Freitag, 10. März 2023

Schenkung von Rainer Ehrt

Die Künstlerbuchsammlung der Staatsbibliothek, die auf eine Geschichte seit den 20gern des letzten Jahrhunderts zurückblicken kann, wurde heute Abend um einen bedeutenden Schatz reicher.
Die Sammlung, die sich auch dem Künstlerbuch der DDR verpflichtet fühlt, wurde bereichert um eine Schenkung von Rainer Ehrt.
Rainer Ehrt (lks.), Dr. Fritz Jüttner
Rainer Ehrt, in Burg Giebichenstein ausgebildet, in den letzten Jahren in der DDR als Grafikdesigner, Illustrator und Plakatgestalter, auch als Cartoonist, groß geworden und nach 1990 in die Marktwirtschaft entlassen, feiert heute, seine Wurzeln nicht verheimlichend, den 30sten Jahrestag der Edition Rainer Ehrt. Als Graphiker, Maler, Buchkünstler, Holzbildhauer, Autor ...
Martha-Luise Gubig im Gespräch mit corn.elius, Fotos © ad
Pirckheimer der Regionalgesellschaft Berlin-Brandenburg nahmen neben weiteren Gästen der Vorstellung des Œuvres aus den letzten 30 Jahren des Künstlers teil und genossen den Vortrag mit Rezitation von Rainer Ehrt, sowie einen aufschlussreichen Dialog mit Prof. Matthias Gubig zur Schenkung an die Staatsbibliothek - anschließend selbstverständlich mit Brezeln und Wein.

21. März 2023: Nachtrag ...

Donnerstag, 9. März 2023

Robert Creeley, As If An Echo

Robert Creeley
, in den USA ein Klassiker der Beat Generation, ist in Deutschland immer noch zu wenig bekannt. Acht Liebesgedichte, die sich der amerikanische Radierer und Master Printer Opal Ecker DeRuvo für dieses Buchprojekt ausgesucht hatte, erscheinen hier in einer zweisprachigen Ausgabe. Die Erstübersetzung ins Deutsche besorgte der Dichter und Verleger Kevin Perryman. DeRuvo ätzte und druckte seine Aquatinta-Radierungen in den USA, ebenso die Graphik für Buch und Schuberbezug.

Robert Creeley, As If An Echo
8 Gedichte in Englisch and Deutsch
Handsatz aus der Bauer Bodoni 20 p und Druck von Eckhard Froeschlin
8 seitengroße, randlos gedruckte Original-Radierungen von Opal Ecker DeRuvo
Somerset Velvet Bütten 250g, 40 Seiten, 38x28 cm
Handgebunden von Roger Green
Fester Einband mit originalgraphischem Deckelbezug, geprägtem weißem Pergamentrücken und Schuber Auflage 30, 2022.
Abb. © Eckhard Froeschlin
EDITION SCHWARZE SEITE, Eckhard Froeschlin
Fabrikstr. 32-40, 72516 Scheer

Akira Kurosawa und der meditierende Frosch

Der österreichische Comic-Zeichner Nicolas Mahler präsentiert sein neues Buch “Akira Kurosawa und der meditierende Frosch”. Durch den Abend führt Journalist Thomas Hummitzsch.

Gewohnt komisch und pointiert berichtet er in “Akira Kurosawa und der meditierende Frosch” von absurden Erlebnissen in der Welt der Buchmenschen.
Was kommt dabei heraus, wenn die Kritiker des "Literarischen Quartetts" nun auch Comics besprechen? Wie hat man sich eine "Graphic Novel" am Wiener Burgtheater vorzustellen? Und welche überraschenden Erkenntnisse fördert eine Amazon-Recherche zu Marcel Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" zutage? Nicolas Mahlers Fazit fällt positiv aus: "Die Comics sind nicht erwachsen geworden, der Kulturbetrieb vertrottelt nur zunehmend!" Aber auch weltlichen Themen wie Brachialkomikern oder Harnröhrenspreizern gewinnt Nicolas Mahler manch Erhellendes ab. Und dann ist da ja noch Akira Kurosawa…

