lichtdruck

Das beliebte Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, in diesem Jahr wieder unter der Leitung des Dirigenten Richard Muti, leitete mit der Auswahl der präsentierten Musikstücke die Feierlichkeiten der österreichischen Hauptstadt zum 200. Geburtstag von Johann Strauß Sohn im Oktober dieses Jahres ein.
Das Objekt, mit dem die DEG einen kleinen Betrag zum Jubiläum von Johann Strauß leisten will, nimmt sich da – allein schon mit einer Bildgröße von 9 zu 7 cm – recht bescheiden aus. Auch liegt mir die Vorlage „nur“ als Lichtdruck (Phototypie) vor, einem um 1900 sehr verbreiteten rasterfreien Edeldruckverfahren, das heute kaum mehr angewandt wird und überdies Stockfleckchen aufweist. Die Künstlerin Maria Pateani (Prag 1888–1962 Linz) gehört auch nicht gerade zu den bekannten und anerkannten ExlibriskünstlerInnen ihrer Zeit. Und: Es ist nicht einmal für Johann Strauß Sohn (1825–1899) selbst, sondern für Frau Johann Strauß gestaltet, so konnten sich übrigens alle drei Frauen, mit denen der bekannteste Walzerkomponist verheiratet war, nennen – nach zeitgenössischen Quellen war er wohl ein richtiger Womanizer, wie wir heute sagen würden.

Dass das hier vorgestellte Exlibris Adele, also der dritten Frau Johann Strauß, gehörte, ist gesichert. Erstmals wurde das von Maria Pateani geschaffene Blatt in weiteren Exlibriskreisen bekannt, als es im Jahrbuch 9/1911 der Österreichischen Exlibrisgesellschaft abgebildet und kurz besprochen wurde, und zwar zusammen mit einem weiteren Exlibris derselben Künstlerin für Alice Epstein, so lautete der Name von Adeles Tochter Alice nach ihrer zweiten Eheschließung. (In erster Ehe war sie im Übrigen, und das dürfte für ExlibrissammlerInnen besonders interessant sein, mit Franz von Bayros verheiratet.)

Interessant ist, dass das Exlibris zweifelsohne auf die bekannteste Operette von Johann Strauß hinweist, nämlich auf die Fledermaus. Diese allerdings wurde bereits 1874 in Wien uraufgeführt, so dass man sagen könnte, dass das Exlibris nicht nur Johann Strauß, sondern in gewisser Weise auch dessen erster Ehefrau als Impulsgeberin huldigt.

Das Motiv der Grafik, eine Frau mit großen Flügeln, seien es Engels-, Schmetterlings- oder Insektenflügel, war in der Entstehungszeit des Exlibris von Maria Pateani weit verbreitet, vor allem bei erotischen Exlibris, aber auch bei musikalischen, z. B. in Zusammenhang mit Instrumenten wie etwa der Harfe u. a.

(Ulrike Ladnar, kompletter Artikel hier)

Samstag, 1. Februar 2025

Hamburger Bothe #26

Hamburger Bothe #26 lesen durch Klick auf die Abb.
In Zeiten sich überlagernder Krisen und Katastrophen zeigt Carsten Broda (Hamburger Kultursenator) in seinem jüngsten Buch Wege in eine gute Zukunft auf. Im Zentrum steht dabei die Kraft gemeinsamer Geschichten, die wir uns als Gesellschaft endlich neu und besser erzählen müssen…“ (aus dem Klappentext von Carsten Brosdas „Mehr Zuversicht wagen“).

Dieser Leitlinie des Geschichten-Erzählens folgen wir mit dem „Hamburger Bothen“ unbeirrt und unverzagt.
Er bietet Geschichten über Menschen, ihr Schaffen und ihre Werke in der Vergangenheit und Gegenwart.
Das Buch, der liebevolle Umgang mit ihm, und die phantastischen, geistigen Reisemöglichkeiten damit bilden das Zentrum unserer Geschichten. Ergänzt werden sie durch die begleitende Kunst der Illustration und ihren eigenen Geschichten.
Damit lenken wir die Blicke auf die unendliche Menge der Meerestropfen, der Sandkörner, der Gedankenblitze, Träume und Einfälle. Diese Sicht schafft Kraft auf Hoffnung anderer Möglichkeiten und Wege. Und diese Kraft wächst potenziell durch gemeinsames, neugieriges Betreten aufscheinender Landschaften.