10. März 2023, 19 Uhr

Bezirkszentralbibliothek Pablo Neruda
Frankfurter Allee 14A, 10247 Berlin

Mittwoch, 8. März 2023

Rebellinnen, wie sie im Buche stehen

Zum Internationalen Frauentag 2023 nimmt die Landesbibliothek Coburg im Schloss Ehrenburg das diesjährige Motto „Rebellinnen: Damals und heute“ auf und zeigt in einer Vorraum-Ausstellung unter dem Titel „Rebellinnen, wie sie im Buche stehen“ Werke von und über unangepasste Frauen. Der Bogen spannt sich vom 16. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Gezeigt werden anhand von Originalwerken Frauen überwiegend aus dem Coburger Bereich, die sich nicht an gesellschaftliche Regeln hielten, mutig eigenen Wegen folgten und Anpassung verweigerten.
Pauline Panam
Die Schriften der Argula von Grumbach, die sich gegen die religiöse Autorität der Universität Ingolstadt wandte (und Luther auf der Veste Coburg besuchte), finden sich ebenso in den Beständen der Landesbibliothek wie die Werke der Künstlerin Maria Sibylla Merian, die sich im 17. Jahrhundert von ihrem Ehemann trennte und von der eigenen Arbeit lebte; auch diese ein Novum, denn sie malte nicht nur „hübsche“ Blumenbilder, sondern wurde zur Insektenforscherin, die die Verwandlung von der Raupe bis zum Schmetterling in ästhetischen Kupferstichen festhielt. Doch auch in und um Coburg verstießen Frauen gegen die von ihnen erwarteten soziale Rolle, von den „ungehorsamen“ Nonnen im Kloster Sonnefeld über die Geliebte des Herzogs, die den Mund nicht halten wollte, bis zur Pazifistin Anna B. Eckstein.

Ausstellung: 8. März - 17. Mai 2023

Landesbibliothek Coburg
Schloss Ehrenburg
Schlossplatz 1, 96450 Coburg

Happy International Women’s Day!

... wünscht die Niederländische Buchbinderin Bep van Gasteren.
© Bep van Gasteren

MDE Rundbrief 2022

Die Umschlag-Galerie der jährlich erscheinenden Zeitschrift der Meister der Einbandkunst "MDE Rundbrief " zeigt Einbände von Astrid Zach, der auch das Porträt gewidmet ist. Daneben werden auf 46 Seiten im Katalog eindrucksvoll aktuelle Bucheinbände von 13 MDE-Mitgliedern präsentiert.

Im Vordergrund der Ausgabe steht jedoch das Buchbehältnis. Für dieses wie für alle weiteren Buchteile, ob Typografie, Illustration oder Einband, gilt, dass diese ästhetisch und technisch befriedigen und in einem harmonischen Verhältnis zueinander und zum Buchinhalt stehen sollen. Was diese Forderung für die Zweckform und die Ausstattung des Buchbehältnisses bedeutet, geht Marcus Janssens in seinem Artikel nach. Obgleich die Buchverpackung oft als eigene Disziplin getrennt vom künstlerischen Handeinband betrachtet wird, unterliegt diese gleich dem Einband dem Zeitgeist und einer steten technischen Entwicklung.

Eine Leseprobe des MDE Rundbriefs wird online zur Verfügung gestellt.

Dienstag, 7. März 2023

@phasetrace Emily Dickinson

In einer Buchpräsentation mit und bilingualer Lesung wird der Bild- und Gedichtband @phasetrace Emily Dickinson von Georg Gaigl mit Videoclips vorgestellt, der beim Pirckheimer Hubert Kretschmer erschien.
Sprecherinnen sind Elena Mendoza (amerikanisch) und Anastasiya Shtemenko (deutsch), die Moderation erfolgt durch den Autor, der auch die Videos vorführt.
Im Gedichtband präsentiert Georg Gaigl zu einer Auswahl von Gedichten der amerikanischen Künstlerin Emily Dickinson (1830-1886) Illustrationen, welche aus seinen minimalistischen Filmskizzen „Two-Second-Flicks“ stammen, die er auf Instagram veröffentlichte. Die flüsternde Stimme spricht die Sängerin Francesca Pongiluppi der Genuesischen Band Anaïs, die auch die Auswahl der Gedichte traf.
Das Vorwort stammt von der Amerikanischen Dichterin Hannah MacKenna.
Im Buch können über einen QR-Code zu den Gedichten die jeweiligen Filmclips auf Instagram abgerufen werden.

Lesung: 10. März 2023, 19.30 Uhr

Galerie „die erste reihe“
Klenzestrasse 64, 80469 München

Gaigl Georg: @phasetrace Emily Dickinson
Icon-Verlag Hubert-Kretschmer, München 2022
Auswahl 15 Gedichte mit je 15 Farbtafeln doppelseitigen und vier kleinformatigen Abbildungen und mit QR-Codes zu den „two-second-flicks“
Hartcover, farbiger Digitaldruck, 68 Seiten, 19,5×13 cm, Auflage 150
ISBN: 978-3-946803-54-6
15 €

(Neu)Jahresempfang der Staatsbibliothek zu Berlin

v.l.n.r.: André Schmitz (Vors. der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin), Achim Bonte (Generaldirektor), Daniel Hope
Gestern Abend trafen sich die Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin im Humboldt-Saal zum (Neu)Jahresempfang, unter ihnen naturgemäß auch Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft.
Der bekannte irisch-deutsche Violinist Daniel Hope, Lesern kennen ihn auch durch seinen "Wegweiser für Konzertgänger" Wann darf ich klatschen? hielt einen vor Esprit sprühenden Festvortrag unter dem Titel Musik ist Unter-haltung, bevor die anwesenden ca. 600 Gäste im Vestibül eine Präsentation restaurierter Bücher unter sachkundiger Beratung von Mitarbeitern einzelner Abteilungen der Staatsbibliothek in Augenschein nehmen konnten.

Der Jahresempfang 2023 wurde dann an einem Buffet mit Gesprächen bei einen Glas Wein oder einem anderen Getränk abgeschlossen.

Dr. Fritz Jüttner im Gespräch mit Carola Pohlmann

Montag, 6. März 2023

Neustart des Arbeitskreises Buntpapier

Am 17. und 18. Februar 2023 fand nach einer dreijährigen Pause in der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig wieder die Tagung des international aktiven Arbeitskreises Buntpapier statt, in diesem Jahr mit Teilnehmern aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich und Polen.

Der Arbeitskreis wurde 2004 von Dr. Frieder Schmidt, dem damaligen Leiter der Papierhistorischen Sammlungen, im Buchmuseum initiiert und war für Buntpapiermacher und -Gestalter, Papierhistoriker, Kuratoren, Sammler oder Restauratoren Jahr für Jahr eine Plattform zum gemeinsamen Austausch.

Bronzefirnispapiere des 17. und 18. Jahrhunderts aus der Sammlung Adelheid Schönborn DNB / Sina Wieland
Die diesjährigen Themen hatten wieder ein weites fachliches Spektrum und reichten von Vorträgen über historische Bestände und Objekte bis hin zu Präsentationen zeitgenössischer Buntpapiermacher und -----Designer, sowie aktueller Erschließungsprojekte. Unter anderem sprach die Pirckheimerin Ninon Suckow zu Umschlagentwürfe von Marcus Behmer für die Insel-Bücherei und Rita Lass zu zeitgenössischen Buntpapiere in der derzeitigen Jubiläumsausstellung der Vereinigung Meister der Einbandkunst.