„Land in Sicht“ sagt man in der Seefahrt.

(Rudolf Leonardo Angeli und Peter Engel)

Bibliophiles des Monats: „Die menschliche Komödie“

In diesem Jahr begehen wir das 175. Todestag von Honoré de Balzac, der am 18. August 1850 verstorben ist. Deshalb ist „Bibliophiles des Monats" diesmal die Ausgabe aus meiner Bibliothek der „Comédie Humaine", die in der DDR in ansprechender und von Bücherfreunden gern gesammelten Ausgabe erschien.

Das Gesamtwerk der unter diesem Titel zusammengefassten Essays, Romane, Kurzgeschichten und Erzählungen war von Balzac auf 137 Titel geplant, wovon allerdings nur 91 erschienen. Auch die vorgestellte Ausgabe des Aufbau-Verlags Berlin und Weimar, die vom Verlagsleiter Fritz-Georg Voigt (1925–1995) herausgegeben wurde, erschien nie komplett. Die 1959 begonnene Edition sollte 30 Bände umfassen, konnte jedoch nicht vollendet werden und endete nach 22 Bänden (davon 2 als Supplementbände bezeichneten) mit dem Ende der DDR.
In den 30 Jahre ihres Erscheinens spiegeln sich unter anderem auch die Schwierigkeiten wider, die eine derartige Mammutaufgabe für den Herausgeber darstellte. So gelang es zwar, das Gesamtbild der 22 Bände der Ausgabe in kl.-8° mit einem Einbandentwurf von Karl Gossow (1904 – 1962), dem künstlerischen Leiter des Aufbau-Verlages, und einem, von Horst Bartsch (1926 – 1989) und Erich Rohde (1926–2013) gestalteten, Schutzumschlag gleichbleibend zu designen, aber die Qualität des Papiers konnte nicht durchgängig gehalten werden.
So existieren manche Bände als Dünndruckausgabe, andere sind auf unterschiedlichen Papieren gedruckt und es wurden sogar unterschiedliche Papiere in einem Band zusammengebunden, wodurch die Stärke (und natürlich die bibliophile Qualität) der einzelnen Bände variiert. In der mir vorliegenden Ausgabe befinden sich darüber hinaus auch einige in Leder gebundene Ausgaben ohne Schutzumschlag, dabei handelt es sich jedoch um Liebhaberausgaben, die Buchhandelsausgabe ist durchgängig in Leinen gebunden.
So macht diese gemischte Ausgabe der „Menschlichen Komödie“ die Mühen und Freuden des Sammelns sichtbar.

Freitag, 31. Januar 2025

DEG-Jahrestagung 2025

Nach 2004 findet zum zweiten Mal die Jahrestagung der Deutschen Exlibris-Gesellschaft in der „Stadt der Freiheitsrechte“ in Memmingen im Allgäu statt, organisiert von Utz Benkel.
Am Freitag und Samstag wird jeweils eine Spezialstadtführung angeboten. Die stellvertretende Memminger Heimatpflegerin und Stadtführerin Sabine Streck wird am Freitag unter dem Thema „Memmingen und die Freiheit“ und am Samstag „Memmingen – Patriziat und Handwerk“ nicht nur Geschichte vermitteln, sondern den Blick dafür geben, den Tagungsort ins Herz zu schließen.

Die Jahrestagung findet in der Memminger Stadthalle statt, die wie das nebenan in der Altstadt liegende Drexel’s Parkhotel zentral gelegen ist.