DNB / Julia Rinck
Der die Tagung abschließende Teil war der Frage gewidmet, wie der Arbeitskreis in der Zukunft weiter tätig werden soll: Dazu fanden sich die Teilnehmer zu einer Diskussionsrunde zusammen, nachdem bereits während der Veranstaltung verschiedene Ideen zusammengetragen wurden. Auch im kommenden Jahr will sich der Arbeitskreis wieder treffen.

Zum Abschluss besuchten die Teilnehmer die Ausstellung „Meisterhafte Unikate – 100 Jahre Einbandkunst“ im Museum für Druckkunst in Leipzig mit einer Führung zu den zeitgenössischen und historischen Buntpapieren.
Historische Buntpapiere aus dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum in der MDE-Ausstellung im Leipziger Druckkunstmuseum
(nach einer Information von Julia Rinck)

Frühjahrstreffen der Fränkischen Bibliophilengesellschaft

Aus Anlass des 150.Geburtstags von Jakob Wassermann, einem der populärsten Erzähler seiner Zeit. Wassermann, findet das Frühjahrstreffen der Fränkischen Bibliophilengesellschaft in Fürth statt.

Jacob Wassermann wurde am 10. März 1873 in Fürth geboren, verlies seine Geburtsstadt zwar bereit mit 16 Jahren, hat sie jedoch nie hinter sich gelassen … „Ich glaube sagen zu dürfen, dass keine Zeile, die ich geschrieben habe, diese Herkunft verleugnet.“
Codex Aureus von Lorsch
Besucht wird die Fränkische Literatursammlung im Bildungscampus Nürnberg, die u.a. die älteste Handschrift im Bestand hat, ein um 830/840 im Kloster Lorsch geschriebenes Evangeliar sowie ein für eine französische Prinzessin gefertigtes Stundenbuch vom ersten mit Biographie und Werken fassbaren Pariser Buchmaler aus den Jahren 1293/94.

29. und 30. April 2023

Fränkische Literatursammlung
Bildungscampus Nürnberg
Fürth

Sonntag, 5. März 2023

Allerhand Gedrucktes!

Grafikbörse in Borken © Lisa Kannenbrock
Zum 35. mal präsentierte bis heute Abend die Deutsch-Niederländische Grafikbörse wieder die gesamte Palette spannender Drucktechniken. Künstlerbücher, Mixed-Media-Arbeiten, Fotografien, Holzschnitte, Radierungen, Linolschnitte oder Siebdrucke aus den Niederlanden und Deutschland fördern dann (auch) den gegenseitigen Kulturaustausch der beiden Nachbarländer.
oben v.l.n.r.: Wienke Treblin, artline und mehr ... e.V.,
unten: Corvinus-Presse mit Ill. von Olesya Dzhuraeva, Steffen Büchner, Gilead Tadmor, daneben: Wolfgang Grätz (Foto 1, 4: Hendrik Liersch, 2, 3, 5 Graphikbörse)
3.-5. März 2023

Deutsch-Niederländische Grafikbörse
Stadthalle Vennehof, Borken

Bibliophiler Nachmittag in der Schweiz

Einige Mitglieder der Schweizerischen Bibliophilen trafen sich gestern im Atelier Rothe in Bern, wo der Inhaber Michael Rothe die Teilnehmer in einer spannenden und äußerst lebendigen Führung in die Geheimnisse von Brokatpapieren und die in seinem Verlag Rothe Drucke herausgegebenen Künstlerbücher einweihte.
Künstlerbuh von Robert Honegger, aus dem Atelier Rothe in Bern

Samstag, 4. März 2023

Axel Wunsch - alles aus der Zeichnung

Axel Wunsch - Bei Smolensk, 2020, 135 x 160 cm, Öl auf Hartfaser
Eine Ausstellung der Neuen Sächsischen Galerie zeigt Werke aus dem Œuvre von Axel Wunsch, die kürzlich als Schenkung in den Fundus übernommen wurden.

Künstlerische Bildfindung beginnt bei Axel Wunsch mit der Zeichnung. Es ist die Unmittelbarkeit, die die einfachen zeichnerischen Werkzeuge wie Bleistift, Kreide, Fineliner erlauben - die er sucht und die er braucht. Wunsch fasst die Welt wie sie vor ihm liegt, mit seiner Hinwendung und Lebenserfahrung. Er liebt die Natur, beobachtet die Kreatur wie das Geschehen in der Stadt. Anlass zu einer Arbeit können genauso mediale Eindrücke, Fotos, Erzählungen, Briefe, Nachrichten geben. In zahllosen Selbstporträts, zumeist Zeichnungen, zeigt er seinen offenen, vor keiner Erkenntnis zurückschreckenden Blick.
Axel Wunsch liebt es, mit den eingesetzten Materialien zu experimentieren, insbesondere geringgeschätzte Papiere, Farben, Werkzeuge oder Druckformen durch seine Arbeit zu erhöhen. Seine bevorzugten Werkzeuge, wie seit ein paar Jahren der Fineliner beim Zeichnen, besitzen wenig eigenen Charakter, schenken nichts, erfordern Virtuosität, lebhafteste Vorstellungskraft und schnelle Entscheidungsfähigkeit.

1941 in Kändler bei Chemnitz geboren, folgt auf Färberlehre und Zeichenzirkel bei Willy Wittig ein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Wolfgang Mattheuer.
Wunsch übernimmt selbst einen Mal- und Zeichenzirkel, gründet eine Druckwerkstatt, später eine Galerie, unterrichtet. Er liebt es, die künstlerische Ausdrucksform zu wechseln, hat sich neben dem Mal- und Zeichenatelier in seinem Atelierhaus auch eine Druckwerkstatt und eine Keramikwerkstatt eingerichtet, arbeitet an Plastiken auch gern im Freien mit Blick in den Garten und auf Fundstücke des Alltags, die in seine Assemblagen Eingang finden..

Eröffnung: 7. März 2023, 19.30 Uhr
Ausstellung: 7. März - 29. Mai 2023

Neue Sächsische Galerie
Neue Chemnitzer Kunsthütte e.V.
Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz

Entdeckungen in der Welt der Druckgrafik

Zum nächsten Jour Fixe lädt die Internationale Gutenberg-Gesellschaft zusammen mit der Gutenberg Stiftung ins Gutenberg-Museum ein.
In ihrem Vortrag wird Ulla Reske zum Thema "Entdeckungen in der Welt der Druckgrafik" sprechen:
Wer kommt bei all den verschiedenen druckgrafischen Verfahren nicht ein wenig durcheinander? Ob Hochdruck, Tiefdruck, Flachdruck oder Durchdruck, die Druckgrafik bietet zahlreiche Möglichkeiten für den künstlerischen Ausdruck.
Ulla Reske betreut die Grafische Sammlung am Gutenberg-Museum Mainz und gibt uns einen Einblick in diese Verfahren und verschiedenen Techniken. Dazu zeigt sie neben einer Präsentation auch ausgewählte Stücke aus der Museumssammlung.

Abgerundet wird der Abend mit einem Glas Wein und der Möglichkeit, selbst kreativ zu werden und kleine Drucke anzufertigen.

Jour Fixe: 23. März 2023, 18 Uhr, der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten unter info@gutenberg-gesellschaft.de oder unter 06131-226420