8. - 10. Mai 2025

Stadthalle Memmingen
Platz der Deutschen Einheit 1, 87700 Memmingen

Donnerstag, 30. Januar 2025

100. Jahresversammlung der Maximilian-Gesellschaft

Die 100. Jahresversammlung der Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst führt die Mitglieder und Gäste 2025 nach Freiburg im Breisgau, nach Straßburg und nach Schlettstadt.
Freiburg, vor 1903. Fotografie: Max Henry Ferrars
Das vorläufige Programm sieht am ersten Tag einem Besuch der Universitätsbibliothek Freiburg vor, am Abend wird die Mitgliederversammlung der Gesellschaft stattfinden.
Am Freitag werden die Teilnehmer nach Straßburg fahren, um in der BNU in Straßburg die Ausstellung "ilegance et modernite. : l'illustration au temps de l'Art De.co 1925-2025" zu besuchen, sowie ein Rundgang durch die Bibliotheque Humaniste in Schlettstadt vorgesehen, anschließend trifft man sich  zu einem Gemeinsames Abendessen im Kaiserstuhl in Köpfers Steinbuck, Bischoffingen 
Am letzten Tag geht es nach St. Peter/Schwarzwald zu einem Besuch der historischen Klosterbibliothek der ehemaligen Benediktinerabtei St. Peter (heute Geistliches Zentrum der Erzdiözese Freiburg).

Das Tagungsprogramm kann hier aufgerufen werden.

Für die Anmeldung nutzen Sie bitte folgendes Anmeldeformular.

8.-10. Mai 2025

Freiburg

Klaus Willbrand (1941 - 2025)

Klaus Willbrand, Antiquar in Köln und Instagram/Tiktok Star ist gestern morgen verstorben.

Inhaltlich habe ich nicht immer mit ihm übereingestimmt, aber durch sein Engagement hat er die Welt der Antiquare auch den Jüngeren nahegebracht. Das war schon eine große Leistung. Und weil es natürlich für einen 83jährigen eher ungewöhnlich ist, in den sozialen Netzwerken unterwegs zu sein, war er im deutschsprachigen Raum in jedem Feuilleton mit einem Porträt vertreten..

(Jörg Nowicki-Hecht)

Mittwoch, 29. Januar 2025

69 Jahre Pirckheimer-Gesellschaft?

Eine Anmerkung zur langwierigen Gründung der Pirckheimer-Gesellschaft:
Bereits vor knapp 70 Jahren, am 23. Mai 1955, verkündet im Berliner Club der Kulturschaffenden ein Initiativkomitee die Gründung einer »Pirckheimer-Gesellschaft zur Pflege des deutschen Buches im Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands«, doch die Gründungsveranstaltung konnte nicht wie geplant 1955 anlässlich einer Ausstellung zum 150. Todestag Friedrich Schillers in der Bibliothek des Kulturbundes stattfinden, sondern erst heute vor 69 Jahren, also im Folgejahr. Etwa 80 Bücherfreunde, darunter Bruno Kaiser, Heinrich Löwenthal, I. M. Lange, und Werner Klemke. Louis Fürnberg und der damals noch unbekannte Johannes Bobrowski kamen im Café Budapest in der Berliner Stalinallee zusammen, Einer der Initiatoren, Wolfgang Richter, war schon nicht mehr dabei, er ging in die BRD zum Ullstein Verlag. Die Festrede zur Gründung hielt Arnold Zweig.
Als erste Publikation der Pirckheimer-Gesellschaft erschien zur offiziellen Gründungsveranstaltung am 29. Januar 1956 und mit neuer Umschlaggestaltung die zur Gründung der Gesellschaft anlässlich der Schiller-Ausstellung vorgesehene Schrift von Friedrich Schiller: „Herzog von Alba bei einem Frühstück auf dem Schlosse zu Rudolstadt im Jahre 1547“. Das Design dieser  Schrift wurde dann wiederum ein Jahr später, im Januar 1957, zur Vorlage der äußeren Gestaltung des 1. Heftes der Marginalien.