Gutenberg-Museum
Liebfrauenplatz 5, Mainz

Freitag, 3. März 2023

Die verlorene Form

Heute wird eine Ausstellung neuer Grafiken der Tabor Presse eröffnet.
26 Einzelblätter und eine Auswahl aus der Mappe "Splendid Isolation" mit den Künstlern Anina Brisolla, Christian Hellmich, Christopher Lehmpfuh, Daniel Richter, Elvira Bach, Fritz Bornstück, Gabriela Jolowicz, Moritz Schleime, Paul Pretzer, Philip Grözinger, Sonja Aalhäuser, Sven Drühl, Tatjana Doll und Tom Anholt schmücken für 2 Wochen die lange Wand im SCHAU FENSTER in Berlin.
Eröffnung: 3. März 2023, 19 Uhr, ab 20.30 musikalische Unterhltung: DJ. Dr. Sven Beckstette
Ausstellung: 3. - 19. März 2023, Besuch nach Vereinbarung

SCHAU FENSTER
Lobeckstr. 30-35 in 10969 Berlin

73. Jahrestagung der DEG

Jährlich versammelt die „Deutsche Exlibris Gesellschaft“ (DEG) die Sammler von Exlibris Grafiken zu einer Tagung. 2023 werden sie sich in Paderborn zur Jahrestagung treffen, um ihre Exlibris-Grafiken zu tauschen und bei anwesenden Künstlern neue Exlibris Aufträge zu vereinbaren.

Utz Benkel: Tagungsblatt
DEG-Jahrestagung 2023, Linolschnitt
Im Jahre 2017 fand in Paderborn, der kleinen Bischofsstadt mit dem mehr als 1200-jährigen Dom und der übersichtlichen Altstadt schon einmal ein Jahrestreffen der DEG statt.
Die Tagung findet im Hotel WELCOME statt. In zwei Tausch-räumen und drei Räumen für Künstler und Antiquare gibt es genügend Platz für die Sammleraktivitäten, für Fachgespräche oder gemütlichen Plausch.
Vom Hotel kann man zu Fuß in wenigen Minuten die Altstadt erreichen. Ein schöner Spaziergang führt entlang der Pader zum Domplatz mit dem zentralen Neptunbrunnen. Ein Besuch des Domes, des Diözesanmuseums und der von Karl dem Großen angelegten Kaiserpfalz sind zu empfehlen. 
Am Samstagnachmittag wird eine Busfahrt in das Klostermuseum Dalheim angeboten.

Weitere Informationen zur Tagung und Anmeldeformulare unter www.exlibris-deg.de

11. – 14. Mai 2023

Paderborn

Donnerstag, 2. März 2023

FFP2

Heidi Vogel, FFP2, Holzschnitt 2023
Abonnenten hatten sie schon sehnsüchtig erwartet, die elfte Grafik der vom Pirckheimer Andreas Wessel herausgegebenen jW-Kunstedition. Es ist der Holzschnitt von Heidi Vogel »FFP2«, gedruckt von Steffen Tschesno, auf dessen Presse bereits die Graphik von Ronald Paris entstand, die als zweite in dieser Edition erschien.

Das Blatt hat wie immer eine Auflage von 250 Exemplaren, davon 50 h.c., gedruckt auf Büttenkarton Somerset weiß (250 g/m2), Motivgröße 20,2 × 14,9 cm, mit Prägestempel der jW-Kunstedition und ist signiert und datiert.

Die Künstlerin Heidi Vogel wurde 1951 in Auerbach/Vogtland geboren. Nach Abitur mit Berufsausbildung als Krankenschwester studierte sie drei Semester Physik an der Humboldt-Universität zu Berlin und arbeitete in verschiedenen Berufen, bevor sie ein Abendstudium an der Kunsthochschule Berlin aufnahm. Sie absolvierte ein Studium der Grafik bei Axel Bertram, Werner Klemke und Dietrich Noßky, später an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Gerhard Kettner, bei dem sie an der Akademie der Künste dann auch Meisterschülerin war.
Sie nahm u.a. an der IX. und X. Kunstausstellung der DDR in Dresden teil, Arbeiten von ihr finden sich in vielen in öffentlichen Sammlungen.

Tag der Druckkunst

2023 findet in Deutschland zum 6. Mal der Tag der Druckkunst statt, nachdem am 15. März 2018 die traditionellen Drucktechniken in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO-Kommission aufgenommen wurden.