Dienstag, 28. Januar 2025

Jahresempfang der Staatsbibliothek zu Berlin

Die Gäste des Jahresempfangs der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin, darunter selbstverständlich auch viele Mitglieder bibliophiler Organisationen, wie der Pirckheimer-Gesellschaft und des Berliner Bibliophilen Abend, erlebten am 28. Januar einen Vortrag von Stephan Schütz (gmp Architekten) über "Das Haus Potsdamer Straße zwischen Bewahrung und Fortentwicklung".
Den Teilnehmern wird lange die Begrüßung der Gäste durch den neuen Vorsitzenden der Freunde der Staatsbibliothek, Peter Altmaier, in Erinnerung bleiben, der in einer bewegenden Ansprache eine Lanze für das Buch brach, eine Rede, die sowohl die kulturgeschichtliche Bedeutung dieses Mediums verdeutlichte, wie auch die Unkenrufe zum Ende des gedruckten Wortes ad absurdum führte.
Peter Altmaier, Foto ad
Eine Rede, die Danke sagte und Mut machte, all denen, die sich für das Buch einsetzen, ob in der Bibliothek, als Förderer oder als Sammler und Bibliophiler!
v.l.n.r.: Thomas Döring, Abel Doering, Klaus Bartel, Ninon Suckow und Marina Fritzsche bei der Diskussion über den Vortrag von Stephan Schütz

Helmut Schulze (1941 - 2025)

Helmut Schulze, von 2018 bis 2020 Mitglied der Pirckheimer Gesellschaft, ist am 10. Januar verstorben. 

Helmut Schulze (Helmut Schulze-Reichenberg) wurde am 14. Februar 1941 in Reichenberg geboren. In den sechziger Jahren des 20. Jhdt. schloss er an der Fachhochschule für Kommunikation und Gestaltung in Wiesbaden sein Staatsexamen als Dipl.-Designer ab. Im Anschluss absolvierte er an der Universität in Mainz sein Staatsexamen im Bereich der Kunsterziehung und lehrte dann für zwei Jahre an der Fakultät Kunsterziehung an der Universität Frankfurt.
Ab 1963 betrieb Helmut Schulze-Reichenberg gemeinsam mit Otto Dörries und ab 1966 auch mit Monika Rohrmus die Werkstatt „offizin parvus“, eine kleine Druckerei, die über eine Schnellpresse verfügte und Druckgrafiken verschiedener Künstler in einer Auflage von 100 Drucken herstellte, sowie später auch (insgesamt 13) Bücher und 9 Rohbogen.
Helmut Schulze Reichenberg war von 1985 – 1989 Vorsitzender des Berufsverbands Bildender Künstler Wiesbaden und von 1993 – 2001 Vorstand des Wiesbadener Kunstvereins an der Galerie Bellevue. Seit 2001 lebte und arbeitete er in Berlin.
Seit 1963 erstellte Helmut Schulze-Reichenberg farbige Plastiken, Holzschnitte, Radierungen und Zeichnungen zum Thema Mensch und dessen Lebensraum. Ab 1984 beschäftigte er sich mit der Gestaltung von „Totenschiffen“ aus Pappe, Holz, Stoff, Knochenabfällen sowie Terrakotten zu der gleichen Thematik. Ab 1987 befasst sich Schulze in erster Linie mit landschaftsbezogenen Projekten in Deutschland und in Frankreich. Hierbei wurden typische Strukturen und Materialien der Landschaft in die Arbeit mit einbezogen.
1991 ergänzt Helmut Schulze-Reichenberg sein vielfältiges Œuvre durch Video-, Klanginstallationen, Performances und Fotografie. Vor allem die künstlerische Ausdrucksform der Fotografie ist für sein weiteres Schaffen prägend.

Paris - Brasília: ein transatlantischer Briefwechsel zwischen Lúcio Costa und Le Corbusier

Das Buch des Monats der Schweizerischen Bibliophilen-Gesellschaft ist im Februar der von Julieta Sobral und Claudia Pinheiro herausgegebene Titel Lucio Costa - Le Corbusier: correspondência.
Der Austausch in französischer Sprache beginnt im Jahr 1936 mit einer Einladung Lúcio Costas an Le Corbusier, sich am Projekt für das neue Erziehungsministerium in Rio de Janeiro zu beteiligen und wird mit kurzen Unterbrechungen bis einen Monat vor Le Corbusiers Tod am 27. August 1965 fortgesetzt, als sich in Brasilien bereits die Militärs an die Macht geputscht hatten. Der reich illustrierte Band ist das Ergebnis minuziöser Recherchen in der Casa de Lúcio Costa und der Fondation Le Corbusier (Paris). Die anastatische Reproduktion der französischen Originale und die portugiesischen Übersetzungen erlauben eine genaue Rekonstruktion des Briefwechsels, ergänzt durch Skizzen, Zeichnungen, Postkarten und Entwürfe. Der Vorderdeckel ist nicht mit dem Buchblock verleimt – die Bünde sind sichtbar, aber dafür mit dem Rückdeckel verbunden, was beim Aufklappen einen speziellen Effekt ergibt.