Auf der diesem Tag gewidmeten Seite im Internet kann man erfahren, welche Vielzahl von Veranstaltungen rund um diesen Tag bundesweit bis hin ins benachbarte europäische Ausland eindrucksvoll bewiesen, wie lebendig dieses Kulturerbe ist!
Erich Hirsch an der Monotype, Fotos © Museum der Arbeit
Auch im Hamburger Museum der Arbeit werden die Werkstätten des Grafischen Gewerbes geöffnet. Zu entdecken sind Lithografie und Steindruck an Reiberpressen, Radierung und manueller Tiefdruck, Bleisatz und Buchdruck im Wandel der Zeit, Vorführung des Heidelberger Tiegels und des Heidelberger Zylinders, Setzmaschinen in Funktion, die Holzletternfräse, Letternguss, Handbuchbinderei. 
Am selben Ort werden dann 14 Tage später einige künstlerische Druckerzeugnisse auf der Messe BuchDruckKunst präsentiert.
Tita do Rego Silva mit Walter Fischer im Grafischen Gewerbe Museum der Arbeit
Zwischen 14 und 16 Uhr stehen Wolfgang Werkmeister und Dr. Peter Danylow im Museum der Arbeit an der Werkmeister-Presse.
Der 1941 geborene Wolfgang Werkmeister druckte seine erste Radierung mit einundzwanzig Jahren. Er hatte gerade ein Jahr zuvor sein Studium bei dem Illustrator und Graphiker Gunther Böhmer an der Stuttgarter Akademie begonnen und dort die Lithographie bei Erich Mönch, die Radierung bei Walter Raabe erlernt.

Tag der Druckkunst: 15. März 2023
BuchDruckKunst: 31. März - 2. April 2023

Museum der Arbeit
Wiesendamm 3, 22305 Hamburg

Mittwoch, 1. März 2023

Bibliophiles des Monats: Totentanz

Bibliophiles des Monats für den März ist der vom Pirckheimer Bernd Friedrich Schulz vorgeschlagene, 1785 bei Heinrich Steiner und Comp. erschienene Titel von Johann Karl August Musäus „Freund Heins Erscheinungen in Holbeins Manier“, illustriert von Johann Rudolf Schellenberg.
Klick auf die Abb. ruft den Titel aus dem Bestand der UB Düsseldorf auf
vor Seite 89, Der Wucherer
Bernd Friedrich schreibt dazu: Das uns einzige Gewisse, was letzten Endes alle Menschen wieder gleich macht, das ist der Tod.
Spätestens seit der Pest im Mittelalter entstanden so genannte Totentanzdarstellungen mit begleitenden Dialogversen, zuerst wohl in Paris, später in Bern, in Basel und anderswo an Friedhof- und Kirchenmauern.
Auf solchen Totentanz-Fresken, beginnend beim obersten Kirchenfürsten, dem Papst bis hinab zum Säugling werden diese vom personifizierten Tod zum unausweichlichen, zum allerletzten Tanz gebeten.
Die bekannten Fresken des 15. Jahrhunderts sind so gut wie nicht mehr vorhanden, bis auf eine Ausnahme: Der beeindruckende Reigen im Turm der Berliner Marienkirche!
Dem breiten Volk jener Zeit war es ein gewisser Trost, dass alle Oberen letzten Endes auch mit dran glauben mussten, selbst dann, wenn diese der Pesttod verschont hatte.
Ende des 15. Jahrhunderts tauchten Totentanz-Reime mit dazugehörigen Abbildungen in Büchern auf. Ein künstlerisch besonders überzeugender sehr umfangreicher Totentanz-Zyklus lässt sich in etlichen Pariser Stundenbücher finden - und wen wundert´s, männlich und weiblich streng voneinander getrennt: „Danse des Hommes et des Femmes“.
Unzählige Grafikenfolgen späterer Jahrhunderte, so die von Hans Holbein, behielten das vertraute Schema überwiegend bei, auch Grieshaber in seinem großformatigen Totentanz von 1966.
vor Seite 37, Unvollkommene
Dienstbeflissenheit
Völlig anders, absolut eigenständig das Gemeinschaftswerk zwischen dem Schweizer Illustrator Johann Rudolph Schellenberg und dem deutschen Dichter Musäus, 1785 in Winterthur erschienen - und jene abwegige Titelerweiterung „... in Holbeins Manier“ ist wohl nur ein verlegerischer Trick!
Diese fünfundzwanzig satirischen Radierungen, zu denen Musäus passende Texte verfasste, sind eher als Memento Mori anzusehen und brillieren durch außergewöhnliche Originalität, inhaltlich sowie gestalterisch und besitzen einen auffällig deutlichen Zeitbezug. Das macht dieses recht seltene Werk so einzigartig. Alles ist völlig frei erfunden und gekonnt detailreich dargestellt.
nach Seite 134, Raub der Falle
Reproduktion aller Abb. aus seinem
Bestand, © Bernd Friedrich Schulz
Bei Schellenberg finden wir ein am Himmel brennendes Luftschiff, ein umstürzendes Bücherregal, welches den Büchersammler erschlägt, den Tod mit dem Hauptgewinn für einen Lotteriespieler in der Hand...
Und dann als Abschluss, der Tod zwischen Grafiker und Dichter stehend, beide zugleich herzlich umarmend.
Für uns recht bedauerlich, war das verwendete Papier nicht von bester Qualität, wodurch makellose Exemplare dieses Buches so gut wie nie zu finden sind.