«Seit der Umgestaltung von Tenochtitlán, unmittelbar nach seiner Zerstörung durch Hernán Cortés (1521) bis zur Einweihung (1960) des märchenhaftesten Architektur-Traums der Moderne, dessen Amerika fähig war – Brasília von Lúcio Costa und Oscar Niemeyer – war die lateinamerikanische Stadt vor allem ein Produkt des Intellekts, in dem Urbanisation gleichbedeutend war mit der Vorstellung einer neuen Ordnung, die in der Neuen Welt den einzigen Ort fand, wo sie sich verwirklichen konnte» (3). Mit diesen Worten beginnt Ángel Rama sein berühmtes Essay über The Lettered City, das in der Beschreibung von Brasília gipfelt. Die Korrespondenz zwischen Lúcio Costa und Le Corbusier erlaubt es, die Entstehung dieser Retortenstadt nachzuvollziehen, eines Traums der Moderne aus Europa, der auf der anderen Seite des Atlantiks verwirklicht wurde.

Lucio Costa - Le Corbusier : correspondência / Julieta Sobral e Claudia Pinheiro (orgs.). Rio de Janeiro: Bem-Te-Vi, 2024.

(Albert von Brunn, Zürich)

Montag, 27. Januar 2025

Wilhelm-Höpfners-Bilder

Unter dem Motto: "Vor dem Vergessen bewahren" lädt das Winckelmann-Museum am 29. Januar 2025, um 17.30 Uhr zu einer Veranstaltung zum Thema: "Wilhelm Höpfner - Neues aus der Welt seiner Kinder- und Bilderbücher" ein.
Dabei wird ein Blick auf in der Zeit des Nationalsozialismus entstandene Bücher und Entwürfe geworfen, die unveröffentlicht geblieben sind. Im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung: "Wilhelm-Höpfners-Bilder" werden diese erstmalig zugänglich gemacht. Im Vortrag werden zudem weitere Zeichnungen präsentiert, die im Rahmen der Ausstellung nicht gezeigt werden konnten. Somit wird dieser Abend allen Interessierten eine einmalige Chance geben, auf Unbekanntes Material einen Blick zu werfen.Durch die Veranstaltung begleitet die Pirckheim,erin Agnes Kunze.

Ausstellung: noch bis 30. März 2025

Winckelmann-Museum
Winckelmannstr. 36-38, 39576 Stendal

Buchkunst aus der Corvinus Presse

Hendrik Liersch, Verleger und Inhaber der Corvinus Presse, wird vor dem Verein der Bibliophilen und Graphikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt einen Einblick in seine Arbeit geben. Begleitet wird er von dem Künstler, Illustrator und Lyriker Petrus Akkordeon, dessen pandarei Bibliophiles des Monats Januar war.
lks.: Petrus Akkordeon auf der artbook.berlin 2024
Hendrik Liersch auf der "Schönste Bücher aus Brandenburg" 2022, Fotos © ad
In der Corvinus-Presse des V.O. Stomps-Preis-Trägers entstanden seit 1990 über 200 Pressendrucke, Bücher und Künstlerbücher, illustriert von Horst Hussel, Schoko Casana Rosso, Frank Wildenhahn, Zoppe Voskuhl, Petrus Akkordeon und weiteren Künstlern. Seine Bücher unter Sammlern beliebten sind in vielen namhaften Bibliotheken in aller Welt zu finden.

19. Februar 2025, 19 Uhr

Literaturhaus Magdeburg
Thiemstraße 7, 39104 Magdeburg

Sonntag, 26. Januar 2025

Weiße Pferde und Schützengräben

Expressionisten neu gesammelt

© Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen und Kupferstich-Kabinett, SKD, VG Bild-Kunst, Bonn 2024, Foto: Caterina Micksch
Seit 2018 beherbergt das Kupferstich-Kabinett Dresden die Stiftung Dr. Kurt und Annelore Schulze. In der Sammlung des Hamburger Ehepaars sind drei Künstler mit Dresden-Bezug besonders prominent vertreten: Karl Schmidt-Rottluff (1884 –1976) und Erich Heckel (1883–1970) gehörten der Dresdner Künstlergemeinschaft „Brücke“ an, Otto Dix (1891–1969) war Gründungsmitglied der „Dresdner Sezession Gruppe 1919“ und bis 1933 Professor an der Dresdner Kunstakademie.