Das Buch wird durch die Uni-Bibliothek Düsseldorf online bereitgestellt, aufzurufen über die obige Titelabbildung. Die Totentanz-Vereinigung Schweiz stellt das Buch ebenfalls vor, klick hier.
Zum Betrachten der Abbildungen diese bitte anklicken, danach (mittels rechter Maustaste) "Bild in neuem Tab öffnen", dieses erneut anklicken ...

Otto Ubbelohde: Kraniche über weiter Landschaft

Otto Ubbelohde für J. T. Alb. Hosbach, [1910], Radierung
[...] Auf dem Exlibris des Monats März ziehen drei Kraniche majestätisch, buchstäblich erhaben, über eine weite Flusslandschaft mit einzelnen Baumgruppen, den Horizont markiert eine langgezogene Mittelgebirgsanhöhe, am bewegten Himmel ballt sich Gewölk. Wir befinden uns – mehr als hundert Jahre zurückversetzt – mutmaßlich in der nordhessischen Heimat Otto Ubbelohdes, der der Schöpfer dieses 1910 entstandenen Bücherzeichens für J. T. Alb. Hosbach ist. Insgesamt schuf er acht Blätter für Mitglieder der Familie Hosbach, die wahrscheinlich nach Amerika ausgewandert war und sich dort in Philadelphia niedergelassen hatte.
Der Spruch über der Darstellung „Nature is the empire of freedom“ ist eine der Inschriften auf dem Sockel eines von dem Rauch-Schüler Friedrich Drake geschaffenen Alexander-von-Humboldt-Denkmals in Philadelphia, mit dem der berühmte deutsche Naturforscher zu seinem 100. Geburtstag 1869 als „citizen of the world“ gedeutet und gefeiert wurde.
[...] Ubbelohde, der 1922 im Alter von 55 Jahren einem Krebsleiden erlag, sah sich selbst vor allem als Maler, weltweit bekannt wurde er jedoch durch seine Illustrationen zu einer 1909 erschienenen Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Mag sein Stern auch verblasst sein, zählen für so manchen Exlibrissammler nach wie vor Bücherzeichen von Otto Ubbelohde zu den Glanzstücken der eigenen Kollektion.

(Henry Tauber, gesamten Beitrag lesen)