Wiederöffnung der seit dem 13. Dezember 2024 laufenden Ausstellung:
15. Februar - 16. März 2025

Re4sidenzschloss
Taschenberg 2, 01067 Dresden

Samstag, 25. Januar 2025

Zusammenführung des BBA-Archivs

Gestern konnte das Archiv des Berliner Bibliophilen Abend komplettiert werden.
ein von Bernd Illigner gefertigter
Dokumentenschrank

Nachdem ich Ende 2023 kleinere Teilbestände des Archivs vom den ehemaligen Vorsitzenden Rainer Laabs und Bernd Iligner entgegennehmen konnte, konnte dieser Fundus dank meines Vorgänger als Vorsitzender, Dr. Jens Ziegler, jetzt auch mit dem Rest des erhalten gebliebenen Bestands zusammengeführt werden. Drunter auch erhaltene Gaben, die nach Verbot des BBA und Weltkrieg gerettet oder neu zusammengetragen werden konnten und sonstige Publikationen des BBA, Geschenke an den BBA von anderen bibliophilen Organisationen und Förderern, sowie weitere Dokumente aus der Geschichte des BBA. Dabei sind auch 12 Aktenordner zur Tätigkeit seit der Neugründung des Berliner Bibliophilen Abend nach 1954, Fotos und Dias.
Ein flüchtiger Blick in das neu zum Archiv gekommene, als Antiquar spreche ich von ca. 10 Bananenkartons, ergab bereits Überraschendes, z.B. ein mir bislang unbekanntes, vom Arnulf Backe, Carlos Kühn, Rainer Laabs und Werner Schuder erstelltes Verzeichnis aller Mitglieder des Berliner Bibliophilen Abend seit der Gründung bis 2005, welches anlässlich des 100. Gründungsjubiläum in 70 Exemplaren erschien.

Freitag, 24. Januar 2025

Ausstellung im Wallis

In einer Ausstellung stellt Laurent Jaquet, Mitglied der Schweizerischen Bibliophilen-Gesellschaft und Präsident der ARA Suisse, der Amis de la Reliure d’Art, nicht nur 50, sondern 80 Bücher vor, um zu zeigen, wie viele Facetten der Kunstbuchbinderei hervorbringen kann. Damit wird auch Poesie als eine heikle und facettenreiche Kunst dargestellt. Die Ausstellung findet in der Halle des Arsenaux in Sion statt. Die Schweizerischen Bibliophilen hatten diese Institution 2023 besucht.

Eine Führung und ein Workshop zu dieser Praxis des Kunstbuchbindens werden am Donnerstag, 13. Februar 2025 angeboten und von Laurent Jaquet und Laetitia Walsh von ARA Schweiz koordiniert.

Vernissage: 17. Januar 2025, 17:30 Uhr
Ausstellung: 18. Januar - 15. März 2025

Médiathèque Wallis - Sitten
Rue de Lausanne 45
1950 Sion

der mensch ist diese nacht

Aus dem Hybriden-Verlag des Pirckheimers Hartmut Andryczuk gibt es eine Neuerscheinung zu vermelden: Michael Lntz: der mensch ist diese nacht.
mein kreas augenglut und aufschub ach könnte ich
im sichtbarwerden verschwinden chora sein ich hieße
immer anders dass du mich nicht mehr brennst und nicht

benennst denn name heißt ablage marke wiederholung
den eigenen auszusprechen hat mutter mir untersagt
er ist ihr sonntagsstaat ihr halfter zaoum- und halbzeug

insistiert auch der gerufene name in mir
als bloßes zeichen das jede vorstellung beherrscht
und sinkt hinab in den unbegriffenen kern der streuung

der umschrift und löschung gibt es mich doppelt als selbst und schmelze
in mein eigen lagert sich kein name ab
nur stimmen stunden ōra sonne immer anfangs
nur hyle sein und amorphon vor lauter liebe
kein anspruch kein verspruch kein freispruch kein vorspruch kein kernspruch kein zuspruch
mutters zärtlichen händen ein versiegeltes relief


(...)
Gedicht von Michael Lentz.
Mit zehn Originalzeichnungen von Hartmut Andryczuk
Buch als Leporello, zwanzig Seiten, signiert
Zeichnung als Beilage
Auflage: 30 Exemplare
600 €

Donnerstag, 23. Januar 2025

Im Fokus: Auf Entdeckungsreise durch unsere Sammlungen

In der Staatsbibliothek zu Berlin kann man jeden Monat in der Veranstaltungsreihe "Im Fokus" ein ausgewähltes besonderes Objekt aus deren Sammlungen erleben – von der armenischen Handschrift bis zur Zeitung aus der Zeit Friedrich des Großen. In kleiner Runde können Sie die Stücke aus nächster Nähe betrachten und mit den Experten der Staatsbibliothek ins Gespräch kommen.
Im Februar werden interessante Alltagsschriften aus der Sammlung zum Ersten Weltkrieg wie Kinder- und Kochbücher und handgeschriebene Schützengrabenzeitungen vorgestellt. Außerdem werden Hinweise auf Portale im Internet mit Hunderttausenden digitalisierten Quellen zum Ersten Weltkrieg gegeben.


Alltagsschriften aus der Kriegssammlung 1914: 17. Februar 2025, 16 Uhr, Anmeldung erforderlich

Staatsbibliothek zu Berlin
Raum Oxford
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Mittwoch, 22. Januar 2025

Julius Stinde - Spiritismus, Aberglaube, Magie, Geheimwissenschaften

Kaum 90, da habe ich schon das nächste Buch rausgebracht. Es sind Texte von Julius Stinde, ich habe nur ein kurzes Vorwort geschrieben. Ich wollte diesen elektronischen Publikationsweg einmal ausprobieren und bin begeistert, wie schnell und unkompliziert das ablief. Hier die Zugangsdaten:
Julius Stinde: Spiritismus, Aberglaube, Magie, Geheimwissenschaften. 24 unbekannte Aufsätze aus Zeitschriften und Zeitungen von 1874 bis 1902. Gesammelt und herausgegeben von Ulrich Goerdten. Refubium, Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin 2025. aufzurufen durch Klick auf die Abb.
Happy reading!

(Ulrich Goerdten)

Dienstag, 21. Januar 2025

Wolfgang Tenzler ist tot

Am 13. Januar ist Wolfgang Tenzler im Alter von 94 Jahren gestorben.

Geboren am 22. November 1930 im sächsischen Aue studierte Wolfgang Tenzler an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Philosophie und Kunstgeschichte, 1967 wurde er an der Martin-Luther-Universität Halle zum Dr. phil. promoviert.

1968 wurde er als Leiter des Buchverlags Der Morgen berufen, den er bis zu seiner Auflösung 1990 erfolgreich führte.
Insgesamt veröffentlichte der BBuchverlag Der Morgen erke von insgesamt 1.700 Autor:innen, darunter Maxie Wander und Hans Dietrich Genscher, Jens Sparschuh, Heinz Knobloch, Gerhard Wolf und Hedda Zinner.
Durch das persönliche Engagement von Wolfgang Tenzler konnte ab Anfang der 1970er Jahre auch der in der DDR lange Jahre verfemte Schriftsteller Stefan Heym wieder eine verlegerische Heimat finden. So erschienen im Buchverlag Der Morgen zwischen 1972 und 1990 von Heym u.a. die Romane "Der König David Bericht" (1973), "Kreuzfahrer von heute" (1983), "Ahasver" (1988), "Collin" (1990), "Schwarzenberg" (1990).
Mit der Reihe Märkischer Dichtergarten leistete der Verlag einen wichtigen Beitrag zur Neurezeption der literarischen Romantik in der DDR. Die Buchreihe mit Werken von Dichtern und Dichterinnen des 18. und 19. Jahrhunderts aus der Mark Brandenburg und Berlin.